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Full text of "Unvergangliche Stimmen"

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780.922 K97u2 



67-^863 



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collection,, 
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kansas city 
public library 

kansas city, 
Missouri 





KANSAS CITY, MO. PUBLIC LIBRARY, 



3 ODD! HS3fl7DH 3 



MFERENCE 



SAMMLUNG DALP 
BAND 92 



K. J. KUTSCH / LEO RIEMENS 

Unvergangliche Stimmen 

KLEINES SANGERLEXIKON 



e, Uberarbeltete 
und stark erweiterte AuHage 



FRANCKE VERLAG BERN 
UND M0NCHEN 




A. Frandtt AC Veriag St rn, * 



All Ktchtt vorbt-hdlten 



VORWORT 

Im vorliegenden Band wurden Biographien beruhrnter Sangerinnen 
und Sdnger versammelt. Freilich nidit aller Sanger, denn die Ge- 
schichte der Gesangskunst ist so alt wie die Gesdiidite der Mensdi- 
heit uberhaupt, und sic beginnt nodi vor jenem Sdnger Orpheus, 
dem die griechische Mythologie gottlidie Abkunft zuerkannte. 

Die Erfindung derSchallplatte bedeutcte einen entscheidendenEin- 
sdinitt in der Geschichte der Sangcskunst, Wir wissen heute leider 
nidit mehr, wie die praditvollen Koloraturen einer Henriette Sontag 
oder einer Jenny Lind klangen, wie es war, wcnn Wilhdmine Schro- 
der-Devrient die Bogen ihres dramatisdien Gesanges spannte; wir 
konnen nidit mehr die unbesdirciblidie Sdionheit des Tenors von 
Giovanni Battista Rubini, die aufstrahlende Kraft im Hcldcntenor 
eincs Louis Nourrit oder die Stimmcn der Grisi, der Pasta oder der 
Viardot-Garcia nadicrleben, Aber wie Francesco Tamagno gesun- 
gen hat, wie cine Lilli Lehmann, cine Addina Patti oder cine 
Lillian Nordica sangen, das ist durdi alle tedmisdicn Unzulanglidi- 
keiten ihrcr Platten hindurdi nodi zu hdren, und selbst die Fetzen 
des Gesanges eines Jean de Reszke, die Mapleson wdhrcnd der Vor- 
stellungen an der Metropolitan Oper atifnahm, enthalten cin femes 
Echo von dieser groflen Sanger-Personlidikeit, So haben wir in das 
vorliegende Kleine Sangerlexikon* nur Biographien jcner Sanger 
aufgenommen, von denen irgendein klingendes Dokument, sei es 
nodi so gering, auf der Sdiallplatte oder ihrem Vorg&nger, dem 
Zylinder, erhaltsn ist Daher higlten wir e$ audi f&r erforderlich, 
am Sdilufi ;>c?er Lebensbesdireibung Hinweise zu bringen, auf wel- 
chm Flatten $idi dia Kumtkr vor alkm verswigt habsn, Bd den 
Sangern der jiingsten Gegcnwart fid cs allerdings sdiwgr, zutref 
fgnde Angaben uber PI at tin zu madien, da zweif&lhs zahlr&ldte 
Rundfunk- und Bandaufnahmsn vorhanAtn $ind f lie zuwr nodi * 
ver&ffentlidit sind, aber dodi /e^erzdf publm&rt werd&n kdnmn, 

Leider haben e*/i*tfce Kunstlsr es seit den Ta%n der Schallplatte 
ver$&umt f ihr& Stimme dig$em Medium nzpfr/raiuen; dafUr ei 
hler nur Carl Perron, Marie Wittidt, Emmy Kr%tr, Johannes Mes- 
$chagrt und Marie Rtsnard ggnannt. Sis konnten in 
DurAfuhrung un$ir%& Prlnzips hi$r leider kctne 

and m$m ui? (MUJ HUbUC 

El w&re wun$menm$rt gewv$m t al& Bw$r&pnfi$ 
den Sftngmnmn und Sftnggr nted&rzmehmbm, d&rtn S^mme lurch 
die Sthcdlpl&tt* &berlie}crt i$t. D& erwies tick am Rmmmmgisl aU 
unm8$H(h. So rnufite d$nn $in* Aum#M gtr&ffm wwdm. Wir 
sind un$ wM bewuflt, da$ damit indig^mtlc Gtsithtspunkte in 

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die Arbeit hineingebracht wurden, die bei keiner Auswahl zu um- 
gehen sind. Wir wissen audi f daft man den einen oder anderen 
Kiinstler vermissen wird und dafur einen anderen lieber entbehren 
wurde. Wir erkennen gerne an, daft bei der Schwierigkeit der Ma- 
terie und den oft sehr von einander abweidienden Daten sick mog- 
lidierweise Fehler eingesdilidien haben, und sind daher fur jeae 
Korrektur bzw. Zuschrift an den Verlag dankbar. 
In diesem Zusammenhang 1st es unsere Pflicht, den Herren Kurt 
Schnobel (Velbert), Wilhelm Wimmer (Ottobrunn bei Munchen) 
und Jiri KoHnek (Brno) fur die Beschaffung schwierig zu crhalten- 
der Angaben Dank zu sagen, YJir danken audi Herrn Helmut Rci- 
nold, Koln, vor allem aber Herrn Dr. Helmut Bender f Freiburg i. Br,, 
und dem Francke Verlag, die diese Publikation ermoglichten, 

BreberenBruxgen Karl Josef Kutsdi 

und Den Haag, Leo Riemcns 

im Juli 1962 



VORWORT ZUR ZWEITEN AUFLAGE 

Das grofle Intcressc, da$ unserer Arbeit entgegengebradtt wurde, 
und die Tatsadie, daft wir bereits nach zwti Jahren cine Neu-Auflage 
herausbringen konnten, haben uns ermutigt, dicse in wcsentlich er- 
weiterter Form'OorzuUgen.Zahtreidie Korrekturen und Ergiinzungen 
gaben uns die M'dglichkeit, immer naher an das erstrebtg Ziel erne 
weitestgehende Genauigkeit unserer Angaben heranzukommen. 
Soweit erreichbar, wurden die Daten bis Herbst 9^5 
Dafur haben wir viclcn Freundcn au$ alkr Welt zu dankm, 
den Herren Kurt Sdmobd, Wilhclm Wimmer und JiH KoHmk f die 
uns bereits seit Jahrcn beratend zur Sett? standcn, gilt wiser heson* 
derer Dank den Hcrrcn Harold Rosenthal, London, HarM G. Byr 
nes, New York, Roland Teuditler, Wicn, Hans Erben, Dresden* Qlavi 
Mathlein, Sinetta (finnland) und Dr. Alfred Franfcensfcfn, Peffldi- 
Tikwah (Israel), Alle Arbeit aber hiitte vergcblidi bleihcn muwcn, 
wenn ni&t der Frsncfce Verlag und cm Cheflektor, Herr tor* Helmut 
r, Freiburg L Br,, $i& unermudlick fur tie eingetetzt 



Karl /oi/ Kut&A 
und Maastridit, Uo Rimem 

im lanmr 



Verzeichnis der Sdiallplatten-Marken: 

G & T = Gramophon &: Typewriter 

HMV = His Master's Voice (in Deutschland oft als Electrola er- 

schienen) 

DGG = Deutsdie Grammophon Gesellschaft 

APGA = Association phonique des grands Artistes 

RCA = Radio Corporation of America 

MMS - Musical Masterwork Society 



Namen mit de, di, d' usw, sind unter D, Namen mit Me und O' 
unter M bzw, O nachzuschlagen. Dagegen finden sich Namen mit 
von oder van nicht unter V, sondern unter dem Anfangsbuchstaben 
des Hauptwortes. 



Abarbanell- Abott 



Abarbanell, Lina, Sopran,* 3. 1. 1879 Berlin, 1 6. 1. 1963 New York; 
Tochter des Kapellmeisters Paul Abarbanell. Zuerst Schauspielerin 
am Residenztheater in Berlin. Dann Gesangstudium bei Plohn und 
Steinmann in Berlin, 1897 kam sie an das Stadttheater von Posen, 
wo sie als Schauspielerin und als Sangerin auftrat. Von dort ging 
sie 1901 wieder nach Berlin, wechselte aber 1902 an das Theater 
an der Wien in Wien. Sie wurdc jetzt eine vor allem auf dem Ge- 
biet der Operette gefeierte Diva, beherrschte aber auch Opern- 
Partien aus dem Fachgebiet der Soubrctte. Nachdem sie erfolgreich 
in London gastiert hatte, kam sie 1904 nach Nordamerika. 1905 
sang sie an der New Yorker Metropolitan Oper in der dortigen 
Erstauffuhrang von Humperdmcks Hansel und Gretel* den Han 
sel. In der Folgezeit hatte sie auch in Amerika groSe Erfolgc als 
Operettensangerin. Sic lebte zuletzt in New York. 
Sechs sehr seltene Aufnahmen aus Qperctten auf G & T (Wien/ 
1903-04). 

Abendroth, Irene, Sopran, * 14. 7. 1872 Lemberg, 1 1. 9. 1932 Weid- 
ling bei Wien. Trat action mit acht Jahren in einem Konzert 
auf, studierte dann bei Lambertini und Campanini in Mailand und 
bei Frau Wilczek in Wien. 1888 Konzertdebut in Karlsbad, 1889 
Buhnendebut an der Wiener Uofoper ah Amina in La Sonnam- 
bula. 2889-91 Hofoper Wien, 1891-92 Stadttheater Riga, 1892 
bis 95 Hofoper Munchen, 18951900 wiederum Hofoper Wien, 
190008 Horoper Dresden, wo ihre Karriere den Ho'hepunkt er- 
reichte. Hier sang sie 1902 in der deutschen Erstauffuhrung von 
Puccinis Tosca* die Titelrolk. Sparer Konzertsangcrin, dann Piida- 
gogin in Wien. Sie war vt*rhtiratet mit dem dsterreicruschen Bun- 
desbahndirektor Joseph Taller, Edler von Draga, 
Eine jener selten anzutreffenden Stimmen, in denen sich Virtuosi- 
tSt der Koloratur mit dramatischer Ausdruckskraft verbindet 
6 seltene SdKallplattenaufnahmen auf G &: T (Dresden, 1902). 

Abotf, Bessie^ Sooran, * 1878 Riverside (Hew York), t9- 2. 1919 
New York; eigentlich Bessie Pickens, Bereits 1894 trat siezutammcn 
mit ihrer Zwillingsachwester J&ssic Plckm an Kkinktmstbtihnen 
und Varietf$ in New York auf, wo die belden MUdchen Duette 
sangen, Sie wurde dann OperettensiSngerin in New York und seit 
1897 in London, 1898 hdrte sie in London der beruhmte Tenor 
Jean de Reazke, der sie ermuntcrte, sich der Opsr zuzuwenden. 
Darauf Studium bei Victor Capoul, bei Bouhy und bei Mathildt 
MarAei in Paris. Debtit 1901 an der Grand Oplra von Pari ab 
Juliette in Rom^o et Juliette* von Gounod. F&n Jahre lang httte 
sie ehr groe Etiolgt in Paris und wurde dann 1906 $m die Metro 
politan Oper New York Wrufen (Antritirolk; Mimi in *La 
Boheme*). Bis 1909 blicb sie tn dicker Biihne und erschicn auch in 
Chicago und San Francisco, 1909 gtatierte ie an der Oper von 
Monte Carlo, in St Petersburg und Ussebon. i9to sittlhe ale tine 
eigene Opemmippi! &u#ntmen, rnit der ie Nordsmerika bertlate, 



Adhsel *_ 

1911 heiratete sie den amerikanisdien Schriftsteller Story, der ein 
Bruder des ersten Gatten von Emma Eames war, und gab ihre 
Karriere auf , 

Technisch hervorragend gefuhrte Koloraturstimme, 
Von ihr existieren Edison-Zylinder sowie Victor-Flatten, darunter 
als bekannteste Aufnahme das Quartett aus Rigoletto mit En 
rico Caruso, Louise Homer und Antonio Scotti. 
Achsel, Wanda, Sopran, "12. 10. 1891 Berlin; Schiilerin Laura D&sdvys 
in Berlin. Debut 1910 an der Berliner Sommer-Oper als Elsa im 
Lohengrin. 1910-12 Stadttheater Wurzburg, 1912-23 Opern- 
haus Koln, 1923-39 Staatsoper Wien. Gastspiele in Holland, Po- 
len, Jugoslawien und in der Tschechoslowakci; bci den Fcstspiclcn 
von Salzburg 1926 als Rosalinde in der Fledermaus. War ver- 
heiratet mit dem Tenor Hans Clemens (1890-1958). Lcbt in Wien 
als Gesanglchrerin. 
Einige seltene elektrisdic HMV-Plattcn (Wien, 1930), 

AcktS, Aino, Sopran, * 23. 4- 1876 Helsinki, 1 8. 8. 1944 Nummela 
(Finnland); Tochter der Sopranistin Emmy Strdmcr-Acnte (1850 bis 
1924), Schwester der Altistin Irma Tcrvtini; erstes Studium bei 
ihrer Mutter, die selbst Sangerin war. Sang bereits 1893 in Helsinki 
in einem Konzert. Weitere Ausbildung am Conservatoire in Paris 
bei Duvernoy, Girodet und Paul Vidal. Debut 1897 an der Grand 
Op6ra von Paris als Marguerite im Faust. Scitdcm grofie Erfolge 
an diesem Opernhaus. Welrweitc Gastspielreisen Hihrten sie nach 
Stockholm, Dresden, Warschau, Kopenhagcn und an die Covcnt- 
garden Oper von London, 190305 Metropolitan Oper New York, 
1910 sang sie an der Coventgarden Oper die Tltclrolle in der Pre 
miere der *Salome von R, Strauss. 1913 nochmals beim Birniing- 
ham Festival als Solistin im Verdi-Requiem. Aino Ackt<, die mit 
Heikki Renvali, dem Sohn des Erabischofs von Finnland verhelratct 
war, lebte dann in ihrer finnischen Heimat, wo sie 1938-39 als 
Direktorin das Opernhaus von Helsinki leitctc. Sie sdjricb: Minnai 
cch fantasier (Stockholm, 1917); Muistojeni kirja (Erinnerungen I; 
finnisch und schwedisch; Helsinki, 1925!; Taitetini taipaleclta (Aus 
meiner kunstlenschcn Laufbahn; Helsinki, 1935). 
Grofie, dramatische Sopranstimme, die sowohl im klassisdten wic 
im Wagner-Reportoire gltinxtc. 

Seltene Schallplntten der Marken Zonophone (Paris, ^1902), G ft T 
(Paris, 1903-05), Fonotipia (Paris, 1905), dazu audi Edison- (1912) 
und Path<S-Platten. 

Adam/ Theo, BaS, * i. 8. 1926 Dresden; begann seine Laufbahn 
als Chorsanger im Dreadencr Kreuzehor. Nach Studien bei Rudolf 
Dittrich in Dresden debiitierte er 1949 an der Suataoper van Drcs 
den. Scit 1957 war er gleichzcitig auch an tier Staatsoper Serlin 
und tm Opernhaus E'rankfurt a, M. verpflichtct. 1951 r<ltifn cr 
erstmalig bei den I'estsptckn von Bayrtuth, wo er f ich seither all- 
jfihrlidt in Partien wie <ler des Kdnign Ikinrkh ini Lohengrin** 



ii Adini 

des Titurel im Parsifal*, des Pogner in den Meistersingern und 
des Fafner im Ring-Zyklus als hervorragender Wagner-Interpret 
auswies. 1963 sang er in Bayreuth den Wotan im Ring-Zyklus. 
Gastspiele fiihrten den Kiinstler, der auch ein grofier Oratorien- 
Bassist war, an die Wiener Staatsoper, an die Stadtische Oper Ber 
lin und an die Grand Op6ra von Paris, 

Schalllpatten: Eterna, Bertelsmann, HMV, Electrola (Bacb-Kanta- 
ten), DGG (Kantaten von J. S. Bach). 

Adams, Suzanne, Sopran, * 28. 11. 1872 Cambridge (Mass.), 1 5. 2. 
1953 London. Studium in Paris bei der beruhmten Mathilde Mar- 
chesi und bei Bouhy. Debutierte gegen den Willen der Marches! 
1894 an der Grand Ope'ra von Paris als Juliette in Rome*o et 
Juliette*. Nach groEen Erfolgen in Paris 1898 glanzvolles Gastspiel 
an der Coventgardcn Oper in London, wo sie bis 1906 regelma'Sig 
sang. 18991903 Metropolitan Oper New York. Gab 1906 ihre 
Karriere auf, sang aber 1907 nochmals in London in cincm Vaude 
ville. (Die Sangcrin, die mit dem Cellisten Leo Stern verheiratet 
war, betrieb spiiter cine Wascherei fiir das feinste Publikum der 
englischen Hauptstadt.) 

Technisch vortrefflich durchgebildeter Koloratursopran. 
Von ihr existieren 5 Platten auf G & T (London, 1902) sowie 
einige auf Columbia (USA, 1903), 

Acler, Rose, Sopran, * 28. 4. 1890 Oderbcrg (Osterr, Schlesien), 
1 28, 3.1955 Buenos Aires; debutierte 19x5 am Opernhaus von 
Hamburg, wo sie bis 1918 blieb. 191819 Mitglied der Wiener 
Staatsoper, seit 1921 sang sie wieder an der Staatsoper von Ham 
burg, zu deren bekanntcsten Kiinstlern sic gchdrte, 1928 und 1930 
gastierte sie in Amsterdam, 1928-29 an der Mail^nJer Scala, fcr~ 
ner in Berlin und Mtmchen. 1913 muBte ie als Judin Dcutsdiland 
verlassen; sie gab in dert folgcnden Jahren Gatspiek an der Wie 
ner Staatsoper; scit 1949 Piidagogin in Buenos Aires, Ihr Reper 
toire umfafite sowohf Parnen aus dem Koloraturfach als auch 
lyrische Rollen, Htch ihrer Hetrat sang sie audi unter dcm Namen 
Ader-de Trigona, 

Die scheme Stimme der Kiinstlerin ist auf einer diuigen Parlo- 
phon-Pktte (Arien aus La Boh^me) zu hdren, 

Adini, Ada, Som-an, * 1855 Boston, t 1924 Dieppe (Fnmkreich) ; 
eigentHA Adele Chapman* Autgebildet durA Pauline Viardot- 
Garcia und Giovanni Sbriglia in Part*, Debatierte 1876 am Stadt- 
theater von Varesc &1 TiteJhcldin in *Dinorh von Meyerbeer, 
Hdrstete den italkniidhen Tenor AntaniQ Ammburo (i838-x9ia), 
mit dm seusammitn sie 1879 bei dr Mapleaon Company in New 
York tang, Gastspiele 1882 in Berlin, 1883 in Prag, eit 1887 oft 
n der Grand Op^ra von Paris, Sing 1893 & dr Maillnder 
Scak in der Premiere der WaIktlre die Brinnhilde, 1894-97 
groSe Erfoige an der Coventgarden Oper von London, 1895 an 
der Grand OpeVt in *Ghise!le* von C^far Frundc, Catierte audh 



Afire 12 

in Monte Carlo, Madrid und Barcelona und in Siidamerika. 1897 

bis 1898 Gastspiel-Tournee in Rutland und Deutschland. 1902 bis 

1908 wieder hauptsadhlich an der Pariser Grand Ope"ra tatig. In 

zweiter Ehe war sie mit dem Schriftsteller Paul Milliet, dem Libret- 

tisten Massenets, verheiratet. 

Mit ihrer umfangreichen, ausdrucksstarken Stimme beherrschte sie 

ein riesiges Repertoire, das von der Koloraturpartie bis zu den 

Wagner-Heroinen reichte, 

5 sehr seltene Schallplattenaufnahmen auf Fonotipia (Paris, 1905). 

Affre, Agustarello, Tenor, * 23, 10. 1858 St. Chinian, t 27. 12. 1931 
Cagnes-sur-Mer. Seine Stimme wurde durch den Director der Pa- 
riser Grand Op6ra, Pierre Gailhard, entdeckt. Darauf Studium am 
Konservatorium von Toulouse, dann am Conservatoire in Paris 
bei Duvernoy. Debut an der Grand Opera 1890 als Edgardo in 
Lucia di Lammermoor* mit Nellie Melha als Partnerin. Blieb 
20 Jahre lang der Erste Tenor der Grand Ope'ra, wo er derartige 
Triumphe feierte, dafi er kaum Gastspiele unternahm. Sang 1891 
an der Grand Ope*ra in der Uraufftihrung von Massenets Lc 
Mage, 1893 den Canio in der Pariser Premiere des Bajazzo. 
Gastspiele an der Coventgarden Oper von London als Faust und 
als Samson in Samson und Dalila*. Als Pierre Gailhard 191$ von 
der Leitung der Grand Qpe*ra zurticktrat, nahm audi Agustarello 
Affre seinen Absdiied. Sang jetzt 1911 an der Oper von San 
Francisco, 1912 in New Orleans, 19x3 in Havanna, w&hrend des 
ersten Weltkrieges Konzerte vor franzosischen Soldaten, 
Typiscrt franzSsischer Helden tenor/ von der zeitgendssischen Kritik 
gerne als der franzdsische Tamagno* gekennzeichnet, doch sang 
er auch Mozart- und Wagner-Rollen. 

Er hinterliefi eine Fiille von Flatten der Marken Zonophone (Paris, 
1902), G & T^ Columbia (Paris, 1904), Odeon, Path<5 (Rom<Jo ct 
Juliette*}, 

Agostlnelli, Adelina, Sopran, * 1882 Bergamo, 1 6. 7, 1954 Buenos 
Aires; studierte bei Giuseppe Quiroli in Mailand, den sie splter 
heiratete. Debiit 1903 in Pavia als TitelhcUin in Fedora*. 1905 
bis 1906 Tournee mit der Castellano-Trttppe durch GriechanlandC 
die T0rkei, Rutland, Belgien und Holland Grofie Erfolge in Spn 
nien und Siidamerika, Dort seit 1908 am Teatro Coliseo und sett 
1913 am Teatro Coldn von Buenos Aires gcfcicrt 190910 am 
Manhattan Opera House, New York. 910 an der Mailfinder Scab 
als Partnerin von Battistini im Stmone Boccanegra*, sang tgi% 
an der Scala die Marsdhallin in der Erswuffiihrung dcs Rosen- 
kavalier*. 1912 Gastspiel am Thdltre des Champs Elytai in Psrii, 
1912 Coven tgardcn Oper London, Spfiter wleder hauptsiidhliA in 
Italien und Sutkmerika aufgetreten, Gastierte m>ch 1924 in Buenoi 
Aires, wo sie tlann al Gesanglehrertn lebte, 
Sie sung auf rdi*on-2yl!ndem (^910), auf f'onografla 
und mi Path^-Piatten. 



13 Aim arc 

Lgostini, Giuseppe, Tenor/ 21. 7. 1874 Verona, t 26. 7. 1951 Abing- 
ton bei Philadelphia, Debut 1895 am Stadttheater von Nuovi 
Ligure in Ruy Bias* von Gomes. 1897 sang er in Cagliari den 
Rudolf in La Boheme*, er spezialisierte sich seither auf diese Par- 
tie, die er u. a. fur Lissabon, Barcelona und Mexico City kreierte. 
1897 sang er den Rudolf in der amerikanischen Erstauf funning von 
La Boheme* durdi die Milan Royal Opera Company in Los Ange 
les, 1898 in der New Yorker Premiere der Oper am Walleck's Thea 
tre bei einem Gastspiel der gleichen Operntruppe. Gastierte an den 
groficn italienischen Buhnen und in Sudamerika. 1910 kreierte er 
am Teatro Massimo von Palermo Mascagnis Amica, Seine grofi- 
ten Erfolge hatte er jedodi in Nordamerika, wo er fast alljahrlich 
bei der San Carlo Opera auftrat. 1903 ersetzte er an der Metro 
politan Oper den erkrankten Enrico Caruso in zwei Vorsteilungen. 
Noch 1921 war er bei der San Carlo Company ttitig. Als er 1929 in 
einer Auffiihrung dieser Truppe anwesend war, sprang cr fur den 
plotzlich erkrankten Siinger des Faust von Gounod ein, obwohl er 
seit Jahren nicht mehr auf der Btihne gestanden hatte. Amerikani- 
sche Zeitungen bezeichneten damals in Sensationsmeldungen den 
Kiinstler als siebzigjUhrig, was jedoch iibertrieben war. Zuletut Pii- 
dagoge in Abington, 

Schallplatten : Opernarien auf Odcon (1905); populare Lieder auf 
ameriK. Columbia (1916). 

Vhlersmeyer, Mathieu, Bariton, * 29. 6. 1896 Koln; ausgebildet 
durch Karl Niemann in Kdln. Debut 1929 am Stadttheatcr von 
Mdnchengiadbach als Wolfram im *TannMu8er, Sang 193031 
an der Kroll-Oper Berlin, 1931^-34 als Brster Heldenbariton an <fer 
Staatsoper von Hamburg 1934 kam er an die Dresdener Staats- 
oper; hier wirkte er in aer Urauffiihrung der Oper *Die schweift- 
amc Frau von R, Strauss mit (14, VL 1935), 1944 in der Uraur- 
fiihrung der Oper *Hkronymus Jobs* von Joseph Huas, 1939 
kreierte er an der Berliner Staat$optr die Titelrolle in Pccr Gynt* 
von Werner Egk, Neben seinem Dresdener Engagement war er 
durch Gastspielvenrage mit den Staatiop^rn von Berlin und Wien 
verbumkn. 1945 wurde er an die Hamburger Staatsop^r berufen, 
icn 



wo r 2ugleicn dem Dircktorium diees Operninstituts angehdrte. 
Gastierte in Matland^ London, Brtissel und MOndhen, Bel den Sak- 
burgar Fettspielen sang er 1947 In der Urauffuhrung der Oper 
*Dantons Tod* von Gottfried von Einem, 1053 bei den Festspielen 
von Edinburgh die Titdpartie in *Mathis tier Makr von Hinde 
mith, Seit 1953 Mttglica der StMdtisdten Oper Berlin. 1961 nahm 
er von der Bunne Absdhied, 
Madbtvolle heldiidht Barltonstimme, 

$cha!!plattn;0angfcuf Urania und DGC IndenvolUtMndllgenOpem 
Don Giovanni*, ^Macbeth* von Verdi, *Dcr Wldersptnitigen 
ZIhmung von Goeiz, 

Lint, Soprtfi, * 6, a, 319x4 Turin; AusbiWung am Konser- 



Alarie _ __ _ __ _ __ * 

vatorium in Mailand. Debiitierte 1934 in Turin als Lucia di Lam- 
mermoor. In den folgenden Jahren sang sie in Parma, Palermo, 
Genua, Florenz und in anderen italienischen Stadten. 1938-39 
Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: Lucia di Lammer- 
moor als Partnerin von Benjamino Gigli), gastierte auch an der 
Oper von Philadelphia. War fur die Saison 1940-41 an die Metro 
politan Oper engagiert, konnte aber wegen dcr Kriegsereignisse 
das Engagement nicht antreten. Dafiir jedoch wahrcnd der Kriegs- 
jahre glanzvolle Karriere an der Mailandcr Scala, Gastspiele am 
Teatro San Carlos von Lissabon, in Kairo und 1940 in Holland, 

1946 an der Londoner Coventgarden Oper sowie in der Schweiz; 
1948 Konzert-Tournee durch Nordamerika. Spiiter Padagogin in 
Mailand. 

Eine der wichtigsten italienischen Koloratncen ihrer Generation, 
vor allem beriihmt als Lucia di Lammermoor. 
Italienische HMV- und Columbia-Flatten (x938~39)/ vollstandig 
Don Pasquale* auf Westminster. 

Alarie, Pierrette, Sopran, * 1922 (?) Montreal; Studium bci Elisa 
beth Schumann in New York. Debutierte sogleich an der Metro 
politan Oper New York 1945 als Page im Maskenball von Verdi, 
Hatte dann dort groCe Erfolge als Olympia in ^Hoffmanns Er- 
zahlungen* und als Blondchen in der Entftihrung aus dem Serail. 

1947 heiratete sie den kanadischen Tenor Leopold Smoneau, mit 
dem sie an die Ope'ra comique von Paris engagiert wurde. Sang 
jetzt an den grofien franz6sischen und italienischen Operntheatern, 
darunter aucn an der Mailandcr Scala. Gastspiele an der Wiener 
Staatsoper. Bei den Festspielen von Aix-en-Provcnce als Mozart-San- 
gerin gefeiert. 1954 groSe Nordamerika-Tourne mit ihrcmGatten, 
Technisch hervorragend durchgebildetcr Koloratursopmn, der ^eine 
besten Leistungen im italienischen und franzosischen Reportoire 
erreicht, auch als Oratoriensopranistin bckannt, 

Viele Schallplatten auf Philips, DGG, MMS, u. a, *Perlenftgeher* 
und *Orpheus vollstandig, 



^ Licia, Sopran, * 22. 7. 1913 Bad; studime s;uerst am 
Konservatorium von Bari, dann bei Giuseppina Baldas$are-Tcde- 
schi. Debut 1934 am Stadttheater von Bari (unter dem Namen 
Alicia Albanese) als Mirni in *La Bohtee*. Bereits im lahre 19^5 
bei den Festspielen in der Arena von Verona bewimdert, wenig 
spiiter an der Scala, wo man sie, xumal als Partnerin von Ben 
jamino Gigli, herausstellte, Nach groger Karriere in Italien 1940 
an die Metropolitan Oper New York berafen (Antrittsrolle: Ma* 
dame Butterfly). Dort hatte sie 1941 einen ihrer grdSten Triumphs 
als Traviata. Linger als 20 Jahre Mitglied der Metropolitan Oper, 
aber auch bei Gastspiekn in Europa wie Ameriks sehr erblgre*A, 
Lyrische Sopranstimme von hoher Muikalitlit, dk <3Je Ihr gemi- 
Sen Aufgaben vor allem in Panien von Puccini und Verdi land. 
ZahlreiAe Schallplatten; HMV (u, a, U Boh^it mit Benjamino 



ij Albers 

Gigli), RCA (u. a, vollstandige Opern La Bohme und La 
Traviata*, Manon Lescaut>, Carmen). 

Albani, Emma, Sopran, * 1. 11. 1847 Chambly bei Montreal (Ka- 
nada), 1 3. 4. 1930 Kensington bei London; eigentlich Marie 
Louise Cecilia Emma Lajeunesse. Sang bereits mit adit Jahren in 
einem Konzert Opernarien, die sie selbst am Klavier begleitete. 
Als sie 14 Jahre alt war, verzogcn ihre Eltern nach Albany, New 
York. Dort sang sie in einer katholischen Kirche Solo-Partien und 
war als Chorleiterin und Organistin tatig. Der Bischof der Diozese 
riet zu einem Gesangstudium in Europa, und sie wurde Schulerin 
von Gilbert Louis Duprez in Paris, dann von Lamberti in Mailand. 
Debut 1870 am Opernhaus von Messina als Amina in La Son- 
nambula*. Nadi Gastspielen in Florenz und auf Malta 1872 sen- 
sationeller Erfolg an der Londoner Conventgardcn Oper als Amina, 
187273 an der Italienischcn Oper in Paris, 1874 an den Hof- 
opern von St Petersburg und Moskau gefeiert, im Oktober 1874 
an der Academy of Music in New York. 1878 heiratete sie den 
Impresario Ernest Gye und nahm in London inren Wohnsitz, Hier 
lange Jahrc hindurch triumphale Erfolge an der Coventgarden 
Oper, vor allem aber auch als Konzertsangerin, Kreierte fur London 
die Elisabeth im Tannhiiuser und die Elsa im Lohengrin*; 
eine der Lieblingssangerinnen der englischen Konigin Victoria, 
189192 an der Metropolitan Oper New York. 1896 verlieS sie die 
Biifme, 1911 das Konzertpodium, Danach Padagogin in London, 
Schriob Memoirs of Emma Alb&ni: Forty Years o/Sorcg (London, 19*1). 
Ihre Stimme war noch ganx durdi den klassischen Belcanto gebil- 
det und vcreinte Tonfiille und Ausdrucksreiditum mtt einer unge- 
wdhnlichen Beherrsdiung der Ccjsangsted\nik. 
4 auBerst scltene Titel auf G 3c T (London, 1904) und einige PatW- 
Platten kdnncn wohl kaum eine gultige Vorstellung von der 
Stimme der Sa'ngerin vermitteln, 

Albers, Henri, Bariton, * t. 2. %B66 Amsterdam, t ta. 9, 1925 
Paris (nach einer Fischvergifttmg). Zucrst Sdtauspiekr; seine 
Stimme wurde durch den Direktor der Niederiandischcn Oper, <de 
Groot, entdcd<t, Nach kurzem Studium 1889 Debdt in Amsterdam 
als Mephi$to im *Faust, 1891 kam er an die Oper von Antwerpen, 
dann schneller Ruhm durdh <Iastspie!e in Le Havre, Bordeaux, Mon* 
te Carlo und London, 1898 NorcUmenka-Tournee xusammen mit 
Jean de Rmke, Nellie Melba und Emma Calvf 1898-99 MitgHed 
der Metropolitan Optr New York, Gastspide in New Orkans, Sin 
Francisco und Mexico City, 1899 wurde er an die 0pra comique 
von Paris engagiert, der er bis m selnem Ttnie angehdrtc. Seit 
1901 gastif rte er rcgelmiSig an dcr Opr van Briissd, 19x7 wirkte 
er an dtr Mailfinder Sctla in der Premiere dtr Oper *Noll* von 
Xavter leroux mit, 

Dunkel timbderte, volumindse Baritonstlrnme, die in erter Linle 
im franzdii^dten Repertoire brill ierte, 



Alberti 16 

Schallplattenaufnahmen der Marken G & T, Odcon und Pathe", 
darunter auch vollstandige Opern (Rigoletto, ^Rome'o et Ju 
liette*, Carmen). 

Albert!/ Werner, Tenor, * 21. 1. 1860 Gnesen, f 29, 11. 1934 Berlin; 
eigentlich Werner Krzywonos, Arbeitete zuerst als Bankangestellter 
in Berlin, dann Ausbildung durch Martin Roder in Berlin. 1887 
debiitierte er als Konzertsanger in Berlin/ anschlieficnd Konzert- 
Tournee durch ganz Deutsdiland. 1888 wurde er von Angelo Neu 
mann an das von ihm geleitete Deutsche Theater in Prag verpflich- 
tet; hier fand sein Biihnendebiit als Manrico im cTroubadour 
statt. Von Prag aus gastierte er 1889 an der Wiener Hofoper, spii- 
ter an den Hofopern von St. Petersburg und Moskau. 1895 gastierte 
er erfolgreich an der Oper von Genua. 18991902 war er an der 
Nationaloper von Budapest engagiert. Spater lebte er in Berlin, 
wo er oft an der Kroll-Oper und am Theater des Westens (wo er 
1899 die Titelrollc in der deutschen ErstattHuhrung von Andrea 
Che'nier* kreierte) zu hdren war. AuSerdem ging er eincr ausge- 
dehnten Konzerttatigkeit nach; zuletzt wirkte er als Padagoge in 
Berlin. 

An seiner Tenorstimme bewunderte man vor allem ihre metallische 
Pracht in hohen und hdchsten Lagen. 

Viele Schallplatten der Firmen Berliner Records (Berlin, $901), 
G & T (Budapest, 190*), Favorit (Berlin, 1907), Belca, namentlich 
aber Odeon (Berlin,t 90506), Edison-Zylmder, 

Alcaide, Tomaz, Tenor, * 16, 2, 1901 Estremoz (Portugal); besuchte 
anfa'nglich die MilitSrakademie in Lissabon, dann Studium an der 
Universita't von Coimbra, zugleich Gesangunterricht bei Alberto 
Sarti, spater bei Francisco Coutinho und Eugenia Mantelli in Lis- 
sabon. Seit 1925 Schiller von Fernando Ferrara in Mailnnd. Debtit 
1925 am Teatro Carcano von Mailand als Wilhelm Meister in 
Mignon. Dann bedeutende Karriere in Italien, 1928-29 sang er 
an der Italienischen Oper in Holland, 1929 am Teatro Reale in 
Rom. 1930 kam er an die Mailander Scala, wo er 19 n als K^nigs- 
sohn in den Kdnigskindern* von Humperdinck Aufsehen erregte, 
1931 sang er bei den Festspielen von Salzburg den Ernesto im 
Don Pasquale*, 1931 feierte man ihn in Rom als Partner von 
Claudia Muzio in *La Traviata*, GroSe Erfolge in Spanien und 
Portugal, wo er auch in Operetten auftrat, Dann lebtc er in Paris, 
*937~3? wirkte er an der Oper von Brdsael, hauptsadilidi im 
franzdsischen Repertoire. Letztes Biihnen-Auftreten 1948 am Teatro 
Municipal von S5o Paolo als Almaviva im *Barbier von Scvil!a, 
anschlieSend Konzert-Tourneen in Europa und Amerika, Seit 1949 
ist er in kitender Stellung am Portugtesischert Rundfunk in Liisa- 
ton tatig, 

Seine ausdrucksschdne lyrische Stimrne ist ftusfdtliefilich auf elck- 
trischen Columbia-Flatten zu hdren, 

AWa, Frances, Sopran, * 31, 5. 1883 Christdtureh (Ntusetland), 



7 Alfani-Tellini 

1 21. 5. 1952 Venedig; Schulerin von Mathilde Marches! in Paris. 
Sie debiitierte im Jahre 1904 an der Ope"ra comique von Paris als 
Manon in der gleichnamigen Oper von Massenet. Nach grojSen Er- 
folgen in Italien und Frankreich wurde sie im Jahre 1908 an die 
Metropolitan Oper New York berufen. Dort erzielte sie ihren er- 
sten grofien Erfolg als Gilda im Rigoletto. 1909 heiratete sie 
den Direktor der Metropolitan Oper, Giulio Gatti-Casazza (1869 
bis 1940). Sie sang an der Metropolitan Oper in den Urauffiih- 
rungen der Opern Madeleine von Victor Herbert und Cyrano 
de Bergerac von Walter Damrosch (27. II. 1913). Die weltberiihmte 
Kiinstlerin gastierte in London und Paris, in Mailand und Rom, 
am Teatro Col6n von Buenos Aires und an der Oper von Chicago. 
1929 gab sie ihre Biihnenlaufbahn auf, erschien aber noch als Kon- 
zertsangerin, vor allem auch am amerikanischen Rundfunk. Nach- 
dem ihr Gatte 1935 die Leitung der Metropolitan Oper niederge- 
legt hatte, lebte das Ehepaar meist in Italien. 
Mit ihrer technisch hervorragend gebildeten, ausdrucksvollen So- 
pranstimme sang sie ein umfassendes Repertoire, das als Glanz- 
rollen die Mimi in La Boheme, die Butterfly, die Traviata, die 
Gilda im Rigoletto und die Leonore im Troubadour enthielt. 
Sie veroffentlichte ihre Memoiren unter dem Titel Men Women 
and Tenors (New York, 1937). 
Viele RCA-Platten, damnter Aufnahmen mit Enrico Caruso. 

Aldenhoff, Bernd, Tenor, * 1908 Duisburg, t 8. 10. 1959 Miinchen. 
Nachdem er in einem Waisenhaus erzogen worden war, gelang es 
ihm, in den Chor des Kolner Opernhauses zu kommen. Studiurn 
bei Professor Lenz in Koln. Wurde endlich in Koln als Solist be- 
schaftigt und kam uber die Stadttheater Darmstadt und Erfurt an 
das Opernhaus von Diisseldorf (193844). 194452 Staatsoper 
Dresden; wurde nach dem zweiten Weltkrieg als Wagners anger 
bekannt. 1951 bei den Bayreuther Festspielen als Siegmund ge- 
feiert. Seit 1952 Mitglied der Staatsoper Miinchen; Gastspiele in 
London, Paris, Zurich und Mailand, sang 195455 an der Metro 
politan Oper in New York. 

Sang auf den Marken Oceanic und Urania in vollstandigen Opern- 
Aufnahmen (Salome, ^Freischiitz*, Meistersinger). 

Alfani-Tellini, Ines, Sopran, * i9oo(?) Florenz. Debiitierte 1921 am 
Teatro della Pergola in Florenz. Nachdem sie 1923 am Teatro Regio 
von Parma grofsen Erfolg als Nanetta im FalstatV gehabt hatte, 
iibertrug Toscanini ihr die gleiche Partie in einer Auffiihrung der 
Oper an der Mailander Scala im Dezember 1923. Seitdem hatte sie 
an der Scala eine bedeutende Karriere; 1929 gastierte sie mit dem 
Ensemble dieses Operninstituts in Berlin. 1928 war sie am Teatro 
Col6n von Buenos Aires zu Cast. Ihre gr6ten Erfolge hatte sie 
jedodi an italienischen Theatern; sie spezialisierte sich vor allem 
auf Partien von Mozart und auf das kfassische Repertoire. Bedeu- 
tende Konzert-Sopranistin. 1942 gab sie ihre Bfthnenkarriere auf. 



Alpar 18 

Seitdem Konzertsangerin und Professorin an der Accademia Chi- 
giana in Siena. 

Schallplatten : Columbia (Falstaff unter Toscanini, Micaela in 
Carmen), einige HMV-Platten. 

Alpar, Gitta, Sopran, * 5. 3.1903 Budapest, wo ihr Vater Kantor 
an einer Synagoge war. Ihre Lehrerin war Laura Hilgermann in 
Budapest. Gitta Alpar begann ihre Biihnenlaufbahn 1923 an der 
Oper von Budapest. 1925 Gastspiel an der Staatsoper Miinchen als 
Gilda, 1927 an der Wiener Staatsoper. Kam 1927 an die Staatsoper 
von Berlin, wo man sie als Konigin der Nacht in der Zauberflote 
und als Rosine im Barbier von Sevilla feierte. 1930 sensationel- 
ler Erfolg am Berliner Metropol Theater in Millockers Bettelstu- 
dem>, worauf sie sich ganz der Operette zuwandte. Sie war die 
eigentliche Diva der glanzvollen Berliner Operetten-Premieren der 
folgenden Jahre. Kreierte 1931 in Berlin die Titelrolle in der Ur- 
auffuhrung der Dubarry von Millocker-Mackeben. Als Jiidin 
mufite sie 1933 Deutschland verlassen; sie ging zuerst nach Wien, 
1936 nach Nordamerika. Audi hier trat sie als Operettensangerin 
und (genau wie zuvor in Deutschland) als beliebter Filmstar auf. 
Lebt in Kalifornien. War verheiratet mit dem danischen Tanzer 
Niels Bagge, dann mit dem Filmschauspieler Gustav Frohlich, der 
sich aber von ihr trennte. 
Schallplatten: Homochord, Parlophon, amerikanische Columbia. 

Alsen, Elsa, Sopran, * 7. 4. 1880 Obra (West-Polen), ihr Vater war 
Norweger, die Mutter Franzosin. Kam mit 17 Jahren nach Breslau 
und studierte beiJetkaFinkenstein. Konzertdebxit als Altistin 1900. 
1902 Biihnendebut am Stadttheater von Heidelberg als Azucena im 
Troubadour. Sang 1903-05 in Freiburg i. Br., dann in Krefeld, 
Niirnberg und Chemnitz. 1912 wurde sie als hochdramatischer So 
pran an das Hoftheater von Braunschweig engagiert. Spater wirkte 
sie am Deutschen Opernhaus Berlin und gastierte an fuhrenden 
deutschen Biihnen. 192324 Nordamerika-Tournee mit der German 
Opera Company, 1924 Gastspiel an der Wiener Staatsoper. 1925 
bis 28 an der Oper von Chicago gefeiert, Sie blieb seither in den 
USA und sang an den Opern von Philadelphia, San Francisco und 
Hollywood. Nodi 1937 erschien sie in Detroit als Isolde. 1930 
wirkte sie in dem Film The Rogue Song* mit. Lebt als Padagogin 
in New York. Vor allem als Wagner-Interpretin geruhmt 
Akustische Opernplatten auf Odeon-Parlophon, elektrische Lieder- 
Aufnahmen auf amerik. Columbia (1928). 

Alsen, Herbert, Bag, * 12. 10. 1906 Hildesheim; studierte zuerst Vio- 
linspiel, dann Gesang an der Berliner Musikhochschule, zugleich 
Theaterwissenschaft an der Berliner Universitat. Debut 1929 am 
Stadttheater von Hagen (Westfalen). 1930-31 Landestheater Des 
sau, 1931-34 Staatstheater Wiesbaden. 1935 Gastspiel an der Wie 
ner Staatsoper als Gurnemanz im cParsifal; darauf Mitglied der 
Staatsoper von Wien 1935-49- Seit 1936 trat er bei den Festspie- 



!9 Althouse 

len von Salzburg in Erscheinung, 1937 in Glyndebourne. Gastspiele 
an der Londoner Coventgarden Oper, an der Grand Opera von 
Paris, an der Staatsoper von Miinchen, in Rom und Monte Carlo; 
sang in der Saison 193839 an der Metropolitan Oper New York. 
Lebt in Morbisch im Burgenland, wo er Opernfestspiele begrtin- 
dete. 

Bafistimme von ungewohnlicher Tiefe und Tonfulle, vor allem im 
Wagner-Repertoire geschatzt. 

Wenige Flatten: kleine Partie in vollstandiger Salome auf Phi 
lips, Rocco in Fidelio auf Oceanic. 

Alten, Bella, Sopran, * 30. 6. 1877 Zaxaczewo (Polen), 1 31. 12. 
1962 London; ausgebildet durch Gustav Engel in Berlin und durch 
Aglaja von Orgeni in Dresden. Debut 1897 am Opernhaus von 
Leipzig als Annchen im Freischutz. 1897-1900 Opernhaus Leip 
zig, 1900-03 Hoftheater Braunschweig, 1903-04 Opernhaus Koln, 
1904-05 Nationaltheater Berlin. 1905-13 Metropolitan Oper New 
York (Antrittsrolle Gretel in der dortigen Premiere von Hansel 
und Gretel). 1905 Adele in der Erstauffiihrung der Fledermaus 
an der Metropolitan Oper. Gastspiele in Europa wie in Amerika 
trugen der Kiinstlerin grofie Erfolge ein, 190809 sang sie bei den 
Festspielen in Bayreuth. 1917-23 Staatsoper Wien; lebte dann als 
Gesanglehrerin in Wien, seit 1936 in London. 
Koloratursopran von schwebender Leichtigkeit der Tongebung und 
grofiter Virtuositat. 

Von ihrer Stimme existieren einige seltene Aufnahmen auf HMV 
(1908-09, Hamburg). 

Altglass, Max, Tenor, *i6. 2. 1890 Warschau, 1 13. 2. 1952 New 
York; studierte in Berlin und debiitierte 1913 am Opernhaus in 
Frankfurt a. M. Spater sang er an der Berliner Hofoper und am 
Deutschen Theater in Prag. 1924 wurde er an die Metropolitan 
Oper New York engagiert, an der er bis 1940 Comprimario-Par- 
tien sang. Er gait als bedeutender Padagoge. 
Obwohl er an der Metropolitan Oper nur in kleinen Comprima- 
rio-Partien auftrat, hat er schone akustische Aufnahmen auf Odeon 
hinterlassen, dazu sang er kleine Rollen in Privataufnahmen aus 
der Metropolitan Oper. 

Althouse, Paul, Tenor, * 2. 12. 1889 Reading (Pennsylvania), 
t 6. 2. 1954 New York. Seine Lehrer waren in New York die Pad- 
agogen Perley Dunn Aldrich und Percy Rector Stevens, dann Os 
car Saenger. Debut 1913 an der Metropolitan Oper New York in 
der amerikanischen Erstauffiihrung des Boris Godunow* als 
Dimitri. Blieb bis 1921 Mitglied der Metropolitan Oper und sang 
hier u. a. in den Urauffuhmngen von Madame Sans-G6ne von 
Giordano (1915) / The Canterbury Pilgrims* von de Koven (1917) / 
Shanewis von Cadman (1918). 1925 Gastspiel in San Francisco 
als Faust, 1929 gastierte er in Berlin, Stuttgart und Stockholm. Ein 
Besuch der Bayreuther Festspiele fiihrte ihn zum Wagnergesang. 



Aha 20 

1930 sang er an der Oper von Chicago den Tannhauser und den 
Siegmund, 1935 bei den Salzburger Festspielen den Tristan. 1934 
bis 1941 war er abermals an der Metropolitan Oper tatig, jetzt 
vornehmlidi als Wagner-Tenor. Zugleidi hatte er eine grofie Kar- 
riere als Oratoriensanger. 1941 nahm er von der Biihne Abschied 
und wurde einer der bedeutendsten amerikanischen Gesangpadago- 
gen (Schiller: Richard Tucker, Eleanor Steber, Irene Dalis). 
Edison-Flatten und -Zylinder, Victor-Flatten. ElektrischeAufnahme 
der Gurrelieder von Schonberg unter Stokowsky (Victor, 1933), 
Frivat-Aufnahmen aus der Metropolitan Oper. 

Alva, Luigi, Tenor, * 1927 Lima; seine Stimme wurde durch Rosa 
Mercedes in Lima ausgebildet. Debut als Konzertsanger 1949 in 
Lima. Biihnendebut 1952 am Opernhaus in Lima als Alfred in 
La Traviata*. Dann weitere Studien in Italien. 1954 sang er hier 
erstmals am Teatro Nuovo von Mailand. 1956 hatte er an der 
Mailander Scala bedeutende Erfolge; seither ist er haufig dort auf- 
getreten. 195758 sang er bei den Festspielen von Salzburg den 
Fenton in Verdis Falstaf>. 1960 gastierte er bei den Festspielen 
von Aix-en-Provence, 1961 an der Wiener Staatsoper. Bei Gast- 
spielen an den grojSen Operntheatern hatte der Kiinstler in Europa 
wie in Nord- und Sudamerika glanzende Erfolge. 
Schon gebildete, rein lyrische Tenorstimme. 

Schallplatten: Columbia (u. a. vollstandige Opern Der Barbier 
von Sevilla, Falstaff von Verdi, I1 matrimonio segreto* von 
Cimarosa). 

Alvarez, Albert, Tenor, * 1860 Bordeaux, 1 i. 2. 1933 Nizza; eigent- 
lich Albert Gourron. Wurde zunachst Kapellmeister einer Militar- 
Kapelle, begann 1883 das Gesangstudium bei Martini in Paris. 
1886 Debut an der Oper von Gent. Sang dann in Lyon und Mar 
seille und kam erst 1892 an die Grand Opra von Paris. Sang dort 
1894 in der Uraufftihrung von Massenets Thais- den Nicias, 
1897 den Walther in der franzosischen Premiere der Meistersin- 
ger von Wagner. Fast alljahrlich gastierte er an der Coventgarden 
Oper von London. Hier sang er 1894 in der Urauf f iihrang der Oper 
La Navarraise* von Massenet. 18991903 Metropolitan Oper New 
York (Antrittsrolle Rome"o in Rome"o et Juliette*). Dann wieder 
an der Grand Ope*ra tatig, schliefilich Padagoge in Paris. 
Sang auf Path^-Platten; dazu Mapleson-Zylinder. 

Amara, Lucine, Sopran, * i. 3. 1927 Hartford (Connecticut), eigent- 
lich Lucy Armaganian, armenischer Abkunft, studierte zuerst Vio- 
linspiel, dann Gesang bei Stella Eisner-Eyn in San Francisco; 1945 
bis 1946 Choristin an der Oper von San Francisco; 1947 Probesingen 
fur die Metropolitan-Oper New York, bei dem sie jedoch nicht als 
Solistin engagiert wurde. Eigentliches Debut 1947 im San Francisco 
Marines Memorial Auditorium. 1949 erhielt sie ein Stipendium ftir 
die South California University. 1949 San 8 s * e * n einem Konzert 
des Symphonie-Orchesters von San Francisco unter Pierre Monteux. 



21 Ancona 

1950 Debut als Voce celesta in Verdis Don Carlos* an der Metro 
politan Oper. An dieser Biihne sang sie zuerst kleine Partien (so 
stand sie allein in der Saison 195051 j/mal auf der Buhne). 1952 
bis 1953 hatte sie an der Metropolitan Oper einen sensationellen 
Erfolg als Nedda im Bajazzo und wurde seitdem in grofien Par 
tien herausgestellt. 1954 sang sie erstmals bei den Festspielen von 
Glyndebourne, 1957 ebd. die Titelrolle in Ariadne auf Naxos 
von R. Strauss, 1955 Gastspiel in Stockholm, 1960 gastierte sie an 
der Wiener Staatsoper als Aida und als Nedda, 1961 an der Staats- 
oper Stuttgart, anschliefiend Konzert-Tournee durch Deutschland. 
1962 an der Metropolitan Oper als Eurydike im Orpheus von 
Gluck gefeiert. 

Von ihrer ausdrucksstarken Sopranstimme gibt es Flatten der Mar- 
ken amerik. Columbia-Philips (Bajazzo) und RCA. 

Amato, Pasquale, Bariton, * 21. 3. 1878 Neapel, t 13. 8. 1942 
New York. Ausbildung am Konservatorium San Pietro a Majella 
in Neapel. Debut 1900 am Teatro Bellini in Neapel als Lescaut in 
Puccinis Manon Lescaut. 1902 grofie Erfolge am Teatro dal 
Verme in Mailand und an der Oper von Genua, 1903 Gastspiele 
in Monte Carlo, Nxirnberg, Leipzig und Odessa. 1904 feierte man 
den jungen Sanger am Teatro Costanzi von Rom, am Teatro Mas 
simo von Palermo und an der Londoner Coventgarden Oper. 
1907 erreichte er die Mailander Scala. 1908 kreierte er hier in der 
Premiere von Pelle*as et Melisande* den Golo. 190821 gefeiertes 
Mitglied der New Yorker Metropolitan Oper (Antrittsrolle: Ger- 
mont-pere in La Traviata), wo man ihn als Partner von Enrico 
Caruso schatzte. Mit ihm zusammen sang er auch am 10. XII. 1910 
in der Urauffiihrung von Puccinis Madchen aus dem goldenen 
Westen die Partie des Jack Ranee. Er wirkte dort ferner in den 
Urauffuhrungen der Opern Madame Sans-Gne von Giordano 
(1915) und Cyrano de Bergerac* von Damrosch (1913) mit. Gast 
spiele brachten in aller Welt Triumphe grojSter Art ein, in London 
wie in Mailand, vor allem aber in Buenos Aires, Santiago de Chile 
und an anderen sudamerikanischen Biihnen. 1929 sang er nochmals 
bei der Pennsylvania Opera Company, 1932 bei der San Carlo 
Opera Company in Amerika, er wirkte 1932 in einem Konzert an 
der Metropolitan Oper mit. Zuletzt war er Gesanglehrer in New 
York. 

Unter den vielen hervorragenden Baritonstimmen seiner Epoche 
gait die seine durch ihre Tonfulle, durch die Klarheit der Diktion 
und durch ihre Steigerungsfahigkeit als eine der schb'nsten. 
Er hinterlieJS eine Vielzanl von akustischen wie elektrischen Auf- 
nahmen auf den Marken Fonotipia, Victor, Columbia und Homo- 
chord. 

Ancona, Mario, Bariton, * 28. 2, 1860 Livorno, 1 23. 2. 1931 Ho- 
renz. Wurde zuerst Kaufmann, studierte dann Gesang bei Mattemi 
in Livorno und bei Giuseppe Cima in Mailand. Debut 1890 inTriest 



Anday 22 

als Scindia in Le roi de Lahore* von Massenet. 1890 sang er ein 
einziges Mai an der Mailander Scala. Am 21. Mai 1892 sang er den 
Silvio in der Urauf running von Leoncavallos Bajazzo am Teatro 
dal Verme in Mailand. 1892 Gastspiel am Londoner Olympic Thea 
tre, 1893 groEer Erfolg an der Coventgarden Oper in London als 
Tonio in der englischen Premiere des Bajazzo mit Nellie Melba 
und Fernando de Lucia zusammen. 1893-97 Metropolitan Oper 
New York, wo er ebenfalls 1893 den Tonio kreierte. Sehr beliebt 
war er an der Coventgarden Oper, an der er bis 1901 alljahrlich 
auftrat. Nach der Jahrhundertwende sang er hauptsachlich in Ita- 
lien und Sudamerika, in Lissabon, Madrid und Paris. 1906-08 
Manhattan Opera House New York. 1913-14 an der Oper von 
Boston, 1916 sang er nochmals an der Oper von Chicago und lebte 
dann als Padagoge in Florenz, 

Prachtvolle, zumal in den hohen Lagen hervorragende Stimme, mit 
der er fast das ganze italienische Repertoire seines Fachs sang, 
dazu einige Wagner-Partien, die er sogar in Deutsch beherrschte. 
Schallplatten: G & T (1904, Mailand und London), Victor, Path 
sowie Edison-Zylinder. 

Anday, Rosette, Alt, * 22. 12. 1903 Budapest. Zunachst Philologie- 
studium an der Budapester Universitat, anschliefiend Violinunter- 
richt bei Eugen Hubay, entschloC sich dann zur Sangerlaufbahn. 
Schulerin von Mme Charles Cahier, Georg Anthes und Gino Tes- 
sari. 1920 Debut an der Nationaloper Budapest. 1921 Gastspiel an 
der Wiener Staatsoper als Carmen, worauf sie sogleich Mitglied 
dieser Biihne wurde und bis 1961 blieb. GroEe Erfolge in Wien 
und bei den Festspielen von Salzburg, wo sie den Orpheus, die 
Dorabella in Cosl fan tutte, die Fatime im Oberon und die 
Klytamnestra in Elektra sang, Bei den Salzburger Festspielen 
1947 wirkte sie in der Urauffxihrung der Oper Dantons Tod von 
G. von Einem mit. Gastspiele in Mailand, London, Miinchen, Buda 
pest und Berlin, Tourneen in Nord- und Sudamerika sowie in Afri- 
ka. Verabschiedete sich 1961 an der Wiener Staatsoper als Klytam 
nestra von der Biihne. 

Ausdrucksreiche Altstimme, die ein weit gespanntes Opern- und 
Konzertrepertoire beherrschte. 

Akustische Vox-Platten (1924); elektrische Flatten der Marken 
Polydor, HMV, Remington, Amadeo (vollstandiger Bettelstu~ 
dent), dazu sang sie aur ungarischen Marken. 

Anders, Peter, Tenor, * i. 7. 1908 Essen, f 10. 9. 1954 Hamburg 
(an den Folgen eines Autounfalls). Wurde zunachst Biicherrevisor, 
liefi dann aber seine Stimme an der Berliner Musikhochsdmle bei 
Grenzebach ausbilden; schliefilich Schuler von Lula Mysz-Gmeiner, 
deren Tochter er heiratete. 1932 Debiit am Stadttheater von Hei 
delberg. 193335 Landestheater Darmstadt, 193536 Opernhaus 
Koln, 193738 Opernhaus Hannover, 1938-40 Staatsoper Mun 
chen, 194048 Staatsoper Berlin. Nach dem zweiten Weltkrieg 



23 Andresen 

einer der bekanntesten deutschen Sanger, wirkte jetzt an den 
Opernhausern von Hamburg und Diisseldorf und war als Cast an 
den Staatsopern von Wien und Stuttgart und an der Stadtischen 
Oper Berlin erfolgreich. 1943 bei den Salzburger Festspielen als 
Tamino, 1952 beim Festival of Britain an der Coventgarden Oper 
von London als Walther in den Meistersingern gefeiert. Welter 
zu Cast in Amsterdam, im Haag und in Briissel. 
Strahlende, biegsame Tenorstimme, die, vom lyrischen Fach her- 
kommend, sidi spater in den schweren Partien (Max im Frei- 
schutz, Florestan, Walther in den Meistersingern) auszeichnete. 
Nachdem er zuerst au Telefunken gesungen hatte, kamen zahl- 
reiche Flatten auf DGG heraus. Vollstandige Oper Martha auf 
DGG (Urania). 

Anderson, Marian, Alt, * 17. 2. 1902 im Negerviertel von Philadel 
phia. Ihre Stimme fiel zuerst in einem Kirchenchor auf, konnte 
aber erst nach Uberwindung grower Schwierigkeiten ausgebildet 
werden. 1925 gab sie ihre ersten Konzerte in Amerika, hatte es 
aber als Farbige sehr schwer, sich durchzusetzen. 1930 Europa- 
Tournee, die ihr triumphale Erfolge eintrug. Seitdem in Europa wie 
in Amerika gefeierte Altistin. 1935 sang sie erstmalig unter Tos- 
canini, der ihre Stimme besonders bewunderte. 1935 glanzvolle 
Konzerte im Rahmen der Salzburger Festspiele. Konzertreisen in 
Frankreidi, England, Deutsdiland, Osterreich, in den skandinavi- 
schen Landern und in Australien. 1939 sollte sie einen Liederabend 
in der Constitution Hall in Washington geben, doch verweigerte die 
amerikanische Frauenvereinigung The Daughters of the Revolu- 
tion ihr den Zutritt zu dem Saal. Darauf sang die Kunstlerin in 
einem Freilicht-Konzert am Lincoln Memorial vor 75 ooo Men- 
schen (die Gattin des Prasidenten, Mrs. Eleanor Roosevelt, erklarte 
ihren Austritt aus der Frauen-Organisation). Die Kunstlerin war 
dem amerikanischen Prasidenten Roosevelt und seiner Familie 
freundschaftlich verbunden. Die Howard University in Washington 
verlieh ihr 1938 die Ehrendoktorwiirde. Am 7. 1. 1955 sang sie in 
einer Vorstellung von unvergleichlichem Glanz als erste Farbige an 
der New Yorker Metropolitan Oper die Ulrica im Maskenball 
von Verdi. 1945 sang sie beim Empfang fur General Eisenhower 
nach der Beendigung des zweiten Weltkrieges, 1957 und 1961 bei 
den Einfuhrungsfeierlichkeiten fur die Prasidenten Eisenhower und 
Kennedy. 1957 wurde sie von der amerikanischen Regierung als De- 
legierte in die UN entsandt. 1965 Abschlufi ihrer Karriere mit einer 
Welt-Tournee; lebt auf ihrem Landsitz im Staat Connecticut. 
Herrlich gebildete Altstimme von samtigem Timbre und grofiter 
Ausdrucksintensitat. Vor allem Oratorien- und Liedersangerin 
(Bach, Handel, Sibelius, Gustav Mahler, Negro Spirituals). 
Ihre ersten Flatten erschienen noch vor 1930 auf Victor, dann auf 
Arlington (1930). Viele RCA- und HMV-Platten, 

Andresen, Ivar, Bafi, * 27, 7. 1896 Oslo, 1 24. n, 1940 Stockholm. 



Angelici 24 

Ausbildung auf der Koniglichen Opernschule Stockholm durch Gil- 
lis W. Bratt. Debiit 1919 an der Koniglichen Oper Stockholm als 
Landgraf im Tannhauser. 1919-24 Stockholm, 1925-34 Staats- 
oper Dresden. Machte in Deutschland eine glanzende Karriere, vor 
allem als Wagner-Interpret. Wirkte 1927-36 bei den Bayreuther 
Festspielen mit, war seit 1931 neben seinem Dresdener Engage 
ment zugleich an der Stadtischen Oper Berlin verpflichtet. 1934 
bis 1936 Mitglied der Staatsoper Berlin. Gastspiele an der Covent- 
garden Oper London, am Teatro Li ceo von Barcelona, in Wien, 
Hamburg und Miinchen. Wurde 1930 an die New Yorker Metro 
politan Oper berufen, wo er ebenfalls groEe Erfolge erzielte. 
Eine der schonsten Bafistimmen, die durch die Schallplatte erhal- 
ten sind, ebenso bedeutend in der Wagner-Interpretation wie in 
der Darstellung kostlicher Buffo-Typen. 

Akustische Flatten, noch in Schweden aufgenommen, auf Poly- 
phon, elektrische auf den Marken Odeon, Parlophon, HMV und 
Columbia; auf letzterer u. a. vollstandiger Tristan (Bayreuth, 
1928) und Tannhauser (Bayreuth, 1930). 

Angelici, Martha, Sopran, * 1916 Cargese auf Korsika; Ausbildung 
am Conservatoire national von Paris. Buhnendebiit 1938 an der 
Opra comique von Paris in einer kleinen Partie in Louise von 
Charpentier. Seitdem hatte sie eine iiber zwanzigjahrige erfolg- 
reiche Karriere an diesem Opernhaus wie auch an der Pariser Grand 
Op6ra. Gastspiele an der Mailander Scala, in Monte Carlo und Rio 
de Janeiro. 

Geschatzte Konzertsopranistin, wobei sie gerne Barockmusik inter- 
pretierte. 

Schallplatten : sang bereits vor dem zweiten Weltkrieg in der Aus- 
gabe Anthologie sonore, spater viele Aufnahmen auf Pathe", Lu 
men, Columbia (Carmen, Perlenfischer) und HMV (Faust), 

Angerer, Margit, Sopran, * 6. 11. 1903 Budapest; eigentlich Margit 
von Rupp. Sie studierte am Fodor-Konservatorium und an der Mu- 
sikakademie von Budapest. Bald nach ihrem Debiit in Budapest 
wurde sie 1926 an die Wiener Staatsoper verpflichtet, an der sie 
bis 1938 sehr grofie Erfolge hatte. In den Jahren 193135 feierte 
man sie bei den Festspielen von Salzburg als Octavian im Rosen- 
kavalier; 1933 sang sie in Salzburg die Aithra in der Agypti- 
schen Helena* von Richard Strauss. Von Wien aus unternahm sie 
erfolgreiche Gastspiele und Konzertreisen. Seit 1938 lebte sie in 
London, wo sie sich vornehmlich noch als Konzertsopranistin beta- 
tigte. Sang auch unter dem Namen Angerer-Schenker. 
Ihre Schallplatten ersdiienen auf Polydor; am interessantesten sind 
dabei ihre Duette mit Alfred Piccaver, 

Anitua, Fanny, Alt, * 22. I. 1887 Durango (Mexiko). Studium in 
Italien, wo sie 1909 als Orpheus von Cluck debiitierte. Sang be 
reits 1910 an der Mailander Scala. 1911 kam sie an das Teatro 



25 Ansseau 

Colon von Buenos Aires, trat aber anfanglich dort nur in kleinen 
Rollen auf. 1912 Gastspiel am Teatro Massimo von Palermo, 1913 
Nordamerika-Tournee mit der Western Metropolitan Opera Com 
pany. 1915 wieder an der Scala; 1916 sang sie am Teatro Regio 
von Parma die Rosine im Barbier von Sevilla* als erste Altistin 
nach Guerrina Fabbri, lange bevor Conchita Supervia die Belcanto- 
Partien fur Contralto neu belebte. 191719 groEe Erfolge am 
Teatro Colon, gleichzeitig an der Oper von Rio de Janeiro. 1921 
am Teatro Costanzi von Rom, 192527 an der Mailander Scala 
unter Toscanini gefeiert. AuJSerdem sang sie standig an der Oper 
von Mexico City. 1934 gastierte sie nochmals in Turin und sang 
am italienischen Rundfunk; noch 1937 am Teatro Col6n als Dame 
Quickly im Falstaff> aufgetreten. Lebt in Mexico City, wo sie 
unterrichtet. 
Schallplatten: Columbia, Pathe". 

Anselmi, Giuseppe, Tenor, * 12. 11. 1876 Catania, t 29. 5. 1929 bei 
Rapallo. Wollte zuerst Violinspiel studieren und ist auch spater 
als Geiger aufgetreten, wandte sich dann aber dem Gesang zu. 
Debut 1896 an der Koniglichen Oper von Athen. Schnelle Karriere 
an den groJSen italienischen Opernhausern. 1901 erfolgreiches 
Gastspiel an der Coventgarden Oper von London; es folgten 
Gastspiele und Konzerte in Paris, Wien und Berlin. Seit 1906 sang 
er fast alljahrlich an den Hofopern von St. Petersburg und Mos- 
kau, wo er uberaus beliebt war. Triumphe feierte der Kiinstler 
auch am Teatro Real von Madrid und am Teatro Liceo von Barce 
lona. Ferner trat er standig an der Mailander Scala in Erscheinung. 
191013 sang er am Teatro Col6n von Buenos Aires, 1916 noch 
mals an der Scala. 1917 gab er seine Karriere auf und lebte auf 
seinem Landsitz bei Rapallo. Hier starb er auch. Er wurde in der 
Kathedrale von Catania beigesetzt (sein Herz ruht nach seinem 
letzten Wunsch im Konservatorium von Madrid). 
Eine der schonsten Tenorstimmen seiner Zeit, vollendet in der Be- 
herrschung der Gesangstechnik wie in der subtilen Nuancierung 
des Ausdrucks. Seine besten Leistungen erreichte er in den klassi- 
schen Belcanto-Partien, doch war er auch ein grower Verdi- und 
Puccini-Interpret. 

Zahlreiche Aufnahmen auf Fonotipia (1907-09, Mailand) und auf 
Edison-Diamond. 

Ansseau, Fernand, Tenor, * 6. 3. 1890 Boussu-Bois bei Mons (Bel- 
gien). Studium bei Demest in Briissel, Biihnendebut 1913 in Dijon 
als Jean in He"rodiade von Massenet. Wahrend des ersten Welt- 
krieges weigerte er sich aufzutreten und gab nur Wohltatigkeits- 
konzerte, die ihn sehr popular machten. 1918 nahm er dann an der 
Oper von Briissel seine Karriere wieder auf. 1919 grofie Erfolge 
an der Coventgarden Oper in London/ 1920 an der Ope*ra comique 
von Paris. 1922 sang er an der Pariser Grand OpeVa, 192328 an 
der Oper von Chicago, 1925 in San Francisco. Gastspiele in Monte 



Anthes 26 

Carlo, London und Paris kennzeichneten die weitere Laufbahn des 
Sangers. 193039 wiederum an der Oper von Briissel tatig. Bei der 
Besetzung Belgiens durch die deutschen Truppen 1940 weigerte er 
sich wiederum, offentlich aufzutreten, 194244 Lehrer am Konser- 
vatorium von Briissel. Lebt ganz zuriickgezogen in Briissel. 
Ausdrucksreiche, klangschone Tenorstimme, die im franzosischen 
Repertoire, vor allem aber auch in Puccini-Partien glanzte. 
Seine Stimme ist ausschliefilich auf HMV (sowohl akustische wie 
elektrische Aufnahmen) iiberliefert. 

Anthes, Georg, Tenor, * 12. 3.1863 Bad Homburg, t 23. 2. 1923 
Budapest. Sein Vater war Kur-Kapellmeister in Homburg. Ausbil- 
dung durch Julius Stockhausen in Frankfurt a. M. Nachdem er be- 
reits einige Konzerte gegeben hatte, weiteres Studium bei Cesare 
Galiera in Mailand. Debut 1888 am Stadttheater von Freiburg i. Br. 
als Max im Freischutz. 1889 Gastspiel an der Dresdener Hof- 
oper, das so erfolgreich war, dafi er als Nachfolger von Heinrich 
Gudehus als Erster Heldentenor nach dort verpflichtet wurde. Blieb 
bis 1902 in Dresden und gait bald als einer der fiihrenden deut- 
schen Wagnertenore. 1892 bei den Bayreuther Festspielen Walther 
in den Meistersingern. Ging 1902 fiir eine Saison an die New 
Yorker Metropolitan Oper, wobei er seinen Dresdener Kontrakt 
bradi. 190313 an der Oper von Budapest, gastierte wahrend die- 
ser Zeit an der Coventgarden Oper von London, 190809 noch- 
mals Mitglied der Metropolitan Oper. Seit 1913 Professor am 
Konservatorium von Budapest, 1920 Erster Regisseur der Budape- 
ster Oper. 

Seine Stimme ist nicht durch die Schallplatte, sondern nur durch 
Mapleson-Zylinder iiberliefert. 

Appels, Hendrik, Tenor, * 1886 Amsterdam, 1 22. 9. 1947 Berlin; 
wurde im Stadtischen Waisenhaus in Amsterdam erzogen, studierte 
Zahnmedizin und iibte den Beruf eines Zahnarztes aus. Gesang- 
studium in Berlin, Debut 1925 an der Komischen Oper Berlin. Von 
dort kam er 1925 an die Bayerische Staatsoper Miinchen, der er bis 
1928 angehorte. Erfolgreiche Gastspiele, vor allem an der Wiener 
Staatsoper, in Amsterdam und im Haag.i932 35 sang eram Stadt 
theater von Kiel, 193539 am Stadttheater von Dortmund, 1939 
bis 1944 am Mecklenburgischen Landestheater in Neustrelitz. Lebte 
dann als Padagoge in Berlin. 

Heldische Stimme, zumal im Wagnergesang bedeutend. 
Akustische Aufnahmen auf Vox, elektrische auf Tri-Ergon. 

Arangi-Lombardi, Giannina, Alt-Sopran, * 1890 Marigliano bei 
Neapel, 1 9. 7. 1951 Mailand. Studierte zuerst Klavierspiel am 
Konservatorium San Pietro a Majella in Neapel, dann Gesang 
ebenfalls dort bei Benjamino Carelli. Debiitierte als Altistin 1920 
am Teatro Costanzi in Rom (Lola in CavaIIeria rusticana>) und 
sang drei Jahre ohne besondere Erfolge im Alt-Fach. Nacn erneu- 
tem Studium bei Adelina Stehle in Mailand 1923 Debut als Sopra- 



27 Arimondi 

nistin. Jetzt rasche Karriere an den grofien italienischen Biihnen. 
Seit 1926 standig an der Mailander Scala. Gastierte mit dem En 
semble der Scala 1929 in Berlin als Aida und als Leonore im trou 
badour*. Gastspiele in Rio de Janeiro, Genua, Florenz, am Teatro 
San Carlos von Lissabon, bei den Festspielen von Verona; Austra- 
lien-Tournee. Sang bei den Festspielen von Salzburg 1935 die 
Donna Anna im Don Giovanni unter Bruno Walter. Nahm 1938 
von der Buhne Abschied. War dann Gesangpadagogin am Konser- 
vatorium von Ankara, spater in Mailand. 
Voluminose, dunkel timbrierte dramatische Sopranstimme. 
Schallplatten: als Altistin akustische Aufnahmen auf Fonografia 
Nazionale (in Deutsdiland als Artiphon) ; als Sopranistin akustische 
und elektrische Aufnahmen auf Columbia, darunter vollstandige 
Opern (Aida, 1929, La Gioconda, 1930, Mefistofele, 1931). 

Aranyi, Desider, Tenor, * 18. 8. 1868 Szathmar-Nemthy (Un- 
garn), f 21. 6. 1923 Pesterzsebe't (Ungarn). Wurde durch Bello- 
vicz in Budapest ausgebildet. Buhnendebiit 1890 am Stadttheater 
Briinn als Raoul in den Hugenotten. 189092 Briinn, 189293 
Kroll-Oper Berlin. Nach nochmaligem Studium bei Rossi in Mai- 
land 18931900 an der Nationaloper Budapest. 1894 Gastspiele an 
der Mailander Scala und an der Oper von Genua. 190102 Theater 
des Westens Berlin, sang 1901 beirn Salzburger Mozart-Fest den 
Don Ottavio im Don Giovanni*. 190207 am Deutschen Opern- 
haus in Prag; hier sang er am 15. XI. 1903 in der Urauffiihrung 
von Tiefland von d' Albert den Pedro. Seit 1907 wieder an der 
Budapester Oper. Zuletzt Gesanglehrer in Budapest. 
9 seltene Aufnahmen auf G & T (Prag, 1904). 

Arie, Raphael, Bafi, * 22. 8. 1922 Sofia; wollte zuerst Violinspiel 
studieren, doch wurde seine Stimme durch den Bariton Cristo 
Brambaroff entdeckt. Konzertdebiit 1939 in Sofia im Messias von 
Handel. 1945 kam er an die Oper von Sofia. 1946 erster Preis beim 
Gesangwettbewerb von Genf. 1947 an die Mailander Scala ver- 
pfliduet, wo er sehr erfolgreich war und seither immer wieder 
aufgetreten ist Wirkte mit bei den Festspielen von Verona und von 
Aix-en-Provence, beim Maggio musicale von Florenz, gastierte an 
den fuhrendenOpernhausern in Deutschland, Frankreich und Nord- 
amerika. Sang 1951 in Venedig in der Urauffiinrung von Stra- 
winskys Oper The Rake's Progress*. 196061 bei den Salzburger 
Festspielen als Grofi-Inquisitor im Don Carlos* von Verdi. 
Machtvolle Bafistimme,ausgezeichnet als Boris Godunow,aber auch 
im italienischen und zeitgenossisdien Repertoire bewundert 
Schallplatten: auf Decca fLa Boheme) sowie auf Columbia (hier 
u. a. vollstandige Lucia ai Lammermoor* mit Maria Calks). 

Arimondi, Vittorio, Bafi, * 1861 Saluzzo (Piemont), 1 15. 4. 1928 
Chicago; Debut 1883 am Stadttheater von Varese in ll Guarany* 
von Gomez. Nach zehnjahriger Tatigkeit an kleineren italienischen 
Biihnen kam er 1893 an die Mailander Scala (Antrittsrolle: Spara- 



ArM 28^ 

fucile in Rigoletto). Hier sang er am 9. II. 1893 in der Urauffiih- 
rung von Verdis Falstaff den Pistol. 1894 Gastspiel an der 
Coven tgarden Oper London, an der er bis 1905 ofters gastierte, 
1895-96 Metropolitan Oper New York. Es folgten Gastspiele in 
Wien, St. Petersburg, Moskau und an anderen Opernhausern in 
Rutland und Polen. 1906-08 Manhattan Opera House New York, wo 
er u. a. den Arkel in der amerikanischen Premiere Pelleas et Meli- 
sande kreierte. 1908 trat er am Teatro Colon von Buenos Aires auf, 
1910 am Teatro San Carlo von Neapel, wahrend er sonst in Italien 
wenig in Erscheimmg trat; audi Gastspiele in Prag. 1910-16 an der 
Oper von Chicago; seit 1915 Gesangpadagoge in Chicago. 
Mit seiner voluminosen, technisch auSerordentlich durchgebildeten 
BaJSstimme beherrschte er ein weitlaufiges Repertoire, das an er- 
ster Stelle Verdi-, aber sogar Wagner-Partien urnfafite. 
Seltene Aufnahmen auf G & T (Wien, 1904), auf Nicole (London, 
1904) und auf Columbia Tricolor (1907). 

Arkel, Teresa, Sopran, * 1861 Lemberg, 1 1929 Mailand. Ausgebildet 
am Konservatorium von Lemberg, Biihnendebut 1884 an der Oper 
von Lemberg. Im weiteren Verlauf ihrer Karriere hatte sie grofie 
Erfolge an italienischen Theatern wie am Teatro Real von Madrid. 
Dort sang sie u. a. in der Urauffuhrung der Oper Dona Juana la 
Loca von Emilio Serrao. 1891 kam sie an die Mailander Scala 
(Antrittsrolle: Venus im Tannhauser als Partnerin von Hariclea 
Darcle'e). 1892 sang sie an der Scala die Norma und die Desde- 
mona im Othello. Seit 1896 erschien sie hauptsachlich an spa- 
nischen und sudamerikanischen Biihnen, gastierte aber auch in 
Italien. Spater lebte sie als gesuchte Gesanglehrerin in Mailand. 
Zu ihren Schiilern gehorten Claire Dux, Lucette Korsoff, Eugenia 
Bronskaja und Irene Eden. 

Seltene Schallplatten der Firmen G & T (Mailand, 190305) und 
Fonotipia (Mailand, 1905). 

Armanini, Giuseppe, Tenor, * 14. 5. 1874 Mailand, f 15. 5. 1915 
Mailand; Studium bei II Selma und Alberto Selva in Mailand, 
Debut 1902 am Teatro Sociale von Monza in Linda di Chamounix, 
sang dann bei der Castellano Company wahrend einer Europa- 
Tournee. Anschliefiend erschien er an italienischen Biihnen, gastierte 
in Lissabon, Moskau und St. Petersburg und bereiste Siidamerika. 
Erst nach 1910 begann seine glanzvolle Karriere in Italien, wobei 
er zumal durch Edoardo Garbin gefordert wurde. 1911 debtitierte 
er an der Mailander Scala in I1 matrimonio segreto* von Cima- 
rosa.i9iisangerdort den Konigssohn in der Premiere der-K6mg8- 
kinder* von Humperdinck. 191213 feierte man ihn an der Scala 
als Fen ton in Verdis <Falstaff> / 1913 am Teatro Massimo von Pa 
lermo. 1914 gastierte er an der Coventgarden Oper von London. 
Erstarb auf dem Hohepunkt seiner Karriere/ einen Tag nach seinem 
41. Geburtstag. 
Schallplatten der Marken Columbia und Fonotipia. 



29 Arnoldson 

Annster, Karl, Bariton, * 4. 12. 1882 Krefeld, t Juli 1943 Schlofi 
Hebron-Damnitz. Debiitierte 1906 am Stadttheater von Essen. 
Weitere Engagements: 190708 Metropol Theater Berlin, 190811 
Komische Oper Berlin, 191112 Stadttheater Elberfeld, 191217 
Opernhaus Hamburg. 1914 sang er bei den Festspielen von Bay- 
reuth den Amfortas im Parsifal und den Gunther in der G6t- 
terdammerung, wie er denn uberhaupt als grower Wagner-Inter 
pret gait. 191725 Mitglied der Staatsoper Berlin. Heiratete 1922 
Use Freiin von Gamp-Massauen und lebte spater auf Schlofi 
Hebron-Damnitz in Pommern. Seit 1925 gab er nur noch gelegent- 
lich Gastspiele. 

Akustische Schallplatten auf Odeon (u. a. Biterolf im vollstandigen 
II. Akt Tannhauser, 1908), Vox, Homochord und HMV. 

Arndt-Ober, Margarethe, Alt, * 15. 4. 1885 Berlin; Gesangstu- 
dium bei Benno Stolzenberg, dann bei Arthur Arndt in Berlin, 
den sie spater heiratete. Debut 1906 Stadttheater Frankfurt a. d. O. 
als Azucena im Troubadour. Es folgte ein kurzes Engagement in 
Stettin, dann wurde sie sogleich an die Berliner Hofoper berufen 
(1907), deren Mitglied sie praktisch bis zum Ende ihrer Karriere 
geblieben ist. 1908 grower Erfolg an der Hofoper Berlin als Amne- 
ris in Aida mit Enrico Caruso als Partner. 191316 Mitglied der 
Metropolitan Oper New York. Gastspiele in Spanien, Holland und 
Norwegen sowie an den grofien deutschen Operntheatern. Bis zum 
Jahre 1945 ist sie an der Berliner Staatsoper aufgetreten. Sie lebt 
in Bad Sachsa im Harz. 

Ausdrucksreiche, warme Altstimme, die ein sehr umfassendes Re 
pertoire bewaltigte. 

Von ihr existieren sehr viele Schallplatten, hauptsachlich akustische 
Aufnahmen auf HMV, Odeon, Parlophon, Pathe" und aus den USA 
auf Victor (als Margarethe Ober); elektrisch nur eine Platte auf 
HMV (1928), das Meistersinger-Quintett auf DGG (Zoppot, 1942) 
und auf Urania eine vollstandige Aufnahme von Hansel und 
Gretel* (1944?). 

Arnoldson, Sigrid, Sopran, * 20. 3. 1861 Stockholm, f 7. 2. 1943 
Stockholm, Ihr Vater, Oscar Arnoldson (183081), war lyrischer 
Tenor an der Stockholmer Oper. Ausbildung in Paris bei Moritz 
Strakosch, Mathilde Marchesi und bei De'sire'e Artdt de Padilla. 
Biihnendebut 1885 an der Oper von Prag. 1886 sensationeller Er 
folg an der Kaiserlichen Oper von Moskau als Rosine im Barbier 
von Sevilla*, 1887 am Drury Lane Theater in London. Die Kritik 
bezeichnete sie als neue schwedische Nachtigall und als Nachfol- 
gerin der unvergessenen Jenny Lind. 188899 gastierte sie regel- 
mafiig an der Londoner Coventgarden Oper, 189192 und 2902 an 
der Grand Ope>a von Paris. 189394 Metropolitan Oper New York. 
Eine weltweite Gastspiel- una Konzerttatigkeit kennzeichnete die 
weitere Karriere der Kunstlerin. 190709 an der Dresdener Hofoper 
engagiert. Gegen Ausgang ihrer aktiven Sangerlaufbahn grofie 



Anal 



3 



Triumphe in Rutland. 1910 Mitglied der schwedischen Akademie 
in Stockholm, 192238 Padagogin in Wien, spater wieder in Stock 
holm. 

Bei einem Stimmumfang von drei Oktaven besaS sie einmal die 
Brillanz und Technik der Koloratrice, anderseits aber den Aus- 
drucksreichtum des lyrischen Soprans, ja sie hat sogar Partien wie 
die Carmen gesungen. 

Schallplatten auf G & T (Berlin, 1906-07), auf HMV (Berlin 1908 
bis 1910) sowie Edison-Zylinder. 

Arral, Blanche, Sopran, * 1865 Liittich, 1 1945 New York; eigentlich 
Clara Lardinois. Ausbildung durch Mathilde Marchesi in Paris. 
1880 begann sie ihre Karriere an der Ope'ra comique von Paris. 
Sie sang dort ganz kleine Rollen, so auch in der Urauffiihrung 
von Massenets Manon am 19. I. 1884 eine Dienerin. Spater 
fiihrte sie ein Wanderleben mit Gastspielen und Konzerten in den 
entlegensten Gebieten der Erde, ohne daS sie je an einer Biihne 
von Weltrang engagiert gewesen ware. Sie unternahm eine grofie 
Rufiland-Tournee, sang auf dem Balkan, in Agypten, im Fernen 
Osten und in Siidamerika. 1902 schlofi sie einen Dreijahresvertrag 
mit der New Yorker Metropolitan Oper ab, der aber wieder ge- 
kiindigt wurde. 1908 sang sie an der Oper von San Francisco. 
Spater lebte sie in New York. 

Ihre Schallplatten zeigen einen technisch hervorragend durchgebil- 
deten, virtuosen Koloratursopran von schonster Qualitat. 
Aufnahmen auf Victor (1909), ferner Edison-Zylinder, alle von 
grower Seltenheit. 

Artner, Josefine von, Sopran, * 10. 11. 1867 Prag, 1 7. 9. 1932 
Leipzig; eigentlich Josefine von Artanyi. Studierte zuerst Klavier- 
spiel am Konservatorium der Stadt Wien, dann Gesang bei Ludwig 
Refi in Wien. Debut 1888 am Opernhaus von Leipzig, dem sie bis 
1890 angehorte. 1890-93 sang sie an der Hofoper von Wien, 1893 
bis 1908 sehr erfolgreich an der Oper von Hamburg. Gastspiele in 
Berlin, Dresden, London und Wien. 18961906 sang sie bei den 
Festspielen von Bayreuth, vor allem den Waldvogel im Siegfried. 
Auch als Oratoriensangerin beruhmt. Seit 1910 Gesanglehrerin in 
Dresden, spater in Leipzig. 

Von ihrem schon gebildeten Koloratursopran existiert eine ein- 
zige G & T-Aufnahme aus Bayreuth (1904). 

Art6t de Padilla, Lola, Sopran, "5. 10. 1880 (?) Sevres (bei Paris), 
t 12. 4. 1933 Berlin. Tochter der beriihmten Mezzosopranistin 
D&siree Artdt (1835-1907) und des spanischen Baritons Mariano 
Padilla y Ramos (1842-1906). Unterricht durch ihre Mutter, de- 
butierte 1904 an der Ope'ra comique in Paris. 1905 an die Ko- 
mische Oper Berlin verpflichtet, der sie bis 1908 angehorte. Nach 
einjahriger Gastspiel-Tournee in Europa 1909 Mitglied der Ber 
liner Hofoper, wo sie bis 1927 tatig blieb. Darauf Gesanglehrerin 
in Berlin. 



31 Autori 

Ausdnicksgewandte Sopranstimme von souveraner Beherrschung 
der Technik, vor allem als Mozart-Interpretin bekannt. 
Ziemlidi seltene Schallplatten auf HMV, Vox und Odeon. 

Austral, Florence, Sopran, * 26. 4. 1894 Richmond bei Melbourne 
(Australian) ; eigentlich Florence Wilson. Studierte zunachst am 
Konservatorium von Melbourne, dann in New York bei Sibella, 
schliefilich an der Royal School of Opera in London. Der Dirigent 
Percy Pitt verpflichtete sie 1922 fur die British National Opera 
Company, bei der sie im Mai 1922 als Briinnhilde in der Wal- 
kiire debiitierte. Sie wurde dann die gefeierte Erste Wagner- 
Sopranistin der Londoner Coventgarden Oper. 1925 Konzert-Tour- 
nee durch Nordamerika, im gleichen Jahre heiratete sie den Flo- 
tisten John Amadio. 1930 Gastspiele in Berlin, war auch in Ham 
burg, Philadelphia und San Francisco als Opernsangerin erfolg- 
reich. Konzertreisen in England, Nordamerika, Holland, Siid- 
afrika und Australien. 193435 Opern-Tournee mit einem eng- 
lischen Ensemble durch Australien. Mittelpunkt ihres Wirkens 
blieb jedoch die Coventgarden Oper, an der sie bis 1940 auftrat. 
Dann Lehrerin am Konservatorium von Newcastle bei Sidney. 
Lebt, fast vollig gelahmt, in Newcastle. 

Eine der bedeutendsten Wagner-Sopranistinnen ihrer Generation. 
Schallplatten sowohl akustischer wie elektrischer Art, ausschliefi- 
Hch auf HMV. 

Autori, Fernando, Bafi, * 1884 bei Palermo, t3. 10. 1937 Florenz. 
Studierte anfanglich Medizin, wollte dann Maler werden, liefi aber 
endlich seine Stimme ausbilden. Debut 1913 Teatro Massimo von 
Palermo als Konig in Isabeau von Mascagni. Seine ersten gro- 
fien Erfolge hatte er an der gleichen Biihne in den Jahren 1916 
und 1919. Nach einem Gastspiel am Teatro dal Verme in Mailand 
kam er 1924 an die Mailander Scala (Antrittsrolle: Basilic im 
Barbier von Sevilla). Hier wirkte er, sehr gefordert durch Tos- 
canini, bis 1936 vor allem als BaJS-Buffo. 1925 sang er an der 
Scala in der Urauffiihrung von I Cavalieri di Ekebu von Zan- 
donai. 192734 war er wahrend jeder Saison an der Londoner 
Coventgarden Oper, wo er iiberaus beliebt war. Gastspiele an der 
Wiener Staatsoper und bei den Festspielen von Salzburg (1931 
sowie 193537). 1933 sang er an der Italienischen Oper in Hol 
land. Weitere Gastspiele in Kopenhagen, Monte Carlo, Berlin, 
Oslo, im Haag und in Barcelona; Konzertreisen durch Deutsch- 
land, Kanada und Australien. Seine meisterhafte Charakterisie- 
rungskunst und sein lebendiges Buhnenspiel bewahrten sich in 
den klassischen Buffo-Partien des italienischen Repertoires. 
Sehr viele Schallplatten. Akustische: Fonotechnica, Columbia, 
HMV, darunter vollstandige Oper Faust (1917). Elektrische: 
Fonotipia, Parlophon, HMV; dazu auf Durium Ausschnitte aus 
der Operette Casanova (er war einer der wenigen italienischen 
Sanger, die auf dem Gebiet der Operette brillierten). 



Baccaloni 3* 

Baccaloni, Salvatore, Bag, * 14. 4- *9o Rom '' san S bereits als 
Knabe im Chor der Sixtinischen Kapelle, wurde dann aber Archi- 
tekt. Betrieb wahrend dieses Studiums in seiner Freizeit das Ge- 
sangstudium u. a. bei Giuseppe Kaschmann. Debiit 1922 am 
Teatro Adriano in Rom als Bartolo im Barbier von Sevilla*. 
Bald hatte er sehr bedeutende Erfolge an den grofien italienischen 
Theatern, zumal an der Mailander Scala. Seit 1930 gastierte er 
fast alljahrlich in Sudamerika, vor allem am Teatro Col6n von 
Buenos Aires; auch an der Londoner Coven tgarden Oper war er 
gern und haufig gesehener Gast. Wirkte in den Urauffiihrungen 
mehrerer Opern mit, so 1933 in Rom in La Farsa amorosa von 
Zandonai, 1935 in Rom in Vigna von Guerrini und 1938 in 
Venedig in Galuppis Filosofo di campagna. 193639 feierte man 
ihn bei den Festspielen von Glyndebourne, auch bei den Salzbur- 
ger Festspielen bewunderte man seinen Osmin in Mozarts Ent- 
fuhrung und seinen Bartolo im Barbier von Sevilla. 194047 
Mitglied der Metropolitan Oper New York, wo er gleichfalls grojS- 
artige Triumphe feierte. Nach Beendigung seiner Opernkarriere 
hatte er eine zweite glanzvolle Karriere in komischen Filmrollen. 
Salvatore Baccaloni war der beste italienische Bafi-Buffo seiner 
Generation, gleich bedeutend durch sein meisterliches Charakteri- 
sierungstalent wie durch seine kostliche Kunst der Darstellung. 
Viele Schallplatten auf der Marke Columbia, darunter vollstan- 
dige Opern (u. a. Don Giovanni*, La Boheme) in denen er 
manchmal auch kleinere Partien ubernahm, ferner Flatten der 
Marke RCA, 

Bachmann, Hermann, Bariton, ^7. 10.1864 Kottbus, 1 5. 7. 1937 
Berlin. Wurde zunachst Kaufmann, debutierte 1890 am Stadtthea- 
ter von Halle/Saale (dort bis 1894); 189497 Stadttheater Niirn- 
berg. 18971917 gehorte er zu den prominentesten Mitgliedern 
der Berliner Horoper, an der er seit 1910 auch als Regisseur wirkte. 
1896 sang er bei den Bayreuther Festspielen den Wotan im Ring- 
Zyklus. 

Seine Schallplatten erschienen auf G & T (Berlin, 1907) und HMV; 
hier sang er auch den Escamillo in einer vollstandigen Carmen- 
Aufnahme (1908). 

Bada, Angelo, Tenor, * 1875 Novara, 1 1941 Novara; debutierte im 
Jahre 1898 und hatte seine ersten Erfolge an italienischen Biihnen, 
u. a. an der Mailander Scala. Als Giulio Gatti-Casazza 1908 die 
Leitung der New Yorker Metropolitan Oper ubernahm, gehorte 
Angelo Bada zu den italienischen Sangern, die er fur dieses Opern- 
institut neu verpflichtete. 30 Jahre lang, bis 1938, blieb er der Erste 
Spiel-Tenor der Metropolitan Oper. Er sang dort in den Urauffiih 
rungen der Opern Das Madchen aus dem goldenenWesten* (1910) 
und Gianni Schicchb (1918) von Puccini und in vielen wichtigen 
Premieren. Gastspiele fiihrten den Kiinstler an die grofien italieni 
schen Theater und 192829 an die Coventgarden Oper London. 



33 Bahr-Mildenburg 

Bei den Salzburger Festspielen von 1935 sang er den Dr. Cajus in 
Verdis Falstaff unter Toscanini. Zuletzt lebte er in seiner Heimat- 
stadt Novara. 

Seine Schallplattenaufnahmen linden sich auf Odeon (Mailand, 
1905) und Victor. 

Badini, Ernesto, Bariton, * 1876, t 6. 7. 1937 Mailand. Hatte urn 
die Jahrhundertwende groEe Erfolge an den fiihrenden italienischen 
Btihnen, vor allem an der Mailander Scala und am Teatro Costan- 
zi in Rom. Sehr beliebt war er in Siidamerika, wo er regelmafiig 
zu Cast war. Weitere Gastspiele an der Coventgarden Oper von 
London; hier sang er 1920 die Titelrolle in der Erstauf funning 
von Puccinis Gianni Schicchi; die gleiche Partie kreierte er 1922 
an der Scala. Er sang 1921 am Teatro Costanzi in Rom (Urauffiih- 
rung von Mascagnis Il piccolo Marat), 1924 an der Scala in der 
Urauffuhrung von La cena delle beffe von Giordano. 193031 
wirkte er bei den Festspielen von Verona mit. 
Ernesto Badini gehort zu den Kiinstlern, die zahllose Aufnahmen 
hinterlassen haben. Sein umfangreiches Repertoire, das sowohl 
BufTo-Rollen wie seriose Partien umfafite, ist fast ganz durch die 
Schallplatte uberliefert. Meist handelt es sich urn Aufnahmen der 
Marke HMV, aber auch G & T, Columbia u. a. Darunter befinden 
sich auch noch elektrische Aufnahmen sowie mehrere vollstandige 
Opern (Bajazzo, 1908, La Boheme, 1918, Don Pasquale, 
1933)- 

Baumer, Margarete, Sopran, * 1898 (?); Debut 1920 in Wuppertal, 
wo sie bis 1923 sang; weitere Engagements: 192324 Opernhaus 
Diisseldorf, 192425 Zurich, 192528 Staatsoper Stuttgart, 1928 
bis 1931 Stadtische Oper Berlin, 1930 Nordamerika-Tournee mit 
der German Opera Company, 193132 Stadttheater Niirnberg, 
193233 Stadttheater Mannheim. Seit 1934 als Erste hochdrama- 
tische Sopranistin am Opernhaus von Leipzig tatig, wo sie sehr 
beliebt war. Zugleich war sie 193437 an der Staatsoper von Miin- 
chen und auch am Opernhaus von Breslau engagiert. Ihre Karriere 
dauerte sehr lange; noch 1950 sang sie in Leipzig die Isolde im 
Tristan; bis 1953 gab sie Gastspiele. Seit 1954 Professorin an 
der Musikhochschule von Leipzig. Ihre bedeutendsten Leistungen 
erreichte sie als Wagner-Interpretin. 

Schallplatten der Marken Parlophon, Urania (vollstandige Opern 
Tristan, Tannhauser), Opera. 

Bahr-Mildenburg/ Anna, Sopran, * 29. 11. 1872 Wien als Tochter des 
osterreichischen Majors von Bellschau-Mildenburg, t 27. I. 1947 
Wien. Ihre Stimme wurde durch den Schriftsteller Julius Rosen 
1891 in Gorz entdeckt, darauf Studium bei Rosa Papier-Paumgart- 
ner in Wien. Schon wahrend des Studiums wurde der Direktor 
der Hamburger Oper, Bernhard Pollini, auf sie aufmerksam und 
engagierte sie fur sein Theater, wo sie 1895 in Richard Wagners 
Walkiire debxitierte, Sie zeichnete sich bald als groJSe Wagner- 



Baklanoff 34 

Interpretin aus; bereits 1897 sang sie in Bayreuth die Kundry. 
1898 wurde sie an die Wiener Hofoper berufen, wo sie glanzende 
Triumphe erlebte. 1906 und 1910 Gastspiele an der Coventgarden 
Oper von London. 190914 stand sie im Mittelpunkt der Bayreu- 
ther Festspiele. 1909 heiratete sie den Schriftsteller Hermann Bahr. 
Bis 1917 blieb sie ein gefeiertes Mitglied der der Wiener Oper und 
gastierte dort nodi bis 1921. 1921 wurde sie Professorin an der 
Akademie der Tonkunst in Miinchen, seit 1922 zugleich Spiel- 
leiterin an der Miinchner Staatsoper. 1923 und 1925 wirkte sie 
bei den Festspielen von Salzburg als Schauspielerin in Calderons 
Welttheater mit. Schrieb Erinnerungen (Wien, 1921). 
Eine der grofiten dramatischen und vor allem Wagner-Soprani- 
stinnen ihrer Zeit, neben der Schonheit ihrer Stimme durdi ein 
uberragendes Buhnenspiel ausgezeichnet. 

Von ihrer Stimme existiert eine einzige Aufnahme, das Rezitativ 
der Ozean-Arie aus dem Oberon von Weber auf G & T (Wien, 
1905). 

Baklanoff, Georges, Bariton, * 18. i. 1882 St. Petersburg, t 6. 7. 
1938 Basel. Wurde nach dem friihen Tod seiner Eltern in Kiew 
erzogen und studierte Jura an den Universitaten von Kiew und 
St. Petersburg. Seit 1902 Gesangausbildung durch Vittorio Vanza 
in Mailand. 1903 Debut an der Oper von Kiew als Titelfigur in 
Rubinstein Damon. 1905 kam er an die Kaiserliche Oper von 
Moskau, spater hatte er dort wie an der Hofoper von St. Peters 
burg grofie Erfolge. Darauf Gastspiele an den ersten europaischen 
Biihnen (Mailander Scala, Grand Opera Paris, Hofoper Wien 
u. a.) sowie in Sudamerika. 1911 sensationelle Erfolge an der Ko- 
mischen Oper Berlin als Rigoletto und als Scarpia. 1914 sang er 
an der Oper von Monte Carlo in der Urauf Mining der nachgelas- 
senen Oper I Mori di Valencia* von Ponchielli. 1911-14 an der 
Oper von Boston; in den zwanziger Jahren triumphale Karriere 
an der Oper von Chicago, daneben weltweite Gastspiel- und Kon- 
zerttatigkeit. Sang auch bei der Philadelphia Opera Company. 
Prachtvolle Baritonstimme von bezwingender Ausdruckskraft, dazu 
grojSes schauspielerisches Gestaltungsvermogen. 
Schallplattenaufnahmen auf HMV, Columbia, Vox und Parlophon. 

Hampton, Rose, Sopran, * 28. ix. 1908 Cleveland (Ohio); verbrachtc 
ihre Jugend in Buffalo, Gesangstudium am Curtis Institut in Phil 
adelphia bei Queena Mario, dann Musikstudium an der Drake 
University in Des Moines, wo sie auch promovierte. Begann ihre 
Biihnenlaufbahn 1929 in New York bei einer Wandertruppe. Nach- 
dem sie beim Worcester Festival 1929 erfolgreich aufgetreten war, 
sang sie 192932 an der Oper von Philadelphia, und zwar als 
Altistin. November 1932 begann sie ihre Karriere an der New 
Yorker Metropolitan Oper (Antrittsrolle : Laura in La Gioconda*). 
Seit 1937 sang sie an der Metropolitan Oper Sopran-Partien, seit 
I939betatigte sie sich als Wagner-Sangerin. Bis 1950 an der Metro- 



35 Baracdii 

poll tan Oper gefeiert. 1937 Gastspiel an der Londoner Coventgar- 

den Oper, 194247 trat sie alljahrlich am Teatro Colon von Buenos 

Aires auf. GroJSe Konzert-Tourneen sowie Auftreten in Opern- 

sendungen des amerikanischen Rundfunks, vor allem unter Tosca- 

nini; war mit dem Dirigenten W. Pelletier verheiratet. Lebt in 

New York 

Die dunkel timbrierte Tonfiille ihrer Stimme 1st ebenso bewundert 

worden wie ihre dramatische Aussagekraft. 

Zahlreiche Victor-Flatten, darunter eine vollstandige Fidelio- 

Aufnahme unter Toscanini und die Gurrelieder von Schonberg 

unter Stokowski. 

Barabas, Sari, Sopran, * 1918 Budapest; wollte zuerst Tanzerin wer- 
den, wandte sich aber nach einem schweren Unfall dem Gesang- 
studium zu, das sie bei Frau Speckler in Budapest absolvierte. 
Debut 1939 an der Nationaloper Budapest als Gilda im Rigo- 
letto. Durch die Kriegsereignisse aus Ungarn vertrieben, kam 
sie nach Deutschland und wurde 1949 Mitglied der Staatsoper von 
Miinchen. Hatte dort wie auch bei Gastspielen in Wien und an 
anderen wichtigen Buhnen bedeutende Erfolge. Wirkte bei den 
Opernfestspielen von Miinchen und Glyndebourne (Adele in Le 
Comte Ory von Rossini) mit, dazu gait sie als eine der besten 
Operettensangerinnen ihrer Generation. Bereiste Frankreich, Eng 
land, Italien, Osterreich, die Schweiz und mehrmals Nordamerika. 
Pflegt auf ihren Konzertreisen auch das gehobene Unterhaltungs- 
lied; verheiratet mit dem Tenor Franz Klanvein. 
Flatten: DGG, Philips, HMV (Le Comte Ory, Glyndebourne, 
1956). 

Baracchi, Aristide, Bariton, *3i. 7. 1885 Reggio Emilia, t Anfang 
September 1964 Mailand. Nachdem er zunachst an italienischen 
Provinzbiihnen gesungen hatte, war er 190709 an der Metropoli 
tan Oper New York engagiert; hier sang er u. a. den Masetto im 
Don Giovanni und den Bartolo im Barbier von Sevilla*. Dann 
kehrte er nach Italien zuriick und spezialisierte sich auf Compri- 
mario-Partien, worm er ein nahezu unerschopfliches Repertoire 
beherrschte. Seit 1918 gehorte er zum Ensemble der Mailander 
Scala, und bis 1955 ist er immer wieder, zumeist in kleinen, aber 
von ihm glanzend interpretierten Partien an diesem Operninstitut 
zu horen gewesen. Am 25. 4. 1926 sang er an der Scala in der 
Urauffuhrung von Puccinis Turandot die Rolle des Mandarins, 
1924 wirkte er dort in der Urauffuhrung von Boitos Nerone mit, 
1935 in der Urauffuhrung von Mascagnis Nerone. Seit 1928 ga- 
stierte er fast alljahrlich an der Coventgarden Oper London, wo 
er gelegentlich auch Partien wie den Silvio im Bajazzo tiber- 
nahm. Lebte in Mailand als Gesanglehrer, zuletzt in der Casa di 
riposo. 

Der Kxinstler sang sehr viele Comprimario-Rollen in vollstandigen 
Opernaufnahmen, 1918-38 allein viermal den Sdbaunard in inte- 



Barbato 36 

gralen Aufnahmen von La Boheme; seine Schallplatten erschie- 
nen bei HMV, Columbia und Odeon-Fonotipia, darunter befindet 
sich jedoch keine Solo-Platte. 

Barbato, Elisabetta, Sopran, *n. 9. 1921 Barletta (Apulien); Stu- 
dium am Konservatorium von Bologna und an der Accademia di 
Santa Cecilia in Rom. Debut 1944 bei den Festspielen in den Ther- 
men des Caracalla in Rom als Aida. Nach dem zweiten Weltkrieg 
sensationelle Erfolge an der Mailander Scala, in Rom, Neapel und 
den anderen Zentren des italienischen Musiklebens. Besonders 
wurde sie in Siidamerika gefeiert, vor allem an der Oper von Rio 
de Janeiro und am Teatro Colon von Buenos Aires. 195152 sang 
sie an der Metropolitan Oper New York. Seit 1955 erschien sie nur 
nodi selten an den grofien Opernbuhnen, sie trat hauptsachlich in 
der italienischen Provinz auf . 

Von ihrer musikalisch vortrefflich gefuhrten, ausdrucksreidien 
Stimme sind nur einige wenige Cetra-Platten vorhanden. 

Barbieri, Fedora, Alt, ^1920 Triest; Ausbildung durcli Federico 
Bugamelli und durch Luigi Toffolo in Triest, dann bei Giulia less 
in Mailand. Buhnendebiit 1940 in Florenz als Fidalma in I1 ma- 
trimonio segreto von Cimarosa. Nach anfanglichen Erfolgen in 
Italien 1943 Tournee durch Deutschland, Belgien und Holland. 
Heiratete 1943 Maestro Barzoletti, den Direktor des Maggio musi- 
cale von Florenz, und gab zunachst einmal ihre Karriere auf. 1945 
betrat sie erneut die Biihne, und zwar als Azucena im Trouba 
dour* am Opernhaus von Florenz. Jetzt glanzende Erfolge an 
alien grofien italienischen Theatern, namentlich an der Mailander 
Scala. 1947 glanzvolles Gastspiel am Teatro Col6n von Buenos 
Aires. Weitere Gastspiele in London, Paris, Wien, San Francisco 
und Chicago. Seit 1952 Mitglied der New Yorker Metropolitan 
Oper. 

Eine der bedeutendsten Altistinnen ihrer Zeit. 
Ihre Schallplatten erschienen bei HMV (Maskenball, 1943), 
Cetra (La Favorita, La Gioconda*), Columbia und RCA (Der 
Troubadour*). 

Barrientos, Maria, Sopran, * 20. 3.1883 Barcelona, t8. 8. 1946 
Paris. Sie war ein musikalisches Wunderkind, mit 6 Jahren begann 
sie ihre Ausbildung am Konservatorium von Barcelona, mit 12 er- 
hielt sie das Diplom fiir Komposition, Klavier- und Violinspiel 
und dirigierte in diesem Alter eine von ihr selbst geschriebene 
Sinfonie. Mit 14 Jahren begann sie das Gesangstudium bei Fran 
cesco Bonet in Barcelona. Auf der Biihne debiitierte sie 1898 am 
Teatro Novedades in Barcelona als Ines in Meyerbeers Afri- 
kanerin*. Im gleichen Jahre kam sie nach Mailand, wo sie weiter 
studierte und am Teatro Lirico als Titelheldin in Lakme' von 
Delibes grofie Erfolge hatte. 1899 sang sie am Teatro Costanzi 
in Rom, 1900 glanzvolle Tournee durch Deutschland, wobei sie in 
Berlin, Stuttgart, Breslau und Leipzig gastierte. 1904 an der Mai- 



37 



lander Scala in der Titelpartie in Meyerbeers Dinorah gefeiert, 
1905 wiederum an der Scala als Rosine im Barbier von Sevilla*. 
Glanzvolle Gastspiele in Sudamerika, Spanien und Portugal sowie 
an der Oper von Havanna. 191520 Mitglied der Metropolitan 
Oper New York; hier vor allem als Partnerin von Enrico Caruso 
in Donizettis Liebestrank bewundert. In den zwanziger Jahren 
trat sie zumal in Frankreich und an der Oper von Monte Carlo 
sowie auf Konzertreisen auf. 193945 Professorin am Konser- 
vatorium von Buenos Aires. 

Eine der schonsten Koloratursopranstimmen, die durch die Schall- 
platte erhalten sind, sowohl in ihrer fehlerlosen Gesangtechnik 
als in ihrer hohen Musikalitat hervorragend. 
Schallplatten auf Fonotipia (Mailand, 1905) sowie auf Columbia, 
darunter spanische Lieder von Manuel de Falla, die vom Kompo- 
nisten am Fliigel begleitet werden. 

Barsowa, Valeria, Sopran, * 13. 6. 1892; Schulerin des Moskauer 
Konservatoriums, wo sie durch M. B. Vladimirow und U. A. Ma- 
zetti ausgebildet wurde. Sie begann ihre Karriere 1915. Zuerst trat 
sie an der Opernbuhne Zimmia in Moskau, spater an anderen Thea- 
tern auf. 1920 wurde sie an das Bolschoj Theater in Moskau be- 
rufen, an dem sie langer als 30 Jahre als gefeierte Kunstlerin 
wirkte. Neben ihrem Wirken auf der Biihne entfaltete sie eine er- 
folgreiche Konzerttatigkeit und trat auch im Ausland auf, u. a. 
1929 in Berlin. Sie wurde zur Nationalkunstlerin der UdSSR er- 
nannt und erhielt 1941 den Stalin-Preis. 

Man bewunderte im Koloraturfach die Virtuositat ihrer Stimmfuh- 
rung, in lyrischen Partien die Feinheit ihrer Ausdruckskunst. 
Schallplatten: bereits urn 1930 elektrische Odeon-Platten, spater 
zahlreiche Aufnahmen der staatlichen sowjetrussischen Produk- 
tion. 

Bary, Alfred von, Tenor, * 18. 1. 1873 La Valetta auf Malta als Sohn 
des Afrikaforschers Erwin von Bary, 1 15. 9. 1926 Miinchen.Zu- 
erst Medizinstudium, das er 1898 in Mxinchen mit dem Staats- 
examen und der Promotion beendete, Wurde Neurologe und erster 
Assistent des Gehirnpathologen Prof. Flechsig an der Universitat 
Leipzig. Seine Stimme wurde durch Arthur Nikisch entdeckt, wor- 
auJt Richard Miiller sie ausbildete. Debut an der Hofoper von Dres 
den 1903 als Lohengrin. Schon im Sommer 1904 sang er bei den 
Festspielen von Bayreuth, und bis 1914 stand er im Mittelpunkt 
dieser Festspiele. Hier sang er alle grofien Tenor-Partien des Wag 
ner-Repertoires, wie er denn tiberhaupt als einer der grofiten Wag- 
ner-Tenore seiner Generation gait Bis 1912 blieb er in Dresden 
und war dann 191218 an der Miinchener Hofoper. Ein Augen- 
leiden, das fast zur Erblindung ffihrte, zwang ihn, seine Sanger- 
karriere aufzugeben. Er war danach wieder a'rztlich tatig. 
Zwei sehr seltene Wagner-Aufnahmen auf G & T (Bayreuth, 
1904). 



Basiola 38 

Basiola, Mario, Bariton, * 12. 7. 1892 Annico bei Cremona, t 3. i. 
1965 Annico; Studium bei Antonio Cotogni in Rom, Buhnen- 
debiit 1918. 1920 Gastspiel am Teatro Liceo in Barcelona, 1921 an 
der Oper von Florenz. 192325 Erster Bariton bei der San Carlo 
Opera Company, mit der er Nordamerika bereiste. 192531 Mit- 
glied der Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle : Amonasro in 
Verdis Aida). Hier sang er alle grofien italienischen Bariton-Par- 
tien alternierend mit Titta Ruffo, Giuseppe de Luca und Giuseppe 
Danise. Gastierte 192431 alljahrlich an der Sommer-Oper von 
Ravinia bei Chicago sowie 1926 an der Oper von Havanna. 1933 
kehrte er nach Italien zuriick und sang dann wahrend 15 Spiel- 
zeiten an der Mailander Scala, aber auch an der Oper von Rom und 
an anderen grofien Biihnen. 1939 sensationelle Erfolge an der Lon 
doner Coventgarden Oper als Jago im Othello und als Scarpia in 
Tosca. 1946 Tournee mit einer italienischen Operntruppe durch 
Australien; blieb dann bis 1951 als Gesanglehrer in Sidney, lebte 
aber seitdem in Mailand. 

Zahlreiche Schallplattenaufnahmen auf Edison, Columbia und 
HMV. Sang in vollstandigen Aufnahmen der Opern Bajazzo 
und Madame Butterfly* als Partner von Benjamino Gigli. 

Bassi, Amedeo, Tenor, * 29. 7. 1874 Montespertoli (bei Florenz), 
1 15. 1. 1949 Florenz. Sein Gesanglehrer war Maestro Pavesi in 
Florenz. Debut 1897 am Stadttheater von Castelfiorentino in Ruy 
Blas von Marchetti. Nachdem er in Florenz, Venedig, Trient und 
Genua gesungen hatte, gastierte er 190207 alljahrlich mit gran- 
diosen Erfolgen am Teatro Colon von Buenos Aires. Auch an der 
Mailander Scala hatte er bedeutende Erfolge; er wirkte hier in 
mehreren Urauffuhrungen mit (Germania von Franchetti 1902, 
Gloria von Cilea 1907). 1906 kam er an das Manhattan Opera 
House von New York, 191012 war er an der Oper von Chicago 
engagiert. Gastspiele und Konzert-Tourneen fuhrten ihn in die 
Musikzentren in aller Welt, wobei er seine grofiten Erfolge in Ita 
lien und in Amerika hatte. 191011 Mitglied der Metropolitan 
Oper New York. Noch 1940 trat er im Konzertsaal auf; spater 
Padagoge in Florenz. 

Strahlende Tenorstimme, die sich in einem Repertoire bewahrte, 
das vor allem italienische Partien, aber sogar Wagner-Heroen ent- 
hielt. 
Seltene Schallplatten auf Fonotipia (Mailand, 1906) und auf Pathe". 

Bastianini, Ettore, Bariton, * 1923 Siena; Debut als Bassist 1945 am 
Stadttheater von Ravenna in der Partie des Collin in La Boheme*. 
Sang mehrere Jahre im Bafi-Fach, wurde dann aber von seiner 
Lehrerin Rucciana Betarini umgeschult und debiitierte 1951 aber- 
mals, jetzt als Bariton. Er erregte Aufsehen, als er 1953 beim Mag- 
gio musicale von Florenz den Prinzen Andrej in Krieg und Frie- 
den von Prokofieff sang. 1953 kam eran die Mailander Scala, wo er 
seitdem immerwieder aufgetreten ist. Im Dezemberi953 sang eran 



39 Battistini 

der New Yorker Metropolitan Oper als Antrittsrolle den Germont- 
pere in La Traviata. Nun gait er als einer der wichtigsten italie- 
nischen Baritonisten und trat an alien grofien Biihnen der Welt 
in Erscheinung, vor allem in New York, Mailand und Wien. 
196061 sang er bei den Festspielen von Salzburg. Gastspiel- und 
Konzertreisen in Deutschland, Frankreich, Spanien, Agypten und 
Siidamerika. 

Voluminose, ausdrucksvolle Baritonstimme, die fast alle grofien 
Partien des italienischen Repertoires beherrscht. 
Sehr viele Aufnahmen auf Ricordi, vor allem aber auf Decca, dar- 
unter zahlreiche vollstandige Opern (La Favorita, Andrea Che'- 
nier, La Gioconda, La forza del destino, Der Barbier von 
Sevilla). Auf DGG in Lucia di Lammermoor, Ein Maskenball, 
Don Carlos*. 

Bathori/ Jane, Sopran, * 1876; Studium am Conservatoire in Paris. 
1898 debiitierte sie in Paris als Konzertsangerin. Sie heiratete den 
belgischen Tenor Emile Engel. 1900 Buhnendebiit in Nantes. 1902 
wurde sie von Toscanini an die Mailander Scala verpflichtet. Hier 
sang sie 1902 in der Urauffuhrung der Oper Germania von 
Franchetti als Partnerin von Caruso und kreierte den Hansel in 
Hansel und Gretel* von Humperdinck zusammen mit Rosina 
Storchio. Dann sang sie, zusammen mit ihrem Gatten, an der Oper 
von Briissel, widmete sich jedoch bald ganz dern Konzertgesang. 
1904 hatte sie in Paris einen sensationellen Erfolg in dem Lieder- 
zyklus Scheherazade von Ravel. Sie wurde seitdem die bedeu- 
tendste Interpretin des zeitgenossischen franzosischen Liedes. De 
bussy widmete ihr seine Lieder Le promenoir des deux amants 
und Poemes de Mallarme, die sie, ebenso wie den Zyklus 
L' histoire naturelle von Ravel, kreierte. 191418 leitete sie als 
Direktorin das Thdatre des vieux colombiers in Paris. Sie forderte 
die avantgardistische Groupe des Six* und nahm iiberhaupt auf 
das Musildeben der franzosischen Metropole grofiten EinflujS. 1926 
reiste sie mit dem Musikkritiker Jean Aubry fur eine Vortragsreise 
nadi Argentinian. Seither war sie alljahrlich in Buenos Aires zu 
horen, wo sie u. a. Honeggers Oratorien Roi David* und Judith 
kreierte. 1933 betrat sie nochmals die Biihne, und zwar am Teatro 
Col6n von Buenos Aires als Conception in U heure espagnole 
von Ravel. 1940 wanderte sie nach Buenos Aires aus, wo sie wah- 
rend des zweiten Weltkrieges unterrichtete, kehrte aber 1946 wie- 
der nach Paris zuriid<. Hier war sie als Padagogin tatig und hielt 
Vortrage im franzosischen Rundfunk (^Exposition des melodies 
ine*dites) . 

Ihre hochmusikalische, ausdrucksvolle Stimme ist auf Columbia 
(1929, 1931) zu ho'ren. 

Battistini, Mattia, Bariton, * 27. 2. 1856 Rom, 1 7. 11. 1928 auf sei- 
nem Landsitz Colle Baccaro (bei Rieti). Ausbildung durch Vences- 
lao persichini, spater durch Luigi Mancinelli und Augusto Rotoli 



Bauermeister 40 

in Rom. Debiitierte 1878 am Teatro Argentina in Rom als Alfonso 
in La Favorita von Donizetti. 1880 sang er am Teatro Regio von 
Turin, 1883 an der Coventgarden Oper London, 1886 in Neapel. 
Beriihmt wurde er durch sein Auftreten an der Mailander Scala im 
Jahre 1888. Jetzt eilte er an den fxihrenden italienischen Opern- 
theatern von Triumph zu Triumph. Als gefeierter Cast sang er 
dann in den Zentren des europaischen Musiklebens. Man bezeich- 
nete ihn mit Titeln wie La gloria dTtalia* oder Il re dei bari- 
toni. Gastspiele trugen ihm in Paris und London, in Berlin und 
Wien, in Lissabon, Madrid und Barcelona, grandiose Erfolge ein. 
Besonders beliebt war er in Rutland, wo er seit 1892 bis 1910 
fast alljahrlich an den Hofopern von St. Petersburg und Moskau, 
in Warschau, Odessa und anderen Stadten zu Cast war. Aufierhalb 
Europas ist er nur ein einziges Mai zu Beginn seiner Karriere in 
Sudamerika zu horen gewesen, lehnte jedoch alle Angebote, in 
Nordamerika aufzutreten, ab. Fast fiinfzig Jahre lang stand Mattia 
Battistini auf der Biihne, wobei seine Stimme ihre urspriingliche 
Schonheit behielt. 1924 gab er seine Biihnenlaufbahn auf, im Okto- 
ber 1927 gab er in Graz sein letztes Konzert. 
Eine der grofiten Sangerpersonlichkeiten seiner Epoche; seine 
Stimme verband eine souverane Beherrschung der Gesangtech- 
nik mit einer ungewohnlichen Ausgeglichenheit der Register, so 
daJ8 sie muhelos bis zu einer tenoralen Hohe reichte. Sein Reper 
toire enthielt 82 grofie Bariton-Partien, vor allem aus der italieni 
schen Opernliteratur, aber auch Wagner-Rollen. 
Zahlreiche Schallplattenaufnahmen, die altesten auf G & T (War 
schau 1903, diese von besonderem Interesse, dann Mailand, 1907); 
bis 1923 sang er auf HMV; eine Schweizer Platte von 1919 (?). 
Bauermeister, Mathilde, Sopran-Alt, * 1849 Hamburg, 1 15. 10. 1926 
auf ihrem Landsitz in der englischen Grafschaft Kent; kam als 
Kind nach England, wo sie an der Londoner Academy of Music 
ihre Ausbildung erhielt. Bereits 1866 erfolgte ihr Debut am Her 
Majesty's Theatre in London. 1879 kam sie erstmals nach Nord 
amerika, insgesamt hat sie an 16 Amerika-Tourneen verschiedener 
Operngesellschaften teilgenommen (mehrfach mit der Truppe von 
Colonel Mapleson). 1887 sang sie an der New Yorker Academy of 
Music als Partnerin von Minnie Hauk in Massenets Manon>. 
18911906 war sie hoch angesehenes Mitglied der New Yorker 
Metropolitan Oper. Sie trat oort, wie auch an anderen Biihnen, in 
einer Fiille von kleineren Partien (sowohl Sopran als Mezzosopran) 
auf und verdient Erwahnung als die alteste in einer langen Reihe 
von Kiinstlern, die wegen ihrer Zuverlassigkeit und wegen der ver- 
dienstvollen Art, in der sie sich Comprimario-Rollen widmen, ftir 
den Betrieb jeder Opernbuhne unentbehrlich sind. Gelegentlich 
sprang die S anger in auch in tragenden Partien ein, so ersetzte sie 
an der Metropolitan Oper Nellie Melba in letzter Minute als K6ni- 
gin Marguerite in den Hugenotten von Meyerbeer* Mit dieser 
grofien Sangerin verband sie eine Freundschaft; 1905 arrangierte 



41 Beach-Yaw 

Nellie Melba an der Coventgarden Oper London, an der Mathilde 
Bauermeister oft aufgetreten war, ihre Abschiedsvorstellung in 
Gounod's Faust. 

Von der Stimme der Sangerin existieren keine eigentlichen Schall- 
platten, sondern nur Mapleson-Zylinder, die bei Vorstellungen in 
der Metropolitan Oper New York aufgenommen wurden, darunter 
die Duellszene aus Faust. 

Bauge, Andre*, Bariton, * 4. 1. 1892 Toulouse; Sohn der Operetten- 
sangerin Anna Tariol-Bauge und eines Gesanglehrers. Er wollte 
urspriinglich Maler werden, studierte an der Ecole des Beaux-Arts 
in Paris und stellte ein Portrat im Salon aus. Ausbildung der 
Stimme durch seine Eltern. 1912 Debut in Grenoble unter dem 
Namen Andre" Grillaud. 1914 wurde er Soldat in der franzosischen 
Armee, im Krieg wurde er zweimal verwundet und zum Ritter der 
Ehrenlegion ernannt. 1917 kam er an die Opera comique von Paris 
(Antrittsrolle: Frederic in Lakme"). Bis 1925 Mitglied der Ope*ra 
comique, Gastspiele an vielen bedeutenden franzosischen Theatern. 
1925 kreierte er am Theatre Marigny in Paris Monsieur Beau- 
caire von Messager und sang dann viel in Operetten. 1929 wurde 
er Direktor des Theatre Trianon-Lyrique in Paris, 193637 sang er 
am Opernhaus in Marseille, 1938 am Theatre Chatelet, 1940 am 
Theatre Mogador in Paris. Im Ausland ist er kaum aufgetreten; 
er wirkte in mehreren franzosischen Filmen mit Seit 1946 Profes 
sor an der Ecole normale de Musique in Paris. Verheiratet mit der 
Sopranistin Suzanne Laydeker. 
Typisch franzosische, hell timbrierte Baritonstimme. 
Zahlreiche akustische Aufnahmen auf Pathe" und HMV (Les clo 
ches de Corneville* von Planquette), elektrische Pathe'-Platten. 

Baum, Kurt, Tenor, * 15. 3. 1908 Bohmen; studierte bei Edoardo 
Garbin in Mailand und bei Scolari in Rom. Debiit 1932 am Opern 
haus von Zurich in Der Kreidekreis* von Zemlinsky. Wirkte 
mehrere Jahre in Zurich und an deutschen Buhnen. 193941 an der 
Oper von Chicago (Antrittsrolle Radames in Aida). Seit 1941 
Mitglied der Metropolitan Oper New York; hier namentlich als 
Wagner-Tenor erfolgreich. 1947-48 Gastspiele an der Mailander 
Scafa, sang 1952 beim Maggio musicale von Florenz den Arnold 
in Rossinis -*;Wilhelm Tell*, wirkte 1953 bei den Festspielen in 
der Arena von Verona mit 1953 Gastspiel an der Londoner Covent 
garden Oper wahrend der Coronation Season. 
Schallplatten: Remington, Columbia, Allegro Royale. 

Beach- Yaw, Ellen, Sopran, *i86o Boston bei Erie County (New 
York), t9, 9. 1947 Covina (Kafifornien) ; zuerst Sekretarin bei 
einem New Yorker Rechtsanwalt, dann Gesangstudium bei Mme 
Bjorksten in New York, schliefilich bei Mathilde Marchesi in Paris. 
1894 Konzertdebiit in St Paul (Minnesota), 1895 Tournee durch 
Deutschland und die Schweiz. 1896 sang sie in der New Yorker 
Carnegie Hall, 1899 wirkte sie am Londoner Savoy Theatre in der 



Beaujon 42 

Uraufftihrung der Operette The Rose of Persia* von Sullivan mit. 
1905 erfolgte ihr Operndebiit am Teatro Costanzi in Rom als Lucia 
di Lammermoor. Die gleiche Partie sang sie 1908 in einer einzigen 
Vorstellung an der Metropolitan Oper New York, wobei Alessandro 
Bond ihr Partner war. Trotz ermutigender Erfolge auf der Opern- 
biihne widmete sie sidi in der Folge ganz dem Konzertgesang und 
unternahm bis 1928 grofie Tourneen in Europa und Amerika. Sie 
nahm ihren Wohnsitz in Covina in Kalifornien, wo sie in der von 
ihr errichteten Lark Ellen Bowl Konzerte gab. Die Kimstlerin, 
die unter dem Namen Lark Ellen bekannt war, stiftete in Los 
Angeles ein Lark Ellen Home for Boys. 

Schallplatten : einige Titel auf Victor (190708) sowie auf Edison 
Diamond; 1938 lieS sie elektrische Aufnahmen auf HMV herstel- 
len, die jedoch ihre Stimme stark gealtert zeigen. Ein besonderes 
Phanomen zeigen diese Schallplatten insofern, als ihre Stiinme 
ein nach der Marchesi-Methode geschulter Koloratursopran nicht 
nur in kleinen und grofien Sekunden, sondern auch in Quarten 
und Quinten trillern konnte. 

Beaujon, Marise, Sopran, * 12. 10. 1890 Lyon; sie wurde bei einem 
Amateur-Gesangwettbewerb durch den Direktor der Oper von Lyon, 
Gaston Beyle, entdeckt und debiitierte an dieser Biihne 1910 als 
Micaela in Carmen. Zehn Jahre lang sang sie an franzosischen 
Provinzbuhnen, bevor sie 1920 an die Grand Ope'ra von Paris be- 
ruf en wurde (Antrittsrolle : Mathilde in Wilhelm Tell von Ros 
sini). Bis 1930 blieb sie ein gefeiertes Mitglied der Grand Op6ra, 
wo sie 1928 die Titelrolle in der Erstauffuhrung von Puccinis 
Turandot sang. 1926 gastierte sie in Madrid, Barcelona und 
Monte Carlo, 1928 in Briissel, 1929 in Kairo. 1928 sang sie an der 
Londoner Coventgarden Oper die Marguerite im Faust von 
Gounod. 1930 wechselte sie an die Pariser Ope'ra comique (An 
trittsrolle: Tosca), doch muSte sie ein Jahr spater aus gesund- 
heitlichen Griinden ihre Buhnenkarriere aufgeben; lebt in Paris. 
Oppige, lyrisch-dramatische Sopranstimme. 
Schallplatten: Akustische Aufnahmen auf HMV, elektrische auf 
Columbia. 

Bechi, Gino, Bariton, * 16. 10. 1913 Florenz, ausgebildet am Konser- 
vatorium von Florenz, Debiit im Jahre 1937 an der Oper von Rom. 
Wahrend des zweiten "Weltkrieges grofie Karriere an der Mailan- 
der Scala und an anderen wichtigen italienischen Theatern. In der 
Nachkriegszeit weltweite Gastspiel- und Konzerttatigkeit, gastierte 
in London und Paris, in Buenos Aires und Rio de Janeiro, in Chi 
cago und San Francisco. Konzert- und Gastspiel-Tourneen fuhrten 
ihn durch Nord- und Siidamerika und in den mittleren Orient. Be- 
tatigte sich zunehmend dann als Film- und Schallplattensanger 
und hatte auch dabei eine glanzvolle Karriere. 
Sehr viele Schallplatten auf HMV, darunter mehrere integrale 
Opernaufnahmen (Cavalleria rusticana* unter der Leitung des 



43 



Komponisten, Andrea Che'nier*, Aida, Ein Maskenball* von 
Verdi, Der Barbier von Sevilla / znm Teil mit Benjamino Gigli 
als Partner). 

Beckmann, Friedel, Alt, * 1904 (?), war engagiert 1927 30 am Stadt- 
theater von Miinster (Westfalen), 193031 am Opemhaus von 
Konigsberg, 193134 am Stadttheater von Duisburg, 193438 am 
Opernhaus von Koln, seit 1938 grofie Erfolge an der Stadtischen 
Oper Berlin, wo sie bis 1941 sang; spater nodi bis 1944 Gastspiele. 
Zugleich gait sie als eine hervorragende Konzert- und Oratorien- 
altistin. Auf der Bxihne namentlich als Carmen und als Orpheus 
bewundert. 

Schallplatten der Marke HMV (u. a. Alt-Solo in der Matthaus- 
Passion). 

Beddoe, Dan, Tenor, * 16. 3.1863 Ameraman (Wales), 1 26. 12. 
1937 New York; zunadist Bergarbeiter, gewann 1882 eine Gold- 
medaille bei einem Gesangswettbewerb in Wales. Er wanderte 
nadi Nordamerika aus und studierte zuerst in Pittsburgh und 
Cleveland, dann in New York Gesang. Nach einer wenig erfolg- 
reichen Konzert-Tournee in England sang er in New Yorker Kir- 
chen. Im Jahre 1903 erfolgte sein offizielles Debiit als Oratorien- 
sanger. 1904 wahlte Walter Damrosdi ihn fur eine Konzert-Auf- 
fiihrung des Parsifal aus. 1910 feierte man ihn beim Festival 
von Cincinnati, wo er auch in den Jahren 1914, 1920, 1925 und 
1927 grofite Erfolge erzielte. 1925 sang er in New York das Te 
nor-Solo im Elias von Mendelssohn mit riesigem Erfolg, In den 
Jahren 192529 und nodi 1934 bewunderte man ihn in New York 
bei Auffiihrungen des Messias von Handel. 1911 kam er nach 
England und sang im Londoner Kristallpalast bei den Feierlich- 
keiten zur Kronung Georgs V. im Elias. Er gait als einer der be- 
deutendsten Oratorientenore seiner Epodhe. Enrico Caruso besudite 
in New York seine Konzerte, weil er seine unvergleichlidie messa- 
di-voce-Technik bewunderte. Auf der Biihne ist er nicht aufgetre- 
ten. 

Schallplatten: Fiinf Victor-Platten (191114), einige Edison-Zylin- 
der und -Flatten, Columbia-Platten; mit 66 Jahren hat er elek- 
trisdie, Aufnahmen auf Brunswick gesungen. 

Beeth, Lola, Sopran, * 23. 11. 1864 Krakau, 1 18. 3. 1940 Berlin; be- 
gann ihre musikalische Ausbildung in Lemberg und wurde dann 
Schulerin von Louise Dustmann in Wien; weitere Studien bei Pau 
line Viardot-Garcia in Paris, Francesco Lamperti in Mailand und 
Rosa Deruda in Berlin. Debiitierte 1882 mit sensationellem Erfolg 
an der Berliner Hofoper als Elsa im Lohengrin. Blieb bis 1888 
Mitglied dieses Theaters, wo sie sehr erfolgreich war. 188895 
setzte sie diese Erfolge an der Hofoper von Wien fort. 1895 ga- 
stierte sie an der Grand Ope"ra von Paris. In der Saison 1895 bis 
1896 gehorte sie dem Ensemble der New Yorker Metropolitan 
Oper an (Antrittsrolle: Valentine in den Hugenotten von Meyer- 



Beilke 44 

beer als Partnerin von Jean de Reszke) . Es folgten glanzvolle Gast- 
spiele an der Coventgarden Oper London, an den Hofopern von 
St. Petersburg und Moskau, an den Opern von Monte Carlo und 
Warschau. In den Jahren 18981901 war sie wieder an der Wiener 
Hofoper engagiert. Spater lebte sie in Berlin und gab Gastspiele 
und Konzerte; dann wurde sie eine gesuchte Padagogin. 
Nachdem man lange der Annahme war, sie habe keine Schallplat- 
ten hinterlassen, haben sich drei Aufnahmen auf G & T und eine 
auf Homophon gefunden, die zu den grofiten Raritaten gehoren. 

Beilke/ Irma, Sopran, * 24. 8., 1904 Berlin; Ausbildung durch Ger- 
trud Wirthschaft in Berlin. Buhnendebiit 1926 an der Stadtischen 
Oper Berlin, an der sie bis 1928 blieb; 192934 am Landestheater 
von Oldenburg, 193435 am Opernhaus von Leipzig, dann seit 
1936 bis zum Ende ihrer Biihnenlaufbahn wieder Mitglied der 
Berliner Stadtischen Oper. Durch Gastspielvertrage war die Kiinst- 
lerin mit der Staatsoper Miinchen und dem Leipziger Opernhaus 
verbunden, 194145 gehorte sie auch dem Ensemble der Wiener 
Staatsoper an. 1943 sang sie in Salzburg die Pamina in der Zau- 
berflote. Ferner Gastspiele in London, Paris, Briissel und Mailand. 
Seit 1954 unterrichtete sie an einem eigenen Gesangstudio in Ber 
lin, 1958 gab sie ihre Buhnenkarriere auf. 

Schon gebildete Sopranstimme, die, vom Koloraturfach herkom- 
mend, sich auch eine Reihe von Partien aus dem lyrischen Fach 
aneignete. 

Flatten der Marken HMV (darunter in einer vollstandigen Zau- 
berflote* als Papagena und als Erster Knabe), Imperial, Urania 
(hier in vollstandigen Aufnahmen von Fra Diavolo* und Der 
Freischutz). 

Beirer, Hans, Tenor, * 23. 6. 1911 Wiener Neustadt; Gesangstu- 
dium an der Wiener Musikakademie. Debut 1936 am Stadttheater 
von Linz (Donau); 293739 an den Stadttheatern von Basel und 
St. Gallen tatig, worauf seine Karriere durch den zweiten Welt- 
krieg unterbrochen wurde. 194558 an der Stadtischen Oper Ber 
lin verpflichtet; wurde jetzt als Wagner-Tenor bekannt. Seit 1958 
Mitglied der Staatsoper von Hamburg. Gastspiele in London, Pa 
ris und Briissel, an den Staatsopern von Wien und Stuttgart und 
an der Mailander Scala. 195860 bei den Bayreuther Festspielen 
als Parsifal gefeiert. 1960 Gastspiel am Teatro Col6n von Buenos 
Aires. 

Es existiert von dem Sanger nur eine einzige offizielle Schallplat- 
tenaufnahme auf der Marke Opera (Tannhauser-Querschnitt). 

Belhomme, Hypolite, Ba, * 1854 Paris, 1 16. 1. 1923 Nizza; Aus 
bildung am Conservatoire von Paris, Debut 1879 an d 6 * 1 Ope*ra 
comique von Paris in Lalla Rookh* von David. An diesem Opern 
haus sang er am 10. 2. 1881 in der Urauffuhrung der Oper Hoff- 
manns Erzahlungen* von Offenbach die Rolle des Crespel, Bis 1886 
blieb er an der Ope*ra comique, sang dann 188689 a ^ der Oper 



45 Belmas 

von Lyon, 1890-91 an der Oper von Marseille. 1891 kehrte er wie- 
der an die Opera comique zuriick, deren Mitglied er bis zum Ende 
seiner Karriere blieb. Am 2. 2. 1900 sang er hier eine kleine Rolle 
in der Urauffuhrung von Charpentiers Louise. 1902-05 gastierte 
er an der Oper von Briissel, wo er 1905 in der Erstauffuhrung von 
Smetanas Verkaufter Braut den Kezal sang. Audi an den Opern 
von Monte Carlo und Nizza war er zu Cast. 1916 gab er seine 
Laufbahn auf. 

Die tedmisch vollendet durchgebildete Bafistimme des Kiinstlers, 
die noch ganz in der Tradition des 19. lahrhunderts herangebildet 
worden war, 1st auf Sdiallplatten der Marken G & T (Paris, 1904), 
Odeon (Paris, 1905) und Pathe erhalten, die von Kennern gesucht 
werden. 

Bellincioni, Gemma, Sopran, * 19. 8. 1864 Monza in Piemont, 
f 23.4. 1950 Neapel. Sie debiitierte, erst 17 Jahre alt, 1881 in 
Neapel in der Oper Tutti in maschere von Pedrotti. Sie hatte 
sogleich sensationelle Erfolge und sang bald an den ersten italie- 
nischen Opernhausern, vor allem an der Mailander Scala und am 
Teatro Costanzi in Rom. Nachdem sie den beruhmten italienischen 
Tenor Roberto Stagno (1836-1897) geheiratet hatte, unternahm 
sie mit ihm zusammen Gastspielreisen, die in den Musikmetropo- 
len der ganzen Welt triumphale Erfolge brachten. Gemma Bel- 
lincioni wurde vor allem als unvergleichliche Interpretin der So- 
pranpartien in den Opern des damals aufkommenden italienischen 
Verismo bekannt. Sie sang auch in den Urauffuhrungen mehrerer 
dieser Opern, so am 17. 5, 1890 am Teatro Costanzi in Rom in der 
Urauffuhrung von Cavalleria rusticana* die Santuzza, wahrend 
Roberto Stagno den Turiddu kreierte. 1898 sang sie in der Urauf 
fuhrung der Oper Fedora von Giordano am Teatro Lirico in 
Mailand die Titelrolle zusammen mit Enrico Caruso, 1904 wirkte 
sie an der Scala in der Urauffuhrung von La Cabrera* von Ga 
briel Dupont mit. Nach dem Tod ihres Gatten im Jahre 1897 
setzte sie ihre Gastspielreisen allein fort. 1911 eroffnete sie in Ber- 
Hn-Charlottenburg ein Opernstudio, das sie bis 1915 leitete, dann 
lebte sie als Padagogin in Rom, 193132 in Wien; 1933 wurde sie 
Professorin am Konservatorium von Neapel. Sie gab ihre Memoi- 
ren unter dem Titel lo ed il palcoscenico (Mailand, 1920) heraus. 
Es gibt von der Kunstlerin einige seltene Aufnahmen auf G & T 
(Mailand, 1903-04) sowie auf Pathe*, die aber wohl kaum eine giil- 
tige Vorstellung von der Ausdruckskraft und Tonfulle ihrer 
Stimme vermitteln konnen, die dutch ein eminentes darstelleri- 
sches Talent erganzt wurden. Dazu existieren unveroffentlichte 
Aufnahmen der Marke Fonotipia. 

Belmas, Xenia, Sopran, * 1896 Kiew, ausgebildet am Konservatori 
um von Kiew bei Pats; debiitierte 1917 an der Oper von Odessa, 
wo sie als Wagnersangerin und als Tatjana im Eugen Onegin* 
von Tschaikowsky ihre ersten Erfolge hatte. 1921 verliefi sie zu- 



Bender 46 

sammen mit ihrem Gatten, dem Dirigenten Alexander Kitschin, 
Rutland und liefi sich in Wiesbaden nieder. Nach weiteren Studien 
in Italien gab sie 1925 in Paris eine Serie von glanzvollen Kon- 
zerten und gastierte bis 1927 an der Grand Opera von Paris, vor 
allem als Aida. 1928 feierte man sie bei Konzerten in Berlin, wo 
auch ihre Schallplattenaufnahmen entstanden. 1929 bereiste sie mit 
einer italienischen Operntruppe Australien. 1931 gab sie Konzerte 
in Monte Carlo; es folgte eine Gastspiel-Tournee in den baltischen 
Staaten. 1938 Konzertreise, zusammen mit ihrem Gatten, durch 
Sudafrika; blieb dann als Padagogin in Durban. 
Die marchenhaft schone, von einer vollendeten Musikalitat durch- 
drungene Stimme der Kiinstlerin, iiber deren Biographic lange 
nidits Sicheres bekannt war, begegnet auf Schallplatten der Marken 
Polydor und Ultraphon. 

Bender, Paul, Bag, *28. 7. 1875 Driedorf (Westerwald), t 27. 11. 
1947 Miinchen. Zunachst Medizinstudium in Berlin, dann Ausbil- 
dung seiner Stimme durch die Berliner Padagogen Luise Ress und 
Baptist Hoffmann. Btihnendebut 1900 am Opernhaus von Breslau, 
wo er bis 1903 auftrat; 1903 kam er an die Miinchener Hofoper, 
deren Erster Bassist er fur die nachsten 30 Jahre blieb. Am 12. 6. 
1917 wirkte er hier in der Urauffuhrung von Pfitzners Palestrina 
mit. 1902 sang er bei den Festspielen von Bayreuth; Gastspiele 
trugen ihm in aller Welt grojSe Erfolge ein. 192227 wirkte er an 
der New Yorker Metropolitan Oper; man huldigte ihm in Wien, 
Mailand, London, Paris und Zurich. 1926 sang er bei den Fest 
spielen von Salzburg den Osmin in der Entfuhrung aus dem 
Serail. Neben seiner erfolgreichen Buhnenlaufbahn war er ein viel 
bewunderter Konzert- und Liedersanger, vor allem ein grower Bal- 
laden-Interpret. Im Konzertsaal ist er praktisch bis zu seinem Tod 
aufgetreten. 

Dunkel timbrierte, voluminose Bafistimme, deren technische Durch- 
bildung umso erstaunlicher war. Auf der Biihne beherrschte er eine 
Fiille von Partien aus dem seriosen wie aus dem Buffo-Fach. 
Akustische Flatten der Marken HMV, G & T, Odeon; elektrische 
Flatten der Marken HMV und Ultraphon, alle von grower Schonheit. 

Ben-Sedira, Leila, Sopran, * 1909 Algier als Tochter eines franzo- 
sischen Offiziers algerischer Abstammung; studierte zuerst Piano 
bei Lazare-Ldvy in Paris, dann Gesang am Conservatoire. Debut 
1929 an der OpeVa comique Paris als Olympia in HofTmanns Er- 
zahlungen. Seither glanzende Erfolge an der Opdra comique u, a. 
als Partnerin von Fedor Schaljapin im Barbier von Sevilla und 
in der Urauffuhrung der Oper Cantegril von Roger-Ducasse 
(1931). Gastspiele an den grofien franzosischen Biihnen und an der 
Oper von Kairo. Ihre wichtigsten Erfolge erzielte sie jedoch als 
Konzertsangerin in Frankreich, Belgien, Holland, England und Ita 
lien, wobei man sie als Interpretin klassischer wie zeitgenossischer 
Musik schatzte. 



47 Berger 

Ihr technisch vortrefflich geschulter Koloratursopran 1st auf Odeon- 
Parlophon-Sdiallplatten zu horen. 

Berganza, Teresa, Alt-Sopran, * 1934 Madrid; studierte am Konser- 
vatorium von Madrid und gewann beim alljahrlichen Gesangwett- 
bewerb 1954 dort den Ersten Preis. 1955 debutierte sie als Konzert- 
sangerin; Konzert-Tourneen in Spanien, Portugal, Frankreich, 
Italien, Osterreidi und Deutschland. Buhnendebut 1957 bei 
den Festspielen von Aix-en-Provence als Dorabella in Cosi 
fan tutte. Seitdem sang sie Jahr fur Jahr in Aix und seit 
1958 auch bei den Festspielen von Glyndebourne. Gastspiele an 
der Mailander Scala, an der Staatsoper von Wien, an der Lon 
doner Coventgarden Oper und an vielen anderen Theatern brach- 
ten ihr grofie Erfolge ein. Dank der eigentumlichen dunklen Tim- 
brierung ihrer Stimme konnte sie neben Sopranpartien eine Viel- 
zahl von schwierigen Koloratur-Alt-Partien xibernehmen. Hohe- 
punkt in ihrem Repertoire bilden die Opern von Mozart und 
Rossini. Dazu grofie Interpretin des spanischen Liedes und Orato- 
riensangerin. 

Ihre ersten Aufnahmen mit Melodien aus Zarzuelas ersdiienen bei 
London international; danach Opern-Platten bei Decca. 

Berger, Erna, Sopran, * 19. 10. 1900 Cossebaude (bei Dresden). Ihre 
Eltern wanderten nach dem ersten Weltkrieg nach Paraguay aus; 
die Kiinstlerin nahm dann in Montevideo eine Stellung als Haus- 
lehrerin an und kam 1923 wieder nach Deutschland. Nach Ober- 
windung grower Schwierigkeiten konnte sie ihre Stimme in Dres 
den ausbilden lassen. 1925 wurde sie durch Fritz Busch an die 
Dresdener Staatsoper engagiert, wo sie als einer der drei Knaben 
in der ZauberfLote debutierte. 1927 sang sie hier die Titelrolle in 
der Urauffuhrung von Hanneles Himmelfahrt von Graener. 1929 
Gastspiel an der Stadtischen Oper Berlin in Hans Pfitzners Christ- 
elflein. 1930 sang sie bei den Festspielen von Bayreuth den 
Hirtenknaben im Tannhauser. Seit 1934 Mitglied der Staatsoper 
Berlin, an der man sie liinger als 20 Jahre feierte. Gastspiel- und 
Konzertreisen trugen ihr in alier Welt denNamenderbedeutendsten 
deutschen Koloratursopranistin ihrer Generation ein. Sie wurde bei 
den Festspieien von Salzburg genauso umjubelt wie in den Jahren 
1949-51 an der Metropolitan Oper New York. 1949 bereiste sie 
Australien, 1953 Japan. Seit 1960 Professorin an der Musikhodi- 
schule von Hamburg. 

Koloratursopran von exquisiter musikalischer Sdionheit und grofi- 
ter musikalischer Reife, ebenso in einem umfangreichen Opern- 
Repertoire wie im Liedgesang bewundert. 

Sehr viele schone Schallplattenaufnahmen auf Columbia, HMV 
und Polydor. Bereits 1930 vollstandige Tannhauser~Aunahme 
aus Bayreuth auf Columbia. Sang die Gilda in vollstandiger Rigo- 
letto-Aufnahme auf RCA und DGG. Auf Urania sang sie in den 
vollstandigen Opern Hansel und Gretel*, Martha und *Hoff- 



Berger 4 8 

manns Erzahlungen*. Audi auf Langspielplatten durch zahlreiche 
Aufnahmen, besonders auf DGG, vertreten. 

Berger, Rudolf, Bariton-Tenor, * 17. 4. 1874 Briinn, t 27. 2. 1915 
New York. Ausbildung durch Adolf Robinson in Briinn. Debiit als 
Bariton 1896 am Stadttheater von Briinn, Dann am Stadttheater 
von Olmiitz (1897), seit 1898 Hofoper Berlin. Seit 1901 wirkte 
er bei den Festspielen von Bayreuth mit (Amfortas, Gunther, 
Klingsor). Gastspiele an der Wiener Hofoper, an der Coventgar- 
den Oper London, in Paris und Prag. Seit 1906 wandte er sich dem 
Tenor-Fach zu und wurde jetzt ein allseitig geschatzter Helden- 
tenor. 1912 wurde er an die New Yorker Metropolitan Oper be- 
rufen. 1913 heiratete er die Sopranistin Marie Rappold (1879 bis 
1957). Er starb auf dem Hohepunkt seiner Karriere. 
Sowohl als Bariton wie als Tenor hat der Kiinstler Schallplatten 
auf HMV und auf Odeon hinterlassen. 

Berglund, Joel, Bariton, * 4. 6. 1903 Torsaker (Schweden); Studium 
an der Koniglichen Musikschule in Stockholm, 1929 Biihnendebut 
an der Stockholmer Oper als Lothario in Mignon, Bis 1949 blieb 
er an der Koniglichen Oper von Stockholm tatig; erfolgreiche Gast 
spiele an der Wiener Staatsoper, am Teatro Col6n von Buenos 
Aires und an der Oper von Chicago. Sang 1941 in Bayreuth den 
Titelhelden im Fliegenden Hollander*, 194549 Mitglied der 
Metropolitan Oper New York. 194956 kunstlerischer Direktor der 
Stockholmer Oper. Sein Heldenbariton wurde namentlich im Wag 
ner-Repertoire geschatzt. 
Schallplatten der Marken HMV und Telefunken. 

Bergonzi, Carlo, Tenor, ^1926 Parma; Studium am Konservato- 
rium von Parma, Debiit als Bariton 1948 am Stadttheater von 
Lecce in Rossinis Barbier von Sevilla*. Sang 3 Jahre lang im Ba- 
riton-Fach, wurde dann Tenor und debiitierte als solcher 1951 am 
Teatro Petruzelli in Bari als Titelheld in Andrea Ch^nier von 
Giordano. 1951 sang er die Tenor-Parti en in einem Zyklus von 
Verdi-Opern, die der italienische Rundfunk anlaJilich der Verdi- 
Gedenkfeiern sendete. Dann Gastspiele in Neapel, Brescia und 
Rom, schlieJSlich grofie Erfolge an der Mailander Scala. Bereiste 
Spanien, Portugal, England, Frankreich und Siidamerika. 1955 kam 
er an die Oper von Chicago, 1956 an die Metropolitan Oper New 
York. Hier seitdem in Rollen wie dem Radames in Aida und 
dem Manrico im Troubadour gefeiert, 

Zahlreiche Schallplattenaufnahmen auf Cetra (u. a. vollstandige 
Opern ^Bajazzo*-, Simone Boccanegra*), Decca (vollstandige 
Opern Aida, Der Troubadour*) und DGG (^Der Troubadour* 
und Rigoletto). 

Bernac, Pierre, Bariton, * 12. %. 1899 Paris. Nachdem er zuerst an 
Kleinkunstbiihnen aufgetreten war, kam er erst relativ spat zu 



49 Bert ana 

einer Karriere als Konzert-, vor allem als Liedersanger. Debut 1933 
in Paris. Entscheidend wurde fur ihn seine Begegnung mit dem 
Komponisten Francis Poulenc, mit dem ihn eine echte Freundschaft 
verband. 1934 gaben beide zusammen ihr erstes Konzert in Salz 
burg, 1935 in Paris im Saal der Ecole normale. In den folgenden 
20 Jahren unternahmen beide grofie Tourneen, die in den Musik- 
zentren in aller Welt grojSte Erfolge einbrachten. Die typisch fran- 
zb'sische hohe Baritonstimme von Pierre Bernac hat in den Liedern 
von Poulenc, aber auch in denen anderer franzosischer und auch 
deutscher Komponisten/ durch ihre Wandlungsfahigkeit des Aus- 
drucks und durch die Feinheit ihrer Diktion begliickt. 
Schallplatten: Ultraphon und HMV. 

Berry, Walter, Bafi-Bariton, * 1929 Wien; wollte urspriinglich Inge- 
nieur werden, studierte dann aber Gesang an der Wiener Musik- 
hochschule bei Hermann Gallos. 1949 trat er in den Wiener Akade- 
miechor ein, 1950 wurde er an die Staatsoper von Wien berufen. 
Hier hatte er seinen ersten grofien Erfolg als Titelheld in Figaros 
Hochzeit. 1952 bei den Festspielen von Salzburg, seitdem Jahr fur 
Jahr dort aufgetreten. Walter Berry wie auch seine Gattin, die be- 
ruhmte Altistin Christa Ludwig, haben in der gesamten Welt eine 
glanzende Karriere gemacht. Gastspiele und Konzerte in Mailand 
und London, in Chicago und Buenos Aires, in San Francisco, Briis- 
sel, Miinchen und Stuttgart; seit 1961 auch an der Stadtischen 
Oper Berlin engagiert. 

Sehr viele Schallplatten der verschiedensten Marken, u. a. auf 
Ariola (Die Fledermaus ), Columbia, Decca, Philips, Vox, darun- 
ter auch integrale Opern (Don Giovanni*, Figaros Hochzeit*, 
Zauberfl6te> / ^Arabella*, Der Rosenkavalier, Ariadne auf 
Naxos). 

Bertana, Luisa, Alt, * 11. 1. 1898 Buenos Aires, 1 27. 7. 1933 an 
Bord eines Schiffes auf dem Atlantik. Begann mit 17 Jahren ihre 
Ausbildung bei Rinaldi in Buenos Aires und debutierte 1921 am 
Teatro Col6n von Buenos Aires als Preziosilla in La forza del 
destino*. Dann kam sie nach Italien und wurde sogleich durch 
Toscanini an die Mailander Scala engagiert; hier debutierte sie 
1922 als Maddalena in Rigoletto. Seitdem hatte sie an der Scala 
eine glanzvolle Karriere, hier sang sie am i. 5. 1924 in der Urauf- 
fiihrung von Boitos nachgelassener Oper Nerone unter der Lei- 
tung von Toscanini die Rubria. Bis zu ihrem Tod trat sie als viel 
bewunderte Primadonna an der Scala, am Teatro Reale von Rom, 
am Teatro San Carlo von Neapel und an anderen italienischen 
Bxihnen in Erscheinung. Jahr fur Jahr sang sie aufierdem am Tea 
tro Col6n von Buenos Aires. Fur die Saison 1933 war sie wieder an 
das Teatro Col6n verpflichtet warden, starb jedoch wahrend der 
Oberfahrt an Bord eines Schiffes an einer Pneumonic. 
Von der ausdrucksvollen, zumal in den hohen Lagen schon gebil- 
deten Altstimme der Kiinstlerin existieren nur wenige akustische 



Berthon 50 

Schallplatten auf HMV und Fonotipia, elektrische Aufnahmen auf 
Odeon. 

Berthon, Mireille, Sopran, * 6. 8. 1889 im Pariser Montmartrevier- 
tel, 1 16. 1.1955 Paris; ausgebildet am Conservatoire von Paris 
durch Louise Grandjean, Hettich und Saleza. Dann studierte sie das 
italienische Repertoire bei Angelica Pandolfini in Mailand. 1917 
debiitierte sie an der Grand Opera von Paris in der Titelpartie der 
Oper Thai's von Massenet. 1918 sang sie in Rouen, 1920 hatte 
sie sehr grofie Erfolge am Teatro Colon von Buenos Aires, in Rio 
de Janeiro und Montevideo. Dann kam sie nach Frankreich zuriick, 
sang in Monte Carlo und in der franzosischen Provinz, wurde aber 
1922 wieder an die Grand Opera von Paris berufen, der sie jetzt 
15 Jahre hindurch angehorte. 1937 wechselte sie an die Opera co- 
mique, wo sie ebenfalls sehr erfolgreich war. Gastspiele in Belgien, 
Spanien, Portugal, Agypten, Italien und Nordafrika. Nach dem 
zweiten Weltkrieg sang sie oft in Opernsendungen des franzosi- 
sdien Rundfunks. Sie starb plotzlich wahrend der Probe fur eine 
derartige Sendung. 

Hire Schallplatten erschienen, akustisch wie elektrisch, nur auf HMV 
(Marguerite in vollstandigem Faust mit Marcel Journet, La 
damnation de Faust von Berlioz). 

Bertram, Theodor, Bariton, * 12. 2. 1869 Stuttgart, 1 24. 11. 1907 
Bayreuth (Selbstmord). Sohn des Baritons Heinrich Bertram (1828 
bis 1905) und der dramatischen Sopranistin Marie Bertram (1838 
bis 1882). Wurde durch seinen Vater ausgebildet und debiitierte 
1889 am Stadttheater von Ulm. 1891 kam er an das Opernhatis 
von Hamburg, 1892 an die Berliner Kroll-Oper, 189399 wirkte 
er an der Munchener Hofoper. 1899 wurde er an die Metropolitan 
Oper New York verpflichtet, wo er bis 1901 sang; gastierte in die- 
ser Zeit auch in Philadelphia, Chicago und Boston. 1901 sang er 
erstmals in Bayreuth als Wotan, wurde dort aber auch als Hollan 
der, Amfortas und Wolfram bewundert. 1902 an die Hofoper von 
Wien engagiert, gab jedoch kurz darauf dieses Engagement auf 
und ging jetzt ausschliefilich seiner Gastspieltatigkeit nach, haupt- 
sachlich in Berlin, Hamburg, Munchen, Stuttgart und London, Seit 
1897 war er mit der Sopranistin Fanny Moran-Olden (18551905) 
verheiratet. (Nach deren Tod verfiel der grofie Kiinstler mehr und 
mehr der Trunksucht) 

Prachtvoll gebildete Stimme von einer unerschopflichen Fiille und 
Ausdrucksgewalt, besonders als Wagner-, aber auch als Mozart- 
Interpret bedeutend; sein Wotan gait als unvergleichlich. 
Er hinterliefi erstaunlich viele Schallplatten auf den Marken G & T 
(Berlin, 1902; Bayreuth, 1904), Lyrophon, Favorite (Berlin, 1905) 
und Odeon (Berlin, 190506). 

Besanzoni, Gabriella, Alt, "20.11.1890 Rom, t6. 6. 1962 Rom; 
wurde in Rom durch Ibilda Brizzi unterrichtet, Debiit 1913 am 
Teatro Costanzi in Rom als Ulrica im Maskenball. Grofie Kar- 



5* Bettoni 

riere in Italien und auch Spanien. 1918 sehr erfolgreich am Teatro 
Col6n von Buenos Aires und seitdem immer wieder in Siid- 
amerika. 1919-20 an der Metropolitan Oper von New York, wo 
sie noch vor der Rossini-Renaissance der zwanziger Jahre die Isa 
bella in L'Italiana in Algeri* sang. (Als sie 1920 wahrend eines 
Gastspiels in Havanna zusammen mit Caruso die Amneris sang, 
explodierte in der dortigen Oper eine Bombe im Zuschauerraum, 
wahrend sie im II. Akt auf der Biihne stand.) 1921 grofie Erfolge 
an der Oper von Chicago, auch am Teatro Costanzi in Rom; dazu 
alljahrliches Auftreten am Teatro Col6n von Buenos Aires, wo sie 
sehr beliebt war. 1923-24 an der Mailander Scala als Orpheus und 
als Amneris, 193 2 als Carmen und als Mignon bewundert, gastierte 
auch an der Berliner Staatsoper. 1939 verabschiedete sie sich bei 
den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom als Carmen 
von der Buhne. Lebte zeitweilig in Rio de Janeiro, zuletzt als Pad- 
agogin in Rom. 

Auf der Biihne wirkte sie durch die Schonheit ihrer ausdrucksvollen 
Altstimme und durch die Eleganz ihrer Erscheinung. 
Wenige akustische Flatten auf Victor; elektrische Aufnahme der 
Oper Carmen auf HMV. 

Bettendorf, Emmy, Sopran, * 16. 7. 1895 Frankfurt a. M., 1 20. 10. 
1963 Berlin. Studium in Frankfurt. Buhnendebiit 1914 an der Oper 
von Frankfurt a. M. in Das Nachtlager von Granada, sang bis 
1916 in Frankfurt, bis 1920 in Schwerin, bis 1924 an der Berliner 
Staatsoper, seit 1924 an der Stadtischen Oper Berlin. Gastspiele mit 
Bronsgeest's Wanderoper in Holland, in Madrid und Barcelona so- 
wie an deutschen Biihnen. Nach einer Erkrankung 1928 gab sie inre 
Buhnenkarriere auf und widmete sich jetzt hauptsachlich derSchall- 
platte. Als Platten-Sangerin erwarb sie in den dreifiiger Jahren in 
Deutschland groiSte Popularitat; 1930 wirkte sie in dem Tonfilm 
Liebeswalzer mit. Bis etwa 1934 trat die Sangerin durch ihre 
Schallplatten an die Offentlichkeit; dann gab sie nur noch verein- 
zelt Konzerte, lebte zuletzt in Berlin. 

Die schb'ne Stimme von Emmy Bettendorf ist in einem weitlaufigen 
Repertoire durch Schallplatten iiberliefert Von ihr existieren sehr 
viele Aufnahmen auf Vox, Homochord, Polydor und zumal auf 
Parlophon. 

Bettoni, Vincenzo, Bag, * 1881 Melegnano, f 4. n. 1954 Melegnano. 
Debut 1905; hatte dann eine bedeutende Karriere in Italien und in 
Sudamerika, wo er seit 1910 regelma'fiig am Teatro Col6n von 
Buenos Aires sang. 1914 sang er in der spanischen Erstauffiihrung 
von Wagners Parsifal in Barcelona den Gurnemanz, 1925 begann 
er eine zweite Karriere, als er zusammen mit Conchita Supervia 
in den Belcanto-Opern Rossinis auftrat, wobei er sich als kost- 
licher Buffo-Sanger erwies. Mit der Supervia zusammen gastierte 
er in Turin, Barcelona, Paris, London und Sudamerika, setzte aber 
auch seine Karriere an der Scala und an anderen grofien italieni- 



Beuf 52 

sdien Biihnen fort. Nodi 1950 sang er an der Scala in I quattro 
rusteghi von Wolf-Ferrari. Er erlag einem Herzschlag (als er am 
Grabe seines Vaters Blumen niederlegte). 

Umfangreicher Nachlafi an Flatten, die altesten bereits 1910 er- 
sdiienen, darunter Duette mit Mattia Battistini; sang akustisch auf 
HMV und Columbia, elektrisch auf Odeon, Columbia (Barbier 
von Sevilla) und Fonotipia. 

Beuf, Augusto, Bariton, * 21. 6. 1887 Palermo; zuerst Cello-Studi- 
um, war dann Cellist im Orchester des Teatro Massimo von Paler 
mo. Bereiste mit einer italienischen Operettentruppe Agypten, 
Operndebiit 1908 am Teatro Comunale von Modica bei Ragusa. 
Nach einem anschliefienden Gesangstudium bei Antonio Cotogni 
in Rom begann er seine eigentliche Opernkarriere 1913 am Teatro 
Biondo in Palermo als Alfio in Cavalleria rusticana. Wahrend 
des ersten Weltkrieges war er Soldat in der italienischen Armee. 
1918 erschien er wieder auf der Biihne, und zwar am Teatro Car- 
cano in Mailand. Seine ersten groCen Erfolge hatte er am Teatro 
Costanzi von Rom, wo er seine Ausbildung bei Alfredo Martini 
vollendete. In den zwanziger Jahren bewunderte man ihn in Rom, 
an der Mailander Scala und an den anderen grofien italienischen 
Theatern. Dazu sang er viel in Siidamerika. 193134 Mitglied der 
Oper von Chicago. Seit 1934 ubernahm er auch BaJ3-Partien und 
Wagner-Rollen; so erschien er an der Scala als Hans Sachs. In dem 
Jahrzehnt 193 848 unternahm er Konzert-Tourneen durch die ganze 
Welt, oft zusammen mit der beruhmten Sopranistin Toti dal Monte. 
1946 trat er als erster italienischer Sanger im englischen Fernsehen 
auf. 

Akustische Aufnahmen auf Columbia, ^elektrische auf HMV; noch 
1951 (bereits in der Langspielplatten-Ara) sang er auf Urania das 
Bafi-Solo im Verdi-Requiem. 

Beyle, Le*on, Tenor, *i8/i Lyon, ti922 Lyon. Studium in Lyon 
und Paris, debiitierte 1896 an der Grand Opera von Paris, 1898 
als Erster Tenor an die Pariser Ope"ra comique verpflichtet, an der 
er bis 1914 blieb. Hier wirkte er in mehreren Urauffuhrungen von 
Opern mit: <cLa fille de Tabarin* von Piernd (1901), La fille de 
Roland* von Rabaud (1904), La L^preuse* von Lazzari (1912) 
u. a. Neben einer glanzvollen Karriere in der franzosischen Metro- 
pole gastierte er auch an den iibrigen grofien franzosisch sprechen- 
den Operntheatern. War spater Padagoge, zuerst in Paris, dann in 
Lyon, wo sein Bruder Gaston Beyle als Direktor das Opernhaus 
leitete. 

Zahlreiche Schallplattenaufnahmen auf Eden, G & T (Paris, 1904 
bis 1907), HMV und Pathe*. 

Bindernagel, Gertrud, Sopran, * 11. 1. 1894 Magdeburg, f 3. 11. 1932 
Berlin. Studierte zuerst am Konservatorium von Magdeburg und war 
mit i7Jahren Volontarin amStadttheatervon Magdeburg, 1913 17 
weitere Ausbildung an der Berliner Musikhochschule. 191719 



53 Bispham 

Opernhaus Breslau, 191920 Stadttheater Regensburg, 1920 an die 
Berliner Staatsoper verpflichtet, der sie bis 1927 angehorte. Grofie 
Erfolge als dramatische Sopranistin, zumal als Wagner-Sangerin, 
Gastspiele in Barcelona, Miinchen, Hamburg und Mannheim. Seit 
1927 trat sie vor allem an der Stadtischen Oper Berlin auf. 1930 
Gastspiel an der Wiener Staatsoper. Familiare Zerwurfnisse fuhr- 
ten zu einem Revolver-Attentat ihres Ehemannes, des Bankiers 
Wilhelm Hintze, als die Kiinstlerin die Stadtische Oper Berlin nadi 
einer Vorstellung verlieE. An den Verletzungsfolgen starb sie. 
Grofie dramatische Sopranstimme von iippiger Tonfulle. 
Akustische Aufnahmen auf Vox, Polydor und Parlophon, elektri- 
sche auf Telefunken. 

Birrenkoven, Willi, Tenor, * 4. 10. 1865 Koln, t 8. 3. 1955 Hanstedt 
bei Hamburg; Studium am Konservatorium von Koln. Debiitierte 
1888 am Opernhaus Diisseldorf. Weitere Engagements: 189093 
am Opernhaus Koln, 18931912 an der Oper in Hamburg. Er 
wurde namentlich als Wagner-Interpret bekannt; bei den Bay- 
reuther Festspielen von 1894 sang er den Lohengrin und den Parsi 
fal. Gastspiele in London, an der Wiener Hofoper (1904), in Am 
sterdam und an den grojSen deutschen Buhnen. Grofie Erfolge hatte 
er auch bei einer Nordamerika-Tournee. Bedeutender Konzert- und 
Liedersanger. Auch sein Bruder Franz Birrenkoven war ein bekann- 
ter Opern-Tenor. 

Einige seltene Schallplattenaufnahmen der Marke G & T (Ham 
burg, 190408). 

Bisdioff, Johannes, Bariton, * 19. 3. 1874 Berlin, f 10. 10, 1936 
Darmstadt; studierte zuerst Rechtswissenschaft an der Berliner 
Universitat, dann Gesangunterricht durch Mathilde Mallinger, 
Franz Betz und H. Weinberg in Berlin. Debiitierte 1899 als Flie- 
gender Hollander an der Oper Koln, wo er bis 1904 blieb. 190405 
Gastspielreise in Nordamerika. 190508 sang er am Opernhaus 
Hannover, 190817 gehorte er der Berliner Hofoper an. 1917 ging 
er an das Stadttheater von Darmstadt, an dem er noch lange Jahre 
als Sanger und Regisseur wirkte. War verheiratet mit der Sopra- 
nistin Sophie Bisdioff-David. Er starb an den Folgen eines Ver- 
kehrsunfalls, den er in Koln erlitten hatte. 
Heldenbariton, der sich zumal im Wagnerfach bewahrte. 
Schallplatten auf HMV (Hannover, 1908), vor allem jedoch Edison- 
Zylinder, 

Bispham/ David, Bariton/ * 5. i, 1857 Philadelphia, 1 2. 10. 1921 Phil 
adelphia. Ausgebildet durch Edward Giles in Philadelphia. Nach 
seiner Heirat im Jahre 1885 entschlofi er sich, die Sangerlaufbahn 
einzuschlagen. Er wurde Schuler von William Shakespeare in Lon 
don sowie von Vanuccini und Lamperti in Mailand. Nachdem er 
bereits in London Konzerte gegeben hatte, debiitierte er 1891 in 
London in La Basoche* von Messager. 1892 sang er an der 
Coventgarden Oper von London den Kurwenal im Tristan und 



Bjelow 54 

wurde dann zehn JaKre hindurch an diesem Opernhaus gefeiert, 
vor allem als Wagner-Interpret. 18961903 wirkte er an der Me 
tropolitan Oper New York (Antrittsrolle: Beckmesser in den Mei- 
stersingern) . Liefi sich 1903 als Padagoge in Philadelphia nieder 
und wurde einer der wichtigsten amerikanischen Oratoriensanger 
seiner Epoche. 191619 Impresario einer Kammer-Oper in New 
York. Gegen Ende seiner Laufbahn betatigte er sich auch als 
Rezitator. 

Seine dunkel timbrierte, heldische Baritonstimme bewahrte sidi in 
einem vielseitigen Biihnen- und Konzertrepertoire. 
Vorwiegend Aufnahmen auf Columbia, einige auf G & T (London, 
1902), Edison und Pathe*. 

Bjelow, Eugenij, Bariton, * 1913 Moskau; wurde zuerst Ingenieur 
und arbeitete am Bau des Fergansk-Kanals. Wahrend des zweiten 
Weltkrieges wurde er Soldat. Man entdeckte seine Stimme, als er 
im Krieg in einem russischen Lazarett bei einer Dilettantenveran- 
staltung sang. Darauf Gesangstudium am Gnesin-Konservatorium 
in Moskau. Debut 1947 am Bolschoj Theater von Moskau, an dem 
er seither eine glanzvolle Karriere hatte. 

Seine schon gebildete Baritonstimme 1st auf Schallplatten der staat- 
lichen sowjetrussischen Platten-Produktion zu horen (u. a. Titel- 
held in vollstandigem Eugen Onegin). 

Bjorling, Jussi, Tenor, * 2. 2. 1911 Stora Tuna (Schweden), 1 8. 9. 
1960 in seinem Landhaus bei Stockholm (nach einem Herzanfall). 
Bereiste schon mit sechs Jahren in einem Quartett, das aus seinem 
Vater und seinen Briidern Olle und Gosta bestand, die Welt. Seit 
1929 auf der Stodcholmer Musikakademie Schiller von John For- 
sell. Debut 1932 an der Koniglichen Oper Stockholm als Don Ot- 
tavio im Don Giovanni*, wahrend sein Lehrer die Titelpartie 
sang. Erste Erfolge bei Gastspielen in Kopenhagen, Prag, Wien 
und Budapest. Sensationelle Triumphe 1937 an der Londoner 
Coventgarden Oper, anschliefiend Konzert in der Carnegie Hall in 
New York und Gastspiel an der Oper von Chicago. 1938 Mitglied 
der Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: Rudolf in La 
Boheme). Seitdem dort wie bei Gastspielen und Konzerten in 
vielen Landern umjubelt. 193841 und seit 1946 an der Metro 
politan Oper engagiert, in der Zwischenzeit in Schweden. Neben 
seinem Wirken auf der Opernbuhne gait er als einer der bedeu- 
tendsten Konzert- und Liectersanger. Autobiographic: Med bagaget 
i strupen (Stockholm, 1945). 

Biegsame, metallisch aufstrahlende Tenorstimme, deren Ausdrucks- 
kunst von einer souveranen Beherrschung der Gesangtechnik ge- 
tragen wurde. Im Bereich der Oper namentlich im italienischen 
und franzosischen Repertoire ausgezeichnet. 
Er hinterliefi sehr viele Schallplatten der Marken HMV und RCA, 
darunter mehrere vollstandige Opern (Aida>, -Madame Butter- 
*, La Boheme, Tosca, ^Cavalleria rusticana*, 



55 Blanc 

Bajazzo, Manon Lescaut, Tenor-Solo im Requiem von 
Verdi). 

Bjorling, Sigurd, Bariton, * 2. 11. 1907 Stockholm; Studiurn am K6- 
niglichen Konservatorium von Stockholm bei John Forsell und 
Torsten Lennartsson, Weiterbildung durch den Dirigenten Leo 
Blech. Debiit 1930 an der Koniglichen Oper von Stockholm, deren 
Mitglied er iiber dreifiig Jahre blieb. Nach dem zweiten Weltkrieg 
Gastspiele an der Mailander Scala, an der Coventgarden Oper in 
London, in Wien, Munchen, Stuttgart, Paris, Chicago und San 
Francisco. Sang 1951 bei den Festspielen von Bayreuth den Wo- 
tan im Ring-Zyklus, wie er denn iiberhaupt als hervorragender 
Wagner-Interpret gait. 1952-53 an der Metropolitan Oper New 
York aufgetreten; seit 1946 schwedischer Hofsanger. 
Schallplatten auf HMV und auf Columbia; hier als Wotan in einer 
Bayreuther Aufnahme des III. Aktes der Walkiire (1951). 

Bjoner, Ingrid, Sopran, ^1929 Oslo; wurde zunachst Apothekerin 
X 953 begann sie ihr Gesangstudium in Wiesbaden, das sie an der 
Musikhochschule von Frankfurt a. M. beendete. Debiit 1957 am 
Opernhaus von Wuppertal als Donna Anna im Don Giovanni. 
Von dort kam sie 1959 an die Deutsche Oper am Rhein Diissel- 
dorf-Duisburg. Gastspiele brachten ihr an den Staatsopern von 
Wien und Hamburg, in London und San Francisco bedeutende Er- 
folge. Durch Gastspielvertrage war sie mit den Opern von Stock 
holm und Oslo verbunden. Bei den Bayreuther Festspielen sang sie 
1960 die Freia und die Gutrune im Ring-Zyklus. 1961 wurde sie 
an die Staatsoper von Munchen berufen; 1962 an die Metropolitan 
Oper New York verpflichtet. Die zumal als Wagner-Interpretin 
geschatzte Kunstlerin gastierte 1961 in Warschau und Vancouver. 
Schallplatten: Decca (Gutrune in Gotterdammerung), Ariola, 
Eurodisc, DGG (Frau ohne Schatten). 

Blachut, Beno, Tenor, * 14. 6. 1913 Witkowicz bei Mahrisch Ostrau. 
Dort zuerst Arbeiter in einem Eisenwerk, 193539 Studium am 
Konservatorium von Prag bei Luis Kaderabek. 193941 am Stadt- 
theater Olmiitz. 1941 Gastspiel am Prager Nationaltheater als 
Hans in der Verkauften Braut; darauf 1942 Berufung an dieses 
Operninstitut. Seither einer der prominentesten Sanger der Pra 
ger Oper. Gastspiele und Konzerte in Osterreich, Polen und Un- 
garn. 

Vortrefflich durchgebildete Tenorstimme, ausgezeichnet im tsche- 
chischen Repertoire, aber dazu in vielen anderen Aufgaben, auch 
auf dem Gebiet des Oratoriums und des Liedes. 
Viele Schallplatten der Marke Supraphon, an vollstandigen Opern 
u. a. Jenufa, Dalibor und Der KuJS* von Smetana, Rusalka 
von DvoMk. 

Blanc, Ernest, Bariton, * 1923 Sanary, wurde zuerst am Konserva 
torium von, Toulon, dann am Conservatoire national in Paris 



Blanchart 56 

ausgebildet. Debiitierte 1950 in Marseille; 1954 an die Grand 
Opera Paris berufen. Hier grofie Erfolge als Rigoletto und als 
Scarpia sowie als Wagner-Sanger. Gastspiele fiihrten ihn nach Bor 
deaux und Marseille, an die Mailander Scala und an die Covent- 
garden Oper London, an die Wiener Staatsoper und an die Mon- 
naie in Briissel. 195859 bei den Bayreuther Festspielen als Telra- 
mund, wirkte auch bei den Festspielen von Aix-en-Provence und 
Edinburgh und 1960 in Glyndebourne als Don Giovanni mit. 1959 
bedeutende Erfolge an den Opern von Chicago und San Francisco. 
Schallplatten au HMV-Pathe" (vollstandige Opern Faust, Bar 
men*, Iphigenie aufTauris vonGluck, Perlenfischer),Deccaund 
London international (Les cloches de Corneville von Planquette). 

Blanchart, Ramon, Bariton, * 1865 Barcelona, 1 1934 San Salvador 
(Mittelamerika). Debiitierte 1885 in Barcelona unter einem Pseu 
donym im Faust von Gounod. Nach weiterem zweijahrigen Stu- 
dium trat er 1887 in Sevilla auf, 1888 erschien er am Teatro Real 
von Madrid. Bereits 1891 sang er an der Londoner Coventgarden 
Oper den Titelhelden im Fliegenden Hollander* in Italienisch. 
1892 debiitierte er an der Mailander Scala als Jago im Othello, 
wobei er mit Victor Maurel alternierte. 1903 sang er abermals an 
der Scala in I Lituani von Ponchielli. Er gastierte in Berlin, 
Paris, St. Petersburg, Warschau und Lissabon. In der Saison 1902 
bis 1903 wirkte er an der Oper von Havanna. 1907 sang er am 
Manhattan Opera House von New York, 1911-14 an der Oper von 
Boston. 1919-20 erschien er an der Oper von Chicago, wo er jetzt 
Partien fur Bafi-Buffo sang (Dulcamara im Liebestrank von 
Donizetti). Spa'ter lebte er als Padagoge in Panama. 
Die ausdrucksstarke Baritonstimme des Kiinstlers ist auf Schall 
platten der Marken Fonotipia (Mailand, 1905-06), Zonophone 
(Mailand, 1906) und Columbia (191011) zu horen. 

Bland, Elsa, Sopran, * 16. 4. 1880 Wien, + 27. 9. 1935 Wien. Schu- 
lerin von Marianne Brandt in Wien. Debiitierte 1903 am Stadt- 
theater von Olmiitz als Fidelio; Engagements: 190405 Stadt- 
theater Magdeburg, 190506 Hof theater Altenburg (Thur.). 1905 
Gastspiel an der Wiener Hofoper, 190608 Mitglied dieses Opern- 
hauses. Gastierte dann an verschiedenen Biihnen und kam 1912 
nochmals fur eine Spielzeit an die Wiener Hofoper zuriick. 1913 
sang sie am Deutschen Opernhaus Berlin. Dann wiederum Gast 
spiele, die sie u. a. 191011 an die Mailander Scala, an das Teatro 
Regio in Parma und in den Jahren 1920-24 wieder an die Staats 
oper von Wien fiihrten. Lebte spater als Gesanglehrerin in Wien. 
Sie war verheiratet mit dem osterreichischen Rittmeister Barthel- 
mus. 

Schone dramatische Sopranstimme. 

Von der Kiinstlerin sind zahlreiche Flatten auf den Marken HMV, 
Pathe* und Odeon vorhanden, darunter interessante Duette mit 
Leo Slezak 



57 Blauvelt 

Blankenheim, Toni, Bariton, * 1923 Koln; Ausbildung an der Kol- 
ner Musikhochschule. Buhnendebtit 1947 am Opernhaus Frank 
furt a. M., dem er bis 1950 angehorte. Seitdem Mitglied der Ham 
burger Staatsoper. 1954-60 grofie Erfolge bei den Festspielen von 
Bayreuth, namentlich als Beckmesser in den Meistersingern / als 
Donner im Rheingold und als Klingsor im Parsifal. Gastspiele 
in London und Dublin. 
Schallplatten: DGG (Bastien und Bastienne von Mozart). 

Blass, Robert, Bag, * 27. 10, 1867 New York, f 3,12.1930 Berlin. 
Stammte aus deutscher Familie. 1887 kam er nach Leipzig und stu- 
dierte zuerst Violinspiel, spater Gesang bei Julius Stockhausen in 
Frankfurt a, M. 1892 Debut am Hoftheater von Weimar als R6- 
nig im Lohengrin. In den folgenden acht Jahren Gastspiele an 
verschiedenen deutschen Buhnen, sang auch in dieser Zeit in Bay 
reuth. Ein Gastspiel an der Londoner Coventgarden Oper 1899 
fuhrte zu einem Engagement an der Metropolitan Oper New York 
(1900-10), wo er als Antrittsrolle den Landgrafen im Tannhau- 
ser sang. Dann kam er wieder nach Deutschland; 1913-19 am 
Deutschen Opernhaus Berlin tatig, 1920-22 erneut an der Metro 
politan Oper verpflichtet. Seit 1922 lebte er in Berlin und wirkte 
als Padagoge. 

Seltene, frxihe Victor-Flatten (New York, 1903) sowie einige Edi- 
son-Zylinder. 

Blauvelt, Lillian, Sopran, * 16. 3. 1873 Brooklyn (New York), t 29. 
8. 1947 Chicago. Urspriinglich wollte sie Geigerin werden und gab 
bereits mit acht Jahren Konzerte in New York. 1889 begann sie das 
Gesangstudium bei Jacques Bouhy in New York, dann studierte sie 
in Paris. 1893 erfolgreiches Konzertdebut in Briissel, das zu einer 
Verpflichtung an die Oper von Briissel fuhrte, wo sie 1893 als 
Mireille in der gleichnamigen Oper von Gounod debiitierte. Nach 
einer Rufiland-Tournee kehrte sie in ihre amerikanische Heimat 
zuriick und widmete sich vor allem dem Konzertgesang. Seit 1897 
hatte sie grofie Erfolge in England sowohl auf der Biihne als auf 
dem Konzertpodium. 1898 wirkte sie in Rom im Verdi-Requiem mit 
1902 sang sie die Coronation Ode bei der Kronung Eduards VII. 
in London. Sie konzertierte in Deutschland, Frankreich, Holland, 
Belgien und in der Schweiz. Seit 1903 sang sie haufig an der Lon 
doner Coventgarden Oper (Antrittsrolle: Marguerite im Faust). 
1905 bereiste sie Rutland. In Zurich kreierte sie die Oper Xenia 
des serbischen Komponisten Alexander Savine, den sie 1914 heira- 
tete. Es folgten Konzertreisen in Europa und Amerika, 1920 eine 
triumphale Tournee durch Jugoslawien und durch die Tschecho- 
slowakei. Bis 1920 trat sie regelma'&g bei Konzertveranstaltungen 
in London auf. Spater lebte sie als Padagogin in Chicago. 
Ihre zumal im Konzertgesang bedeutende Sopranstimme ist durch 
Victor- (Philadelphia, 1903-06) und Columbia-Flatten (1907-09) 
uberliefert 



Bledsoe 58 

Bledsoe, Jules, Bariton, * 29. 7. 1898 Ward (Texas), 1 14. 7. 1943 
New York; der Kiinstler, der einer Negerfamilie entstammte, stu- 
dierte Gesang in New York, Paris und Rom. 1924 debiitierte er 
in seiner amerikanischen Heimat im Konzertsaal. Nach Roland 
Hayes war er der erste Negers anger, der Liederabende gab, die in 
ihrem Repertoire von alt-italienischen Arien bis zu modernen 
Liedkompositionen reiditen. Als Farbiger konnte er jedoch in 
Amerika nicht die Biihne betreten. Seit 1932 hatte er an mehreren 
europaischen Biihnen bedeutende Erfolge in Partien wie dem 
Amonasro in Aida oder dem Boris Godunow, so 1933 an der 
Italienischen Oper in Holland. Dennoch kam es nicht zu der er- 
hofften groEen Buhnenkarriere. So war er zuletzt gezwungen, an 
New Yorker Varietes aufzutreten. Der Kiinstler war auch komposi- 
torisch tatig und schrieb neben Liedern eine African Suite fiir 
Violine und Orchester. 

Die schon gebildete, iippige Baritonstimme des Sangers ist nur 
durch einige Aufnahmen auf Decca (ca. 1933) erhalten, bei denen 
es sich ausschliefilich um volkstumlidie Lieder handelt. 

Bockelmann, Rudolf, Bariton, * 2. 4. 1892 Bodenteich bei Celle, 
1 9. 10. 1958 Dresden, Philologiestudium an der Universitat von 
Leipzig, dann Ausbildung seiner Stimme durch Oscar Lafiner und 
Walter Soomer in Leipzig. 1920 debiitierte er am Stadttheater von 
Celle. 192126 Opernhaus Leipzig, 192632 Staatsoper Hamburg. 
1928 wirkte er erstmals bei den Festspielen von Bayreuth mit; bis 
1942 wurde er dort als unvergleichlicher Wotan, aber auch in 
anderen Partien gefeiert. 1932 bis 1944 war er eines der prominen- 
testen Mitglieder der Berliner Staatsoper. Hier sang er in den Ur- 
auffuhrungen der Opern Der Prinz von Homburg von Graener 
(1935) und Rembrandt van Rijn von Klenau (1937). Bei Gast- 
spielen triumphale Erfolge in vielen Landern, 192938 alljahrlich 
an der Londoner Coventgarden Oper aufgetreten, 1930-31 an der 
Oper von Chicago; gastierte an der Mailander Scala, an der Grand 
Ope"ra von Paris, in Rom, Briissel, Amsterdam, Wien und Munchen. 
194654 lebte er in Hamburg als Gesanglehrer, 1955 wurde er 
Professor an der Musikhochschule Dresden; verheiratet mit der 
Sangerin Maria VJeigand, 

Kraftvolle Heldenbaritonstimme, die im Wagner-Gesang Leistun- 
gen von hochster Intensitat entwickelte, 

Schallplatten auf HMV, Columbia (darunter einc Tristan-Auf- 
nahme aus Bayreuth, 1928) und Telefunken. 

Bohme, Kurt, BajS, ^5. 5. 1908 Dresden; Ausbildung am Dresdener 
Konservatorium. Nach seinem Debut am Stadttheater von Bautzen 
war er 193049 an der Dresdener Staatsoper engagiert Seit 1950 
Mitglied der Staatsoper Miinchen, seit 1955 zugleich an der Wiener 
Staatsoper verpflichtet. Grofie Erfolge bei den Salzburger Festspie 
len, zumal als Ochs im Rosenkavalier. Wirkte in Salzburg auch 
in Urauffuhrungen moderner Opern mit (1954 Penelope von 



59 Bohnen 

Liebermann, 1955 Irische Legende von Egk). 1952 sang er in 
Bayreuth den Pogner in den Meistersingern. Gastspiele an der 
Mailander Scala, in London, Lissabon und Budapest, 1954 Debut 
an der New Yorker Metropolitan Oper als Pogner; Tournee durch 
Siidafrika. Vor allem in den Buffo-Partien seines Stirnmfachs, aber 
auch im Wagner-Gesang geschatzt. 

Seine ersten Flatten kamen erst nach dem zweiten Weltkrieg her- 
aus, und zwar auf DGG (u. a. vollstandiger Rosenkavalier). Fast 
alles erschien von ihm auf Langspiel-Platten bei Decca, Urania 
(Verkaufte Braut, Rosenkavalier, Lohengrin), Columbia 
(Waffensohmied), Ariola, HMV, Philips, darunter vollstandige 
Opern (Don Giovanni*, Zauberflote, Frau ohne Schatten*)- 
Boerner, Charlotte, Sopran, * 22. 6. 1900 Leipzig; erstes Musik- 
studium bei Max Wunsche in Leipzig, Ausbildung der Stimme 
durch ihre Mutter, die Konzertsopranistin Hildegard Boerner. Sie 
war in den Jahren 192123 in Berlin als Operettensangerin tatig, 
debiitierte als Opernsangerin 1923 an der Staatsoper von Dres 
den und war 192328 als lyrischer Sopran an der Berliner Staats 
oper engagiert. 1928 kam sie nach Nordamerika, wo sie grofie 
Gastspiel- und Konzertreisen unternahm. 193133 sang sie an der 
Oper von Philadelphia. Sehr oft an der Oper von San Francisco 
aufgetreten, u. a. 1936 als Eudoxia in La Juive, 1937 als Musette 
in La Boheme. Auch in Siidamerika war sie sehr erfolgreich; 
193132 Konzert-Tournee in Holland. 

Schallplatten auf Vox und Poly dor, Privat-Aufnahmen aus Ame- 
rika. 

Botel, Heinrich, Tenor, * 6. 3. 1854 Hamburg, 1 6. 1. 1938 Hamburg; 
arbeitete zuerst als Kutscher im Fuhrgeschaft seines Vaters. Seine 
Stimme wurde durch den Direktor des Hamburger Opernhauses, 
Bernhard Pollini, entdeckt. Dieser liefi ihn durch den Kapellmeister 
Zumpe und durch Franz Kriikl in Hamburg ausbilden. 1883 Debut 
an der Hamburger Oper als Manrico im Troubadour; blieb wah- 
rend seiner gesamten Karriere in Hamburg. Gastspiele in Berlin, 
Wien, Koln, Stuttgart und Breslau. Als seine Glanzrolle gait der 
Chapelou im Postillon von Lonjumeau von Adam (wobei man 
auch immer wieder seine Fertigkeit im Peitschenknallen bestaunte). 
Daneben sang er jedoch ein umfangreiches Repertoire. Sein Sohn 
Bernhard Botel (* 1883) hatte gleichfalls eine erfolgreiche Karriere 
als Tenor. 

6 seltene Aufnahmen auf HMV (Hamburg, 1908), darunter auch 
das Postillonlied aus dem ^Postilion von Lonjumeau*. 

Bohnen, Michael, Bafi-Bariton, * 2. 5. 1887 Koln, t 26. 4. 1965 
Berlin. Gesangstudium am Kolner Konservatorium bei Schulz- 
Dornburg. Debiit 1910 am Opernhaus von Diisseldorf, 191114 am 
Hoftheater Wiesbaden engagiert. Sprang 1914 an der Berliner Hof- 
oper fur den erkrankten Paul Kniipfer als Gurnemanz im Parsi- 
al ein und hatte einen sensationellen Erfolg. 1914 Gastspiel an 



Bokor 60 

der Coventgarden Oper von London und bei den Festspielen von 
Bayreuth. Wurde zu Beginn des ersten Weltkrieges Soldat, 1916 
aber an die Berliner Hofoper berufen, der er bis 1918 angehorte, 
und an der er audi spater immer wieder gastierte. 1922 folgte er 
einem Ruf an die Metropolitan Oper von New York, an der er bis 
1933 grandiose Erfolge hatte. Kam dann nach Deutschland zuriick 
und war 193545 am Deutsdien Opernhaus von Berlin enga- 
giert, betatigte sich jetzt aber hauptsachlich beim Tonfilm. Cast- 
spiele und Konzerte in den Musikzentren in aller Welt. 194547 
Intendant der Stadtischen Oper Berlin; an dieser Buhne verabschie- 
dete er sich 1951 als Hans Sachs in den Meistersingern von der 
Buhne; kurze Zeit mit der Sopranistin Mary Lewis, spater mit der 
Tanzerin La Jana verheiratet. 

Machtvolle Stimme von grofiem Tonumfang und erregender Aus- 
drucksgewalt, die sowohl im Bafi- als im Baritonfach ein umfang- 
reiches Repertoire meisterte, dazu genialer Darsteller. 
Zahlreiche Schallplatten der Marken Brunswick, Pathe", HMV, 
Polydor, Odeon, Ultraphon, vollstandige Aufnahme von Webers 
Abu Hassans auf Urania (1941). 

Bokor, Margit, Sopran, ^1905 Budapest, 1 9. 11.1949 New York. 
Erhielt Gesangunterricht in Budapest und Wien. 1928 debiitierte 
sie an der Nationaloper von Budapest. 1930 Gastspiel in Berlin als 
Leonore im Troubadour-, 193135 Mitglied der Staatsoper Dres 
den. Hier sang sie am i. 7. 1933 in der Urauffuhnmg der Ri- 
chard-Strauss-Oper Arabella* die Zdenka. Seit 1934 wirkte sie bei 
den Salzburger Festspielen mit, vor allem als Octavian im Rosen- 
kavalier*. 193538 an der Staatsoper Wien tatig, Gastspiele in 
Italien und 1938 in Amsterdam. 1939 wanderte sie nach Nord- 
amerika aus; dort sang sie an den Opern von Chicago und Phil 
adelphia, auch einmal bei einem Gastspiel der New Yorker Metro 
politan Oper mit deren Ensemble in Philadelphia. 1947 trat sie an 
der New York City Centre Opera auf. 

Von ihr existiert eine einzige offizielle Aufnahme, das Duett aus 
Arabella, zusammen mit Viorica Ursuleac, auf Polydor. 

Bonci x Alessandro, Tenor, * 10. 2. 1870 Cesena, 1 10. 8. 1940 Viser- 
ba bei Rimini; zunachst Schuhmacherlehrlmg, nach Entdeduing 
seiner Stimme Ausbildung am Konservatorium von Pesaro bei 
Felice Coen, dann bei Enrico Delle Sedie in Paris. 1892 Solist im 
Chor des Wallfahrtsortes Loreto. 1896 Debut am Teatro Regio von 
Parma als Fenton in Verdis Falstaf. Ein Gastspiel in Livorno 
fiihrte bereits 1897 zu seinem Auftreten an der Mailander Scala 
als Arturo in I Puritani* von Bellini. Es folgten Gastspiele in 
St. Petersburg, Wien, Berlin, Lissabon und Madrid. 1900 erstmals 
an der Londoner Coventgarden Oper, wo er seitdem immer wie 
der auftrat 1906 an das Manhattan Opera House in New York 
verpflichtet; hier sang er in der Eroffnungsvorstellung des neu ge- 
gnindeten Hauses den Arturo in I Puritani*. 190710 Mitglied 



61 Boninsegna 

der Metropolitan Oper New York (Antrittspartie: Herzog im Ri- 
goletto*)- Seit 1909 grofie Erfolge in Siidamerika, 191011 Nord- 
amerika-Tournee, 191314 in Madrid und Barcelona, 1914 und 
nochmals 1919-21 an der Oper von Chicago. Wahrend des ersten 
Weltkrieges freiwillig bei der italienischen Luftwaffe. Nahm 1918 
seine Karriere wieder am Teatro Colon in Buenos Aires auf ; in der 
Saison 192223 am Teatro Costanzi in Rom. Seit 1923 Gesangleh- 
rer in New York, kehrte aber 1925 nach Italien zuriick und lebte 
ganz zuriickgezogen in Mailand. 

Eine der schonsten Tenorstimmen, die die Platte bewahrt hat, un- 
ubertroffen in der souveranen Beherrschung der Technik und in 
der feinsinnigen Nuancierung ihrer Ausdruckskunst. 
Zahlreiche schone Aufnahmen auf Edison-Platten und -Zylindern, 
auf Columbia und Fonotipia. 

Bonelli, Richard, Bariton, * 6. 2. 1894 Port Byron (bei New York); 
eigentlich Richard Bunn. Zuerst Studium an der Syracuse Univer 
sity, dann Gesangausbildung. Debut 1915 an der Brooklyn Aca 
demy als Valentin im Faust*. Nach dem ersten Weltkrieg Wei- 
terbildung bei Jean de Reszke in Paris. Gastspiele in Monte Carlo, 
an der Mailander Scala und an den Pariser Opernhausern. 1925 
bis 1931 bedeutende Erfolge an der Oper von Chicago. 193245 
MitgUed der New Yorker Metropolitan Oper. Lebt als Padagoge in 
New York. Man schatzte ihn zumal als Interpreten italienischer 
Opernpartien, aber auch als Wolfram im Tannhauser. 
Schallplarten: Brunswick, Allegro Royale. 

Bonini, Francesco Maria, Bariton, * 1865 Neapel, 1 11. 1. 1930 Mai- 
land; ausgebildet am Konservatorium San Pietro a Majella in Nea 
pel bei Benjamino Carelli. Debut 1896 am Teatro Mercadante in 
Foggia. Sang 189798 am Theatre Royal in Malta und an der Oper 
von Kairo. Es folgten Gastspiele an italienischen Biihnen, 1900 
und 1902 an der Oper von Odessa, 1901 am Teatro Col6n von 
Buenos Aires, 1903 am Teatro Lirico in Mailand. 1903 kam er an 
die Mailander Scafa; in den Jahren 190408 und 1918 hatte er am 
Teatro San Carlo von Neapel Erfolge. 190507 am Teatro San 
Carlos von Lissabon engagiert, 1913 am Teatro Real von Madrid. 
1912 sang er nochmals an der Scala, 1918 am Teatro Costanzi von 
Rom, dazu an vielen anderen italienischen Biihnen. 1927 gab er 
seine Karriere auf; danach Padagoge in Mailand. 
Seine Schallplatten erschienen ausschlieSlich auf Fonotipia (Mai 
land, 190506). 

Boninsegna, Celestina, Sopran, * 26. 2, 1877 Reggio Emilia, 1 14. 2. 
1947 Mailand. Sang bereits mit 15 Jahren bei einer Opernauffuh- 
rung in Reggio Emilia die Norina im Don Pasquale, dann Stu 
dium am Liceo Rossini in Pesaro bei Virginia Boccabadati. 1899 
Buhnendebiit am Stadttheater von Piacenza in Goldmarks *K6ni- 
gin von Saba. Sang dann am Teatro dal Verme in Mailand, am 
Teatro Costanzi in Rom, in Cremona und Genua, 1901-02 Cast- 



Borg 62 

spiele in Siidamerika, 1904 und 1905 an der Londoner Covent- 
garden Oper. 1904-05 an der Mailander Scala als Aida; 190607 
an der Metropolitan Oper New York, wo sie als Aida mit Enrico 
Caruso als Partner debiitierte. Es folgten Gastspiele in Spanien 
und Sudamerika. 190910 Mitglied der Oper von Boston, 1913 
Gastspiele in Rutland, 1920 sang sie an der Oper von Havanna. 
1923 gab sie ihre Karriere auf. Sparer lebte sie in der Casa di 
riposo in Mailand. 

Die Schallplatten der Sangerin prasentieren eine der schonsten 
Sopranstimmen ihrer Epoche, sowohl was die musikalische Durch- 
bildung als die nuancenreidie Ausdrucksfulle dieser Stimme an- 
geht. Man kann sagen, da sie beriihmter durch ihre Sdiallplatten 
als durch ihre eigentliche Karriere geworden ist. Aufnahmen auf 
G & T (Mailand 1904-07), auf HMV, Columbia, Edison und Pathe". 

Borg,Kim,Bafi-Bariton,* 7. 8. 1919 Helsinki; zuerst Chemie-Studium 
und Examen als Diplonvlngenieur, dann Ausbildung der Stimme 
an der Sibelius- Akademie in Helsinki durch Heikki Teittinen; ab- 
schlieJSende Studien bei Magnus Andersen in {Copenhagen und bei 
Adelaide von Skilondz in Stockholm. Konzertdebiit 1947. 1951 
Buhnendebiit am Stadttheater von Aarhus. Seit 1952 durch Gast- 
spielvertrage mit den Opern von Kopenhagen und Helsinki ver- 
bunden. Konzertreisen durch Deutschland, Osterreich, Holland, 
Nordamerika, Kanada, Israel. Sehr erfolgreiche Gastspiele in Wien, 
Munchen und Berlin, sang bei den Opernfestspielen von Glynde- 
bourne, Edinburgh und Salzburg. 1959 an die Metropolitan Oper 
New York berufen (Antrittsrolle: Graf Almaviva in Figaros 
Hochzeit). Lebt in Glostrup (Danemark). 

Seine dunkel timbrierte, machtvolle BaSstimme bewahrt sich in 
einem vielgestaltigen Biihnenrepertoire, aber ebenso auch im Ora- 
torien- und Liedgesang. Zuletzt wandelte sich seine Stimme zum 
Bariton. 

Viele Aufnahmen auf HMV (Boris Godunow*-), zumal auf DGG 
(Die Schopfung*, Requiem-Messen von Mozart und Verdi, Zau~ 
berflote, Madame Butterfly*, Tosca). 

Borgatti, Giuseppe, Tenor, * 19. 3. 1871 Cento (bei Bologna), 
f 18. 10. 1950 Mailand. Seine Stimme wurde entdeckt/ wahrend er 
als Maurer arbeitete. 1893 Debut am Stadttheater von Castel- 
franco Veneto. 1896 sang er erstmalig an der Mailander Scala, und 
zwar am 28.3.1896 in der Urauffuhrung von Giordanos An- 
drea Che"nier die Titelpartie, Seitdem war er standig an der Scala 
tatig; 1900 sang er hier den Cavaradossi in der Premiere von Puc- 
cinis Tosca, 1906 den Herodes in der Erstauffuhrung vonSa- 
lome. Er wurde in der Folge der bedeutendste italienische Wag 
ner-Tenor seiner Zeit. Man lud ihn sogar ein, bei den Bayreuther 
Festspielen mitzuwirken. Sehr beliebt war er in Sudamerika, zu 
mal am Teatro Col6n von Buenos Aires, 1913 erblindete er plotz- 
lich auf der Biihne der Scala wahrend einer Tristan-Probe. Seit- 



63 Bori 

dem sang er noch im Konzertsaal und war in Mailand als Pad- 

agoge tatig. 

Schallplatten auf Fonotipia (Mailand, 1905), Pathe (sehr selten); 

1928 wurde eine elektrische Aufnahme von seiner Stimme ge- 

macht. 

Borgioli, Armando, Bariton, * 1898 (?) Florenz, t 20. 1. 1945 bei 
Bologna; begann seine Buhnenlaufbahn 1923. 1926 am Stadt- 
theater von Catania und bei den Festspielen von Verona; 1927 an 
die Mailander Scala berufen (Antrittsrolle: Alfio in Cavalleria 
rusticana). Bis 1944 ist er regelma'Eig dort zu horen gewesen, 
ebenso an anderen fiihrenden italienischen Theatern. 1928, 1933 
und 1938 Gastspiele an der Coventgarden Oper London. 193236 
Mitglied der New Yorker Metropolitan Oper, auch grofie Erfolge 
in Sudamerika, zumal in Buenos Aires und Rio de Janeiro. Wah- 
rend des zweiten Weltkrieges sang er in Italien und gastierte in 
Deutschland und Holland. Als er am 20. 1. 1945 in einem Omni 
bus von Mailand zu einer Vorstellung nach Bologna fuhr, wurde 
er bei einem Tieffliegerangriff todlich verletzt. 
Prachtvolle, ausdrucksreiche Baritonstimme, vor allem im italic- 
nischen Repertoire erfolgreidi. 

Sang auf Columbia in einer vollstandigen Aida~Aufnahme den 
Amonasro, auf HMV den Scarpia in Tosca. 

Borgioli, Dino, Tenor, * 15. 2. 1891 Florenz, 1 13. 9. 1960 Lon 
don. Nach anfanglichem Jurasrudium liefi er seine Stimme ausbil- 
den und debxitierte 1918 am Teatro dal Verme in Mailand. Kam 
bald an die Mailander Scala, wo er durch Toscanini gefordert 
wurde. Gastspiele fiihrten ihn an die Coventgarden Oper in Lon 
don, an das Teatro Col6n in Buenos Aires, nach Paris, Briissel und 
Berlin. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1931 den Grafen 
Almaviva im Barbier von Sevilla*-, 193536 den Fenton im Fal- 
staff* von Verdi. 193435 Mitglied der Metropolitan Oper New 
York. Seit 1939 lebte der Kiinstler, der mit der australischen San- 
gerin Patricia Moore verheiratet war, in London. 1946 nahm er von 
der Biirme Abschied und leitete dann die von ihm begriindete New 
London Opera Company, zugleich war er in London als Padagoge 
tatig. 

Schone lyrische Stimme. 

Sang auf Columbia u. a. in vollstandigen Opern (Rigoletto und 
Barbier von Sevilla). 

Bori, Lucrezia, Sopran, * 24. 12. 1887 Valencia, 1 12. 5. 1960 New 
York. Studierte Klavierspiel und Musiktheorie am Konservato- 
rium von Valencia. Ihre Stimme wurde wahrend einer Italienreise 
1908 entdeckt. Noch im gleichen Jahre Debiit am Teatro Costanzi 
in Rom als Micaela in Carmen, Dabei war sie so erfolgreich, 
dafi sie fur die folgende Spielzeit an die Mailander Scala verpflich- 
tet wurde. Hier sang sie 1911 in der Erstauffuhrung des Rosen- 
kavalier* den Octavian. Seit 1910 gastierte sie ha*ufig am Teatro 



Borkh 64 

Colon von Buenos Aires; grofie Erfolge auch in Paris, London, 
Madrid und Barcelona. 1912 wurde sie an die Metropolitan Oper 
New York berufen; als Antrittsrolle sang sie die Titelfigur in 
Manon Lescaut* von Puccini mit Enrico Caruso als Partner. 
1915-19 muSte sie sich nach bedeutenden Erfolgen krankheitshal- 
bervon der Buhne zuriickziehen. 191936 war sie dannwieder eine 
der groSen Primadonnen der Metropolitan Oper. Gastspiele und 
Konzertreisen nahmen in aller Welt einen iiberaus glanzvollen 
Verlauf. Nach ihrem Abschied von der Buhne 1936 trat sie als 
erste Frau in das Direktorium der Metropolitan Oper ein. 
Wundervoll gebildeter lyrischer Sopran von einer ungewohnlichen 
Farbenpracht des Ausdrucks, vor allem im italienischen und fran- 
zosischen Repertoire gefeiert. 
Edison-Zylinder und -Platten; viele Aufnahmen auf Victor. 

Borkh, Inge, Sopran, * 26. 5. 1917 Mannheim, Tochter eines Schwei- 
zer Diplomaten; erhielt am Reinhardt-Seminar des Wiener Burg- 
theaters eine Ausbildung als Schauspielerin und war als solche seit 
1937 in Linz (Donau), seit 1938 in Basel tatig. Dann Gesangstu- 
dium bei Muratti in Mailand. 1940 Debut am Stadttheater von 
Luzern als Agathe im Freischiitz. Sang wahrend des zweiten 
Weltkriegs in Luzern, Basel und Zurich. 1950 begann sie eine aus- 
gedehnte Gastspieltatigkeit, zunachst in Munchen und Berlin. 1952 
sang sie bei den Bayreuther Festspielen die Sieglinde in der Wal- 
kiire. Glanzvolle Gastspiele an den Staatsopern von Wien, Ham 
burg und Stuttgart, in Barcelona, Lissabon und Neapel. 1954 beim 
Maggio musicale von Florenz als Eglantine in Webers Euryanthe 
gefeiert; sang 1954 bei den Festspielen von Salzburg in der Urauf- 
fuhrung der <Irischen Legende* von Egk die Rolle der Cathleen. 
1953 zu Cast an der Oper von San Francisco. An der Mailander 
Scafa wie an der Londoner Coventgarden Oper und an der Stad- 
tischen Oper Berlin als Interpretin des hochdramatischen Fachs, 
namentlich als Salome und Elektra, umjubelt. 1957 kam sie an 
die New Yorker Metropolitan Oper (Antrittsrolle: Salome in der 
gleichnamigen Richard-Strauss-Oper). Verheiratet mit dem Bari- 
ton Alexander Welitsdi. 

Ihre ersten Platten erschienen noch in der Schweiz auf Imperial, 
darunter auch Operetten- Auf nahmen; sang dann auf Decca (voll- 
standige Oper Turandot), RCA, DGG (Antigonae von C, Orff, 
Elektra, Frau ohne Schatten). 

Boronat, Olimpia, Sopran, * 1867 Genua; 1 1934 Warschau; Vater 
italienischer Offizier, Mutter Spanierin. Wurde am Mailander Kon- 
servatorium durch Leoni ausgebildet. Debiit 1886 in Neapel, an- 
schlieJSend Tournee durch Mittel- und Siidamerika. Trat dann an 
den grofien italienischen Theatern, auch an der Scala in Mailand, 
auf. 1891 gastierte sie an der Hofoper von St. Petersburg, wo sie 
aufierordentlich erfolgreich war. 1903 heiratete sie den polnischen 
Grafen Rzewuski (den sie auf einer Soiree bei dem GroJSfursten 



65 Botta 

Nikolai Nikolaiewitsdi kennengelernt hatte). Sie lebte dann zu- 

erst zurxickgezogen auf ihren riesigen Besitzungen in Polen, nahm 

aber 1905 Hire Karriere wieder auf. Abermals glanzende Erfolge 

in St. Petersburg, Moskau, Kiew und Warsdiau. 1914 eroffnete sie 

in Warsdiau eine Gesangsdiule; 1922 trat sie in einem Wohltatig- 

keitskonzert letztmals auf. 

Eine der sdionsten Koloraturstimmen, die auf Sdiallplatten erhal- 

ten sind, von vollendeter Beherrschung der Gesangtechnik und 

ausgepragtem Stilempfinden. 

Seltene Sdiallplatten auf G & T (St. Petersburg, 1904) und auf 

HMV (Mailand, 1908). 

Borthayre, Jean, Bariton, * 1907 (?) Mauleon (in den baskisdien 
Pyrenaen). Seine Stimme wurde wahrend der Militardienstzeit ent- 
deckt. Darauf Studium am Conservatoire national von Paris. De 
but 1937 am Opernhaus von Algier. 1939 wurde er beim Ausbradi 
des Krieges wieder zur Armee eingezogen. 1943 setzte er seine 
Karriere am Capitol von Toulouse fort. Nach 1945 sang er in Bor 
deaux, Lyon, Marseille und Strafiburg und gastierte an den Opern 
von Gent und Antwerpen. 1951 kam er an die beiden grofien Opern- 
theater von Paris, die Grand Opra und die Opera comique. Seit- 
her gait er als einer der bedeutendsten franzosischen Vertreter 
seines Stimmfadis. 
Ausdrudcsstarke Baritonstimme. 

Von dem Kiinstler sind zahlreidie Sdiallplatten auf den Marken 
Pathe (Faust von Gounod), HMV (Manon von Massenet), Decca 
(Lakm< von Delibes) und Nixa (Maskenball von Verdi) vor- 
handen. 

Bosetti, Hermine, Sopran, * 28. 9. 1875 Wien, 1 1. 5. 1936 Ho- 
henrain (Obb.); eigentlidi Hermine von Flid; ausgebildet durdi 
Frau Aurelie Jager-Wilczek in Wien, debutierte 1898 am Hof thea 
ter Wiesbaden als Anndien im Freischutz. Blieb dort bis 1900, 
dann 190001 an der Wiener Hofoper. Seit 1901 bis zu ihrem Ab- 
sdiied von der Buhne 1924 Mitglied der Mxindiener Hofoper, wo 
sie sehr beliebt war (Antrittsrolle: Marie in der Regiments todi- 
ter von Donizetti). Gastspiele braditen ihr audi in Holland und 
Belgien, an der Londoner Coventgarden Oper und in Rufiland 
viel Erfolg; in St. Petersburg sang sie u. a. als Partnerin von Mat- 
tia Battistini. 192430 Lehrerin am Hoch'sdien Konscrvatorium in 
Frankfurt a. M., dann in Miindien. 
Brillant gefuhrte, virtuose Koloraturstimme. 
Schone Sdiallplatten, die altesten auf G & T (Miindien, 1906), 
weitere auf Odeon und Polydor. 

Botta, Luca, Tenor, * 16. 4. 1882 Amalfi, t 29. 9. 1917 New York. 
Schiller von Guglielmo Vergine in Neapel. Debut 1911 in Neapel 
als Turiddu in Cavalleria rusticana*. Gastspiele in Turin, Man 
tua, Verona, Mailand und an der Oper von Malta, 1913 kam er 
nach Nordamerika; sang hier zuerst bei der Western Metropoli- 



tan Opera Company in Kalifornien. Bei einem Gastspiel dieser 
Tnippe in New York horte ihn die gefeierte Sopranistin Frances 
Alda, die ihm fur 1914 ein Engagement an der Metropolitan Oper 
in New York vermittelte. Als Antrittsrolle sang er mit groEem 
Brfolg den Rudolf in La Boheme*. In den folgenden Jahren eilte 
er an der Metropolitan Oper von Erfolg zu Erfolg, so dafi man in 
ihm den Nachfolger Carusos erblickte. 1914 gastierte er am Teatro 
Colon von Buenos Aires. Er erkrankte jedoch an einem Hirntumor. 
Herrliche Tonstimme von strahlendem Glanz. 
Seltene Sdiallplatten der Marke HMV. 

Bone, Ge"ori, Sopran, * 16. 10. 1918 Toulouse; studierte am dortigen 
Konservatorium und debutierte 1935 am Opernhaus von Toulouse. 
Schlofi ihre Ausbildung in Paris bei Reynaldo Hahn und Henri 
Busser ab. Sang an Operettentheatern der franzosischen Haupt- 
stadt und kam 1938 an die Opera comique von Paris (Antritts 
rolle: Mireille). Wichtige Erfolge an den beiden grofien Opern- 
theatern von Paris. Nadi dem zweiten Weltkriege Gastspiele in 
Briissel und Nizza, am Teatro Liceo von Barcelona, an der Oper 
von Mexico City, in Deutschland und Italien. In Frankreich als 
lyrische Sopranistin innerhalb ihrer Generation kaum iibertroffen; 
verheiratet mit dem Bariton Roger Bourdin, 

Sdiallplatten: Odeon, Urania (vollstandige Thai's),HMV(Faust 
unter Beecham), Columbia (Hoffmanns Erzahlungen*)- 

Bourdin, Roger, Bariton, "14. 6, 1900 Paris; studierte am Con 
servatoire national von Paris. Debut 1922 an der Pariser Ope"ra 
comique, seitdem Mitglied dieser Buhne. Gastierte an der Grand 
Opera von Paris, in Nizza, Monte Carlo, Marseille und Briissel. 
1930 sang er an der Londoner Coventgarden Oper den Pelleas in 
Pelle"as et Melisande*, auch Gastspiele in Italien. Sang an der 
Op^ra comique in zahlreichen Urautfuhrungen (1927 Sophie Ar- 
noult von Gabriel Pierne", 1930 Le Roi d'Yvetot* von Ibert, 
1944 Amphytrion 38* von Marcel Betrand, 1951 -^Madame Bo- 
vary* von Bondeville, 1950 Bolivar von Darius Milhaud). Ver 
heiratet mit der Sopranistin G&ori Boue. 

Schallplatten auf Odeon und Urania (vollstandige Aufnahmen 
Tha'is und <cWerther>) sowie auf Decca (vollstandige Manon>). 

Bouvier, H^lene, Alt, * 20. 6. 1905 Paris; Schulerin des Conser 
vatoire national in Paris. 1930 Debut am Opernhaus von Nantes 
in der Titelrolle in Glucks Orpheus. 1939 kam sie an die bei 
den grofien Opernhauser von Paris, die Grand Ope"ra und die 
Op6ra comique. Seitdem bedeutende Karriere in der franzosisdien 
Metropole. International beriihmt als Dalila in Samson und 
Dalila* und als Genevieve in ^Pelle'as et M^lisande^, Gastierte in 
Holland und Belgien sowie in Monte Carlo. 1947 am Teatro Col6n 
von Buenos Aires zu Cast/ sang beim Holland Festival 1952 die 
Jokaste in ^Oedipus Rex von Strawinsky. Bedeutendste franzo- 
sische Altistin ihrer Zeit. 



67 Brandt-Forster 

Sang auf Pathe* u. a. in vollstandigen Aufnahmen von Samson 
und Dalila* von Saint-Saens und Enfance du Christ* von Ber 
lioz, auf Decca in Oedipus Rex von Strawinsky und in Pelleas 
et Melisande*. 

Bovy, Vina, Sopran, * 22. 5. 1900 Gent; ausgebildet am Konser- 
vatorium von Gent, wo sie auch bereits 1917 in Hansel und Gre- 
tel von Humperdinck debiitierte. 1920-23 am Theatre de la Mon- 
naie in Briissel, dann bedeutende Erfolge an italienischen Biihnen. 
1927 Gastspiel am Teatro Colon von Buenos Aires, weiter in Bar 
celona und Madrid, in Monte Carlo und Venedig, in Mailand und 
Rom, vor allem aber in Paris und Briissel. 193639 war sie an der 
New Yorker Metropolitan Oper engagiert. 194756 leitete sie als 
Direktorin die Oper von Gent. 

VortrefElich geschulte Koloraturstimme, im franzosischen wie im 
italienischen Repertoire gleich beheimatet. 

Sang Flatten der Marken HMV und Columbia (hier in vollstan- 
diger Aufnahme ^Hoffmanns Erzahlungen). 

Brandt, Marianne, Alt, * 12. 9. 1842 Wien, 1 9. 7. 1921 Wien, 
eigentlich Marie Bischof. Besudite 186266 das Konservatorium 
der Stadt Wien als Schulerin von Zeller und Frau Marschner. 
Debut 1867 am Stadttheater von Olmiitz als Rachel in HaleVys 
Judin. Nach einem Gastspiel in Graz erregte sie 1868 an der 
Berliner Hofoper Aufsehen als Fides im Propheten von Meyer 
beer. 1868-86 war sie dann die Erste Altistin der Berliner Hof 
oper. 1869-70 studierte sie nochmals bei Mme Viardot-Garcia in 
Baden-Baden. Seit 1872 oft an der Coventgarden Oper in London 
zu Gast, seit 187383 auch an der Hofoper von Wien. Vor allem 
als geniale Wagner-Interpretin geschatzt. Daher iibertrug Wagner 
ihr bei der Urauffuhrung des Parsifal in Bayreuth 1882 die Par- 
tie der Kundry, in der sie mit Amalie Materna und Therese Malten 
alternierte. Bereits 1876 hatte sie in Bayreuth in der Urauffuhrung 
der G6tterdammerung die Waltraute gesungen. 188488 grofie 
Triumphe an der New Yorker Metropolitan Oper. Seit 1890 lebte sie 
als Gesangpadagogin in Wien und trat noch im Konzertsaal auf. 
Grofie dramatische Stimme von ungewb'hnlichem Umfang, so dafi 
sie auch Partien fur dramatischen Sopran singen konnte. 
1905 wurde ihre Stimme auf 3 Pathe'-Zylindern dokumentarisch 
festgehalten. 

Brandt-Forster/ Ellen, Sopran, * 11. 10. 1866 Wien, 1 1921 Wien; 
begann mit 14 Jahren das Gesangstudium bei Louise Dustmann 
und bei Emilie Dorr in Wien. Debiitierte 1885 am Stadttheater 
von Danzig als Marguerite im Faust von Gounod. 1886 wirkte, 
sie bei den Festspielen von Bayreuth mit. 1887 wurde sie an die 
Wiener Hofoper berufen, an der sie bis zum Ende ihrer Karriere 
blieb. Am 16. 2. 1892 sang sie an dieser Buhne in der Urauffuh 
rung der Oper Werther von Massenet die Partie der Sophie. 
Auch als Konzert- und Liedersangerin war sie erfolgreich; sie 



Brannigan 68 

wirkte in Wien oft bei Hofkonzerten mit. 1909 nahm sie von der 
Biihne Abschied. 

Ihre Stimme 1st durdi einige seltene Schallplatten der Marke G & T 
(Wien, 1902) erhalten. 

Jrannigan, Owen, Bafi, * 1917 (?) Northumberland, studierte bis 
1942 an der Guildhall School of Music in London. Er sang zuerst 
bei der Sadler's Wells Opera, dann Erfolge an der Coventgarden 
Oper London. Er wirkte in mehreren Urauffuhrungen von Opern- 
werken von Benjamin Britten mit, so am 7. 6. 1945 an der Sadler's 
Wells Oper in London in Peter Grimes als Swallow, bei den 
Festspielen von Glyndebourne 1946 in The Rape of Lucretia, 
1947 wiederum in Glyndebourne in Albert Herring, 1960 beim 
Aldeburgh Festival in A Midsiimmemight's Dream. 
Bedeutender Or atorien-B assist. 

Schallplatten : Decca (Peter Grimes*, Albert Herring*, DerMes- 
sias), HMV. 

Branzell, Karin, Alt, * 24. 9. 1891 Stockholm; urspriinglich Orga- 
nistin in Stockholm, dann Gesangausbildung durch Thekla Hafer 
in Stockholm, Ludwig Mantler und Louis Bachner in Berlin, schliefi- 
lich durch Enrico Rosati in New York. Buhnendebut 1912 an der 
Koniglichen Oper von Stockholm, wo sie bis 1918 blieb. 191833 
Mitglied der Staatsoper Berlin, an der man sie in einer Fiille von 
Partien bewunderte. 1924 kam sie erstmals an die Metropolitan 
Oper New York, an der sie bis zu ihrem Abschied von der Biihne 
1944 aufgetreten ist. 1926 glanzvolles Gastspiel arn Teatro Col6n 
von Buenos Aires, sang 193031 bei den Festspielen von Bayreuth 
die Fricka und die Waltraute. Gastierte in Paris, Wien, Mailand, 
London, Briissel, Chicago und San Francisco; auch als Konzertsan- 
gerin sehr erfolgreich. Seit 1946 Padagogin an der Juilliard-Schule 
in New York. 

Umfangreiche, samtige Stimme von grojSer Wandlungsfahigkeit. 
Die Ktinstlerin sang akustisch auf Homochord, Brunswick und Ho- 
mophon, elektrisch auf den Marken Parlophon, HMV, Brunswick, 
Odeon und Urania. 



Braslau, Sophie, Alt, * 16. 8. 1892 New York, 1 22. 12. 1935 
York. Tochter des russischen Wissenschaftlers Abel Braslau. Nach- 
dem sie zuerst Klavierspiel studiert hatte, wurde ihre Stimme 
durch die Padagogen Buzzi-Peccia, Sibella, Herbert Witherspoon 
und Marafioti, schliefilich durch Marcella Sembrich ausgebildet. 
Debut 1914 an der Metropolitan Oper New York (unsichtbar) als 
Stimme aus der Hohe im ^Parsifal*. 191420 sehr erfolgreich an 
der Metropolitan Oper, wo sie u. a. in den Urauffuhrungen von 
Madame Sans-GSne* von Giordano (1915) und Shanewis von 
Cadman (1918) sang. 1918 trat sie in Ravinia bei Chicago auf; 
seit 1920 grofie Karriere als Konzert-Altistin in Amerika, 1931 
ausgedehnte Europa-Tournee. 193031 nochmals an der Oper von 
Philadelphia als Carmen und als Marina im Boris Godunow*. 



69 Braun 

Pastose, dunkel timbrierte Stimme von grower Ausdrucksfahig- 

keit. 

Sdiallplatten: Victor, Columbia. 

Braun, Carl, Bafi, * 2. 6. 1886 Meisenheim, 1 24. 4. 1960 Hamburg. 
Studierte bei Hermann Gausdie in Kreuznach und kam 1904 als 
Eleve an die Berliner Hofoper; hier weitere Ausbildung durch 
Eugen Robert Weifi. 1906-11 am Hoftheater Wiesbaden, 1911-12 
an der Wiener Hofoper, 1912-14 an der Stadtischen Oper Berlin 
engagiert. Wurde zumal als Wagner-Interpret bekannt und wirkte 
190631 bei den Festspielen von Bayreuth mit. 191217 Mitglied 
der New Yorker Metropolitan Oper, 1920-27 an der Berliner Staats- 
oper engagiert. 1922 und 1923 bei Tourneen in Sudamerika be- 
deutende Erfolge, ebenso in den Jahren 192831 in Nordamerika. 
1933 als Sanger und Regisseur an das Deutsdie Opernhaus Berlin 
verpflichtet, 1935-36 Regisseur an der Berliner Volksoper und am 
Stadttheater von Danzig. Seit 1937 lebte er als Konzertagent in 
Oberhausen, seit 1949 in Hamburg. 

Flatten der Marken Odeon, Vox und Columbia haben seine Stimme 
erhalten, 

Braun, Hans, Bariton, * 14. 5. 1917 Wien; gehorte als Kind zu den 
Wiener Sangerknaben. Ausbildung der Stimme durch Hermann 
Gallos und Hans Duhan in Wien. Debiitierte 1938 am Stadttheater 
von Konigsberg (Ostpreufien) als Graf Almaviva in Figaros Hodi- 
zeit>. Es folgten Verpflichtungen am Stadttheater von Bremerhaven, 
am Landes theater von Saarbriicken und am Deutschen Opernhaus 
Berlin. 1945 folgte er einem Ruf an die Wiener Staatsoper, der er 
seither angehort. Gastierte an der Coventgarden Oper London, an 
der Mailander Scala, am Teatro San Carlo von Neapel, beim Mag- 
gio musicale von Florenz, in Berlin, Munchen und Hamburg. Bei 
den Salzburger Festspielen erregte er 1950 als Olivier im Capric- 
cio von R. Strauss Aufsehen. 1953 sang er bei den Festspielen 
von Bayreuth den Heerrufer im Lohengrm>. Verheiratet mit der 
Altistin Dagmar Hermann (* 1921). 

Sang auf vielen Marken, darunter auch in integralen Opern, u. a. 
auf DGG (Carmina burana* von Orff), Cetra (Elektra), Decca 
(Salome, Lohengrin), Philips, Vanguard-Amadeo, MMS und 
Bertelsmann. 

Braun, Helena, Sopran, * 1903 Diisseldorf ; studierte in Diisseldorf 
und Koln und debiitierte 1929 am Stadttheater von Koblenz. 1931 
kam sie an das Stadttheater von Bielefeld, 1933 an das Stadt 
theater von Wuppertal, 1934 an das Staatstheater von Wiesbaden, 
wo sie bis 1940 blieb. Seit 1940 war sie Mitglied der Miinchener 
Staatsoper. In den Jahren 194149 war sie zugleich audi an der 
Staatsoper von Wien engagiert. 1942 sang sie bei den Festspielen 
von Salzburg die Grafin in Figaros Hochzeit*. Gastspiele fiihrten 
sie an die Staatsopern von Berlin, Hamburg und Stuttgart, an die 
Mailander Scala und an die Coventgarden Oper London. Sie war 



Breitenfeld 70 

mit dem Heldenbariton Ferdinand Frantz verheiratet. Als dieser 
an der New Yorker Metropolitan Oper engagiert war, gastierte 
auch sie einmal an diesem grofien Opernhaus. Man schatzte sie vor 
allem in dramatischen, zumal in Wagner-Partien. Nadi dem frtt- 
hen Tode ihres Gatten nahm sie 1959 in Miinchen als Ortrud im 
<cLohengrin von der Buhne Abschied; lebt in HohenpeiJSenberg 
in Oberbayern. 

Einige Flatten erschienen von ihr auf DGG, wo sie auch die Or 
trud in einer vollstandigen Lohengrin-Aufnahme sang. 

Breitenfeld/ Richard, Bariton, * 13. 12. 1869 Riechenburg (Bohmen), 
tiQ43 (?) Theresienstadt; Schuler von Johannes Ress in Wien. 
Debut 1897 am Opernhaus von Koln als Graf Luna im trouba 
dour*. Blieb bis 1902 in Koln und ging dann an das Opernhaus 
von Frankfurt a. M., wo er fast 30 Jahre wirkte. Sang bei den Fest- 
spielen von Bayreuth, gastierte an grofien deutschen Biihnen und 
beim Wagner- Verein in Amsterdam. Als Jude wurde er im zwei- 
ten Weltkrieg in das Getto Theresienstadt verschleppt, wo er wahr- 
scheinlich 1943 umgekommen ist. Vor allem als Wagner-S anger 
bekannt. 
Aufnahmen auf HMV und Odeon. 

Brejean-Silver, Georgette, Sopran, * 22. 9. 1870 Paris, eigentlich 
Georgette- Ame'lie Sisout, ausgebildet am Conservatoire national in 
Paris. Debut 1890 an der Oper von Bordeaux. 1894 kam sie an die 
Opra comique von Paris (nodi unter dem Namen Mme Brejean- 
Gravieres), wo sie als erste Rolle die Manon in Massenets gleich- 
namiger Oper sang. Dies war ihre Glanzrolle, und Massenet kom- 
ponierte fur sie zu einer Auffuhrung in Brlissel an Stelle der 
beruhmten Gavotte eine Bravour-Arie, den sogenannten Fabliau. 
Sie sang auch 1899 an der Ope*ra comique in der Urauffuhrung von 
Massenets Cendrillon- die Rolle der Fee. Glanzvolle Laufbahn in 
Paris, Gastspiele in Briissel, Nizza und Monte Carlo; lebte spater 
als Padagogin in Paris. In zweiter Ehe mit dem Komponisten CJfiflr- 
les S ilver verheiratet. Brillant gefiihrte Koloraturstimme von schwe- 
bender Leichtigkeit der Tongebung. 
Schallplatten: Fonotipia und Odeon de Luxe (Paris, 1905-06). 

Bressler-Gxanoli, Clotilde, Alt, * 3. 6. 1874 Genf, 1 12, 5, 1912 Genf. 
Gesangunterricht am Konservatorium von Genf, dann in Mailand 
bei Sangiovanni, Giocosa und Ronconi. Debut 1891 in Genf als 
Dalila in Samson und Dalila*. 1893 Gastspiel an der Mailander 
Scala, dann in Briissel, Bordeaux, Lyon und an der Ope*ra comique 
von Paris. Nach einer Tournee mit der San Carlo Company durch 
Nordamerika sang sie 190710 am Manhattan Opera House in 
New York, u. a. 1908 in der amerikanischen Premiere von Char- 
pentiers Louise die Rolle der Mutter. SpSter trat sie in Chicago 
und Philadelphia auf, vor allem in ihrer Glanzrolle, der Carmen. 
Von ihrer Stimme gibt es eine einzige Odeon-Platte, 



71 Briesemeister 

Breuer, Hans, Tenor, * 27. 4. 1868 Kb'ln, 1 11. 10. 1929 Wien; auf 
Anraten von Wiillner liefi er seine Stimme bei Benno Stolzenberg 
in Koln ausbilden. Abschliefiendes Studium in der Bayreuther 
Sdiule bei Julius Kniese und Cosima Wagner. Debiitierte bei den 
Bayreuther Festspielen von 1894 in kleinen Partien in Lohen- 
grin und im Parsifal. 1896 sang er dann in Bayreuth mit sen- 
sationellem Erfolg den Mime im Ring-Zyklus, den er bis 1914 all- 
jahrlich in Bayreuth interpretierte; 1899-1904 sang er dort auch 
den David in den Meistersingern. 189697 in Breslau engagiert. 
1897 Gastspiel-Tournee in Nordamerika, 18981900 Mitglied der 
Metropolitan Oper New York. Gastierte mehrfach an der Londoner 
Coventgarden Oper. 19001929 gefeiertes Mitglied der Hofoper 
von Wien. Beim Salzburger Mozart-Fest von 1910 sang er den 
Monostatos in der Zauberflote, bei den Salzburger Festspielen 
von 1922 und 1929 nochmals den Basilio in Figaros Hochzeit und 
den Monostatos. War auch als Opern-Regisseur, u. a. bei den Salz 
burger Festspielen, tatig. Einer der grofiten Buffo-Tenore seiner 
Zeit, unerreicht als Mime, aber auch als Mozartsanger geschatzt. 
Ganz seltene Aufnahmen: eine Platte auf G & T (Bayreuth, 1904), 
eine HMV-Platte, auf der er zusammen mit Georg Maikl, Carl 
Rittmann und Lorenz Corvinus patriotische Lieder singt. 

Breval, Lucienne, Sopran, * 5. 12. 1869 Berlin (aus einer Schweizer 
Familie), t 15. 8. 1935 Neuilly-sur-Seine bei Paris; eigentlich 
Bertha Schilling. Zuerst studierte sie Klavierspiel an den Konser- 
vatorien von Lausanne und Genf, dann Gesang am Conservatoire 
in Paris bei Victor Warot. Buhnendebiit 1892 an der Pariser Grand 
Ope"ra als Selica in L' Africaine* von Meyerbeer. Sie wurde 
eine der grojSen Primadonnen der franzosischen Metropole und 
trat langer als 25 Jahre an der Grand Ope"ra in Erscheinung. Sang 
hier auch in mehreren Urauffuhrungen (1901 Grise"lidis von 
Massenet, 1909 Titelrolle in Mona Vanna von Fevrier sowie 
1913 an der Oper von Monte Carlo Penlope von Gabriel 
Faure"), 190002 an der New Yorker Metropolitan Oper, wo sie 
sich auch als Wagner-Sopranistin bewahrte, Gastspiele in Italien, 
England, Frankreich, Holland und Belgien. Zuletzt Padagogin in 
Paris. Ihre Stimme ist lediglich durch Mapleson-Zylinder er- 
halten. 

Briesemeister, Otto, Tenor, * 18. 5. 1866 Arnswalde (Neumark), 
f 16. 6. 1910 Berlin. Medizinstudium an den Universitaten von 
Berlin, Wiirzburg und Leipzig, wurde Militararzt. Gesangstudixim 
bei Wiedemann in Leipzig. Zuerst Konzertsanger, 1893 Buhnen 
debiit am Hoftheater von Dessau als Manrico im Troubadour. 
1894-95 am Stadttheater von Aachen engagiert, seit 1895 am 
Opernhaus von Breslau. 1899 sang er bei den Festspielen von Bay 
reuth den Loge im Ring-Zyklus. Bis zum Sommer 1909 bewunderte 
man ihn in dieser Partie in Bayreuth, in der er unerreicht geblieben 
ist. Gastspiele in Berlin, Munchen und an anderen grofien deut- 



Brodersen 72 

sdien Biihnen; er lebte in Berlin und betatigte sich dort zugleich 
als Facharzt fiir Halsleiden. 

Seltene Aufnahmen, meist aus seinem Wagner-Repertoire, auf 
Odeon und Anker. 

Brodersen, Friedrich, Bariton., *i. 12. 1873 Bad Boll (Wiirtt.), 
1 19. 3. 1926 Krefeld. Wurde zunachst Architekt, dann Gesang- 
studium bei Heinrich Bertram in Stuttgart. Debut 1900 am Stadt- 
theater von Niirnberg. Kam von dort 1903 an die Hofoper von 
Miinchen, deren Mitglied er bis zu seinem Tod blieb. In der baye- 
rischen Metropole wurde er sehr beliebt; wirkte an der Miindiener 
Hofoper in mehreren Urauffuhrungen mit, so 1903 in Le donne 
curiose von Wolf-Ferrari, 1909 in Susannens Geheimnis, eben- 
falls von Wolf-Ferrari, und 1917 in Hans Pfitzners Palestrina. 
Spater hatte er sehr grofie Erfolge als Konzertsanger, vornehmlich 
als Lied-Interpret. Dabei wurde er haufig von seiner Tochter, der 
Pianistin Linde Brodersen, am Fliigel begleitet. 
Schallplattenaufnahmen auf den Marken Parlophon, Beka und 
Homochord. 

Brohly, Suzanne, Alt, *i882; ausgebildet am Conservatoire natio 
nal von Paris. Debut 1906 an der Opera comique von Paris, deren 
gefeiertes Mitglied sie bis 1930 blieb. Hier sang sie 1907 in der 
Urauffiihrung von Ariane et Barbe-Bleue* von Dukas die Rolle 
der Selysette, 1908 in der denkwiirdigen Erstauffiihrung der Oper 
Snegourotchka von Rimsky-Korssakow den Lehl. Als eigentliche 
Glanzrolle der Kiinstlerin gait die Carmen. Aufierhalb Frankreichs 
ist sie nicht aufgetreten. 

Von ihrer schonen Altstimme sind viele Schallplatten auf HMV 
(Paris, seit 1908) erhalten. 

Bronsgeest, Cornelis, Bariton, * 24. 7. 1878 Leiden (Holland), 
1 22. 9. 1957 Berlin; wurde unterrichtet durch Schulz-Dornburg 
in Berlin und durch Julius Stockhausen in Frankfurt a. M. Debut 
1900 am Stadttheater von Magdeburg, wo er bis 1903 sang; 
190306 am Opernhaus von Hamburg. Gastierte 1906 an der Ber 
liner Hofoper als Amonasro in Aida> und wurde sofort unter 
Vertrag genommen. Bereits vor dem ersten Weltkrieg glanzvolle 
Gastspiele in Holland, Belgien und Frankreich; sang 1914 am 
Drury Lane Theatre in London den Papageno in der Zauberfl6te 
unter Sir Thomas Beecham. 191920 Nordamerika-Tournee. Er 
wandte sich friih dem Rundfunk zu und war 192433 Leiter der 
Opern-Sendebiihne des Senders Berlin. Er griindete das Berliner 
Rundfunk-Orchester und den Rundfunk-Chor. Mit einer Wander- 
truppe bereiste er u. a. Holland; bis 1935 gastierte er noch an der 
Berliner Staatsoper. 1933 mufite er aus politischen Griinden seine 
Stellung beim Rundfunk aufgeben. Nach dem zweiten Weltkrieg 
veranstaltete er die ersten Opernauffiihrungen in dem zerstorten 
Berlin. 



73 Brouwenstijn 

Warm timbrierte, wandlungsfahige Baritonstimme, die in einem 
vielseitigen Repertoire glanzte. 

Sdiallplatten auf Tri-Ergon, Ultraphon, HMV, Parlophon, die alte- 
sten auf Odeon (Berlin, 1906-07). 

Bronskaja, Eugenia, Sopran, * 2. 2. 1884 St. Petersburg, erste Aus- 
bildung durch ihre Mutter, die unter dem Namen Mme de Hacke 
als Sangerin bekannt war, dann durch Teresa Arkel in Mailand. 
Debut 1902 an der Oper von Tiflis, 190304 an der Oper von 
Kiew; seit 1905 grofie Erfolge an der Kaiserlichen Oper von Mos- 
kau. 1907 Gastspiele in Italien (Triest, Florenz, Bologna, Teatro 
Costanzi in Rom, Venedig). 190911 in Nordamerika, wo sie an 
den Opern von Boston, Chicago und Philadelphia sang. 1911 kam 
sie wieder nach Rutland zuriick und wurde eine der Primadonnen 
der Petersburger Hofoper. Bis 1923 trat sie an der Oper von Le 
ningrad auf und war darauf bis 1950 Professorin am Staatlichen 
Konservatorium von Leningrad. 

Virtuoser, dabei ungewohnlich ausdrucksvoller Koloratursopran. 
Sang in den USA auf Columbia, in Rufiland auf HMV. 

Brothier, Yvonne, Sopran, * 6. 6. 1889 St. Julien 1' Ars; seit 1910 
Ausbildung am Conservatoire national von Paris, wo sie mehrere 
Preise erhielt. Nachdem sie 1914 bereits in Briissel aufgetreten 
war, begann sie ihre eigentliche Buhnenkarriere 1916 an der Opra 
comique von Paris (Antrittsrolle: Lakme*). Fast 20 Jahre lang war 
sie eine der prominentesten Kiinstlerinnen dieses Theaters. Man 
feierte sie vor allem als Cherubino in Figaros Hochzeit*, als Vir- 
ginie in Paul et Virginie von Masse* und 1923 in der Urauf- 
fiihrung von Samuel-Rousseaus Oper La Hulla. Seit 1931 sang 
sie an der Grand Opra von Paris, erschien aber nur selten im Aus- 
land. So gastierte sie 1927 und 1928 in Amsterdam als Melisande 
und als Micaela in Carmen. 1939 gab sie ihre Biihnenlaufbahn 
auf, seither Padagogin in Paris. 

Charmanter, virtues gefuhrter Koloratursopran, in etwa der Stimme 
von Erna Berger zu vergleichen. 

Akustische und elektrische Schallplatten, alle unter dem Etikett von 
HMV erschienen (Les cloches de Corneville von Planquette, 
Micaela in Carmen / Szenen aus Pell6as et Melisande* mit Char 
les Panze'ra). 

Brouwenstijn, Gr^, Sopran, * 26, 8. 1915 Den Helder (Holland); 
Ausbildung am Amsterdamer Muzieklyceum bei Jaap Stroomen- 
bergh, dann bei Boris Pelsky und Ruth Horna. Debut 1940 als eine 
der drei Damen in Mozarts Zauberflote in Amsterdam. Wah- 
rend des zweiten Weltkrieges hauptsachlich als Konzertsangerin 
tatig. Kam 1946 an die Niederlandische Oper, deren Mitglied sie 
geblieben ist. Erster grofier Erfolg 1946 als Tosca. Durch Gast 
spiele wurde die Kiinstlerin international beriihmt. Seit 1953 
gastierte sie regelmafiig an der Coventgarden Oper London (An- 
trittspartie: Aida), seit 1956 an der Wiener Staatsoper; 1959-60 



'Brownlee 74 

an den Opern von Chicago tmd San Francisco, 1960 am Teatro 

Col6n von Buenos Aires gefeiert. Bei den Bayreuther Festspielen 

seit 1954 als Elsa im Lohengrin bewundert. 

Ausdrucksstarke, tief musikalische Sopranstimme, die sowohl im 

franzosischen und italienischen als auch im Wagner-Repertoire 

Vortreffliches leistet. 

Sdiallplatten auf Philips (hier u. a. vollstandige Oper Tief- 

land), HMV (u. a. IX. Sinfonie) und Decca (Sieglinde in Die 

Walkiire*). 

Brovvnlee, John, Bariton, "7. 1.1900 Geelong (Autralien); diente 
im ersten Weltkrieg bei der Marine, studierte dann am Geelong 
College und wurde Bticherrevisor. Seine Stimme wurde durch Nel 
lie Melba entdeckt, worauf er in Paris bei Dinh Gilly studierte. 
Debiit 1926 am Theatre Trianon-Lyrique in Paris in Lakme. 
Sang 1926 mit Nellie Melba zusammen in deren Abschiedsvorstel- 
lung an der Londoner Coventgarden Oper. 192736 wirkte er an 
der Grand Opera von Paris (Antrittsrolle: Athanael in Thai's* 
von Massenet). Wahrend dieser Zeit Gastspiele in London, Briis- 
sel, Antwerpen, Buenos Aires und Rio de Janeiro. Seit 1935 groJSe 
Erfolge bei den Festspielen von Glyndebourne, vor allem als Don 
Giovanni. 193753 an der New Yorker Metropolitan Oper enga- 
giert; als erste Partie sang er hier den Rigoletto. 1953 gab er seine 
Buhnenkarriere auf und wurde Direktor des Manhattan Institute 
of Music, 195355 war er zugleich President der American Guild 
of Musical Artists. Vor allem als Mozart-Sanger geschatzt. 
Flatten auf HMV (mit Nellie Melba zusammen, 1926); vollstan 
dige Opernaufnahmen aus Glyndebourne (Figaros Hochzeit*, 
Don Giovanni*, Cosl fan tutte); auf Columbia vollstandige 
Oper Hansel und Gretel*; Arien auf Allegro Roy ale. 

Bruna-Rasa, Lina, Sopran, ^24. 9. 1907 Mailand; Gesangausbil- 
dung in Mailand, Debiit 1927. Eroffnete noch im gleichen Jahre die 
Saison an der Mailander Scala als Elena in Mefistofele> unter 
Toscanini. Im Dezember 1927 sang sie an der Scala in der Urauf- 
fuhrung von Wolf-Ferraris Oper Sly. Glanzvolle Karriere an der 
Scala wie an den anderen grofien Theatern in Italien und Sud- 
amerika. Ihre Stimme wurde namentlich von Mascagni gescha'tzt; 
die Sanruzza in CavalIeria rusticana> gait als ihre eigentliche 
Glanzrolle. 1934 Deutsdiland-Tournee, 1935 nahm sie an der Ur- 
auffuhrung von Mascagnis Nerone an der Scala teil. 1938 Gast 
spiele in Holland, Belgien und Frankreich. Nach dem Tod ihrer 
Mutter 1935 machten sich bei der Kiinstlerin zunehmend Symptome 
einer schizophrenen Geisteskrankheit bemerkbar. 1937 versuchte 
sie, sich wahrend einer Vorstellung ins Orchester zu sturzen. 1940 
mufite sie in eine Anstalt gebracht werden. Sie beherrschte jectoch 
das einmal einstudierte Repertoire weiterhin und gab sogar noch 
gelegentlich Konzerte. Einem solchen Konzert wohnte 1947 in 
Mailand Toscanini bei. 



75 Bryhn-Langaard 

Die Stimme der Kilns tlerin 1st auf Columbia (integrale Oper An 
drea Che"nier) und HMV iiberliefert (hier vollstandige Aufnahme 
Cavalleria rusticana* unter Leitung des Komponisten) . 

Bnmskill, Muriel, Alt, *i8. 12. 1899 Kendall (England); Schulerin 
von Blanche Marchesi in London. Konzertdebiit 1920 in London. 
Biihnendebut 1922 bei der British National Opera Company, der sie 
bis 1927 angehorte. 1925 heiratete sie den Dirigenten Robert 
Ainsworth (t 1947). Sie gait als die bedeutendste englisdie Ora- 
torienaltistin ihrer Generation. 1930 Tournee durch Kanada, 1931 
durch die USA. 1931 sang sie in Amsterdam in The Dream of 
Gerontius von Elgar. Als 1933 die italienische Altistin Nini Giani, 
die an der Londoner Coventgarden Oper verpflichtet war, erkrankte, 
sprang sie fur diese in der Partie der Amneris in Aida ein. Trotz 
eines glanzenden Erfolges wurde sie nidit an die Coventgarden 
Oper engagiert. 193436 sang sie in Australien, 1937 und 1946 
gab sie Konzerte in Holland. Spater lebte sie in London, wo sie 
1952 nodimals in dem amerikanischen Musical ^Roberta* auftrat. 
Ausdrucksvolle Altstimme von ungewohnlicher Tonfiille und fei- 
ner Stilisierung des Vortrages. 
Schallplatten: ausschlieSlich Columbia. 

Bruscantini, Sesto, Bafi, * 10. 12. 1919 Porto Civitanova/Macerata. 
Studierte zuerst Jura, dann Gesangstudium bei Luigi Ricci in Rom. 
1947 Preistrager bei einem Wettbewerb des italienischen Rund- 
funks. Buhnendebiit 1949 an der Mailander Scala als Geronimo in 
Il matrimonio segreto von Cimarosa. Sang dann an den grofien 
italienisdien Biihnen und im italienischen Rundfunk. Grofie Erfolge 
bei den Festspielen von Glyndebourne, wo er 1951 den Alfonso in 
Cosl fan tutte, 1952 den Guglielmo in der gleichen Oper, 1953 
den Dandini in La Cenerentola* von Rossini und 1954 den Figaro 
im Barbier von Sevilla* sang. Bei den Festspielen von Salzburg 
bewunderte man ihn 1952 als Titelhelden im Don Pasquale, 1954 
in La Cenerentola*. Erfolgreiche Gastspiele an der Staatsoper von 
Wien, in Briissel, Monaco und Zurich. Seit 1953 mit der Sopranistin 
Sena Jurinac verheiratet. 

Seine technisch vortrefBich gebildete BaSstimme erreichte ihre 
besten Leistungen in den Opern von Mozart und in italienischen 
Belcanto-Partien. 

Schallplatten: Cetra (Regimentstochter von Donizetti), HMV 
(Figaros Hochzeit*, *La Cenerentola^), Columbia (Cosl fan 
tutte). 

Bryhn-Langaard, Borghild, Sopran, * 23. 7, 1883 Kongsvinger (Nor- 
wegen), f 20. 11.1939 Oslo; sang zuerst in Oslo, 190708 Gast- 
spiel an der Coventgarden Oper London als Santuzza in Caval- 
leria rusticana, 1911 an der Wiener Hofoper als Santuzza und 
Aida. Sie gastierte auch in Mailand und Budapest sowie 1914 an 
der Oper von Kopenhagen als Tosca und als Elsa im Lohengrin. 
1919 sang sie an der Oper von Chicago die Amelia in Verdis 



Buers 76 

Maskenball als Partnerin von Alessandro Bonci. Die Kiinstlerin 
trat zuerst unter dem Namen Borghild Bryhn, spater als Borghild 
Langaard tmd in den zwanziger Jahren, als sie noch an skandi- 
navischen Biihnen erschien, als Borghild Lindvig auf. In Mailand 
gastierte sie als Borghild Brunelli. 
Schallplatten der Sangerin erschienen bei HMV und Pathe*. 

Buers, Wilhelm, Bariton, * i. 5. 1878 Krefeld, 1 20. 4. 1926 Ham 
burg; ausgebildet am Konservatorium von Koln. Debiit 1905 an 
der Komischen Oper Berlin, an der er bis 1907 blieb. 190910 
sang er an der Wiener Volksoper, 191113 am Opernhaus Leipzig. 
1912 trat er an der Metropolitan Oper New York auf. 1913 folgte 
er einem Ruf an das Opernhaus Hamburg, an dem er bis zu seinem 
Tod wirkte. Wahrend der zwanziger Jahre gastierte er oft in Miin- 
chen, 1921 an der Wiener Staatsoper, 1924 an der Coventgarden 
Oper London als Wanderer im Siegfried. Er verungliickte todlich 
bei einem Strafienbahnunfall in Hamburg. 

Von seiner warm timbrierten, ausdrucksvollen Stimme existieren 
nur Aufnahmen auf Edison-Zylindern. 

Buff-Giefien, Hans, Tenor, * 13. 2. 1862 Giefien, t 1907 Dresden 
(Selbstmord) ; entstammte einer alten hessischen Familie (seine 
Grofitante war Lotte Buff, die Goethe zu seinem Werther- 
Roman inspiriert hatte). Sein Vater war Reichsgerichtsrat am 
Reichsgericht in Leipzig, auch er studierte zunachst Jura an den 
Universitaten von Giefien und Leipzig. In den Jahren 188487 liefi 
er dann aber seine Stimme bei Scharfe in Dresden ausbilden und 
kam 1887 als Volontar an die Dresdener Hofoper. 188894 war er 
am Hof theater von Weimar, 189498 am Hof theater von Wies 
baden engagiert. 1898 wurde er an die Wiener Hofoper berufen, 
folgte aber 1899 einem Ruf an die Hofoper von Dresden, an der 
er bis zu seinem tragischen Tod aufgetreten ist, Bei Gastspielen 
hatte er u. a. an der Oper von {Copenhagen grofie Erfolge. 
Pra'chtige, zumal in den hohen Lagen ausgezeichnete Tenorstimme, 
vor allem im italienischen und franzosischen Repertoire erfolg- 
reich. 
Sedis auEerst seltene Titel auf G & T (Dresden, 1905-07). 

Bugg, Madeleine, Sopran, * 1894 (?) Reims, t 1936 Paris; Schule- 
rin des Konservatoriums in Paris unter Guillamat. 1914 sogleidi an 
die Grand Op^ra von Paris verpflidhtet. Debiit als Thai's. Sang 
sechs Jahre an diesem Operninstitut und an anderen franzosischen 
Biihnen. 1920 gastierte sie in Barcelona undLissabon, 1921 amTea- 
tro Costanzi in Rom als Evchen in den Meistersingern und als 
Lauretta in ^Gianni Sdiicchi*. 1924 trat sie am Teatro Col<5n von 
Buenos Aires auf, Dezember 1924 an der Mailander Scala als 
Evdien unter Toscanini. War in Parma, Genua, Marseille, Tou 
louse und Bordeaux zu Cast. Seit erwa 1927 hatte man nidus mehr 
von ihr gehort. (Im Juni 1936 wurde einem Pathologen in Paris 
eine weiblidie Leidie aus einem Armen-Hospital zur Sektion iiber- 



wiesen; zu seinem Entsetzen erkannte der Arzt darin die einstmals 
gefeierte Sangerin, die ganz verarmt unter einem falschen Namen 
in das Hospital aufgenommen worden war.) 
Von ihr wurden vier doppelseitige akustische Flatten in Italien auf 
Columbia aufgenommen, die aufierst selten sind. 

Bumbry, Grace, Alt, * 1938 St. Louis; Studium an der Boston Uni 
versity, an der Northwestern University in Evanstown und an der 
Music Academy of the West in Santa Barbara (Kalifornien). Durch 
Lotte Lehmann gefordert, studierte sie den Liedgesang in Paris 
bei Pierre Bernac. Biihnendebut 1958 am Stadttheater von Basel. 
Aufsehenerregende Gastspiele 1960 an der Grand Opera Paris als 
Amneris in Aida, 1961 in Briissel als Carmen; auch in London 
und Wien aufgetreten. Als erste Negerin wirkte sie 196163 bei 
den Festspielen von Bayreuth mit, und zwar als Venus im Tann- 
hauser. 1964 bei den Salzburger Festspielen als Lady Macbeth 
in Verdis Macbeth gefeiert. Ihre voluminose, ausdrucksgewaltige 
Stimme bewahrte sidi auch im Lied-Vortrag. 
Schallplatten: auf Westminster (Israel in Egypt aus Salt Lake 
City), und auf Decca (Messias). 

Bunlet, Marcelle, Sopran, * 9. 10. 1900 Strafiburg; 1926 Konzert- 
debiit in einem Straram-Konzert in Paris, darauf sogleich an die 
Grand Opera engagiert, wo sie 1928 als Briinnhilde in der G6t- 
terdammerung debiitierte. Sang dort wie auch am Theatre de la 
Monnaie in Briissel eine Vielzahl von Partien aus dem hochdrama- 
tischen Fach. Als Konzertsangerin in Antwerpen, Rom, Athen, 
Genua und Stidamerika erfolgreich. Toscanini wahlte sie fur die 
Bayreuther Festspiele 1931 als Kundry aus; trotz grofien Erfolges 
iibertrug man ihr 1933 in Bayreuth nur zwei kleine Partien. 1934 
Auftreten am Teatro Col6n in Buenos Aires, 1935 Arabella in der 
franzosischen Erstauffiihrung der Richard-Strauss-Oper in Monte 
Carlo. Sang spater vorzugsweise in Strafiburg; ihre Karriere dau- 
erte bis 1950. Neben Germaine Lubin die bedeutendste franzosische 
Wagnersangerin ihrer Epoche. 

Von ihr existieren je eine Schallplatte auf HMV und eine auf 
Polydor. 

Burg, Robert, Bariton, * 29. 3.1890 Prag, t9. 2. 1946 Dresden; 
eigentlich Robert Bartl. Nach anfanglichem Mathematikstudium 
Ausbildung durch Hans Pokorny in Prag. Debiit 1915 am Deut- 
schen Theater in Prag; 191516 Stadttheater Regensburg, seit 1916 
an der Hofoper von Dresden, der er bis 1944 angehorte. Zusam- 
men mit Kiinstlern wie Tino Pattiera und Meta Seinemeyer war er 
wesentlich an der Verdi-Renaissance der zwanziger Jahre in Deutsch- 
land beteiligt 1926 sang er in Dresden in der Urauffuhrung von 
Hindemiths <Cardillac> die Titelrolle, Gastierte in Miinchen, Ber 
lin, Wien, Amsterdam, Zurich und Budapest; 193342 sang er bei 
den Festspielen von Bayreuth vor allem den Alberich im Ring- 



Burgstaller 78 

Zyklus. Erlitt in Dresden wahrend eines Konzertes einen Herz- 

schlag. 

Aufnahmen auf Parlophon. 

Burgstaller, Aloys, Tenor, * 27. 9. 1871 Holzkirchen (Obb.), f 19. 4. 
1945 Gmund. Erlernte das Uhrmacher-Handwerk, doch wurde 
seine Stimme durch Hermann Levi und Cosima Wagner ent- 
deckt. Studierte dann bei Bellwidt in Frankfurt a. M., hauptsach- 
lich aber in der Bayreuther Schule bei Julius Kniese. 1894 Debut 
bei den Bayreuther Festspielen in kleinen Rollen, sang dort 1897 
mit grofiem Erfolg den Siegfried. Seitdem eine der Hauptkrafte 
des Bayreuther Festspiel-Ensembles. Nahm kein festes Engage 
ment in Deutschland an, sondern gastierte nur. 1897 Gastspiel 
in Amsterdam, mehrfach an der Londoner Coventgarden Oper, in 
Paris und Briissel zu Cast 1903-09 Mitglied der Metropolitan 
Oper New York; hier sang er gegen das Verbot von Bayreuth am 
24. 12. 1903 in einer Auffuhrung des Parsifal die Titelrolle. 
Erst 1908 wurden seine Differenzen mit Bayreuth beigelegt, wor- 
auf er dort nochmals den Siegfried sang. Seine Stimme wurde 
durch das standige Singen der schweren Wagner-Partien friihzei- 
tig verbraucht. Spater Padagoge in Munchen. 
Nur auf sehr seltenen Edison- und Mapleson-Zylindern zu horen. 

Burian, Karl, Tenor, * 12.1.1870 Rousinow (Bohmen), t 25.9. 
1924 Senomaty bei Prag; wurde durch Franz Piwoda in Prag und 
durch Felix von Kraus in Munchen ausgebildet. Debiitierte 1891 
am Stadttheater von Briinn als Manrico im Troubadour. Sang 
1892-94 am Stadttheater von Reval, 1894-95 am Stadttheater von 
Aachen, 1895-96 am Opernhaus von Koln, 189798 am Opern- 
haus von Hannover und 18981902 am Opernhaus von Hamburg. 
1902 als Nachfolger von Georg Anthes an die Dresdener Hofoper 
berufen. Hier vor allem als grofier Wagner-Interpret gefeiert; sang 
am 9. 12. 1905 in der Dresdener Urauffiihrung der Oper Sa- 
lome von R. Strauss den Herodes. 1906-13 wirkte er an der Me 
tropolitan Oper New York; trat bei den Bayreuther Festspielen 1908 
als Parsifal in Erscheinung. Er gastierte spater noch an der Wiener 
Hofoper/ in Prag und Budapest, verier jedoch friih seine Stimme. 
Zuletzt lebte er in Prag. 

Eine der bedeutendsten Tenorstimmen seiner Zeit, erfiillt von lei- 
denschaftlicher Dramatik und tiefer Musikalitat, unerreicht als 
Tristan. 

Alteste Aufnahmen auf G & T (Dresden, 1906), weitere auf HMV 
und Pathe, eine Platte auf Parlophon. 

Burzio, Eugenia, Sopran, *20. 6. 1872 Turin, 1 18. 5, 1922 Mai- 
land; Ausbildung durch Aversa und Benvenuti in Mailand. Buh- 
nendebiit 1903 am Teatro Vittorio Emanuele in Turin. 1904 trat 
sie am Teatro Regio von Parma und am Teatro Massimo von Pa 
lermo auf; 1906 sang sie als Antrittsrolle an der MailSnder Scala 
die Catarina in Risurrezione von Alfano. 1907 sensationeller Er- 



79 Cahier 

folg an der Scala in der Titelpartie von Catalanis Loreley. Seit- 

dem gait sie als bedeutendste Interpretin der veristisdien italieni- 

schen Oper. Seit 1909 oftmals am Teatro CoI6n von Buenos Aires 

zu Cast; sang 1911 an der Scala in den klassischen Opern Safro 

von Pacini und Armida von Gluck, 1912 in Bellinis Nonna. 

Letztmalig stand sie 1919 am Teatro Lirico in Mailand auf der 

Biihne, und zwar in Marion Delorme von Ponchielli; damals war 

sie bereits herzkrank. 

Uppige, dramatische Sopranstimme voll leidenschaftlicher Gestal- 

tungskraft. 

Schallplatten: Columbia, Paths', Fonografia Nazionale. 

Butt, Clara, Alt, * 1.2. 1873 Southwick (Sussex, England), f 23.1. 
1936 auf ihrem Landsitz bei Oxford; verlebte ihre Jugend in Bri 
stol, gewann 1889 einen Wettbewerb um eine Freistelle am Royal 
College of Music in London. Hier erregte sie 1892 in einer Schil 
ler- Auf fuhrung von Clucks Orpheus erstes Aufsehen. 1893 sang 
sie die gleiche Partie am Lyceum Theatre in London; dann Fort- 
setzung des Studiums bei Bouhy in Paris und bei Etelka Gerster 
in Berlin. 1895 begann sie ihre eigentliche Karriere, die ihr grofi- 
artige Triumphe im Konzertsaal einbrachte. Dagegen sang sie nur 
gelegentlich auf der Buhne, so 1920 an der Londoner Coventgar- 
den Oper den Orpheus von Gluck. 1899 und 1913 glanzvolle Kon- 
zertreisen durch Nordamerika, 1913 Welt-Toumee. 1914 und 1922 
erschien sie in den Sunday Night-Konzerten der New Yorker Metro 
politan Oper. Sie gait als die bedeutendste englische Sangerin ihrer 
Zeit, verheiratet war sie mit dem Bariton Kennerly Rumford (1870 
bis 1957). 1920 wurde sie als Dame of the British Empire in den 
Adelsstand erhoben. 

Die dunkle Tonfulle ihrer tiefen Altstimme fand die ihr gemafien 
Aufgaben im Oratorien- und Liedgesang. 
Ihre Aufnahmen erschienen zuerst auf HMV, dann auf Columbia. 

Butter, Car el s. Hulst, Carel, van. 

Cabanel, Paul, Bariton, "29. 6. 1891 Paris; studierte am Conser 
vatoire national in Paris; Debut 1912. Hatte dann groEe Erfolge 
an der Grand Ope*ra wie an der Opra comique von Paris. Gast- 
spiele fiihrten ihn an das Teatro Col6n von Buenos Aires, an das 
Teatro Liceo von Barcelona, nach Amsterdam und vor allem an 
die Oper von Briissel. Hier sang er noch 1954 den Boris Godunow. 
Jetzt Professor am Conservatoire in Paris. 
Voluminose, dunkel timbrierte Stimme. 

Aufnahmen auf Path (vollstandige Oper Samson und Dalila) 
und auf HMV (^Damnation de Faust). 

Cahier, Charles Mme, Alt, * 6. 1. 1870 Nashville (Tennessee), 
1 15. 4. 1951 Manhattan Beach bei Los Angeles; eigentlich Sarah 
Jane Walker, Tochter eines amerikanischen Generals. Studierte zu 
erst bei Ernestinofr* in Indianapolis, dann bei Jean de Reszke in 



Calks 8o_ 

Paris und bei Amalie Joachim in Berlin, Debiitierte 1904 in Nizza. 
Seitdem sie den Rittergutsbesitzer Sir Charles Cahier geheiratet 
hatte, trat sie unter dem Namen Mme Charles Cahier auf. Nach 
Gastspielen in Frankreich und Deutschland 1906 durch Gustav 
Mahler an die Wiener Hofoper engagiert, der sie bis 1912 ange- 
horte. Vor allem als Carmen, aber auch als Interpretin der Vokal- 
musik von Gustav Mahler gefeiert. Sang 1908 in Wien in der Ur- 
auffuhrung des Liedes von der Erde von Gustav Mahler das 
Alt-Solo. Seit 1912 Gastspiele und Konzerte in aller Welt. Sang 
1911-13 an der New Yorker Metropolitan Oper. Lebte meistens 
auf ihrem Schlofi Helgerum bei Skaftet in Schweden. Spater ge- 
suchte Padagogin, zuerst in Noresund in Schweden, dann in Salz 
burg, schliefilich in New York. 

Umfangreiche, ausdrucksstarke Stirnme, sowohl im Opern- wie im 
Konzertrepertoire beriihmt. 

Wenige Schallplatten : eine G & T, eine Ultraphon, eine schwe- 
dische Odeon, drei HMV. 

Callas, Maria, Sopran, *4- 11.1923 New York als Tochter eines 
ausgewanderten griechischen Apothekers; eigentlich Maria Kalo- 
geropoulos. Kam mit 13 Jahren nach Griechenland und wurde am 
Konservatorium von Athen Schiilerin von Elvira de Hidalgo. Debut 
wahrscheinlich 1945 an der Koniglichen Oper von Athen als 
Martha in Tiefland von d'Albert. Erregte in Athen als Tosca 
Aufsehen, ging dann aber nach Nordamerika, wo sie jedoch kein 
Engagement fand. Im Sommer 1947 sang sie bei den Festspielen 
von Verona die Titelpartie in La Gioconda von Ponchielli und 
hatte einen iiberwaltigenden Erfolg. Hier lernte sie auch den italie- 
nischen Industriellen Giovanni Battista Meneghini kennen, den sie 
1949 heiratete, von dem sie sich aber 1959 wieder trennte. Es 
folgten nun Triumphe an den grofien italienisdien Biihnen. Schien 
es zunachst, als ob Maria Callas sich dem dramatischen, ja dem 
Wagner-Repertoire zuwenden wiirde, so iiberraschte sie die Fach- 
welt damit, daJS sie 1948 am Teatro Fenice von Venedig eine der 
schwierigsten Koloratur-Partien, die Elvira in I Puritani von 
Bellini, sang. Seitdem gilt sie als der Typus der dramatischen Ko- 
loratursopranistin schlechthin. 1950 begann sie eine grofiartige 
Karriere an der Mailander Scala, sang beim Maggio musicale von 
Florenz, an der Londoner Coventgarden Oper, an der OptSra von 
Paris, in Mexico City, Rio de Janeiro, Chicago, San Francisco, Dal 
las, Berlin und Wien. 1956 stand sie erstmalig auf der Biihne der 
New Yorker Metropolitan Oper als Norma von Bellini. Wahrend 
drei Spielzeiten dann auch dort gefeiert. Maria Callas wurde zur 
oft skandalumwitterten, aber im Grunde doch unvergleichlichen 
Prirnadonna assoluta ihrer Epoche. 

Ihre Stimme vereinigt in kaum mehr bekannter Weise brillanteste 
Koloraturtechnik mit physischer Kraft und glurvoller Dramatik des 
Vortrages; dazu ist sie eine mitreifiende Darstellerin. Ein besonde- 



8i Campagnola 

res Verdienst erwarb sie sich durch die Wiederbelebung zahlrei- 
cher in Vergessenheit geratener Belcanto-Opern von Bellini, Ros 
sini, Donizetti und Cherubini, wie sie denn iiberhaupt iiber ein 
fast unbegrenztes ktinstlerisches Gestaltungsvermogen verfugt. 
Sehr viele Schallplattenaufnahmen, anfanglich auf Cetra (hier 
vollstandige Opern La Traviata* und La Giocanda*), dann ex- 
Husiy auf Columbia. Hier zahlreiche integrale Opern (u. a. I Pu- 
ritani, Lucia di Lammermoor, Tosca, Norma, CavaIIeria 
rusticana, Der Bajazzo*, Die Macht des Schicksals, I1 Turco 
in Italia von Rossini, Madame Butterfly*, Aida, Rigoletto, 
La Boheme, La Sonnambula, Ein Maskenball von Verdi 
Der Troubadour, Der Barbier von Sevilla, Turandot, Me- 
dea von Cherubini, Carmen, Manon Lescaut von Puccini). 

Calve, Emma, Sopran, * 15. 8. 1858 Decazeville, t 6.1. 1942 Mil- 
lau. Ihre Stimme erregte bereits in einer Klosterschule in Mont- 
pellier Aufsehen, wo sie erzogen wurde. Gesangstudium bei Jules 
Puget in Paris. 1882 debiitierte sie an der Oper von Briissel als 
Marguerite im Faust. Setzte dann ihr Studium bei Rosine La- 
borde und bei Mathilde Mardiesi in Paris fort und kam 1886 an 
die Opera comique von Paris. Gastierte im gleichen Jahre an der 
Mailander Scala und ansdiliefiend an den grofien Theatern in 
Frankreich und Italien. Wirkte in mehreren Urauffuhrungen mit: 
1891 am Teatro Costanzi von Rom in L/Amico Fritz von Mascagni 
mit Fernando de Lucia als Partner, 1894 an der Londoner Covent- 
garden Oper in La Navarraise von Massenet, 1897 an der Opera 
comique in Sapho von Massenet, 1902 an der Ope"ra comique in 
La Carmelite* von Reynaldo Harm. 1891 sang sie erstmalig an 
der Ope>a comique die Carmen, jene Partie, in der sie unsterb- 
lich werden sollte. Grandiose Triumphe als Carmen in aller Welt, 
in Moskau und St. Petersburg, in London und Madrid, in Mailand, 
Wien und Berlin. 18931904 feierte man sie an der New Yorker 
Metropolitan Oper (Antritts roller Santuzza in Cavalleria rusti- 
cana), 1907-09 am Manhattan Opera House in New York. 1915-16 
glanzvolle Nordamerika-Tournee. Noch in den zwanziger Jahren 
trat sie als Carmen auf, ihr letztes Konzert gab sie 1938. Sie schrieb 
ihre Autobiographie unter dem Titel Sows tous les dels j'ai chante. 
Umfangreiche, leidenschaftlich dramatische Stimme, voll bezwin- 
gender Intensitat des Vortrages. 

Fragmente auf Mapleson-Zylindern; Schallplatten auf G & T (Lon 
don, 1902), HMV, Victor (New York, 1907-16) und auf Pathe. 

Campagnola, Lon, Tenor, * 8. 2. 1875 Marseille, 1 11. 1. 1955 Pa 
ris. Studium in Marseille und Paris, Debut 1909. Sang langer als 
zehn Jahre in der franzosischen Provinz, vor allem aber in Briis 
sel, wo er sehr beliebt war. 1913 wurde er an die Opera comique 
in Paris verpflichtet, seitdem grofie Erfolge in der franzosischen 
Metropole. 1913 Gastspiel an der Oper von Chicago, war auch an 
der Mailander Scala und an der Londoner Coventgarden Oper er- 



Campanari 82 

folgreich. 1919 sang er letztmalig an der Oper von Briissel. War 
dann Gesanglehrer in Paris und betatigte sich als Kunstmaler. 
Einer der besten franzosischen Tenore seiner Generation, vor allem 
in Opern von Puccini, Bizet und Gounod gefeiert. 
Schallplatten der Marken HMV und Pathe\ 

Campanari, Giuseppe, Bariton, * 17. 11. 1855 Venedig, f 31. 5. 1927 
Mailand; studierte Gesang, verier aber bei einem vorzeitigen De 
but am Teatro dal Verme in Mailand seine Stimme. Darauf Cellist 
im Orchester der Mailander Scala. Ging 1884 nach Nordamerika 
und schlofi sich dem Bostoner Sinfonie-Orchester an. Erst 1893 
entschlofi er sich, wieder als Sanger aufzutreten, und zwar sang er 
bei einer Operntruppe, die unter der Leitung von Gustav Hinrichs 
Nordamerika bereiste, den Tonio im Bajazzo. Darauf wurde er 
1894 an die Metropolitan Oper New York berufen, der er bis 
1912 angehorte. Hier sang er u. a. den Titelhelden in der amerika- 
nischen Premiere von Verdis Falstaff (1895). Nach seinem Ab- 
gang von der Biihne zuerst Padagoge in New York, dann in Mai 
land tatig. Gleich ausgezeichnet im serib'sen wie im Buffo-Fach der 
italienischen Oper. 
Schallplatten: Columbia, Victor, Edison-Zylinder. 

Campora, Giuseppe, Tenor, "30. 9. 1923 Tortona; wurde unter- 
richtet durch Magenta in Genua, dann durch Schiavone in Mai 
land. Uberraschendes Debiit, als er 1949 fur einen erkrankten Kol- 
legen am Stadttheater von Bari den Rudolf in La Boheme* sang. 
Nach Engagements in der italienischen Provinz 1951 durch Tullio 
Serafin an die Mailander Scala verpflichtet. Nunmehr glanzende 
Internationale Karriere. Gastierte 1952 am Teatro Col6n von 
Buenos Aires und an der Oper von Rio de Janeiro, kam 1954 an 
die Metropolitan Oper New York (Antrittspartie: Rudolf in La 
Boheme), sang bei den Festspielen von Verona und beim Maggio 
musicale von Florenz. Seine besten Leistungen erreicht er in den 
lyrischen Partien der italienischen Opernliteratur. 
Sang auf Urania in vollstandiger Aufnahme von La Gioconda*, 
auf Decca in Madame Butterfly* und Tosca als Partner von 
Renata Tebaldi sowie auf HMV (Simone Boccanegra*). 

Caniglia, Maria, Sopran, * n. 5. 1906 Neapel. Ausbildung am Kon- 
servatorium San Pietro a Majella in Neapel bei P. A. Roche. De- 
butierte am Neujahrstag 1930 am Teatro Regio von Turin als 
Chrysothemis in Elektra von R. Strauss. Wurde noch 1930 an 
die Mailander Scala berufen, wo sie als Antrittsrolle die Rosaura 
in Le Maschere* von Mascagni sang und bis 1948 als eigentliche 
Primadonna des Hauses blieb. 1937 sang sie hier in der Urauffuh- 
rung von Respighis Lucrezia>. Gastspiele fuhrten sie in die Mu- 
sikzentren in aller Welt. 1935 bei den Festspielen von Salzburg als 
Alice Ford im FalstaB> gefeiert; seit 1937 regelmafiig zu Cast am 
Teatro Col6n von Buenos Aires, 1937 und 39 an oer Londoner 
Coventgarden Oper. Trat an der Staatsoper von Wien, in Prag, 



83 Capoul 

beim Maggio musicale von Florenz, bei den Festspielen von Verona 

und an den grofien italienischen Theatern in Ersdieinung. 1938 

bis 1939 an der Metropolitan Oper New York bewundert. Die Kar- 

riere der Kiinstlerin dauerte sehr lange; nodh 1951 sang sie in der 

Arena von Verona, 1955 gastierte sie an der Oper von Brussel als 

Tosca. Lebt in Mailand. 

Musikalisch hervorragend gefuhrte Sopranstimme, deren dramati- 

sche Aussagekraft sich vornehmlidi in italienischen Opern be- 

wahrte. 

Zuerst sang sie auf Columbia, spater auf HMV; hier mehrere voll- 

standige Opern, zumeist als Partnerin von Benjamino Gigli 

(Aida, Tosca, Andrea Che'nier*, Ein Maskenball* von 

Verdi, Requiem von Verdi), aber auch auf Cetra (Fedora, La 

forza del destino, Don Carlos*, Francesca da Rimini* von Zan- 

donai). 

Canne Meyer, Cora, Alt, * n. 8. 1929 Amsterdam; Gesangsrudium 
am Konservatorium von Amsterdam. Debut 1951 an der Nieder- 
landischen Oper in Amsterdam. Erregte 1957 bei den Festspielen 
von Glyndebourne Aufsehen als Cherubino in ^Figaros Hodizeit*. 
1959 sang sie bei den Festspielen von Salzburg in Il mondo nella 
luna von Haydn. 196062 war sie am Stadttheater Zurich enga- 
giert, seither wieder an der Niederlandisdien Oper. Gastspiele an 
franzosischen Bxihnen, in Briissel und in Lissabon; fast alljahrlidi 
wirkte sie beim Holland Festival mit 

Die souverane Beherrschung der Gesangtedinik erlaubt ihr audb 
die Bewaltigung der sdiwierigen Partien fur Koloratur-Alt. 
Sdiallplatten der Marken HMV (Le Comte Ory> y Glyndebourne) , 
Philips (Les Noces* von Strawinsky), MMS. 

Capecdii/ Renato, Bariton, ^1923 Kairo (von italienisdien Eltern). 
Studierte Violinspiel, war im zweiten Weltkrieg Soldat. Nadi 
Kriegsende Gesangstudium, 1948 Debiit in einem Konzert des 
italienischen Rundiunks. 1949 Buhnendebiit am Teatro Municipale 
von Reggio Emilia als Amonasro in Aida, Bereits 1950 trat er 
an der Mailander Scala auf, 1952 kam er an die Metropolitan 
Oper New York (Antrittsrolle Germont-pere in La Traviata). 
Grofie Erfolge aufierdem bei den Festspielen von Aix-en-Provence 
(Don Giovanni), von Verona (Bartolo im Barbier von Sevilla*, 
1955) und beim Maggio musicale von Florenz; Gastspiele an der 
Wiener Staatsoper, in Chicago, San Francisco, Siidamerika und an 
den grofien italienischen Biihnen. 

Sehr viele Schallplatten, u. a. auf Decca (Elisir d'amore*, *La 
forza del destine*), Philips (Rigoletto> / <Don Pasquale*, icGianni 
Schicchi*), Cetra (Un giorno di Regno von Verdi), Columbia 
(Norma), DGG (^Figaros Hochzeit*, Barbier von Sevilla>). 

Capoul, Victor, Tenor, * 27. 2. 1839 Toulouse, 1 13. 2. 1924 Pujau- 
dran-du-Gers. Begann 1859 sein Studlum am Conservatoire von 
Paris bei Revial und Mocker, Debiitierte 1861 an der Ope*ra 



Capsir 84 

comique von Paris in Le Chalet* von Adam. Bis 1870 sang er an 
der Opera comique, dann 1871-75 an der Italienischen Oper von 
London und 1875-79 an der Londoner Coventgarden Oper. 1871 
erfolgte sein amerikanisches Debut an der Academy of Music in 
New York in Mignon. Sang 1888 in der Erstauffuhrung der Oper 
Jocelyn von Godard an der Opera comique. 188384 und 1891 
bis 1896 trat er an der New Yorker Metropolitan Oper auf. In den 
Jahren 1892-97 lebte er als Gesanglehrer in New York; dann 
wurde er Regisseur an der Grand Ope"ra von Paris. (Durch Spe- 
kulationen verlor derKiinstler schliefilich sein ganzes Vermogen bis 
auf einen kleinen Bauernhof in Sudfrankreich, wohin er sich zu- 
riickzog. Dort hat er alle seine Erinnerungen wie Schallplatten, 
Fotografien, Programme usw, verbrannt.) 

Von ihm existieren einige aufierst seltene Schallplatten der Marke 
Fonotipia (Paris, 1905). 

Capsir, Mercedes, Sopran, *2O. 7. 1895 Barcelona (im gleichen 
Hause, in dem elf Jahre vorher Maria Barrientos das Licht der 
Welt erblickt hatte) ; Ausbildung in Barcelona durch Bidai Neunei. 
Debut 1914 am Teatro Liceo von Barcelona als Gilda. Nach ersten 
Erfolgen in Madrid und Barcelona trat sie 1916 und 1920 am Tea 
tro Col6n in Buenos Aires auf. 1922 kam sie nach Italien; hier 
sang sie zuerst am Teatro dal Verme in Mailand, 1924 debutierte 
sie an der Mailander Scala als Gilda unter Toscanini. Seitdem 
grofie Erfolge an den fuhrenden italienischen Biihnen. 1923-24 bei 
der Italienischen Oper in Holland; Gastspiele und Konzerte in Pa 
ris, Ostende, Monte Carlo, in Spanien und Sudamerika. 1926 an 
der Londoner Coventgarden Oper als Rosine im Barbier von 
Sevilla, 1929 an der Scala in der Urauffuhrung von Il Re von 
Giordano, 1933 beim ersten Maggio musicale von Florenz als 
Elvira in I Puritani von Bellini gefeiert Sie ist jedoch nie in 
Nordamerika aufgetreten. 194050 sang sie hauptsachlich am 
Teatro Liceo von Barcelona, jetzt auch lyrische Partien wie die But 
terfly oder die Elsa im Lohengrin*. Komponierte selbst, so u. a. 
Koloratur-Variationen iiber ein Thema von Mozart, die sie als Ein- 
lage im Barbier von Sevilla zu singen pflegte. 
Eine der voluminosesten Koloraturstimmen iiberhaupt, dazu von 
einer kristallenen Klarheit der Tongebung und einer bravourosen 
Technik. 

Ihre ersten Flatten kamen bereits 1914 heraus; akustisch auf 
Odeon und HMV vertreten, elektrisch vollstandige Aufnahmen 
von Rigoletto, Barbier von Sevilla*, ^Lucia di Lammermoor*, 
La Traviata* und Don Pasquale- auf Columbia. 

Capuana, Maria, Alt, * 1891 Fano (bei Pesaro), t 22. 2. 1955 Cag- 
liari (Sardinien) ; altere Schwester des Dirigenten Franco Capuana. 
Studierte Gesang und Klavierspiel am Konservatorium San Pietro 
a Majella in Neapel. Debutierte 1918 am Teatro San Carlo von 
Neapel als Page Urbain in den Hugenotten von Meyerbeer, 1920 



g^ Carena 

hatte sie am Teatro Regio von Turin grofien Erfolg als Brangane 
im Tristan. Wagner-Rollen galten als ihre Spezialitat. 1922 kam 
sie an die Mailander Scala (Antrittsrolle: Ortrud im Lohengrin) . 
1923 feierte man sie an der Scala als Herodias in Salome von 
R. Strauss, 192527 als Fricka in der Walkure, als Amneris in 
Aida und als Rubria in Boitos Nerone. 1925 trat sie am Teatro 
Col6n von Buenos Aires auf, weiter Gastspiele in Barcelona, Lissa- 
bon, Kairo, Siidafrika, bei den Festspielen von Verona und an den 
groJSen italienischen Biihnen. 

Dunkel timbrierte, ausdrucksstarke Stimme, namentlich im Wagner- 
Repertoire von Bedeutung. 

Akustische Schallplatten der Marke Fonotecnica, elektrische auf 
Columbia (vollstandige Aida, 1929). 

Carbone, Maria, Sopran, * 12. 6. 1912 Neapel; studierte am Kon- 
servatorium San Pietro a Majella in Neapel, debutierte 1932 am 
Teatro San Carlo in Neapel als Margherita in Mefistofele von 
Boito. Sang 1933 an der Oper von Rom die Titelrolle in Lodo- 
letta von Mascagni, im Sommer 1933 Konzertreise durch Holland. 
Lange und erfolgreiche Karriere an den grofien italienischen Opern- 
biihnen. 1936 Debiit an der Mailander Scala als Giorgetta in Il 
Tabarro* von Puccini. 1948 sehr erfolgreich als Salome, eine Par- 
tie, die sie zuerst an der Oper von Turin und dann an vielen an- 
deren italienischen Theatern sang; lebt in Cuneo. 
1933, also ein Jahr nach ihrem Debiit, sang sie in zwei vollstandi- 
gen Opern-Aufnahmen bei HMV die Desdemona im Othello 
und die Micaela in Carmen; dies blieben ihre einzigen Flatten. 

Carelli, Emma, Sopran, * 12. 5. 1877 Neapel, t 17. 8. 1928 bei 
Rom (Autounfall in Montefiascone) ; Schiilerin ihres Vaters, Ben- 
jamino Carelli, am Konservatorium San Pietro a Majella in Nea 
pel. Debutierte 1895 in Altamura in La Vestale* von Mercadante 
wahrend der Feiern zum too. Geburtstage des Komponisten in des- 
sen Geburtsort. Trat dann am Teatro dal Verme und am Teatro 
Lirico in Mailand, in Mantua, Bologna und Neapel auf. 1899 kam 
sie an die Mailander Scala (Antrittsrolle: Desdemona im Othello 
als Partnerin von Tamagno). Seitdem sang sie oft dort wie auch 
am Teatro Costanzi in Rom; Gastspiele in Madrid, Barcelona, 
Bukarest, Buenos Aires, Rio de Janeiro, St. Petersburg, Marseille 
und Monte Carlo. 1910 iibernahm sie zusammen mit ihrem Gat- 
ten, dem Journalisten Walter Mocchi, die Leitung des Teatro Co 
stanzi. 1912 sang sie hier die Elektra in der Premiere der Richard 
Strauss-Oper gleichen Namens, gab dann aber ihre aktive Sanger- 
laufbahn auf. 1926 legte sie die Dlrektion des Teatro Costanzi 
nieder. 

Dramatische Sopranstimme, bedeutend auch als Wagnersangerin, 
Schallplatten auf Pathe", Fonotipia und G & T. 

Carena, Maria, Sopran, *i8o4 Turin; ausgebildet durch Virginia 
Ferni-Germano in Turin, Debiit 1917 am Teatro Ghiarella in Turin 



Caron ^ 86_ 

als Leonore im Troubadour. Sie sang daim am Teatro Costanzi 
in Rom, am Teatro San Carlo in Neapel und am Teatro Lirico in 
Mailand. 1919 gastierte sie am Teatro Coliseo von Buenos Aires, 
1920 am Teatro San Carlos von Lissabon, 192021 am Teatro Real 
von Madrid, hier u. a. als Partnerin von Giacomo Lauri-Volpi. Im 
Januar 1922 debutierte sie an der Mailander Scala als Titelheldin 
in Puccinis Suor Angelica*. Bis 1932 blieb sie jetzt eine gefeierte 
Primadonna der Scala. Dort sang sie 1924, alternierend mit Rosa 
Raisa, die Asteria in den ersten Auffuhrungen von Boitos nachge- 
lassener Oper Nerone. 1932 feierte man sie am Teatro Costanzi 
von Rom als Giulia in La Vestale* von Spontini, einer ihrer 
Glanzrollen. Am Teatro Costanzi wirkte sie 1920 in der Urauf- 
fuhrung der Oper Uomo die ride von Pedrollo mit. Regelmafiig 
erschien sie am Teatro Regio von Turin und am Teatro San Carlo 
von Neapel. Noch 1940 ist sie in Rom aufgetreten. 
Akustische Aufnahmen auf Fonotipia (u. a. ein Duett mit Luisa 
Bertana); elektrische Flatten: vollstandiger Troubadour auf HMV 
mit Aureliano Fertile und Apollo Granforte, dazu eine Fonotipia- 
Platte. 

Caron, Rose, Sopran, * 17. 11. 1857 Monnerville (Seine-et-Oise), 
1 9. 4. 1930 Paris; begann ihr Gesangstudium 1888 am Conser 
vatoire von Paris bei Tharset, studierte danach bei Marie Sasse. 
Ihr Debut erfolgte 1884 an der Oper von Briissel in der Urauffuh- 
rung der Oper SigurcU von Reyer als Brunehild. 1885 kam sie 
an die Grand Opera von Paris. Hier eilte sie von Triumph zu 
Triumph, namentlich als Wagner-Sopranistin. Kreierte fur Paris 
1891 die Elsa im Lohengrin, 1892 die Sieglinde in der Wal- 
kxire, 1888 die Desdemona in Verdis Othello. In Briissel, wo 
sie oft zu Cast war, wirkte sie 1890 in der Urauf Mining von 
Reyers Salammb6 mit. 1902 wurde sie Professorin am Con 
servatoire national von Paris, wo sie eine 25Jahrige Lehrtatigkeit 
ausiibte. 

Grofie, zu glutvoller Dramatik steigerungsfahige Sopranstimme. 
Sehr seltene Flatten, vier Aufnahmen auf Zonophone (Paris, 1903), 
drei auf Fonotipia (Paris, 1904). 

Carosio, Margherita, Sopran, * 4. 6. 1908 Genua; ihr Vater, der 
Komponist Natale Carosio, leitete ihre Ausbildung, Sang bereits 
mit 16 Jahren im Konzertsaal; 1926 Debut am Stadttheater von 
Novi Ligure als Lucia di Lammermoor. Bereits 1928 Gastspiel an 
der Coventgarden Oper London; kam 1932 an die Mailander 
Scala, wo sie dann regelmafiig auftrat. Hier sang sie 1935 in der 
Urauffuhrung von Mascagnis Nerone. Grofie Karriere in aller 
Welt mit Gastspielen in Antwerpen, Nizza, Monte Carlo, am Tea 
tro Col6n von Buenos Aires, am Teatro Liceo von Barcelona, an 
den Staatsopern von Wien und Berlin. Sang 1939 bei den Salzbur- 
ger Festspielen die Rosine im Barbier von Sevilla*, 1951 die Ca 
rolina in Cimarosas Matrirnonio segreto*. 19^6 wirkte sie an der 



87 Carteri 

Scala in der Urauffuhrung von Wolf-Ferraris Il Campiello* mit, 
1942 am Teatro San Carlo von Neap el in der Urauffiihrung der 
Oper ^Beatrice Cenci von Pannain. 1943 Konzert-Tournee durch 
Deutsdiland. 1948 und 1951 bereiste sie England und Stidafrika. 
Virtuose Koloraturstirnme, namentlich im italienisdien Repertoire 
ausgezeichnet. 

Schallplatten: Parlophon, Homodiord und HMV (hier vollstandige 
Opern Elisir d'amore* und <cAmelia al ballo von Menotti). 

Carracciolo, Juanita, Sopran, * 1890 Palermo, t 6. 7. 1924 Mai- 
land. Debut 1908 am Opernhaus von Genua in Le Maschere von 
Mascagni. Sang 12 Jahre hindurch an versdiiedenen italienisdien 
Biihnen, hatte dann 1920 einen sensationellen Erfolg, als sie am 
Teatro Costanzi in Rom die Titelheldin in Puccinis Manon Les- 
caut sang. 1920 gastierte sie am Teatro Colon von Buenos Aires 
und an der Oper von Madrid. 1922 kam sie an die Mailander 
Scala; hier debiitierte sie als Evchen in den Meistersingern un- 
ter Toscanini. In den folgenden Spielzeiten glanzende Triumphe 
an der Scala, dodi erkrankte sie im Herbst 1923 schwer. 
Von ihr sind Flatten auf den Marken HMV, Columbia, Fonogra- 
fia Nazionale und Pathe* erhalten. 

Carr, Marguerite, Sopran, * 1881 Bordeaux, t 1947 Paris; eigent- 
lich Marguerite Giraud. Studierte am Konservatorium von Bor 
deaux, dann am Conservatoire von Paris. Debut 1902 an der Pa- 
riser Ope'ra comique. Heiratete 1902 den Direktor der Ope'ra 
comique, Albert Carre", der sie jetzt in grofien Aufgaben heraus- 
stellte. Sie wirkte an der Ope'ra comique in einer Anzahl von Ur- 
auffiihrungen mit, u. a. in La Reine Fiammette von Xavier Leroux 
(1903), La fille de Roland* von Henri Rabaud (1904); 1907 sang 
sie an der Ope'ra comique die Titelrolle in der franzosischen Erst- 
auffuhrung von Madame Butterfly*, 1908 wirkte sie in einer 
denkwiirdigen Premiere von Rimsky-Korssakows Snegourotchka 
mit x 1909 in einer wichtigen Inszenierung von Mozarts Zauber- 
flote> als Pamina. Obwohl sie mehrfach bei der Kritik auf Ableh- 
nung stieS, blieb sie bis in die zwanziger Jahre eine der grofien 
Primadonnen der Ope'ra comique. Kaum auJSerhalb der franzosi 
schen Metropole aufgetreten; zuletzt Gesanglehrerin in Paris. 
Eine Platte auf G & T (Paris, 1904) sowie Pam6-Platten. 

Carteri/ Rosanna, Sopran, * 1930 Verona; ihre musikalische Bega- 
bung zeigte sich sehr friih. Bereits mit 12 Jahren gab sie ein 
aufsehenerregendes Konzert. 1953 debiitierte sie auf der Buhne, 
und zwar an der Oper von Rom als Elsa im Lohengrin. Es folgte 
eine Gastspielreise durch Spanien, dann Engagements an den gro- 
fien italienischen Theatern. Vor allem war sie an der Mailander 
Scala erfolgreich. Sie gehorte zu den bedeutendsten italienischen 
Konzertsopranistinnen ihrer Generation; so sang sie oft bei den 
Konzertveranstaltungen der Accademia di Santa Cecilia in Rom 
unter Francesco Molinari-Pradelli und wirkte in Neapel in einer 



Caruso 88 

wichtigen Auffuhrung des Requiems von Donizetti mit. Gastspiele 
und Konzerte trugen ihr in Spanien, England, Frankreich, in Nord- 
und Sudamerika glanzende Erfolge ein. 

Ihre Schallplatten kamen auf RCA (La Traviata), Cetra (Fal- 
staff, Wilhelm Tell*/ Suor Angelica*, La Boheme) und auf 
Columbia (La serva padrona) heraus. 

Caruso, Enrico, Tenor, * 25. 2. 1873 Neapel, t 2. 8. 1921 bei Neapel. 
Da er aus einer armen, kinderreichen Familie stammte, konnte er 
nur unter groEen Schwierigkeiten zu einem Gesangstudium kom- 
men, das er bei Guglielmo Vergine in Neapel absolvierte. Debii- 
tierte im Novemberi894mit einer Wandertruppe amTeatro Nuovo 
in Neapel und sang dann ohne besondere Erfolge an italienischen 
Provinzbuhnen und in Monte Carlo. Der grofie Erfolg kam, als er 
am 17. 11. 1898 am Teatro Lirico in Mailand in der Urauffuhrung 
von Giordanos Fedora die Partie des Loris sang. Jetzt folgte ein 
marchenhafter Aufstieg zum Weltruhm. Nach Triumphen an der 
Mailander Scala und an anderen grofien italienischen Theatern kam 
er 1902 an die Londoner Coventgarden Oper. Eine Nordamerika- 
Tournee 1903 bestatigte seinen Ruf als erster Tenor seiner Zeit. 
1903 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen; er 
stellte sich dem amerikanischen Publikum als Herzog im Rigo- 
letto vor. Seitdem blieb bis zum Ende seiner Karriere die Metro 
politan Oper Mittelpunkt seines kiinstlerischen Wirkens, docb 
unternahm er alljahrlich Gastspiele an den ersten Opernhausern in 
aller Welt. Er wirkte in mehreren Urauffuhrungen mit, so 1897 am 
Teatro Lirico von Mailand in L'Arlesiana von Cilea, 1902 gleich- 
falls am Teatro Lirico in Adriana Lecouvreur* von Cilea, 1903 an 
der Scala in Germania von Franchetti und am 10. 12. 1910 an der 
Metropolitan Oper in Das Madchen aus dem goldenen Westen 
von Puccini. Nach einer an Erfolgen und Ehrungen iiberreichen Kar 
riere erkrankte er im Winter 1920 in New York an einem Pleura- 
Empyem. Er suchte Heilung in der Umgebung seiner Heimatstadt 
Neapel, wo er 1921 verstarb. Aus seiner Verbindung mit der we- 
nig bedeutenden Sangerin Ada Giacdietti stammten zwei Sohne, 
in Amerika heiratete er Dorothy Benjamin, die ihm eine Tochter 
schenkte. 

Caruso ist ohne Zweifel die bedeutendste Sangerpersonlichkeit sei 
ner Zeit, ja der letzten 100 Jahre gewesen. Seine Stimme war von 
Haus aus eher ein lyrischer Tenor, aber grofiter dramatischer Stei- 
gerung fahig. Ihr phanomenaler Tonumfang, die Ausgeglichenheit 
ihrer Register, die Kultur seines Vortrages und sein Stilgefuhl sind 
noch heute auf seinen iiber 200 Schallplattenaufnahmen zu bewun- 
dern. Man kann sagen, da8 er durch die Schallplatte, aber auch die 
damals noch junge Schallplatte durch ihn benihmt geworden ist. 
Seine altesten Aufnahmen erschienen auf Zonophone (diese beson- 
ders von Sammlern gesucht, Mailand, 1902) und auf G & T, der 
Grofiteil seiner Flatten spater in Amerika auf Victor, ferner 
und Zylinder- Aufnahmen. 



89 Castagna 

Casazza, Elvira, Alt, * 15. 11. 1887 Ferrara, t Januar 1965 Mai- 
land; entfernte Verwandte von Giulio Gatti-Casazza, dem bekann- 
ten Direktor der Metropolitan Oper. Nach Ausbildung in Ferrara 
und Mailand debiitierte sie 1911 bei der Lombardi Opera Company 
in Nordamerika, ist aber spater nie mehr dort aufgetreten. 1916 
sang sie am Teatro Colon von Buenos Aires, 1917 erstmals an der 
Mailander Scala (Amneris in Aida). 1920 Gastspiel am Teatro 
Real von Madrid. 1921 an der Scala als Dame Quickly im Fal- 
staff von Verdi, ihrer Glanzrolle, gefeiert. Fur die folgenden 20 
Jahre glanzvolle Laufbahn an der Scala; sang hier auch in Urauf- 
fiihrungen von Opern (Deborah e Jaele von Pizetti, 1922, I Ca- 
valieri di Ekebu von Zandonai, 1925). Gastierte 1929 mit dem 
Ensemble der Scala in Berlin; sehr erfolgreich in Spanien und Siid- 
amerika. 1942 sang sie als letzte Rolle an der Scala die Hexe in 
Hansel und Gretel. Lebt als Padagogin in Mailand. 
Neben der Schonheit ihrer Stimme riihmte man ihre musikalische 
wie darstellerische Charakterisierungskunst. 
Wenige Flatten auf den Marken Fonografia Nazionale und HMV 
(Duette mit Benjamino Gigli). 

Case, Anne, Sopran, * 29. 10. 1889 Clinton (New Jersey); ihre Leh- 
rerin war Mme Ohrstrom-Renard in New York. Debut 1909 mit 
dem Ensemble der Metropolitan Oper im New Theatre in New 
York in einer kleinen Rolle in Werther von Massenet. An der 
Metropolitan Oper ubernahm sie kleine Partien, bis sie 1913 in 
der amerikanischen Erstauffuhrung des Boris Godunow den 
Fedor sang; im gleichen Jahre bewunderte man sie in der ameri 
kanischen Premiere des Rosenkavalier als Sophie. Bis 1915 blieb 
sie Mitglied der Metropolitan Oper; sang in den Spielzeiten 1916 
bis 1917 und 191920 erneut dort, jetzt aber nur in den Konzert- 
veranstaltungen der Oper. Seit 1920 ausschliefilich Konzertsopra- 
nistin. Bereiste als solche Nbrdamerika, aber auch Europa (1925 
Holland-Tournee). Heiratete 1929 den Multimillionar und Tele- 
grafenkonig Clarence Mackay und zog sich aus dem Musikleben 
zuriick. 
Edison- und Columbia-Flatten, eine Victor- Aufnahme. 

Castagna, Bruna, Alt, * 15. 10.1908 Bari; zuerst studierte sie in 
Mailand Klavierspiel, dann Gesang (Schulerin von Tina Scogna- 
miglio). Debut 1925 am Stadttheater von Mantua als Marina im 
Boris Godunow. Tullio Serafin vermittelte ihr Engagements in 
Sudamerika, wo sie in den Jahren 1927 bis 193 ovorallem am Teatro 
Colon von Buenos Aires sang, 1931 durch Toscanini an die Mai- 
lander Scala berufen, hatte sie dort 1933 als Isabella in L'Italiana 
in Algeri* von Rossini grofie Erfolge. Gastspiele in Barcelona, Chi 
cago, St. Louis und San Francisco; bereiste Australien, Agypten, 
Rumanien und Spanien. 193645 Mitglied der Metropolitan Oper 
New York; debiitierte hier als Azucena im Troubadour; vor 



Cavalieri 90 

allem aber als Carmen gefeiert. Lebt als Gesanglehrerin in Mai- 
land. 
Aufnahmen auf den Marken Columbia und Victor. 

Cavalieri, Una, Sopran, * 25. 12. 1874 Rom, t 8. 2. 1944 bei Flo- 
renz. Trat zuerst an Kleinkunsttheatern und Varietes in Rom auf 
und wurde dann ein international bekannter Revuestar an den 
Folies Bergeres in Paris und am Empire Theatre in London. 1900 
heiratete sie in Rufiland den Prinzen Bariatonsky und entschlofi 
sidi jetzt zur Laufbahn einer Opernsangerin. Nach kurzem Stu- 
dium bei Maddalena Mariani-Masi debiitierte sie im Dezember 
1900 am Teatro San Carlos von Lissabon als Mimi in La Bo- 
heme. 1901 glanzvolles Gastspiel in St. Petersburg; grofie Erfolge 
in Monte Carlo und Warschau, wo sie fast alljahrlich auftrat. In 
Monte Carlo sang sie 1905 in der Urauffuhrung von Massenets 
Cherubin die Partie der Ensoleidad. 1905 in Paris als Partnerin 
von Enrico Caruso und Titta Ruffo gefeiert. Im gleichen Jahre an 
die Metropolitan Oper New York berufen. Hier sang sie in den 
Premieren der Opern Fedora* von Giordano und Manon Les- 
caut von Puccini zusammen mit Caruso. 1907 heiratete sie den 
amerikanischen Millionar Winthrop Chandler, von dem sie sich 
aber nach einer Woche wieder trennte. Der nachfolgende Skandal- 
prozefi machte ihr weiteres Auftreten an der Metropolitan Oper 
unmoglich. Darauf gastierte sie an der Londoner Coventgarden 
Oper, kam aber 1909 nochmals an das Manhattan Opera House in 
New York. 1913 heiratete sie den franzosischen Tenor Lucien 
Muratore und wurde mit ihm zusammen an die Oper von Chicago 
verpflichtet, trat dort aber nicht auf. Lina Cavalieri, die als die 
schonste Frau ihrer Zeit gait (La donna piu bella del rnondo*), 
wirkte in Nordamerika beim damals noch stummen Film. 1919 
trennte sie sich von Lucien Muratore, kam 1922 erneut an die Oper 
von Chicago, trat aber auch jetzt nicht aur. 1922 liefi sie sich in 
Paris nieder, wo sie ein Institut de beaut leitete. Mit ihrem vier- 
ten Gatten, Paolo D'Arvanni, lebte sie spater in ihrer Villa Cappuc- 
cina bei Florenz. Bei einem Fliegerangriff wurden dort beide 1944 
getotet. Das bewegte Leben der Sangerin wurde 1957 unter dem 
Titel La donna piu bella del mondo mit Gina Lollobrigida in der 
Hauptrolle verfilmt. 
Wenige Schallplatten auf Columbia und Victor. 

Cavelti,Elsa, Alt-Sopran,*4.5. 1914 Rorschach a, Bodensee fSchweiz); 
studierte Klavierspiel und Gesang in Zurich und Frankfurt a. M., 
zuletzt in Wien. Debiitierte 1936 am Stadttheater von Kattowitz 
und kam iiber das Opernhaus von Diisseldorf 1939 an die Staats- 
oper von Dresden. Wahrend des zweiten Weltkrieges kehrte sie in 
ihre Schweizer Heimat zuriick und wurde als Erste dramatische 
Altistin an das Stadttheater von Zurich verpflichtet. Seit 1946 ga 
stierte sie mehrfach an der Mailander Scala; auch an der Wiener 
Staatsoper war sie oft zu Cast. Gastspiele und Konzerte brachten 



_9* Cehanovsky 

der Kiinstlerin in Paris und London, in New York und Chicago, 
in Buenos Aires und San Francisco grofie Erfolge ein. Auf der 
Buhne ist sie spater auch in Partien aus dem dramatischen Sopran- 
Fach zu horen gewesen. Man schatzte sie als Konzert- und Orato- 
riensangerin, zumal als Bach-Interpretin; lebt in Basel. 
Flatten auf Decca, MMS. 

Cebotari, Maria, Sopran, * 10. 2. 1910 Kischinew in Bessarabien, 
1 9. 6. 1949 Wien (nach langer Krankheit). Schlofi sich dem Mos- 
kauer Kiinstlertheater, einer Wanderbiihne von Emigranten, an, 
die in ihrer Heimat gastierte, und heiratete spater deren Leiter, 
den Grafen Alexander Wiruboff. 1929 entschlofi sie sich, in Paris 
Sangerin zu werden. Nach kurzem Studium bei Daniel in Berlin 
wurde sie 1931 durch Fritz Busch an die Staatsoper von Dresden 
verpflichtet. Hier groEe Karriere bis 1943. Sang in Dresden 1935 
die Aminta in der Urauffuhrung der Schweigsamen Frau von 
R. Strauss. Gastspiele trngen ihr in Berlin und Wien, in Munchen, 
Zurich und Bukarest, in Mailand und Rom glanzende Erfolge ein. 
Dazu wurde sie eine der beliebtesten Film-Sangerinnen ihrer Gene 
ration. Bei den Festspielen von Salzburg namentlich als Mozart- 
Interpretin bewundert. 1938 trennte sie sich von dem Grafen Wiru- 
bpjff und heiratete den Films chauspieler Gustav Diessl. 1943 folgte 
sie einem Ruf an die Staatsoper von Wien; hier sehr erfolgreich in 
den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg. 1947 sang sie bei den 
Salzburger Festspielen in der Urauffuhrung von Dantons Tod 
von G. von Einem. 

Leuchtende, ausdrucksvolle Sopranstimme, die sich in einem brei- 
ten Buhnen- und Konzertrepertoire bewalirte, zumal als Richard 
Strauss-Interpretin bekannt. 

Schallplatten der MarkenParlophon, HMV, Polydor,UraniaundDGG, 
Cehanovsky, George, Bariton, * 1895 (?) St. Petersburg. Wahrend 
des ersten Weltkrieges diente er bei der russischen Marine und 
wurde in der Seeschlacht bei Gotland schwer verwundet. Nach dem 
Krieg wurde er durch seine Mutter, die Sangerin gewesen, ausge- 
bildet. Debutierte 1921 in Leningrad als Valentin im Faust von 
Gounod. 1923 emigrierte er in die USA. Hier sang er zuerst bei 
der De Feo Opera Company und 1924-25 als Erster Bariton bei der 
San Carlo Company. 1926 kam er an die Metropolitan Oper New 
York (Antrittsrolle: Mandarin in der dortigen Erstauffuhrung von 
Puccinis Turandot). Langer als 36 Jahre blieb er Mitglied dieses 
Opernhauses, die langste Karriere, die je ein Sanger an der Metro 
politan Oper gehabt hat. Im allgemeinen sang er dort Comprimario- 
Partien, wurde aber auch mehrfach in tragenden Rollen eingesetzt. 
Als seine Glanzrolle gait der Schaunard in <cLa Boheme*. Insgesamt 
soil er an der Metropolitan Oper 78 Partien gesungen haben. 1927 
bis 1931 sang er an der Sommer-Oper von Ravinia bei Chicago, 
seit 1936 gastierte er regelmafiig an der Oper von San Francisco. 
1957 heiratete er die Sopranistiri Elisabeth Rethberg. 



Cernay 9 2 

Erst sehr spat erschienen Flatten des Kiins tiers; dabei handelt es 
sidi urn integrate Opern der Marken Columbia und RCA, in denen 
er kleinere Rollen singt (u. a. La Boheme und La Traviata 
unter Toscanini), 

Cernay, Germaine, Alt, * 1900 le Havre, 1 1943 Paris; eigentlich 
Germaine Pointu. Debiitierte 1927 an der Opera comique von Paris, 
wo sie zuerst kleinere Partien, dann Rollen wie die Charlotte im 
Werther von Massenet, die Carmen, die Mignon und die Gene- 
vieve in Pelle"as et Melisande* sang. Bedeutende Erfolge hatte sie 
am Theatre de la Monnaie inBriissel und an franzb'sischen Provinz- 
biihnen. Dazu gait sie als eine der besten franzosischen Konzert- 
Altistinnen ihrer Generation, vor allem als groCe Bach-Interpretin. 
Sie war im Begriff, in ein Kloster einzutreten, als sie plotzlich 

An ihrer zumal in den hohen Lagen trefflich gebildeten Stimme 
schatzte man die geistvolle Kunst des Vortrages wie die Meister- 
schaft der Phrasierung. 

Sdiallplatten: viele Odeon-Aufnahmen, Columbia, HMV (Pelleas 
et Me*lisande vollstandig). 

Cerquetti, Anita, Sopran, * 1931 Macerata bei Ancona; Ausbildung 
am Liceo musicale Morlacchi in Perugia. Biihnendebiit 1951 als 
Aida. Sang die gleiche Partie 1953 in der Arena von Verona; Gast- 
spiele an den grofien italienischen Buhnen, in Frankreich und in 
der Schweiz schlossen sidi an. 1955-56 an der Oper von Chicago 
engagiert. Die junge Kiinstlerin wurde weltbekannt, als sie im Ja- 
nuar 1958 anstelle von Maria Callas als Norma die Saison an der 
Oper von Rom erofrnete, nachdem diese zuvor die eigentlidie Er- 
offnungsvorstellung abgebrodien hatte, wodurch es zu einem ge- 
waltigen Skandal gekommen war. Seitdem ist die Kxinstlerin, die 
iiber eine voluminose, dramatisdie Sopranstimme verfugt, an den 
ersten Buhnen in aller Welt zu Gast. 

Ihre Sdiallplatten erschienen auf der Marke Decca (u. a. vollstan- 
dige Oper La Gioconda). 

Cervena, Sona, Alt, * 9. 9. 1925 Prag; zunaoVist widmete sie sich der 
Tanz- und Unterhaltungsmusik, dann sang sie an einem Operetten- 
theater in Prag. Schliefilich Gesangstudium bei Robert Rozner und 
Lydia Wegner-Salmowa in Prag. 1954 Operndebiit an der Janacek- 
Oper in Briinn, wo sie bis 1957 blieb und ihren ersten grofien Er- 
folg als Octavian im Rosenkavalier hatte. 1957 Gastspiel am 
Nationaltheater von Prag.Seit 1958 Mitglied der Staatsoper Berlin; 
Gastspiele an den Staatsopern von Dresden, Wien und Hamburg 
und an der Stadtisdien Oper Berlin. In London sang sie das Alt- 
Solo in einer Auffiihrung der Missa solemnis von Beethoven. 1960 
wirkte sie bei den Festspielen von Bayreuth mit. 
Sdiallplatten: Supraphon, Eterna (Titelpartie in Carmen). 

Chamlee, Mario, Tenor, * 29. 5. 1892 Los Angeles; eigentlich Ar 
cher Cholmondeley. Schiller von Solon Alberti in Los Angeles. De- 



93 Christ 

but 1916 in Los Angeles als Edgardo in Lucia di Lammermoor. 
191619 Soldat; sang darauf bei der Scotti Opera Company, kam 
aber 1920 an die Metropolitan Oper von New York (Antrittsrolle: 
Cavaradossi in Tosca). Bis 1928 an dieser Biihne tatig; wahrend 
dieser Zeit sang er auch in San Francisco und an der Sommer- 
Oper von Ravinia bei Chicago. 192836 trat er in Europa auf, und 
zwar vor allem an der Opera comique von Paris, wo man ihn als 
Marouf in der gleichnamigen Oper von Rabaud feierte, aber auch 
in Briissel, Lxittich, Lille, Bordeaux, Nizza, an der Wiener Volks- 
oper und am Deutschen Theater in Prag. 193639 nochmals Mit- 
glied der Metropolitan Oper New York. Verheiratet mit der So- 
pranistin Ruth Miller. 
Seine Stimme ist ausschliefilich auf Brunswick-Flatten erhalten. 

Chavanne, Irene von, Alt, * 18. 4. 1868 Graz, f 26. 12. 1938 Dres 
den. Begann ihr Studium bei Johannes Ress in Wien, dann Schule- 
rin von De"siree Art6t de Padilla in Paris und von Souvestre in 
Dresden. Debiitierte 1885 an der Dresdener Hofoper und ist wah 
rend ihrer ganzen Karriere dort geblieben. Sang hier am 9. 12. 
1905 in der Urauffiihrung der Richard-Strauss-Oper Salome die 
Partie der Herodias. 1915 gab sie ihre Karriere auf und wurde 
Ehrenmitglied der Dresdener Oper. 

Zwei aufierst seltene Platten auf HMV, beides Ensemble-Aufnah- 
men (Dresden, 1908). 

Chenal, Marthe, Sopran, ""24. 8. 1881 Saint Maurice (bei Paris), 
1 29. 1. 1947 Paris. Begann ihr Studium 1901 am Conservatoire 
von Paris, wurde aber von der Direktion und alien Professoren ab- 
gelehnt; man empfahl ihr sogar nach einem Jahr, das Konservato- 
rium zu verlassen und ein Engagement an der Moulin Rouge an- 
zunehmen. Sie liefi sich jedoch nicht entmutigen, wurde durch de 
Martini ausgebildet und gewann 1905 den ersten Preis des Kon- 
servatoriums. Sie debiitierte noch 1905 an der Grand Opra von 
Paris als Brunehild in Sigurd von Reyer. 1908 kam sie an die 
Ope'ra comique von Paris, wo sie in Aphrodite von Erlanger de 
biitierte. 190810 hatte sie glanzende Erfolge an der Oper von 
Monte Carlo, dann wieder an den beiden grofien Operntheatern von 
Paris gefeiert. Sang auch am Manhattan Opera House in New 
York. Noch 1923 sang sie an der Opera comique in Le roi d' Ys 
bei der Jahrhundertfeier fur Lalo. Neben ihren gesanglichen Qua- 
litaten riihmte man ihr grandioses Biihnenspiel und die Anmut 
ihrer eleganten Erscheinung. Ihre Schauspielkunst in der Urauffiih 
rung von La Sorciere* von Erlanger an der Opera comique (1912) 
verglich die Kritik mit der der groSen Sarah Bernhardt. 
Von ihr sind nur Platten auf Path vorhanden. 

Christ, Rudolf, Tenor, * 1916 Wien; begann als Chorist im Chor der 
Wiener Volksoper, dann dreijahriges Studium bei Adolf Vogel in 
Wien. Debiitierte 1941 am Stadttheater von Innsbruck. 194649 
wirkte er am Stadttheater von Zurich als lyrischer Tenor und als 



Christoff 94 

Operettensanger. 1949 kam er an die Wiener Volksoper, seit 1956 
auch an der Deutschen Oper am Rhein Diisseldorf-Duisburg enga- 
giert. Gastspiele an fiihrenden Buhnen in Deutschland, Osterreich, 
Belgien, Italien und in der Schweiz. Seit 1955 wirkte er mehrfadi 
bei den Salzburger Festspielen mit. 

Die Stimme des Sangers ist auf vielen Marken zu horen: Decca 
(Barbier von Bagdad* von Cornelius, Die Kluge* von Orff), Phi 
lips, Columbia (Fledermaus), HMV, Vanguard-Amadeo (Zigeu- 
nerbaron*-), MMS. 

Christoff, Boris, Bafi, * 18. 5. 1918 Plovdiv (Bulgarien). Wollte zu- 
nachst Jura studieren, doch fiel seine Stimme in einem Manner- 
chor auf. Mit Hilfe eines Stipendiums des Konigs Boris von Bulga 
rien konnte er in Mailand Schuler von Riccardo Stracciari werden; 
studierte auch in Salzburg. Nadi den Kriegswirren begann er 1946 
seine Karri ere in Italien als Konzertsanger. 1946 Buhnendebut am 
Teatro Adriano in Rom als Collin in La Boheme*. Sang nodi im 
gleichen Jahre an der Mailander Scala den Pimen in Boris Godu 
now* und 1947, ebenfalls an der Scala, den Boris Godunow, eine 
seiner Glanzpartien. Seit 1949 auch an der New Yorker Metropoli 
tan Oper gefeiert; Gastspiele und Konzerte in den Musikzentren 
in aller Welt. Sang bei den Festspielen in der Arena von Verona 
und in Edinburgh; 196061 in Salzburg als Konig Philipp in Ver- 
dis Don Carlos umjubelt. Gilt als einer der bedeutendsten Bas- 
sisten seiner Epoche. 

Die machtige Tonfulle und die Intensitat seiner musikalischen wie 
schauspielerischen Gestaltungskraft machten ihn zum berufenen 
Interpreten der russischen wie der italienischen und der franzosi- 
sdien Oper (Boris Godunow, Mephisto, Konig Philipp); grofier 
Liedersanger. 

Aufnahmen auf HMV: hier allein in zwei vollstandigen Aufnah- 
men von Gounods Faust als Mephisto, Boris Godunow* (in 
mehreren Rollen neben der Titelpartie), Iwan Susanin* von 
Glinka, Aida, Don Carlos* von Verdi, Simone Boccanegra* 
von Verdi; sang auch samtliche Mussorgsky-Lieder auf der Schall- 
platte. Auf DGG sang er in einer integralen Aufnahme des ^Boris 
Godunow*. 

Ciccolini, Guido, Tenor, ^1885 Rom; Ausbildung durch Antonio 
Cotogni in Rom, Debut 1907 in Bologna als Alfredo in La Tra- 
viata. 1909 bereiste er Belgien und Holland mit der Operntrappe 
von Mme de Restier. Es folgten Gastspiele in England, Irland und 
Frankreich. Sehr erfolgreich war er in Rutland, 1911 unternahm er 
mit der von Nellie Melba zusammengestellten Operntrappe eine 
Australien-Tournee. 1914 sang er am Teatro Lirico in Mailand in 
der italienischen Premiere von I quattro rusteghi* von Ermanno 
Wolf-Ferrari. Seit 1914 trat er wahrend mehrerer Spielzeiten an 
der Oper von Boston, 1915 an der Oper von Havanna, 191819 an 
der Oper von Chicago auf. 1926 sang er beim Begrabnis des be- 



95 Cilia 

riihmten Filmschauspielers Rudolph Valentino, mit dem er befreun- 
det gewesen war. Nach 1930 gab er seine Buhnenkarriere auf. 
In Europa entstanden Schallplatten fur HMV, in Amerika aus- 
schliefilich Edison-Platten und -Zylinder, 

Cigada, Francesco, Bariton, * 3. 10. 1878 Bergamo, studierte in Mai- 
land bei Vincenzo Sabatini und debiitierte 1900 in Triest. 1903 
sang er in Rio de Janeiro, 1904 am Teatro dal Verme in Mailand, 
seit 1906 grofie Erfolge am Teatro Costanzi in Rom. 1914 gastierte 
er an der Coventgarden Oper London, wo er u. a. in der Premiere 
von Zandonias Francesca da RimiiuV mitwirkte. 1914 erschien er 
am Theatre des Champs-Elyse"es in Paris zusammen mit dem En 
semble der Oper von Boston, obwohl er nie in Nordamerika auf- 
getreten war. Weitere Gastspiele in Madrid, Barcelona, Rio de 
Janeiro, Santiago de Chile und Havanna. 191920 hatte er bedeu- 
tende Erfolge am Teatro Col6n von Buenos Aires. 1924 stand er 
letztmals in Bergamo auf der Buhne. Nachdem er seine einzige 
Tochter im Alter von 21 Jahren verloren hatte, gab er seine Karriere 
auf und lebte zuriickgezogen in seiner Villa in Bergamo. 
Die schone Baritonstimme des Kunstlers ist auf vielen Sdiallplatten 
der Marke G &T erhalten, die jedoch alle zu Beginn seiner Karriere 
in den Jahren 190508 entstanden, noch bevor diese ihren Hohe- 
punkt erreicht hatte. 

Cigna, Gina, Sopran, * 6. 2. 1900 bei Paris; ihre Familie war italie- 
nischer Abkunft. Studierte zuerst Klavierspiel und Musiktheorie 
am Conservatoire national von Paris. 1923 heiratete sie den 
Tenor Maurice Sens und Iie6 ihre Stimme durch Lucette Korsoff 
ausbilden. 1927 Debut unter dem Namen Ginette Sens an der 
Mailander Scala als Freia im Rheingold ohne besonderen Erfolg. 
Nach erneuten Studien kam sie 1929 jetzt als Gina Cigna 
wieder an die Scala und hatte einen sensationellen Erfolg. Trat 
seitdem, vor allem durch Toscanini gefordert, dort wie an den 
iibrigen groiSen italienischen Theatern regelmafiig auf. Sang 1929 
bis 1937 fast alljahrlich in der Arena von Verona. Gastspiele an 
der Coventgarden Oper von London, an der Grand Ope"ra von 
Paris, am Teatro Col6n von Buenos Aires, in Berlin, Wien, Am 
sterdam und Bnissel. 193739 gleichfalls grofie Erfolge an der 
New Yorker Metropolitan Oper. Sang dann wieder hauptsachlich 
an der Scala und an der Oper von Rom. Nach einem Unfall im 
Jahre 1947 mufite sie ihre Karriere aufgeben. Wirkte dann als 
Padagogin in Toronto (Kanada), spater in Mailand. 
Voluminose dramatische Stimme von einer unerschopflichen Ton- 
fulle und erregender Ausdrucksintensitat, 

Schallplatten: Columbia, Telefunken, Cetra (hier integrale Qpern 
Norma, Turandot). 

Cilia, Luigi, Tenor, * 1885 (?) Rimini; nachdem er zuerst an italie 
nischen Provinztheatern grofie Partien gesungen hatte, speziali- 
sierte er sich auf die kleineren Rollen seines Stimmf achs und wurde 



Ciniselli 96 

einer der gesuditesten Interpreter! dieser Rollen. In den Jahren 1910 
bis 1940 erschien er an den fiihrenden italienischen Theatern, dar- 
unter auch an der Mailander Scala und am Teatro Costanzi von 
Rom. 1910 gastierte er an der Oper von Boston, in den Jahren 1925 
bis 1934 sang er regelmaSig an der Londoner Coventgarden Oper, 
wo er sehr beliebt war. 

Einer jener S anger, die in kleineren Partien falls diese Klassifi- 
zierung iiberhaupt berechtigt ist Bedeutenderes leisten als durch- 
schnittliche Sanger in tragenden Rollen. 

Schallplatten: Edison-Zylinder (1912), etwa 1928 erschienen Solo- 
Flatten auf Imperial, eine Aufnahme auf HMV (Trinkszene aus 
Othello mit Giovanni Inghilleri). 

Ciniselli, Ferdinando, Tenor, * 14. 3. 1893 Mortara (bei Mailand), 
1 30. 1. 1954 Mortara. Debut am Teatro Coccia in Novara 1919. 
1920 sang er am Teatro Massimo von Palermo, in Madrid, Bar 
celona und Bologna. Im gleichen Jahr gastierte er erfolgreich am 
Teatro Colon von Buenos Aires. 1923 wurde er an die Mailander 
Scala verpflichtet (Antrittsrolle: Fenton in Verdis Falstaff). In 
den folgenden zwei Spielzeiten hatte er an der Scala, wo seine 
Karriere durdi Toscanini gefordert wurde, grofie Erfolge. Es folg- 
ten Gastspiele am Teatro Costanzi in Rom, in Neapel und Paris 
und eine Tournee mit der Truppe von Max Sauter durch Deutsch- 
land und die Schweiz. Zu Beginn der dreifiiger Jahre gab er seine 
Karriere auf und lebte zuriickgezogen in seinem Geburtsort. 
Rein lyrische, wundervoll gebildete Tenorstimme. 
Schallplatten: akustische auf Pathe", Columbia und HMV, elektri- 
sche auf Fonotipia-Odeon. 

Clairbert, Clara, Sopran, * 1895 (?) Briissel; verliefi 1914 mit ihren 
Eltern bei der Besetzung Belgiens ihre Heimat und arbeitete wah- 
rend des Krieges im belgischen Kriegsministerium in Le Havre. 
Studierte dann in Brussel und debiitierte 1922 an der Oper von 
Briissel als Musette in La Boheme. 30 Jahre lang war sie die 
eigentliche Primadonna der Oper von Brussel und erwarb sich 
dort grofite Popularitat. Gastspiele fuhrten sie vor allem nach 
Paris, aber auch nach Monte Carlo und Bukarest. 1931 sang sie in 
San Francisco und Los Angeles, u. a. mit Benjamino Gigli als Part 
ner. Bis 1953 blieb sie in Brussel tatig und lebte dann als Ge- 
sangpadagogin in der belgischen Metropole. 
Bedeutendste Koloratrice des franzosischen Sprachraumes inner- 
halb ihrer Generation; in ihrer Stimme paarten sich eindrucksvoll 
technische Brillanz und iiberlegene Musikalitat. 
Sang ausschliefilich auf Polydor. 

Claire, Marion, Sopran, * 25. 2. 1904 Chicago; ihr Vater war Jurist, 
ihre Mutter eine bekannte Pianistin. Mit sechs Jahren begann sie 
das Violinstudium, und bereits 1914 gab sie Violinkonzerte zu- 
sammen mit dem Chicago Symphony Orchestra. Bis 1925 trat sie 
als Violinvirtuosin auf, HeC aber auch ihre Stimme ausbilden. Nach 



97 Clewing 

Studien bei Ettore Titta, dem Bruder von Titta Ruffb, und Mario 
Malatesta in Mailand debiitierte sie 1926 in Venedig als Mimi in 
La Boheme. Nach ersten Erfolgen in Italien sang sie 192731 an 
der Berliner Staatsoper. 1928 erfolgte ihr amerikanisches Debiit an 
der Oper von Chicago als Elsa im Lohengrin. 1929 heiratete sie 
den Dirigenten Henry Weber. 1934 und 1937 hatte sie abermals 
grofie Erfolge in Chicago. Dann wandte sie sich der Operette und 
dem Musical zu und wurde eine allgemein bekannte Radio-San- 
gerin. Seit 1940 ersdiien sie auch in amerikanischen Filmen. 
Von ihrer Stimme existieren lediglich drei Victor-Platten mit 
Operetten-Liedern. 

Claussen, Julia, Alt, * 11. 6. 1879 Stockholm, t i. 5. 1941 Stock 
holm. Studierte 18981902 am Koniglichen Konservatorium von 
Stockholm. Debiit 1902 an der Koniglichen Oper Stodcholm, der 
sie bis 1912 angehorte; 1903-05 weitere Ausbildung in Berlin. 
Gastspiele trugen ihr bald grofie Erfolge ein; sie sang in Berlin 
und Wien, in London und Paris, in Briissel und Amsterdam, 1913 
bis 1917 war sie an der Oper von Chicago tatig; 1917 wurde sie 
an die New Yorker Metropolitan Oper berufen, an der sie bis 
1932 mit bedeutenden Erfolgen wirkte. Auch wahrend dieser Zeit 
iibte sie eine ausgedehnte Gastspiel- und Konzerttatigkeit aus. 
Nach AbschluC ihrer Karriere lebte sie in Stockholm als Gesang- 
lehrerin. 

Altstimme von hoher musikalischer Reife, sowohl im Opern- als 
im Konzertgesang ausgezeichnet 

Von ihr existieren nur wenige Flatten, einige auf HMV aus Schwe- 
den, andere auf Columbia aus den USA. 

Clement, Edmond, Tenor, * 28. 3. 1867 Paris, t 24. 2. 1928 Nizza. 
Wurde am Conservatoire national von Paris ausgebildet. Debut 
im November 1889 an der Pariser Ope"ra comique als Vincent in 
Mireille von Gounod. Gait bald als der bedeutendste franzosi- 
sche lyrische Tenor seiner Zeit; neben seinen Erfolgen in Paris 
war er zu Gast in Briissel, an der Coventgarden Oper von London 
und am Teatro Real von Madrid. 1895 sang er an der Opera comi 
que in der Urauffuhrung von La Vivandiere* von Godard, 1901 
in La Fille de Tabarin von Pierne. 1909 folgte er einem Ruf an 
die Metropolitan Oper von New York, wo er als Titelheld im 
Werther> von Massenet zusammen mit Geraldine Farrar und 
Alma Gluck debiitierte. Blieb eine Spielzeit an der Metropolitan 
Oper, sang aber 191113 an der Oper von Boston. In Frankreich 
dauerte seine Karriere sehr lange; noch 1927 ist er im Konzertsaal 
aufgetreten; gleichzeitig in Paris Padagoge. 
Der nuancenreiche Ausdruck seiner Stimme und ihr strahlender 
Glanz wurden vor allem in den lyrischen Partien aus der franzo- 
sischen Opernliteratur bewundert. 
Schallplatten: Ode"on de Luxe (Paris, 1905), Pathe 1 , Victor. 

Clewing, Carl, Tenor, * 22. 4. 1884 Schwerin, f 15. 5. 1954 Baden- 



Coates 9& 

weiler; wurde zunachst Sdiauspieler und wirkte an den Stadt- 
theatern Bromberg und Strafiburg sowie am Berliner Theater, 1911 
bis 1920 am Koniglichen Schauspielhaus Berlin. Seit 1917 studierte er 
Gesang bei Francisco d' Andrade, Wilhelm Griming, Ernst Grenze- 
bach und Wilhelm Flam in Berlin. Er wurde als Sanger durch seine 
Konzertabende bekannt, bei denen er von iron selbst begleitete Lie- 
der zur Laute vortrug. Nachdem er bereits seit 1920 als Opernsan- 
ger gastiert hatte,nahm eri922 ein Engagement als Heldentenor an 
der Berliner Staatsoper an. 192425 sang er bei den Festspielen von 
Bayreuth den Walther in den Meistersingern, war dabei aber 
nicht erfolgreich. 1925 wirkte er in der Wiener Urauffiihung der 
Lehar-Operette Paganini in der Titelpartie mit. Bereits 1926 
gab er seine Biihnenkarriere auf und wurde Dozent fur Musikwis- 
senschaft in Berlin, seit 1929 war er Professor an der Wiener Mu- 
sikakademie.1932 45 amtierte er als kiinstlerischer Produktionslei- 
ter der Schallplattenfirma Telefunken. Bedeutende Verdienste er- 
warb er sidi als Musikforscher und Herausgeber von Volksliedern 
(Carl Clewing's Liederbudi, Musik und Jagerei in Denkmaler 
deutscher Jagdkultur, Sammlung alter Volkslieder). 
Die eigentliche Domane des Kiinstlers war zweifellos der Lied- und 
namentlich der Volksliedgesang, wahrend ihm fur eine Buhnenkar 
riere wesentliche Voraussetzungen fehlten. So ist seine Stimme nur 
auf Vox- Flatten mit Liedern zur Laute uberliefert. 

Coates/ John, Tenor, * 29. 6. 1865 Girlington, 1 16. 8. 1941 North- 
wood. Sang als Kind in einem Knabenchor, wurde dann aber 
Buchhalter und Auslandskorrespondent in einer Handelsfirma. 
1893 entschlofi er sich, Sanger zu werden, und zwar sang er zuerst 
als Bariton funf Jahre Operetten bei der d'Oyly Carte Company, 
mit der er 1895 audi in Nordamerika war. Wollte jedoch Tenor 
und Opernsanger werden; sang ein weiteres Jahr an Kleinkunst- 
biihnen, um sein Studium zu bezahlen, Operndebiit 1901 an der 
Londoner Coventgarden Oper in Much Ado about Nothing* von 
Stanford. Wurde dann der gefeiertste englische Oratorien-Tenor 
seiner Generation, vor allem schatzte man ihn als Interpreten der 
Werke Elgars. 1904 grofie Deutschland-Tournee, wobei er an der 
Oper von Koln als Faust, Romeo und Lohengrin auftrat. 1905 
sang er wieder an der Coventgarden Oper, 190708 bei der 
Moody-Manners Company, 191011 sang er unter Sir Thomas 
Beecham Wagner-Heroen wie den Tristan und den Siegfried. Seit 
1914 spezialisierte er sich auf den Liedgesang. 1925 grofie Nord- 
amerika-Tournee. Gab noch nach Vollendung seines 70. Lebens- 
jahres wiederholt Liederabende im Londoner Rundfunk, die er 
auch selbst einleitete. 
Schallplatten auf G & T (London, 1907), auf HMV und Path^. 

Cobelli, Giuseppina, Sopran, * i. 8. 1898 Maderno am Gardasee, 
1 2. 9. 1948 Barbarano di Salo. Erhielt ihre Ausbildung in Mai- 
land und debiitierte 1924 in Piacenza als Titelheldin in La Gio- 



99 Colzani 

conda von Pondiielli. 192425 sang sie mit glanzenden Erfolgen 
an der Italienisdien Oper in Holland. Darauf sogleich an die Mai- 
lander Scala verpflichtet, wo sie 1925 als Sieglinde in der Wal- 
ktire debiitierte. Blieb langer als 15 Jahre eine der groEen Prima- 
donnen der Scala. 1927 und 1931 Gastspiele am Teatro Colon in 
Buenos Aires, gastierte weiter in Belgien und Holland, 1937 trat 
sie bei den Festspielen im Giardino dei Boboli in Florenz in Monte- 
verdis barocker Oper L'Incoronazione di Poppea auf. Bis 1942 
an der Scala gefeiert. Ertaubte dann jedoch und mufite ihre Kar- 
riere vorzeitig beenden. 

Prachtvoll gebildete, dramatische Sopranstimme. 
Von ihr gibt es lediglich zwei akustische HMV-Platten. 

Coertse, Mimi, Sopran, *i2. 6. 1932 Durban (Sudafrika); sie stu- 
dierte in Johannesburg und seit 1954 in Wien bei Josef Witt. 1955 
debiitierte sie bei einem Gastspiel der Wiener Staatsoper in Neapel 
als Blumenmadchen im Parsifal. Ein Jahr spater hatte sie ihren 
ersten grofien Erfolg am Stadttheater von Basel als Konigin der 
Nacht in der Zauberflb'te. Die gleiche Partie sang sie 1956 am 
Teatro San Carlo von Neapel. Seit 1957 Mitglied der Wiener Staats 
oper. Gastspiele an der Coventgarden Oper London, in Rom, Briis- 
sel, Koln, Frankfurt a. M. und Mxinchen. 1956 Stidafrika-Tournee. 
Sie ist mit dem siidafrikanischen Musikologen David Engela ver- 
heiratet. 

Ihr technisch vortrefflich durchgebildeter Kolorarursopran ist auf 
Decca (Fiakermilli in vollstandiger Arabella), auf Vox und Ber 
telsmann zu horen. 

Colombo, Scipio, Bariton, * 25. 5. 1913 Vicenza; debiitierte 1937. 
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde er bekannt, als er an den gro 
fien italienischen Theatern, darunter auch an der Mailander Scala, 
auftrat. Hier sang er 1947 in der Premiere von Prokofieffs Liebe 
zu den drei Orangen*, 1957 in der Urauffuhrung der Oper Les 
Dialogues des Carmelites* von Poulenc. Gastierte an der Covent 
garden Oper in London und an der Staatsoper von Wien; sehr 
beliebt in Holland. Sang 1959 bei den Festspielen von Bregenz 
in I1 campanello* von Donizetti. 

Schallplatten: Westminster (Tosca, Don Pasquale), Cetra 
(Luisa Miller von Verdi, Fedora), MMS (Don Giovanni, 
Aida>). 

Colzani, Anselmo, Bariton, * 28. 3. 1918 Budrio (bei Bologna); Stu- 
dium bei Corrado Zambelli in Bologna. Debiitierte 1947 am Teatro 
Comunale von Bologna als Heerrufer im Lohengrin. Nach ersten 
Erfolgen an italienischen Opernhausern erreichte er 1954 die Mai- 
lander Scala, seit 1952 wirkte er mehrfach bei den Festspielen von 
Verona mit. 1956 gastierte er an der Oper von San Francisco, 1960 
in Chicago. 1960 folgte er einem Rui an die Metropolitan Oper 
New York, wo er bereits in seiner Antrittsrolle, der Titelpartie in 
Verdis Simone Boccanegra, einen glanzenden Erfolg hatte. Seit- 



Conley 100 

dem dort wie an alien Operntheatern von Weltrang gefeiert. 
Neben der kraftvollen Tonfiille der Stimme wird das darstellerisciie 
Talent des Kiinstlers geruhmt. 
Schallplatten: Urania (La Giocanda, La forza del destino*). 

Conley, Eugene, Tenor, * 12.3.1908 Lynn (Mass.); Gesangstu- 
ditim bei Harriet E. Barrows and bei Ettore Verna. Erregte zu Be- 
ginn seiner Karriere in Amerika Aufsehen bei Konzerten mit dem 
NBC-Orchester sowie mit einer Auffuhrung der Liebeslieder-Wal- 
zer von Brahms unter Toscanini. 1948 kam er nach Europa und 
hatte hier bei Gastspielen an der Ope*ra comique von Paris, an 
der Coventgarden Oper London, in Stockholm, Florenz, Turin und 
Genua Erfolge. Er wirkte bei den Festspielen in der Arena von 
Verona mit und sang dann 1949 an der Mailander Scala den 
Arturo in I Puritani* von Bellini. 1950 wurde er an die New 
Yorker Metropolitan Oper berufen, an der er seither aufgetreten 
ist (Antrittsrolle: Faust von Gounod). Seit 1948 mit der Konzert- 
Altistin Winifred Heidt verheiratet. 

Klangschone, technisch vorziiglich durchgebildete Stimme, deren 
Spezialitat die klassischen Belcanto-Partien sind. 
Schallplatten der Firmen Columbia (vollstandige Opern Faust 
und The Rake's Progress von Strawinsky), Decca und HMV 
(Missa solemnis unter Toscanini). 

Constantino/ Florencio, Tenor, * 1869 Bilbao (Spanien), 1 19. 11. 
1910 Mexico City. Wurde zunachst Maschinist, dann Schiffsinge- 
nieur, liefi schliefilich seine Stimme ausbilden. Debut 1892 an der 
Oper von Montevideo in Dolores von Bret6n. Nach grofien Erfol- 
gen an sudamerikanischen Biihnen hatte er 190304 bei einer 
Europa-Tournee, vor allem in Deutschland und Spanien, die glei- 
chen Erfolge. 1906 kam er an das Opernhaus von New Orleans, 
1908 an das Manhattan Opera House in New York. 1909 sang er 
in der Eroffnungsvorstellung des neu erbauten Opernhauses von 
Boston zusammen mit Lillian Nordica und Louise Homer den Enzo 
in La Gioconda*. 191011 war er an der Metropolitan Oper New 
York tatig; 190912 feierte man ihn am Teatro Col6n von Buenos 
Aires. 1912 bereiste er mit einer Operntruppe Argentinien. 1915 
trat er letztmals in Los Angeles auf. Er lebte dann in Mexico City, 
wo er jedoch vollig verarmte. Starb in einem Armen-Hospital, 
nachdem man ihn bewufitlos auf der Strafie liegend gefunden 
hatte. 

Metallisch strahlende, glanzende Tenorstimme. 
Schone Aufnahmen auf G & T (Berlin, 1905), Excelsior Reale, 
Odeon (Paris,i9o6), Favorite (Paris, 1906), Victor (1907-08), Co 
lumbia, Edison-Zylinder. 

Cordes, Marcel, Bariton, * 11.3.1920 Stelzenberg (Rheinpf alz) ; 
eigentlich Kurt Schumacher. Studium 193638 am Konservatorium 
von Kaiserslautern, 193840 an der Musikhochschule von Mann 
heim. Debiit 1941 am Stadttheater von Eger in Bohmen, Wurde 



ioi Corena 

dann jedoch Soldat und konnte erst 1948 seine Karriere wieder 
aufnehmen. 194850 am Pfalztheater Kaiserslautern, 1950-51 am 
Nationaltheater Mannheim, 195154 am Staatstheater von Karls 
ruhe und seit 1954 an der Staatsoper von Munchen engagiert. Gast- 
spiele brachten an der Mailander Scala, an der Oper von Briissel 
und an den Staatsopern von Hamburg, Wien und Stuttgart grofie 
Erfolge; standig audi an der Deutschen Oper am Rhein Diisseldorf- 
Duisburg tatig. 

Kraftvolle, ausdrudcsstarke Baritonstimme, die ein weitlaufiges 
Biihnen- und Konzertrepertoire beherrscht 

Schallplatten auf Electrola (Die verkaufte Braut), Columbia (Die 
Kluge von Orff, Carmina burana) und DGG (hier u. a. Die 
Zaubergeige* von Egk). 

Corelli, Franco, Tenor, * 1925 (?) Ancona; schlug nadi anfang- 
lidiem Musikstudium an den Konservatorien von Pesaro und Mai- 
land die Beamtenlaufbahn ein. Gewann 1950 einen Gesangwett- 
bewerb in Florenz und debiitierte nach weiterer Ausbildung 1952. 
Sang in den ersten zwei Jahren an italienisdien Provinzbiihnen 
und am Rundfunk, kam dann 1954 an die Mailander Scala. Nun 
schnelle und glanzvolle Karriere an den grofien italienischen Biih 
nen, beim Maggio musicale von Florenz und bei den Festspielen 
von Verona. Es schlossen sich Gastspiele an der Wiener Staatsoper, 
an der Coventgarden Oper von London, an der Grand Opra von 
Paris, in Chicago und San Francisco an, 1960 erfolgreiches Debut 
an der Metropolitan Oper New York als Manrico im Trouba- 
dour. Bei den Salzburger Festspielen 1962 sang er den Manrico 
im Troubadour. Verheiratet mit der Sopranistin Loretta di Lelio. 
Metallisch aufstrahlende, glanzvolle Tenorstimme, voll Musikali- 
tat und Reife des kunstlerischen Ausdrucks. 

Seine ersten Aufnahmen erschienen bei Cetra (u. a. vollstandige 
Opern Aida, Tosca); dann zahlreiche Flatten auf Columbia 
(u. a. Norma mit Maria Callas, Bajazzo). 

Corena, Fernando, Bafi, * 1923 (?) Genf; Vater Tiirke, Mutter Ita- 
lienerin; begann das katholische Theologiestudium an der Univer- 
sitat von Fribourg, wurde aber durch den Dirigenten Vittorio 
Gui ermutigt, Sanger zu werden. Darauf Studium bei Enrico 
Romani in Mailand. Buhnendebiit 1947 an der Oper von Triest 
als Warlaam in Boris Godunow*. GroEe Erfolge in Italien, wo er 
an der Scala von Mailand und an alien grofien Biihnen wie auch 
beim Maggio musicale von Florenz auftrat. 1953 bewunderte man 
ihn bei den Festspielen von Edinburgh als Titelhelden in Verdis 
Falstaff. 1953 kam er an die Metropolitan Oper New York, an 
der er seitdem immer wieder erfolgreich war. Gastspiele in London 
und Paris, in Wien und Buenos Aires, in Chicago und San Fran 
cisco, in Mexico City und in Holland. 1965 sang er bei den Salz 
burger Festspielen den Osmin in Mozarts Entfiihrung. 
Voll tonende, dabei ungewohnlich bewegliche Bafistimme; der 



Cornelius 102 

Kunstler gilt als einer der bedeutendsten Ba6-Buffo der italieni 
schen Oper der Gegenwart. 

Zahlreiche Flatten, vor allem auf Decca (Figaros Hochzeit, Don 
Giovanni*, Elisir d'amore*, La Boheme, Madame Butterfly*, 
Barbier von Sevilla, Aida, La forza del destino, Rigoletto, 
Othello, Andrea Che'nier*, Tosca, Manon Lescaut), auf 
RCA (Don Giovanni*), Urania (Don Pasquale) und Cetra 
(Gianni Schicchi, I quattro rusteghi von Wolf- Ferrari) . 

Cornelius, Peter, Tenor, * 21. i. 1865 Labjerggaard (Fredensborg, 
Jutland), t 25. 12. 1934 Kopenhagen; eigentlich Cornelius Peter- 
sen. Arbeitete als Kellner in einem Restaurant in Kopenhagen und 
wurde dort durch den Tenor Nyrop entdeckt. Dieser unterrichtete 
ihn, und 1892 debiitierte er als Bariton an der Koniglichen Oper 
von Kopenhagen in der Partie des Escamillo in Carmen . Weitere 
Ausbildung durch Hermann Spiro und Julius Lieban in Berlin. Seit 
1899 sang er Tenor-Partien, behielt aber grofie Teile seines Bari- 
ton-Repertoires bei. Seit 1902 gefeierter Wagner-Tenor. Sang bei 
den Festspielen von Bayreuth 1906 den Siegmund in der Wal- 
k(ire. 190714 gastierte er alljahrlich an der Londoner Co vent- 
garden Oper; war auch zu Cast an der Grand Opera von Paris, 
an der Koniglichen Oper von Stockholm, in Oslo und Karlsruhe. 
1922 nahm er an der Oper von Kopenhagen, der er 30 Jahre lang 
angehort hatte, von der Buhne Abschied. Dann Padagoge in der 
danischen Hauptstadt. 

Zahlreiche Schallplatten der Marken G & T, HMV und Pathe", Edi 
son- und Pathe'-Zylinder. 

Cornubert, Pierre, Tenor, * 1863, t (?); debiitierte 1888 an der 
Opera comique. Hier kreierte er am 14. 5. 1889 in der Urauffuh- 
rung von Massenets Esclarmonde die Rolle des He"raut Byzan- 
tin. Nachdem er zuerst kleinere Partien gesungen hatte, wurde er 
einer der bekanntesten franzosischen Tenore seiner Generation 
und sang an den wichtigsten Buhnen Frankreichs. 18991900 trat 
er an der Oper von Havanna auf. Von hier wurde er als Ersatz 
fur den erkrankten Tenor Albert Sale*za an die Metropolitan Oper 
New York engagiert, wo er im Februar 1900 als Vasco in Meyer- 
beers Afrikanerin debiitierte. 1904 war er an der Londoner Co- 
ventgarden Oper zu Cast. 1911 wurde er Professor am Conser 
vatoire in Paris. Seine Gattin, Suzanne Cornubert, war gleichfalls 
Opernsangerin. 

Die aristokratische, geistvolle Interpretationskunst des Sangers ist 
durch einige Edison Wachs-Zylinder und durch Flatten der Marke 
Odeon-Fonotipia (Paris, 1905) erhalten, die alle aufierst selten 
sind. 

Corradetti, Ferruccio, Bariton, * 22. 2. 1866 San Severino (Marche), 
t August 1939 New York. Zuerst Journalist, liefi dann aber seine 
Stimme durch Giuseppe Faini ausbilden. Seit 1892 Erfolge an den 
grofien italienischen Opernbuhnen. 1898 an der Italienischen Oper 



103 Cossotto 

in Holland, gastierte in London und Paris, in Buenos Aires und 
Rio de Janeiro, in Madrid und Barcelona. 1910 sang er in der Ur- 
auffiihrung von Leoncavallos Malbruk in Paris die Titelrolle. 
1914 ging er nach Nordamerika; auch hier gab er noch Gastspiele, 
wandte sich dann aber mehr und mehr der Lehrtatigkeit zu. Er war 
verheiratet mit der Sopranistin Bice Adami; auch seine Tochter 
Iris Adami-Corradetti wurde eine bekannte Sangerin. 
Zahlreiche Schallplatten haben die Stimme des Sangers tiberliefert, 
die altesten sind Berliner Records (Mailand, 18991901), dann 
G & T, Fonotipia, Odeon und Columbia. 

Cortis, Antonio, Tenor, * 12. 8. 1891 Valencia, t 2. 4. 1952 Va 
lencia. Musikstudium am Konservatorium von Valencia, und zwar 
nicht nur Gesang, sondern auch {Composition und Orchesterleitung. 
Debut 1915. Nach ersten Erfolgen an spanischen und italienischen 
Biihnen kam er 1924 an die Oper von Chicago, wo er als Radames 
in Aida debiitierte. In Chicago hatte er einen sensationellen Er~ 
folg in der Premiere von Giordanos Cena delle beffe und blieb 
dort bis 1932. Danach sang er hauptsachlich an der Londoner Co- 
ventgarden Oper, aber auch an der Mailander Scala und an ande- 
ren grofien italienischen Biihnen. Bis 1948 ist er auf der Buhne 
aufgetreten, er lebte spater als Komponist und Padagoge in seiner 
spanischen Heimat. 

Strahlende Tenorstimme von metallischem Glanz in den hohen 
und hochsten Lagen, besonders als Puccini-Interpret geriihmt. 
Schallplatten: Parlophon, Victor, HMV. 

Cortis, Marcello, Bariton, * 23. 11. 1915 Prag, t 23. 5. 1962 Wien; 
studierte Klavierspiel und Musikwissenschaft am Konservatorium 
von Prag. Dann Ausbildung der Stimme durch Giovanni Binetti in 
Mailand. Debiitierte 1940 in Mailand und hatte bald wichtige Er- 
folge an italienischen Theatern, vor allem an der Mailander Scala. 
In den Nachkriegsjahren wiederholten sich diese Erfolge bei Gast- 
spielen in Paris und London, in Briissel und Amsterdam, zumal 
aber in Wien. Er trat bei den Festspielen von Glyndebourne und 
Aix-en-Provence auf. Seit 1950 wirkte er zugleich als Regisseur, 
wobei seine Inszenierungen von Mozart-Opern in Aix-en-Provence 
besondere Beachtung fanden. 

Schallplatten des namentlich als Mozartsanger wichtigen Kiinst- 
lers finden sich auf Columbia (L' Italiana in Algeri* von Rossini, 
Mireille), auf DGG (La serva padrona) sowie auf einigen 
kleineren Marken. 

Cossotto, Fiorenza, Alt, * 1935 Crescentino bei Turin. Ausbildung 
am Konservatorium von Turin. Nachdem sie einen Gesangwett- 
bewerb gewonnen hatte, kam sie 1955 als Elevin an die Mailander 
Scala. Hier sang sie zuerst kleinere, dann immer wichtigere Par- 
tien. Im Winter 1961 hatte sie an der Scala grofien Erfolg, als sie, 
alternierend mit Giulietta Simionato, die Leonora in La Favorita 
von Donizetti sang. 1958 gastierte sie an der Wiener Staatsoper 



Cotogni 104 

als Maddalena im Rigoletto, 1962 als Amneris in Aida. Grofie 
Erfolge hatte sie bei den Festspielen in der Arena von Verona 
und in den Thermen des Caracalla in Rom sowie bei Gastspielen 
an groSen Operntheatern in Deutschland, Osterreich, England, 
Frankreich und Sudamerika. Die Sangerin ist mit dem Bassisten 
Ivo Vinco verheiratet. 

Ausdrucksvolle, warm timbrierte Altstimme, deren Repertoire fast 
alle wichtigen Partien der italienischen Opernliteratur umfafit. 
Schallplatten : Decca (kleine Partie in vollstandiger Oper Andrea 
Chenier), Columbia (ahnliche Rolle in La Sonnambula), DGG 
(groJSe Partien in Don Carlos, Troubadour), Harmonia mundi. 

Cotogni, Antonio, Bariton, * i. 8. 1831 Rom, 1 15. 10. 1918 Rom; 
besuchte schon mit 12 Jahren die Gesangschule am Ospizio di 
San Michele in Rom, arbeitete dann aber in der Majolika-Fabrik 
seines Vaters. Setzte seine Ausbildung in der Cappella di Santa 
Maria Maggiore fort, war schliefilich Schuler von Faldi in Rom. 
1849 beteiligte der junge Antonio Cotogni sich an der Verteidi- 
gung der Romischen Republik. Debiit 1852 am Teatro Metastasio 
in Rom als Belcore in Elisir d'amore von Donizetti. Sang zu- 
erst an kleineren Theatern, war dann 185758 in Rom, Nizza und 
Turin erfolgreidi und kam in der Spielzeit 186061 an die Mai- 
lander Scala. Seitdem hatte er hier wie auch bei Gastspielen in 
St. Petersburg, Madrid, Barcelona, London, Paris, Lissabon und 
an den grofien italienischen Biihnen grofie Triumphe zu verzeich- 
nen. (Verdi, der seine Stimme sehr schatzte, soil einmal durdi sei- 
nen Gesang zu Tranen geriihrt gewesen sein.) 189498 wirkte 
Antonio Cotogni als Gesangpadagoge am Konservatorium von 
St. Petersburg, seit 1899 an der Accademia di Santa Cecilia in 
Rom. Einer der beriihmtesten Padagogen seiner Zeit; Lehrer von 
Mattia Battistini, Jean de Reszke, Giacomo Lauri-Volpi und Ben- 
jamino Gigli. 

Antonio Co-togni ist der alteste Sanger, dessen Stimme durch die 
Schallplatte erhalten ist; 1908, also mit 77 Jahren, sang er zu- 
sammen mit dem Tenor Francesco Marconi auf G & T das Duett 
I Mulattieri von Masini, Dies ist seine einzige Platte. 



^ Armand, Bariton, * 23. 4. 1883 Briissel, t 24. 7. 1947 Briis- 
sel (nach einem Herzanfall). Schuler von Demest in Briissel. De 
but 1904 an der Oper von Briissel in der dortigen Premiere von 
Le Jongleur de Notre-Dame> von Massenet. Nach Gastspielen in 
Paris ging er 1907 an das Manhattan Opera House von New 
York und gastierte auch in Chicago und Philadelphia. 1914 kam 
er an die Mailander Scala (Antrittsrolle Titelheld im Rigoletto). 
Bis 1929 ist er immer wieder an diesem Operninstitut zu horen 
gewesen. In den Jahren 1916-26 alljShrlich am Teatro Col6n von 
Buenos Aires zu Cast, wo er ungewohnlich beliebt war, 1926 an 
der Pariser Ope"ra comique als Marouf in der Oper gleichen Na- 
mens von Rabaud gefeiert. Sang 1929 an der Scala in der Urauf- 



io5 Crespin 

fuhrung von I1 Re von Giordano. Bis 1937 auch regelma&ge 

Gastspiele an der Coventgarden Oper von London. Gegen Ende 

seiner Karriere trat er hauptsadilich an den Opernhausern von 

Briissel und Antwerpen auf. Noch nadi dem zweiten Weltkrieg 

gab er Konzerte; zugleidi Gesanglehrer in Briissel. 

Vortrefflich gesdmlte, ausdrucksgewandte Stirnme, zumal in den 

hohen Lagen von klassischer Sdionheit. 

Sdiallplatten auf Kanadisdi- Victor, HMV und Fonotipia. 

Craft, Marcella, Sopran, * n. 8. 1880 Indianapolis, 1 12. 12. 1959 
Riverside (Kalifornien), studierte bei Charles R. Adams, dann in 
Mailand und Miindien. Debutierte in der italienisdien Provinz und 
wurde 1905 an das Stadttheater von Elberfeld verpfliditet. 1905 bis 
1907 sang sie in Mainz, 190709 in Kiel, 190914 an der Mun- 
chener Hofoper. Hier hatte sie 1910 einen grandiosen Erfolg als 
Titelheldin in Salome von Richard Strauss unter der Leitung des 
Komponisten. Gastspiele in Berlin, Schwerin und Hannover. 1914 
hielt sie sich gerade zum Weiterstudium in Paris auf, als der erste 
Weltkrieg ausbrach. Darauf kehrte sie nadi Amerika zuriick, wo 
sie aber fast nur nodi im Konzertsaal erschien. 191718 war sie 
bei der San Carlo Opera Company engagiert. Seit 1930 lebte sie 
als Gesanglehrerin in Kalifornien. 

Wahrend man bislang annahm, daS die Kiinstlerin keine Sdiall 
platten hinterlassen habe, ist neuerdings eine Edison-Platte zum 
Vorschein gekommen. 

Crass, Franz, Bafi-Bariton, * 1929 im Bergischen Land; war zuerst 
Schauspieler bei einer Wanderbiihne, studierte dann Gesang an 
der Kolner Musikhochschule bei Klemens Glettenberg. Debutierte 
1954 am Stadttheater von Krefeld, 1956 wurde er an das Opern- 
haus von Hannover verpfliditet, an dem er nodi wirkt. Gastspiele 
liefien ihn weithin bekannt werden. So hatte er einen Gastspiel- 
vertrag mit dem Opernhaus von Koln und gastierte an der Staats- 
oper von Wien, an der Stadtisdien Oper Berlin, an der Deutschen 
Oper am Rhein Dxisseldorf-Duisburg. Bei den Bayreuther Fest- 
spielen zeidinete er sidi als Wagner-Interpret aus; hier sang er 
1959 den Konig Heinrich im Lohengrm>, 196061 den Fliegen- 
den Hollander*. 1960 war er an der Mailander Scala zu Cast 
(Komtur im Don Giovanni*) , 1963 bei den Salzburger Fest- 
spielen. 

Auf Philips sang er den Titelhelden in einer integralen Aufnahme 
des Fliegenden Hollanders* (aus Bayreuth), ferner auf DGG, 
Opera und Electrola. 

Crespin, R^gine, Sopran, * 1927 Marseille. Nadidem sie zuerst Phar- 
mazie studiert hatte, iieB sie ihre Stimme in Paris bei Suzanne 
Cesbron-Viseur und Georges Jouatte ausbilden. Debutierte 1950 in 
Mulhouse. 1951 kam sie an die Pariser Op^ra comique (Antritts- 
rolle: Tosca). Im gleidien Jahre an der Pariser Grand Ope"ra als 
Elsa im Lohengrin gefeiert. Wurde dann die bedeutendste 



Crimi 106 

dramatische und Wagner-Sopranistin in Frankreich. Standig an der 
Grand Ope*ra verpflichtet, dazu ausgedehnte Gastspieltatigkeit. So 
gastierte sie an der Mailander Scala, an der Wiener Staatsoper, in 
Chicago, San Francisco, an der Coventgarden Oper London, an der 
Stadtischen Oper Berlin, sie bereiste audi Siidamerika. 1958-61 
sang sie bei den Festspielen von Bayreuth die Kundry im Par- 
sifal, 1959 bei den Festspielen von Glyndebourne die Marschallin 
im Rosenkavalier. 1962 wurde sie an die Metropolitan Oper 
New York beruf en (Antrittsrolle : Marschallin) . 
Dunkel timbrierte, grofie Sopranstimme von bezwingender Aus- 
druckskraft. 

Schallplatten auf HMV, u. a. vollstandige Oper Les Dialogues 
des Carme*lites von Poulenc. 

Crimi, Giulio, Tenor, * 10. 5. 885 Paternd auf Sizilien, t 29. 10. 
1939 Rom; debiitierte 1910 in Rom in La Wally von Catalan!. 
Nach anfanglichen Erfolgen in Italien erregte er 1914 am Theatre 
des Champs-Elysees in Paris Aufsehen, sang auch 1914 an der 
Londoner Coventgarden Oper, 1916 sehr erfolgreich am Teatro 
Col6n von Buenos Aires. 191618 an der Oper von Chicago, 1918 
bis 1922 an der Metropolitan Oper New York engagiert, wo er 
1918 in den Urauffuhrungen der Puccini-Opern Il Tabarro und 
Gianni Schicchi mirwirkte. 192224 wieder an der Oper von 
Chicago, wahrend der Sommermonate am Teatro Col6n tatig. 
1924 kam er nach Italien zuriick; hier am Teatro Costanzi in Rom 
als Vasco in L'Africaine von Meyerbeer gefeiert. Gab bereits 
1926 seine Karriere auf und wirkte seitdem als Padagoge in Rom 
(u. a. Lehrer von Tito Gobbi) . 

Nur durch einige seltene Aufnahmen attf Vocalion (USA, 1920) 
vertreten. 

Croiza, Claire, Alt, * 14. 9. 1882 Paris, f 15. 5. 1948 Paris; eigent- 
lich Claire Conoly. Studium am Conservatoire in Paris, Debut 
1905 an der Oper von Briissel als Genevieve in Pelleas et Meli- 
sande von Debussy. Blieb bis 1914 in Briissel; gastierte mit dem 
Ensemble dieses Opernhauses 1910 in Koln als Carmen; 1908 
Gastspiel in Monte Carlo. 1914 kam sie an die Pariser Ope"ra 
cornique, wandte sich jetzt aber zunehmend dem Konzert- und 
vor allern dem Liedgesang zu. Wurde eine der bedeutendsten Lie- 
dersangerinnen ihrer Epoche, sowohl durch ihr Stilgefiihl als durch 
den Nuancenreichtum ihres Vortrages ausgezeidmet. Ausgedehnte 
Konzertreisen; dagegen sang sie nur noch selten auf der Biihne. 
Erhielt spater eine Professur am Conservatoire von Paris. 
Nur elektrische Aufnahmen auf Columbia. 

Crooks/ Richard, Tenor, * 26. 6. 1900 Trenton (New Jersey); er 
regte bereits als Knabensopran in einem Kirchenchor Aufsehen; 
diente wahrend des ersten Weltkrieges beim amerikanischen 
Fliegerkorps. Nach Kriegsende Studium bei Frank La Forge in New 
York. War dann zunachst Solist in einer presbyterianischen Kirche 



107 Crossley 

in New York. Seine ersten grofien Erfolge hatte er, als er 1923 in 
neun Konzerten mit den New Yorker Sinfonikern unter Walter 
Damrosch auftrat. 1926 grofie Konzert-Tournee durch Europa. Hier 
erfolgte 1927 sein Biihnendebut an der Staatsoper von Hamburg 
als Cavaradossi in Tosca. Nach Gastspielen in Berlin, in Hol 
land, Belgien, England und Schweden kam er 1930 an die Oper 
von Philadelphia. 193346 triumphale Karriere an der Metropoli 
tan Oper New York, wo er als Antrittsrolle den des Grieux in 
Massenets Manon sang. Konzertreisen fuhrten ihn in alle Welt, 
sogar nach Afrika und Australien. 1946 gab er seine Buhnenkar- 
riere auf. 

Schon gebildete, ausdrucksvolle Tenorstimme, die ihr Bestes in 
lyrischen Partien gab. 
Schallplatten der Marken Victor und HMV. 

Cross, Joan, Sopran, * 7. 9. 1900 London; studierte zuerst Violin- 
spiel am Trinity College of Music in London, dann Gesang bei 
Peter Dawson. Nachdem sie zwei Jahre lang im Chor des Old Vic 
Theatre in London gesungen hatte, iibertrug man ihr dort 1924 
als erste Solo-Partie den Cherub ino in Figaros Hochzeit*. Seit 
1931 war sie die Erste Sopranistin an der Sadler's Wells Oper in 
London. 1931 kam sie an die Coventgarden Oper in London; dort 
1934 als Desdemona im Othello unter Beecham, 1935 als Mi- 
caela in Carmen bewundert. 1941 wurde Joan Cross die Direk- 
tion der Sadler's Wells Oper tibertragen, die sie trotz der schwie- 
rigen Kriegsverhaltnisse mit groEem Geschick wahrnahm. Am 
7. 6. 1945 sang sie an der Sadler's Wells Oper in der Urauffuh- 
rung von Benjamin Brittens Peter Grimes* die Partie der Ellen 
Orford. Seitdem blieb sie mit dem Werk dieses Komponisten eng 
verbunden und sang in den Urauffuhrungen seiner Opern The 
Rape of Lucretia (Glyndebourne, 1946), Albert Herring* (Glyn 
debourne, 1947), Gloriana (Coventgarden Oper, 1953) und The 
Turn of the Screw* (Venedig, 1954). 1955 verabschiedete sie sich 
an der Coventgarden Oper von der Buhne. Sie betatigte sich als 
Regisseurin an der Coventgarden Oper, an der Sadler's Wells 
Oper, bei den Festspielen von Edinburgh und in Amsterdam. Seit 
1948 leitet sie in London ein Opernstudio. 

Schallplatten: Columbia, HMV (u. a. vollstandig The Rape of 
Lucretia*) und Decca (u. a. The Turn of the Screw*). 

Crossley, Ada, Alt, * 1874 Tarraville (Australien), t 17.10.1929 
London. Studierte in Melbourne und debiitierte dort 1892 als Kon- 
zertsangerin. 1894 kam sie zur weiteren Ausbildung nach London 
und wurde Schulerin von Charles Santley, spater von Mathilde 
Marchesi in Paris. 1895 gab sie ihr erstes Konzert in London und 
hatte seitdem in England grofie Erfolge im Konzertsaal. 1897 san g 
sie am englischen Hof vor der Konigin Victoria. 1903 grofie Nord- 
amerika-Tournee, in Amsterdam sang sie unter Willem Mengel- 
berg, 1912 gab sie in London ein Konzert fur die Opfer des Unter- 



Cuenod 108 

ganges der Titanic* unter dem Dirigenten Henry Joseph Wood. 
Dazu entfaltete sie eine ausgedehnte padagogische Tatigkeit in der 
englischen Metropole. Auf der Buhne erschien sie nidit. 
Ihre dunkel timbrierte, melodische Altstimme begegnet auf Schall- 
platten der Firmen Victor (1903) und Pathe\ 

Cuenod, Hugues, Tenor, * 26. 6, 1902 Vevey (Schweiz) ; Ausbil- 
dung am Institut Ribaupierre in Lausanne, an den Konservato- 
rien von Genf und Basel und schliefilich in Wien bei Singer-Bei- 
rian. Begann seine Laufbahn 1928 in Paris, sang im gleichen Jahre 
nodi in New York. 193033 wirkte er in Genf, 193437 in Paris, 
und zwar auf der Biihne wie audi im Konzertsaal. 193739 unter- 
nahm er eine grojSe Konzertreise mit der Komponistin Nadia Bou- 
langer durch Nordamerika. 1940-46 Professor am Konservatorium 
von Genf. Ausgedehnte Konzerttatigkeit in den Musikzentren in 
Amerika wie in Europa, sang bei den grofien internationalen Fest- 
spielveranstaltungen und im Rundfunk, trat aber auch immer wie- 
cler als Opernsanger in Erscheinung, so 1951 in Venedig in der 
Urauffuhrung von Strawinskys The Rake's Progress*. Sehr ge- 
schatzt als Bach-Interpret. 

Sdiallplatten: Nixa (Matthaus-Passion), Decca (L'enfant et les 
sortileges* von Ravel, Ariadne auf Naxos, Oedipus Rex von 
Strawinsky), HMV (Figaros Hochzeit). 

Gulp, Julia, Alt, * 6. 10. 1880 Groningen; studierte anfanglich Vio- 
linspiel, kam mit 14 Jahren auf das Konservatorium von Amster 
dam, wo sie Schulerin von Cornelie van Zanten war. Schlofi ihre 
Ausbildung bei Etelka Gerster in Berlin ab. Debiitierte 1901 in 
einem Konzert in Magdeburg, in dem auch Ferruccio Busoni mit- 
wirkte. Es folgten Liederabende in Berlin und eine Konzert-Tour- 
nee durch HoUand. Bald gait Julia Gulp als eine der grofiten Lied- 
Interpretinnen ihrer Generation. Von 190613 wurde sie bei ihren 
Konzertreisen durdi den Pianisten Erich J. Wolff begleitet. 1913 
kam sie nach Amerika, und bereits ihr erstes Konzert in New York 
gestaltete sidi zu einem grofiartigen Erfolg. In erster Ehe war 
die Kiinstlerin mit einem personlichen Attache" Kaiser Wilhelms II., 
Mertens, verheiratet; 1919 heiratete sie den Wiener GrojSindu- 
striellen Baron von Ginskey. Seitdem lebte sie auf ihrem Schlofi 
in Maffersdorf bei Reichenberg in Bohmen, trat aber nur noch 
selten im Konzertsaal auf. Auf der Biihne ist sie nie ersduenen. 
1938 kam sie in ihre hollandische Heimat zunick; wahrend der 
deutschen Besetzung 194044 muSte sie sich als Jiidin versteckt 
halten; lebt in Amsterdam. 

Eine der bedeutendsten Liedersangerinnen ihres Jahrhunderts, 
gleich vollendet in ihrer Phrasierungskunst wie in der Subtilitat 
der Textausdeutung. 
Schallplatten der Marken Anker, Odeon, HMV und Victor. 

Cunitz, Maud, Sopran, * 1911 London als Tochter deutscher Eltem. 
Kam mit drei Jahren nach Nurnberg, studierte Gesang und Tanz 



109 Czerwenka 

und trat 1931 dem Niirnberger Opernchor bei. Debut als Solistin 
1934 an den Vereinigten Butmen Gotha-Sondershausen, 193638 
am Stadttheater Koburg, 193840 Stadttheater Lubeck, 194041 
Stadttheater Magdeburg, 194144 Staatsoper Stuttgart. Gastierte 
1945 erfolgreich als Elisabeth im Tannhauser an der Wiener 
Staatsoper und blieb deren Mitglied bis 1950. Wahrend dieser Zeit 
grofie Erfolge bei den Festspielen von Salzburg als Donna Elvira 
im Don Giovanni und als Octavian im Rosenkavalier. Seit 
1950 an der Staatsoper von Miindien tatig. Gastspiele an der 
Grand Ope"ra von Paris, in Nizza, Brussel und Rom; sang beim 
Maggio musicale von Florenz 1951 die Titelrolle in Robert Schu- 
manns Genoveva, 1953 an der Londoner Coventgarden Oper 
die Titelrolle in Arabella und die Grafin im Capriccio von 
Richard Strauss. 

Schallplatten: Telefunken, Decca (Freischutz), HMV (Lohen- 
grin), DGG (Sizilianische Vesper von Verdi). 

Cvejic, Biserka, Alt, * 1926 (?) in Jugoslawien; als sie ein Jahr alt 
war, zogen ihre Eltern nach Liittich. 1946 kam sie nach Jugoslawien 
zuruck, wo sie zuerst als Dolmetscherin arbeitete. Ihre Stimme 
wurde durch Jose" Riavez entdeckt und ausgebildet. Bereits wah- 
rend des Studiums sprang sie 1950 an der Oper von Belgrad fur 
eine erkrankte Sangerin als Maddalena im Rigoletto ein. 1954 
erfolgte ihr offizielles Debut unter dem Namen Biserka Tzveych 
an der Oper von Belgrad als Charlotte im Werther von Mas 
senet. Mit der Oper von Belgrad gastierte sie bei den Festspielen 
von Wiesbaden. 1959 Gastspiel an der Staatsoper von Wien als 
Amneris in Aida, 1960 Mitglied dieses Opernhauses. Seit 1961 
Mitglied der Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: Amne 
ris). 1962 Gastspiel an der Londoner Coventgarden Oper, 1963 
am Teatro Colon von Buenos Aires. Sie ist verheiratet mit einem 
Arzt und Dozenten aus Belgrad, der auch als Sanger hervorgetreten 
ist und mit ihr zusammen 1958 auf dem Weltjugendkongrefi in 
Moskau gesungen hat 

Ihre dunkel timbrierte, sdion gebildete Altstimme ist auf Decca 
(vollstandige Opern Eugen Onegin, Pique Dame, Fiirst Igor, 
Snegourotchka) zu horen. 

Czerwenka, Oskar, Bafi, * 1925 Linz (Donau); Ausbildung durch 
Otto Iro in Wien. Debiit 1947 am Stadttheater Graz, dem er drei 
Jahre angehorte. 1951 wurde er an die Wiener Staatsoper berufen, 
deren Mitglied er seither ist. Gastspiele an der Mailander Scala, 
an der Londoner Coventgarden Oper, am Opernhaus von Zurich, 
an den Staatsopern von Miinchen und Stuttgart. Wirkte bei den 
Festspielen von Salzburg und Edinburgh und beim Holland Festi 
val mit. 1958 kam er an die Metropolitan Oper New York, wo er 
als Ochs im Rosenkavalier einen glanzenden Erfolg hatte. Vor 
allem als Interpret kostlicher Buffo-Typen bekannt geworden. 
Seine Aufnahmen erschienen bei Columbia (Barbicr von Bagdad* 



Daddi 110 

von Cornelius), MMS (Komtur in Don Giovanni*) , Philips 
(Tiefland, Salome), Decca (Frau ohne Schatten von R. 
Strauss). 

Daddi, Francesco, Tenor, * 1864 Neapel, f 1945 Chicago; debii- 
tierte 1891 in Mailand. Am 7. 5. 1892 sang er am Teatro dal Ver- 
me in Mailand in der Urauffuhrung von Leoncavallo s Bajazzo 
den Beppe. Wahrend der folgenden 15 Jahre hatte er an italieni- 
schen Buhnen, darunter auch an der Mailander Scala, grofie Erfolge 
als Tenor-Buffo. 1907 wurde er an das Manhattan Opera House 
in New York verpflichtet, dessen Mitglied er bis 1910 blieb. 1911 
kam er an die Oper von Chicago, der er bis 1920 angehorte. Sehr 
erfolgreich war er auch an der Sommer-Oper von Ravinia bei 
Chicago, wo er bis weit in die zwanziger Jahre hinein erschien und 
sogar Partien fiir BajS-Buffo wie den Dulcamara im Liebestrank 
oder den Bartolo im Barbier von Sevilla* interpretierte. Seit 1920 
leitete er eine Gesangschule in Chicago. 1938 gastierte er nochmals 
an der Oper von Chicago in der kleinen Bafi-Rolle des Bricouleur 
in Charpentiers Louise. 

Einer der bedeutendsten Buffo-Tenore seiner Zeit, auf der Buhne 
durch ein glanzvolles schauspielerisches Talent ausgezeichnet. 
Schallplatten : Edison-Zylinder, Columbia Zonophone, G & T, 
Victor. Zweimal hat er die Serenade des Harlekin aus dem Ba- 
jazzo aufnehmen lassen, die er als erster gesungen hatte. 

Dalberg/ Frederick, Bafi, */. 1. 1908 Newcastle-on-Tyne (England); 
eigentlich Frederick Dalrymple. Kam als Kind nach Siidafrika, wo 
er das Gesangstudium begann, das er in Dresden und Leipzig voll- 
endete. Debut 1931 am Opernhaus Leipzig; in Deutschland sang 
er unter dem Namen Friedrich Dalberg. Er wirkte mehrere Jahre 
hindurch in Leipzig, dann an der Berliner Staatsoper und gastierte 
in Wien, Miinchen und Dresden. Bei den Bayreuther Festspielen 
194243 und 1951 erwies er sich als hervorragcnder Wagncr- 
sanger. 1948 51 war er Erster Bassist an der Staatsoper von Miin 
chen. 1951 liefi er sich in London nieder, wo er an der Covent- 
garden Oper eine bedeutende Karriere hatte. Hier sang er u. a. in 
der Erstauffuhrung von Alb an Bergs Wozzeck und 1953 in der 
Urauffuhrung der Oper Gloriana von Benjamin Britten. Seit 
1958 ist er am Nationaltheater in Mannheim tatig. 
Schallplatten: Columbia (Pogner in vollstandigen Meistersin- 
gern). 

Dalis, Irene, Alt, * 1929 San Jos (Kalifornien). Ausbildung in New 
York bei Edyth Walker und bei Paul Althouse, abschliefiende Stu- 
dien in Italien. Debiitierte 1953 am Landestheater von Olden 
burg. 195560 Erste Altistin an der Stadtischen Oper Berlin. 1957 
wurde sie an die Metropolitan Oper New York berufen, wo sie 
seitdem grojSe Erfolge hatte. Seit 1958 regelmaJSig zu Cast an 
der Londoner Coventgarden Oper. Herbst 1958 feierte man sie 
an der Oper von Chicago. Bei den Bayreuther Festspielen 1961 



111 dal Monte 

bis 1963 sang sie die Kundry im Parsial. Audi als Konzert- 

Altistin erfolgreich tatig. 

Telefunken-Schallplatten. 

dalla Rizza, Gilda, Sopran, * 2. 10. 1892 Verona. Buhnendebiit mit 
18 Jahren 1910 in Bologna in Massenets Werther. Nach ersten 
Erfolgen an italienisdien Biihnen gastierte sie 1915 am Teatro 
Colon von Buenos Aires. Dort wurde sie sehr beliebt und sang 
bis 1930 in acht Spielzeiten an dieser Biihne. Wirkte 1917 an der 
Oper von Monte Carlo in der Urauffuhrung von Puccinis La Ron- 
dine* mit; 1918 sang sie die Lauretta in der italienisdien Premiere 
von Gianni Schicchi* von Puccini am Teatro Costanzi in Rom. 
Am Teatro Costanzi wurde sie audi in den Urauffiihrungen der 
Opern Il piccolo Marat von Mascagni (1921) und Giulietta e 
Romeo von Zandonai (1922) gefeiert. In den zwanziger Jahren 
war sie eine der groEen Primadonnen der Mailander Scala, hier 
vor allem als Violetta in La Traviata bewundert. Gastspiele 
fuhrten sie nach Frankreich und England und 193031 an die Ita- 
lienische Oper in Holland. Ihre Karriere dauerte lange; 1933 sang 
sie an der Scala in der italienisdien Erstauffuhrung von La vida 
breve von de Falla, 1936 an der Oper von Genua in der italieni- 
schen Premiere der Richard-Strauss-Oper ^Arabella*. Sie lebt als 
Padagogin in Venedig und war verheiratet mit dem Sanger Ago- 
stino Capuzzo ^1963). 

Die Stimme der Kiinstlerin zeichnete sich ebenso durch ihre Ton- 
fulle wie durch ihre dramatische Gestalrungskraft aus. 
Schallplatten: akustische auf Columbia, elektrische auf Odeon und 
Fonotipia. 

dal Monte, Toti, Sopran, * 22. 6. 1898 Venedig; eigentlich Anto- 
nietta Meneghelli. Urspriinglich wollte sie Pianistin werden, muSte 
aber nach einer Handverletzung darauf verzichten. Gesangstudium 
bei Barbara Marchisio. Buhnendebiit 1916 an der Mailander Scala 
in der dortigen Premiere von Zandonais Francesca da Rimini 
als Biancofiore. In den folgenden Jahren trat sie an verschiedenen 
italienischen Theatern auf und gab Konzerte. 1922 verpflichtete 
Toscanini sie fur die Scala, wo sie als Gilda im Rigoletto einen 
sensationellen Erfolg erzielte. Jetzt eilte die Kiinstlerin in aller 
Welt von Triumph zu Triumph. 192425 sang sie an der New 
Yorker Metropolitan Oper (Antrittsrolle: Lucia di Lammermoor); 
192428 feierte man sie an der Oper von Chicago. Gastspiele in 
Paris und London, in Buenos Aires und Rio de Janeiro, in Madrid 
und Barcelona, in Wien und Berlin. 1929 heiratete sie wahrend 
einer Australien-Tournee den Tenor Enzo de Muro Lomanto 
(190252), von dem sie sich 1932 wieder trennte. Nach dem zwei- 
ten Weltkrieg erschien die beruhmte Sopranistin nur noch selten 
auf der Buhne, so 1949 bei den Festspielen in der Arena von Ve 
rona. Sie gab noch gelegentlich Konzerte und wurde eine gesuchte 
Gesangpadagogin. 



Dalmores 112 

Die schwebende Leichtigkeit der Tongebung, die Exaktheit und 

Brillanz in der Ausfiihrung schwierigster Koloraturpassagen ma- 

chen Toti dal Monte zu einer der bedeutendsten Koloratricen des 

20. Jahrhunderts. 

Sang auf Victor und HMV-Platten (hier vollstandige Butterfly, 

1929). 

Dalmores, Charles, Tenor, * 21. 12. 18 71 Nancy, f 6. 12. 1939 ^ s 
Angeles. Erhielt eine Ausbildung als Hornist an den Konserva- 
torien von Nancy und Paris; zwei Jahre als Hornist im Colonne 
Ordiester, weitere zwei Jahre im Orchester von Lamoureux in Pa 
ris. Erhielt Gesangunterricht bei Dauphin in Paris. Debut 1899 am 
Stadttheater von Rouen; kam 1900 an die Oper von Briissel und 
hatte dort bis 1906 sehr grofie Erfolge. Seit 1904 sang er alljahr- 
lich an der Londoner Coventgarden Oper; hier wirkte er auch 1905 
in der Urauffiihrung der Oper L' Oracolo von Franco Leoni 
mit. 190610 bewunderte man ihn am Manhattan Opera House in 
New York. Wahrend dieser Zeit studierte er das Wagner-Reper 
toire bei dem Padagogen Franz Emmerich in Stuttgart und gastierte 
190708 an den Opernhausern von Koln, Berlin, Wien und Ham 
burg. 1908 sang er bei den Festspielen von Bayreuth den Lohen 
grin. 191012 gehorte er zum Ensemble der Chicago-Philadelphia 
Opera Company; 191318 war er Erster Tenor an der Oper von 
Chicago. Wirkte nach Abschlufi seiner Buhnenlaufbahn als Ge- 
sangpadagoge in Frankreich, dann in New York und zuletzt in 
Los Angeles. 

Voluminose, kraftvolle Tenorstimme; sowohl als Wagner-Tenor 
wie als Interpret des franzosischen und italienischen Repertoires 
bedeutend. 
Schallplattenaufnahmen der Marken Victor und Pathe*. 

d' Alvarez, Marguerite, Alt, * 1886 Liverpool von peruanischen 
Eltern, t 18. 10. 1953 Alassio (Italien). Studium am Konservato- 
rium von Briissel, Debut am Opernhaus von Rouen 1904 als Da- 
lila. Kam 1909 an das Manhattan Opera House New York (An- 
trittsrolle: Fides im <cPropheten von Meyerbeer). 1911 am Lon 
don Opera House erfolgreich, 1913 an der Oper von Boston. 1914 
an der Coventgarden Oper London als Amneris in Aida gefeiert; 
1920 sang sie an der Oper von Chicago die Dalila in Samson 
und Dalila* von Saint-Saens. Spater unternahm sie vor allem 
Konzert-Tourneen in Nordamerika. Veroffentlichte ihre Memoiren 
unter dem Titel Forsaken Altars (London, 1953). 
Dunkel timbrierte Altstimme von exotischer Klangtonung. 
Schallplatten der Marken Vocation, HMV und Victor. 

Danco, Suzanne, Sopran, * 22. 1. 1911 Briissel; wurde am Konser- 
vatorium von Briissel ausgebildet. Nachdem sie einen Gesang- 
wettbewerb in Wien gewonnen hatte, vollendete sie ihr Studium 
bei Fernando Carpi in Prag. 1940 gab sie in Italien ihre ersten 
Konzerte. 1941 Buhnendebiit an der Oper von Genua als Fior- 



1I3 df Angela 

diligi in Cosi fan tutte. Sie sang dann vor allem an italienischen 
Opernhausern, auch an der Mailander Scala und an der Oper^von 
Rom. Als groSe Mozartsangerin erwies sie sich bei den Festspielen 
von Edinburgh, Glyndebourne und Aix-en-Provence. Erfolgreich 
verliefen auch Gastspiele an der Staatsoper von Wien, an der 
Londoner Coventgarden Oper und an mehreren grofien amerikani- 
schen Theatern. Dazu fand die Kunstlerin bei Konzert-Tourneen 
in aller Welt Beachtung. 

Musikalisch hervorragend durchgebildete Sopranstimme, die ^so- 
won! auf dem Gebiet der Oper als auch vor allem beim Lied- 
gesang Vortreffliches leistete. 

Flatten der Marken Supraphon, Philips und Decca (u. a. vollstan- 
dige Opern Pelleas et Melisande, Figaros Hochzeit, Don 
Giovanni*, L'heure espagnole*). 

d' Andrade, Francisco, Bariton, * 11. 1. 1859 Lissabon, f 8. 2. 1921 
Berlin. Zuerst Studium der Rechtswissenschaft, seit 1881 Ge- 
sangunterricht durch Ronconi in Mailand. 1882 Buhnendebiit in 
San Remo als Amonasro in Aida. In den folgenden Jahren grofie 
Erfolge in Italien, Spanien und Portugal, darunter an der Mailan 
der Scala und am Teatro Costanzi von Rom. 1886 Gastspiel an 
der Coventgarden Oper London, an der er seitdem immer wieder 
gefeiert wurde. 1889 kam er mit einer Operntruppe des Impresa 
rios Gardini, des Gatten der Sopranistin Etelka Gerster, nach Ber 
lin. Er war so erfolgreich, dafi er spater hier seinen Wohnsitz 
nahm. Gastspiele in den Musikzentren in Deutschland, Holland, 
Osterreich, Rufiland, England und Skandinavien, vor allem als 
Don Giovanni. In dieser Partie gait er als unerreicht; seine faszi- 
nierende Darstellung des Don Giovanni wurde durch den ihm be- 
freundeten Maler Max Slevogt in mehreren beriihmten Bildern 
festgehalten. Auch beim Salzburger Mozart-Fest von 1901 sang er 
den Don Giovanni. Bis zum Jahre 1919 ist er auf der Buhne auf- 
getreten, zuletzt nur nodi als Don Giovanni. 
Von ihm wurden 1906 zehn Titel auf Lyrophone aufgenommen; 
eine dieser Aufnahmen erschien spater auf Parlophon. 

d' Angelo, Gianna, Sopran, * 1928 Hartford (Connecticut), wohin 
ihre Eltern aus Italien ausgewandert waren. Ausbildung zuerst 
durch Dolores Wilson in New York, dann in Venedig durch Toti 
dal Monte. 1954 sehr erfolgreiches Buhnendebiit an der Oper von 
Rom. Gastierte 1955 bei den Festspielen von Glyndebourne, 1956 
an der Oper von Briissel als Gilda im Rigoletto. Anschliefiend 
sang sie an den grofien italienischen Biihnen, auch an der Mailan 
der Scala, sowie in Paris und London. 1959 wirkte sie bei den 
Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom mit. Glanzende 
Erfolge auch in Nordamerika, seit 1961 an der Metropolitan Oper 
New York tatig. 

Brillante Technik und feines Stilgefuhl verbinden sich in ihrem 
Koloratursopran in gliicklicher Weise. 



Danise 114 

Arien auf Philips, dazu Partien in integralen Opern-Aufnahmen: 
auf Philips Rigoletto, auf Decca La Boheme (Musette), auf 
DGG Barbier von Sevilla*. 

Danise, Giuseppe, Bariton, * 11. 1. 1883 Neapel, 1 4. i. 1963 New 
York; Ausbildung dutch Colonnesi und Petillo in Neapel. Debii- 
tierte 1906 am Teatro Bellini in Neapel. Nachdem er zuerst an 
italienischen Provinzbuhnen gesungen hatte, war er 1913 am Tea 
tro Massimo von Palermo sehr erfolgreich. Im gleichen Jahre sang 
er bei den Verdi-Gedenkfeiern am Teatro Regio von Parma, Seit 
1915 gastierte er fast alljahrlich am Teatro Colon von Buenos 
Aires. 191517 grofie Erfolge an der Mailander Scala. 1920 folgte 
er einem Rufe an die Metropolitan Oper von New York, deren Mit- 
glied er bis 1932 blieb. 192231 trat er Jahr fur Jahr an der 
Sommer-Oper von Ravinia bei Chicago auf. Seit 1932 wieder sehr 
erfolgreich an der Mailander Scala; 1933 am Teatro Regio von 
Turin als Telramund im Lohengrin unter Max von Schillings 
bewundert. Nach dem zweiten Weltkriege ging er wieder nach 
Nordamerika. 1947 heiratete er die brasilianische Sopranistin Bidu 
Sayao; lebte zeitweilig in Brasilien, dann in New York. 
An seiner Stimme bewunderte man die Warme des Timbres eben- 
so wie die dramatische Ausdruckskraft und die hohe Musikalitat 
des Vortrages. 

Schallplatten: Brunswick, HMV (vollstandige Oper Rigoletto, 
1925). 

Darclee, Hariclea, Sopran, * 1862 Bukarest, t 12. 1. 1939 Bukarest; 
studierte u. a. in Paris und debiitierte an der Pariser Grand Opera 
1888 als Marguerite im Faust. 1891 kam sie erstmals an die 
Mailander Scala, wo sie in Le Cid von Massenet und in Caval- 
leria rusticana* sowie in der Urauffiihrung der Oper Condor 
von Gomes sang. 1892 kreierte sie an der Mailander Scala in der 
Urauffiihrung von La Wally von Catalani die Titelrolle. 1898 
sang sie am gleichen Operninstitut die Titelfigur in der Urauffiih 
rung von Mascagnis Iris. Sie hatte dann an den grofien italie 
nischen Biihnen, zumal in Mailand und Rom, triumphale Erfolge. 
Am 14. 1. 1900 sang sie am Teatro Costanzi in Rom in der Urauf- 
fuhrung von Puccinis Tosca die Titelpartie. Diese Rolle kreierte 
sie dann auch in der Premiere der Oper an der Scala. Fast alljahr 
lich gastierte sie an den Hofopern von St. Petersburg und Moskau. 
Auch in Spanien war die Kiinstlerin iiberaus beliebt; 1896 hatte 
sie am Teatro Real von Madrid besondere Erfolge in I Lombardi* 
von Verdi. Gastierte 1897 und 1903 in Buenos Aires; im letztge- 
nannten Jahr sang sie dort die Eva in der Premiere von Wagners 
Meistersingern. Grofie Tourneen trugen ihr in Sudamerika 
glanzende Erfolge ein. 1909 sang sie am Teatro Col6n von Buenos, 
1911 am Teatro Costanzi in der italienischen Premiere des Rosen- 
kavaliers die Marschallin. 
Eine jener wenigen Stimmen, die, getreu der Tradition des 19. Jahr- 



ii5 Dcnridoff 

hunderts, das gesamte Sopranfach von der Koloraturpartie bis zur 
Wagner-Rolle beherrschten. 

Sechs aufierst seltene Titel auf Fonotipia (Mailand, 1904), darun- 
ter je zwei Aufnahmen aus Tosca und aus Iris. 

d' Arkor, Andr, Tenor, * 1901 Luttich. Ausbildung in Luttich und 
Briissel. Das Buhnendebiit des Kiinstlers fand 1924 statt. Er wurde 
dann an das Theatre de la Monnaie in Briissel verpflichtet und 
gehorte fiir die nachsten 25 Jahre zu den gefeiertsten Kiinstlern 
dieses Opernhauses. Gastspiele trugen ihm namentlidi an der 
Ope'ra comique von Paris grofie Erfolge ein, audi als Konzertsanger 
war er bedeutend. 1950 gab er seine Karriere auf und ist seither 
Direktor des Opernhauses von Luttich. 

Eine der schonsten lyrisdien Tenorstimmen, die zu seiner Zeit fiir 
das franzosische Repertoire vorhanden waren; man riihrnte vor 
allem die strahlende Hohe seines Tenors. 
Schallplatten: zahlreiche Columbia- Aufnahmen. 

David, Le*on, Tenor, * 18. 12. 1867 Les Sables d' Olonne (Departe- 
ment Vendee), t 27. 10. 1962 Les Sables d' Olonne. Studium am 
Conservatoire in Paris, Buhnendebut 1892 an der Pariser Opera 
comique in Les Troyens von Berlioz. In den folgenden Jahren 
sang er viel in Monte Carlo sowie an franzosisdien Provinzbuh- 
nen, kam aber 1897 wieder an die Ope'ra comique und blieb fur 
lange Jahre einer der prominentesten Sanger dieses Opernhauses. 
Er gastierte haufig an der Oper von Briissel, in Nizza, Marseille 
und Genf. Lebte nach Beendigung seiner Karriere als Padagoge in 
Paris. Seinen Lebensabend verbrachte er auf seinem Landsitz an 
der Atlantikkiiste. 

Rein lyrische Tenorstimme von exquisiter Klangschonheit und 
feiner Abstufung des Ausdrucks. 

Aufnahmen auf Fonotipia (Paris, 1905) und Odeon (Briissel, 1908 
bis 1909), alle sehr selten. 

Davidoff, Alexander, Tenor, * 4. 9. 1872 im russischen Gouverne- 
ment Poltawa, t 23. 6. 1937 Leningrad; eigentlich Alexander Le- 
vinson. Buhnendebiit 1893 an der Oper von Tiflis. Cber die Oper 
von Odessa kam er 1896 an die Privatoper von Marmontoff in 
Moskau. Hier sang er am 26. 12. 1897 in der Urauffuhrung der 
Oper <cSadko- von Rimsky-Korssakow die Titelpartie. 1900 folgte 
er einem Ruf an die Kaiserliche Hofoper von St. Petersburg. Er 

fastierte sehr erfolgreich in Paris. Bis 1917 blieb er an der Peters- 
urger Oper, konnte aber wegen einer fortschreitenden Ertaubung 
seit 1912 kaum noch auftreten. Spater wurde er zum verdienst- 
vollen Kiinstler der UdSSR ernannt. 

Schon gebildete, vor allem im heldischen Repertoire bewunderte 
Stimme. 

Schallplatten: bereits 1900 erschienen seine ersten Aufnahmen auf 
G & T, darunter Duette mit Maria Michailowa, spatere Aufnahmen 
auf Zonophone und Favorit, drei Titel auf HMV. 



Davies 116 

Davies, Ben, Tenor, * 6. 1. 1858 Pontardawe bei Swansea, t 28. 3. 
1943 Bath bei Bristol. Nachdem er einen Gesangwettbewerb in 
Swansea gewonnen hatte, wurde er in London Schiller von Al 
berto Randegger. Er debxitierte 1881 bei der Carl Rosa Company, 
bei der er bis 1887 sang; heiratete die Primadonna dieser Truppe, 
die Sopranistin Clara Perry. 1887 ging er zur Operette xiber und 
kreierte in London Dorothy von Celliers und andere Musical 
Comedies. 1891 wirkte er am Royal English Opera House in Lon 
don in der Urauffiihrung der Oper Ivanhoe von Sullivan mit; 
1893 sang er an der Londoner Coventgarden Oper in der Oper 
Signa von Frederic Cowen. Seitdem trat er nicht mehr auf der 
Buhne auf, sondern widmete sich ganz dem Konzertgesang. 1893 
unternahm er seine erste Nordamerika-Tournee, 1896 kreierte er 
zusammen mit Emma Albani und David Bispham in London den 
Liederzyklus In a Persian Garden von Liza Lehmann, 1898 
feierte man ihn in Cincinnati. In den neunziger Jahren gab er zahl- 
reiche Konzerte in Deutschland. Die Karriere des Sangers dauerte 
sehr lange; bis 1925 trat er in England vor allem als Oratorien- 
sanger auf, noch 1934 liefi er Schallplatten aufnehmen. 
Hervorragend schone Tenorstimme von besonderem Nuancenreich- 
tum des Vortrages. 

Der Kiinstler sang akustische Flatten auf G & T, Path und HMV, 
1934 elektrische auf Columbia. 

Davis, Ellabelle, Sopran, * 17. 3. 1907 New Rochelle (USA), 1 16. 11. 
1960 New Rochelle. Man entdeckte ihre Stimme in einem Kirchen- 
chor, dann Studium bei Patterson in New York. Debiitierte 1942 
und betatigte sich zunachst als Konzertsopranistin. Spater hatte 
sie als eine der ersten Negersangerinnen auch eine erfolgreiche 
Biihnenkarriere. 1946 sang sie an der Oper von Mexico City die 
Aida mit grofiem Erfolg. 1946 unternahm sie eine ausgedehnte 
Europa-Toumee, bei der man insbesondere ihre Kunst des Lied- 
gesanges bewunderte. Neben den Kunstliedern deutscher und fran- 
zosischer Meister beherrschte sie das Negro Spiritual in Voll- 
endung. Ihren grofiten Triumph erlebte sie 1949, als sie an der 
Mailander Scala die Aida sang; diese Partie hat sie an einer An- 
zahl grofier Operntheater zum Vortrag gebracht. 
Schallplatten der Marken Decca und Philips, unveroffentlichte Auf- 
nahmen auf Columbia. 

Davy, Gloria, Sopran, * 29. 3- 1931 New Rochelle (New York), ab- 
solvierte die Juilliard-Musikschule in New York und erhielt 1953 
den Marian-Anderson-Preis. 1954 erregte die junge Negersangerin 
Aufsehen, als sie mit der Porgy and Bess Opera Company* eine 
Welt-Tournee unternahm. Weiteres Studium in Mailand. 1956 
kam sie bereits an die Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: 
Aida). Es folgten Konzertreisen und Gastspiele in den europaischen 
Musikzentren, wobei sie vor allem an der Mailander Scala, aber 
auch an der Staatsoper von Wien, in London, Paris, Zurich und 



H7 Dawson 

Briissel sehr erfolgreich war. Bei den Donaueschinger Musiktagen 
des Jahres 1957 kreierte sie die Nachtstucke und Arien von H. 
W. Henze. 1958 gab sie glanzvolle Konzerte im Rahmen der Briis- 
seler Weltausstellung. Sie trat ferner bei den Festspielen von Salz 
burg, Edinburgh und Luzern in Erscheinung. Lebt in Zurich und 
geht einer ausgedehnten Gastspiel- und Konzerttatigkeit nach, 
wobei sie zumal an der Stadtischen Oper Berlin erfolgreich war. 
Neben der musikalisdien Qualitat riihmt man das stilistisdie Ein- 
fuhlungsvermogen der Sangerin. 
Sdiallplatten: DGG und London. 

Davydova, Vera, Alt, * 3. 9. 1906 Nishnij Nowgorod; studierte Kla- 
vierspiel und sang in einem Schulchor in Nikolai ewsk am Amur, 
wo sie ihre Jugend verbrachte. Gesangstudium bei E. V. Gebos- 
Sobeleva in Leningrad. 1929 Buhnendebut an der Oper von Lenin 
grad als Page in den Hugenotten von Meyerbeer, nachdem sie 
bereits zuvor in Schuleraufftihrungen des Konservatoriums auf der 
Buhne gestanden hatte. Bis 1932 sang sie an der Oper von Lenin 
grad, seither gefeiertes Mitglied des Bolschoj Theaters Moskau. 
1946 und 1950 erhielt sie den Stalinpreis; Abgeordnete im Ober- 
sten Sowjet der UdSSR. 

Grofi dimensionierte Altstimme, auf der Buhne wie im Konzert- 
saal in einem umfassenden Repertoire gefeiert. 
Sdiallplatten der staatlichen sowjetrussischen Production. Mit 
ihr nicht zu verwechseln ist die Altistin Maria Davydova, die auf 
HMV, u. a. ein Duett mit Dimitri Smirnoff, sang. 

Dawison, Max, BaS-Bariton, * 17. 2. 1869 Schwedt a. d. Oder, 
1 22. 4. 1953 Hamburg; Ausbildung am Kullak'schen Konserva- 
torium in Berlin bei Adolf Zebrian, dann bei Benno Stolzenberg 
in Koln sowie bei Mariano Padilla und Desire*e Artdt de Padilla 
in Paris. Debut 1889 am Opernhaus Dusseldorf als Heerrufer im 
Lohengrin. 1890-1900 sang er am Deutschen Theater in Prag, 
19001926 an der Oper von Hamburg. Gastspiele in ^Copenhagen 
und Amsterdam. Bei den Bayreuther Festspielen bewunderte man 
den Kxinstler 190609 als Alberich im Ring-Zyklus, 1908 als Tel- 
ramund, 1909 als Klingsor. Er gait als hervorragender Wagner- 
Interpret, zugleich als grower Or atoriens anger. Seit 1926 Padagoge 
in Hamburg. 

Sdiallplatten: wenige Titel auf G & T (Bayreuth, 1904; Hamburg, 
1904) und auf Odeon (Frankfurt a. M., 1906). 

Dawson, Peter, Bafi-Bariton, * 1882 Adelaide (Australien), t 26. 9. 
1961 Sidney. War in seiner Jugend als Sportier, namentlich als 
Boxer, tatig. Kam 1902 zum Gesangstudium nach England und 
wurde Schuler von Sir Charles Santley. Bereits 1904 erschienen 
die ersten Sdiallplatten des Kiinstlers. Auf der Buhne ist er nur 
selten in Erscheinung getreten, so 1907 und 1909 an der Londoner 
Coventgarden Oper in kleinen Partien in den Meistersingern. 
Die eigentliche DomSne des Kiinstlers war der Konzertgesang, vor 



de Angelis 118 

allem aber die Schallplatte. Insgesamt soil er mehr als 3000 Titel 
auf Sdiallplatten gesungen haben, in der Mehrzahl Lieder, aber 
audi Arien aus Oratorien und Opern. Dabei dauerte seine Kar- 
riere ungewohnlich lange; nodi 1955 sang er am englischen Rund- 
funk, und nodi nach seinem 70. Lebensjahr hat er Flatten aufneh- 
men lassen. 

Schallplatten: Sehr viele Titel auf G & T, Zonophone, HMV, Edi- 
son-Zylinder, auch elektrische Flatten. 

de Angelis, Nazzareno, Bafi, * 17. n. 1881 Aquila bei Rom,t 14. 12. 
1962 Rom; ausgebildet an der Accademia di Santa Cecilia in Rom. 
Debiitierte 1903 am Teatro Comunale von Aquila, machte dann 
eine schnelle Karriere an den grofien italienischen Biihnen. Grofie 
Erfolge an der Mailander Scala. Hier sang er am 10. 4. 1913 in der 
Urauffuhrung von l/ Amore dei tre Re von Montemezzi den 
Konig Archibaldo, seitdem eine seiner Glanzrollen. 1908 gastierte 
er in Holland; 190910 am Manhattan Opera House New York 
tatig. Sehr beliebt war er in Sudamerika, wo er jahrelang am Tea 
tro Col6n von Buenos Aires auftrat. Gastspiele in ganz Europa und 
Amerika, doch blieb die Mailander Scala seine eigentliche kiinst- 
lerische Heimstatte, wo er bis 1933 regelmafiig sang. Bis 1940 
gab er Konzerte. Dann Padagoge in Mailand und Rom; verbrachte 
seinen Lebensabend in seiner Geburtsstadt Aquila. 
Eindrucksvolle, dunkle Bafistimme von souveraner Beherrschung 
der Gesangtechnik; sang fast alle grofien Bafi-Partien des italie 
nischen Repertoires. 

Zahlreiche Schallplatten, die altesten auf Fonotipia (190708), 
spater akustische wie elektrische Aufnahmen auf Odeon und Co 
lumbia (hier vollstandige Oper Mefistof ele) . 

Debidca, Hedwig von, Sopran, * 1890 Warschau; Ausbildung der 
Stimme am Konservatorium von Warschau, dann durch den Diri- 
genten und Padagogen Pietro Stermich de Valcrociata, den sie 
1916 heiratete. Sie debiitierte 1910 am Deutschen Theater in Prag. 
Von dort kam sie 1914 an die Wiener Hofoper, ging aber 1915 an 
die Volksoper in Wien, der sie bis 1924 angehorte. 192429 war 
sie Mitglied der Berliner Staatsoper, an der sie sehr grofie Erfolge 
hatte und wo sie bis 1936 noch regelmafiig gastierte. 192023 
war sie an der Staatsoper von Wien zu Cast, weitere Gastspiele 
in Amsterdam, Budapest, Basel, Paris, Barcelona, Kopenhagen, 
Stockholm, Lemberg, Posen und Warschau. Nach dem zweiten 
Weltkrieg lebte sie als Padagogin und Konzertsangerin in Rom, 
1950 wurde sie Professorin an der Wiener Musikakademie. 
Die schone Stimme der Kunstlerin, die sowohl als Koloratrice 
wie als lyrische Sopranistin geriihmt wurde, ist auf Polydor zu 
horen. 

de Cisneros, Eleonora, Alt, * 1.11.1878 New York, 3.2.1934 
New York; eigentlich Eleanor Broadfoot. Ausbildung durch Mme 
Murio-Celli in New York. Sie wurde wahrend ihres Studiums durch 



XI 9 d.e Francesdii 

Jean de Reszke entdeckt, der sie an die New Yorker Metropolitan 
Oper brachte, wo sie 1900 als RoEweiEe in der Walkiire> debii- 
tierte. 1901 heiratete sie den kubanischen Grafen Francesco de 
Cisneros und trat seitdem unter diesem Namen auf. 1901 ging sie 
zu weiterer Ausbildung nach Europa; hier studierte sie bei Jean 
de Reszke und Victor Maurel in Paris sowie bei Trabadello und 
Lombardi in Mailand. 1902 trat sie am Teatro Regio von Turin 
auf und hatte in den folgenden 12 Jahren eine glanzvolle Karriere 
an den groEen italienischen Theatern. 1908 sang sie an der Mai- 
lander Scala in den Premieren der Opern Elektra von R. Strauss 
und Pique Dame von Tschaikowsky, 1906 in der Urauffuhrung 
von Franchettis La figlia di Jorio*. Sie gastierte in Lissabon, 
Paris, Wien, Madrid, Barcelona, Antwerpen, St. Petersburg und 
190308 regelmafiig in London. In den Jahren 1906-11 war sie 
Erste Altistin am Manhattan Opera House in New York, dann 
sang sie bei der Chicago-Philadelphia Company und schliefilich 
bis 1916 an der Oper von Chicago. 1914 sang sie am Theatre des 
Champs-Elysees in Paris die Brangane im Tristan, 1915 bereiste 
sie Kuba, Australien und Neuseeland. 1925 erschien sie nochmals 
an der Mailander Scala als Herodias in Salome* und lebte dann 
bis 1929 in Paris. Seitdem Gesanglehrerin in New York. 
Grofi dimensionierte Altstimme von besonderer dramatischer Aus- 
druckskraft. 

Schallplatten der Marken G & T, Nicole (London, 1904), Colum 
bia (Mailand, 1904), Pathe*, amerikan. Columbia (um 1915) sowie 
Edison Amberola-Zylinder. 

de Francesdii, Enrico, Bariton, * 3.9.1885, t 8.1.1945 Turin; 
nachdem er in Italien seine Karriere begonnen hatte, war er 1917 
am Teatro Col6n von Buenos Aires, wo er jedoch nur kleinere 
Partien sang. Trat dann an der Oper von Rio de Janeiro und an 
anderen sudamerikanischen Theatern auf und wurde 1919 als Er- 
ster Bariton an das Teatro Col6n verpflichtet. Nach seinen Erfolgen 
in Sudamerika kehrte er in seine italienische Heimat zuriick. 
192429 trat er haufig am Teatro Massimo von Palermo auf, 1927 
am Teatro Regio von Parma. 1924 sang er in der Arena von Ve 
rona den Mephisto in La Damnation de Faust von Berlioz. 
1923 an der Mailander Scala in Lucia di Lammermoor* als Part 
ner von Toti dal Monte und Aureliano Pertile erfolgreich. 192324 
bewunderte man ihn am Teatro Costanzi in Rom. Gastierte dann 
viel mit Max Sauters Operngesellschaft in Deutschland und in der 
Schweiz; sehr beliebt auch in Wien, wo er oft konzertierte. 
193738 wiederum an der Mailander Scala, 193840 alljahrlich an 
der Italienischen Oper in Holland zu Cast. Wahrend des Krieges 
sang er an italienischen Provinzbuhnen. Er endete durch Selbst- 
mord in den letzten Monaten des zweiten Weltkrieges. 
Wundervoll gebildete Baritonstimme. 

Akustische Flatten auf Columbia und Fonografia Nazionale sowie 
auf Parlophon (Berlin, 1924), eine Anzahl elektrischer Aufnahmen 



de Garmo 120 

auf Fonotipia, auf HMV eine vollstandige Aufnahme von Monte- 
verdis Orfeo (1939). 

de Garmo, Harry, Bariton, * 19. 4. 1887 Detroit, t 21. 4. 1919 Wies 
baden; Sohn eines Spaniers und einer Englanderin. Kam zurn 
Medizinstudium nach Deutschland, wo man seine Stimme ent- 
deckte. Debiitierte 1910 am Opernhaus Hamburg, wo er bis 1912 
blieb. 191214 sang er am Stadttheater von Liibeck und seitdem 
am Hoftheater von Wiesbaden. 1914 heiratete er die Sopranistin 
Tilly de Garmo- Jonas. Fur die Spielzeit 191718 war er an die 
Metropolitan Oper New York verpflichtet, doch verhinderte der 
Eintritt der USA in den ersten Weltkrieg seine Abreise nach New 
York. 1919 wurde er abermals an die Metropolitan Oper engagiert, 
starb jedoch wenige Tage vor der Oberfahrt. 
Baritonstimme voll dramatischer Ausdruckskraft und Steigerungs- 
fahigkeit. 
Schallplatten: HMV, Odeon, Parlophon. 

de Garmo, Tilly, Sopran, eigentlich Mathilde Jonas, * 3.4.1888 
(?) Dresden. Wurde am Sternschen Konservatorium in Berlin aus- 

febildet, dann bei Curt Hoche in Wiesbaden. 1914 heiratete sie 
en amerikanischen Bariton Harry de Garmo (t 1919), der am 
Hoftheater von Wiesbaden engagiert war. 1914 debiitierte Tilly 
de Garmo in Wiesbaden. 192123 am Stadttheater von Elberfeld, 
192326 am Deutschen Theater Prag engagiert. 1924 heiratete sie 
in zweiter Ehe den Dirigenten Fritz Zweig. 192633 war sie ge- 
feiertes Mitglied der Berliner Staatsoper. 1933 verliefi sie Deutsch 
land und wirkte in Paris als Konzertsopranistin und Padagogin. 
1940 fluchtete sie nach Nordamerika; lebt als Gesanglehrerin in 
Hollywood. 

Virtuose, wohllautende Koloraturstimme. 

Schallplatten: elektrische, relativ seltene Aufnahmen auf HMV 
und Polydor. 

de Gogorza, Emilio, Bariton, * 29. 5. 1874 Brooklyn/New York als 
Sohn spanischer Eltern, f 10. 5. 1949 New York. Kam als Kind 
nach Spanien, erhielt dort seine Erziehung und seinen ersten Ge- 
sangunterricht. Nach Nordamerika zuriickgekehrt, studierte er Ge- 
sang bei Moderati und Agramonte in New York. Debut 1897 in 
New York in einem Konzert, in dem auch die weltberiihmte Mar- 
cella Sembrich auftrat. Wurde schnell als Konzerts anger in Ame- 
rika bekannt, vor allem aber durch seine vielen schonen Schall- 
plattenaufnahmen. Lange Jahre war er der kunstlerische Leiter 
der Victor Company (eines der grofiten Schallplatten-Unternehmen 
der Welt). Auf der Biihne ist er nie erschienen, weil ihn eine starke 
Kurzsichtigkeit beim Biihnenspiel behinderte. Einige Jahre war er 
mit der gefeierten Sopranistin Emma Eames verheiratet. Er ist bis 
in die dreifiiger Jahre aufgetreten und lebte dann als Padagoge 
in New York. Zu seinen Schulern gehorte u. a. der Bariton John 
Brownlee. 



121 del Campo 

Der Kiinstler besafi eine der schonsten Baritonstimmen seiner Zeit, 
sowohl durch ihre dunkle Tonfiille als auch durch ihre musika- 
lische Aussagekraft ausgezeichnet 

Emilio de Gogorza gehort zu den Sangern, die die meisten Schall- 
platten hinterlassen haben. Diese erschienen unter verschiedenen 
Kunstlernamen; die erste Aufnahme auf Berliner Records bereits 
1898 unter dem Namen E. Francisco. Als Carlos Francisco sang er 
Flatten auf Zonophone (1900-01), auf Climax (ca. 1901), auf 
Eldridge R. Johnson Records und auf Victor (1903-05) ; unter dem 
Namen Edward Franklin sang er auf Zonophone und auf Climax; 
als M. Fernand auf Eldridge R. Johnson Records und auf Victor; 
als Herbert Goddard auf Eldridge R. Johnson Records und auf Vic 
tor; unter seinem wirklichen Namen Emilio de Gogorza auf Vic 
tor; dazu kommen Edison-Zy Under und -Flatten. 

de Hidalgo, Elvira, Sopran, * 1892 Aragon (Spanien). Sie war 
ein musikalisches Wunderkind; mit zwolr Jahren trat sie bereits 
als Pianistin auf, lieS dann ihre Stimme in Barcelona und bei 
Raoul Vidal in Mailand ausbilden. Debut 1908 mit 16 Jahren 
am Teatro San Carlo von Neapel als Rosine im Barbier von Se- 
villa. Ihre Karriere entwickelte sich sehr schnell. 1909 gastierte 
sie am Theatre Sarah Bernhardt in Paris, in Kairo und Monte 
Carlo, 191011 und 192426 war sie an der New Yorker Metro 
politan Oper engagiert. 1916 trat sie an der Mailander Scala auf, 
1919 am Teatro Costanzi in Rom, 1922 am Teatro Colon von 
Buenos Aires, 1924 feierte man sie an der Londoner Coventgarden 
Oper als Gilda im Rigoletto. Es folgte eine Tournee mit dem be- 
ruhmten Bassisten Fedor Schaljapin. Die Kunstlerin heiratete den 
Direktor des Casinos von Ostende, wo sie seitdem haufig konzer- 
tierte. Seit 1932 lebte sie als Padagogin auf der griechischen Insel 
Korfu und wurde dann Professorin am Konservatorium von Athen. 
Hier war sie die Lehrerin der beruhmten Sopranistin Maria Cal- 
las. 1946 wurde sie Padogogin am Konservatorium von Ankara; 
lebt jetzt in Mailand. 

Bei ihrem Koloratursopran bewunderte man einmal die dunkle 
Tonfulle ihrer Stimme, anderseits die iiberlegene Technik ihres 
Ziergesanges. 
Flatten auf Fonotipia und Columbia, alle selten. 

del Campo, Sofia, Sopran, * 1884 in Chile, t 24. 6. 1964 Santiago 
de Chile; Gesangausbildung zuerst in ihrer chilenischen Heimat, 
dann in Italien. Die Kiinstlerin ist nur ausnahmsweise und nur 
in Sudamerika auf der Biihne erschienen. Im iibrigen beschrankte 
sich ihre Karriere auf eine Konzerttatigkeit, teils in Sudamerika, 
teils auch in Europa, wobei sie mehr als Gesellschaftsdame denn 
als Berufssangerin in Erscheinung trat. Sie ist die Mutter der Film- 
und Unterhaltungssangerin Rosita Serrano. 
Von ihrem virtues gebildeten Koloratursopran existieren elektri- 
sche Victor-Flatten. 



delta Casa ^ 122 

della Casa, Lisa, Sopran, * 2. 2. 1919 Burgdorf (Schweiz). Erhielt 
ihre Ausbildung bei Margarethe Haeser in Zurich. Debut 1943 am 
Stadttheater von Zurich als Mimi in La Boheme. International 
bekannt wurde sie dadurch, da sie 1947 bei den Festspielen von 
Salzburg die Zdenka in der Richard-Strauss-Oper ^Arabella* sang. 
1947 wurde sie Mitglied der Staatsoper von Wien, wo sie bald 
glanzende Erfolge erzielte. 1949 feierte man sie in Salzburg als 
Grafin im Capriccio von R. Strauss; 1953 kreierte sie in Salz 
burg, wo sie fast alljahrlich auftrat, alle drei Frauenrollen in der 
Urauffuhrung der Oper Der Prozefi von Einem. 1952 sang sie 
bei den Festspielen von Bayreuth die Eva in den Meistersingern. 
Seit 1953 war sie haufig an der Londoner Coventgarden Oper zu 
horen; an der Mailander Scala bewunderte man sie ebenso wie in 
Paris, Chicago, Buenos Aires und Rom. Seit 1953 war sie Mitglied 
der New Yorker Metropolitan Oper, Sang in der Erofrnungsvor- 
stellung des neuen Salzburger Festspielhauses 1960 die Marschallin 
im Rosenkavalier. Gastspiele und Konzertreisen fuhrten die San- 
gerin in die Musikmetropolen in aller Welt; lebt auf ihrem SchloB 
Gottlieben am Schweizer Ufer des Bodensees. 
Sopranstimme, in der sich Leuchtkraft des Timbres, Vollkommen- 
heit der Phrasierungskunst und tief-kiinstlerische Gestaltungs- 
gabe verbinden, namentlich als Mozart- und Richard-Strauss-Inter- 
pretin bedeutend. 

Viele Aufnahmen auf Decca, darunter vollstandige Opern ^Figaros 
Hochzeit, Don Giovanni*, Cosi fan tutte, Arabella. Auch 
Flatten der Marken HMV und RCA. 

Deller, Alfred, Countertenor, ^30.5. 1912 Margate (England); sang 
zuerst im Kirchenchor seines Heimatortes, 194047 im Chor der 
Kathedrale von Canterbury. Seit 1947 wirkte er als Solist und Chor- 
dirigent an der St.-Pauls-Kathedrale in London. Er wurde bekannt 
durch die Bildung eines Vokal-Ensembles, des Deller-Consort, 
mit dem er Auffuhrungen alterer englischer und barocker Musik 
unternahm. Er selbst bildete sich autodidaktisch zum Counter 
tenor, d. h. er singt mit seiner Tenorstimme in der Alt-Lage. Durch 
Kunstreisen, die er teils mit dem Deller-Consort, teils allein unter 
nahm, hat er in aller Welt diese in Vergessenheit geratene Art des 
Singens neu belebt. 

Seine Schallplatten erschienen hauptsachlich auf Vanguard und 
HMV, aber auch auf Oiseau Lyre (Sosarme von Handel) und auf 
Decca, 

Delmas, Jean-Fransois, BaS-Bariton, * 14. 4. 1861 Lyon, 1 29. 9. 1933 
Saint Alban de Monthel. Studierte am Conservatoire national von 
Paris bei Bussine. Buhnendebiit 1886 an der Grand Ope"ra von 
Paris, der er dann bis 1927 angehorte. Wirkte an diesem Opern- 
institut in einer Anzahl wichtiger Premieren mit; so kreierte er 
1892 den Wotan in der Erstauffuhrung von Richard Wagners 
Walkiire, 1908 den Hagen in der Pariser Premiere der G6tter- 



123 del Monaco 

dammerang*. 1911 sang er an der Grand Opera in der franzo- 
sisdien Erstauffuhrung des vollstandigen Ring-Zyklus, 1914 in der 
Premiere des Parsial. Er gait als hervorragender Wagner-Inter 
pret, doch schatzte man ihn auch in Partien aus dem franzosischen 
und dem italienisdien Repertoire; so sang er am 16. 3. 1894 an der 
Grand Ope'ra in der Urauffuhrung der Oper Tha"is von Massenet 
die Partie des Athanael, 1909 in der Urauffuhrung von Monna 
Vanna von Fevrier den Marco. Abgesehen von einigen Gastspie- 
len hat der beriihmte Sanger seine gesamte kunstlerische Laufbahn 
an der Pariser Grand Opera absolviert. 

Voluminose BaGstimme, deren weiter Tonumfang sich auch bei 
Partien aus dem Heldenbariton-Fach bewahrte. 
Schallplatten: Die altesten auf Zonophone (Paris, 1902) und auf 
G & T (Paris, 1902-03), dann auf Fonotipia, Odeon de Luxe und 
auf Pathe. 

Delmas, Solange, Sopran, *19O7(?); Studium am Conservatoire 
national von Paris. Debut 1930 an der Pariser Grand Opera, an 
der sie dann eine zwanzigjahrige glanzvolle Karriere hatte. 1938 
debiitierte sie an der Ope'ra comique von Paris als Micaela in Car 
men*. 1947 feierte man sie an der Grand Opera als Lucia di Lam- 
mermoor mit Giacomo Lauri-Volpi als Partner, 1948 Gastspiel an 
der Coventgarden Oper London als Gilda im Rigoletto. 1950 gab 
sie ihre Karriere auf und wurde Prasidentin des Konservatoriums 
von Nizza. 

Ihre brillante Koloraturstimme begegnet auf zahlreichen Odeon- 
Platten. 

del Monaco, Mario, Tenor, * 27. 5. 1915 Florenz; verbrachte seine 
Jugend in Pesaro. Besuchte das dortige Konservatorium, widmete 
sich aber auch Studien auf den Gebieten der Malerei und der 
Skulptur. Mit 20 Jahren gewann er einen von dem Dirigenten 
Tullio Serafin in Rom veranstalteten Gesangwettbewerb. Mit Be- 
ginn des zweiten Weltkrieges wurde er Soldat, doch erhielt er 
1941 zu seinem Debut am Teatro Puccini in Mailand Urlaub. 
Wahrend des Krieges konnte er nur selten auftreten, doch ent- 
wickelte sich seine Karriere nach Kriegsende desto rascher. 1946 
erregte er bei den Festspielen von Verona als Radames in Verdis 
Aida Aufsehen; im gleichen Jahre sang er an der Oper von 
Triest den Titelhelden in Andrea Chenier*. Eine glanzvolle Gast- 
spiel-Tournee mit dem Ensemble des Teatro San Carlo von Nea- 
pel 1948 machte seinen Namen international bekannt. Er sang an 
der Mailander Scala, in London, Paris und Wien. 1950 huldigte 
man ihm am Teatro Col6n von Buenos Aires, im November 1950 
an der Oper von San Francisco. Seit 1951 war er Mitglied der 
New Yorker Metropolitan Oper. Gastspiele und Konzertreisen tru- 
gen dem Kunstler in aller Welt grofie Erfolge ein. 1960 bereiste 
er die Sowjetunion, 1961 und 1962 Deutschland. 
Einer der grofiten Heldentenore, die Italien dem 20. Jahrhundert 



Delna 124 

geschenkt hat, voll elementarer Ausdruckskraft und strahlendem 
Glanz in den hohen Lagen, vor allem als Verdi- (Othello, Man- 
rico) und Puccini-Interpret geruhmt. 

Schallplatten : HMV und Decca, darunter eine Vielzahl vollstan- 
diger Opern (u. a. Aida, Troubadour, % Rigoletto, Othello, 
La Boheme, Manon Lescaut von Puccini, La Gioconda, Tu- 
randot, Andrea Che*nier, Bajazzo, La forza del destine*, 
Cavalleria rusticana, Adriana Lecouvreur). 

Delna, Marie, Alt, * 1875 Meudon, t 24. 6. 1932 Paris; eigentlich 
Marie Ledan. Wurde mit 15 Jahren entdeckt, als sie in der Kiiche 
des Gasthofes sang, der ihrem Vater gehorte. Gesangstudium bei 
Rosine Laborde in Paris und Debut 17 Jahre alt an der Grand 
Ope'ra von Paris als Didon in Les Troyens* von Berlioz (1892). 
Sang 1893 die Charlotte in der Pariser Premiere des Werther 
von Massenet, im gleichen Jahre die Dame Quickly in der Erst- 
auffiihrung von Verdis Falstaff an der Ope*ra comique in An- 
wesenheit des Komponisten. Dort wirkte sie auch 1893 in der 
Urauffiihrung der Oper L' Attaque du moulin* von Bruneau mit. 

1894 heiratete sie und gab zunachst ihre Karriere auf, sang aber 

1895 wieder an der Ope*ra comique in der Urauffiihrung von La 
Vivandiere von Godard. Es folgten Gastspiele in Bordeaux, Mar 
seille, Briissel und Monte Carlo. 1907 feierte man sie an der Mai- 
lander Scala als Titelheldin im Orpheus von Gluck unter Tos- 
canini. Bedeutende Erfolge an der Londoner Coventgarden Oper. 
1910 kam sie fur eine Spielzeit an die Metropolitan Oper New 
York, wo sie aber nicht sehr erfolgreich war. 1912 sang sie an der 
Opera comique von Paris in der Urauffuhrung von La Le*preuse 
von Lazzari; 1913 gastierte sie wahrend der Verdi-Gedenkfeiern 
am Teatro Regio von Parma. Gegen Ende ihrer Karriere trat sie 
hauptsachlich an der Oper von Briissel und an franzosischen Pro- 
vinzbiihnen auf; noch 1930 sang sie am franzosischen Rundfunk. 
Sie starb in einem Armenhaus, nach4em sie ihr ganzes Vermogen 
verloren hatte. 

Herrlich gebildete, dunkel glanzende Altstimme, deren weiter 

Tonumfang ebenso geriihmt wurde wie ihre nuancenreiche Aus- 

druckskunst. 

Seltene Flatten auf Pathe", Edison-Platten und -Zylinder (1910). 

de los Angeles, Victoria, Sopran, * i. u. 1923 Barcelona; eigent 
lich Victoria Gomez Cima. Absolvierte ihr Studium am Konser- 
vatorium von Barcelona. Konzertdebut 1944 in Barcelona, Biih- 
nendebiit 1946 am Teatro Liceo von Barcelona als Grafin in Figa- 
ros Hochzeit. 1947 erster Preis beim internationalen Gesangwett- 
bewerb in Genf; sang 1948 am Londoner Rundfunk in La vida 
breve* von de Falla; 1949 grower Erfolg an der Pariser Grand 
Ope"ra als Marguerite im Faust>. 1950 an der Londoner Covent 
garden Oper als Mimi in La Boheme* bewundert, im gleichen 
Jahre an der Mailander Scala in Ariadne auf Naxos^ von R. 



125 de Luca 

Strauss. Nach einer triumphalen Siidamerika-Tournee wurde sie 
1951 an die Metropolitan Oper New York berufen (Antrittsrolle: 
Marguerite im Faust von Gounod). Seitdem weltweite Karriere 
mit Schwerpunkten ihrer kunstlerischen Tatigkeit an der Metro 
politan Oper, an der Mailander Scala, in London und Paris. Tour- 
neen durch Australien, Neuseeland, die skandinavischen Lander, 
Deutschland, Nord- und Siidamerika. 1957 glanzvolles Gastspiel 
an der Staatsoper von Wien; sang bei den Bayreuther Festspielen 
196162 die Elisabeth im Tannhauser. 

Eine der schonsten Sopranstimmen ihrer Epoche, gleidi anspre- 
chend durch den Wohllaut ihres Timbres wie durch die reife Musi- 
kalitat ihres Vortrages. Ihr weit gespanntes Repertoire umfafit 
Partien von Verdi, Puccini, Wagner, Mozart, Massenet und Bizet, 
sie war sogar in der Lage, die technisch iiberaus anspruchsvollen 
Rossini-Partien fur Koloratur-Contralto vollendet zu gestalten. 
Hervorragende Interpretin des spanischen Liedes. 
Sehr viel Flatten auf HMV, Capitol, RCA, darunter eine Anzahl 
vollstandiger Opern (zweimal Faust, Carmen, zweimal Ma- 
dame Butterfly*, La vida breve*, La Boheme*, Barbier von 
Sevilla*, Manon von Massenet, Bajazzo, Simone Boccanegra* 
von Verdi, La Traviata*, Suor Angelica* von Puccini). 

de Luca, Giuseppe, Bariton, * 25. 12. 1876 Rom, t 28. 8. 1950 
New York. Zunachst Schiller von Ottavio Bartolini in Rom, dann 
Ausbildung an der Accademia di Santa Cecilia in Rom bei Ven- 
ceslao Persichini. Debut 1897 am Stadttheater von Piacenza als 
Valentin im Faust von Gounod, Er trat dann an verschiedenen 
italienischen Opernhausern auf und sang in der Spielzeit 190001 
am Teatro San Carlos von Lissabon. Wirkte in mehreren wich- 
tigen Urauffuhrungen von Opern mit: am 6. 11. 1902 am Teatro 
Lirico in Mailand als Michonnet in Adriana Lecouvreur* von 
Cilea, 1903 an der Mailander Scala als Gleby in Siberia von 
Giordano; am 17, 2. 1904 sang er an der Scala in der ungliick- 
lichen Urauffuhrung von Puccinis Madame Butterfly* die Partie 
des Sharpless. Gastspiele machten den Namen des Sangers inter 
national bekannt; 1905 gastierte er in Santiago de Chile, 190610 
am Teatro Col6n in Buenos Aires, 1907 an der Oper von Bukarest, 
1909 an der Wiener Hofoper. Dazu trat er regelmafiig an der 
Mailander Scala, am Teatro Costanzi in Rom und an anderen gro- 
Cen italienischen Biihnen auf; er gastierte auch in London, Paris 
und Briissel. 1915 wurde er an die Metropolitan Oper New York 
berufen; langer als 30 Jahre blieb er deren Erster Bariton. An der 
Metropolitan Oper sang er 1916 in der Urauffuhrung der Oper 
Goyescas von Granados, am 14. 12. 1918 die Titelrolle in der 
Urauffuhrung von Puccinis komischer Oper Gianni Schicchi*. 
1946 nahm er von der Buhne Abschied und lebte dann als Gesang- 
lehrer in New York. Seinem letzten Willen entsprechend wurde er 
in Rom beigesetzt. 



de Luca 126 

Unter den Baritonisten seiner Epoche 1st er der eigentlidie Bel- 
canto-Sanger, beruhmt durch die edle Schonheit seiner Stimme und 
durdi die Feinheit seiner Diktion. 

Schallplatten: Fonotipia, Victor, viele Privat- und Club-Aufnah- 
men aus seiner letzten Zeit. 

de Luca, Libero, Tenor, * 1915 Solothurn (Schweiz). Nach anfang- 
lichem Architekturstudium wurde seine Stimme au den Musik- 
hochschulen von Stuttgart und Zurich sowie durch Alfredo Cai- 
rati in Zurich ausgebildet. Erhielt 1937 einen Preis beim Concours 
international anlafilich der Pariser Weltausstellung, 1941 Erster 
Preis beim Gesangwettbewerb von Genf. 1942 Biihnendebut am 
Stadtebundtheater Solothurn-Biel. Sang eine Saison am Stadttheater 
von Bern und war 194349 Erster Tenor am Stadttheater von Zu 
rich. Nach dem zweiten Weltkrieg grofie Erfolge bei Gastspielen. 
1948 gastierte er am Teatro Colon von Buenos Aires und am 
Teatro San Carlo von Neapel, auch an den Opernhausern von 
Briissel, Wien und Miinchen war er zu Cast. 1949 als Erster lyri- 
scher Tenor an die Pariser Opera comique verpflichtet, sang auch 
an der Grand Opera von Paris. Zeichnete sidi vor allem in Par- 
tien aus dem franzosischen Repertoire aus. 

Sang exklusiv auf Decca (u. a. vollstandige Lakm6> und Car- 
men). 

de Lucia, Fernando, Tenor, * n. 10. 1860 Neapel, t 23. 2. 1925 Nea 
pel. Studierte zuerst am Konservatorium San Pietro a Majella in 
Neapel Fagott- und KontrabaJSspiel, dann Gesang bei Benjamino 
Carelli und bei Lombardi. Debiitierte 1885 am Teatro San Carlo 
von Neapel als Faust von Gounod. Nach Engagements in Bologna 
und Florenz sang er 1887 in Buenos Aires und Montevideo; 1887 
Gastspiel am Drury Lane Theatre in London als Alfred in La 
Traviata*. Es folgten glanzvolle Gastspiele an den fuhrenden 
europaischen Operntheatern, in Madrid, Barcelona, Paris, Briissel, 
Lissabon, zumal aber an der Londoner Coventgarden Oper, wo er 
fast alljahrlich zu Cast war. Beruhmt wurde er als Interpret der 
veristischen Partien seines Stimmfachs. So wirkte er auch in Ur- 
auffuhrungen mehrerer Opern mit: am 31. 10. 1891 am Teatro 
Costanzi in Rom als Fritz Kobus in L'Amico Fritz* von Mas- 
cagni, am 25.3.1895 an der Mailander Scala in Silvana von 
Mascagni, am 22. 11. 1898 am Teatro Costanzi in Rom als Osaka 
in Mascagnis Iris. 1893 kam er fiir eine Saison an die New 
Yorker Metropolitan Oper (Antrittsrolle: Jos6 in ^Carmen* als 
Partner von Emma Calvel. Er sang auch in Chicago, setzte aber 
seine glanzvolle Gastspieltatigkeit fort. 1910 erhielt er eine Pro- 
fessur am Konservatorium San Pietro a Majella in Neapel, ging 
aber nodi weiter seiner Tatigkeit als Sanger, vor allem im Kon- 
zertsaal, nach. Noch 1920 hat er von seiner Stimme Schallplatten- 
aufnahmen herstellen lassen. 
Die exquisite musikalische Schonheit seiner Stimme und die stili- 



i2/ de Mardii 

stische Ausgewogenheit des Vortrages machten ihn zum bedeutend- 
sten italienischen Tenor in der Generation vor Caruso. 
Sdiallplatten: erste Aufnahmen erschienen 1903 auf G & T; sang 
weiter auf HMV, Fonotipia. Die letzten Flatten kamen 1920 her- 
aus, auf Phonotype, einer von ihm geleiteten Firma in Neapel. Hier 
sang er in vollstandigen Rigoletto- und Barbier von Sevilla- 
Aurnahmen. 

de Lussan, Zelie, Mezzosopran, * 1861 Brooklyn/New York, f 18. 
12. 1949 London. Durch ihre Mutter ausgebildet, gab sie bereits 
mit 16 Jahren Konzerte. Buhnendebiit 1884 in Boston. 1889 ga- 
stierte sie erstmals in London, wo sie daim in den Jahren 1895 
bis 1902 an der Coventgarden Oper grofie Erfolge hatte. 1894 kam 
sie an die Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: Carmen 
ihre Glanzrolle mit Jean de Reszke und Nellie Melba als Part- 
nern); 1895 sang sie dort in der Premiere von Verdis Falstaff 
zusammen mit Victor Maurel. 1898-1900 war sie wieder an der 
Metropolitan Oper engagiert. 1907 heiratete sie den Pianisten 
Angelo Fronani und gab seitdem nur nodi einzelne Gastspiele, 
so 1910 an der Coventgarden Oper als Carmen. Mit ihrer um- 
fangreichen, ausdrudcsvollen Stimme sang sie eine Vielzahl von 
Sopran- wie Mezzosopranpartien. 

Seltene Sdiallplatten auf Monarch Victor (1903) und auf Beka 
(1906). 

de Macchi, Maria, Sopran, * 1870 Peruzzaro, 1 16. 1. 1909 Mai- 
land. Ausgebildet von Virginia Boccabadati in Mailand, Debut als 
Altistin 1889 am Teatro Grande von Brescia in der Partie der 
Laura in La Gioconda*. Ihre Stimme entwickelte sich dann je- 
doch zum dramatischen Sopran. 189293 sang sie am Theatre 
Royal auf Malta, 1893 hatte sie grofiartige Erfolge an der Hofoper 
von Moskau, 1894 in Kiew und Venedig, 1894-95 **& Teatro San 
Carlos von Lissabon, 189798 am Teatro Real von Madrid. 1900 
erschien sie am Teatro Costanzi in Rom und am Teatro dal Verme 
in Mailand. In der Spielzeit 190001 feierte man sie an der Mai- 
lander Scala in der Titelrolle der Oper Die Konigin von Saba> 
von Goldmark. Es folgten Gastspiele in Prag, Bukarest, Berlin und 
am Teatro San Carlo von Neapel. 1904 kam sie fur eine Spielzeit 
an die New Yorker Metropolitan Oper; hier sang sie die Titelrolle 
in Lucrezia Borgia* von Donizetti zusammen mit Enrico Caruso 
und Edyth Walker, die Valentine in den Hugenotten von Meyer 
beer und die Aida. Letztmalig trat sie 1908 in Rom als Lucrezia 
Borgia auf. 

Die herrliche Stimme der Kiinstlerin mit ihrer dunklen Tonfiille 
ist durch adit sehr seltene Aufnahmen auf Fonotipia (Mailand, 
1905-08) iiberliefert. 

de Mardii, Emilio, Tenor, * 1861 Voghera (bei Pavia), t 20. 3. 1917 
Mailand. Schlug zuerst die Offizierslaufbahn ein und war Leutnant 
bei den BersaglierL Nach Entdeckung seiner Stimme erfolgte sein 



de Meo 128 

Debut 1886 am Teatro dal Verme in Mailand. Darauf sang er am 
Teatro Massimo in Palermo, am Teatro Costanzi und am Teatro 
Argentina in Rom und gastierte in den Jahren 1888-93 am Teatro 
Liceo von Barcelona. Seit 1891 grofie Erfolge am Teatro Real von 
Madrid, aber auch an der Mailander Scala. Am 14. i. 1900 sang er 
am Teatro Costanzi in Rom in der Uraufiuhrung von Puccinis 
Tosca den Cavaradossi. 1901 Gastspiel an der Londoner Covent- 
garden Oper. 190103 gehorte er dem Ensemble der New Yorker 
Metropolitan Oper an, 1904 war er an der Opera comique von 
Paris zu Cast. 1909 beendete er seine Buhnenkarriere und lebte 
dann als Padagoge in Mailand. 

Die Stimme des Kiinstlers ist nicht durch Schallplatten, sondern 
lediglich durch einige Fragmente auf Mapleson-Zylindern erhalten, 
die kaum eine zutreffende Vorstellung davon vermitteln konnen. 

de Meo, Cleontine, Sopran, * 1904 Paris, f August 1930 Paris; 
Studium am Conservatoire national in Paris, wo sie mehrere 
Preise gewann. Debiitierte 1927 an der Grand Ope"ra von Paris. 
Hier hatte sie grofie Erfolge als dramatische Sopranistin in Partien 
wie der Aida, der Agathe im Freischutz, der Tosca und der Sieg- 
linde in der Walkiire. Alles schien auf eine sich anbahnende 
grofie Karriere der Sangerin hinzuweisen, als sie sich in einem 
Anfall von Schwermut selbst erschofi. 

Eine Schallplatte der Marke Columbia hat die Stimme der Sangerin 
erhalten. 

Demougeot, Marcelle, Sopran, ^1876 Dijon, ti93i Paris; eigent- 
lich Jeanne Marguerite Marcelle Decorne. Ausgebildet durch Char 
les Laurent in Dijon und am Conservatoire von Paris durch Hettich. 
Debut 1902 an der Grand Opera von Paris als Donna Elvira im 
Don Giovanni*. 1904 sang sie hier in der Urauffuhrung von Le 
fils de 1' e*toile von Erlanger, 1911 in Monte Carlo die Titelpartie 
in der Urauffuhrung der Oper De"janire von Saint-Saens, 1911 
wirkte sie an der Grand OpeVa in der Erstauffiihrung von Das 
RheingokU in der Rolle der Fricka mit. 1914 feierte man sie am 
gleichen Opernhaus in der Premiere des Parsifal als Kundry. Sie 
gait als bedeutendste franzosisdie Wagner-Sopranistin ihrer Gene 
ration und gastierte erfolgreich in Monte Carlo, Nizza und Bor 
deaux. Noch 1930 sang sie in Strafiburg die Brunnhilde in einer 
Auffiihrung des Ring-Zyklus. 

Zahlreiche Aufnahmen auf G & T (Paris, 190406), Zonophone 
(Paris, 1905), Favorite (Paris, 1906), Odeon und HMV. 

de Muro, Bernardo, Tenor, * 1881 Tempio Pausanio (Sardinian) , 
t 27. 10. 1955 Rom. Erhielt seine Ausbildung an der Accademia di 
Santa Cecilia in Rom und wollte ursprunglich als Bariton auftre- 
ten, wurde aber noch wahrend des Studiums durch Alfredo Mar- 
tino zum Tenor umgeschult. Debiit 1911 am Teatro Costanzi in 
Rom als Turiddu in Cavalleria rusticana*. 1911 sang er am 
Teatro Coliseo in Buenos Aires in der Urauffuhrung von Masca- 



129 Demuth 

gnis Oper Isabeau die Partie des Folco, die eine seiner Glanzrol- 
len blieb. 1912 kam er an die Mailander Scala, wo er als Antritts- 
rolle den Titelhelden im Don Carlos* von Verdi sang. Jetzt grofie 
Karriere an den italienischen Buhnen, vor allem als Othello, Gast- 
spiele in Madrid und Barcelona, in Buenos Aires und Rio de Ja 
neiro, in Havanna und Montevideo. In den Zwanzigerjahren hielt 
sich der Kiinstler, der mit der amerikanischen Sopranistin Barbara 
Wait verheiratet war, meist in Nordamerika auf, sang dort aber 
nur bei kleineren Operngesellschaften (San Carlo Company etc.). 
Grofie Heldentenorstimme, deren Ausdrucksgewalt und deren me- 
tallischer Glanz noch auf der Schallplatte bewundernswert sind. 
HMV-Platten. 

de Muro Lomanto, Enzo, Tenor, * 1902 Canosa di Puglia (Apulien), 
1 1952 Neapel; eigentlich Vincenzo de Muro. Studierte an der Uni- 
versitiit von Neapel und liefi seine Stimme am Konservatorium San 
Pietro a Majella in Neapel ausbilden. Debut 1925 am Stadttheater 
von Catanzaro als Alfred in La Traviata. Erster grofier Erfolg am 
Teatro San Carlo von Neapel als Cavaradossi in Tosca und als 
Herzog im Rigoletto. Nach Gastspielen an wichtigen Buhnen in 
Frankreich und in der Schweiz sang er 1929 an der Mailander Scala 
in der Urauffuhrung von Giordanos Oper Il Re. Seitdem war er 
oft an der Scala zu horen; er gastierte mit dem Ensemble der Scala 
1929 in Berlin. 192932 war er mit der beruhmten Koloratursopra- 
nistin Totidal Monte verheiratet, mit dererTourneen durch Austra- 
lien und Japan unternahm. 1934 und 193637 trat er an der Ita 
lienischen Oper in Holland auf. Dann sang er wieder hauptsachlich 
an den fiihrenden Opernhausern Italiens. 

Schon gebildete lyrische Stimme, die ihre besten Leistungen in 
den Belcanto-Partien und im italienischen Lied aufzuweisen hatte. 
Schallplatten: nur auf Columbia. 

Demuth, Leopold, Bariton, * 2. 11. 1861 Briinn, t 4. 3. 1910 Czer- 
nowitz (erlitt dort wahrend eines Konzertes einen Herzschlag); 
eigentlich Leopold Pokorny. Seine Stimme wurde wahrend seiner 
Militardienstzeit entdeckt. Studium bei Joseph Gansbacher inWien. 
Debiitierte 1889 am Stadttheater von Halle (Saale) als Titelheld in 
Hans Heiling* von Marschner. 189195 sang er am Opernhaus 
von Leipzig, 189597 an der Oper von Hamburg. 1897 wurde er 
an die Wiener Hofoper verpflichtet, wo seine Karriere den Hohe- 
punkt erreichte. 1908 sang er dort in der Urauffuhrung von Ein 
Wintermarchen von Goldmark. Gastierte an deutschen und oster- 
reidiischen Buhnen sowie an der Londoner Coventgarden Oper. 
1899 sang er bei den Festspielen von Bayreuth den Hans Sachs in 
den Meistersingern und den Gunther in der G6tterdamme- 
rung. 

Eine der schb'nsten Baritonstimmen seiner Zeit, sowohl im Wagner- 
als auch im Mozart-Repertoire durch die Ausgewogenheit des Vor- 
trages und durch ihr Stilgefiihl ausgezeichnet. 



de Negri 13 

Von ihm existieren zahlreidie gute Schallplatten, die altesten er- 
schienen bereits 1902 auf G & T, spater auch auf HMV. 

de Negri, Giovanni Battista, Tenor, * 3. 4. 1850 Nizza Monferrato 
(Piemont), 1 1923 Turin. Wollte zunachst Kaufmann werden. Seine 
Stimme wurde entdeckt, als er 1876 in einer Gesellschaft eine Arie 
sang. Nach zweijahrigem Studium debiitierte er 1878 am Stadt- 
theater von Bergamo als Titelheld in Donizettis Poliuto. Sang 
zuerst an kleinen Buhnen in Norditalien, Osterreich und Ungarn. 
1884 gastierte er am Teatro San Carlo von Neapel, 1885 am Teatro 
Fenice von Venedig, am Teatro Regio von Turin und am Teatro 
Real von Madrid. Beriihmt wurde er vor allem als Othello von 
Verdi; er gait nachst Francesco Tamagno als der grofite Interpret 
dieser Partie. Trat als Othello an der Mailander Scala und an 
vielen anderen bedeutenden Buhnen auf. 1896 mufite er sich einer 
Operation unterziehen; 1898 gab er seine Buhnenkarriere auf und 
war dann als Padagoge in Turin tatig. 
Seltene Aufnahmen auf G & T (Mailand, 1902). 

Denera, Erna, Sopran, * 4.9.1881 Schlofi Pila (Posen), t 16.3. 
193 8 Berlin. Studierte anfanglich Klavierspiel und Musiktheorie bei 
Spangenberg in Wiesbaden und bei Kufferath in Bonn und war 
auch Schulerin von Max Reger. 1904 entschlofi sie sich zum Ge- 
sangstudium, das bei Franz Dulong in Berlin und bei Heinrich 
Feinhaus in Mailand stattfand. Debut 1906 am Hoftheater von 
Kassel als Senta im Fliegenden Hollander*. 1907-08 am Hof 
theater Wiesbaden engagiert, 1908 an die Berliner Hofoper beru- 
jfen, wo sie sehr erfolgreich war. Sie gastierte in Madrid und Bar 
celona, in Budapest und Bukarest, in Briissel und Antwerpen. Fur 
die Spielzeit 1916-17 war sie an die Metropolitan Oper New York 
verpflichtet, konnte aber wegen des Kriegseintritts der USA dieses 
Engagement nicht antreten. 192122 Gastspiele an verschiedenen 
italienischen Theatem. Bis 1921 blieb sie an der Berliner Hofoper, 
der nachmaligen Staatsoper Berlin, tatig, lebte spater als Padago- 
gin in Berlin. 

Hervorragend durchgebildete, ausdracksvolle Sopranstimme, die in 
einem weitlauflgen Repertoire erfolgreich war. 
Schallplatten: HMV, Path^ und Parlophon. 

Dens, Michel, Bariton, * 22. 6. 1914 Roubaix; eigentlich Maurice 
Marcel. Sein Vater war Journalist, er erhielt seine Ausbildung am 
Konservatorium von Roubaix. Debut 1938 an der Oper von Lille. 
Er sang spater an den Opernhausern von Bordeaux, Grenoble, 
Toulouse und Marseille. Nach dem zweiten Weltkrieg hatte er 
194648 eine sehr erfolgreiche Karriere an der Grand Ope*ra und 
an der Ope'ra comique von Paris, wo er auch spater noch gastierte. 
Er gastierte seitdem an grojSen Operntheatern in Frankreich, Bel- 
gien, Nordafrika, Kanada und in der Schweiz. Der Kiinstler wurde 
zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. 
Schon gebildete, ausdrucksgewandte Baritonstimme. 



131 de Reszke 

Michel Dens war der erste Sanger, der eine Schallplatte mit Opern- 
musik besang, deren Auflage die Millionengrenze erreichte. Seine 
Aufnahmen ersdiienen auf den Marken Columbia (Carmen, 
Perlenfischer, Mireille), HMV (Manon mit Victoria de los 
Angeles) und Pathe (Barbier von Sevilla). 

de Paolis, Alessio, Tenor, * 5. 3. 1893 Rom, f 9. 3. 1964 Queens 
bei New York; Gesangstudium an der Accademia di Santa Cecilia 
in Rom. Im ersten Weltkrieg diente er bei der italienischen Luft 
waffe. Debut 1919 in Bologna als Herzog in Rigoletto. 1921 
erschien er erstmals an der Scala (Antrittsrolle: Fenton in Verdis 
Falstaff). Bis 1932 hatte er eine erfolgreiche Karriere als Erster 
lyrischer Tenor an der Scala, in Rom, Buenos Aires und an zahl- 
reichen italienischen Biihnen; zusammen mit Claudia Muzio unter- 
nahm er eine Tournee durch Deutschland und die Schweiz, 1933 
gab er diese Karriere auf und verlegte sich auf das Buffo-Fach, 
hauptsachlich aber auf Comprimario-Partien, die er zuerst in Ita- 
lien, dann seit 1938 bis zu seinem Tod an der Metropolitan Oper 
New York sang. Audi in dieser zweiten Karriere hatte er bedeu- 
tende Erfolge. 

Schallplatten: Solo-Platten aus den Zwanzigerjahren auf Polydor; 
25 Janre spater sang er dann zahlreiche Comprimario-Rollen in 
vollstandigen Opern-Aufnahmen auf Columbia. Auf Columbia er 
schien auch eine Platte, auf der Ljuba Welitsch die Szene der 
Donna Anna aus Mozarts Don Giovanni*- singt, wobei er die 
Repliken des Don Ottavio ubernahm, einer Partie, die er seit Jahr- 
zehnten nicht mehr auf der Biihne interpretiert hatte. Kleine Par- 
tien sang er auch auf Privataufnahmen der Metropolitan Oper. 

de Pasquali, Bernice, Sopran, * 1880 Boston, 1 3. 4. 1925 New York; 
eigentlich Bernice James. Ausbildung bei Oscar Saenger in New 
York und in Mailand. Noch vor ihrem Buhnendebiit im Jahre 1900 
in Mailand (als Gilda im Rigoletto) heiratete sie den italieni 
schen Tenor Pietro de Pasquali. Bis 1907 trat die Kiinstlerin an 
italienischen Theatern sowie bei Gastspielen an der Londoner Co- 
ventgarden Oper, in Berlin und Paris auf. 1907 stellte Pietro de 
Pasquali eine eigene Operntruppe zusammen, als deren Prima- 
donna die Sangerin Nordamerika bereiste. 1909 ersetzte sie die 
erkrankte Marcella Sembrich an der New Yorker Metropolitan 
Oper als Susanna in Figaros Hochzeit* und wurde darauf an 
dieses Opernhaus engagiert, dem sie bis 1917 als Erste Koloratur- 
sopranistin angehorte. 1915 Gastspiel an der Oper von Havanna. 
Scriallplatten : zwei Aufnahmen auf G & T (London, 190102), 
darunter ein Duett mit Pietro de Pasquali, ferner Columbia- 
Flatten. 

de Reszke, Edouard, Bafi, * 22. 12. 1855 Warschau, t 25. 4. 1917 
Gurek (Polen). Bruder des beruhmten Tenors Jean de Reszke und 
der Sopranistin Josephine de Reszke (184591); eigentlich Edou 
ard Mieczislaw. Urspriinglich sollte er nicht Sanger werden, doch 



de Reszke ^2 

wurde seine Stimme durch seinen Bruder Jean entdeckt. Darauf 
Ausbildung dutch Steller und Alba in Mailand sowie durch Co- 
letti in Neapel, schliefilich durch Giovanni Sbriglia in Paris. Erstes 
Auftreten 1875 ^ Warschau. 1876 grower Erfolg am Theatre des 
Italiens in Paris als Konig in Verdis Aida in Anwesenheit des 
Komponisten. An dieser Buhne sang er bis 1880; bereits 1879 ga- 
stierte er an der Mailander Scala, 1880 an der Coventgarden Oper 
London, weiter in Tries t, Turin und Lissabon. 1880-84 an der 
Coventgarden Oper gefeiert, wo er auch spater immer wieder zu 
Cast war. 1885-98 war er der Erste Bassist der Grand Opera von 
Paris und absolvierte wahrend dieser Zeit glanzvolle Gastspiele in 
den Zentren des internationalen Musiklebens, zumal in St. Peters 
burg, Warschau, Wien, Berlin, Monte Carlo, Madrid und Barce 
lona. 1891 kam er an die New Yorker Metropolitan Oper (Antritts- 
partie Frere Laurent in Rome'o et Juliette* von Gounod). Bis 1903 
viel bewundertes Mitglied der Metropolitan Oper. Nach kurzer 
Lehrtatigkeit in Paris wurde er 1906 nochmals an das Manhattan 
Opera House in New York verpflichtet, trat dort aber nicht mehr 
auf. 1906-08 wirkte er als Gesanglehrer in London, 1909 griindete 
er eine Gesangschule in Warschau. Spater lebte er auf seinem 
Landgut Gurek in der polnischen Wojwodschaft Schlesien. Bei der 
Besetzung Polens durch die deutschen Truppen im ersten Weltkrieg 
geriet er in driickende Armut. 

Die Kraft und Tonfulle seiner ausdrudcsstarken Bafistimme sind 
auf den drei von ihm uberlieferten Schallplatten (Columbia, 1903) 
durch deren schlechte Aufnahmetechnik nur zu ahnen. Dazu Maple- 
son-Zylinder. 

de Reszke, Jean, Tenor, * 14. 1. 1850 Warschau, t 3. 4. 1925 Nizza; 
eigentlich Jan Mieczislaw. Er entstammte einer sehr musikalischen 
Familie, sein Bruder Edouard de Reszke wie auch seine Schwester 
Josephine de Reszke wurden weltberiihmte Opernsanger. Erstes 
Studium bei Ciaffei in Warschau, dann bei Antonio Cotogni in 
Venedig. Debut als Bariton unter dem Namen Giovanni di Reschi 
1874 am Teatro Fenice in Venedig (Alfonso in La Favorita). 
Sang in den folgenden Jahren Bariton-Partien an italienischen Biih- 
nen, in Paris und London. Nach erneutem Studium bei Giovanni 
Sbriglia in Paris erfolgte 1879 sein Debut als Tenor am Teatro 
Real von Madrid (Titelrolle in ^Robert le Diable* von Meyerbeer). 
1884 hatte er an der Grand Opera von Paris einen sensationellen 
Erfolg als Jean in He'rodiade von Massenet; am gleichen Theater 
sang er 1885 die Titelpartie in der Urauffiihrung von Massenets 
Le Cid. In den Jahren 1885-89 triumphale Karriere an derPariser 
Grand Opra; er gait bald allgemein als der groEte Tenor seiner 
Zeit. Gastspiele an den fuhrenden Biihnen in Italien, Frankreich, 
Rufiland, England und Osterreich bestatigten diesen Ruhm des 
Kiinstlers. 1890 folgte er, auf dem Hohepunkt seiner Karriere ste- 
hend^einem Ruf an die New Yorker Metropolitan Oper. In Ame- 
rika fiigte er seinem ohnehin schon sehr umfangreichen Repertoire 



_ 1 33 __ Dershinskaya 

die Wagner-Heroen seines Stimmfadis ein. Bis zum Jahre 1902 
war er der gefeierte Erste Tenor der Metropolitan Oper. 1902 trat 
er nochmals in einigen Rollen an der Grand Opera von Paris auf, 
gab dann aber seine Karriere auf. Lebte als gesuchter Gesangpad- 
agoge in Paris und war verheiratet mit der franzosischen Altistin 
Marie de Goulain; sein einziger Sohn fiel als franzosischer Offizier 
im ersten Weltkrieg. 

Jean de Reszke gehort zu den grofiten Personlichkeiten, die die Ge- 
sdiichte der Gesangskunst aufzuweisen hat. Neben der Universali- 
tat des Repertoires riihmt die zeitgenossisdie Kritik die Vollendung 
seiner Ausdruckskunst, die absolute Beherrschung der Gesangtech- 
nik und die bezwingende Gewalt seines Buhnenspiels. Er be- 
schrankte sidi streng auf den Biihnengesang und ist nie im Kon- 
zertsaal aufgetreten. 

Im Jahre 1905 wurden zwei Aufnahmen von Jean de Reszke auf 
Fonotipia angekundigt. Ob diese erschienen sind, ist fraglich; sie 
sind jedenfalls bislang nirgendwo zum Vorschein gekommen. So 
ist die Stimme des beriihrnten Sangers nur durch einige tedinisch 
unzulangliche Fragmente auf Mapleson-Zylindern erhalten. 

Dermota, Anton, Tenor, * 4.6.1910 Kropa (Slowenien). Studierte 
anfanglich am Konservatorium von Laibach Kompositionslehre 
und Orgelspiel, dann Gesang bei Elisabeth Rado in Wien. 1936 
Debut als Don Ottavio an der Wiener Staatsoper, deren Mitglied 
er wahrend seiner gesamten Karriere geblieben ist. 1937 hatte er 
hier seinen ersten grofien Erfolg als Lenski im Eugen Onegin*. 
1938 sensationeller Erfolg bei den Salzburger Festspielen als Don 
Ottavio im Don Giovanni*; seitdem fast alljahrlich in Salzburg 
aufgetreten. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde er durch Gast- 
spiele international bekannt; er gastierte an der Londoner Covent- 
garden Oper und an der Mailander Scala, in Rom, Neapel und Pa 
ris und an der New Yorker Metropolitan Oper. Man schatzte inn 
vor allem als Mozart-Sanger, aber audi als Lied-Interpreten. Zahl- 
reiche Konzert-Tourneen, u. a. 1954 durch Australien. Bei seinen 
Liederabenden wurde er zumeist durch seine Gattin, die Pianistin 
Hilde Berger-Weyerwald, begleitet. 

Ausdrucksvolle, ganz von der Wiener Musikkultur gepragte Te- 
norstimme. 

Viele Aufnahmen auf Telefunken, Decca (hier u. a. vollstandige 
Opern Don Giovanni*, Arabella, Meistersinger, Cosi fan 
tutte* und Zauberfl6te) und Vanguard (Die Schopfung*). 

Dershinskaya, Xenia, Sopran, * 25. 1. 1889 Kiew, t 9. 6. 1961 Mos- 
kau. Ausbildung bei Flora Paskovskaya in Kiew, dann, durch Rach 
maninoff gefordert, bei E. I. Teryan-Karganova in St. Petersburg, 
Debiitierte 1913 am Sergievskij Theater in Moskau in Mazeppa 
von Tschaikowsky. 1915 wurde sie an das Moskauer Bolschoj Thea 
ter berufen, dem sie bis 1948 als eine der gefeiertsten russischen 
Sangerinnen angehorte. 1926 gastierte sie in Paris in Rimslcy- 



Des champ s-]ehin *34 

Korssakows Marchen von der unsichtbaren Stadt Kitesh*. Sie 
wurde mit dem Leninorden und dem Stalinpreis ausgezeichnet. 
Seit 1947 war sie Professorin am Konservatorium von Moskau. 
Kraftvolle, dramatische Sopranstimme, an der man die Klarheit 
der Intonation besonders bewunderte. 
Schallplatten der staatlichen sowjetrussischen Produktion. 

Desdiamps-Jehin, Blanche, Alt, * 18. 9. 1857 Lyon, t Juni 1923 Paris. 
Studium an den Konservatorien von Lyon und Paris. Debut 1879 
an der Oper von Briissel als Titelheldin in Mignon von Thomas. 
In Briissel wirkte sie 1881 in der Urauffiihrung von Massenets 
HeWiade mit. Sie kam dann an die Opera comique von Paris. 
Hier sang sie in mehreren Urauffuhrungen: 1885 in Une nuit de 
Cleopatre von Mass, am 7. 5. 1888 in Le roi d' Ys von Lalo, 
1886 in Le me"decin malgre lui von Gounod. 1892 sang sie die 
Dalila in Samson et Dalila in der franzosisehen Erstauffuh- 
rung des Werks an der Pariser Grand Ope'ra. Im Jahre 1900 kre- 
ierte sie in der Urauffuhrung von Charpentiers Louise an der 
Ope'ra comique die Rolle der Mutter. Seit 1889 war die Kxinstlerin 
mit dem Dirigenten Le*on Jehin (1853-1928) verheiratet, der an 
der Oper von Monte Carlo tatig war, wo sie ebenfalls oft gastierte. 
Im Oktober 1902 gab sie an der Ope'ra comique ihre Abschieds- 
vorstellung, trat aber noeh spater im Konzertsaal auf. 
Ausdrucksreiche Stimme von groSem Tonumfang. 
Seltene Flatten auf Odon (Paris, 1908-09) sowie einige Pathe'- 
Zylinder. 

de Segurola, Andrea, Bafi, * 1873 Valencia, t November 1953 Bar 
celona; entstammte einem spanischen Grafengeschlecht und hiefi 
mit vollem Namen Andres Perello de Segurola. Studium bei Var- 
varo in Barcelona, debutierte 1898 in Barcelona. Nachdem er in 
Italien und Frankreich Aufsehen erregt hatte, wurde er 1902 fur 
eine Saison an die Metropolitan Oper New York verpflichtet. Seit 
1903 bedeutende Erfolge an der Mailander Scala; sang 1905 an 
der Oper von Havanna, 1908 am Manhattan Opera House in New 
York. 1909 wurde er abermals an die Metropolitan Oper berufen 
und blieb dort zehn Jahre. Sang wahrend dieser Zeit in den Ur 
auffuhrungen der Opern Das Madchen aus dem goldenen We- 
sten (1910) und Gianni Schicdri* (1918) von Puccini. Beim Salz- 
burger Mozart-Fest des Jahres 1910 hatte er als Leporello im Don 
Giovanni* einen grandiosen Erfolg. Gastspiele und Konzerte fuhr- 
ten den Ktinstler in die Musikzentren in aller Welt, 1931 liefi er 
sich als Padagoge in Hollywood nieder. Er trat in Amerika auch 
als Filmschauspieler in Erscheinung, so zusammen mit Grace 
Moore in One Night of Love, Gegen Ende seines Lebens erblin- 
dete der Kiinstler. 

Neben der Pracht und Tonfulle seiner dunklen Bafistimme riihmte 
man die Eleganz seiner Erscheinung und das grofiartige Biihnen- 
spiel des S angers. 



!35 de Strozzi 

Schallplatten: G & T (Barcelona, 1903, Mailand, 1907), Victor so- 
wie Columbia, unveroffentlichte Edison-Platten. 
Dessoir, Susanne, Sopran, * 23. 7. 1869 Griinberg (Schlesien), t 
24. 6. 1953 Konigstein im Taunus; eigentlich Susanne Triepel. Ge- 
sangstudium bei Amalie Joachim, Blanche Corelli und Etelka Ger- 
ster in Berlin. Sie wurde eine beruhmte Konzertsangerin, wobei 
man sie namentlich als Lied-Interpretin schatzte. 1899 heiratete sie 
den Philosophen, Asthetiker und Psychologen Max Dessoir (1867 bis 
1947), der in seiner Zeitschrift fur Asthetik und allgemeine Kunst- 
wissenschaft> auch wichtige Beitrage zur Musikasthetik veroffent- 
lichte. Bis 1912 hatte die Kunstlerin in Deutschland, Osterreich und 
Holland eine glanzende Karriere als Konzertsangerin. Spater Pad- 
agogin in Berlin. Sie gab zusammen mit B. Hinze-Reinhold das 
sogenannte Dessoir-Album, eine Sammlung von Volks- und Kin- 
derliedern sowie Liedern aus der Zeit vor Schubert, heraus (Berlin, 
1912). 
Interessante Lied-Aufnahmen auf Odeon (Berlin, 1906) und HMV. 

Destinn, Emmy, Sopran, * 26. 2. 1878 Prag, t 28. i. 1930 Budweis; 
eigentlich Emmy Kittl. Wollte zunachst Geigerin werden und gab 
bereits mit acht Jahren Konzerte. Mit 14 begann sie das Gesang- 
studium bei Frau Marie Loewe-Destinn in Prag. Aus Dankbarkeit 
ihrer Lehrerin gegenuber nahm sie den Kunstlernamen Emmy De- 
stinn an. Buhnendebiit 0:898 an der Berliner Kroll-Oper als San- 
tuzza in Cavalleria rusticana. Der Erfolg ihres Debuts war so 
groE, dafi sie sogleich fur fiinf Jahre an die Berliner Hofoper enga- 
giert wurde. Hier sang sie 1904 in der Urauffuhrung von Leon- 
cavallos ^Roland von Berlin*. 1901 bei den Festspielen von Bay- 
reuth als Senta im Fliegenden Hollander gefeiert. Nach sehr er- 
folgreichen Gastspielen in Wien, London, Prag und Paris wurde sie 
1908 an die New Yorker Metropolitan Oper berufen. An dieser 
Biihne sang sie am 10. 12. 1910 in der Urauffuhrung von Puccinis 
Madchen aus dem goldenen Westen* als Partnerin von Enrico 
Caruso die Minnie. Wahrend des ersten Weltkrieges verliefi sie 
1916 Nordamerika und kam in ihre tschechische Heimat zuriick. 
Als begeisterte Patriotin trat sie fur die Unabhangigkeit der Tsche- 
choslowakei ein, so dafi sie zeitweilig von den osterreichischen Be- 
horden inhaftiert wurde. 1919 kehrte sie nochmals fur zwei Spiel- 
zeiten an die Metropolitan Oper zuriick, gab aber 1926 ihre Buh- 
nenlaufbahn auf. Sie lebte dann auf ihrem Schlofi Strdz in Bohmen 
und gab nur noch gelegentlich Konzerte. 

Sopranstimme von reifer Schonheit und einer ungewohnlichen 
Ausdrucksskala, die ein Repertoire von liber 80 grofien Partien 
bewaltigte. 

Zahlreiche Schallplatten der Marken Columbia, Odeon, HMV und 
Edison. Auf G & T sang sie u. a. in vollstandigen Aufnahinen von 
Faust und <cCarmen (Berlin, 1908). 

de Strozzi,Violetta, Sopran, * 1891 Zagreb; Studium am Konser- 



de Treville 136 

vatorium von Zagreb und bei Irene Schlemmer-Ambros in Wien. 
Debut 1918 an der Oper von Zagreb als Jungfer Anne in den 
Lustigen Weibern von Windsor von Nicolai. 19211924 war sie 
am Opernhaus Breslau engagiert und gehorte dann 1924-33 der 
Berliner Staatsoper an. Hier sang sie ein vielgestaltiges Repertoire, 
wobei sie ihre besten Leistungen in Partien aus italienischen Opern 
erreichte. 1927 gastierte sie an der Staatsoper von Wien, weitere 
Gastspiele in Paris, Prag und Rom. 1933 wanderte sie nach Nord- 
amerika aus, wo sie 193435 der Cosmopolitan Opera Company 
angehorte. 

Sdiallplatten: akustische Aufnahmen auf Odeon und Homochord, 
wenige elektrisdie auf Odeon und HMV. 

de Treville, Yvonne, Sopran, * 25. 8. 1881 Galveston (Texas), t 
25. i. 1954 New York; eigentlich Edyth Le Gierse. Sie wurde in 
Paris erzogen, studierte Violin- und Harfenspiel, dann Gesang bei 
Mathilde Marchesi. 1897 debiitierte sie bei der Castle Square Opera 
Company in New York. Bei dieser Operntruppe sang sie u. a. 1898 
die Mimi in der amerikanischen Erstauffiihrung von Puccinis La 
Boheme. 1899 kam sie wieder nach Paris und setzte ihr Studium 
bei Mathilde Marchesi fort. 1902 debiitierte sie an der Pariser 
Opera compique als Lakme. In den folgenden zehn Jahren gastierte 
sie in Stockholm, St. Petersburg (190405), Bukarest, Budapest, 
Nizza, Berlin, Wien und Prag. Besonders beliebt war sie an der 
Oper von Briissel. 1912 kehrte sie nach Amerika zuriick, wo sie jetzt 
hauptsachlich als Konzertsangerin erschien. 1919 gastierte sie noch- 
mals an der Oper von Brussel. Zuletzt Padagogin in New York. 
Ihre brillante, nach der Marchesi-Methode gebildete Koloratur- 
stimme ist nur durch drei Edison-Platten und eine unveroffent- 
lichte Aufnahme auf Columbia iiberliefert. 

Devries, David, Tenor, * 1881 Bagneres-de-Luchon, t 1936 Paris; 
Enkel der beriihmten hollandischen Sopranistin Rosa Devries-van 
Os, Neffe der Opernsanger Hermann und Maurice Demies. Debut 
1903 an der Ope*ra comique Paris, an der er eine lange, erfolgreiche 
Karriere hatte. Hier sang er 1906 in der Urauffuhrung von Erlan- 
gers Aphrodite als Partner von Mary Garden, 1907 in der Urauf- 
fiihrung von Circe von Hillemacher. 191011 trat er am Man 
hattan Opera House New York auf, hat im iibrigen aber fast seine 
gesamte Laufbahn in Frankreich absolviert; auch als Konzertsanger 
geschatzt. 

Eine der schonsten lyrischen Tenorstimmen seiner Generation, zu- 
mal im franzosischen Repertoire unerreicht. 
Schallplatten der Marken Path^ und Victor (1910), vor allem aber 
Odeon. 

Dickie, Murray, Tenor, * 3. 4. 1924 Glasgow; studierte in London, 
u. a. bei Dino Borgioli und bei Guido Farinelli. Debut 1947 am 
Cambridge Theatre in London, wo er bis 1949 sang; 194951 an 
der Londoner Coventgarden Oper tatig. 1951 wurde er an die 



137 Diemen 

Staatsoper Wien verpflichtet, deren Mitglied er seither 1st. Hier 
bewahrte er sidi vor allem als Tenor-Buffo. Er sang 1956 in der 
Urauffiihrung von Der Sturm von Frank Martin. Seit 1951 wirkte 
er bei den Festspielen von Glyndebourne mit, seit 1955 in Salzburg, 
namentlich als Pedrillo in Die Entfuhrung aus dem Serail bewun- 
dert. Gastierte an der Mailander Scala, am Teatro Liceo von Bar 
celona, in Paris und Miinchen; auch als Oratorien- und Lieder- 
sanger geschatzt. Verheiratet mit der Sopranistin Maureen Sprin 
ger-Dickie. 

Sdiallplatten: Philips, Vox, HMV, Decca (u. a. vollstandige Au- 
nahme Arlecchino von Busoni, Frau ohne Schatten, Salome), 
DGG (Fidelio). 

Didur, Adam, Bafi, * 24. 12. 1874 Wola Sekowa bei Sanok (Gali- 
zien), t 7. 1. 1946 Kattowitz. Ausbildung am Konservatorium von 
Lemberg und in Mailand. Debut 1894 an der Oper von Rio de Ja 
neiro. Der junge Sanger wurde in seiner Karriere durch den be- 
ruhmten Bariton Mattia Battistini gefordert. 1896 kam er an die 
Mailander Scala, wo er auch in den folgenden Jahren erfolgreich 
auftrat. 18991903 wirkte er an der Oper von Warschau, an der 
er auch spater immer wieder gastierte. Gastspiele an den grofien 
europaischen Btihnen fiihrten 1907 zu seiner Verpflichtung an das 
Manhattan Opera House New York. 1908 folgte er einem Ruf an 
die New Yorker Metropolitan Oper, deren Mitglied er langer als 
20 Jahre, bis 1933 geblieben ist. 1910 sang er an der Metropolitan 
Oper in den Urauffuhrungen der Opern Das Madchen aus dem 
goldenen Westen* von Puccini und K6nigskinder von Humper- 
dinck. 1913 kreierte er fur Nordamerika an der Metropolitan Oper 
die Titelrolle in Boris Godunow unter Arturo Toscanini. 1930 
kehrte er in seine polnische Heimat zuriick, wo er sich vorwiegend 
als Padagoge betatigte. Zeitweilig war er Direktor des Stadttnea- 
ters von Krakau. 1939 wurde er als Professor an das Konservato 
rium von Lemberg berufen, konnte aber dieses Amt wegen der 
Kriegsereignisse nicht mehr antreten. 1945 erhielt er eine Profes- 
sur am Konservatorium von Kattowitz, starb aber wenig spater. 
Die Tonfiille seiner Stimme ist ebenso Gegenstand der Bewunde- 
rung gewesen wie ihre dramatische Ausdruckskraft. Besonders ge- 
ruhmt als Mephisto im Faust von Gounod und als Boris Godu- 
now. 

Schallplatten: G & T (Mailand, 190404), Fonotipia, Pathe*, elek- 
trische Aufnahmen auf Brunswick. 

Diemen, Ursula van, Sopran, * 1897 Schwerin (Mecklenburg). Stu- 
dierte bei Selma Nicklas-Kempner, bei Lola Beeth und Louis Bach- 
ner in Berlin. 1918 Konzertdebiit mit einem Liederabend in Schwe 
rin. Bis 1933 hatte sie eine bedeutende Karriere als Konzert- und 
Oratoriensangerin. Ihre Tourneen fiihrten sie durch Deutschland, 
Holland, England, Schweden, Lettland und in die Schweiz. In Frank 
furt a. M. feierte man sie bei Liederabenden mit dem beriihmten 



Dietridi 138 

Pianisten Edwin Fischer am Flugel. Auf der Biihne erschien sie nur 
ausnahmsweise, so 1929 in Berlin in einer Inszenierung von Offen- 
bachs Schone Helena* durch Max Reinhardt. Nach 1945 gab sie 
nodi einzelne Konzerte, lebt seit 1946 als Gesangslehrerin in Stutt 
gart. 

Schon gebildete, ausdrucksvolle Sopranstimme. 
Einige Aufnahmen auf HMV (Electrola). 

Dietrich, Marie, Sopran, * 27. 1. 1867 Weinsberg (Wiirtt.)/ 1 14. 12. 
1940 Berlin. Wurde am Konservatorium von Stuttgart durch Frau 
Bader ausgebildet, studierte auch bei Ferdinand Jager in Stuttgart 
und bei Pauline Viardot-Garcia in Paris. Zuerst Konzertsangerin, 
wurde dann aber an die Stuttgarter Hofoper verpflichtet, wo sie 
1888 debiitierte. Blieb dort bis 1891 und sang bereits wahrend die- 
ser Zeit bei den Festspielen von Bayreuth. 1891 Gastspiel an der 
Wiener Hofoper; im gleichen Jahre wurde sie an die Hofoper von 
Berlin berufen, der sie bis 1915 angehorte. Sie heiratete den Tenor 
der Berliner Hofoper, Robert Philipp. Nach ihrem Abschied von der 
Biihne wirkte sie als Konzertsopranistin und als Lehrerin in Ber 
lin. 

Technisch vortrefflich geschulter Koloratursopran. 
Schallplatten: G & T, Odeon, Anker, Edison-Zylinder. 

di Lelio, Umberto, Ba, * 1890 (?), t 1946 Mailand; begann seine 
Karriere an kleineren italienischen Biihnen und hatte seine ersten 
groSen Erfolge 1920 am Teatro Massimo von Palermo. 1921 sang 
er bei der Wiedereroffnung der Mailander Scala den Pistol in Verdis 
Falstaff und hatte seither dort eine lange, glanzvolle Karriere. 
Er sang 1922 in der Urauffuhrung der Oper Debora e Jaele* von 
Pizzetti; 1927 feierte man ihn an der Scala in Ariane et Barbe- 
Bleue* von Dukas und als Ochs im ^Rosenkavalier*, 1929 in der 
Premiere von Rimsky-Korssakows Zar Saltan. 0:923 trat er bei 
den Festspielen von Verona auf, 1932 gastierte er am Teatro Col6n 
von Buenos Aires, 1937 an <^ er Londoner Coventgarden Oper als 
Don Pasquale und als Ramphis in Aida. Weitere Gastspiele an 
grofien Theatern in Italien und Spanien. Seine grofiten Erfolge er- 
zielte der Kiinstler als Interpret von Bufrb-Partien, doda bewunderte 
man ihn auch als Klingsor im Parsifal und als Konig Heinridi 
im <cLohengrin. Seine Toditer Loretta di Lelio hatte eine bedeu- 
tende Karriere als Sopranistin. 

Schallplatten: akustische auf HMV (Basilic in vollstandigem Bar- 
bier von Sevilla*, 1920), elektrische auf Columbia. 

Dippel, Andreas, Tenor, * 30. ti. 1866 Kassel, 1 12. 5. 1935 Holly 
wood. Erste Ausbildung clurdi Nina Zottmayr in Kassel, dann bei 
Julius Hey in Berlin, Alberto Leoni in Mailand und Johannes Ress 
in Wien. Debut 1887 am Stadttheater von Bremen als Lyonel in 
Martha. Blieb bis 1892 in Bremen und wirkte 1889 bei den Fest 
spielen von Bayreuth mit. 1892-93 am Opernhaus von Breslau 
engagiert, 1:893 an die Wiener Hofoper berufen. 1897 grofie Er- 



159 di Stefano 

folge bei den Auffuhrungen von Wagners Ring-Zyklus an der 
Londoner Coventgarden Oper, wo er bis 1900 regelmafiig ga- 
stierte. 1898 wurde er an die Metropolitan Oper New York enga- 
giert, wo er ebenfalls sehr erfolgreidi war; 1908-10 gehorte er 
dem Direktorium der Metropolitan Oper an. 191013 Direktor der 
Philadelphia-Chicago Grand Opera Company. Spater griindete er 
eine eigene Operngesellschaft, mit der er grofie Tourneen durdi 
Nordamerika unternahm. Zuletzt Padagoge in Hollywood. 
Grofie Tenorstimme von nuancenreidiem Ausdruck, deren Reper 
toire im Wagnergesang gipfelte. 

Schallplatten: Edison-Zylinder sowie nichtveroffentlidxte Victor- 
Aufnahmen. 

Dirkens, Annie, Sopran, * 25. 9. 1869 Berlin, 1 11. 11. 1942 Wien. 
Studium am Stern's dien Konservatorium in Berlin, dann bei Nina 
Falkenberg in Dresden. Debiitierte 1890 am Viktoriatheater in Ber 
lin, sang spater am Adolf-Ernst-Theater in Berlin, 1893-96 als 
Soubrette am Stadttheater von Leipzig engagiert. 1896 kam sie 
naoh Wien, wo sie am Theater an der Wien in einer ihrer Glanz- 
rollen, der Adele in der Fledermaus, debiitierte. Seitdem war sie 
die eigentliche Operettendiva der osterreichisdien Metropole. In 
Wien sang sie seit 1899 am Theater in der Josephsstadt. Audi 
bei Gastspielen sehr erfolgreich, 1894 mit dem Coburger Ensemble 
in London bewundert Im ersten Weltkrieg war die Sangerin, die 
mit einem Baron Hammerstein verheiratet war, als Krankenschwe- 
ster in einem osterreichischen Lazarett im Osten tatig. Hier wurde 
sie verwundet, spater besaJB sie eine Tabak-Trafik neben dem 
Wiener Burgtheater. 

Als Operettensangerin bedeutete Annie Dirkens fur ihre Genera 
tion etwa dasselbe, was Fritzi Massary fiir die Bpoche ihres Ruh- 
mes darstellte. Ihr temperamentvoller, dabei gesangtedinisch vor- 
trefQicher Vortrag kommt auf ihren seltenen Aufnahmen gut zur 
Geltung (Berliner Records, 1899; G & T, Berlin, 1903). 

di Stefano, Giuseppe, Tenor, * 24. 7. 1921 Motta Santa Anastasia 
bei Catania; seine Familie nahm grofie finanzielle Opfer auf sick, 
urn ihm ein Studium bei Luigi Montesanto in Mailand zu ermog- 
lichen. Buhnendebxit 1946 arn Teatro Municipale von Reggio 
Emilia als des Grieux in Manon Lescaut von Puccini. Gastierte 
im gleichen Jahre am Teatro Liceo von Barcelona, 1947 sang er an 
der Oper von Rom, 1948 an der Mailander Scala. 1948-50 trat er 
mat glanzendem Erfolg an der Metropolitan Oper New York auf. 
Seit 1951 triumphale Erfolge an der Mailander Scala. Dazu ging 
er einer Gastspiel- und Konzerttatigkeit in aller Welt nack Gast- 
spiele an der Wiener Staatsoper, an der Coventgarden Oper Lon 
don, in Paris/ Chicago, San Francisco, Mexico City, Buenos Aires, 
Rio de Janeiro und Johannesburg. 1950 feierte man ihn in der 
Arena von Verona als Nadir in den Perlenfischeni von Bizet; 
auch bei den Festspielen von Edinburgh trat er auf. Allgemein gilt 



Dobbs 140 

er als einer der bedeutendsten italienisdien Tenore seiner Genera 
tion, 

Warm timbrierte, ausdrucksreiche Stimme, die ihr Bestes in den 
lyrischen Partien des italienisdien Repertoires gibt, auch als Inter 
pret des italienisdien Liedes geschatzt. 

Sehr viele Sdrallplatten der Marken HMV, Decca (u. a. vollstandige 
Oper Elisir d'amore), RCA (La Gioconda*, La forza del de- 
stino), DGG (Lucia di Lammermoor), Columbia (hier sehr viele 
vollstandige Opern als Partner von Maria Callas, u. a. Lucia di 
Lammermoor, Cavalleria rusticana, Bajazzo, La Boheme, 
Madame Butterfly*, Manon Lescaut*, Un ballo in masdiera, 
Tosca, I Puritani). 

Dobbs, Mattiwilda, Sopran, * 11. 7. 1925 im Staat Tennessee; ihre 
Vorfahren waren teils negroider, teils indianisdier Abstammung. 
Begann ihr Studium bei Lotte Lehmann in New York und wurde 
dann in Paris Schulerin von Pierre Bernac. 1948 begann sie ihre 
Karriere zuerst als Konzert- und vor allem als Liedersangerin. 1951 
Erster Preis beim internationalen Gesangwettbewerb von Genf. 
1952 erfolgte ihr Buhnendebut. Gastspiele an den grofien Opern- 
bxihnen in aller Welt braditen ihr groJSe Erfolge. Sie sang an der 
Mailander Scala und an der Metropolitan Oper von New York, in 
Paris und London, bei den Festspielen von Edinburgh und Glynde- 
bourne und beim Holland Festival. Konzertreisen mhrten sie nadi 
Belgien, Holland, Sdiweden, Danemark, nadi Nordamerika und 
Australien. 

Koloratursopran von brillanter Tedinik und ausdrucksvoller Mu- 
sikalitat des Vortrages. 

Sdiallplatten: au Nixa (u. a. vollstandige Perlenfisdier>), DGG, 
Columbia und MMS (u. a. vollstandiger Don Giovanni und 
Horrmanns Erzahlungen). 

Dolci, Alessandro, Tenor, * 1888 Bergamo, t 17.9. 1954 Bergamo. 
Gesangstudium bei V. Baccanelli in Bergamo und bei D. Lari in 
Mailand. Debiitierte wohl sdion vor 1910. 1916 ersdiien er an der 
Scala als Radames in Aida, 1918 abermals an der Scala als 
Elisero in Mos& in Egitto von Rossini. In der Saison 191819 
war er an der Oper von Chicago engagiert, an der er auch spa'ter 
oft zu Cast war. 191920 ersdiien er am Lexington Theatre in New 
York in La Traviata*, Norma und in Catalanis Loreley. 
192325 feierte man ihn an der Scala als Herodes in Salome 
von R. Strauss und in Debora e Jaele* von Pizzetti unter Tosca- 
nini. 1925 sang er am Teatro Regio von Turin in der italienisdien 
Erstauffuhrung der Richard Strauss-Oper Ariadne auf Naxos* 
den Bacdius. In den folgenden Jahren ist er an den grofien italieni 
sdien Biihnen anzutreffen, nodi in der Spielzeit 193233 bewunderte 
man an der Scala seinen Agisth in Elektra von R. Strauss. 
Spa'ter Padagoge in Bergamo. Neben dem metallisdien Glanz seiner 
heldischen Tenorstimme riihmte man seine mustergiiltige Diktion. 



14 1 Domingnez 

Schallplatten: nadi der Urauffiihrung der bald vergessenen Oper 
Parisina von Mascagni kamen 1913 zwolf Aufnahmen aus dieser 
Oper auf Fonotipia heraus, auf denen Alessandro Dolci die Haupt- 
rolle sang. Diese Flatten, die zu den grofiten Raritaten gehoren, 
sind die einzigen Aufnahmen des Kiinstlers. 

Doludianowa, Zara, Alt, * 1918 Moskau. Trat mit 16 Jahren in die 
Gnesin-Musiksdiule in Moskau ein, der sie bis 1938 angehorte. 
1938 debiitierte sie am Opernhaus von Eriwan in Armenien. Nach 
Gastspielen in verschiedenen russisdien Stadten wurde sie 1944 
an das Bolschoj Theater von Moskau berufen, zu dessen prominen- 
testen Kiinstlern sie seither gehort. 1949 Erster Preis bei einem 
Gesangswettbewerb beim Welt-Jugendfest in Budapest. 1950 be- 
wunderte man ihre Kunst des Bach-Gesanges bei den Feierlichkeiten 
zum 200. Todestage von J. S. Bach in Leipzig. Konzertreisen fuhrten 
die Sangerin durch die Lander Europas und Siidamerikas sowie 
nach Kuba. 

Die vielseitigen Ausdrucksmoglichkeiten der wohl bedeutendsten 
russisdien Sangerin ihrer Zeit reichen von den Koloratur-Altpar- 
tien der Belcanto-Meister iiber das klassische Opernrepertoire und 
das Oratorium bis zum Kunstlied. 

Sdiallplatten der staatlidien sowjetisdien Schallplatten-Produk- 
tion. 

Domgraf- Fassbaender, Willi, Bariton, * 19. 2. 1897 Aachen. Zuerst 
studierte er Klavierspiel und Musikwissensdiaft bei Felix Knub- 
ben in Aachen, dann Gesang bei Jacques Stiidcgold und Paul Bruns 
in Berlin, schliefilich bei Giuseppe Borgatti in Mailand. Buhnen- 
debiit 1922 am Stadttheater von Aachen; sang 192325 am Deut- 
schen Opernhaus Berlin, 192527 Erster lyrischer Bariton am 
Opernhaus von Diisseldorf, 192730 an der Staatsoper von Stutt 
gart. 1930 wurde er an die Berliner Staatsoper berufen, an der er 
bis 1946 mit grofien Erfolgen wirkte. Bei Gastspielen trat er in 
Osterreich, Italien, Frankreich und England hervor. In den Jahren 
193439 bewunderte man bei den Festspielen von Glyndebourne 
seine Kunst des Mozarts-Gesanges; auch bei den Salzburger Fest 
spielen wirkte er mit. Seit 1946 Oberspielleiter am Stadttheater 
von Niirnberg, wo er nodi gelegentlidi als Sanger in Erscheinung 
trat. 

Die prachtvolle Musikalitat seiner Stimmfuhrung wie die Stil- 
sicherheit seines Vortrages sind immer wieder bewundert worden. 
Sdiallplatten: Polydor, HMV (u. a. vollstandige Opern Figaros 
Hochzeit und Cosi fan tutte* aus Glyndebourne), Artiphon, Par- 
lophon. 

Dominguez, Oralia, Alt, * 1928 San Luis Potosi (Mexiko) ; studierte 
am Mexikanischen Nationalkonservatorium und sang schon wah- 
rend des ersten Studienjahres eine Solopartie in La Damoiselle 
elue von Debussy. Buhnendebiit 1950 an der Oper von Mexico 
City. 1953 kam sie nach Europa und gab ihr erstes Konzert in der 



Donalda 142 

Londoner Wigmore Hall. Nach Konzertreisen durdi Frankreich 
Spanien, Deutschland und Holland gastierte sie 1953 an der Mai- 
lander Scala. Es schlossen sich Gastspiele am Teatro San Carlo 
von Neapel, an der Oper von Briissel, an der Staatsoper von Wien 
und an der Opeia von Paris an. 1955 sang sie an der Londoner 
Coventgarden Oper in der Urauffuhrung der Oper A Midsum 
mer marriage*- von Michael Tippett. 1957 wirkte sie bei den Fest- 
spielen von Glyndebourne mit. 

Technisch vortrefflich durchgebildete iippige Stimme von exoti- 
schem Timbre. 
Schallplatten: Columbia, DGG. 

Donalda, Pauline, Sopran, * 1882 Montreal; ihre Familie war rus- 
sisch-polnischer Herkunft. Ausbildung durch Clara Lichtenstein in 
Montreal und durch Edmond Duvernoy in Paris. Debut 1904 an 
der Oper von Nizza als Titelheldin in Massenets Manon. 1905 
bis 1906 war sie an der Oper von Briissel sehr erfolgreich. 1906 
heiratete sie den franzosischen Bariton Paul Seveilhac. Sie sang 
dann viel an der Londoner Coventgarden Oper; hier wirkte sie 
1905 in der Urauffuhrung der Oper L'Oracolo von Franco 
Leoni in der Rolle der Ah-Joe mit. Gastierte an der Opera comi- 
que von Paris, am Teatro Col6n von Buenos Aires und an der 
Mailander Scala mit grofien Erfolgen und unternahm Konzert- 
Tourneen durch Deutschland, Holland und RuiSland. In der Spiel- 
zeit 191920 trat sie nochmals an der Coventgarden Oper auf, be- 
endete damit aber ihre Buhnenkarriere. Nach einer ausgedehnten 
Konzertreise 192122 lebte die Kunstlerin 192337 als Gesang- 
lehrerin in Paris, seitdem in Montreal, wo sie sich auch als Opern- 
Regisseurin betatigte. 

Relativ seltene Flatten der Marke G & T (London, 1907-08), eine 
Emerson-Platte. 

Dondi, Karl, BaE-Bariton, * 8. i. 1915 Hagen (Westf.); ausgebildet 
am Konservatorium von Dresden. Debtit 1936 am Stadttheater von 
Gorlitz. Es folgten Engagements am Grenzlandtheater in Reichen- 
berg (Bohmen) und an den Stadttheatern von Bonn und Salzburg. 
1947 wurde er an die Wiener Staatsoper verpflichtet. Seitdem 
wirkte er oft bei den Festspielen von Salzburg mit; 1951 bewun- 
derte man dort seine Darstellung des Doktors in Wozzeck von 
Alban Berg. 1954 sang er bei den Salzburger Festspielen in der 
Urauffuhrung der Oper Penelope von Liebermann den Leiokri- 
tos, 1956 an der Wiener Staatsoper in der Urauffuhrung von Der 
Sturm* von Frank Martin. Durch Gastspielvertrage war er mit der 
Stadtischen Oper Berlin und der Deutschen Oper am Rhein Diis- 
seldorf-Duisburg verbunden. Gastierte an der Mailander Scala und 
I 95 2 53 a^ 1 Teatro Col6n von Buenos Aires. 
Schallplatten: Decca (Beckmesser in vollstandiger Oper Meister- 
singer*, ferner in Ariadne auf Naxos und Freischutz), Colum 
bia (Fledermaus, Wiener Blut, Eine Nacht in Venedig*). 



143 Dufranne 

Dosia, Elen, Sopran, * 1915 (?) Athen; kam als Kind nadi Frank- 
reich und wurde in Paris und Neuilly erzogen; erhielt friihzeitig 
Tanzunterricht bei Loie Fuller. Mit 16 Jahren begann sie das Ge- 
sangstudium, mit 18 kam sie auf das Conservatoire national von 
Paris. 1935 debxitierte sie an der Ope"ra comique von Paris als 
Tosca. Hier hatte sie grofie Erfolge, vor allem als Melisande in 
Pell^as et Melisande*, als Mimi in La Boheme und als Titel- 
heldin in Massenets Manon. An der Pariser Grand Opera 
feierte man sie als Thai's in der gleichnamigen Oper von Masse 
net und als Marguerite im Faust von Gounod. Sie heiratete den 
Tenor Andre Burdino und war mit ihm zusammen 193739 an der 
Oper von Chicago engagiert. Sie gastierte in Brussel, Prag, Zu 
rich, Belgrad, Athen und Istanbul. 1939 sang sie in Sdieveningen 
die Melisande. Wahrend des zweiten Weltkrieges trat sie an den 
beiden grofien Opernhausern von Paris auf. 194749 war sie Mit- 
glied der Metropolitan Oper New York (Antrittspartie: Tosca), wo 
man sie als Melisande feierte. 1952 nahm sie von der Buhne Ab- 
schied. 

Ihre schone lyrische Sopranstimme ist lediglich durch zwei Flatten 
der Marke HMV uberliefert. 

Dua, Octave, Tenor, * 28. 2. 1882 Gent, t 8. 3. 1952 Brussel; eigent- 
lich Leo van der Haegen. Debut an der Oper von Brussel 1904 als 
Wenzel in Smetanas Verkaufter Braut*. Nachdem er anf angs lyrische 
Partien gesungen hatte, spezialisierte er sich auf das Buffo-Fach, 
das er zehn Jahre lang an der Oper von Brussel vertrat. 191415 
gastierte er in London unter Sir Thomas Beecham, 1915-19 hatte 
er grofie Erfolge an der Oper von Chicago. 191921 gehorte er als 
Tenor-Buffo zum Ensemble der Metropolitan Oper New York, 
192122 war er wieder an der Oper von Chicago engagiert. Hier 
sang er am 30. 12. 1921 in der Urauffuhrung von Prokofieffs 
L'amour des trois oranges* die Partie des Truffaldino. (1920 lieE 
er in New York eine Nasenoperation vornehmen, wobei er ein 
Auge verlor. Daraus entwickelte sich ein aufsehenerregender 
Schadenersatzprozefi zwischen dem Kims tier und dem Chirurgen.) 
Seine grofiten Erfolge hatte er an der Coventgarden Oper London, 
an der er bis 1931 wahrend jeder Saison erschien. 193132 war er 
nochmals Mitglied der Oper von Chicago, 1937 sang er wahrend 
der Coronation Season an der Coventgarden Oper. Seit 1926 war 
er als Biihnenmanager zuerst in Brussel, dann in Gent tatig. 
Seine schon gebildete Stimme ist nur durch wenige Aufnahmen 
auf HMV, darunter aber keine Solo-Platte, erhalten. 

Dufranne/ Hector, Bariton, * 1870 in Belgien, t 3. 5. 1951 Paris. 
Erhielt seine Ausbildung in Brussel und debiitierte 1896 am 
Theatre de la Monnaie in Brussel. 1899 kam er an die Ope*ra 
comique in Paris, der er lange Jahre hindurch angehorte. Dort sang 
er in einer Reihe von Urauffiihrungen, so 1901 in Griselidis 
von Massenet, am 30. 4. 1902 in Pelle'as et Melisande* von 



Duhan 144 

Debussy den Golo, seitdem eine seiner Glanzrollen, 1904 in La 
fille de Roland von Rabaud, 1907 in Le Chemineau* von Xavier 
Leroux, 1908 in Habanera von Laparra, 1911 in L' heure 
espagnole* von Ravel; 1907 sang er an der Oper von Monte Carlo 
in der Urauf funning von Massenets Therese. 190810 war er am 
Manhattan Opera House von New York engagiert, 191012 bei 
der Chicago Philadelphia Opera, und in den Jahren 191322 war 
er gefeiertes Mitglied der Oper von Chicago. Hier sang er 1921 
in der Urauffuhrung der Oper L' Amour des trois oranges* von 
Prokofieff. Seit 1922 wurde er wieder in der franzosischen Me- 
tropole Paris bewundert. 1923 wirkte er in der Urauffuhrung von 
de Fallas Oper E1 retablo de Maese Pedro im Privattheater der 
Prinzessin de Polignac in Paris mit. Seine Karriere dauerte sehr 
lange; noch 1939 ist er in Vichy als Golo aufgetreten. 
Seine ausdrucksvolle, voluminose Baritonstimme bewaltigte eine 
Fiille von Aufgaben aus alien Bereichen der Opernliteratur. 
Schallplatten: Sang auf G & T (Paris, seit 1904), Zonophone, 
HMV, Columbia (USA), sogar noch elektrische Flatten auf Co 
lumbia (Pelleas und Melisande, L'heure espagnole von Ravel). 

Duhan, Hans, Bariton, * 27. 1. 1890 Wien. Ausbildung an der Wie 
ner Musikakademie. Debut 1910 am Stadttheater von Troppau, 
wo er bis 1913 blieb, 191314 am Stadttheater von Teplitz- 
Schonau; 1914 an die Hofoper von Wien berufen, deren Mitglied 
er bis zum Ende seiner Buhnenlaufbahn im Jahre 1940 blieb. In 
Wien erlangte Hans Duhan grofie Popularitat, ebenso bei den Fest- 
spielen von Salzburg, bei denen er sowohl in Mozart-Partien als 
auch in anderen Rollen Bewunderung erregte. Gastierte 1922 in 
Amsterdam. Seit 1932 Professor fur Operndramatik an der Wie 
ner Musikakademie; trat auch als Regisseur und Dirigent in Er- 
scheinung und komponierte mehrere Vokalwerke. 
Warm timbrierte, ungewohnlich modulationsfahige Stimme; neben 
seinem weitlaufigen Opernrepertoire wurde der Kiinstler als Kon- 
zert- und vor allem als Liedersanger hochgeschatzt. 
Seine Stimme ist auf Odeon- und HMV-Platten erhalten (hier 
u. a. vollstandige Zyklen ^Schone Mullerin* und Winterreise). 

Duncan, Robert Todd, Bariton, * 1904 Danville (Kentucky); ob- 
wohl er aus einer Negerfamilie stammte, erhielt er eine sehr sorg- 
faltige Ausbildung. Er studierte an der Columbia University und 
erlangte den Grad eines Masters of Arts. 1931 erhielt er eine Pro- 
fessur an der Harvard Universitat. 1934 erfolgte sein Debut als 
Sanger in Cavalleria rusticana von Mascagni. Im folgenden 
Jahr suchte George Gershwin einen Interpreten fur die Partie des 
Porgy in seiner Oper <cPorgy and Bess*. Seine Wahl fiel auf Dun 
can, der diese Rolle am 30. 9. 1935 bei der Urauffuhrung der 
Oper in Boston sang. Diese Rolle hat er danach an vielen Thea- 
tern in aller Welt kreiert. 1938 kam er zu einem langeren Cast- 
spiel nach London, kehrte aber mit Beginn des zweiten Weltkrie- 



145 Dux 

ges wieder nadi Amerika zuriick. Dort wirkte er audi als Schauspie- 
ler. Nadi dem zweiten Weltkrieg unternahm er glanzvolle Tour- 
neen in Amerika, Europa, Australien und Neuseeland. Im Konzert- 
saal schatzte man ihn namentlich als Interpreten von Negro Spiri 
tuals, aber auch des deutschen Kunstliedes von Schubert bis Hugo 
Wolf. 
Schallplatten : Allegro Royale, amerik. Decca. 

Durigo, Ilona, Alt, 13. 5. 1881 Budapest, t 25. 12. 1943 Budapest. 
Begann das Gesangstuclium bei Frau Maleczky in Budapest, kam 
1902 an das Konservatorium der Stadt Wien, wo Philipp Forste"n 
ihr Lehrer war. Debut im Konzertsaal 1906; 1908 nahm sie noch- 
mals das Studium in Berlin bei Bellwidt und bei Etelka Gerster 
auf. Bald wurde sie eine der bedeutendsten Konzert-Altistinnen 
ihrer Epoche. Sie sang in den Musikmetropolen in Deutschland, 
Osterreich, Belgien und in der Schweiz; besonders beliebt war sie 
in Holland, wo sie alljahrlich mit dem Concertgebouw Orchester 
zusammen auftrat. Man schatzte sie vor allem als Interpretin des 
Alt-Solos in Gustav Mahlers Lied von der Erde und in der 
Matthaus-Passion. Auf der Opernbuhne ist die grofie Kiinstlerin 
nur einmal, und zwar am 5. 10. 1912 bei der i5o-Jahrfeier des 
Opernhauses von Frankfurt a. M., als Titelheld im Orpheus 
von Gluck aufgetreten. 1921 erhielt Ilona Durigo eine Professur 
am Konservatorium von Zurich, betatigte sich aber weiter noch 
als Konzertsangerin; 1937 wurde sie als Professorin an das Kon 
servatorium von Budapest berufen. 

Cppige, dunkel timbrierte Stimme, deren Stilsicherheit ebenso be- 
wundert wurde wie ihre mustergiiltige Gesangtechnik; als Orato- 
rien- wie als Liedersangerin geschatzt, vor allem als Interpretin 
der Lieder von Othmar Schoeck. 

Schallplatten: akustische auf Pathe", elektrische auf Columbia und 
Philips (Matthauspassion unter Mengelberg). 

Dux, Claire, Sopran, * 2. 8. 1885 Witkowicz bei Bromberg als 
Tochter deutscher Eltern. Sang schon mit zwolf Jahren die Gretel 
in einer Schiilerauf funning von Hansel und Gretel. Ausbildung 
durch Maria Schwadtke und Adolf Deppe in Berlin, schliefilich durch 
Teresa Arkel in Mailand. Debxit 1906 am Opernhaus Koln als Pa- 
mina in der Zauberflote. Blieb bis 1911 in Koln, wurde aber 
bereits in dieser Zeit durch Gastspiele international bekannt. 
Gastierte 1909 an der Berliner Hofoper als Mimi in La Boheme 
mit Caruso als Partner. 1911 wurde sie an die Hofoper Berlin ver- 
pflichtet; 1911, 1913 und 1914 glanzvolle Gastspiele an der Co- 
ventgarden Oper London. Nach siebenjahriger Tatigkeit an der 
Berliner Hofoper war sie 1918-21 hauptsachlich als Konzertsopra- 
nistin tatig und gastierte an der Kbniglichen Oper Stockholm. 
1920 feierte man sie am Metropol Theater Berlin in der Operette 
Das Hollandweibchen von Kdlman. 1921 kam sie nach Nord- 
amerika. Nach ersten Erfolgen als Konzertsangerin sang sie 



Dworsky __ X 4 6 

bereits 1921 an der Oper von Chicaago, 1922 an der Sommer-Oper 
von Ravinia bei Chicago. 1922-23 Tournee mit der German Opera 
Company durch Nordamerika. 1923-26 gefeiertes Mitglied der 
Oper von Chicago; gastierte 1925 nochmals in Berlin. In erster 
Ehe war Claire Dux mit dem Schriftsteller Imperatori, in zweiter 
mit dem Filmschauspieler Hans Albers, in dritter (seit 1926) mit 
dem Fleischkonservenfabrikanten Charles H. Swift in Chicago ver- 
heiratet. Seit dieser Heirat gab sie nur nodi gelegentliche Kon- 
zerte, so 1932 in Berlin. 

Die Sopranstimme der Kimstlerin wurde durch die LeuchtKrart 
ihres Timbres wie auch durch die Anmut ihres Vortrages und 
durch die Leichtigkeit der Tongebung ausgezeichnet; ihre bedeu- 
tendsten Leistungen erreichte sie in lyrischen Partien aus alien 
Bereichen der Opernliteratur. 
Schallplatten der Firmen Pathe", Odeon, Polydor, Brunswick. 

Dworsky, Jaro, Tenor, * 24. i. 1891 Konigsberg (Ostpreufien). Sein 
Vater Jaroslaw Dworsky (t 1935) wirkte lange Jahre als Opern- 
sanger am Opernhaus von Konigsberg. Durch ihn erhielt er auch 
seine erste Ausbildung, dann Schuler von Ernst Grenzebach und 
Oscar Daniel in Berlin. Debut 1921 am Opernhaus von Konigs 
berg, Von dort kam er 1924 an die Berliner Staatsoper, 1926-27 
war er an der Staatsoper von Dresden engagiert, sang danach aber 
192730 wieder an der Staatsoper von Berlin. Gastspiele in Oster- 
reich, Holland und Spanien. Bis 1944 ging der Kiinstler von Ber 
lin aus einer ausgedehnten Gastspieltatigkeit nach; lebt in Berlin 
als Gesanglehrer. 

Seine besten Leistungen erreichte er in lyrischen Tenorpartien. 
Sang auf HMV-Platten. 

Dydc, Ernest van, Tenor, * 2. 4. 1861 Antwerpen, t 31. 8. 1923 
Berlaer-les-Lierre. Nach anfanglichem Jurastudium an den Univer- 
sitaten von Lowen und Briissel war er als Journalist in Paris tatig. 
Dort studierte er Gesang bei St. Yves Bax und bei den Komponi- 
sten Massenet und Chabrier. Konzertdebiit 1883 in Paris in der 
Kantate Le Gladiateur* von Vidal. Nach grofien Erfolgen in den 
Lamoureux-Konzerten in Paris erfolgte 1884 in Antwerpen sein 
Debut auf der Biihne. 1887 sang er am Eden Theater in Paris in 
der franzosischen Premiere des Lohengrin die Titelpartie. Stu 
dierte den Wagnerstil bei Felix Mottl in Karlsruhe und hatte 1888 
als Parsifal bei den Bayreuther Festspielen grofien Erfolg. Bis 1901 
sang er standig diese Rolle in Bayreuth, 1894 auch den Lohengrin, 
1911-12 nochmals den Parsifal. 1888 folgte der Kiinstler einem 
Ruf an die Wiener Hofoper, wo er mit glanzenden Erfolgen bis 
1898 auftrat. An der Wiener Hofoper sang er am 16. 2. 1892 die 
Titelpartie in der Urauffuhrung von Massenets Werther. Regel- 
mafiige Gastspiele fuhrten den Sanger nach Paris und Antwerpen, 
Fur Paris kreierte er mehrere Wagner-Partien: 1892 den Siegmund 
in der <cWalkiire, 1908 den Siegfried in der Gdtterda'mmerung, 



147 Easton 

Seit 1891 standige Gastspiele an der Londoner Coventgarden Oper. 
18981902 Mitglied der Metropolitan Oper New York, wo er als 
Antrittsrolle den Tannhauser sang. Weitere Gastspiele in Briissel, 
Amsterdam, St. Petersburg und Bukarest. Seit 1906 Professor an 
den Konservatorien von Briissel und Antwerpen. Nodi 1914 sang 
er in Antwerpen den Parsifal. Begrundete die Nouveaux Concerts 
in Antwerpen. 

Eine der wichtigsten Sangerpersonlichkeiten seiner Epoche, sowohl im 
Wagner-Repertoire als in der franzosischen Opernliteratur geruhmt. 
Von ihm existieren einige seltene Schallplatten auf Fonotipia (Pa 
ris, 1905) und Path< sowie eine auf Homophone. Der schlechte 
technische Zustand dieser Aufnahmen lafit aber kaum die wirk- 
liche Schonheit der Stimme erkennen. 

Eames, Emma, Sopran, * 13. 8. 1865 Schanghai (von amerikani- 
schen Eltern), 1 13. 6. 1952 New York. Ihr Vater war als Advokat 
in China tatig, doch wurde sie von ihrer Mutter in Bath (Maine) 
erzogen. Erhielt ihren ersten Gesangunterricht durch ihre Mutter, 
dann durch Clara Mungen in Boston; schlieElich Schulerin vonMat- 
hilde Marchesi in Paris. Debut 1889 an der Grand Ope"ra Paris 
als Juliette in Rome"o et Juliette* von Gounod mit Jean de Reszke 
als Partner. Blieb zwei Jahre an der Grand Ope*ra, wo sie in den 
Urauffiihrungen der Opern Ascanio von Saint-Saens (1890) und 
Zaire von Vronge de la Nux (1890) sang. 1891 debutierte sie 
mit glanzendem Erfolg an der Londoner Coventgarden Oper, an 
der sie dann bis zum Ende ihrer Laufbahn regebnafiig gastierte. 
1891 wurde sie an die Metropolitan Oper New York berufen (An 
trittsrolle: Juliette in Romio et Juliette*). 18 Jahre lang blieb 
sie eine der grofien Primadonnen dieses Operninstituts, 189293 
gastierte sie am Teatro Real in Madrid, 1897 sang sie bei den 
Festauffuhrungen zum Regierungsjubilaum der englischen Koni- 
gin Victoria in London die Elisabeth im cTannhauser. Seit 1891 
war Emma Eames mit dem Maler Julian Story verheiratet; als sie 
sich 1907 von ihm trennte, kam es zu einem Skandalprozefi. 1909 
verabschiedete sie sich als Tosca an der Metropolitan Oper von 
der Buhne, doch trat sie in der Spielzeit 191112 nochmals an der 
Oper von Boston auf. 1911 heiratete sie den Bariton Emilio de 
Gogorza, von dem sie sich aber spater gleichfalls wieder trennte. 
Sie lebte in New York als Gesangspadagogin. 1927 erschienen ihre 
Erinnerungen unter dem Titel Some Memories and Reflections. 
Eine der schonsten Stimmen ihrer Zeit; Weite des Tonumfanges, 
souverane Beherrschung der Technik und dramatische Vortrags- 
kraft verbanden sich in ihr in gliicklicher Weise. 
Sie hat ausschlieElich Schallplatten auf Victor hinterlassen (1905 
bis 1911) ; auch auf Mapleson-Zylindern zu horen. 

Easton, Florence, Sopran, * 24. 10. 1884 Middlesbrough-on-Tees (Eng 
land), t 13, 8. 1955 New York. Wurde in Kanada erzogen, kam 
aber 1898 wieder nach England. Studierte am Royal College of 



Ebers 148 

Music in London und in Paris. Debut 1903 bei der Moody-Man 
ners Company in London als Hirtenknabe im Tannhauser. Dann 
Tournee mit der Savage Opera Company durdi Nordamerika. 1906 
heiratete sie den Tenor Francis Maclennan, mit dem zusammen 
sie 1907 an die Berliner Hofoper engagiert wurde. Bis 1913 groEe 
Erfolge in Berlin, 191315 am Opernhaus von Hamburg. 1915 bis 
1916 sang sie an der Oper von Chicago; 1917 wurde sie an die 
Metropolitan Oper New York berufen, wo ihre Karriere den Hohe- 
punkt erreichte. 1918 sang sie hier in der Urauffiihrung von Puc- 
cinis Gianni Schicchi* die Lauretta, 1926 wirkte sie in der Ur- 
auffuhrung von The King's Henchman* von Deems Taylor mit. 
Blieb bis 1929 an der Metropolitan Oper tatig, kam dann nach 
England, wo sie an der Coventgarden Oper und als Konzertsan- 
gerin groEe Erfolge hatte. Ausgedehnte Gastspiel- und Konzert- 
tatigkeit. 1936 gastierte sie nochmals an der Metropolitan Oper 
als Bninnhilde in der Walkure. Lebte spater in Montreal, zu- 
letzt in New York. 

Die Tonfiille ihrer Stimme und die Ausdmckskraft ihres Vortrages 
bewahrten sich in einem weitlaufigen Repertoire. 
Schallplatten: Wenige Aufnahmen auf Vocalion (1926) und Edison, 
viele auf Brunswick (192030), auf HMV SchluSszene aus Sieg- 
fried. Auf IRCC sind Privataufnahmen von ihr herausgekommen. 

Ebers, Clara, Sopran, * 26. 12. 1902 Karlsruhe; ausgebildet durch 
Eduard Erhard in Karlsruhe. Begann ihre Karriere 1924 als Volon- 
tarin am Landestheater von Karlsruhe. 192526 sang sie am 
Stadttheater von Monchengladbach, 192628 am Opernhaus von 
Dusseldorf, 192834 an der Oper von Frankfurt a. M. 1934 wurde 
die Kiinstlerin als Erste Sopranistin an die Staatsoper von Ham 
burg berufen, an der sie langer als 25 Jahre aufgetreten ist. Sie 
hatte bei Gastspielen an den Staatsopern von Berlin und Miinchen, 
an der Mailander Scala, in Amsterdam und Briissel vielbeachtete 
Erfolge. Sie gastierte bei den Festspielen von Edinburgh und war 
auch eine gesuchte Konzert-Sopranistin. 

Ihre reich gebildete Sopranstimme kam auf der Biihne in einem 
umfassenden Repertoire zur Geltung. 
Nur wenige Flatten auf DGG und Eterna. 

Eden, Irene, Sopran, * 1893 Miinchen; eigentlich Irene Edenhofer. 
Gesangstudium bei Frau Flam-Plomiensky in Berlin und bei Teresa 
Arkel in Mailand. Debiitierte 1915 am Stadttheater von Zurich. 
191623 war sie am Nationaltheater Mannheim tatig und erregte 
in dieser Zeit durch Gastspiele Aufsehen. So sang sie 1920 an der 
Wiener Staatsoper. 192324 wirkte sie an der Staatsoper von 
Miinchen, 1924-29 an der Staatsoper Berlin. 1925 gastierte sie mit 
dem Ensemble der Berliner Staatsoper in Holland. Bei den Fest 
spielen von Bayreuth war sie bis 1943 als Stimmenberaterin und 
Hilfsspielleiterin tatig. Zugleich war sie eine gesuchte Padagogin in 
Berlin. 



149 Edvina 

In ihrem Koloratursopran paarten sich bravourose Tedinik und 
ungewohnliche Leiditigkeit und Brillanz der Tongebung. 
Schallplatten: seltene akustische Polydor-Aufnahmen. 

Eddy, Nelson, Bariton, * 29. 6. 1901 Providence (Rhode Island). 
Ehe er sich der Sangerlaufbahn widmete, hatte er bereits grofie 
Reisen unternommen und sich in verschiedenen Berufen betatigt, 
u. a. als Journalist bei einer Zeitung in Philadelphia. 1922 trat er 
zunachst in Operetten von Gilbert und Sullivan auf, wandte sich 
dann aber dem Operngesang zu und erhielt ein Engagement an 
der Oper von Philadelphia. Durch sein Auftreten im amerikani- 
schen Rundfunk wurde er einer der beliebtesten amerikanischen 
S anger. 1933 unterzeichnete er einen Filmvertrag mit der Metro- 
Gold\vyn-Filmgesellschaft. Seitdem erschienen in rascher Folge 
zahlreiche Musikfilme, in denen er oft zusammen mit Jeannerte 
Mac Donald sang. Als Filmsanger erlangte er eine unvorstellbare 
Popularitat. Dennoch kehrte er spater wieder zur Biihne und vor 
allem zum Konzertpodium zuriick; seit 1939 lebt er in Kali- 
fornien. 

Schon gebildete, warm timbrierte Baritonstimme, sowohl im 
Opern- als auch im Liedgesang ausgezeichnet. 
Schallplatten auf Victor und Columbia. 

Edelmann, Otto, Bafi-Bariton, * 1916 Brunn am Gebirge (bei 
Wien). Ausbildung an der Wiener Musikakademie bei Lierham- 
mer. Debiitierte 1937 am Thuringischen Landestheater in Gera; 
193840 am Stadttheater von Nurnberg engagiert. Wurde im 
zweiten Weltkrieg Soldat und geriet in russische Kriegsgefangen- 
schaft. 1947 kam er dann an die Wiener Staatsoper, deren Mit- 
glied er seither geblieben ist. Seit 1947 wirkte er auch fast alljahr- 
lich bei den Festspielen von Salzburg mit. 1951 sang er bei den 
Bayreuther Festspielen den Hans Sachs in den Meistersingern / 
1952 die gleiche Partie bei den Festspielen von Edinburgh. 1954 
debiitierte er, wieder als Hans Sachs, an der New Yorker Metro 
politan Oper. Er gastierte weiter an der Mailander Scala, in Berlin, 
Munchen und Hamburg. Seit 1955 wirkt er an der Staatsoper von 
Munchen. Bei den Salzburger Festspielen als Ochs im Rosenkava- 
lier gefeiert, u. a. in der ErofJfnungsvorstellung des neuen Fest- 
spielhauses 1960. 

Kraftvolle dunkle Stimme, die im Wagnergesang, aber auch in Auf- 
gaben aus dem Buffo-Fach (Ochs im Rosenkavalier, Leporello, 
Kezal) sich bewahrt. 

Sdiallplatten auf Philips, Decca ( Arabella*) x Columbia (Hans 
Sachs in integraler Meistersinger-Aufnahme, Bayreuth 1951, 
Rosenkavalier). 

Edvina, Marie-Louise, Sopran, * 1880 (?) Vancouver (Canada), 
t 13. 11. 1948 Nizza; eigentlich Marie-Louise Martin. 1901 hei- 
ratete sie Cecil Edwards und sang einige Jahre in einer Wander- 
truppe. Dann studierte sie 1904-08 bei Jean de Reszke in Paris. 



Egenieff 150 

Offizielles Debut 1908 an der Londoner Coventgarden Oper als 
Marguerite im Faust. Bis 1920 sang sie regelmafiig an diesem 
Operninstitut, wo sie sehr beliebt war. An der Coventgarden Oper 
sang sie in den Premieren der Opern La Dubarry* von Carmussi 
(1913), Der Schmuck der Madonna von Wolf-Ferrari (1912) und 
Francesca da Rimini* von Zandonai (1914). 1912 kam sie an die 
Oper von Boston, wo man sie als Titelheldin in Charpentiers 
Louise> und als Melisande bewunderte. Mit der Gesellschaft der 
Bostoner Oper sang sie 1914 am Theatre des Champs-Ely sees in 
Paris die Fiora in L' Amore dei tre Re von Montemezzi. 1915 
bis 1917 an der Oper von Chicago engagiert; 1915 trat sie ein ein- 
ziges Mai an der Metropolitan Oper New York als Tosca zusam- 
men mit Caruso und Antonio Scotti auf. 1920 sang sie nochmals 
an der Coventgarden Oper, wandte sich dann aber der Operette 
zu. So wirkte sie 1926 am Strand Theatre in London in der Musi 
cal Comedy Hearts and Diamonds mit. In zweiter Ehe war sie 
mit Stuart Worthley verheiratet. Sie betrieb spater ein Antiquita- 
tengeschaft an der franzosischen Riviera, 

Von ihrer Stimme existieren nur drei Schallplatten auf HMV 
(1919). 

Egenieff, Franz, Bariton, * 31. 5. 1874 Niederwalluf (Rheingau). Er 
war ein Sohn des Prinzen Emil zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg 
aus dessen morganatischer Ehe mit der Freifrau von Kleydorff, 
geb. Stefanska. Sein eigentlicher Name war Franz, Freiherr von 
Kleydorff. Bis 1900 war er Offizier; dann Gesangstudium bei Lilli 
Lehmann und Alfredo Cairati in Berlin sowie bei Victor Maurel in 
Paris. Er begann seine Karriere unter dem Namen Franz Egenieff 
bei der Savage Opera Company in Nordamerika. 1907 wurde er an 
die Komische Oper Berlin verpflichtet, an der er bis 19x0 sehr er- 
folgreich war. 191011 Mitglied der Berliner Hofoper. Seit 1911 
unternahm er von seinem Schlofi Oberwerda (bei Gelnhausen) aus 
Gastspiele und Konzerte. 1927 sang er bei den Festspielen von 
Bayreuth den Klingsor im Parsifal, 192932 bereiste er mit der 
German Opera Company, die Johanna Gadski zusammengestellt 
hatte, Nordamerika. 

Von seiner dunkel timbrierten, ausdrucksstarken Stimme sind 
Aufnahmen auf Pathe", DGG (Musica, Polydor), Odeon und Edi 
son Amberola-Zylinder vorhanden. 

Eibensdiiitz, Riza, Sopran-Alt, * 17. 2. 1870 Budapest, t 1946 
Perchtoldsdorf bei Wien; Studium bei Joseph Gansbacher und 
Marianne Brandt in Wien. Debut 1894 am Opernhaus Leipzig als 
Selica in Meyerbeers Afrikanerin. 1895-97 San 8 s * e am Stadt- 
theater von StraJBburg, 189799 Nordamerika-Tournee mit der 
Damrosch Opera Company. 18991902 war sie wieder an der 
Oper von Leipzig ta'tig, seit 1902 Mitglied der Dresdener Hof 
oper, Hier sang sie am 26. i. 1911 in der Urauffxihrung des Ro- 
senkavalier* die Partie der Duenna. Die Kiinstlerin, die mit dem 



iji Ekeblad 

Dirigenten Oskar Malata verheiratet war, lebte nach AbschluiS ihrer 

Karriere als Padagogin in Wien. 

Der weite Tonumfang ihrer Stimme erlaubte ihr die Bewaltigung 

von Sopran- und Altpartien. 

Schallplatten: HMV (Dresden, 1908), Odeon. 

Eipperle, Trude, Sopran, * 1910 Stuttgart; Gesangstudium an der 
Musikhochschule Stuttgart wurde als Volontarin an die Stuttgar- 
ter Staatsoper engagiert. 1930 begann sie ihre eigentliche Biihnen- 
laufbahn am Staatstheater Wiesbaden. Kam iiber die Stadttheater 
von Braunschweig und Niirnberg 1938 an die Staatsoper von Miin- 
chen, wo sie bis 1944 blieb. 194551 Erste Sopranistin an der 
Oper von Koln; seit 1951 Mitglied der Staatsoper von Stuttgart. 
Sang bei den Salzburger Festspielen 1942 die Zdenka in Ara 
bellas von Richard Strauss, 1952 in Bayreuth die Eva in den Mei- 
stersingern*. Gastspiele in Wien, London, Paris, Mailand, Barce 
lona, Lissabon und Briissel. Wirkte 1948 am Opernhaus Koln in 
der Urauffuhrung der Oper Die Verkundigung* von Braunfels 
mit. 

Schallplatten: DGG (Tannhauser), Opera, MMS (Die Schb'p- 
fung). 

Eisinger, Irene, Sopran, * 8. 12. 1903 Kosel (Schlesien); Ausbil- 
dung durch Paula Mark-Neusser in Berlin. Debut 1926 am Stadt 
theater von Basel, 192831 an der Berliner Kroll-Oper engagiert. 
193031 gastierte sie erfolgreich an der Wiener Staatsoper; 1930 
bis 1933 bewunderte man sie bei den Salzburger Festspielen als 
Mozart-Interpretin. 1932 kam sie an die Staatsoper Berlin, mufite 
aber 1933 als Jiidin Deutschland verlassen. Sang 19^337 am 
Deutschen Theater von Prag und gastierte in Briissel und Am 
sterdam. 1937 glanzvolles Gastspiel an der Londoner Coventgar- 
den Oper. 1937 sang sie bei den Festspielen von Glyndebourne 
die Despina in Cosi fan tutte. Seit 1938 lebt sie in England, wo 
sie noch in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg durch Rund- 
funk-Konzerte in Erscheinung trat. Wirkte in den dreifiiger Jahren 
auch in deutschen Tonfilmen mit. 

Brillant gefiihrte Koloraturstimme, die im Fach der Soubrette ihre 
eigentlichen Aufgaben fand. 

Schallplatten: Ultraphon, HMV (u. a. vollstandige Aufnahme Cosi 
fan tutte* aus Glyndebourne), Orchestrola. 

Ekeblad, Marie, Sopran, * 1875 (?) Stockholm; Schulerin von Fr. v. 
Milde in Hannover und E. Fessler in Berlin. Debiit 1901 am Stadt 
theater Wiirzburg als Elsa im Lohengrin. 190205 sang sie am 
Stadttheater Halle (Saale), 1905-11 an der Berliner Hofoper. 1906 
gastierte sie in Stockholm; iiber ihre weitere Karriere ist nichts be- 
kannt Man schatzte sie vor allem als Liedersangerin. 
Die im Nuancenreichtum ihrer Ausdruckskunst bewundernswerte 
Stimme der Kunstlerin begegnet uns auf seltenen Schallplatten 
der Marke Anker. 



Ellas 152 

Elias, Rosalind, Alt, * 1929 Lowell (Massachusetts); ihre Familie 
war libanesischer Abkunft. Studierte vier Jahre lang am New Eng 
land Konservatorium in Boston und anschliefiend in Italian. Debut 
1954 an der Metropolitan Oper New York als eine der Walkiiren in 
Die Walkure. Nachdem sie zuerst kleinere Partien gesungen 
hatte, war sie an der Metropolitan Oper als Olga im Eugen 
Onegin von Tschaikowsky und als Marina im Boris Godunow* 
erfolgreich. 1958 kreierte sie an der Metropolitan Oper in der Ur- 
auffuhrung von Samuel Barbers Oper Vanessa die Partie der 
Erika; die gleiche Rolle sang sie bei den Salzburger Festspielen 
1958. Gastierte an den Opern von Chicago und San Francisco, 
Konzert-Tourneen in Europa und Nordamerika. 
Schallplatten der Marke RCA (La Gioconda, La forza del de- 
stino, Fliegender Hollander*/ Falstaff). 

Elizza, Elise, Sopran, * 6. i. 1870 Wien, t 3. 6. 1926 Wien; eigent- 
lich Elisabeth Letztergroschen. Ausbildung durch Adolf Limley in 
Wien, den sie spater heiratete. Begann ihre Karriere 1892 als Ope- 
rettensoubrette am Wiener Carltheater; Debiit als Margit in Wein 
bergers Lachenden Erben. 1894 kam sie an das Stadttheater von 
Olmutz. Nach weiterem Studium bei Amalie Materna wurde sie 
1895 an die Wiener Hofoper verpflichtet (Antrittsrolle: Inez in 
L' Aricaine von Meyerbeer). Blieb deren Mitglied bis 1919. 
Dann Gesanglehrerin in Wien. Neben bedeutenden Erfolgen auf 
der Buhne war sie eine geschatzte Konzertsangerin. 
Die Kiinstlerin besafi eine der schonsten Sopranstimmen ihrer Zeit; 
in ihr verband sidi vollendete Beherrschung der Gesangtechnik mit 
Stilsicherheit und tiefer Musikalitat des Vortrages. Ihr Repertoire 
reichte von der Koloraturrolle bis zu den Wagner-Heroinen. 
Zahlreiche schone Schallplattenaufnahmen auf G & T (Wien, 1903 
bis 1907), Columbia, Odeon (Wien, 1905), Favorite, HMV und 
Path<. 

Elmo, Cloe, Alt, * 9. 4. 1909 Lecce (Siiditalien), f 24. V. 1962 
Ankara; Studium an der Accademia di Santa Cecilia in Rom bei 
Edvige Ghibaudo, begann ihre Buhnenlaufbahn 1935 am Theater 
von Cagliari (Sardinien) und hatte bald in Italien bedeutsame Er- 
folge; sang hier an der Mailander Scala, an der Oper von Rom 
und an den iibrigen grofien Biihnen. Beim Maggio musicale von 
Florenz 1939 wirkte sie in der Urauffiihrung der Oper R& Lear 
von Vito Frazzi mit. Nach dem zweiten Weltkrieg Erfolge bei 
Gastspielen in Frankreich, England, Osterreidi, Holland, Belgien, 
Deutschland, in der Schweiz und in Siidamerika, 194748 Mitglied 
der Metropolitan Oper New York; hier zumal als Azucena im 
Troubadour gefeiert. Sang spater wieder vornehmlich in Italien. 
Seit 1954 Padagogin am Konservatorium von Ankara. 
Schon gebildete, ausdrucksreiche Altstimme. 
Schallplatten auf HMV, RCA (vollstandige Falstaif-Aufnahme 
unter Toscanini) und Cetra. 



153 Endreze 

Elwes, Gervase, Tenor, * 15. n. 1866 Billing Hall (Northampton, 
England), t 12. i. 1921 Boston (geriet im Bahnhof von Boston 
unter einen fahrenden Zug). Er gehorte dem englisdien Landadel 
an und war zunachst im diplomatisdien Dienst tatig, 189195 
arbeitete er an verschiedenen Auslandsbotsdiaften. Er begann 
das Gesangstudium bei Demest in Briissel und setzte es bei Henry 
Russell in London und bei Bouhy in Paris fort. 1903 debiitierte 
er beim Westmoreland Festival in Kendal in Humperdincks cWa!l- 
fahrt nach Kevelaer*. Im Oktober 1903 gab er sein erstes Konzert 
in London. 1904 sang er erstmals das Solo in The Dream of 
Gerontius* von Elgar und gait seitdem als der unerreichte Inter 
pret dieser Partie. 1907 Deutschland-Tournee mit der Pianistin 
Fanny Davies, 1908 Konzerte in Briissel. 1909 feierte man ihn in 
Nordamerika bei Liederabenden in Boston und New York und als 
Evangelisten in der Matthauspassion. Diese Partie sang er 1914 in 
Amsterdam unter Willem Mengelberg. Wahrend des ersten Welt- 
krieges trat er in England auf und gab 1917 Konzerte vor alliier- 
ten Soldaten in Frankreich. 192021 unternahm er eine weitere 
Nordamerika-Tournee. 

Dunkel timbrierte, ausdrucksvolle Tenorstimme; man bewunderte 
sein feines Stilgefuhl im Oratorien- wie im Liedgesang. 
SchaUplatten: HMV, Columbia. 

Endert, Elisabeth van,-B6hm, Sopran, * 31. 12. 1876 Neufi (Rhld.), 
t 27. 2. 1956 New York. Gesangstudium bei Richard Miiller in 
Dresden; zuerst Konzert- und Oratoriensopranistin. Debut auf der 
Buhne 1908 an der Hofoper Dresden, an der sie bis 1911 sang; 
191113 Hofoper Berlin, 191321 Deutsdies Opernhaus Berlin- 
Charlottenburg, 192123 Staatsoper Berlin. Gastspiele und Tour- 
neen fiihrten die Kiinstlerin nach England, Belgien, Holland und in 
die Schweiz; mehrmals bereiste sie Nordamerika. In zweiter Ehe 
war sie mit dem Direktor der Electrola-Schallplattengesellschaft, 
Leo Curth, verheiratet. Lebte nach Abschlufi ihrer Karriere als 
Padagogin in Berlin, wanderte aber 1935 nach Nordamerika 
aus. 

Aufnahmen zumeist auf HMV, aber auch auf Parlophon, Polydor 
und Anker. 

Endreze, Arthur, Bariton, * 28. 11. 1890 Chicago eigentlicher Name 
Kraekmer, kam 1918 nach Frankreich, Schiller des amerikanischen 
Konservatoriums in Fontainebleau, spater von Jean de Reszke in 
Paris. Buhnendebiit 1922. Kam 1924 an die Grand Opera von 
Paris, wo er seitdem Erfolge hatte; sang dort 1931 in der Ur- 
auffuhrung der Oper Guercoeur von Magnard. Trat oft in Can 
nes bei Opernauffuhrungen auf, die unter der Leitung von Reynaldo 
Hahn standen. Gastspiele in Briissel, Nizza und Monte Carlo; auch 
als Konzertsanger geschatzt. Nach AbschluC seiner Karriere wurde 
er 1948 Professor am Konservatorium von Kansas City, kam aber 
wieder nach Frankreich zuriick und lebt als Padagoge in Paris. 



Engelen-Sewing I 54 

Dunkle, warm timbrierte Baritonstimme, znmal im lyrischen Fach 
bewundert. 

Aufnahmen au Odeon und Pathe*. 

Engelen-Sewing, Cato, Sopran, * 27. i. 1868 Amsterdam, 1 17. 12. 
1961 Amsterdam; seine Ausbildung erfolgte am Konservato- 
rium von Amsterdam bei Mme Collin-Tobisch und bei Johannes 
Messchaert, dann bei Knudson in Berlin. 1890 debiitierte sie an 
der Niederlandischen Oper als Maritana in Don Cesar de Bazan 
von Massenet. Sie blieb die eigentliche Primadonna dieses Opern- 
hauses bis 1898. 1898-1901 sang sie am Hoftheater von Hannover, 
1901 feierte man sie am Theater des Westens in Berlin als Konigin 
der Nacht in der Zauberflote. 1901 kam sie wieder an die Nie- 
derlandische Oper, wobei sie ihren Fiinfjahreskontrakt mit Hanno 
ver brach. 1903-04 wirkte sie an der Oper von Antwerpen, dann 
sang sie bis 1915 bei verschiedenen hollandischen Operngesell- 
schaften. Sie war verheiratet mit dem Operndirektor Henri Enge- 
len. In den Jahren 1915-39 lebte sie als Padagogin in Antwer 
pen, kam aber 1939 nadi Holland zuriick. Mit 74 Jahren gab sie 
nochmals ein Konzert in Amsterdam. 

Ihre virtues gefiihrte Stimme, von Haus aus ein Koloratursopran, 
bewaltigte ein sehr umfangreiches Repertoire, das bis zu den 
Wagner-Heroinen reichte. 

Zahlreiche Schallplatten au G &T, Zonophone (Holland, urn 1901), 
Path< (u. a. Duette mit Jacques Urlus), Anker, Favorit, Lyrophone. 
Engen, Kieth, BajS, * 1925 Irazee (Minnesota); studierte zuerst in 
seiner amerikanischen Heimat, dann an der Musikakademie von 
Wien. Anfanglich als Konzert-Bassist tatig, debiitierte er 1954 am 
Stadttheater von Graz. Seit 1955 Erster Bassist an der Bayerischen 
Staatsoper Miinchen. Seit 1958 wirkte er bei den Festspielen von 
Bayreutk mit, erfolgreiche Gastspiele und Konzerte in den Zen- 
tren des deutschen und europaischen Musiklebens. 
Voluminose, ausdrucksgewaltige BaJSstimrne, in Opernpartien, im 
Oratorium (Badi, Handel) wie im Lied gleich bedeutend. 
Schallplatten auf DGG (Matthauspassion, Fidelio), HMV (Die 
lustigen Weiber von Windsor*), Telefunken, Eurodisc. 
Erb, Karl, Tenor, * 13, 7. 1877 Ravensburg, t 13. 7. 1958 Ra- 
vensburg. Zuerst war er stadtischer Angestellter in Ravensburg, 
dock wurde seine Stimme durch den Intendanten der Stuttgarter 
Hofoper entdeckt. Ohne eigentliche Ausbildung debiitierte er 1907 
an der Stuttgarter Hofoper. 1908-10 sang er am Stadttheater von 
Liibeck, 191012 wieder an der Hofoper von Stuttgart. 1912 wurde 
er an die Hofoper von Miinchen berufen, wo er sehr grofie Erfolge 
hatte. Hier sang er am 12. 6. 1917 in der Urauffuhrung von Hans 
Pfitzners Palestrina- die Titelrolle, seitdem eine seiner Glanz- 
partien. 192131 war er mit der Sopranistin Maria Ivogun verhei 
ratet. Bis 1925 blieb er Mitglied der Miinchener Oper, gastierte 
aber dort noch bis 1930. Nach einem schweren Unfall im Jahre 



55 Ernster 

1930 verlegte er sich auf den Konzertgesang. Er wurde jetzt der 
unvergleidiliche Interpret der Evangelisten-Partie in den grofien 
Passionen von Joh. Seb. Bach, die er in den Musikmetropolen in 
aller Welt gesungen hat. Dazu war er einer der bedeutendsten Lie- 
dersanger seiner Zeit. Die Schonheit seiner Stimme blieb ihm un- 
gewohnlich lange erhalten, so daJS er noch nach Vollendung seines 
70. Lebensjahres im Konzertsaal erschien. 

Sein ausdrucksreicher, klarer Tenor besa6 eine ungewohnliche 
Pracht; die Durchgeistigung seines Vortrages war immer wieder 
Gegenstand der Bewunderung. 

Seine Stimme ist in akustischen Aufnahmen auf Odeon, in elek- 
trischen auf HMV iiberliefert. Auf Urania sang er in einer integra- 
len Aufnahme von Der Corregidor von Hugo Wolf (1944). 

Ericsdotter, Siw, Sopran, * 1926 (?), zunachst Studium der bil- 
denden Kiinste an der Kunstakademie in Stockholm. Nach der Ent- 
deckung ihrer Stimme Schiilerin von Nanny Larsen-Todsen. 1948 
nahm sie am internationalen Gesangwettbewerb von Sdieveningen 
teil. Sie debiitierte an der Koniglichen Oper Stockholm, deren Mit- 
glied sie bis 1954 blieb. Dann wurde sie an die Hamburger Staats- 
oper engagiert. 1959 erschien sie an der Stadtisdien Oper Berlin 
als Senta im Fliegenden Hollander*; seitdem ist sie durdi einen 
Gastspielvertrag mitdiesemOperninstitutverbunden. Gastspiele an 
den Staatsopern von Wien und Stuttgart, in Stockholm, Paris und an 
italienischen Theatern. Vor allem als Wagner-Interpretin geschatzt. 
Sdiallplatten : Electrola (Herodias in vollstandiger Salome). 

Ernster, Dezso, Bafi, * 23. 11. 1898 Pecs (Ungarn); Gesangstudium 
in Budapest und Wien. Debiitierte 1926 an der Oper von Diissel- 
dorf. 1929 kam er an die Berliner Staatsoper, wo er in der Haupt- 
sache kleine Rollen sang. 1931 sang er bei den Festspielen von 
Bayreuth den Titurel im Parsifal und den Steuermann im Tri- 
stan. 1933 gastierte er an der Staatsoper von Wien, audi an der 
Oper von Bnissel, bei einer Agypten-Tournee war er erfolgreidi. 
193536 sang er als Erster Bassist am Stadttheater von Graz. 
1936 kam er mit der Salzburg Opera Guild, einer Kammeroper, 
nach Nordamerika. Er blieb dort und wurde 1938 an die Oper von 
Chicago engagiert. 1940 kam er an die Metropolitan Oper New 
York, der er fast 20 Jahre hindurch angehorte. 1949 war er an 
der Coventgarden Oper London zu Cast; er gastierte audi in 
Genf und seit 1955 mehrfach an der Staatsoper von Wien. Seit 1958 
gehorte er zum Ensemble der Deutschen Oper am Rhein Diissel- 
dorf-Duisburg. 

Voluminb'se, dunkel timbrierte BajSstimme. 

Um 1930 sang er auf Poly dor in sog. Kurzopern kleine Partien. 
Nachdem langer als 25 Jahre keine Schallplatten des Kiinstlers mehr 
erschienen waren/ sang er 1956 auf Philips den Alfonso in einer 
vollstandigen Aufnahme der Oper Cosl fan tutte, dann auf Vox in 
Die Jahreszeiten, 1962 auf Westminster den Rocco in Fidelio, 



Erschoff 156 

Erschoff, Iwan, Tenor, * 8. 11. 1867 Novotscherkask, t 21. 11. 1943 
Leningrad. Debiitierte 1894 am Opernhaus von Charkow. Kam 
1895 an die Hofoper von St. Petersburg. Sang ebd. bis 1925, 
wobei man ihn als Wagner-Interpret, aber auch als Othello und 
in vielen anderen heldisdien Tenor-Partien feierte. 191643 unter- 
richtete er zugleich als Professor am Konservatorium von St. Pe 
tersburg-Leningrad. Neben seinem erfolgreichen Wirken auf der 
Opernbuhne wurde er auch als Konzert- und Liedersanger ge- 
feiert. 

Kraftvoll gefuhrte, groEe Heldentenorstimme. 
Sehr seltene Schallplatten auf G & T (Petersburg, 1903) und auf 
Columbia (Petersburg, 1905). 

Escalais, Le"on, Tenor, * 1859 Cuxac d'Aude bei Toulouse, t No 
vember 1941 Paris. Ausbildung auf den Konservatorien von Tou 
louse und Paris. Debiitierte 1883 an der Grand Opera von Paris 
als Arnold in Rossinis Wilhelm Tell. Die Kritik bezeichnete ihn 
sogleich als den Nachfolger des grofien Heldentenors Villaret. 1890 
wirkte er an der Grand Opera in der Urauffuhrung der Oper 
Zai"re von Ve*ronge de la Nux mit. Seit 1885 sang er auch regel- 
ma'jSig am Theatre de la Monnaie in Briissel. 1892 iiberwarf er 
sich mit der Direktion der Grand Opera und unternahm jetzt 
Gastspielreisen, die ihn in die Musikzentren in ganz Europa und 
sogar nach Nordafrika fuhrten. Wahrend dieser Zeit gastierte er 
oft an der Mailander Scala. In Nordamerika sang er an der Oper 
von New Orleans. Seit 1896 betatigte er sich auch als Gesang- 
padagoge. 1908 wurden seine Differenzen mit der Grand Ope"ra 
beigelegt, und seitdem feierte er an diesem Opernhaus wieder 
seine Triumphe. Er war verheiratet mit der Sopranistin Maria 
Lureau. 

Typisch franzosische Heldentenorstimme mit einer glanzenden, 
metallisch aufstrahlenden Hb'he und einer bezwingenden Inten- 
sitat des Vortrags. 

Von Kennern sehr gesuchte Schallplatten, ausschliefilich auf Fono- 
tipia (Mailand-Paris, 190506). 

Evans, Geraint, Bariton, * 16. 2. 1922 Pontypridd bei Glamorgan 
(Wales). Nachdem er zuerst einen kaufmannischen Beruf erlernt 
hatte, Gesangsrudium in Cardiff. Dieses wurde durch seine Ein- 
berufung zum Militar im zweiten Weltkrieg unterbrochen. Seit 
1945 war er als Programmgestalter und Sanger bei einem engli- 
sdien Soldatensender in Hamburg tatig. Weitere Ausbildung seiner 
Stimme durch Theo Herrmann in Hamburg, Fernando Carpi in 
Genf und Walter Hyde in London. Debut 1948 an der Coventgar- 
den Oper London als Nachtwachter in den Meistersingern. 1949 
hatte er an dieser Biihne grofie Erfolge als Titelheld in Figaros 
Hochzeit von Mozart. An der Coventgarden Oper sang er in meh- 
reren Urauffuhrungen: 1951 als Mr. Flint in Billy Budd von 
Benjamin Britten, 1953 als Montjoy in Gloriana von Britten, 



157 Fabbri 

1954 als Anterior in Troilus and Cressida von Sir William 
Walton. Seit 1950 erschien er bei den Festspielen von Glynde- 
bourne, wo man ihn namentlich als Mozartsanger feierte. Dazti 
sang er standig an der Londoner Coventgarden Oper. 1960 gastierte 
er an der Mailander Scala als Figaro im Barbier von Sevilla, 
196062 an der Staatsoper von Wien, 1960 in San Francisco als 
Titelheld im Wozzeck von Alban Berg. Bei den Salzburger 
Festspielen von 1963 grofie Erfolge als Figaro in Figaros Hoch- 
zeit von Mozart. 

Schon gebildete, ausdrucksvolle Baritonstimme. 
Schallplatten: HMV (Arlecchino von Busoni aus Glyndebourne), 
Parlophon, RCA (Falstal>). 

Eweyk, Arthur van, Bariton, * 27.5. 1866 Milwaukee, t (?); sein 
Vater Henry van Eweyk war ein hollandischer Maler, seine Mut 
ter Deutsche. Ausbildung der Stimme in den Jahren 189092 durch 
Felix Schmidt in Berlin. Er debutierte 1891 in einem Konzert der 
Berliner Philharmonic in der Frithjof Saga von Max Bruch. 
Seitdem hatte er eine glanzvolle Karriere als Oratorien- und Lie- 
dersanger. Man schatzte ihn namentlich als Handel- und Bach- 
Interpreten sowie als Liedersanger. Konzertreisen fuhrten ihn nach 
Holland, Belgien, Rutland, Italien, Norwegen und in die Schweiz. 
Mehrere glanzvolle Nordamerika-Tourneen. Seit 1923 lebte der 
Kunstler, der nie auf der Biihne aufgetreten ist, in Villa Park 
(Illionois). 

Funf Victor-Platten aus dern Jahr 1910 haben die Stimme des 
Sangers, der von der Kritik immer wieder mit Johannes Messchaert 
verglichen wurde, erhalten. 

Exner, Ingeborg, Sopran, * 1925 Berlin; studierte am Konserva- 
torium der Stadt Berlin Klavierspiel und Gesang, weitere Aus 
bildung durch Frida Leider und Ivo Gotte in Berlin. Debut 1949 am 
Stadttheater von Dessau als Pamina in der Zauberflote (in ei- 
ner Auffiihrung, womit das neue Haus dieses Theaters eingeweiht 
wurde). Kam von dort 1951 an das Staatstheater von Karlsruhe, 
195355 sang sie am Stadttheater von Bielefeld, 1955-59 an der 
Stadtischen Oper Berlin. Seit 1959 Erste Sopranistin am Opern- 
hause von Koln. Erfolgreiche Gastspiele an der Wiener Staats 
oper, in Hamburg, Miinchen und Berlin. 
Warm timbrierte, ausdrucksvolle Sopranstimme. 
Schallplatten: Opera, HMV (Electrola). 

Fabbri, Guerrina, Alt, * 1866 Ferrara, t 21. 2. 1946 Turin. Debu 
tierte 1885 am Stadttheater von Viadana und wurde in Italien 
schnell bekannt. 1886 gastierte sie in Madrid, 1887 am Drury Lane 
Theatre in London. Bis 1892 war sie alljahrlich in London zu 
Cast. 1888 gab sie Konzerte in der New Yorker Steinway Hall. 
1889 schlofi sie sich einer Operntruppe an, mit der sie in New 
York und Chicago gastierte. 1907 fand ihr Debut an der Mailan 
der Scala statt, 1908 hatte sie glanzende Erfolge am Teatro Col6n 



Farneti 158 

von Buenos Aires. 1910 trat sie in einem Konzert an der New Yor 
ker Metropolitan Oper auf. 1914 sang sie am Teatro Lirico in Mai- 
land die Margarita in I quattro rusteghi von Wolf-Ferrari, die 
dann eine ihrer Glanzrollen blieb, die sie nodi in der Saison 1925 
bis 1926 an der Scala sang. Lebte nach ihrem Abschied von der 
Buhne als Gesanglehrerin in Turin. 

Guerrina Fabbri war eine der letzten Koloratur-Altistinnen, die im 
19. Jahrhundert haufig, dann aber bis zum Auftreten von Con- 
drita Supervia so gut wie iiberhaupt nicht mehr anzutreffen wa- 
ren. Brillante Gesangtedmik und Schonheit ihrer dunkel timbrier- 
ten Stimme waren bewundernswert. 

Sehr seltene Flatten auf G & T und Zonophone (Mailand, 1903 bis 
1904). 

Farneti, Maria, Sopran, * 1878, f 17. 10. 1955 Mailand. Nach ihrem 
Debut 1898 wurde sie vornehmlich als Interpretin der Sopran- 
partien in den Opern des Verismo bekannt. Mascagni schatzte 
ihre Stimme besonders, nachdem er sie 1899 am Teatro Costanzi 
in Rom in der Titelrolle seiner Iris gehort hatte. Als er 1902 
eine Opern-Tournee durch Nordamerika unternahm, gehorte die 
Kiinstlerin zu dem Ensemble, das er zusammengestellt hatte. Sie 
trat audi an der Scala auf. Grofte Triumphe in Siidamerika, vor 
allem am Teatro Colon von Buenos Aires. 1911 sang sie am Teatro 
Coliseo von Buenos Aires in der Urauffuhrung von Mascagnis 
Isabeau die Titelrolle. 1911 heiratete sie den Rechtsanwalt Ri- 
boldi und zog sich von der Buhne zuriick. 

Schallplatten: akustische Fonotipia- (1910) und Edison-Platten, liefi 
1930 auf Columbia elektrische Aufnahmen herstellen, die ihre 
Stimme in der alten Schonheit zeigen. 

Farrar, Geraldine, Sopran, * 28. 2. 1882 Melrose (Massachusetts). 
Begann mit zwolf Jahren ihre Ausbildung bei Emma Thursby in 
New York. 1899 kam sie nach Paris und wurde Schulerin von 
Trabadello, dann schlofi sie ihre Studien bei Lilli Lehmann in Ber 
lin ab. Buhnendebiit 1901 an der Hofoper Berlin als Marguerite im 
Faust. Bis 1906 war die junge Amerikanerin ein viel bewunder- 
tes Mitglied der Berliner Hofoper; mit dem deutschen Kronprin- 
zen und seiner Familie war sie befreundet. Gastierte wahrend die- 
ser Zeit in Monte Carlo, Paris, London, Stockholm und Brussel. 
In Monte Carlo sang sie 1905 in der Urauffuhrung von Mascagnis 
Amica, 1906 in der Urauffuhrung von Uancetre von Saint- 
Sae'ns. 1906 folgte sie einem Ruf an die Metropolitan Oper von New 
York. (Antrittsrolle: Juliette in Rome"o et Juliette). Jahrelang 
war sie die eigentliche Primadonna dieses Operninstituts, wo sie 
besonders als Partnerin von Enrico Caruso gefeiert wurde. 1910 
sang sie an der Metropolitan Oper in der Urauffuhrung von Hum- 
perdincks K6nigskindern die Partie der Gansemagd, 1915 die 
Hauptpartie in Madame Sans-G6ne von Giordano, 1918 die 
Titelrolle in der Urauffuhrung von Puccinis Suor Angelica*. Als 



159 Favero 

eine der ersten Opernsangerinnen wirkte Geraldine Farrar beim da- 

mals nodi stummen Film. Bereits 1922 zog sie sich von der Buhne 

zuriick und trat nur nodi gelegentlich im Konzertsaal auf. Lebt in 

Ridgefield (Connecticut). Autobiographic: Such Sweet Compulsion 

(New York, 1938). 

Eine der schonsten Sopranstimmen ihrer Zeit, durdi die Weite 

des Tonumfanges wie durch die Reife ihrer Ausdruckskunst ausge- 

zeichnet. Beruhmt als Puccini-Interpretin, aber auch als Carmen 

und in vielen anderen Partien. 

Schallplatten: Sang in Deutschland auf G & T (Berlin, 1904-06), 

in Amerika auf Victor; hinterliefi auch elektrische Aufnahmen. 

Farrell, Eileen, Sopran, * 1921 (?); ihre Familie war irischer Ab- 
kunft, ihre Eltern gehorten einer Vaudeville-Gesellschaft an, die 
Nordamerika bereiste. Die Kunstlerin debiitierte 1942 in einem 
Konzert der Columbia-Rundfunkgesellschaft. Im Lauf der folgen- 
den fiinf Jahre sang sie in einer eigenen Sendereihe Eileen Far- 
rell presents im amerikanischen Rundfunk. Erst 1947 betrat sie 
das Konzertpodium und hatte auch hier glanzende Erfolge. So sang 
sie 1950 in der New Yorker Carnegie Hall in einer konzertanten 
Auffuhrung von Alban Bergs Wozzeck die Partie der Marie, 
1955 in der Town Hall von New York die Titelrolle in Cherubinis 
Medea. Erst 1956 debiitierte sie auf der Biihne an der Oper von 
San Francisco als Leonore im Troubadour. Ein Jahr spater sang 
sie an der Oper von Chicago die Titelrolle in La Gioconda* von 
Ponchielli. Seit 1960 Mitglied der Metropolitan Oper New York; 
gastierte an der Oper von Rom, glanzvolle Karriere als Konzert- 
sopranistin. 

Die Kunstlerin besitzt eine voluminose, vom Stimmaterial her fast 
unerschopfliche Sopranstimme, deren dramatis die Gestaltungskraft 
Bewunderung verdient. 
Schallplatten der Firmen RCA und Columbia. 

Favero, Mafalda, Sopran, * 6. i. 1905 Portamaggiore bei Ferrara; 
studierte in Bologna bei Alessandro Vezzani. Biihnendebut 1927 
am Opernhaus von Bologna als Elsa im Lohengrin. Weihnachten 
1928 sang sie erstmals an der Mailander Scala, und zwar die Eva 
in den Meistersingern unter Toscanini. 1929 wirkte sie an der 
Scala in der Urauffuhrung der Oper Le Preziose ridicole* von 
Lattuada mit. Bis 1946 feierte die Kunstlerin an der Scala ihre 
Triumphe. 1937 gastierte sie erfolgreich an der Coventgarden Oper 
von London; 1938 kam sie fur eine Spielzeit an die New Yorker 
Metropolitan Oper. Sang sehr viel an den groJSen Opernhausern 
in Siidamerika, auch an der Oper von San Francisco zu Cast. Nach 
1946 gab sie nur noch vereinzelt Gastspiele und Konzerte. 
Ihre Stimme wurde durch souverane Beherrschung der Gesangtech- 
nik und durch Schonheit des lyrischen Ausdrucks gekennzeichnet. 
Schallplatten: Columbia (vollstandige Oper Menstofele), HMV, 
Colosseum (vollstandige Oper Adriana Lecouvreur* von Cilea). 



Fay 



160 



Fay, Maude, Sopran, * 18. 4. 1878 San Francisco, f 7. 10. 1964 San 
Francisco. Studierte bei Aglaja von Orgeni in Dresden. Debut 1906 
an der Hofoper von Miinchen als Marguerite im Faust. Blieb 
bis 1914 in Miinchen tatig und wurde vor allem als Wagner-So- 
pranistin bekannt. Gastierte wahrend dieser Zeit an der Coventgar- 
den Oper von London, in Briissel und 1913 in Amsterdam. 1915-17 
war sie an der Metropolitan Oper von New York verpnichtet. Nadi- 
dem sie den amerikanischen Offizier Powers geheiratet hatte, gab 
sie nur noch seltene Gastspiele und Konzerte. 
Schone Sopranstimme, vor allem im Wagner-Repertoire beriihmt. 
Von ihrer Stirnme ist eine einzige HMV-Platte (Munchen, 1907) 
vorhanden. 

Federici, Francesco, Bariton, * 1873 Ferrara, t 28. i. 1934 Den 
Haag; debutierte 1898 und sang zuerst an italienischen Provinz- 
biihnen. 1905 hatte er wichtige Erfolge am Teatro Massimo von 
Palermo. 1911 gastierte er in Helsinki zusammen mit Elvira de 
Hidalgo und trat im gleichen Jahr in Havanna auf. 1913-16 war 
er an der Oper von Chicago engagiert. Gastspiel- und Konzert- 
reisen fuhrten ihn bis nach Siidafrika und Indonesien. In den 
zwanziger Jahren gab er zunachst seine Karriere auf, wechselte 
dann aber ins Buffo-Fadi und hatte darin grofie Erfolge an italieni 
schen Opernbiihnen. 1933-34 war er an der Italienischen Oper in 
Holland engagiert, wo er plotzlich an einer Pneumonic starb. 
Seine schone lyrische Baritonstimme ist ausschliefilich auf HMV 
zu horen (Mailand, 190812) . 

Fehenberger, Lorenz, Tenor, * 24.8.1912 Oberweidach (Ober- 
bayern); war Stiftschoralist in der Basilika des Wallfahrtsorte* 
Allotting, studierte dann bei Elisabeth Wolff in Munchen und 
debutierte 1939 am Stadttheater von Graz. 1941-45 sang er an 
der Staatsoper Dresden und kam 1946 an die Bayerische Staats- 
oper Munchen. Gastspiele fuhrten ihn an die grofien Opernbiih 
nen in Italien, Osterreich, Belgien, Holland, in der Schweiz, in den 
skandinavischen Landern und in Sudamerika; er wirkte auch bei 
den Festspielen von Salzburg und Munchen mit. Sehr erfolgreich 
als Konzert- und Oratoriensanger. 

Schallplatten: DGG (darunter vollstandiger Lohengrin) und Re 
mington. 

Feinhals, Fritz, Bariton, * 11. 12. 1869 Koln, t 30. 8. 1940 Mun 
chen. Studierte Ingenieurwissenschaften am Polytechnikum in Ber- 
lin-Charlottenburg, dann Gesang bei Alberto Giovannini in Mai- 
land und bei Alberto Selva in Padua. Debut 1895 am Stadttheater 
von Essen als Silvio im Bajazzo. Bis 1897 in Essen, sang dann 
a 397_98 am Stadttheater von Mainz und kam 1898 an die Miin- 
chener Hofoper, der er bis zum Ende seiner Karriere 1927 ange- 
horte. Gastspiele fuhrten ihn an die Grand Op<ra von Paris, an 
die Coventgarden Oper von London, an die Wiener Hofoper, an 
die Opernhauser von Zurich, Briissel und Budapest. Mehrmals be- 



i6i Ferrani 

reiste er Nordamerika, wo er 190809 an der Metropolitan Oper 
New York engagiert war. Man schatzte ihn vor allem als Wagner- 
Sanger. 1917 sang er an der Miinchener Hofoper in der Urauffuh- 
rung von Hans Pntzners Palestrina. 
Schallplatten: Odeon, HMV sowie Edison-Zylinder. 

Felbermayer, Army, Sopran, * 1924 Wien. An der Wiener Musik- 
akademie Sdiiilerin von Josef Witt und Elisabeth Rado. Sie ge- 
wann den Cebotari-Preis in Wien sowie Gesangwettbewerbe in 
Genf und Verviers. 1951 wurde sie an die Wiener Staatsoper be- 
rufen, deren Mitglied sie seither geblieben ist. Seit 1952 trat sie 
alljahrlich bei den Festspielen von Salzburg in Erscheinung. Sie 
gastierte u. a. an der Mailander Scala und an der Oper von Brussel. 
Schon gebildete, lyrisdie Sopranstimme, auf der Buhne in einer 
Vielzahl von Partien, im Konzertsaal vor allem als Oratorien- 
sangerin bewundert. 

Schallplatten: Decca (Barberina in Figaros Hochzeit>, Heinere 
Partien in Rosenkavalier, Frau ohne Schatten, Freischutz), 
Columbia (Zdenka in Arabella, Barberina in Figaros Hochzeit / 
Hansel und Gretel), schone Oratorien- und Lied-Aufnahmen 
auf Amadeo-Vanguard. 

Feraldy, Germaine, Sopran, * 1894 Toulouse, f 29. 6. 1949 Toulouse. 
Wurde ausgebildet am Konservatorium von Toulouse und am 
Conservatoire national in Paris. Nachdem sie zuerst an franzosi- 
sdien Provinztheatern gesungen hatte, kam sie 1924 an die Opera 
comique von Paris, Hier blieb sie bis 1942 tatig und hatte grofie 
Erfolge sowohl in Partien aus dem Koloraturfadi als auch in 
lyrischen Rollen (Manon, Marguerite, Traviata). Sie gastierte an 
den Opernhausern von Nizza und Monte Carlo, in Brussel und 
London und war eine erfolgreiche Konzertsangerin. Nach ihrem 
Abschied von der Biihne erhielt sie eine Professur am Konserva 
torium von Toulouse. 

Schallplatten der Marke Columbia (u. a. vollstandige Opern Ma- 
non und Werther). 

Fernandi, Eugenic, Tenor, * 1928 (?) Turin, Ausbildung in Turin 
bei Aureliano Fertile, dann in der Opernschule der Mailander 
Scala. Nadi bedeutenden Erfolgen an den fuhrenden italienischen 
Biihnen, darunter auch an der Scala, wurde er 1958 an die Metro 
politan Oper New York verpflichtet. Seit 1959 auch grofie Erfolge 
an der Staatsoper Wien in Partien wie dem Cavaradossi in Tosca, 
dem Alfred in La Traviata* und dem Titelhelden in Verdis Don 
Carlos. Die letztgenannte Partie sang er auch 1958-60 bei den 
Salzburger Festspielen. 

Schallplatten: Columbia (vollstandige Oper Turandot als Partner 
von Maria Callas) . 

Ferrani, Cesira, Sopran, * 8. 5. 1863 Turin, f 4. 5. 1943 PoUone bei 
Biella. Ausbildung durch Antonietta Fricci in Turin, Debut 1887 



Ferrari-Font ana 162 

als Gilda im Rigoletto am Teatro Carignano von Turin. Sang 
dann in Venedig, Catania und Turin und gastierte an franzosi- 
schen Theatern. Am i. 2. 1893 wirkte sie am Teatro Regio von 
Turin in der Urauffiihrung von Puccinis Manon Lescaut* in der 
Titelrolle mit; am gleichen Theater kreierte sie am i. 2. 1896 in der 
Urauffiihrung von Puccinis La Boheme die Rolle der Mimi. 1893 
gastierte sie am Teatro Col6n von Buenos Aires, 1894 an der Mai- 
lander Scala, wo sie in den folgenden 15 Jahren immer wieder in 
Erscheinung trat. Hier sang sie 1908 in der Erstauffuhrung von 
Pelle*as et Melisande* von Debussy die Melisande. Tourneen 
brachten ihr in Spanien und Rutland Erfolge, 1898 war sie an der 
Oper von Kairo zu Cast. 1909 nahm sie von der Biihne Abschied 
und wirkte dann als Padagogin in Turin. 

Von ihr existieren einige seltene Schallplatten auf G & T (Mai- 
land, 1903). 

Ferrari-Fontana, Edoardo, Tenor, * 8. 7. 1878 Rom, f 4. 7. 1936 
Toronto (Kanada). Wollte zunachst Arzt werden, trat jedoch 
1902 in den diplomatischen Dienst ein und wurde Konsulatssekre- 
tar in Montevideo. Bildete sich autodidaktisch aus und sang zu 
nachst in Amateur-Konzerten. 1908 kam er nach Italien zuriick 
und war anfanglich als Operettentenor tatig. 1910 sensationelles 
Debiit am Teatro Regio von Turin als Tristan, indem er fur den 
erkrankten Giuseppe Borgatti einsprang. Er wurde dann der erste 
Wagner-Tenor Italiens. 1911 und 1912 gastierte er am Teatro Co 
lon von Buenos Aires; heiratete die Altistin Margarethe Matze- 
nauer, von der er sich aber nach einigen Jahren wieder trennte. 

1913 sang er an der Mailander Scala in der Urauffuhrung von 
l/Amore dei tre Re von Montemezzi die Partie des Avito. Kreierte 
diese Rolle auch bei den Premieren des Werks in Monte Carlo, 
Paris und Buenos Aires. 191314 war er an der Oper von Boston, 

1914 kam er fur zwei Spielzeiten an die Metropolitan Oper von 
New York, 1915-16 sang er an der Oper von Chicago. 1920 hatte 
er wieder groEe Erfolge am Teatro Col6n in Buenos Aires als Tri 
stan und als Siegmund in der Walkure. Seit 1926 Padagoge in 
Toronto. 

Schallplatten der Marken Columbia und Edison. 

Ferraris, Ines-Maria, Sopran, * 1886 (?); Biihnendebiit 1908 in Bo 
logna als Philine in Mignon von Thomas. 1911 kam sie an die 
Mailander Scala (Antrittsrolle Carolina in Matrimonio segreto* 
von Cimarosa). 1911 sang sie an der Scala in der Premiere des 
Rosenkavalier die Sophie. Die gleiche Partie brachte sie 1914 
am Teatro Costanzi von Rom zum Vortrag. Sehr grofie Erfolge 
hatte sie in Sudamerika, zumal am Teatro Col6n von Buenos 
Aires. 1917 sang sie an der Oper von Monte Carlo in der Urauf 
fuhrung von La Rondine* von Puccini die Lisette. Die grofiten 
Erfolge hatte sie jedoch an der Mailander Scala, zu deren Prima- 
donnen sie zwanzig Jahre hindurch gehorte. In den zwanziger Jah- 



163 feuge 

ren trat sie dort zusammen mit Conchita Supervia in HanseI und 

Gretel von Humperdinck auf. 1934 gab sie ihre Biihnenkarriere 

auf; lebt als Padagogin in Mailand. 

Virtuose Koloraturstimme; auf der Bxihne wirkte die Kiinstlerin 

durch ihre Darstellungskunst und durdi die Anmut ihrer Er- 

scheinung. 

Schallplatten: Columbia (u. a. Gilda in vollstandiger, akustischer 

Rigoletto-Aufnahme), Pathe, Odeon-Fonotipia (Duette mit Con- 

chita Supervia), Parlophon. 

Ferrier, Kathleen, Alt, * 22. 4. 1912 Higher Walton (Lancashire), 
t 8. 10. 1953 London. Verlebte ihre Jugend in Blackburn, wollte 
urspriinglich Pianistin werden, mufite dann aber doch den prak- 
tischen Beruf einer Telefonistin ergreifen, den sie lange Jahre aus- 
ubte. Man entdeckte ihre Stimme, als sie im zweiten Weltkrieg 
vor englischen Soldaten Volkslieder sang. Der Dirigent Sir Mal 
colm Sargent ermutigte sie, noch mit 30 Jahren das Gesang- 
studium zu beginnen. So studierte sie, zuerst bei Hutchinson in 
Blackburn, dann bei Roy Henderson in London. Sie debiitierte 
1942 in Newcastle, wo sie das Alt-Solo in der Matthauspassion 
von J.S. Bach sang. Seit 1944 hatte sie in England grofie Erfolge 
als Oratorien-Altistin. 1946 betrat sie erstmals die Biihne; sie 
sang bei den Festspielen von Glyndebourne in der Urauffuhrung 
der Oper The Rape of Lucretia von Benjamin Britten die Titel- 
rolle. 1947 bewunderte man in Glyndebourne ihre erschutternde 
Darstellung der Titelrolle in Glucks Orpheus. Diese beiden Rol- 
len blieben ihre einzigen Opern-Partien. Nun wurde die Kiinst 
lerin weltberiihmt. Sie sang hauptsachlich im Konzertsaal in 
Wien und Mailand, bei den Festspielen von Salzburg, in Amster 
dam und Briissel, in New York und San Francisco, in Stockholm 
und Oslo und gait als groJBte Altistin ihrer Epoche. Die Karriere 
der Sangerin wurde durch eine unheilbare Krankheit zu friih un- 
terbrochen. Im Februar 1953 sang sie mit iibermenschlicher An- 
strengung nochmals an der Coventgarden Oper von London den 
Orpheus von Gluck. 

Altstimme von wannem, samtigem Wohllaut, deren Vortrag eine 
fast suggestiv zu nennende Wirkung besafi, so dafi jede ihrer In- 
terpretationen zu einem unvergefilichen Erlebnis wurde. Als Bach- 
und Handel-Sangerin, aber auch im Liedgesang unvergleidilich. 
Schallplatten auf Columbia (hier u. a. Solo in der Matthauspassion 
und Orpheus von Gluck) und auf Decca (Lied von der Erde 
von Gustav Mahler). 

Feuge, Elisabeth, Sopran * 1902 Dessau, t 4. 7. 1942 Miinchen 
(Selbstmord) ; Tochter eines beriihmten Sanger-Ehepaares; ihr Va- 
ter, Oscar Feuge (18611913), wirkte lange Jahre als Tenor am 
Hoftheater von Dessau, ihre Mutter, Emmy Feuge-Gleiss (1863 
bis 1923), war am gleichen Theater als Koloratursopranistin tatig 
und sang u. a. bei den Festspielen von Bayreuth. Die Kiinstlerin 



Feuge-Gleiss 164 

murde durdi ihre Mutter ausgebildet und debutierte 1921 in Des 
sau. 1923 kam sie an die Miinchener Staatsoper, deren Mitglied 
sie bis zu ihrem Tod blieb. Sie vollendete ihre Ausbildung in 
Miinchen bei Hans Bufimeyer und gastierte an den Staatsopern 
von Dresden und Stutgart, vor allem aber an der Wiener Staats 
oper. Bei den Festspielen von Salzburg sang sie die Donna Anna 
im Don Giovanni. 1932 war sie in Amsterdam und im Haag 
zu Cast. 1931 wirkte sie in Miinchen in der Urauffuhrung von 
Weinbergers Oper Die geliebte Stimme mit. Sie war an der 
Miinchener Hofoper als Hilfsspielleiterin ta'tig. 
Reidie Sopranstimme von hohem stilistischem Einfuhlungsverrno- 
gen, besonders als Interpretin von Wagner und Richard Strauss 
geschatzt. 
Von ihr existiert eine einzige Parlophon-Platte. 

Feuge-Gleiss, Emilie, Sopran, * 1863 in der Rheinpfalz, t 1923 
Dessau; studierte bei Adolf Schimon in Miinchen und in Leipzig. 
Sie begann ihre Karriere 1890 an der Berliner Hofoper, wo sie bis 
1892 blieb. Dann sang sie 189394 am Hoftheater von Schwerin, 
18941922 am Hoftheater von Dessau, wo sie iiberaus beliebt 
war. 18971906 wirkte sie bei den Bayreuther Festspielen, vor 
allem in der Partie des Waldvogels im Siegfried, mit. Sie sang 
audi unter dem Namen Emmy Feuge-Gleiss und war verheiratet 
mit dem lyrischen Tenor Oskar Feuge, der gleichfalls in Dessau 
wirkte. Ihre Tochter, Elisabeth Feuge, wurde eine bedeutende 
Sopranistin. 

Von ihrem silberhell getonten Koloratursopran sind einige aufierst 
seltene Flatten auf G & T vorhanden. 

Fidesser, Hans, Tenor, * 1899; begann seine Karriere 1922 als Bari- 
ton am Stadttheater von Plauen und sang 192426 am National- 
theater Mannheim. Nachdem seine Stimme sich zum Tenor gewan- 
delt hatte, war er als solcher am Stadttheater von Elberfeld und seit 
1928 an der Stadtischen Oper Berlin engagiert, sang aber auch hau- 
fig an der Berliner Staatsoper. In den Jahren 192931 gastierte er 
regelmaJSig an der Staatsoper von Wien; bei den Salzburger Fest 
spielen sang er den Tamino in der Zauberfl6te. 1934 Gastspiel 
in Amsterdam als Belmonte in Mozarts Entf iihrung* ; gastierte 
weiter in Paris und Stockholm. Trat auch im deutschen Tonfilm 
auf. 

Lyrische Stimme, zumal im Mozart-Repertoire geschatzt; grower 
Operettensanger. 
Sehr wenige Aufnahmen auf Parlophon. 

Figner, Nikolai, Tenor, * 1856 St. Petersburg, t 13. 12. 1919 Kiew. 
Ausbildung am Konservatorium von St. Petersburg sowie in Ita- 
lien. Debutierte 1882 am Teatro San Carlo von Neapel. Grofie Er- 
folge an italienischen Biihnen, darunter auch an der Mailander 
Scala. Sang dort 1887 in der Urauffuhrung der Oper Edmea von 
Catalani, wobei er darauf bestand, dafi dem jungen, noch ganz un- 



165 Fineschi 

bekannten Dirigenten Arturo Toscanini die Leitung des Ordiesters 
anvertraut wurde. Nadi Gastspielen in Madrid und Bukarest wurde 
er 1887 an die Hofoper von St. Petersburg berufen. Hier eilte er 
von Erfolg zu Erfolg, ebenso auch seine Gattin, die italienisdie 
Sangerin Medea Mei-Figner. Das Sanger-Ehepaar nahm bedeuten- 
der Einflufi auf das russische Musikleben seiner Zeit. Der mit ihnen 
befreundete Komponist Tschaikowsky vollendete auf dem Landsitz 
des Ehepaars Figner bei Tula seine Oper Pique Dame. In der 
Urauffuhrung dieser Oper am 19. 12. 1890 in St. Petersburg sang 
Nikolai Figner den Hermann, Medea Mei-Figner die Lisa. Weitere 
Urauffuhrungen in St. Petersburg, in denen die Kiinstler mitwirk- 
ten, waren Jolanthe von Tschaikowsky (1891), Doubrowsky 
von Napravnik (1895) und Francesca da Rimini* von Napravnik 
(1902). Nikolai Figner blieb bis 1903 Mitglied der Petersburger 
Oper, gab aber spater nodi Gastspiele und Konzerte. In den Wir- 
ren der Revolution von 1917 verarmte der einst vergotterte Kiinst 
ler vollig. 

Von ihm existieren einige sehr seltene Schallplatten auf G Be T, 
die altesten aus dem Jahre 1901. 

Filippesdii, Mario, Tenor, * 7. 6. 1907 Pisa; war zunachst Polizei- 
beamter. Nadi seinem Gesangsrudium debiitierte er 1937. 193840 
hatte er seine ersten Erfolge an der Italienischen Oper in Holland. 
Wahrend des zweiten Weltkrieges sang er viel in Deutschland mit 
italienischen Operntruppen. Seit 1946 hatte er dann eine sehr er- 
folgreiche Karriere an der Mailander Scala wie audi an der Oper 
von Rom, am Teatro San Carlo von Neapel und in Florenz, wo er 
1952 in Clucks Armida auftrat. Gastspiele fuhrten ihn an das 
Teatro Col6 von Buenos Aires, an die Oper von Mexico City, an 
Opernbuhnen in Spanien und Portugal. 

Seine voluminose, strahlende Stimme fand die ihr gemafien Auf- 
gaben vor allem in den heldischen Partien der italienischen Oper. 
Schallplatten: Solo-Platten auf HMV, auf Cetra in vollstandiger 
Aufnahme Rossinis Wilhelm Tell, auf Columbia in Norma 
als Partner von Maria Callas, auf HMV als Titelheld in integraler 
Aufnahme von Verdis Don Carlos, auf Philips in Mose in 
Egitto von Rossini. 

Finesdii, Onelia, Sopran, * 5. 4. 1924 (?) Florenz; Biihnendebut 1943 
in Florenz als Desdemona in Othello. 1943 Tournee mit einer 
Operntruppe durch Holland und Deutschland. Wenig spater hatte 
sie an der Mailander Scala, an der Oper von Rom und am Teatro 
Fenice von Venedig bedeutende Erfolge. 1946 gastierte sie an der 
Coventgarden Oper London als Mimi in La Boheme*. 1948 sang 
sie an der Scala die Leila in den Perlenfischem> von Bizet, 1946 
wirkte sie bereits bei den Festspielen von Verona mit. In den 
funfziger Jahren machte sie eine Stimmkrise durch, nahm aber 
nach langerer Pause 1959 wieder ihre Karriere an der Oper von 
Rom auf. Verheiratet mit dem Tenor Francesco Albanese. 



Finzi-Magrini ^ 166 

Zu den Glanzpartien der Kiinstlerin zahlten die Traviata und 
die Butterfly. 
Sdiallplatten: Cetra. 

Finzi-Magrini, Giuseppina, Sopran, * 5. 5. 1878 Turin, t 30. 11. 
1944 Turin. Debiitierte 1900 und hatte dann eine erfolgreiche Kar- 
riere an den grofien italienischen Biihnen; sang am Teatro Co- 
stanzi in Rom, auch an der Mailander Scala. 1910 gastierte sie in 
Belgien, spater auch in Frankreich. Nach dem ersten Weltkrieg liefi 
sie sich in Turin als Gesanglehrerin nieder. Wahrend des zweiten 
Weltkrieges mufite sie sich als Jiidin verborgen halten und starb 
in grofiter Armut. 

Technisch vollendet durchgebildeter, brillant gefuhrter Koloratur- 
sopran, vor allem in den klassischen Belcanto-Partien geschatzt. 
Sdiallplatten auf G & T (Mailand, 1904), Fonotipia (Mailand, 
1905), Columbia, Pathe 4 ; auf HMV nur ein Duett mit Titta Ruffo. 

Fischer, Lore, Alt, * 27. 5. 1911 Stuttgart; studierte an der Musik- 
hochschule von Stuttgart Gesang und Violinspiel; dann Ausbil- 
dung an der Musikhochschule von Koln durch Maria Philippi. 1934 
gab sie ihre ersten Konzerte und wurde nun als Solistin in Ora- 
torien und als Lied-Interpretin bekannt Trat in den Musikzentren 
in Deutsdiland wie im Ausland auf. 1942 heiratete sie den Brat- 
sdbisten Rudolf Nel. Mit ihm und dem Komponisten Hermann 
Reutter griindete sie das Lore-Fischer-Trio, das vor allem Kompo- 
sitionen der Barockzeit zum Vortrag brachte. Lebt in Munchen- 
Grafelfing, von wo aus sie ihrer ausgedehnten Konzerttatigkeit 
nachkommt. 
Sdiallplatten der Marken Polydor und Philips. 

Fischer, Res, Alt, * 8. 11. 1896 Berlin; studierte an Konservatorien 
in Berlin, Prag und Stuttgart und war in Berlin noch Schulerin von 
Lilli Lehmann. Debiitierte 1927 am Stadttheater von Basel, wo sie 
bis 1935 bk'eb; sang 193541 am Opernhaus von Frankfurt a. M., 
seit 1941 Mitglied der Stuttgarter Staatsoper. 1942 wirkte sie bei 
den Festspielen von Salzburg mit. Nach dem zweiten Weltkrieg 
grofie Internationale Karriere mit Gastspielen an den Staatsopern 
von Wien, Munchen, Hamburg, an der Mailander Scala, an der 
Grand Ope'ra von Paris, in Briissel und Amsterdam und besonders 
am Teatro Col6n von Buenos Aires. Die Karriere der Kiinstlerin 
dauerte sehr lange; 195961 feierte man sie bei den Festspielen 
von Bayreuth als Mary im Fliegenden Hollander*. 
Schallplatten: auf DGG (u. a. Knusperhexe in Hansel und Gretel*) 
und auf Philips (vollstandiger Fliegender Hollander* aus Bay 
reuth). 

Fischer-Dieskau, Dietrich, Bariton y * 28. 5. 1925 Berlin. Begann mit 
16 Jahren seine Ausbildung bei Georg A. Walter in Berlin. 1943 
wurde er Soldat und geriet 1945 in Italien in englische Kriegs- 
gefangenschaft. Nadi seiner Entlassung weitere Studien bei Her 
mann WeiSenborn in Berlin. Erstes Auftreten 1947 als Solist im 



167 Flagstad 

Deutschen Requiem in Freiburg i. Br. 1948 Biihnendebiit an der 
Stadtischen Oper Berlin, deren Mitglied er seitdem geblieben ist. 
Sang an den Staatsopern von Miinchen und Wien. 1950 gastierte 
er an der Mailander Scala, 1951 sang er unter Sir Thomas Beecham 
in London, 1952 unter Wilhelm Furtwangler bei den Festspielen 
von Salzburg und an der Wiener Staatsoper. Triumphale Erfolge 
erzielte er bei den Festspielen von Salzburg, Glyndebourne, Edin 
burgh, Luzern und seit 1954 bei den Bayreuther Festspielen. Cast- 
spiele trugen ihm in den Zentren des europaisdien wie des ameri- 
kanischen Musiklebens grofite Erfolge ein. 1965 triumphaler Er- 
folg an der Coventgarden Oper London als Mandryka in Ara- 
bella. Weltberuhmt wurde er als Lied-Interpret. Er gilt allgemein 
als der bedeutendste Liedersanger seiner Zeit, wobei man neben 
der Feinheit der Textausdeutung die hohe Musikalitat seines Vor- 
trages und die tiefe Durchgeistigung seiner Auffassung bewundert, 
Nadh. dem Tod seiner ersten Gattin, der Cellistin Irmgard Pop- 
pen, heiratete er 1965 die Filmschauspielerin Ruth Leuwerik. 
Warme, ausdrucks voile Baritonstimme, auf der Btihne wie im Kon- 
zertsaal in einem umfassenden Repertoire bewundert. 
Von dem Kiinstler sind sehr viele Schallplattenaufnahmen auf 
HMV und DGG vorhanden, in erster Linie Lied-Platten. Unter 
seinen Opern-Aufnahmen sind die vollstandigen Opern Orpheus 
von Gluclc, Don Giovanni*, Figaros Hochzeit*, Fidelio, Elek- 
tra, Capriccio von R. Strauss, Rigoletto, Der fliegende Hol 
lander* und Die Zauberflote zu finden. 

Fisher, Sylvia, Sopran, * 1911 Melbourne; Klavier- und Gesang- 
studium am Albert Street Conservatory in Melbourne, dann bei 
Adolf Spirakovsky. 1932 Operndebiit in Melbourne als Hermione 
in Cacfmus und Hermione* von Lully. Sang in den folgenden 
Jahren viel im australischen Rundfunk, aber auch Konzert und 
Oper, 1947 kam sie nach England, wo sie an der Coventgarden 
Oper London als Leonore im Fidelio debiitierte. 1948 sang sie 
an dieser Buhne die Elsa im Tannhauser und die Marschallin 
im Rosenkavalier-. Nach erneutem Studium bei Frida Leider in 
Berlin wurde sie vor allem im Wagner-Fach bewundert. 1952 ga 
stierte sie an der Oper von Rom, 1957 feierte man sie in London 
als Brunnhilde im Ring-Zyklus. 

Erst sehr spat erschienen Schallplatten der grofien Sangerin, und 
zwar sang sie in einer vollstandigen Aufnahme des Albert Her 
ring* von Britten auf Decca. 

Flagstad, Kirsten, Sopran, * 12. 7. 1895 Hamar (Norwegen), t 8. 12. 
1962 Oslo; wurde ausgebildet aurdi Ellen Schytte-Jacobsen in Oslo. 
Debiitierte 1913 in Oslo als Nuri in Tiefland. Nadi weiterem 
Studium bei Albert Westwang in Oslo und Gillis Bratt in Stock 
holm kam sie 1917 als Soubrette an das Mayol Theater in Oslo, 
wo sie hauptsachlich Operette sang. 1921 unternahm sie eine 
Frankreich-Tournee, die keine besonderen Erfolge brachte. 1928-32 



Fleischer 168 

war sie am Stadttheater von Goteborg engagiert. 1933 trat sie bei 
den Bayreuther Festspielen auf und hatte dort 1934 als Sieglinde 
in der Walkure und als Gutrune in der G6tterdammerung 
ihren ersten grofien Erfolg. Darauf wurde sie an die Metropolitan 
Oper New York verpflichtet, wo sie 1935 ein sensationelles Debut 
als Sieglinde hatte. Mit einem Schlag gait sie als die bedeutendste 
Wagner-Interpretin ihrer Zeit. An der Metropolitan Oper eilte sie 
bis 1941 von Triumph zu Triumph. 1936 gastierte sie an der Lon 
doner Coventgarden Oper und an der Staatsoper von Wien. Man 
feierte sie an den Opernhausern von Chicago, San Francisco und 
Zurich und am Teatro Col6n von Buenos Aires. 194145 lebte sie 
zuriickgezogen in ihrer norwegischen Heimat. Nach dem Kriege 
erhob man gegen sie und ihren Mann Henry Johansen vollig un- 
begriindet den Vorwurf der ^Collaboration mit der deutschen Be- 
satzungsmacht. 194748 unternahm sie eine triumphale Nordame- 
rika-Tournee; 194851 sang sie hauptsachlich an der Londoner 
Coventgarden Oper. 194950 bewunderte man sie bei den Fest 
spielen von Salzburg als Leonore im Fidelio, 1951 am Londoner 
Mermaid Theatre als Dido in Dido and Aeneas von Purcell. 
1952 an der Metropolitan Oper als Alceste von Gluck gefeiert. 
1955 nahm sie von der Biihne Abschied; 195860 war sie Direk- 
torin des Opernhauses von Oslo. 

Eine der schonsten Stimmen des 20. Jahrhunderts, in der sich 
dunkle, satte Klangtonung mit Grofie des kunstlerischen Ausdrucks 
und unfehlbarer Technik verband. 

Schallplatten: erste akustische Aufnahmen auf Odeon; elektrische 
auf HMV (vollstandiger Tristan unter Furtwangler und Dido 
und Aeneas), RCA und Decca (vollstandige Opern Rheingold, 
Die Walkxire, G6tterdamrnerungv Alceste) . 

Fleischer, Edytha, Sopran, * 5. 4. 1898 Falkenstein (Oberpfalz); in 
Berlin Schtilerin von Lilli Lehmann. Debut 1919 am Deutschen 
Opernhaus Berlin. 192224 Nordamerika-Tournee mit der German 
Opera Company. Blieb in Amerika und gehorte 192526 der Wil 
liam Wade Hinshaw Company an. 1926 kam sie an die New Yor 
ker Metropolitan Oper (Antrittsrolle: Erste Dame in der Zau- 
berflote*). War zehn Jahre lang Mitglied der Metropolitan Oper, 
wo sie in vielen Rollen aus dem Koloraturfach erfolgreich war. 
GroJSe Erfolge in Nordamerika, aber auch in Deutschland und Da- 
nemark als Konzertsopranistin. 193649 war sie am Teatro Col6n 
von Buenos Aires verpflichtet; seit 1949 Gesangpadagogin am 
Konservatorium der Stadt Wien. 
Wenige Schallplatten auf Polyphon und Victor. 

Fleisdier-Edel, Katharina, Sopran, * 27. 9. 1873 Miilheim an der 
Ruhr, t 18. 7. 1928 Dresden. Studierte am Konservatorium von 
Dresden bei August Iffert. Debiitierte 1893 in einem Konzert der 
Dresdner Liedertafel. 1894 Biihnendebiit an der Dresdner Hof- 
oper als Brautjungfer im Freischiitz. Nadi dreijahriger Tatigkeit 



1*9 Fleta 

in Dresden wurde sie 1879 von Pollini an das Opernhaus von 
Hamburg verpflichtet. Langer als 20 Jahre wirkte die gefeierte So- 
pranistin an dieser Buhne; vor allem im Wagner-Fach geschatzt. 
Gastierte 1901 an der Hofoper von Wien; weitere Gastspiele an 
den Hofopern von Berlin und Dresden und an der Coventgarden 
Oper London; 1906-07 Mitglied der Metropolitan Oper New York. 
Sang bei den Festspielen von Bayreuth 1904 die Elisabeth im 
Tannhauser und die Gutrune in der Gotterdammerung / 1906 
die Brangane im Tristan und die Sieglinde, 1908 abermals die 
Sieglinde und die Elsa im Lohengrin. Lebte spater als Padagogin 
in Dresden. 

Seltene Schallplatten der Marke Odeon (Hamburg, 1906-09). 
Flesch, Ella, Sopran, * 16. 6. 1900 Budapest, t 6. 6. 1957 New York; 
sie war eine Nichte des Geigers Karl Flesch. Studierte in Buda 
pest und Wien und debiitierte 1922 an der Staatsoper Wien als 
Aida. 192225 sang sie an der Wiener, 192534 an der Miinchener 
Staatsoper. Hier feierte man sie als Tosca, als Salome, als Venus 
im Tannhauser, als Octavian im Rosenkavalier und in vielen 
anderen Partien. 1934 mufite sie als Jiidin Deutschland verlassen 
und war dann 1934-36 am Deutschen Theater von Prag, 1936-38 
an der Wiener Staatsoper engagiert. 1938 wanderte sie nach Nord- 
amerika aus, wo sie 194347 an der Metropolitan Oper von New 
York wirkte. Spater lebte sie als Padagogin in New York. 
Die Stimme der Sangerin ist auf der Schallplatte nur in einer 
ganz kurzen Passage im Finale des II. Aktes einer vollstandigen 
Aufnahme der Walkiire zu horen (HMV) ; sie vertrat in dieser 
Szene Martha Fuchs in der RoIIe der Brtinnhilde. 

Fleta, Miguel, Tenor, * 28. 12. 1893 Albalata del Cinca bei Huesca 
(Spanien), t 31. 5. 1938 La Corufia. Ausgebildet an den Konser- 
vatorien von Barcelona und Madrid; arbeitete zeitweilig in einem 
belgisdien Bergwerk. Debiitierte 1919 an der Oper von Triest in 
Francesca da Rimini von Zandonai. Heiratete die Sopranistin 
Luisa Pierrick, von der er sich spater wieder trennte. Grofie Erfolge 
an den italienischen Biihnen; die Kritik verglich seine Stimme mit 
der von Enrico Caruso. 1922 sang er am Teatro Costanzi in Rom 
in der Urauffuhrung von Zandonais Giulietta e Romeo. 1923 bis 
1925 Mitglied der Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: 
Cavaradossi in Tosca). 1922-27 regelmafiig am Teatro Col6n 
von Buenos Aires zu Gast. Man feierte ihn an der Mailander 
Scala, an der Coventgarden Oper von London, an der Grand 
Opera von Paris, in Wien, Madrid, Barcelona, Rom und Budapest. 
Am 25. 4. 1926 sang er an der Mailander Scala in der Urauffiih- 
rung von Puccinis nachgelassener Oper Turandot die Rolle des 
Prinzen Kalaf, Fur die Spielzeit 192627 war er wieder an die Me 
tropolitan Oper verpflichtet, trat dieses Engagement jedoch nicht 
an, da er angeblich in Spanien Militardienst abzuleisten hatte, Es 
kam darauf zu einem ProzeE zwischen ihm und der Direktion der 



Forstel 170 

Metropolitan Oper, der 1931 zu seinen Ungunsten beendet wurde. 
Seit 1928 sang er ausschliefilich in Spanien, wo er eine grofie Po- 
pularitat genofi. Wahrend des Spanischen Biirgerkrieges trat er fur 
General Franco ein und wurde von den Kommunisten in Abwesen- 
heit zum Tode verurteilt. Er starb nach einer Operation. 
Herrlich gebildete, strahlende Tenorstimme von grower Ausdrucks- 
kraft, zumal im lyrischen Repertoire gefeiert. 
Schallplatten ausschliefilich auf HMV und Victor. 
Forstel, Gertrude, Sopran, * 21. 12. 1880 Leipzig, t 7. 6. 1950 Bad 
Godesberg. Ihr Vater war Mitglied des Leipziger Gewandhaus- 
Orchesters. Studierte am Konservatorium von Leipzig Klavierspiel 
und debiitierte 1897 als Pianistin. Ihre Stimme wurde durch An- 
gelo Neumann entdeckt, der sie auf seine Kosten bei Frau Selma 
Nicklass-Kempner in Berlin studieren liefi. Sie vollendete ihre Aus- 
bildung bei Aglaja von Orgeni in Dresden. Debut 1900 am Deut- 
schen Theater von Prag als Amina in La Sonnambula* von Bel 
lini. Blieb bis 1906 in Prag und war dann 190612 gefeiertes Mit 
glied der Wiener Hofoper. 1911 sang sie in der Wiener Premiere 
des Rosenkavalier die Sophie. In den Jahren 190412 wirkte sie 
bei den Festspielen von Bayreuth mit. Beim Salzburger Mozart- 
Fest von 1910 trat sie als Papagena in der Zauberfl6te hervor. 
Seit 1912 wurde sie als Konzertsopranistin allgemein bekannt. 
So sang sie 1920 beim Gustav Mahler-Fest in Amsterdam, 1927 
bei der Beethoven-Zentenar-Feier in Wien und bei den Bonner 
Beethoven-Festen. Nach Beendigung ihrer Karriere wirkte sie als 
Padagogin an der Musikhochschule von Koln. 
Neben der brillanten Gesangtechnik bewunderte man auf der Buhne 
wie auf dem Konzertpodium die feinsinnige Nuancierung ihres 
Vortrages. 

Schallplatten der Marken G & T (Prag, 1904-06; Bayreuth, 1904), 
Pathe" und Polydor. 

Foerster-Lauterer, Bertha, Sopran, * 11. i. 1869 Prag, t 9. 4 1936 
Prag; Schulerin von Antonia Plodkovd und Tauwitz in Prag. De 
biitierte 1888 am Nationaltheater von Prag als Agathe im Frei- 
schutz. 1890 heiratete sie den Komponisten Joseph Bohuslav 
Foerster (18591951). 1892 gastierte sie mit dem Ensemble der 
Prager Oper anlaMich der Weltausstellung in Wien. Hier bewun 
derte man sie als Xenia in Dimitrij von Dvorak. Bis 1893 blieb 
sie in Prag und sang 18931901 sehr erfolgreich am Opernhaus 
Hamburg. 1901 folgte sie einem Ruf an die Hofoper von Wien. 
Gastspiele in Berlin und Mimchen. 1914 gab sie ihre Biihnenlauf- 
bahn auf. Lebte seitdem in Prag. 

Man bewunderte die Klangschonheit ihrer Stimme ebenso wie die 
Warme und die Reife ihres Vortrages. 
Von ihr gibt es acht seltene Aufnahmen auf G & T (Wien, 1903). 

Fohstr8m, Alma, Sopran, * 2. i. 1856 Helsinki, f 20. 2. 1936 Hel 
sinki; sie entstammte einer sehr musikalischen Familie, ihr Bru- 



i/ 1 Forma 

der Karl Ossian Fohstrom war ein bedeutender Cellist und Diri- 
gent, ihre Schwester Elin Fohstrom tinter dem Kunstlernamen Elina 
Vandar eine bekannte Sopranistin. Sie erhielt Hire Ausbildung bei 
den Padagogen H. Nissen-Saloman in St. Petersburg, Francesco 
Lamperti in Mailand und Dsiree Art6t de Padilla in Paris. Debut 
1878 in Helsinki als Marguerite im Faust von Gounod. Sie 
unternahm ausgedehnte erfolgreiche Gastspielreisen in Europa und 
Nordamerika, hatte jedoch ihre grofiten Erfolge in den Jahren 
18901900 an den Hofopern von St. Petersburg und Moskau. 
18891917 lebte die Kxinstlerin in St. Petersburg. 1909 trat sie in 
Helsinki letztmalig offentlich auf und wurde dann Lehrerin am 
Konservatorium von St. Petersburg. Nach der Revolution von 1917 
verlieS sie Rutland und wirkte als Lehrerin am Konservatorium 
von Helsinki, seit 1920 fur einige Jahre am Stern'schen Konser 
vatorium in Berlin. 

Koloratursopran von hochster tedmischer Vollendung. 
Nachdem man lange angenommen hatte, Alma Fohstrom habe 
keine Schallplatten hinterlassen, ist doch eine einzige Aufnahme 
auf Path< gefunden worden, die zu den grofiten Raritaten zahlt. 

Formidii, Cesare, Bariton, * 15. 4. 1883 Rom, f 21. 7. 1949 Rom; 
studierte anfanglich Reditswissenschaften und promovierte an der 
Universitat von Rom zum Dr. jur. War einige Zeit als Advokat 
in Rom tatig, studierte dann aber Gesang bei Vincenzo Lombardi, 
di Pietro und Luigi Rasi in Rom. Nach einigen Versuchen an klei- 
neren Buhnen erfolgte sein offizielles Debiit 1911 am Teatro Li- 
rico in Mailand. Seine Karriere entwickelte sich schnell, und be- 
reits 1914 gait er als einer der bedeutendsten italienischen Bari- 
tonisten. 1912 Gastspiel-Tournee in Rutland; 1914 sang er am 
Teatro Col6n von Buenos Aires, u. a. den Klingsor in der dortigen 
Parsifal -Premiere. 191822 gastierte er an den grofien spa- 
nischen Buhnen, namentlich in Madrid und Barcelona, 1922 an der 
Grand Ope*ra von Paris, an der er seither fast alljahrlich auf trat. 
Sang auch in Monte Carlo, Wien und Prag. 192232 gefeierter 
Erster Bariton der Oper von Chicago. 1924, 1931 und 1933 an der 
Londoner Coventgarden Oper, 1925-26 wiederum am Teatro Co- 
I6n, 1934 an der Oper von Kopenhagen gefeiert; sang 1934 noch- 
mals den Jago in Verdis Othello am Teatro San Carlo von 
Neapel und gab dann seine Karriere auf; wirkte danach als Impre 
sario. 

Baritonstimme von ungewohnlichem Volumen und einer beson- 
deren dramatischen Ausdruckskraft. 

Schallplatten: Von 1911 bis 1933 erschienen von ihm Aufnahmen 
auf Columbia, darunter eine vollstandige Rigoletto-Aufnahme 
(1924). 

Fornia, Rita, Sopran-Alt, * 1878 San Francisco, t 27. 10. 1922 Pa 
ris; eigentlich Regina Newman. Studium bei Emil Fischer und 
Sofia Scalchi in New York und bei Selma Niddass-Kempner in 



Forrester 172 

Berlin. Debiitierte 1901 am Opernhaus Hamburg als Eudoxia in 
HaleVys Judin. 1902 weitere Studien bei Jean de Reszke in 
Paris. 1903 sang sie an der Academy of Music in Brooklyn den 
Siebel im Faust von Gounod. 190406 Nordamerika-Tournee mit 
der Savage Opera Company. 1907 wurde sie an die Metropolitan 
Oper New York berufen, der sie bis 1922 angehorte (Antrittsrol- 
le: Geisha in Iris von Mascagni). Hier sang sie eine Vielzahl 
meist kleinerer Partien, wobei sie sowohl Sopran- als auch Alt- 
Partien zum Vortrag brachte. Einmal sprang sie ohne Probe fiir die 
erkrankte Marcella Sembrich als Rosine im Barbier von Sevilla 
ein, ein andermal fiir Emma Eames als Leonore im Troubadour. 
1915 sang sie an der Metropolitan Oper in der Urauffiihrung von 
Giordanos Oper Madame Sans-Gene, am 14. 12. 1918 in der 
Urauffiihrung von Suor Angelica von Puccini. Sie starb wahrend 
eines Besuches bei ihrer Schwester in Paris. 

Die Sangerin sang exklusiv fur Victor, kurz vor ihrem Tod er- 
schien eine Platte auf Vocalion. 

Forrester, Maureen, Alt, * 1924 Montreal; ausgebildet durch Bernard 
Diamant in Toronto. Nachdem sie bereits am kanadischen Rund- 
funk gesungen hatte, erfolgte 1953 ihr Konzertdebiit in Montreal. 
1956 hatte sie einen glanzenden Erfolg in der New Yorker Town 
Hall in der Auferstehungs-Sinfonie von Gustav Mahler unter 
Bruno Walter. Sie konzertierte dann zusammen mit den fiihrenden 
amerikanischen Orchestern und erschien u. a. in Boston, Phil 
adelphia und San Francisco. Ihre Konzertreisen brachten ihr dann 
auch in Deutschland, Holland, Frankreich, Spanien, Belgien und in 
den skandinavischen Staaten grofie Erfolge. Auf der Buhne ist 
die Kunstlerin nicht aufgetreten. 
Schallplatten: RCA, DGG. 

Forsell, John, Bariton, * 6. 11. 1868 Stockholm, t 30. 5. 1941 Stock 
holm. Zuerst Offizier in der schwedischen Armee. Begann als Leut- 
nant sein Gesangstudium an der Koniglichen Musikakademie in 
Stockholm und bei Julius Giinther. Nach weiterer Ausbildung 
durch Willman und Signe Hebe debiitierte er 1896 an der Konig 
lichen Oper von Stockholm als Figaro im Barbier von Sevilla. 
1901 nahm er seinen Abschied von der Armee; 1902 gastierte er 
an der Oper von Kopenhagen, wo er in den Jahren 190306 stan- 
dig auftrat. 1909 bewunderte man ihn an der Londoner Covent- 
garden Oper als Don Giovanni. 190910 sang er an der Metropoli 
tan Oper New York. Der Kiinstler blieb wahrend seiner ganzen 
Karriere Mitglied der Stockholmer Hofoper, entfaltete jedoch eine 
ausgedehnte Gastspieltatigkeit So trat er in Berlin und Wien, in 
Amsterdam und Helsinki, in Salzburg und in London auf. 1909 
wurde er zum schwedischen Hofsanger ernannt, 192339 leitete er 
als Direktor die Konigliche Oper von Stockholm, trat aber auch 
noch als Sanger auf (so 1938 in Kopenhagen als Don Giovanni). 
Zugleich Gesangpadagoge in Stockholm. 



173 Porti 

Warme, ausdrucksreiche Baritonstimme; beherrschte ein Reper 
toire von liber 90 Partien, damnter als Glanzrolle den Don Gio 
vanni. 

Schone Schallplattenaufnahmen auf Berliner Records (Stockholm, 
1901-02), G & T, Lyrophone, HMV und Pathe. 

Forst, Crete, Sopran, * 16. 12. 1880 Wien; wurde unterrichtet durdi 
Hermine Granichstatten in Wien. 1898 sang sie erstmalig offent- 
lich bei einem Schulerkonzert in Wien. Biihnendebut 1900 als 
Lucia di Lammermoor am Opernhaus von Koln. Blieb dort zwei 
Jahre und wurde 1902 an die Wiener Hofoper berufen. Hier sang 
sie als Antrittsrolie die Lucia di Lammermoor. In Wien erzielte 
sie grofie Erfolge; wirkte 1908 in Wien in der Urauffuhrung der 
Oper Ein Wintermarchen* von Goldmark mit. Bis 1911 blieb sie 
an der Wiener Hofoper tatig, gab aber auch spater nodi einzelne 
Gastspiele und Konzerte und wirkte in Wien als Gesanglehrerin. 
Als Konzertsopranistin trat sie u. a. bei den Niederrheinischen 
Musikfesten auf. 

Der Koloratursopran der Kunstlerin wurde durch technisdie Bril- 
lanz und durch die schwebende Leichtigkeit der Tongebung zu un- 
gewohnlichen Leistungen befahigt. 

Von ihrer Stimme existiert eine Anzahl schoner Schallplattenauf- 
nahmen auf G & T (Wien, seit 1905) und Pathe". 

Fort, Luigi, Tenor, * 2. 11. 1907 Turin. Debut 1930; im gleichen 
Jahre gab er einige Konzerte in Holland, die sehr erfolgreich wa- 
ren. 1931 sang er an der Italienischen Oper in Holland den Nadir 
in den Perlenfischern von Bizet und hatte einen uberwaltigen- 
den Erfolg. Bis 1937 trat er Jahr fur Jahr in Holland auf, wo er 
eine nicht iiberbietbare Popularitat erlangte. 1935 wirkte er beim 
Maggio musicale von Florenz in Pizzettis Orseolo mit; 1936 
kam er an die Mailander Scala. Hier sang er 1936 in der Urauf 
fuhrung der Oper I1 Campiello* von Wolf-Ferrari. 1937 gastierte 
er an der Londoner Coventgarden Oper, 1938 in Antwerpen und 
bei den Festspielen von Glyndebourne. Wahrend des zweiten 
Weltkrieges sang er fast nicht mehr (er betatigte sich in Italien 
in der Widerstandsbewegung gegen den Faschismus). Nach Kriegs- 
ende konnte er nicht mehr an seine groEen Erfolge ankmipfen. 
1947 bereiste er nochmals Holland; 1950 gab er seine Karriere auf. 
Rein lyrische Tenorstimme von beriickender Schonheit. 
Schallplatten ausschliefilich auf Columbia. 

Forti, Helena, Sopran, * 25. 4. 1884 Berlin, t 11. 5. 1942 Wien. 
Studierte bei Karl Scheidemantel in Dresden und bei Theodor 
Emmerich in Berlin. Ihr Debiit erfolgte 1906 am Hoftheater von 
Dessau als Valentine in Meyerbeers Hugenotten-. Blieb bis 1907 
in Dessau; sang 190809 in Briinn, 191011 am Deutschen Thea 
ter in Prag und 191124 an der Hofoper von Dresden. 1914 feierte 
man sie bei denFestspielenvonBayreuth als Sieglinde in der Wal- 
^ wie sie denn iiberhaupt als grojSe Wagner-Sopranistin gait. 



francell 174 

1916 sang sie an der Dresdner Hofoper in der Urauffuhrung von 
d' Alberts Oper Die toten Augen die Rolle der Myrtocle. Ga- 
stierte erfolgreich in Berlin und Wien, in Koln, Briissel, Amster 
dam und Bukarest. Seit 1917 war sie mit dem Regisseur und 
Generalintendanten Walter Bruno Iltz verheiratet. 
Von der Kunstlerin existieren einige seltene Odeon-Platten. 

Francell, Fernand, Tenor, * 1884 Paris, Ausbildung am Conserva 
toire von Paris. Debut 1906 an der Opera comique von Paris als 
Vincent in Mireille von Gounod. 1908 grofier Erfolg am Theatre 
Gaite Lyrique in Paris als Wilhelrn Meister in Mignon mit 
Jeanne Marie de 1' Isle als Partnerin. Er hatte eine lange, glanz- 
volle Karriere an der Op6ra comique, wo er in einer Vielzahl von 
wichtigen Urauffuhrungen und Premieren mitwirkte. So sang er 
1914 dort in der franzosischen Erstauffiihrang von La vida breve 
von de Falla die Rolle des Paco. Aufierhalb Frankreichs ist er 
kaum aufgerreten. Nach Beendigung seiner aktiven Sangerlauf- 
bahn war er lange Jahre Professor am Conservatoire von Paris. 
Seine ausdrucksschone, lyrische Stimme ist ausschliefilich auf Odeon- 
Platten zu horen. 

Franci, Benvenuto, Bariton, * i. 7. 1892 Pienza bei Siena; Stu- 
dium an der Accademia di Santa Cecilia in Rom, Debut 1917 am 
Teatro Costanzi von Rom als Giannetto in Lodoletta von Mas- 
cagni. An dieser Biihne sang er 1921 in der Urauffuhrung von I1 
piccolo Marat von Mascagni. Kam nach ersten Erfolgen an italie- 
nischen Theatern 1923 an die Mailander Scala, wo er als Antritts- 
rolle den Amonasro in Aida unter Toscanini sang. Blieb langer 
als zwanzig Jahre einer der prominentesten Kxinstler der Scala. 
Sang hier auch in mehreren Urauffiihrungen von Opern/ so 1924 
in Giordanos La cena delle beffe*, 1925 in I Cavalieri di Ekebu 
von Zandonai. 1925 an der Londoner Coventgarden Oper als 
Scarpia in Tosca zusammen mit Maria Jeritza gefeiert. Seit 1926 
sang er fast alljahrlich am Teatro Colon von Buenos Aires, ist 
aber nie in Nordamerika zu horen gewesen. Sang 1940 an der 
Scala den Barak in der Premiere der Richard-Strauss-Oper Die 
Frau ohne Schatten*. 1944 glanzende Erfolge am Teatro San Carlo 
von Neapel, gastierte 1946 nochmals in London. Nach einem 
schweren Unfall, den er 1955 in Triest erlitt, zog er sich aus dem 
Musikleben zuriick. 

Eine der schonsten italienischen Baritonstimmen seiner Zeit; be- 
herrschte neben dem italienischen Repertoire auch Wagner-Partien 
(Hans Sachs). 

Schallplatten: Die ersten Aufnahmen auf Phonotype (Neapel, 
1920), dann auf HMV und Columbia (hier u. a. vollstandige 
<cCarmen-Aufnahme) . 

FrancUlo-Kaufmann, Hedwig, Sopran, * 30. 9. 1878 Wien, t April 
1948 Rio de Janeiro. Wurde ausgebildet durch Franzi Miiller und 
Emilie Dorr in Wien, dann durch Aglaja von Orgeni in Dresden 



iJ5 Franz 

und Rosario in Mailand. Debiit 1898 am Stadttheater von Stettin. 
Sang 18991902 am Hof theater von Wiesbaden, 190203 an der 
Hofoper von Miinchen, 190305 an der Berliner Hofoper. 190507 
grotfe Erfolge an der Komisdien Oper Berlin. 190708 erneut an 
der Hofoper von Berlin engagiert; kam 1908 an die Wiener Hof 
oper, an der sie bis 1912 mit glanzenden Erfolgen tatig war. 1912 
bis 1917 wirkte sie am Opernhaus von Hamburg. Seit 1917 unter- 
nahm sie Gastspiele und Konzerte, die sie u. a. nadi Wien, Berlin, 
Briissel, Paris, London, und Miinchen, aber auch nadi Stidamerika 
fuhrten. 1927 gab sie ihre Karriere auf und lebte als Padagogin 
in Berlin, dann in Wien. Nach dem zweiten Weltkrieg wanderte 
die Sangerin, die mit einem Brasilianer verheiratet war, nadi Sxid- 
amerika aus. 

Vollendet schone Koloraturstimme, in der Bewaltigung hoher und 
hochster Stimmlagen uniibertroffen. 

Die ersten Schallplatten der Kunstlerin (nodi unter dem Namen 
Hedi Kaufmann) erschienen bereits 1900-01 auf Berliner Records, 
spater Platten der Marken G & T/ Parlophon und Artiphon. 

Frantz, Ferdinand, Bariton, * 8. 2. 1906 Kassel, f 25 5. 1959 Miin 
chen. Seine Stimme n'el zuerst in einem Kirchenchor auf. Ohne 
eigentliche Ausbildung debutierte er 1930 am Stadttheater von 
Halle (Saale). Anschliefiend sang er 193237 am Stadttheater von 
Chemnitz, 193743 an der Hamburger Staatsoper. 1943 wurde er 
an die Staatsoper Miinchen berufen, wo auch seine Gattin, die dra- 
matische Sopranistin Helena Braun, wirkte. RegelmSfiige Gast 
spiele brachten ihm an den Staatsopern von Wien und Dresden 
grofie Erfolge. Nach dem zweiten Weltkrieg gastierte er an der 
Mailander Scala, an der Coventgarden Oper von London, am 
Teatro San Carlo von Neapel und an anderen grofien Bxihnen. 
195253 war er Mitglied der New Yorker Metropolitan Oper. Auch 
bei den Festspielen in Salzburg trat er in Erscheinung. Er blieb 
bis zu seinem Tod Mitglied der Munchener Oper und verstarb auf 
dem Hohepunkt seiner Karriere an einem Herzschlag. 
Einer der bedeutendsten Vertreter des Heldenbariton-Fachs seiner 
Epoche, namentlich im Wagnergesang, aber auch als Konzertsan- 
ger geriihmt. 

Schallplatten der Marken Urania (vollstandige Meistersinger- 
Aufnahme), DGG (vollstandige Opern Lohengrin und Elektra) 
undHMV (Walkiire). 

Franz/ Paul, Tenor, * 30. 11. 1876 Paris, t April 1950 Paris; eigent- 
lich Francois Gauthier. Wurde zunachst Eisenbahnbeamter. Nach- 
dem er 1907 einen Gesangwettbewerb fur Amateure gewonnen 
hatte, wurde er an die Grand Opera von Paris engagiert. Jetzt 
rasche Karriere. 1909 sang er an der Coventgarden Oper von Lon 
don in der englischen Erstauffuhrung von Samson et Dalila 
von Saint-Saens den Samson. In Paris vor allem als Wagner-Tenor 
beruhmt; 1914 sang er in der Pariser Premiere des Parsifal den 



Fremstad 176 

Titelhelden. Schwerpunkt seines kiinstlerischen Wirkens blieb die 
Grand Opera, an der er lange Jahre hindurch auftrat. Gastierte 
an den ubrigen groen franzosischen Theatern sowie in Briissel. 
Nadi seinem Abschied von der Biihne Gesanglehrer in Paris. 
Grofi dimensionierte Tenorstimme voll dramatischer Intensitat; 
als Wagner-Interpret in Frankreich unerreicht geblieben. 
Sdiallplattcn: HMV, Columbia, Pathe. 

Fremstad, Olive, Sopran-Alt, * 14. 3. 1871 Stockholm, f 21. 4. 1951 
Irvington-on-Hudson bei New York; eigentlich Olivia Rundquist. 
Kam als Kind von zehn Jahren nach Nordamerika, trat bereits ganz 
jung als Pianistin auf, entschlofi sich dann jedoch zum Gesang- 
studium. 1893 kam sie nach Europa und wurde Schiilerin von Lilli 
Lehmann in Berlin, die ihren Stimmumfang dahin erweiterte, dafi 
sie auch Sopranpartien singen konnte. Debiit 1894 am Opernhaus 
von Koln als Azucena im Troubadour. Blieb hier sechs Jahre; 
sang 1896 bei den Festspielen von Bayreuth, 1897 an der Lon 
doner Coventgarden Oper (Venus im Tannhauser) . 190003 
wirkte sie an der Hofoper von Miinchen. 1903 wurde sie an die 
New Yorker Metropolitan Oper berufen; Antrittsrolle: Sieglinde 
in der Walkure. 1904 sang sie dort die Kundry in der von Bay 
reuth verbotenen amerikanischen Erstauffuhrung des Parsifal. 

1906 glanzender Erfolg an der Metropolitan Oper als Carmen, 

1907 kreierte sie hier die Salome in der amerikanischen Premiere 
der gleichnamigen Oper von R. Strauss. 1910 Gastspiel an der 
Grand Opera von Paris als Armida von Gluck unter Toscanini. 
Gastspiele an den Opern von Chicago und Boston. Blieb bis 1914 
an der Metropolitan Oper und gab spater noch Konzerte. 1920 
fand ihr Abschiedskonzert in New York statt; seitdem lebte sie 
dort als Padagogin. 

Oppige, dramatische Stimme, die ihr Bestes im Wagner-Repertoire 

gab. 

Von ihr sind relativ wenige Flatten auf Columbia erschienen. 

Freni, Mirella, Sopran, * 27. 2. 1935 Modena. Debiitierte 1955 am 
Teatro Comunale in Modena als Micaela in Carmen*. Nach ihrer 
Heirat und der Geburt eines Kindes nahm sie ihre Karriere 1957 
in Modena wieder auf. Weitere Ausbildung bei Campogalliani, 
1958 Erster Preis beim Concorso Viotti in Vercelli. Nun hatte 
die junge Kiinstlerin an alien wichtigen italienischen und auslandi- 
schen Biihnen grofie Erfolge. 1959 erschien sie beim Holland Festi 
val, 1960 bei den Festspielen von Glyndebourne als Zerline 
im Don Giovanni, 1961 an der Coventgarden Oper London als 
Zerline und als Nannetta im Falstafl> von Verdi, 1962 eroffnete 
sie die Spielzeit der Piccola Scala in Mailand mit Serse von 
Handel. Seit 1963 feierte man sie an der Scala in zahlreichen 
Rollen. Weitere Gastspiele bei den Festspielen von Wiesbaden, an 
der Wiener Staatsoper und in anderen Zentren des internationalen 
Musiklebens. Kam 1965 an die Metropolitan Oper New York. 



1/7 Friedrich 

Ausdrucksschone Stimme, die sowohl im lyrisdien als im Kolora- 
turfach beheimatet 1st. 

Schallplatten: Ariola, RCA (Carmen, Falstaff), Decca, Colum 
bia (La Boheme*). 

Friant, Charles, Tenor, * 1890 Paris t 22.4. 1947 Paris; er wurde zu- 
nachst Schauspieler und Tanzer, studierte dann Gesang und de- 
biitierte 1914 als Opernsanger. 1916 karri er an die Opera comique 
von Paris, an der er bis 1939 grofie Erfolge hatte. In dieser 
langen Zeit feierte man ihn als Jose in Carmen, als des Grieux 
in Massenets Manon, als Werther, als Cavaradossi in Tosca 
und in vielen anderen Rollen. 1923 sang er an der Opera comique 
in der Urauffiihrung der Oper La Hulla* von Samuel-Rousseau. 
Er gastierte an den Opern von Briissel, Nizza und Monte Carlo 
und an franzosischen Provinzbiihnen. 

Seine ersten Flatten erschienen auf Pathe", dann auf HMV; elek- 
trische Aufnahmen auf Odeon. 

Fridk, Gottlob, Bafi, * 28. 7. 1908 Olbronn (Wiirttemberg). Ver- 
brachte als jiingstes von 13 Kindern seine Jugend in einem schwa- 
bischen Forsthaus, begann seine Laufbahn als Chorsanger an der 
Stuttgarter Staatsoper, liefi aber wahrend dieser Zeit seine Stimme 
weiter ausbilden. Debut als Solist 1934 in Koburg. Sang dann an 
den Stadttheatern von Freiburg i. Br. und Konigsberg und kam 
1938 an die Staatsoper von Dresden. Nach dem zweiten Weltkrieg 
begann der Sanger eine glanzvolle Internationale Karriere. Er war 
standig an den Staatsopern von Wien, Hamburg und Miindien 
engagiert. Seit 1951 wirkte er bei den Festspielen von Bayreuth 
mit, wo er sich als einer der grofiten Wagner-Interpreten seines 
Stimmfadis envies. Er gastierte an der Mailander Scala, an der 
Coventgarden Oper von London, an der Grand Opera von Paris, 
in Briissel und Amsterdam und trat bei den Salzburger Festspielen 
auf. 1950 wurde er Mitglied der New Yorker Metropolitan Oper 
und hatte seitdem auch groEe Erfolge in Amerika. 
Voluminose, tiefe Bafistimme von grofiter dramatischer Ausdruds:s- 
kraft und feinem Stilgefuhl; vor allem als Wagner-Bassist, aber 
auch im Buffo-Fach beriihmt. 

Von seiner Stimme sind sehr viele Schallplatten auf den Marken 
HMV, Urania, Columbia und DGG vorhanden, darunter mehrere 
vollstandige Opern (Fidelio, Entfxihrung aus dem Serail, 
Lohengrin, Meistersinger, Die Walkiire, Die Kluge von 
C. Orff, Die verkaufte Braut). 

Friedridi, Elisabeth, Sopran, * 1893 Karlsruhe; ausgebildet durch 
Mary Esselsgroth-von Ernst in Karlsruhe. Debut 1917 am Hof- 
theater von Karlsruhe, wo sie bis 1923 blieb. 192330 war sie am 
Opernhaus Frankfurt a. M., 193044 an der Stadt. Oper Berlin 
engagiert, wo sie sehr erfolgreich war. Hier sang sie 1932 in der 
Urauffiihrung der Oper Der Sdimied von Gent von Franz Schreker 



Friedrifhs 178 

die Partie der Astarte. Gastierte 1928 und 1931 an der Wiener 

Staatsoper. 

Die als Wagner-Interpretin wie iiberhaupt als lyrisch-dramatische 

Sopranistin geschatzte Kiinstlerin ist auf Parlophon (Duette mit 

Carl Hartmann und Friedel Sdiuster) und auf HMV (Electrola) 

zu horen. 

Friedridis, Fritz, Bariton, * 13. i. 1849 Braunschweig, 1 15. 5. 1918 
Konigslutter; eigentlich Fritz Christofes. Er arbeitete zuerst als 
Tischler, seit 1869 war er als Chorist und Darsteller kleiner Schau- 
spielrollen in Braunschweig, spater in Potsdam, Stettin, Elbing, 
St. Gallen und Diisseldorf engagiert. 1883 kam er an das Stadt- 
theater von Niirnberg, und dort begann er 1884 ohne eine eigent- 
liche Ausbildung gehabt zu haben - seine Karriere als Opern- 
sanger. Als solcher wirkte er bis 1885 in Niirnberg, 188690 in 
Bremen. 1888 sang er bei den Bayreuther Festspielen den Beck- 
messer in den Meistersingern> und hatte einen uberwaltigenden 
Erfolg. In den Jahren 1890-93 beschankte sich wegen eines Ner- 
venleidens sein Auftreten auf einzelne Konzerte. 1896 feierte man 
ihn in Bayreuth als Alberich im Ring-Zyklus, 1902 als Klingsor 
im Parsifal. Seit 1896 wirkte er wieder am Stadttheater von 
Bremen, ging auch einer umfangreichen Gastspieltatigkeit nach. In 
der Saison 18991900 sang er an der New Yorker Metropolitan 
Oper. Er gastierte in Berlin, Wien, London und Hamburg. Die 
letzten 16 Jahre seines Lebens verbrachte er in geistiger Umnach- 
tung. 

Der als Beckmesser uniibertrofren gebliebene, aber auch in vielen 
anderen Partien geriihmte Sanger hat nur zwei Aufnahmen von 
Unterhaltungsliedern auf der obskuren Marke Globus hinterlassen, 
die zu Seltenheiten ersten Ranges zahlen. 

Frijsh, Povla, Sopran, * 3. 8. 1881 Aarhus (Danemark), t 10. 7. 
1960 New York; eigentlich Paula Frisch. Tochter eines Arztes; stu- 
dierte zunachst Klavierspiel und Musiktheorie am Konservatorium 
von Kopenhagen. Dann Gesangstudium bei Jean P^rier und Sarah 
de Lalande in Paris. Gab 1907 ihr erstes Konzert in Paris. 1910 
sang sie in Paris unter Gustav Mahler, 1911 bei den Liszt-Gedenk- 
feiern in Paris. 191213 Holland-Tournee. Bei ihren Liederabenden 
wurde sie oft durch den beruhmten Pianisten Alfred Cortot beglei- 
tet. 1913 trat sie in Kopenhagen auf; 1915 Konzerte in New York 
und anschlieEend Amerika-Tournee. Im ersten Weltkrieg sang sie 
vor franzosischen Soldaten. Nur selten trat sie auf der Biihne in 
Erscheinung, so 1919 an der Oper von Kopenhagen als Ingeborg in 
Drog og Marsk von Heise, spater am Theatre des Arts in Paris 
in L' Incoronazione di Poppea* von Monteverdi. Triumphale Kon- 
zertreisen in aller Welt kennzeichneten die weitere Laufbahn der 
Kiinstlerin. 192830 lebte sie in Kopenhagen/ seit 1930 in Paris. 
1940 wanderte sie nadh Nordamerika aus, wo sie als Padagogin 
an der Juilliard School of Music in New York wirkte. 



179 Fucks 

Povla Frijsh gehort zu den groten Liedersangerinnen des 20. Jahr- 
hunderts, unvergleichlich in der Subtilitat ihrer Ausdruckskunst 
und in der Feinheit ihres Stilgefiihls; zumal als Interpretin des 
franzosischen Liedes bewundert. 

Die Kiinstlerin hinterliefi ausschliefilich elektrische Aufnahmen 
der Marken HMV und Victor. 

Frind, Annie, Sopran, * 3. 2. 1900 Nixdorf (Bohmen); studierte seit 
1914 bei Frau Kohler-Riese in Dresden. Sang bereits 1916 in einem 
Konzert in der Dresdner Kreuzkirche. Weiteres Gesangstudium bis 
1922 bei Crete Merrem-Nikisch in Dresden. Buhnendebtit 1922 an 
der Berliner Volksoper. 1925-27 Koloratur-Soubrette an der Staats- 
oper vonMiinchen. Sang anscMiefiend hauptsa^Mich an der Dresdner 
Staatsoper und am Deutschen Opernhaus Berlin. Gastierte in Pa 
ris, Den Haag, Amsterdam, Prag, Riga, {Copenhagen und London. 
1928 hatte sie am Berliner Metropol Theater einen glanzenden Er- 
folg in der Premiere der Operette Casanova von Joh. StrauS- 
Benatzky. Seitdem gefeierte Operettendiva in Berlin, wo sie aber 
bis 1937 auch regelmaJSig am Deutschen Opernhaus auftrat. Wah- 
rend des zweiten Weltkrieges sang sie an einer Frontbiihne und 
arbeitete dann als Krankenschwester. Nachdem sie 1945 einen 
Tschechen geheiratet hatte, wanderte sie nach Nordamerika aus, 
wo sie in New Orleans als Gesanglehrerin lebt. 
Schallplatten auf HMV, mehrere Opernquerschnitte auf Telefunken. 

Fuchs, Eugen, Bariton, * 1895 Niirnberg; ausgebildet am Konser- 
vatorium von Nurnberg. Debiitierte 1914 am Stadttheater Niirn 
berg, wo sie bis 1920 blieb. Nach Engagements in Saarbriicken und 
Breslau sang er 192730 am Stadttheater von Freiburg i. Br. 1930 
wurde er an die Berliner Staatsoper berufen, deren Mitglied er lan- 
ger als 30 Jahre gewesen ist. Gastspiele an der Coventgarden Opei 
London, in Rom, Paris und Amsterdam. Bei den Festspielen von 
Bayreuth wirkte er in den Jahren 193334 und 1943 als Beckmesser 
in den Meistersingern mit; 195661 sang er noch in Bayreuth den 
Hans Foltz in den Meistersingern. 

Relativ wenige Schallplatten, zumeist auf Columbia und DGG 
(Martha). 

Fuchs, Martha, Sopran, * i. i. 1898 Stuttgart; begann ihre Ausbil- 
dung an der Musikhochschule von Stuttgart und vollendete sie in 
Munchen und Mailand. 1923 begann sie ihre Karriere als Konzert- 
Altistin. Nach funfjahriger Konzerttatigkeit debxitierte sie 1928, 
immer noch als Altistin, am Stadttheater von Aachen. Sang dann 
ab 1930 an der Staatsoper von Dresden, wo sich ihre Stimme zum 
hochdramatischen Sopran wandelte. Hier sang sie 1935 in der Ur- 
auffuhrung von Die schweigsame Frau von R. Strauss. Seit 1935 
war sie gleichzeitig Mitglied der Berliner Staatsoper. 1930 sang sie 
bei den Salzburger Festspielen die Annina im Rosenkavalier, 
wurde dann aber eine der bedeutendsten Wagner-Sopranistinnen 
ihrer Generation. 1933 bis 1942 stand sie im Mittelpunkt der 



Fliigel 180 

Festspiele von Bayreuth, wo man sie als Isolde, als Kundry, vor 
allem aber als Briinhilde feierte. 1933 und i935~ 37 wirkte sie in 
Amsterdam in Wagner- Auffuhrungen mit; 1938 sang sie am 
Theatre des Champs-Elyse'es in Paris die Isolde. 1936 gastierte sie 
mit dem Ensemble der Dresdner Staatsoper an der Coventgarden 
Oper von London als Donna Anna im Don Giovanni* , als Mar- 
schallin im Rosenkavalier und als Ariadne in Ariadne auf 
Naxos von R. Strauss. 1942 feierte man sie an der Wiener 
Staatsoper. Seit 1945 lebte die Kiinstlerin in Stuttgart, gab aber 
nur nodi gelegentlich Gastspiele und Konzerte. 
Voluminose, dunkel getonte Sopranstimme, deren Ausdrucksinten- 
sitat im Wagnergesang unvergefiliche Leistungen erzielte, 
Auf Telefunken (Duette aus Arabellas), HMV (vollstandige Wal- 
kiire, Lieder fur die Hugo Wolf Society), Urania (vollstandige 
Oper Der Corregidor von Hugo Wolf) und DGG. 

Fiigel, Alfons, Tenor, * 1912 Bonlanden bei Biberach, f November 
1960 Bonlanden; wurde zunachst Fliesenleger. Nachdem man seine 
schone Naturstimme entdeckt hatte, sang er dem Intendanten der 
Munchener Staatsoper Clemens Krauss vor und begann dann ein 
kurzes Studium. Debiit 1938 am Stadttheater von Ulm; von dort 
wurde er 1940 an die Staatsoper von Miinchen verpflichtet. Hier 
hatte er sehr grofie Erfolge; am 28. 10. 1942 sang er in der Urauf- 
fuhrung der Richard-Strauss-Oper Capriccio die Partie des ita- 
lienischen Sangers. Bis 1945 blieb er an der Munchener Oper, doch 
kam er durch die Zeitumstande nicht zu einer internationalen Kar- 
riere. Nadi dem zweiten Weltkrieg gastierte er noch an der Stutt- 
garter Staatsoper und am Stadttheater von Ulm. Er trat auch als 
Konzertsanger auf. 

Ausdrucksvolle, lyrische Tenorstimme, im italienisdien Opern- 
Repertoire, aber auch im Lied geschatzt. 
Einige Flatten auf DGG. 

Fugere, Lucien, Bariton, * 22. 7. 1848 Paris, t 15. i. 1935 Paris. 
Kam mit 14 Jahren als Gehilfe zu einem Bildhauer. Da ihm der 
Eintritt in das Conservatoire national verweigert wurde, studierte 
er in Abendkursen bei den Padagogen Raguneau und Edouard 
Batiste. Erstes offentliches Auftreten 1871 im Cafe-Concert Ba- 
ta-clan in Paris. 1874 ^ am er an ^ as Operettentheater Bouffes Pa- 
risiens. Erst 1877 wurde er an die Op^ra comique von Paris be- 
rufen (Antrittsrolle: Jean in Les noces de Jeannette* von Mass^). 
Fur ein Menschenalter wurde er jetzt der beliebteste Kims tier der 
Op^ra comique. An diesem Opernhaus wirkte er in vielen Urauf- 
fiihrungen mit: 1887 in Le roi malgre' lui von Chabrier, 1890 in 
La Basoche* von Messager, 1893 in *Phryn^ von Saint-Saens, 
1895 in La Vivandiere* von Godard, 1899 in Cendrillon von 
Massenet, 1901 in La fille de Tabarin* von Piern^, 1907 in For- 
tunio* von Messager. Am 2. 2. 1901 sang er an der Ope*ra comi 
que in der Urauffuhrung von Charpentiers Louise die Partie des 



.j.gi Gadski 

Vaters. Der gefeierte Kiinstler gastierte nur selten, so 1897 an der 
Coventgarden Oper von London, 190610 in Nizza und Marseille. 
Wahrend des ersten Weltkrieges gab er viele Konzerte vor fran- 
zosischen Soldaten. Seine Karriere gehorte zu den langsten, die ein 
Sanger iiberhaupt erlebt hat. 1927 feierte er sein 50jahriges Biih- 
nenjubilaum, nodi 1932 ist er an der Opera comique aufgetreten. 
Man riihmte an seiner Stimme die Subtilitat des Ausdradcs wie 
die souverane Beherrschung der Gesangtechnik und bewunderte 
zugleich seine Kunst der Darstellung. 

1902 erschienen einige sehr seltene Flatten auf Zonophone, dann 
keine weiteren Aufnahmen, endlidi 1928 elektrisdie Aufnahmen 
auf Columbia. 

Fusati, Nicola, Tenor, * 1885 (?) Rom, eigentlich Nicola Fusacchia. 
Studierte Medizin an der Universitat von Rom und legte sein 
arztliches Staatsexamen ab. 1907 debiitierte er dann aber als San 
ger. 1908 am Teatro Massimo von Palermo gefeiert; 1915 am 
Teatro Costanzi von Rom als Titelheld in Verdis Ernani, 1917 
an der Mailander Scala in der gleichen Partie bewundert. Trat an 
alien italienischen Theatern von Rang auf; 1925 bei den Festspie- 
len von Verona in Rossinis Mose in Egitto. Gastierte 1929 an 
der Coventgarden Oper London als Pollione in Norma zusam- 
men mit Rosa Ponselle. Lebt nach seinem Abschied von der Buhne 
in Rom. 

Voluminose, ausdrucksgewaltige Heldentenorstimme. 
Akustische Aufnahmen auf Fonotipia und Edison Bell, elektrisdie 
auf HMV (Titelrolle in vollstandiger Othello>>-Aumahme, 1932). 

Gadski/ Johanna, Sopran, * 15. 6. 1872 Anklam (Pommern) t 22, 2. 
1932 Berlin (nach einem Autounfall); Schulerin von Frau Schroe- 
der-Chaloupka in Stettin. Debiitierte mit 17 Jahren 1889 an der 
Berliner Kroll-Oper als Agathe im Freischutz. Weitere Engage 
ments: 1889-90 am Stadttheater von Stettin, 1890-91 am Stadt- 
theater von Mainz, 189192 abermals in Stettin, 189293 an der 
Kroll-Oper Berlin, 189395 am Stadttheater von Bremen. Nach 
einer Konzert-Tournee durch Holland bereiste sie 1895-97 mit 
der Damrosch Opera Company Nordamerika. 1899 bewunderte 
man sie bei den Festspielen von Bayreuth als Eva in den Mei- 
stersingern; 18991901 sang sie regelmafiig an der Londoner Co 
ventgarden Oper. Im Jahre 1900 kam sie an die Metropolitan Oper 
New York (Antrittsrolle: Senta im Fliegenden Hollander^). Hier 
gelangte sie von Erfolg zu Erfolg und wurde bis 1917 als Prima- 
donna gefeiert. 1905 und 1906 stand sie im Mittelpunkt der Mun- 
chener Opernfestspiele; bei den Salzburger Mozart-Festen der Jahre 
1906 und 1910 sang sie die Donna Elvira im Don Giovanni* 
bzw. die Pamina in der Zauberfl6te. 1917 mufite die Kunstlerin, 
die mit dem Leutnant Hans Tauscher verheiratet war, die USA 
nach der Kriegserkiarung an Deutschland verlassen. Sie lebte dann 
in Berlin und gab Gastspiele und Konzerte. 1928 stellte sie eine 



Gailhard 182 

Operntruppe, die German Opera Company, zusammen, mit der sie 
zwei Jahre lang eine Tournee durch Nordamerika unternahm. 
Wundervoll gebildete Sopranstimme, deren mitreiiSende Dramatik 
des Vortrages besonders im Wagner-Repertoire zur Geltung kam. 
Ihre Schallplattenaufnahmen erschienen seit 1903 auf der Marke 
Victor. Hinzu kommen einige Mapleson- Zylinder. 

Gailhard, Pierre, BaJS, * i. 8. 1848 Toulouse, t 12. 10. 1918 Paris. 
Schtiler des Conservatoire in Paris, debiitierte er 1867 an der Pa- 
riser Opera comique. 1872 kam er an die Grand Opera von Pa 
ris, hier erreichte seine Karriere den Hohepunkt. Wahrend der 
45 Jahre, die seine Karriere dauerte, sang er an den beiden grofien 
Opernhausern der franzosischen Metropole allein in 17 Opern- 
Urauffiihrungen. 1884 wurde er in das Direktorium der Grand 
Opera berufen, das er zuerst zusammen mit Ritt, dann 189399 
zusammen mit E. Bertrand wahrnahm. 1899 wurde er alleiniger 
Direktor der Grand Opera, wo er auch nodi als Sanger auftrat. 
1907 legte er dieses Amt nieder. 

Von seiner Stimme sind vier aufierst seltene Aufnahmen auf Fo- 
notipia vorhanden (Paris, 1905), die unter dem Namen Pedro 
Gailhard gesungen sind. 

Galeffi, Carlo, Bariton, * 4. 6. 1882 Rom, t 22. 9. 1961 Rom. 
Schiller von Antonio Cotogni in Rom; debiitierte 1907 am Teatro 
Quirino in Rom als Amonasro in Aida. 1910 kam er bereits an 
die New Yorker Metropolitan Oper, wo er als Partner von Nellie 
Melba den Germont-pere in La Traviata* sang. 1913 glanzender 
Erfolg an der Mailander Scala als Titelheld im Nabucco von 
Verdi. Im gleichen Jahr sang er an der Scala in der Urauffuhrung 
von L'Amore dei tre Re von Montemezzi. Sang 1914 an der 
Scala in der Premiere des Parsifal von Wagner den Amfortas. 
1914 und 1920 an der Oper von Chicago gefeiert. In den zwanziger 
Jahren war er einer der prominentesten Kiinstler der Mailander 
Scala, besonders von Toscanini in wichtigen Aufgaben herausge- 
stellt. Sang an der Scala 1924 in der Urauffuhrung von Boitos 
Nerone den Fanuel. Seit 1922 gastierte er regelmafiig am Teatro 
Colon in Buenos Aires. Gastspiele fiihrten ihn an die Londoner 
Coventgarden Oper, an die Grand Ope"ra von Paris, nach Briissel, 
Amsterdam und Wien. Noch 1954 sang er am Teatro Col6n die 
Titelpartie in Puccinis Gianni Schicchi*. Lebte dann als Padagoge 
in Argentinien, zuletzt in Rom. 

Baritonstimme von seltener Tonfiille und dramatischer Steige- 
rungsfahigkeit. 

Sang auf HMV (u. a. Nerone / 1924), ferner akustisch auf Co 
lumbia und auf Edison-Zylindern, elektrische Flatten auf Colum 
bia (u. a. vollstandige Opern La Traviata, Bajazzo, Andrea 
Ch^nier>, Martha). 

Gall, Yvonne, Sopran, * 6. 3. 1885 Paris; studierte am Conser 
vatoire national von Paris. Debiitierte 1908 an der Grand Opera 



183 Gallos 

von Paris in der dortigen Erstauffuhrung der G6tterdammerung 
als eine der drei Rheintochter. Wurde bald eine der grofien Prima- 
donnen der franzosischen Metropole, sang sowohl an der Grand 
Opera als audi an der Opera comique. 1922 kreierte sie an der 
Ope"ra comique in der Uraufiuhrung von Le noces corinthiennes 
von Henri Busser die Partie der Daphne*. 191820 sang sie an der 
Oper von Chicago, 192729 an der Sommer-Oper von Ravinia bei 
Chicago. Gastspiele brachten der Kimstlerin an den grofien Biihnen 
in Italian, England, Belgien und Deutschland bedeutende Erfolge; 
Konzertreisen in Europa und in Nordamerika. Erhielt nach Beendi- 
gung ihrer Karriere eine Professur am Conservatoire in Paris. 
Glanzvolle, nuancenreiche Sopranstimme, vor allem im franzosi- 
schen Repertoire ausgezeichnet. 

Schallplatten auf Pathe (vollstandige Romeo et Juliette) und auf 
Columbia. 

Galli-Curci, Amelita, Sopran, * 18. n. 1882 Mailand, 1 26. 11. 1963 
La Jolla (Kalifornien); studierte anfanglich Klavierspiel am Kon- 
servatorium von Mailand bei Vincenzo Appiani. Wurde Klavier- 
lehrerin, debxitierte jedoch, nachdem man ihre Stimme entdeckt 
hatte, ohne eigentliches Gesangstudium 1909 am Teatro Costanzi 
von Rom als Gilda in Rigoletto. Bereits 1910 sang sie an der 
Mailander Scala. Es schlossen sich Gastspiele an den grofien ita- 
lienischen Theatern sowie eine Siidamerika-Tournee an. Im No 
vember 1916 debiitierte die in Amerika ganz unbekannte Sangerin 
mit sensationellem Erfolg an der Oper von Chicago (Antrittsrolle: 
Gilda in Rigoletto). Schlagartig wurde die Kiinstlerin weltbe- 
riihmt; sie sang 191618 in Chicago und war in den Jahren 1921 
bis 1931 an der Metropolitan Oper New York engagiert (Antritts 
rolle: Dinorah in der gleichnamigen Oper von Meyerbeer). Sie gait 
seither als die grofite Koloratursopranistin ihrer Zeit und eilte an 
der Metropolitan Oper wie bei Gastspielen und Konzerten in 
aller Welt von Triumph zu Triumph. 1936 gab sie, auf dem 
Hohepunkt ihrer Laufbahn stehend, ihre Karriere auf. Die Kiinst 
lerin, die in erster Ehe mit dem Maler Curci, in zweiter mit dem 
Musiker Homer Samuels (t 1956) verheiratet war, lebte seit 1940 
in Beverley Hills (Kalifornien). 

Amelita Galli-Curci war die erste unter den Koloratricen nicht 
nur ihrer Generation, sondern des ganzen Jahrhunderts. Die 
schwebende Leichtigkeit und die mxihelose Brillanz ihres Singens 
sind schlechthin unvergleichbar. 

Ihre Schallplatten sind ausschliefilich unter der Marke Victor er- 
schienen; in Europa kamen sie mit dem HMV-Etikett heraus. 

Gallos, Hermann, Tenor, * 21. i. 1886 Wien, f 20, 2. 1957 Wien; 
studierte zuerst Rechtswissenschaften an der Wiener Universitat, 
nahm daneben aber Gesangunterricht am Konservatorium der 
Stadt Wien bei Philipp Forste"n. Er trat dem Wiener Akademischen 
Gesangverein bei; auf einer Tournee dieses Chores in Nordamerika 



Galvany 184 

wurde seine Stimme entdeckt. 1915 debiitierte er dann an der 
Wiener Hofoper, wahrend seiner gesamten langen Karriere ist er 
an dieser Bxihne geblieben. Er war der Erste Tenor-Buffo der 
Wiener Oper und besafi bei dem Opernpublikum der osterreichi- 
schen Metropole eine unglaublidie Beliebtheit. Bereits 1922 sang 
er bei den Salzburger Festspielen den Pedrillo in der Entuhrung 
aus dem Serail, und seither wirkte er fast Jahr fur Jahr bei diesen 
Festspielen mit; als Valzacchi im Rosenkavalier, als Jaquino in 
Fidelio, als Monostatos in der Zauberfl6te, als Pedrillo und 
in anderen Partien. Dazu war er ein beriihmter Konzert- und 
Oratoriensanger; als soldier hatte er bei den Mozart-Konzerten 
im Rahmen der Salzburger Festspiele glanzende Erfolge. Fast bis 
zu seinem Tod ist er auf der Buhne der Wiener Staatsoper er- 
schienen, seit 1937 war er als Professor an der Wiener Musikaka- 
demie tatig. 

Schallplatten: Polydor (Valzacchi in Kurzfassung des Rosenka- 
valier, 1934) , Christschall. Sang noch 1952 auf Decca eine kleine 
Partie in vollstandiger Meistersinger-Aufnahme. 

Galvany, Maria, Sopran, * 1878 Granada, t 2. 11. 1949 Rio de Ja 
neiro, debiitierte mit 18 Jahren 1896 und wurde zuerst in Spa- 
men, dann um die Jahrhundertwende auch in Italien bekannt. Sie 
sang u. a. an der Mailander Scala und unternahm Gastspielreisen, 
die ihr vor allem in Spanien, Portugal und Sudamerika grofite Er 
folge eintrugen. Zum Teil reiste sie mit einer eigenen Opern- 
truppe, so im Jahre 1905 durdi Holland, Belgien und Frankreich. 
Das Ende dieser glanzvollen Karriere gestaltete sidi ungliicklich. 
Nach dem ersten Weltkrieg hatte man nichts mehr von der San- 
gerin gehort. Sie lebte verarmt in Sudamerika und starb schliefi- 
lidi in der brasilianischen Hauptstadt in einem Armenhaus. 
Ihr Koloratursopran wurde durdi eine phanomenale Beherrschung 
der Technik und durdi eine ungewohnliche Brillanz in der Ausfiih- 
rung schwierigster Koloraturpassagen gekennzeidmet. 
Interessante Schallplattenaufnahmen auf G & T (Mailand, seit 
1903), HMV, Paths' und Edison. 

Garbin, Edoardo, Tenor, * 1865 Padua, t 12. 4. 1943 Brescia; stu- 
dierte bei den Mailander Gesangpadagogen Alberto Selva und Vit- 
torio Orefice. Debiit 1891 am Stadttheater von Vicenza als Alvaro 
in Verdis La Forza del destine . Gastierte dann am Teatro dal 
Verme in Mailand, am Teatro San Carlo von Neapel, an der Oper 
von Genua und kam 1893 an die Mailander Scala. Hier sang er 
am 6. 2. 1893 in der Urauffiihrung von Verdis Falstaff den Fen- 
ton, wahrend seine Gattin, die Sopranistin Adelina Stehle, die 
Nannetta kreierte. 1900 sang er, wieder an der Scala, in der Ur- 
auffuhrung von Leoncavallos Zaza die Rolle des Dufresne. 
Wirkte hauptsachlich an der Mailander Scala und am Teatro Co- 
stanzi von Rom, gastierte an den Hofopern von Wien und Berlin, 
am Teatro San Carlos von Lissabon und am Teatro Liceo von Bar- 



!85 Garris 

celona, an der Londoner Coventgarden Oper und an der Opera 

comique von Paris, an den Opern von Odessa und Warschau. 1898 

sang er zusammen mit seiner Gattin in einer glanzvollen Auffuh- 

rung von Puccinis La Boheme am Teatro Massimo von Palermo 

und sicherte damit der Oper ihren endgultigen Erfolg. Zuletzt Pad- 

agoge in Mailand. 

Ausdracksreiche, lyrische Tenorstimme, die in einem weitlaufigen 

Repertoire Bewunderung erregte. 

Schallplatten der Marken G & T (Mailand, 1903) und Fonotipia. 

Garden, Mary, Sopran, * 20. 2. 1874 Aberdeen; entstammte einer 
schottischen Familie, wurde in Nordamerika erzogen. Gesangstu- 
dium in Paris bei Trabadello und Fugere. Debiitierte 1900 an der 
Pariser Opera comique, als sie wahrend einer Vorstellung von 
Charpentiers Louise fiir die erkrankte Darstellerin der Titelrolle 
einsprang, die seitdem eine ihrer Glanzpartien blieb. Der Erfolg 
war sensationell, und bis 1906 feierte die junge Sangerin an der 
Opra comique ihre Triumphe. Sie sang in mehreren Urauffuhrun- 
gen: 1901 in La fille de Tabarin* von Pierne, 1903 in La Reine 
Fiammette von Xavier Leroux, 1905 in Che"rubin von Mas 
senet, 1906 in Aphrodite von Erlanger. Am 30. 4. 1902 kreierte 
sie an der Opera comique in der Urauffuhrung von Debussys 
Pelle'as et Melisande die Melisande, eine weitere Glanzrolle der 
Kiinstlerin. Nach sehr erfolgreichen Gastspielen in London sang sie 
190710 am Manhattan Opera House von New York, wo sie vor 
allem als Salome in der Richard-Strauss-Oper gleichen Namens 
Aufsehen erregte. 1910 kam sie an die Oper von Chicago, deren 
eigentliche Primadonna sie fur die folgenden 20 Jahre blieb; 1922 
bis 1923 leitete sie als Direktorin dieses Opernhaus. Sie machte 
Amerika mit dem dort weitgehend unbekannten franzosischen 
Opernrepertoire bekannt. 1930 kehrte sie nochmals fiir vier Spiel- 
zeiten an die Opra comique zuruck; als letzte Rolle sang sie hier 
1934 die Katjuscha in Risurrezione von Alfano. Obte spater eine 
umfangreiche Vortragstatigkeit in Nordamerika und in England 
aus. Seit 1939 lebt sie in Aberdeen; sie veroffentlichte ihre Me- 
moiren unter dem Titel Mary Garden's Story (London, 1951). 
Prachtvoll durchgebildete Sopranstimme, voll erregender Dramatik 
des Vortrages, dazu eine der grofiten Darstellerinnen, die je auf 
der Opernbiihne gestanden haben. 

Relativ wenige Schallplatten auf G & T (Paris, 1904), Columbia, 
Path und Edison-Zylinder; es existieren von ihr auch elektrische 
Aufnahmen auf Victor. 

Garris, John, Tenor, * 1911 Frankfurt a. M., t 21. 4. 1949 Atlanta; 
eigentlich Hans Gareis, Sohn des Baritons Joseph Gareis f der lange 
an der Oper von Frankfurt a. M. wirkte. Studium an der Frankfur 
ter Musikhochschule, betatigte sich dann als Dirigent und Klavier- 
begleiter. 1939 wanderte er nach Nordamerika aus, wo er zuerst 
an der New Yorker Metropolitan Oper als Repetitor arbeitete. 



Garrison 186 

Nachdem man seine schone Stimme entdeckt hatte, debiitierte er 
1942 an der Metropolitan Oper, der er bis zu seinem tragischen 
Ende angehorte. Er wirkte dort vor allem als Tenor-Buffo, sang 
aber auch Partien fur lyrischen Tenor. Im April 1949 befand sich 
das Ensemble der Metropolitan Oper auf einer Gastspiel-Tournee 
durch Amerika. In Atlanta entfernte sich John Garris kurz vor Ab- 
fahrt des Zuges, in dem die Truppe reiste, er wurde spater ermor- 
det in einem anderen Viertel der Stadt aufgefunden. Das Geheim- 
nis urn diesen Mord ist nie geklart worden. 

Offiziell sind seine einzigen Flatten die Rolle des Gaston in La 
Traviata unter Toscanini (RCA) und das Meistersinger-Quintett 
auf Columbia, doch diirften zahlreiche Rundfunkaufnahmen aus 
der Metropolitan existieren. 

Garrison, Mabel, Sopran, * 24. 4. 1886 Baltimore, t 15. 8. 1963 
Northampton (Massachusetts) ; studierte bei Odenthal in Baltimore, 
dann am Peabody Konservatorium in Boston bei Heimendahl; 1908 
heiratete sie den Professor fur Harmonielehre George Siemonn 
und studierte weiter bei Oscar Saenger und Herbert Witherspoon 
in New York. Debut 1912 bei der Aborn Opera Company als 
Philine in Mignon. 191320 an der Metropolitan Oper New 
York engagiert, wo sie groJSe Erfolge hatte. 1921 gastierte sie an 
den Staatsopern von Berlin und Hamburg und an der Oper von 
Koln. 1921 Welt-Konzerttournee. 192526 Mitglied der Oper von 
Chicago. Seit 1933 Lehrerin am Smith College in Northampton 
(Massachusetts) . 

Vortrefflich gebildete Koloraturstimme, die sich im Opern- wie im 
Konzertgesang bewahrte. 
Victor-Platten. 

Gatti, Gabriella, Sopran, * 5. 7. 1916 Rom; studierte zuerst Klavier- 
spiel an der Accademia di Santa Cecilia in Rom, wandte sich dann 
jedoch dem Gesang zu. 1934 gewann sie den ersten Preis bei einem 
Gesangwettbewerb der Accademia di Santa Cecilia, Im Dezember 
1934 debiitierte sie in einer konzertanten Auffuhrung von Monte- 
verdis Orfeo. 1937 feierte man sie an der Oper von Rom, 1937 
Bis 1938 bei den Festspielen von Verona als Elena in Mefistofele 
von Boito und als Elisabeth im Tannhauser. 193940 trat sie 
beim Maggio musicale von Florenz auf, wo man sie als Semiramis 
in der gleichnamigen Oper von Rossini und als Iphigenie in 
Iphigenie auf Tauris* von Gluck bewunderte. 1940 debiitierte sie 
an der Mailander Scala als Rezia im Oberon von Weber und hat 
te seither an diesem Operninstitut bedeutende Erfolge. In London 
gab sie glanzvolle Konzerte. Spater wirkte sie als Padagogin an 
der Accademia di Santa Cecilia von Rom. 

Ihre Sopranstimme wurde durch die Farbenpracht des Timbres wie 
durch die Femheit ihres Stilgefuhls ausgezeichnet. 
Schallplatten: Cetra (u. a. vollstandige Opern Figaros Hochzeit 
und Nabucco von Verdi), HMV; 



187 Gedda 

Gauthier, Eva, Sopran, * 20. 9. 1885 Ottawa (Kanada), f 26. 12. 
1958 New York; sang bereits als junges Madchen in Ottawa als 
Altistin in Kirchenkonzerten. 1901 erregte sie bei einem Konzert- 
abend in Ottawa Aufsehen und wurde zur weiteren Ausbildung 
nach Europa geschickt. Schiilerin von Dubulle und Bouhy in Paris, 
von William Shakespeare in London und von Anna Schoen-Rene 
in Berlin. 1905 grower Erfolg in einem Konzert in Paris. Nach er- 
neutem Studium bei Oxilia in Mailand debiitierte sie 19x0 am 
Teatro Regio von Parma, jetzt als Sopranistin, in der Partie der 
Micaela in Carmen. 1911 heiratete sie einen Hollander, mit dem 
sie nadi Batavia auf Java zog. 1916 trennte sie sich von ihm 
und kam nach Nordamerika. Hier gab sie jetzt sehr erfolgreidie 
Konzerte, in denen sie ausschliefilich Werke zeitgenossischer Mei- 
ster, vor allem Lieder, zum Vortrag brachte. Mit Komponisten wie 
Schonberg, Satie, Ravel, Honegger und Poulenc war sie befreun- 
det und gait als bedeutende Intrepretin ihrer Lieder. Ihre Karriere 
dauerte bis in die Jahre des zweiten Weltkrieges. 
Schallplatten der Firmen Victor, Columbia. 

Gay, Maria, Alt, * 13. 6. 1879 Barcelona, t 29. 7. 1943 New York. 
Wollte ursprunglich Bildhauerin werden, bildete sich aber zugleich 
autodidaktisch zur Sangerin aus. 1902 trat sie erstmals in Briissel 
in einem Konzert zusammen mit dem Pianisten Raoul Pugno und 
dem Geiger Eugene Ysaye auf. Darauf 1902 Buhnendebut an der 
Oper von Briissel als Carmen. Weitere Ausbildungen durch Ada 
Adini in Paris. Hatte dann grofie Erfolge an Buhnen in Frankreich 
und Italien. Seit 1906 gastierte sie oft an der Coventgarden Oper 
von London. 190809 war sie an der Metropolitan Oper New York 
tatig (Antrittsrolle Carmen mit Caruso als Partner). 191012 sang 
sie an der Oper von Boston; 1913 heiratete sie den Tenor Gio 
vanni Zenatello. Bei den Festspielen in der Arena von Verona sang 
sie 1913 die Amneris in Aida, 1914 die Carmen, ihre Glanzrolle. 
Gastierte in der Folgezeit an den grofien Theatern in Spanien, Ita 
lien und Sudamerika und war wahrend mehrerer Spielzeiten Mit- 
glied der Oper von Chicago. Nach Abschlufi ihrer Karriere lebte sie 
als Padagogin in New York. 

Schallplatten: G & T (HMV), Columbia, Favorite; elektrische Auf- 
nahmen auf Victor. 

Gedda, Nicolai, Tenor, * 11. 7. 1925 Stockholm, sein Vater war 
Bassist im Donkosakenchor, seine Mutter Schwedin; verbrachte 
seine Kindheit in Leipzig, wo sein Vater Kantor der russisch-or- 
thodoxen Gemeinde geworden war. 1934 kam er nach Schweden 
zuriick. Zufallig wurde seine Stimme entdeckt und durch Carl Mar 
tin Oehmann in Stockholm ausgebildet. Debut 1951 an der K6- 
niglichen Oper von Stockholm als Chapelou im Postillon von 
Lonjumeau von Adam. 1953 Gastspiel an der Mailander Scala als 
Don Ottavio im Don Giovanni* und in Trionfi von Carl Orff. 
Es folgten Gastspiele in Turin und Rom und 1954 an der Grand 



Geisler 188 

Opera von Paris als Hiion im Oberon von Weber. Sang im glei- 
chen Jahr an der Londoner Coventgarden Oper; 1957 wirkte er 
erstmalig bei den Salzburger Festspielen mil, wo man ihn zumal 
als Belmonte in Mozarts Entfuhrung bewunderte. RegelmaJSig 
war er an der Mailander Scala und an der Staatsoper von Wien zu 
horen. 1957 wurde er an die Metropolitan Oper von New York 
berufen (Antrittspartie: Faust von Gounod). Seitdem auch an die- 
ser Biihne grofie Erfolge, trat ferner an den Opern von Chicago 
und San Francisco auf. 1961 grofie Konzert-Tournee durch Nord- 
amerika. 

Ausdrucksvolle, musikalisch glanzend gefuhrte lyrische Tenor- 
stimme, besonders erfolgreidi in Mozart-Partien und im itaHeni- 
sdien Repertoire. 

Aufnahmen auf Columbia und RCA (u. a. vollstandige Opern 
Faust, Mireille von Gounod, Boris Godunow, Der Barbier 
von Bagdad* von Cornelius, Madame Butterfly , Rosenkavalier, 
Capriccio von R. Strauss, Iwan Susanin, I1 Turco in Italia* 
von Rossini, Carmen mit Maria Callas u. a.). 

Geisler, Walter, Tenor, * 1918 (?) Oppeln (Schlesien); begann seine 
Buhnenlaufbahn 1939 am Stadttheater von Greifswald. Er sang 
dann am Stadttheater von Gottingen, am Staatstheater von Wies 
baden und am Opernhaus von Hannover. Nach dem zweiten 
Weltkrieg war er bis 1948 an der Stadt. Oper Berlin engagiert; 
er gastierte wahrend dieser Zeit oft an der Berliner Komischen 
Oper. 194856 Erster Heldentenor an der Staatsoper von Hamburg, 
seither wieder an der Stadt. Oper Berlin tatig. Erfolgreiche Gast- 
spiele, namentlich im Wagner-Fach, an der Wiener Staatsoper. 
Sang 1957 bei den Festspielen von Bayreuth den Walther in den 
Meistersingern, 1960 in Amsterdam den Florestan im Fidelio. 
Sdiallplatten der Marke Opera. 

Geisse-Winkel, Nicola, Bariton, * 27. 2. 1872 Bad Ems, t 11. 8. 
1932 Wiesbaden (Selbstmord) ; studierte zunachst an den Univer- 
sitaten von Marburg und Strafiburg, dann Gesangstudium. De- 
biitierte 1905 am Hoftheater von Wiesbaden und blieb bis 1928 
an dieser Buhne tatig. 1908 wirkte er erstmals bei den Bayreuther 
Festspielen mit, bei denen er bis 1912 vor allem als Heerrufer im 
Lohengrin gefeiert wurde. Gastspiele an den Hofopern von 
Wien und Mimchen, in Budapest, Amsterdam und im Haag sowie 
an den grofien Schweizer Buhnen. 
Heldenbariton, zumal im Wagner-Fach ausgezeichnet. 
Die Schallplatten des Kiinstlers erschienen auf den Marken HMV, 
Anker, Favorit und Path<. 

Gencer, Leyla, Sopran, * 1927 Ankara; Ausbildung am Konserva- 
torium von Ankara durch Elvira de Hidalgo. Die Kunstlerin debii- 
tierte 1952 in Italien. Hatte dort eine erfolgreiche Karriere und 
sang u. a. an der Mailander Scala, so 1957 in der Urauffuhrung 
der Oper ^Dialogues des Carmelites* von Poulenc. Seit 1956 



j8 9 Gerhardt 

gastierte sie alljahrlich in San Francisco, 1959 beim Maggio mu- 
sicale von Florenz. 1959 sang sie bei den Festspielen von Spoleto 
in Prokofieffs Ange du feu. 1961 Gastspiele an der Wiener 
Staatsoper; bei den Festspielen von Salzburg 1961 als Amelia in 
Simone Boccanegra* von Verdi bewundert. 1965 sang sie bei den 
Festspielen von Verona die Titelrolle in Norma. 
Dramatische Sopranstimme, die aber zugleich die Kunst des Kolo- 
raturgesanges beherrscht. 
Einige Aufnahmen auf Cetra. 

Gentile, Maria, Sopran, * 17. 11. 1902 Catania; debiitierte 1924. 
1925 sang sie an der Italienischen Oper in Holland und trat an- 
schlieCend an den grofien italienischen Buhnen auf, wirkte auch 
bei den Festspielen von Verona mit. Sehr beliebt war sie in Latein- 
amerika, wo sie an den Opern von Havanna, Mexico City, Rio de 
Janeiro und am Teatro Colon von Buenos Aires fast alljahrlidi in 
Erscheinung trat. In den dreifiiger Jahren gastierte sie an den gro- 
fien deutschen Opernbuhnen. Die Kiinstlerin war mit dem Diri- 
genten Rotondo verheiratet; nach ihrem Abschied von der Biihne 
lebt sie als Gesanglehrerin in Catania. 
Virtues gefuhrte, ausdrucksschone Koloraturstimme. 
Schallplatten: Columbia und Polydor. 

Centner-Fischer, Else, Sopran, * 5. 9. 1883 Frankfurt a. M., t 26. 4. 
1943 Prien am Chiemsee; stucUerte in Frankfurt und debiitierte 
1905 am dortigen Opemhaus. Heiratete 1905 den Tenor Karl 
Centner (1876-1922), der ebenfalls in Frankfurt a. M. engagiert 
war. Die Kiinstlerin blieb wahrend ihrer gesamten Karriere in 
Frankfurt. Nachdem sie zuerst nur kleinere Rollen gesungen hatte, 
wurde sie bald eine der bedeutendsten dramatischen Sopranistin- 
nen Deutschlands. 192324 bereiste sie mit der German Opera 
Company Nordamerika, 1926 sang sie am Teatro Colon von Buenos 
Aires die Isolde im Tristan und die Briinnhilde im Ring-Zyklus. 
Regelmafiig gastierte sie an der Berliner Staatsoper, am Teatro 
Liceo von Barcelona und am Teatro Real von Madrid. 1934 war 
sie mit dem Ensemble der Frankfurter Oper in Holland zu Cast, 
wo man sie als Marschallin im Rosenkavalier bewunderte. In 
zweiter Ehe war die Kiinstlerin mit dem Bariton Benno Ziegler ver 
heiratet; dieser mufite 1939 als Jude nach England fluchten; dor- 
ad: wurde auch sie gezwungen, ihre Karriere aufzugeben. Sie lebte 
s either zuriickgezogen in Oberbayern. 
Sang auf den Marken Polydor und HMV. 

Gerhardt, Elena, Mezzosopran, * it. 11. 1883 Leipzig, t it. 1. 1961 
London. Kam bereits mit 16 Jahren auf das Leipziger Konservato- 
rium, wo Marie Hedmont ihre Lehrerin war. Wurde durch Arthur 
Nikisch entdeckt und gefordert. 1903 gab sie, von ihm begleitet, in 
Leipzig ihren ersten Liederabend. 190304 sang sie am Opemhaus 
von Leipzig, gab dann aber die Biihnenlaufbahn auf, urn sich ganz 
dem Liedgesang zu widmen. 1906 hatte sie in London grandiose 



Gerhart 19 

Erfolge, 1912 unternahm sie zusammen mit Arthur Nikisch ihre 
erste Nordamerika-Tournee. Die Sangerin bereiste England, Spa- 
nien, Rutland, Holland und Belgien und hatte iiberall triumphale 
Erfolge. In den zwanziger Jahren feierte man sie mehrfadi in 
Amerika. Als ihr Gatte, Fritz Kohl, 1933 seine Stellung beim deut- 
sdien Rundfunk verier, wanderte die Kiinstlerin nach England aus. 
Sie nahm ihren Wohnsitz in London und ging weiter ihrer Kon- 
zerttatigkeit nach, war aber auch als Padagogin tatig. Noch 1953 
hat sie Schallplatten aufnehmen lassen. Sie veroffentlichte ihre 
Lebenserinnerungen unter dem Titel Recital (London, 1953). 
Eine der grofiten Liedersangerinnen des 20. Jahrhunderts, unver- 
gefilich in der Feinheit der Textausdeutung und der Beseeltheit 
ihres Vortrages. 

Schallplatten: G & T (u. a. von Nikisch begleitet), HMV und Voca- 
lion. 

Gerhart, Maria, Sopran, * 1896 Wien; wurde ausgebildet am Kon- 
servatorium der Stadt Wien bei Irene Schlemmer-Ambros. Debxi- 
tierte 1918 an der Wiener Volksoper, sang dann 191819 an der 
Staatsoper von Berlin, 191921 am Deutschen Theater in Prag und 
192122 an der Oper von Frankfurt a. M. Im Jahre 1922 wurde sie 
an die Wiener Staatsoper berufen, an der sie bis 1947 mit glanzen- 
den Erfolgen auftrat. Man feierte die Kiinstlerin seit 1922 bei den 
Opernfestspielen von Salzburg, u. a. als Konstanze in Mozarts 
Entfuhrung (1922), als Zerbinetta in Ariadne auf Naxos von 
R. Strauss (1926) und als Fiordiligi in Cosi fan tutte* (1928). 
Ihre besondere Glanzrolle war jedoch die Konigin der Nacht in der 
Zauberflote. Gastspiele fuhrten sie nach London und Berlin, nach 
Paris und Briissel, nach Mailand und Miinchen; seit 1947 Profes- 
sorin an der Wiener Musikakademie. 

Unter den Koloratursopranistinnen ihrer Zeit durch die Brillanz 
der Technik und die Spontaneitat der Stimmfuhrung ausgezeichnet. 
Relativ seltene Odeon-Platten. 

Gerladi-Rusnak, Rudolf, Tenor, * 24. 7. 1895 Duboutz bei Czerno- 
witz, t 23. i. 1960 Miinchen; eigentlich Orest Rusnak. Er war 
ukrainischer Abstammung uncl machte den ersten Weltkrieg als 
Offizier der osterreichisch-ungarischen Armee mit. Dann Gesang- 
studium in Prag bei Egon Fuchs. Debiitierte 1923 am Stadttheater 
von Olmiitz als Rudolf in La Boheme. Sang 192426 am Stadt 
theater von Konigsberg, 192627 am Stadttheater von Stettin. 
Nach weiterem Studium bei Jacques Stiidcgold in Berlin und bei 
Lari in Mailand wirkte er 192830 am Stadttheater von Chem 
nitz, 193031 am Stadttheater von Graz. 1931 wurde er an die 
Miinchener Staatsoper verpflichtet und trat seitdem unter dem 
Namen Rudolf Gerlach-Rusnak auf. Bis 1937 blieb er an dieser 
Biihne, spater gastierte er von Miinchen aus u. a. 1938 an der 
Wiener Staatsoper. 1944 wurde er fur einen Riistungsbetrieb 
dienstverpfliditet, aber 1945 wieder an die Mtinchener Oper zuriick- 



I ^ 1 Ghirardini 

geholt. Nach einem Herzinfarkt im Jahre 1946 blieb er krank, 
unternahm aber 195657 nochrnals eine Tournee durch Kanada 
und die USA. 

Tenorstimme, deren dramatische Steigerungsfahigkeit und deren 
metallisdier Glanz in den hohen Lagen geruhmt wurden. 
Schallplatten: HMV (Electrola), seine letzten Aufnahmen von 
ukrainischen Volksliedern entstanden 1957 in Amerika. 
Gerville-Readie, Jeanne, Alt, * 26. 3. 1882 Orthez (Pyrenaen), 
f 5. 1. 1915 New York. Ihr Vater war Gouverneur von Guadeloupe 
und Martinique; sie kam mit 15 Jahren nadi Paris, wo sie von Ro- 
sine Laborde ausgebildet wurde. Durch Vermittlung von Emma 
Calve konnte sie ihre Ausbildung bei Pauline Viardot-Garcia 
abschliefien. 1899 erfolgte ihr Debut an der Ope'ra comique von 
Paris als Titelheld im Orpheus- von Gluck. Am 30. 4. 1902 sang 
sie an der Opera comique in der Urauffuhrung von Debussy s 
Pelleas et Melisande* die Rolle der Genevieve. 1903 gastierte 
sie an der Oper von Briissel, 1905 an der Londoner Coventgarden 
Oper. 1907 kam sie an das Manhattan Opera House New York. 
Seitdem war sie auch in Nordamerika ungewohnlich erfolgreich; 
sie sang hier an den Opern von Boston, Philadelphia, Chicago und 
Montreal. 1910 heiratete sie den Direktor des New Yorker Pasteur- 
Instituts, Georges Ribier Rambaud. 

Prachtvolle, warm timbrierte Altstimme von eminenter Gestal- 
tungskraft, 

Seltene Schallplatten der Marke Victor (190811) sowie eine Co 
lumbia (191213). 

GhiaurofiF, Nicolai, Bafi, * 1929 Velimgrad (Bulgarien) als Sohn 
eines Mesners. Sang als Kind in einem Kirchenchor. Seine Stimme 
wurde wahrend des Militardienstes entdeckt. Begann seine Aus 
bildung in Sofia und vollendete sie 195055 am Konservatorium 
von Moskau. 1955 Debiit an der Oper von Sofia alsBasilio im Bar- 
bier von Sevilla. 1955 gewann er bei einem Internationalen Ge- 
sangwettbewerb in Paris den ersten Preis. Damit wurde eine glanz- 
volle Karriere eingeleitet. 1957 Gastspiel an der Wiener Staatsoper 
als Ramphis in Aida, im gleichen Jahr grofie Erfolge am Bolschoj 
Theater in Moskau. 1959 feierte man den Kiinstler an der Mai- 
lander Scala, an der er seither triumphale Erfolge hatte. 1961 
wirkte er bei den Festspielen in der Arena von Verona mit, im 
gleichen Jahre Deutschland-Tournee mit dem Ensemble der Oper 
von Sofia. Sehr grofie Erfolge bei Gastspielen an der Wiener Staats 
oper, in Briissel, Liittich und in anderen Musikzentren. 
Grofi dimensionierte BaCstimme von hochster Ausdrucksintensitat. 
Schallplatten: Decca, Columbia (Verdi-Requiem). 

Ghirardini, Emilio, Bariton, * 1885 (?), t 17. 7. 1965 Ferrara; be- 
gann seine Ausbildung 1908 bei Lelio Casini und folgte seinem 
Lehrer nach Argentinien. Hier debutierte er 1910 am Teatro Poli- 
teama von Buenos Aires als Rigoletto. Es schlossensichGastspielein 



Giannini 192 

Rio de Janeiro, Sao Paulo und Santiago de Chile an, 1916 sang er 
an der Oper von Havanna. Dann ging er nach Italien und diente 
wahrend des ersten Weltkrieges freiwillig in der italienischen Ar- 
mee. Seit 1919 hatte er eine erfolgreidie Laufbahn an den Opern- 
hausern Italiens, namentlich am Teatro Massimo von Palermo und 
am Teatro Costanzi von Rom. 1922 sang er an der Italienisdien 
Oper in Holland. Erst nach 1930 wurde er an die Mailander Scala 
verpflichtet; er gastierte 1934 an der Coventgarden Oper London, 
in Barcelona und Paris. Nodi 1937 wirkte er an der Oper von Rom. 
Spater Gesanglehrer in Rom. 
Schallplatten: elektrische Aufnahmen auf Columbia (urn 1930). 

Giannini, Dusolina, Sopran, * 19. 12. 1902 Philadelphia von ita- 
lienischen Eltern. Tochter des Tenors Ferruccio Giannini (1868 
bis 1948) und der Pianistin Antonietta Briglia-Giannini; ihr B ru 
der Vittorio wurde ein bekannter Komponist. Nach erster Anlei- 
tung durch ihre Eltern warde Dusolina Giannini Schulerin von 
Marcella Sembrich in Philadelphia. 1923 gab sie ihr erstes Kon- 
zert in der New Yorker Carnegie Hall, 1924 konzertierte sie in 
London, 1925 in Berlin. 1925 Buhnendebiit an der Hamburger 
Staatsoper als Aida. 192627 Gastspiel-Tournee, die sie an die 
Staatsopern von Berlin, Wien und Hamburg fiihrte, wo sie dann 
seit 1930 regelmafiig zu horen war. 1928 hatte sie grofie Erfolge 
an der Londoner Coventgarden Oper. Bei den Festspielen von 
Salzburg sang sie 193435 die Donna Anna im Don Giovanni*, 
1936 die Alice Ford in Verdis Falstaff unter Toscanini. Gast- 
spiele fuhrten sie weiter nach Zurich, Monte Carlo, Oslo, Brussel, 
Amsterdam, San Francisco und Mexico City. 1936 wurde sie an 
die New Yorker Metropolitan Oper berufen (Antrittsrolle: Aida), 
der sie bis 1941 angehorte. 1947 unternahm sie eine Europa-Tour- 
nee, 1949 gastierte sie an der Staatsoper von Berlin, 1950 an der 
Wiener Staatsoper als Carmen. Seit 1962 Leiterin eines Opernstu- 
dios in Zurich. 

Der Wohllaut und die Tonfiille ihres Soprans wurden durch die 
Reife ihrer Ausdruckskunst gluddich erganzt; auch als Oratorien- 
und Liedersangerin von Bedeutung. 
Schallplatten auf Victor und HMV (vollstandige Aida). 

Gibin, Joa, Tenor, * 1929 in Peru; trat nach anfanglichem Studium 
in Lima zuerst in seiner Heimat als Bariton auf. 1954 gewann 
er den ersten Preis im Mario Lanza-Wettbewerb der Coca Cola- 
Gesellschaft und damit ein Stipendium fiir seine weitere Aus- 
bildung in Italien. An der Scuola della Scala in Mailand wurde 
er zum Tenor umgeschult. Nach ersten Erfolgen an italienischen 
Buhnen gastierte er 1958 an der Niederlandischen Oper in Amster 
dam als Andrea Chenier und als Kalaf in Turandot. Seit 1958 
wiederholt Gastspiele an der Staatsoper von Wien. 1958 feierte 
man ihn an der Coventgarden Oper London als Partner von Joan 
Sutherland in Lucia di Lammermoor. Seit 1960 grofie Erfolge 



193 



Gigli 



an der Mailander Scala. Er trat auch unter dem Namen Giovanni 
Gibin auf. 

Die zumal im heldisdien Repertoire der italienischen Oper ge- 
riihmte Stimme des Sangers ist auf Columbia (Fanciulla del 
West* von Puccini als Partner von Birgit Nilsson) zu horen. 

Giebel, Agnes, Sopran, * 10. 8. 1921 Heerlen (Holland); studierte 
an den Essener Folkwangschulen bei Hilde Wesselmann. 1947 be- 
gann sie ihre Karri ere als Konzertsopranistin. Bekannt wurde sie, 
als sie 1950 in den wochentlich vom Sender Rias Berlin iibertrage- 
nen Bach-Kantaten die Sopran-Soli sang. Seitdem gilt sie als eine 
der bedeutendsten deutschen Konzertsangerinnen ihrer Generation, 
vor allem als grofie Bach-Interpretin. Wirkte bei vielen internatio- 
nalen Musikfesten mit; erzielte in den Musikzentren in Deutsch- 
land, Osterreich, Frankreich, Italien, Belgien, Holland und in del 
Schweiz groEe Erfolge. Sehr erfolgreich auch bei mehreren Nord- 
amerika-Tourneen. Die Kunstlerin ist nicht auf der Biihne aufge- 
treten, hat jedoch am Rundfunk und auf Schallplatten mehrere 
Opernpartien gesungen. 

Die Tonsicherheit und -reinheit ihres Soprans und ihre feinsinnige, 
stilsichere Ausdruckskunst kennzeidmen jede ihrer Interpretatio- 
nen. 

Schallplatten: HMV (Weihnachtsoratorium von Bach), Oiseau Lyre 
(Matthauspassion), DGG (Johannespassion), MMS. 

Gigli, Benjamino, Tenor, * 20. 3 1890 Recanati, t 30. 11. 1957 Rom. 
Arbeitete zunachst in einer Apotheke, erhielt aber in seiner Frei- 
zeit Gesangunterricht durch Lazzarini in Recanati. 1911 gewann 
er bei einem Gesangwettbewerb eine Freistelle an der Accademia 
di Santa Cecilia in Rom und wurde dort Schiller von Antonio Co- 
togni und Enrico Rosati. Debutierte 1914 am Stadttheater von 
Rovigo als Enzo in La Gioconda*. In den ersten Jahren sang er an 
italienischen Provinzbuhnen, schliefilich 1917 am Teatro Costanzi 
von Rom, anschliefiend in Madrid und Barcelona. Am 30. 4. 1917 
sang er am Teatro Costanzi in der Urauffuhrung von Mascagnis 
Lodoletta als Partner von Rosina Storchio. Nach Gastspielen in 
Paris und Berlin holte Toscanini ihn 1920 an die Mailander Scala, 
wo er ein sensationelles Debut als Faust in Mefistofele von Boito 
hatte. Jetzt folgte eine weltweite, glanzvolle Karriere, sowohl auf 
der Biihne als auch im Konzertsaal. Nach dem Tode von Enrico Caruso 
gait er allgemein als der bedeutendste Tenor seiner Generation. 1921 
wurde er an die Metropolitan Oper von New York berufen (An- 
trittsrolle: Andrea Chenier in der gleichnamigen Oper von Gior 
dano), der er bis 1931 und nochmals 1938 bis 1939 angehorte. Es 
gibt kaum eine Biihne von Weltrang, an der er nicht seine Trium- 
phe gefeiert hatte. In den dreifiiger Jahren begann er noch eine 
Filmkarriere, die bei Sangern ihresgleichen sucht. Nach dem zwei- 
ten Weltkrieg sang er (u.a. auch auf der Schallplatte) oft zusammen 
mit seiner Tochter, der Sopranistin Rina Gigli (* 30. 1. 1916). 1955 



Gilibert *94 

gab der groSe Sanger seine letzten Konzerte und lebte seither auf 
seinem Landsitz in der Nahe seines Geburtsortes Recanati. Er ver- 
fafite eine Autobiographic unter demTitel Confidenze (Rom, 1943). 
Nadi Caruso hat wohl kein Sanger mehr einen so anhaltenden 
Weltruhm erlangt wie Benjamino Gigli. Die Pracht seiner Tenor- 
stimme, die farbenreiche Nuancierung des Vortrages, die minuziose 
Stimmkontrolle, namentlidn im Mezza-voce-Gesang, sind noch auf 
den zahlreichen Schallplatten, die er hinterlassen hat, lebendig. 
Seine Flatten erschienen auf HiMV und Victor. Darunter mehrere 
vollstandige Opern (La Boheme, Der Bajazzo*, Tosca, 
Aida, Andrea Chenier, Ein Maskenball, Madame Butter 
fly*) sowie das Verdi-Requiem. 

Gilibert, Charles, Bariton, * 29. 11. 1866, + 11. 10. 1910 New York; 
Schiller des Conservatoire national in Paris. Debiitierte 1888 an 
der Opera comique von Paris. 1889 kam er an die Oper von Briis- 
sel, an der er sehr beliebt wurde. Von 1894-1909 war er Jahr far 
Jahr an der Londoner Coventgarden Oper zu Cast, wo man ihn 
gleichfalls feierte. 1900 wurde er an die Metropolitan Oper New 
York berufen, der er bis 1903 angehorte. 1903-06 feierte er wie- 
der seine Triumphe an der Oper von Briissel. 1m Jahre 1906 wurde 
er an das Manhattan Opera House New York verpilichtet, wo er 
so erfolgreich war, dafi man ihn fur die Saison 191011 abermals 
an die Metropolitan Oper engagierte, doch starb er plotzlich we- 
nige Tage vor der Eroffnungsvorstellung; er war verheiratet nut 
der belgischen Sopranistin Gabrielle Lejeune, die unter dem Namen 
Mme Gilibert auch auf der Schallplatte gesungen hat. 
Seltene Aufnahmen auf Columbia und Victor. 

Gilly, Dinh, Bariton, * 1877 Algier, 1 19. 5. 1940 London; war der 
Sohn eines in Algerien stationierten franzosischen Offiziers. Stu- 
dierte am Konservatorium von Toulouse, dann bei Antonio Co- 
togni in Rom, schliefilich am Conservatoire von Paris. Buhnendebut 
1899 an der Pariser Grand Opera als Priester in Sigurd von 
Reyer. Sang in den folgenden Jahren erfolgreich an den beiden 
grofien Operntheatern von Paris und gastierte in Sudamerika, vor 
allem am Teatro Colon von Buenos Aires; weitere Gastspiele in 
Spanien und Deutschland und an der Oper von Monte Carlo. 1909 
bis 1914 gehorte er der New Yorker Metropolitan Oper an (An- 
trittsrolle: Albert in Werther von Massenet); wirkte dort auch 
1910 in der Urauffiihrung von Puccinis Madchen aus dem golde- 
nen Westen mit. 1911 kam er an die Coventgarden Oper London, 
deren Erster Bariton er bis 1924 blieb, Verabschiedete sich an die- 
ser Buhne 1924 als Germont-pere in La Traviata von der Buhne; 
1925 sang er nochmals bei einem Konzert im englischen Rund- 
funk, lebte dann als Padagoge in London. 
Ausdrucksstarke, klangschone Baritonstimme. 
Seine Aufnahmen erschienen auf Beka, Odeon, HMV, Victor, 
Edison-Zylindern; unveroffentlichte Edison-Platten. 



195 Giraldoni 

Ginster, Ria, Sopran, * 15. 4. 1898 Frankfurt a. M.; Ausbildung 
am Hoch'schen Konservatorium in Frankfurt a. M., dann an der 
Berliner Musikhochschule bei Louis Bachner. 1923 gab sie ihre er- 
sten Konzertabende. Sie erlangte als Liedersangerin bald inter- 
nationale Beruhmtheit. Ihr Repertoire umfafite audi eine Reihe von 
Opernpartien, doch ist sie kaum auf der Biihne erschienen. Trat in 
Deutschland, Osterreich, Belgien, Holland, England, Frankreich und 
in der Schweiz auf. Sehr grole Erfolge erzielte sie bei ausgedehnten 
Konzert-Tourneen in Nordamerika und Kanada. Zeitweilig lebte sie 
als Gesangpadagogin in Philadelphia. Seit 1938 Professorin an der 
Musikhochschule von Zurich, seit 1949 unterrichtete sie in Meister- 
kursen wahrend der Salzburger Festspiele am dortigen Mozarteum. 
Schon gebildete, im Nuancenreichtum des Vortrages und in der 
Feinheit des Stilgefuhls viel bewunderte Sopranstimme; in erster 
Lime als geniale Lied-Interpretin bekannt geworden. 
Aufnahmen auf Homochord und HMV. 

Giorgini, Aristodemo, Tenor, * 1879 Neapel, 1 19. i. 1937 Neapel; 
Studium an der Accademia di Santa Cecilia Rom. 1903 erfolgloses 
Biihnendebut, darauf erneutes Studium bei Massimo Perilli in 
Neapel. Bereits 1904 erschienen seine ersten Schallplatten. 1905 
abermaliges Debut an der Mailander Scala als Ernesto in Don 
Pasquale*. Anschliefiend bedeutende Karriere an den groSen ita~ 
lienischen Theatern; 1910 grower Erfolg an der Scala in La Son- 
nambula* von Bellini als Partner von Rosina Storchio. Gastspiele 
an der Coventgarden Oper London, am Teatro Liceo von Barce 
lona, am Teatro Real von Madrid, am Teatro San Carlos von Lis- 
sabon, an der Oper von Warschau und an russischen Biihnen. 1912 
bis 1914 war er an der Oper von Chicago engagiert; 1920 sang er 
am Teatro dal Verme in Mailand den Faust in Mefistofele- / 1923 
Konzert-Tournee durch Belgien und Holland. Trat bis 1930 auf 
und lebte dann als Padagoge in Neapel. 

Schone lyrische Tenorstimme, vor allem im italienischen Reper 
toire beheimatet. 

Seine Stimme ist erhalten auf Edison-Zylindern und auf Platten 
der Marken Pathe, G & T auf HMV (hier u. a. vollstandige La 
Boheme, 1928). 

Giraldoni, Eugenio, Bariton, * 20. 4 1871 Marseille, f 24, 6. 1924 
Helsinki; Sohn des benihmten Baritons Leone Giraldoni (1825 
bis 1879), der als einer der bedeutendsten Verdi-Interpreten seiner 
Epoche gait, und der Sopranistin Cardina Ferni. Debiit 1891 am 
Teatro Liceo von Barcelona als Escamillo in Carmen*. Hatte 
dann eine erfolgreiche Karriere an der Mailander Scala, am Teatro 
Costanzi von Rom und an anderen grofien italienischen Biihnen. 
Kreierte am 14. i. 1900 am Teatro Costanzi in der Urauffiihrung 
von Puccinis Tosca den Scarpia. Einige Monate spater sang er 
die gleiche Partie bei der Premiere des Werks an der Scala. 1904 
bis 1905 Mitglied der Metropolitan Oper New York (Antrittspartie: 



Girardi 196 

Barnabas in La Gioconda). 1909 sang er in Buenos Aires, 190910 

in Genf, 1910 in Kairo, 1913 in Paris. Gastierte sehr viel in Italien 

und Rutland sowie in Siidamerika. 

Umfangreiche Baritonstimme von besonderer Tonfiille und Aus- 

drucksgewalt. 

Schallplatten: G & T (Mailand, 1903), Fonotipia, Odeon. 

Girardi, Alexander, Tenor, * 5. 12. 1850 Graz, t 20. 4. 1918 Wien; 
wurde zunachst Schlosser, bildete sich autodidaktisch und betrat 
1869 in Rohitsdi-Sauerbrunn in Nestroys Posse Tritsch-Tratscri 
erstmalig die Buhne. Er war anschliefiend in Krems, Karlsbad, Isdil 
und Salzburg engagiert, kam aber erst 1871 nach Wien. Hier 
spielte er zuerst komisdie Rollen am S tramp fer-Theater. Nachdem 
man bei eingelegten Couplets seine sdione Stimme bewundert 
hatte, kam er 1874 an das Theater an der Wien. Jetzt wurde er 
der unubertroffene Meister komisdier Partien in den Operetten 
der Wiener Klassiker. Kaum eine der Operetten von Joseph Straufi, 
Millocker, Zeller oder Eysler ist ohne sein Mitwirken uraufgefuhrt 
worden. Alexander Girardi genofi in Wien eine unvorstellbare 
Popularitat. 1898 wechselte er vom Theater an der Wien zum Deut- 
sdien Volkstheater, kehrte aber 1902 wieder an das erstgenannte 
Haus zuriick. Bekannt wurde der Kiinstler audi durch den Vortrag 
von Couplets und Wiener Liedern, die er in einer unnachahm- 
lichen Art zu singen verstand. Fur ein ganzes Menschenalter ver- 
korperte sich in seiner Person die gemutvolle und doch humor- 
getrankte Wiener Lebensart. 

Vier seltene Sdiallplatten auf G & T (Wien, 1903), einige auf Zo- 
nophon. 

Giraud, Fiorello, Tenor, * 1868 Parma, t 20. 3. 1928 Parma; sein 
Vater, Lodovico Giraitd (184682), war er ein beriihmter Tenor. 
Debiit 1891 am Teatro Civico von Vercelli als Titelheld im Lo- 
hengrin. Sang dann am 21. 5. 1892 in der Urauffiihrung der 
Oper Bajazzo von Leoncavallo am Teatro dal Verme von 
Mailand die Partie des Canio. Es folgten Gastspiele an versdiie- 
denen italienischen Provinztheatern; 1896 sang er am Teatro Liceo 
von Barcelona, 1898 an der Oper von Santiago de Chile und am 
Teatro San Carlos von Lissabon. Er hatte dann eine glanzvolle 
Laufbahn an den groen italienischen Biihnen. Man sdiatzte ihn 
vor allem als Interpreten der veristischen Partien und als Wagner- 
sanger. 1906 sang er an der Oper von Triest in der Urauffiihrung 
der Oper Medea von Tommasini, 1907 am Teatro Massimo von 
Palermo in der Urauffiihrung von Donaudys Sperduti nel buio*. 
1907 wirkte er an der Mailander Scala unter Toscanini als Sieg 
fried in der G6tterdammerung mlt. 1908 sang er an der Scala in 
der italienisdien Premiere von Debussys Pelleas et Melisande* 
die Partie des Pelle"as. 

Von seiner Stimme sind sieben sehr seltene Aufnahmen auf G & T 
(Mailand, 1904) vorhanden. 



197 Giudice 

Giraudeau, Jean, Tenor, * i. 7. 1916 Toulon; seine Ausbildung 
wurde durch den zweiten Weltkrieg unterbrochen; Debut 1947 an 
der Opera comique von Paris als Nadir in den Perlenfiscnern 
von Bizet. Seitdem hatte er an der Opera comique wie audi an der 
Grand Opera von Paris eine glanzvolle Karriere. Wirkte an der 
Opera comique in mehreren Urauffuhrungen mit: 1949 in Blaise 
le savetier von Philidor, 1951 in Il etait un petit navire von 
Germaine Tailleferre, 1951 in Marion von Wissmer. Gast- 
spiele in Monte Carlo, Nizza, Marseille und Briissel. Sang 1952 
im englischen Rundfunk in Les Troyens von Berlioz den Aeneas. 
Grofie Erfolge bei internationalen Festspielveranstaltungen, zu- 
mal in Aix-en-Provence. 

Einer der wichtigsten lyrisdien Tenore, die Frankreich in dieser 
Generation besaS. 
Schallplatten: Urania (vollstandige Thai's*), Pathe, Decca. 

Gitowsky, Michael, (Michael von Roggen), Bafi, * 28. 12. 1887 Pol- 
tawa( Rutland). Besuchte die Kadettenschule in Orel, die Militar- 
akademie in Moskau und wurde Offizier. 1914 geriet er in oster- 
reichische Kriegsgefangenscriaft, seit 1917 war er in Norwegen 
interniert, Dort Gesangstudium bei Pierre Copola in Oslo/ seit 
1919 weitere Ausbildung bei August Iffert in Dresden, bei Lapierre 
und Waldemar Bernhardt in Paris sowie bei Vittorio Vanza in 
Mailand. Debiitierte 1923 in Deutschland als Konzertb assist. 1924 
bis 25 war er an der Staatsoper Hamburg, 192526 am Norddeut- 
sdien Rundfunk (Norag) tatig. 192627 sang er am Neuen Thea 
ter in Leipzig. 1928 ging er nach. Paris, wo er an der Opdra Russe 
in den folgenden Jahren bedeutende Erfolge hatte. 1936 kam er 
wieder nach Deutschland und sang, jetzt unter dem Namen Michael 
von Roggen, 193743 an der Berliner Staatsoper. 193739 wirkte 
er bei den Festspielen von Bayreuth als Titurel und als Fafner 
mit Bis 1946 trat er nodi bei Gastspielen und Konzerten in Er- 
scheinung. Lebt in Berlin. 
Echt russische, voluminose, tiefe BaSstimme. 
Elektrische Aufnahmen auf Homochord (etwa 1929) unter dem 
Namen Michael Gitowsky. 

Giudice, Maria, Alt-Sopran, * 1870 Lissabon, t (?); eigentlich 
Maria Judice da Costa. Studrum bei Melchior Olivier in Lissa 
bon. Debiit 1890 in Lissabon (Alt), 189192 sang sie in Ha- 
vanna, 1893 in Buenos Aires, wo sie in der sudamerikanischen 
Premiere von Verdis Falstaf als Dame Quickly mitwirkte. 
1897 berief man sie an die Mailander Scala (Antrittsrolle: 
Eboli in Don Carlos* von Verdi). 1898 gastierte sie am Teatro 
Costanzi in Rom und wiederum in Argentinien. Nach 1900 
fiigte sie in ihr Repertoire Partien fur dramatischen Sopran 
ein. Sie heiratete dann den Bariton Guglielmo Caruson, von dem 
sie sich aber spater wieder trennte. 1907 bereiste sie Chile und 
erschien am Teatro Regio von Parma als Brunnhilde in der 



Glaser 198 

Walkiire. 190708 wirkte sie an derOper vonHavanna, 1909 
am Teatro Real von Madrid. Nadidem sie in Mailand als Pada- 
gogin tatig gewesen war, wurde sie 1935 in die Casa di riposo 
Verdis in Mailand aufgenommen. Die Kiinstlerin 1st verwandt mit 
der italienisdien Sangerfamilie Lo Giudice, aus der die S anger Sil 
vio Costa Lo Giudice, Franco Lo Giudice und Pietro Lo Giudice 
stammen. 
Aufnahmen au Fonotipia (1907-08), alle aus dem Sopran-Fach. 

Glaser, John, Tenor, * 12. 6, 1888 Berlin; Studium in Berlin, debii- 
tierte 1911 am Stadttheater von Ulm. 1912 kam er an das Opern- 
haus von Breslau, dem er funf Jahre lang angehorte. 1917 wurde 
er an die Oper von Frankfurt a. M. berufen, an der er bis zum 
Ende seiner Karriere geblieben ist. Hier sang er 1926 in der Ur- 
auffuhrung der Oper Der Schatzgraber von Sdireker die Rolle 
des Elis. Gastierte in Berlin, Miinchen, Hamburg und Wien. Bei 
den Salzburger Festspielen von 1926 als Bacchus in Ariadne auf 
Naxos von R. Strauss gefeiert 1942 gab er an der Frankfurter 
Oper anlaSlich seines 25Jahrigen Jubilaums seine Absdriedsvor- 
stellung als Canio im Bajazzo. Seitdem lebt er in Frankfurt 
als Padagoge; seit 1951 President der Genossenschaft deutscher 
Btihnenangehoriger; verheiratet mit der Sangerin Agnes Werning- 
haus. 

Schb'n gebildete, heldische Tenorstimme. 

Flatten von ihm sind auf den Marken Polydor und Parlophon er- 
schienen. 

Glaz, Hertha, Alt, * 16. 9. 1908 Wien; eigentlich Hertha Glatz. 
Debiitierte 1931 am Opernhaus Breslau, muEte aber 1933 als Jiidin 
Deutschland verlassen. Sie unternahm dann Konzertreisen durch 
Osterreich und Skandinavien und sang 193536 am Deutschen 
Theater von Prag. 1935 wirkte sie bei den Festspielen von Glyn- 
debourne mit. 1936 Nordamerika-Tournee mit der Salzburg Opera 
Guild. Sie blieb in den USA, wo sie eine umfangreiche Konzert- 
tatigkeit entfaltete. 194042 sang sie an der Oper von Chicago, 
1942-56 an der New Yorker Metropolitan Oper. Vor allem auch 
als Liedersangerin geschatzt. Seit 1956 Padagogin am Manhattan 
Konservatorium. 
Schallplatten: Victor, Columbia. 

Gless, Julius, BaC, * 24. 3. 1886 Oltingen (Kreis Altkirch im El- 
saJB); Ausbildung am Konservatorium von Strafiburg. Debiit 1910 
am Strafiburger Stadttheater, wo er bis 1914 auftrat. 191420 am 
Opernhaus von Koln engagiert; wahrend dieser Zeit gastierte 
er 1916 an der Wiener Hofoper, 1918 und 1919 in Amsterdam. 
1920-29 gefeiertes Mitglied der Bayerischen Staatsoper Miin 
chen. 1928 Sanger und Oberspielleiter bei der Bayerischen Landes- 
buhne, einem Wandertheater, mit dem er u. a. 1932 in Holland zu 
Cast war. Danach als Sanger und Spielleiter am Stadttheater 
Schwerin tatig. 193845 Professor an der Kolner Musikhochsdiule. 



X99 Gobbi 

Von seiner voluminosen, ausdrucksstarken Bafistimme existieren 
nur Vox-Flatten. 

Gluck, Alma, Sopran, * 11. 5. 1884 Bukarest, t 27. 10. 1938 New 
York; eigentlich Reba Fiersohn. Kam als Kind nach Nordamerika 
und studierte dort seit 1906 bei Alberto Buzzi-Peccia in New 
York. Ihr Debut im Jahre 1909 am New Theatre in New York 
fiihrte nodi im gleichen Jahre zu ihrer Berufung an die New Yor 
ker Metropolitan Oper, wo sie als Antrittsrolle die Sophie im 
Werther von Massenet sang. Bis 1918 hatte die Kiinstlerin 
dann an der Metropolitan Oper triumphale Erfolge zu verzeich- 
nen. 1913 kam sie zu weiterem Studium nach Europa und wurde 
in Berlin Schulerin von Marcella Sembridi. Spater trat sie jedoch 
nur nodi gelegentlidi im Konzertsaal auf. Audi an der Metropoli 
tan Oper erschien sie nur nodi in den Sunday Night-Konzerten. In 
zweiter Ehe war sie mit dem Violinvirtuosen Ephrem Zimbalist 
verheiratet Nadi AbschluS ihrer Karriere lebte sie in New York 
als Gesanglehrerin. 

An ihrer lyrischen Sopranstimme ruhmte man die Klarheit ihrer 
Intonation ebenso wie die edle Musikalitat der Stimmfuhrung; 
audi als Konzertsopranistin bedeutend. 
Ihre Flatten ersdiienen ausschliefilich auf Victor. 

Gmyrja, Boris, Bariton, * 1903 Lebedin (Ukraine) als Sohn eines 
Maurers. Arbeitete zuerst als Hafenarbeiter, dann als Heizer und 
Matrose in der russischen Schwarzmeer-Flotte. Gesangausbildung 
am Konservatorium von Charkow bei P. V. Golubew. Debiitierte 
1936 an der Oper von Charkow. 1939 wurde er an die Oper von 
Kiew verpfliditet, an der er seitdem aufgetreten ist. Konzerte und 
Gastspiele in den Zentren des russischen Musiklebens machten 
ihn bekannt. 1:952 erhielt er den Stalinpreis; er wurde zum 
Volkskunstler der UdSSR emannt. 

Warm timbrierte, ausdrucksstarke Stimme, sowohl im Opern- wie 
im Liedrepertoire von grofier Oberzeugungskraft. 
Schallplatten der staatlichen sowjetrussischen Schallplattenproduk- 
tion sowie auf Supraphon. 

Gobbi, Tito, Bariton, * 24. 10. 1915 Bassano del Grappa (bei Vene- 
dig) ; zuerst Jurastudium an der Universitat Padua, dann Gesang 
ausbildung durch Giulio Crimi in Rom. Erhielt beim internatio- 
nalen Gesangswettbewerb von Wien 1938 den Ersten Preis; debti- 
tierte 1939 am Teatro Adriano in Rom als Germont-pere in La 
Traviata*. 1942 kam er erstmals an die Mailander Scala, wo er 
seitdem standig aufgetreten ist, Nach dem Ende des zweiten Welt- 
krieges grofie Internationale Karriere. Gastspiele an der Londoner 
Coventgarden Oper, an der Grand Op6ra von Paris, an den 
Staatsopern von Wien und Munchen, in Barcelona und Lissabon, 
in Chicago und San Francisco, am Teatro CoI6n von Buenos 
Aires und an der Oper von Rio de Janeiro. Konzertreisen in Nord- 
und Siidamerika, Skandinavien, England, Agypten und Israel. 



Goetze 200 

1950 bewunderte man ihn bei den Salzburger Festspielen als Don 
Giovanni, 1957 als Titelhelden im Falstaff von Verdi. Glan- 
zende Erfolge audi bei den Festspielen in der Arena von Verona 
und beim Maggio musicale von Florenz. Mitglied der New Yor 
ker Metropolitan Oper 1956 (Debut als Scarpia in Tosca). Der 
Kiinstler nahm seinen Wohnsitz in Rom und geht von dort aus 
seiner weltweiten Gastspiel- und Konzerttatigkeit nach. 
Bedeutendster italienischer Bariton seiner Generation; machtige 
Tonfulle der Stimme und bezwingende Ausdrucksintensitat kenn- 
zeichnen jede seiner Interpretationen. 

Sehr viele Flatten au HMV, DGG (La Borieme) und Columbia, 
darunter zahlreiche vollstandige Opern (Lucia di Lammermoor / 
Der Bajazzo, Madame Butterfly , Barbier vonSevilla, Aida, 
Ein Maskenball, Rigoletto, Falstaff u. a.). 

Goetze, Marie, Alt, * 2. 11. 1865 Berlin, t 18. 2. 1922 Berlin. Aus- 
bildung am Sternschen Konservatorium in Berlin bei Jenny Meyer, 
dann Schulerin von Desiree Artot de Padilla. Debiitierte 1884 an 
der Berliner Kroll-Oper als Azucena im Troubadour. Nodi im 
gleidien Jahre an die Berliner Hofoper verpflichtet, an der sie bis 
1886 blieb. 188690 sang sie am Opernhaus von Hamburg, 1890 
bis 1891 trat sie in New York auf. 1891 glanzvolles Gastspiel an 
der Hofoper von Wien als Fides im Propheten von Meyerbeer 
und als Amneris in Aida. 1892 kam sie wieder an die Berliner 
Hofoper, an der sie bis 1920 sehr erfolgreich wirkte. Sang dort 
1895 in der Urauffuhrung der Oper Der Evangelimann von 
Kienzl die Partie der Magdalena; 1906 wirkte sie in der Berliner 
Erstauffuhrung der Richard-Strauss-Oper Salome in der Rolle der 
Herodias mit. 

Ausdrucksreidie, modulationsfahige Altstimme, die ein umfassen- 
des Biirmen- und Konzert-Repertoire beherrsdite. 
Sdiallplatten auf G & T (die altesten bereits 1901, Berlin), Odeon, 
Beka und HMV. 

Goltz, Christel, Sopran, * 8. 7. 1912 Dortmund; Ballett- und 
Gesangausbildung bei Ornelli-Leeb in Mimchen und bei dem 
Hmdemith-Schuler Theodor Sdienk, den sie spater heiratete. 1935 
erhielt sie ihr erstes Engagement als Tanzerin und Chorsangerin 
am Stadttheater von Fiirth. Kam dann an das Stadttheater von 
Plauen, wo sie durch den Leiter der Dresdener Staatsoper, Karl 
Bohm, entdeckt wurde. An dieser Biihne begann sie 1941 die 
Solistenlaufbahn als Rezia im Oberon von Weber. Blieb acht 
Jahre in Dresden, kam 1947 als hochdramatischer Sopran an die 
Staatsoper von Berlin, spater an die Stadtische Oper Berlin, end- 
lich 1951 an die Wiener Staatsoper, zu deren prominentesten 
Kiinstlern sie seither zahlte. Erfolgreidie Gastspiele an der Mai- 
lander Scala, an der Oper von Rom, an der Coventgarden Oper 
London, in Paris und Briissel. 1954 kam sie an die New Yorker 
Metropolitan Oper (Antrittsrolle: Titelheldin in Salome>). Trat 



201 Gorife 

fast alljahrlidi bei den Festspielen von Salzburg in Erscheinung; 

hier sang sie 1954 die Titelpartie in der Urauffiihrang der Oper 

Penelope von Liebermann. 

GroSe, voluminose Sopranstimme, deren Ausdrucksgewalt im 

hodidramatisdien Repertoire vorziigliche Leistungen entwickelt 

(Elektra, Salome, Fidelio). 

Flatten der Marken DGG, Urania (Salome), Decca (Salome, 

Frau ohne Schatten). 

Gordon, Cyrena van, Alt * 4. 9. 1893 Camden (Ohio), f 4. 4. 1964 
New York; eigentlich Cyrena Pocock. Studium am Konservatorium 
von Cincinnati bei Louise DottiL 1912 trat sie erstmals ofrentlich 
au und wurde noch im gleidien Jahr an die Oper von Chicago 
verpflichtet, der sie bis 1932 angehorte( Antrittsrolle: Amneris in 
Aida). 1921 erschien sie an dieser Buhne als Briinnhilde in der 
Walkure, doch blieb dies die einzige Partie fur hochdramati- 
schen Sopran, die sie sang. 1933 kam sie an die Metropolitan 
Oper New York (Antrittsrolle: Amneris), an der sie jedoch nur 
eine Saison hindurch wirkte. Spater lebte sie als Konzert- 
altistin und Padagogin in New York, wo sie noch 1948 ein Kon- 
zert in der Town Hall gab. 
Dunkel timbrierte, ausdrucksreiche Altstimme. 
Schallplatten: Edison-Platten (1919), akustische und elektrische 
Columbia- Aufnahmen. 

Gordon, Jeanne, Alt, * 1893 Wallaceburg (Kanada), t 22. 2. 1952 
Macon (Missouri); studierte in Toronto, heiratete einen Ameri- 
kaner aus Detroit. Als dieser 1917 zur Marine eingezogen wurde, 
begleitete sie ihn nach New York und sang hier in Kinos, zumal 
im Rialto Theatre. Dort fiel ihre schone Stimme derart auf, daG 
der Dirigent Creatore sie in Brooklyn die Azucena im Trou- 
badour singen liefi. Dies wiederum fuhrte zu ihrer Berufung an 
die Metropolitan Oper 1919 (Antrittsrolle: Azucena). In den fol- 
genden zehn Jahren grofie Erfolge an der Metropolitan Oper. 
1920 sang sie bei der Scotti Opera Company. 1928 Gastspiel an 
der Oper von Monte Carlo als Eboli im Don Carlos* von Verdi 
und als Dalila in Samson et Dalila von Saint-Saens. Danach 
hatte man nicht mehr von ihr gehort. Erst anlafilich ihres Todes 
stellte es sich heraus, daS sie seit 1929 als Geisteskranke in der 
Irrenanstalt Macon gelebt hatte. 
Dunkel timbrierte Altstimme von grofiem Volumen. 
SchaUplatten der Marke Columbia, eine Victor-Platte. 

Goritz, Otto, Bariton, * 8. 6. 1873 Berlin, f 16. 4. 1929 Berlin, 
verlebte seine Jugend in Bremen und wurde durch seine Mutter 
ausgebildet. Debut 1895 am Hoftheater von Neustrelitz als Mat- 
teo in Fra Diavolo* von Auber. Blieb dort drei Jahre und sang 
dann 18981900 am Opernhaus von Breslau, 190003 an der 
Oper von Hamburg. 1903 folgte er einem Ruf an die Metropoli 
tan Oper New York; hier hatte er vor allem als Wagner-Inter- 



Gorr _ 202 

pret grofie Erfolge. 1905 sang er an der Metropolitan Oper in den 
amerikanischen Premieren der Fledermaus und von Hansel und 
GreteU. Am gleichen Operninstitut sang er am 28. 12. 1910 in 
der Uraufftihrung der Marchenoper K6nigskinder von Humper- 
dinck den Spielmann; 1911 kreierte er fiir Amerika den Ochs im 
RosenkavaIier. Bis 1917 blieb er Mitglied der Metropolitan 
Oper; spater Gastspiele, vornehmlich in Hamburg und Berlin. 
Seine Stimme ist durch Schallplatten der Marken Odeon, Victor 
und Edison uberliefert. 

Gorr, Rita, Alt, * 18. 2. 1926 Gent (Belgien); begann ihre Aus- 
bildung 1943 am Konservatorium von Brussel. Debtitierte 1949 
an der Oper von Gent. Zu Beginn ihrer Karriere sang sie haupt- 
sadilich an den Opernhausern von Gent, Briissel und Antwerpen. 
1952 gewann sie den Ersten Preis beim Internationalen Gesang- 
wettbewerb von Lausanne, 1952 kam sie an die Grand Opra von 
Paris, wo sie grojSe Erfolge hatte. Nach Gastspielen in Turin und 
Rom wirkte sie seit 1958 bei den Festspielen von Bayreuth mit, 
und zwar vor allem als Ortrud im Lohengrin. An der Mailan- 
der Scala gastierte sie 1958 als Santuzza in Cavalleria rusticana, 
1960 als Kundry im Parsifal. Audi an der Wiener Staatsoper 
feierte man die Kunstlerin. 1962 an die Metropolitan Oper ver- 
pflichtet. Gastierte 1962 auch an der Oper von Chicago. 
Umfangreiche, voluminose Stimme, deren dramatische Ausdrucks- 
kraft sich im Wagner-Gesang wie auch in vielen anderen Partien 
bewahrte. 

Sang auf den Marken Philips (vollstandige Pell^as et Melisande*), 
HMV (^Dialogues des Carmelites von Poulenc, Iphigenie auf 
Tauris von Gluck), Columbia (Le roi d'Ys von Lalo), RCA 



Gottlieb, Henriette, Sopran, * 1884 Berlin, t 1943 (?). Debiitierte 
909 am Stadttheater Plauen. 1913 kam sie an die Stadtische 
Oper Berlin, der sie bis 1934 angehorte. Sie wurde vor allem als 
Wagner-Interpretin bekannt 192730 wirkte sie bei den Fest 
spielen von Bayreuth mit, 1928 gastierte sie in Amsterdam. Einen 
ihrer grofiten Erfolge erzielte sie 1930, als sie am Theatre des 
Champs-Elysees in Paris unter von Hoesslin die Briinnhilde im 
Ring-Zyklus sang. Als Judin konnte sie seit 1934 in Deutsch- 
land nicht mehr auftreten. 1940 lebte sie noch in Berlin. Sie 
wurde spater dort verhaftet und in ein Konzentrationslager ge- 
bracht. 

Grofie dramatische Sopranstimme. 

Akustische Ensembleszenen auf HMV, elektrische Aufnahmen vom 
Wagner Festival 1930 in Paris auf Path (Briinnhilde) , auf HMV 
und Polydor (Kurzoper Lohengrin). 

Graarud, Gunnar, Tenor, v i. 6. 1886 Holmestrand bei Oslo, 
t 6. 12. 1960 Stuttgart. Wollte urspriinglich Ingenieur werden 
und kam zu diesem Studium an die Technische Hochschule in 



203 Grandi 

Karlsruhe. Studierte dann aber Gesang bei Husler und bei K. v. Za- 
wilowski in Berlin. Debut 1919 am Pfalztheater von Kaiserslau- 
tern. Sang 192022 am Stadttheater Mannheim, 192225 an der 
Berliner Volksoper, 192628 an der Staatsoper von Hamburg. 
1927 trat er erstmalig bei den Festspielen von Bayreuth auf, und 
zwar sang er dort den Titelhelden im Tristan, den Siegmund 
und den Siegfried im Ring-Zyklus und den Parsifal. 192837 war 
er Mitglied der Staatsoper von Wien. Gastspiele fuhrten ihn an 
die Londoner Coventgarden Oper, an die Grand Opera von Pa 
ris, an die Mailander Scala, an die Opernhauser von Stockholm, 
Kopenhagen und Amsterdam. Bei den Festspielen von Salzburg 
sang er den Agisth in Elektra von R. Strauss und den Titel 
helden im Corregidor von Hugo Wolf. 

Die Ausdruckskraft seiner Stimme und die dramatische Steige- 
rungsfahigkeit seines Vortrages lieEen ihn im Wagnergesang seine 
groten Leistungen erreichen. 

Aufnahmen auf Polydor, Odeon und Columbia (u. a. Titelheld in 
vollstandigem Tristan, Bayreuth, 1928). 

Granda, Alessandro, Tenor, * 26. 11. 1898 in Peru, t 5. 9. 1962 
Lima; er soil teils negroider, teils indischer Abstammung gewesen 
sein. Die peruanische Regierung sdiickte ihn nach Mailand, wo 
er bei Alfredo Cecchi studierte. Debut 1927 am Teatro Sociale 
in Como in Mascagnis Iris. Nach einer Deutschland-Tournee 
sang er in Venedig, 1928 in Genua, wo er als Cavaradossi in 
Tosca sehr groJSe Erfolge hatte. 1928 kam er an die Mailander 
Scala, wo er als Cavaradossi debiitierte und unter Toscanini den 
Herzog im Rigoletto sang. 1936 trat er nochmals an der Scala 
auf. Er sang an alien italienischen Biihnen von Bedeutung und 
war 193334 am New Yorker Hippodrome in einer Operntruppe 
erfolgreich, die Pasquale Amato leitete. 1936 gastierte er an der 
Italienischen Oper in Holland, auch machte er groSe Tourneen in 
Slid- und Mittelamerika. 194550 bereiste er als Erster Tenor der 
San Carlo Opera Company Nordamerika. 

Seine schone lyrische Stimme ist nur auf Columbia-Platten ver- 
treten, doch sang er hier in mehreren vollstandigen Opern-Au- 
nahmen (Tosca, La Gioconda, Madame Butterfly*). 

Grandi, Margherita, Sopran, * 10. 10. 1899 Insel Tasmania (Austra- 
lien); ihre Familie war italienisch-irischer Abkunft. Ausbildung 
bei Giannina Russ in Mailand, Debiit 1932 am Teatro Carcano 
in Mailand als Aida. 1934 sang sie an der Mailander Scala die 
Elena in Mefistofele von Boito. Seitdem bedeutende Karriere 
an den fiihrenden italienischen Biihnen. 1938 gastierte sie in 
Holland und wurde bei den Festspielen von Glyndebourne als 
Lady Macbeth in Verdis Macbeth gefeiert. Weitere Gastspiele 
in Briissel, in Agypten und Siidamerika; wahrend des zweiten 
Weltkrieges trat sie in Italien auf. 1945 verlegte sie ihren Wohn- 
sitz nach England, wo sie an der Londoner Coventgarden Oper 



Granfelt 20 4 

sehr erfolgreich war. Bei den Festspielen von Edinburgh trat sie 
als Amelia im Maskenball und als Lady Macbeth in Erschei- 
nung. 

Grofie, dramatische Sopranstimme, die im italienischen Reper 
toire die ihr entspredienden Aufgaben fand. 

Gegen Ende ihrer Karriere kamen einige wenige Aufnahmen auf 
HMV heraus. 

Granfelt, Hanna, Sopran, * 2. 6. 1884 Sakkola (Finnland), f 3. 11. 
1952 Helsinki; studierte in Helsinki und Paris. Begann ihre Biih- 
nenlaufbahn 1909 am Hoftheater von Mannheim, dem sie bis 
1915 angehorte. Nachdem sie bereits 1910-12 in Berlin grofie Er- 
folge gehabt hatte, war sie 1915-22 Mitglied der Berliner Hof- 
oper, der nachmaligen Staatsoper Berlin. 1913 war sie in London 
zu Cast. Seit 1922 ging sie einer erfolgreichen Gastspieltatigkeit 
in ganz Europa nach, bereiste aber auch Nordamerika. Man schatzte 
sie vor allem als Wagner-Interpretin, aber auch als Oratorien- und 
Liedersangerin. Sie sang auch unter den Namen Hanna von Gran- 
felt und Lillian von Granfelt. 
Schallplatten: Poly dor. 

Granforte, Apollo, Bariton, * 20. 7. 1886 Legnano b. Verona; wan- 
derte mit 18 Jahren nach Argentinien aus, wo er zusammen mit 
seinem Bruder als Schuhmacher arbeitete. Es kam dann zu einem 
Gesangstudium bei Guido Capocci und Nicola Guerrera in Buenos 
Aires. Debiitierte 1913 an der Oper von Rosario als Germont- 
pere in La Traviata*. Als Italien in den ersten Weltkrieg ein- 
trat, kam er in seine Heimat zuriick und diente zunachst bei der 
italienischen Armee. 1916 sang er am Opernhaus von Malta und 
in Zurich, 1917 am Teatro Costanzi in Rom. 1918 glanzende Er- 
folge am Teatro dal Verme in Mailand. 1921 debiitierte er an der 
Mailander Scala, wo er seitdem immer wieder auftrat. 1922 
gastierte er in Paris, 1924 bereiste er mit einer Operntruppe, die 
Nellie Melba zusammengestellt hatte, Australien. 192425 Siid- 
amerika-Tournee, 1925 Gastspiel in London, 1928 und 1932 aber- 
malige Gastspielreisen durch Australien, 1929 wirkte er am Teatro 
Colon von Buenos Aires in der Urauffuhrung der Oper E1 Ma- 
trero von Felipe Boero mit. 1935 sang er an der Scala in der 
Urauffuhrung von Mascagnis Nerone die Partie des Mene- 
crate. Setzte seine Karriere dann an den groJSen italienischen 
Opernhausern fort. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde er als 
Professor an das Konservatorium von Ankara berufen und lei- 
tete voriibergehend als Direktor die Nationaloper von Prag; lebt 
jetzt in Mailand als Padagoge. 

Baritonstimme von uppiger Klangfulle und grofier Ausdrucks- 
kraft, die alle grofien Partien des italienischen Repertoires be- 
herrschte. 

Schallplatten: Fonografia Nazionale, HMV (hier vollstandige 
Opern Tosca, Othello, Troubadour). 



2O ^ Gramna 

Graveure, Louis, Bariton-Tenor, * 18. 3. 1888 London. Obwohl 
der Kiinstler dies immer wieder bestritten hat, steht fest, dafi er 
mit dem Tenor Wilfried Douthitt identisch 1st (Graveure ist Mad- 
chenname seiner Mutter), der 1914 die Tenorpartie in der Ope- 
rette The Lilac Domino in New York kreierte, aber keinen be- 
sonderen Erfolg hatte; 1916 heiratete er die Primadonna dieser 
Auffuhrungen, die Sopranistin Eleanor Painter (f 1935)- Ur- 
spriinglich hatte er Ardiitektur an der Kunstschule von South 
Kensington studiert und sich dann in Sudafrika und Kanada auf- 
gehalten. 1915 trat er unter dem Namen Louis Graveure in der 
amerikanischen Stadt Portland (Maine) auf und sang das Bari- 
tonsolo im Elias von Mendelssohn. Er gab sidi als Belgier aus. 
Der Erfolg war sehr grofi, und er unternahm daraufhin eine 
triumphale Konzert-Tournee durch Nordamerika. (Bei einem die 
ser Konzerte kam es zu einem Skandal, als eine Frau im Publi- 
kum aufstand und rief, da der Sanger ein deutscher Spion sei.) 
Zwolf Jahre lang blieb Louis Graveure einer der beliebtesten 
Konzertsanger in Amerika. 1920 gab er mit sensationellem Er 
folg seinen ersten Liederabend in Berlin. Jetzt betatigte er sich 
vornehmlich auf dem Gebiet des Liedgesanges, wirkte aber gleich- 
zeitig als Gesangpadagoge an der Michigan University. 1928 kam 
er wieder nach Europa, doch hatte seine Stimme sich jetzt zum 
Tenor gewandelt; auch sein Aufieres hatte sich verandert, er sah 
wesentlich jiinger aus als bisher. 1929 debiitierte er auf der 
Biihne, und zwar am Opernhaus von Berlin-Charlottenburg. Es 
kam zu einer glanzvollen Karriere als Opern- und Operetten- 
tenor, vor allem aber als Tonfilm-S anger in Deutschland. Zeit- 
weilig war er mit der Hlmschauspielerin Camilla Horn verhei- 
ratet. Kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges kehrte er nach 
Amerika zuriick, wo er noch als Sanger, hauptsachlich aber als 
Gesangpadagoge wirkte. Er lebte zuerst in Los Angeles, dann in 
Texas, schlieSlich in San Francisco. 

Als Bariton sang er auf Columbia, als Tenor auf Columbia, Po- 
lydor und Ultraphon. 

Gravina, Giovanni, Ba, * 1872, f November 1912 Boston; begann 
seine Buhnenkarriere vor der Jahrhundertwende in Italien. 1902 
sang er erstmals an der Mailander Scala im Troubadour als 
Partner von Rosa Caligari, Julian Biel und Antonio Magini-Co- 
letti. Hier wirkte er 0:902 in der Urauffiihrung derOper Germania 
von Franchetti mit, wobei zum Ensemble Enrico Caruso, Amelia 
Pinto und Mario Sammarco gehorten. In den folgenden Jahren war 
er in Italien und Siidamerika, vor allem aber in Rutland erfolg- 
reich, wo er fast alljahrlich mit Mattia Battistini zusammen auf- 
trat. 190708 war er an der Metropolitan Oper New York enga- 
giert, sang dort aber nur in einer einzigen Vorstellung den 
Sparafucile im Rigoletto. 1912 kam er an die Oper von Boston. 
Nach einem glanzenden Erfolg in Aida als Partner von 



Greeff-Andriessen 



Carmen Melis start er dort plotzlich auf dem Hohepunkt seiner 
Laufbahn, 

Der Kunstler, der eine der feinsten Bastimmen seiner Epoche 
besaS, hat nur wenige, sehr seltene G & T-Aufnahmen hinter- 
lassen. 

Greeff-Andriessen, Pelagie, Sopran, * 20. 6. 1860 Wien, t 1937 
Frankfurt a. M.; erhielt ihren ersten Unterricht durch ihre Mut 
ter, Marie Andriessen-von Lingke, die Gesangprofessorin am Wie 
ner Konservatorium war. Wurde zuerst Operettensangerin am 
Wiener Carltheater, dann am Gartnerplatztheater in Miinchen, 
in Niirnberg, Koln und Dresden. Entschlog sidi zur Karriere einer 
Opernsangerin und kam als Altistin an die Berliner Hofoper, 
wurde aber als talentlos entlassen. 1882-83 Tournee mit der 
Wagner- Wanderbiihne von Angelo Neumann. Kam 1884 an das 
Opernhaus von Leipzig, wo sie als Antrittsrolle die Aida sang. 
Srudierte in Leipzig bei Dreyschock und wurde dann eine der 
bedeutendsten hodidramatischen Sopranistinnen in Deutschland. 
Blieb bis 1890 in Leipzig und gastierte in dieser Zeit an den Hof- 
opem von Wien und Berlin und an der Londoner Coventgarden 
Oper. Bei der Mozart-Zentenarfeier 1891 in Salzburg sang sie 
die Grafin in Figaros Hochzeit*. 1886 bewunderte man bei den 
Bayreuther Festspielen ihre unvergleichliche Brangane im Tri- 
stan. 1890-93 war sie an der Oper von Koln engagiert, 1893 
bis 1907 am Opernhaus von Frankfurt a. M., wo sie sehr be- 
liebt war. In erster Ehe war sie mit dem Leutnant von Sthamer, 
in zweiter mit dem Architekten Walter Ende und in dritter mit 
dem Bassisten Paul Greeff verheiratet. 

Voluminose, hochdramatische Sopranstimme, besonders im Wag- 
nergesang hervorragend. 

Schallplatten: Bereits Berliner Records (Frankfurt a. M., 1900 bis 
1901), dann G & T (Frankfurt a. M v 1904, 1907), alle von grofi- 
ter Seltenheit. 

Greene, Harry Plunket, Bariton, * 24. 6. 1865 bei Dublin, t 19. 8. 
1936 London; ausgebildet durch Hromoda in Stuttgart, Vannuc- 
cini in Florenz und Blume in London. Debiitierte 1888 und sang 
urspriinglich im Bafi-Fach. So trat er 1890 an der Londoner Co 
ventgarden Oper als Komtur im Don Giovanni* auf, wandte sich 
dann aber dem Bariton-Fach und ausschliefilich dem Konzert- und 
Liedgesang zu. 1892 kreierte er das Oratorium Job von Parry; 
1899 heiratete er die Tochter dieses Komponisten. 1893 unternahm 
er seine erste Nordamerika-Tournee, wo er seitdem sehr erfolg 
reich war. Er verlor fruhzeitig seine Stimme und hatte Intonations- 
schwierigkeiten, doch war seine Interpretation so faszinierend, daJS 
das Publikum dies iiberhorte. Er wurde Lehrer am Royal College 
of Music in London und nahm groJSen Einflufi auf das gesamte 
englische Musikleben; schrieb Interpretation in Song (London, 
1912). 



207 Gresse 

Schallplatten: G & T (London, 190406), meist englisdie Volkslie- 
der, ein Lied von Schubert; tm Januar 1934 erschienen von ihm 
vier Aufnahmen auf Columbia, auf denen er, fast 80 Jahre alt, in 
grandioser Weise Lieder gestaltete. 

Greindl, Josef, Bafi, * 23. 12. 1912 Mimchen; studierte 193236 an 
der Munchener Musikakademie bei Paul Bender und Anna Bahr- 
Mildenburg. Debiit 1936 am Stadttheater von Krefeld als Hunding 
in Die Walkiire*. 193842 sang er am Opernhaus von Dtissel- 
dorf, 1942 holte Heinz Tietjen ihn an die Berliner Staatsoper, der 
er bis 1948 angehorte. 1943 erstes Auftreten bei den Bayreuther 
Festspielen als Pogner in den Meistersingern. 1948 kam er an 
die Stadtische Oper Berlin und wurde zugleich Mitglied der Wie 
ner Staatsoper. Grofie internationale Karriere nach dem zweiten 
Weltkrieg. Seit 1951 sang er Jahr fur Jahr bei den Festspielen von 
Bayreuth, audi bei den Festspielen von Salzburg und Edinburgh 
gefeiert. Gastspiele trugen ihm in London und Paris, an der Mai- 
lander Scala und am Teatro Colon von Buenos Aires groe Erfolge 
ein. 1952 wurde er an die New Yorker Metropolitan Oper berufen. 
Gilt als einer der grofiten Wagner-Sanger seiner Zeit. 
Machtvolle, ausdrucksvolle Stimme, sowohl im seriosen als audi 
im Buffo-Repertoire geschatzt, nicht zuletzt aber auch ein vielsei- 
tiger Konzert-Bassist. 

Schallplatten existieren von ihm vor allem auf DGG (Zauber- 
flote, Entfuhrung aus dem Serail*, Fliegender Hollander*, 
Jahreszeiten), Urania (Martha), Philips (Fliegender Hollan 
der* aus Bayreuth). 

Gresse, Andre*, Bafi, * 23. 3. 1868 Lyon, t 1937 Paris; Sohn des 
Bassisten Andre Gresse, der an der Pariser Grand Opera tatig 
war und dort u. a, den Lodovico in Verdis Othello, den Pogner 
in den Meistersingern und den Hunding in der Walkure kre- 
iert hatte. Er erhielt seine Ausbildung am Conservatoire von Paris 
bei Taskin, Meldussedec und Duvernoy und debiitierte 1896 an 
der Op6ra comique als Komtur im Don Giovanni* mit Victor 
Maurel in der Titelrolle. Als sein Vater 1900 seine Buhnenlauf- 
bahn an der Grand Opera von Paris aufgab, wurde er dessen 
Nachfolger. Seine Antrittspartie an diesem Opernhaus war der 
St. Bris in den Hugenotten von Meyerbeer. Bis etwa 1930 ge- 
horte er zu den prominentesten Sangern dieses Operninstituts. 
1910 kreierte er an der Oper von Monte Carlo in der Urauffiih- 
rung von Massenets Don Quichotte* den Sancho Panza. Er sang 
auch in den Urauffiihrungen der Sapho von Massenet (Opera 
comique, 1897), des Le Juif Polonais von Erlanger (Opera co 
mique, 1900) und von Massenets Bacchus (Grand Opera, 1909). 
Nach seinem Abschied von der Buhne wurde er Professor am Con 
servatoire von Paris. 

Viele Flatten auf G & T, HMV, Lyrophone, Zonophone und Pathe 
(u. a. vollstandige Faust-Aufnahme). 



Grey 



208 



Grey, Madeleine, Sopran, * 11. 6. 1897 ViUaines-la-Juhel (Norman- 
die) ; studierte zuerst am Conservatoire national von Paris Klavier- 
spiel bei Alfred Cortot, dann Gesang bei Hettidi. 1921 gab sie in 
Paris ihre ersten Konzerte und hatte sogleich grofie Erfolge. Wid- 
mete sich vor allem der Interpretation zeitgendssischer franzosi- 
scher Werke; so kreierte sie 1922 die Chansons hebra*iques von 
Ravel, 1923 die von Canteloube gesammelten und instrumentier- 
ten Chants d'Auvergne*. Groe Konzertreisen trugen ihr in aller 
Welt, zumal in Italien und in Nordamerika, glanzende Erfolge ein. 
Ihr Vortrag des franzosischen Liedschaff ens gait als vorbildlich. 
Polydor-Platten. 

Griebel, August, Bafi, * 2. 7. 1900 Bochum; Studium am Hoch'- 
schen Konservatorium in Frankfurt a. M. Debiit 1922 am Stadt- 
theater von Heidelberg. Kam 1924 an das Stadttheater von Kre- 
feld; sang 192528 am Stadttheater von Aachen, 192830 am 
Opernhaus von Breslau, 1930 34 am Opernhaus von Frankfurt a.M. 
und seit 1934 an der Oper von Koln, an der er langer als 25 Jahre 
wirkte. Gastspiele in Holland (1938 als Ochs im Rosenkavalier), 
1942 an der Grand Opera von Paris, an der Stadtischen Oper Berlin, 
an den Staatsopern von Wien, Miinchen und Hamburg, an den Opern 
von Briissel und Antwerpen und am Teatro Liceo von Barcelona. 
Vor allem als BaE-Buffo, aber auch im seriosen, namentlich im 
Wagner-Repertoire bewundert. 

Eine Schallplatte auf Columbia; auf MMS Osmin in vollstandiger 
Entfuhrung von Mozart. 

Grobe, Donald, Tenor, * 16. 12. 1929 Ottawa bei Chicago. Nach an- 
fanglichem Ingenieurstudium Ausbildung an der Millikin Univer 
sity, am Chicago Musical College und am Mannes College in New 
York. 1953-56 Konzert- und Operettensanger in New York. 1956 
kam er nach Europa und sang zuerst am Stadttheater von Krefeld/ 
Monchengladbach, dann 1957-60 am Opernhaus Hannover, 
seit 1960 an der Stadtischen Oper Berlin. Gastspiele am Opern 
haus von Koln, bei den Festspielen von Salzburg und Schwetzin- 
gen sowie in Wien. 
Ausdrucksvolle lyrische Stimme. 
Schallplatten: Telefunken, DGG, Decca (Fidelio). 

Grobke, Adolf, Tenor, * 26. 5. 1872 Hildesheim, t 16. 9. 1949 
Epfach (Bayern). Zuerst Eisenbahnangestellter, studierte dann am 
Konservatorium von Sondershausen (Thiiringen) bei Schroder. 
Debiit 1895 am Hoftheater von Sondershausen. Danach sang er 
189699 am Stadttheater von Essen, 18991905 am Opernhaus 
Koln. 1901 sollte er in Bayreuth den Parsifal singen, doch kam dies 
nicht zustande, 1907 gastierte er in Amsterdam als Walther in den 
Meistersingern. Es folgten Engagements an der Oper Frankfurt 
a. M. und am Opernhaus Hannover. 191011 gehorte er zum 
Ensemble der Wiener Hofoper. Spater trat er am Hoftheater von 
Schwerin und am Stadttheater von Halberstadt auf. 1935 wurde 



2O9 Groh 

er Leiter der Vokalklasse am Deutschen Opernhaus in Berlin-Char- 

lottenburg. 

Die schone Stimme des Kiinstlers mit der Stilsicherheit ihres 

Vortrags und ihrer meisterhaften Phrasierungskunst ist auf selte- 

nen Flatten der Firmen G & T (Koln, 1904), Zonophon und Odeon 

zu horen. 

Grob-Prandl, Gertrude, Sopran, * 1917 Wien; Stadium an der Wie 
ner Musikakademie bei Singer. Sie debiitierte 1939 an der Wie 
ner Volksoper, an der sie sechs Jahre lang blieb. 194547 war sie 
am Stadttheater von Zurich engagiert. Im Jahre 1947 wurde sie an 
die Wiener Staatsoper berufen, an der sie seither sehr groSe Er- 
folge hatte. Die Kiinstlerin gastierte an der Mailander Scala und 
an der Oper von Rom, am Teatro San Carlo von Neapel und an der 
Londoner Coventgarden Oper, am Teatro Colon von Buenos Aires 
und am Teatro Liceo von Barcelona. Seit 1954 war sie als Erste dra- 
matische Sopranistin an der Berliner Staatsoper tatig, blieb aber 
durdi einen Gastspielvertrag mit der Staatsoper von Wien verbun- 
den. 1954 sang sie bei den Festspielen in der Arena von Verona. 
Voluminose dramatische Sopranstimme, zumal im Wagner-Reper 
toire geschatzt. 

Sang auf Nixa die Donna Anna in einer vollstandigen Aufnahme 
des Don Giovanni*, auf Remington die Titelrolle in Turandot. 

Groenen/ Joseph, Bariton, * 11. 5. 1885 Waalwijk (Holland), 
t 29. 3. 1959 Hamburg; studierte Gesang in Amsterdam, Mailand 
und Stuttgart Debut 1913 am Stadttheater Mainz; sang 191415 
an der Oper von Hamburg, 191516 an der Hofoper von Wien, 
191617 an der Berliner Hofoper. Seit 1917 war er bis zum Ende 
seiner Karriere an der Oper von Hamburg engagiert, wo man ihn 
sehr schatzte. In den Jahren 192326 trat er auch regelmafiig an 
der Wiener Staatsoper auf. Er gait vor allem als hervorragender 
Interpret heldischer Bariton-Partien. Lebte nach seinem Riidctritt 
von der Buhne in Hamburg. 
Schallplatten der Marke Polydor. 

Groh, Herbert Ernst, Tenor, * 1906 Luzern. Nach Studien in Zurich 
und Mailand debutierte er 1927 am Stadttheater von Darmstadt. 
In den folgenden drei Jahren sang er nacheinander an den Opern- 
hausern von Frankfurt a. M. und K5ln, wandte sich dann aber 
ganz der Operette und vor allem dem Rundfunk und der Schall- 
platte zu. 1930 wurde er als Erster Solist an den Hamburger Sen 
der verpflichtet, 1933 kam er an den Deutschlandsender, seit 1935 
war er ein gesuchter Cast an alien deutschen Rundfunkstationen. 
Dabei ging er aber weiter seiner Konzerttatigkeit nach. 1946 un- 
ternahm er zusammen mit dem Operettenkomponisten Robert 
Stolz eine glanzvolle Tournee durch fast alle europaisdien Lander. 
Seine Karriere dauerte sehr lange an. 

Tenorstimme voll lyrischem Ausdruck und strahlender Pracht der 
hohen Register. 



Grosavescu 210 

Zahlreiche Schallplatten-Aufnahmen der Marken Parlophon, Opera 
und Urania. 

Grosavescu, Trajan, Tenor,* 1894 Klausenburg (Rumanien),t 15. 2. 
1927 Wien; studierte in Bukarest und Mailand und begann seine 
Karriere an der Oper von Bukarest. Kam 1924 an die Wiener 
Volksoper, 1925 an die Staatsoper von Wien; zugleich gastierte er 
regelmafiig an der Stadtischen Oper Berlin. 1926 kam es zu einem 
Gastspielvertrag mit der Berliner Staatsoper. Die sich anbahnende 
grojSe Karriere des Kiinstlers endete tragisch; seine Gattin ersdiofi 
ihn nadi einer Opernauffuhrung in seiner Wiener Wohnung aus 
grundloser Eifersudit. 

Metallisch aufstrahlende Stimme von hohem Einnlhlungsvermo- 
gen, in erster Linie im italienisdien Repertoire beheimatet. 
Seltene Odeon-Platten. 

Griimmer, Elisabeth, Sopran, * 31. 3. 1911 Niederjentz bei Die- 
denhofen (Lothringen) ; verbrachte ihre Jugend in Meiningen und 
besuchte dort die Schauspielsdmle. Wurde relativ spat als Sangerin 
durdi Herbert von Kara] an entdeckt und debiitierte 1941 am 
Stadttheater von Aachen; 1942 kam sie an das Stadttheater von 
Duisburg. 1946 wurde sie an die Stadtische Oper Berlin verpflich- 
tet, deren Mitglied sie seither geblieben ist. Sie wurde jetzt schnell 
international bekannt. Gastierte an der Mailander Scala und an 
der Oper von Rom, an der Coventgarden Oper von London und an 
der Oper von Briissel, an den Staatsopern von Wien, Miinchen 
und Hamburg, an der Grand Opera von Paris und am Teatro 
Colon von Buenos Aires. Bei den Festspielen von Bayreuth sang 
sie seit 1958 die Eva in den Meistersingern. Wirkte auch bei 
den Festspielen von Salzburg und Glyndebourne, hier vor allem 
als Mozart-lnterpretin, mit. Grofie Konzert-Sopranistin (Matthaus- 
passion). 

Vollendet schone Sopranstimme von seltener Leuditkraft des Tim 
bres und feiner Nuancierung des Ausdrucks, vor allem im lyri- 
schen Repertoire beheimatet. 

Schallplatten: HMV (Freischutz, Meistersinger, Tannhauser) 
Urania (Pique Dame*), Columbia (Hansel und GreteU). 

Gnining, Wilhelm, Tenor, * 2. 11. 1858 Berlin, t 2. 12. 1942 Berlin; 
wurde in Berlin durdi Julius Stern und Jenny Meyer ausgebildet. 
Debiitierte 1881 am Stadttheater von Danzig. Uber die Stadtthea 
ter von Chemnitz und Magdeburg kam er 1883-85 an das Opern- 
haus von Dusseldorf. 1885-87 wirkte er an der Deutschen Oper in 
Rotterdam, 1888-95 am Opernhaus von Hannover, 1895-98 am 
Opernhaus von Hamburg. 1898 folgte er einem Ruf an die Ber 
liner Hofoper, deren Mitglied er bis 1911 blieb. Bereits 1895 hatte 
er dort in der Urauffiihrung der Oper Der Evangelimann von 
Kienzl die Partie des Matthias gesungen. Man schatzte ihn in er 
ster Linie als Wagnersanger; in den Jahren 1891-98 wirkte er bei 
den Festspielen von Bayreuth mit, und zwar als Parsifal und als 



211 Gunter 

Tannhauser sowie als Siegfried und in den Meistersingern. 1904 
sang er an der Berliner Hofoper in der ungliicklichen Urauffiihrung 
von Leoncavallos Roland von Berlin*. Der Kiinstler gastierte an 
der Coventgarden Oper und in Amsterdam und war 189596 bei 
der Damrosdi Opera Company in den USA engagiert. Seit 1911 
gab er nur nodi gelegentliche Gastspiele und betatigte sidi in Berlin 
als Padagoge. 

GroSe, heldische Tenorstimme. 

Schallplatten: Odeon (Berlin, 1905), G & T (Berlin, 1905-07), Co 
lumbia (Berlin, 1906) und HMV. 

Giiden, Hilde, Sopran, * 15. 9. 1917 Wien; studierte an der Wiener 
Musikakademie Gesang, Klavierspiel und Tanz. Debut 1938 am 
Opernhaus von Zurich als Cherub ino in Figaros Hochzeit*. 1942 
kam sie als Nachfolgerin von Adele Kern an die Miinchener Staats- 
oper, der sie bis 1947 angehorte. 1942 gastierte sie unter Tullio 
Serafin in Rom und Florenz. Bei den Salzburger Festspielen hatte 
sie 1946 einen sensationellen Erfolg als Zerline im Don Gio- 
vanni. Darauf wurde sie 1947 an die Wiener Staatsoper beru- 
fen, deren gefeiertes Mitglied sie seitdem blieb. Glanzvolle inter- 
nationale Karriere mit Gastspielen an der Mailander Scala, an der 
Coventgarden Oper von London, in Paris, bei den Festspielen von 
Salzburg, Edinburgh, Glyndebourne und Venedig und beim Maggio 
musicale von Florenz. Seit 1952 Mitglied der Metropolitan Oper 
New York; hier hatte sie einen iiberwaltigenden Erfolg als Rosa- 
linde in der Fledermaus. Bei den Salzburger Festspielen 1954 
iiberraschte sie in der technisch iiberaus schwierigen Partie der 
Zerbinetta in Ariadne auf Naxos von R. Strauss. 1960 sang sie 
dort bei der Erb'frnung des neuen Festspielhauses die Sophie im 
Rosenkavalier. Glanzende Erfolge hatte sie auch im Konzertsaal. 
Prachtvoll gebildete, technisch vollendete Sopranstimme, deren 
Ausdrudcsfiille bewundernswert ist. 

Zahlreidie sdione Schallplatten auf Columbia, DGG, Decca (u. a. 
vollstandige Opern Rigoletto, Elisir d'amore, La Boheme, 
Figaros Hochzeit, Arabella, Meistersinger, Don Giovanni 
und Operetten Die Fledermaus, Die lustigeWitwe,Giuditta) 
und Philips (The Rake's Progress*). 

Gunter, Horst, Bariton, * 1917 Leipzig; lie seine Stimme am Kon- 
servatorium von Leipzig ausbilden. Debiitierte 1941 am Staats- 
theater von Schwerin, dem er bis 1944 angehorte. Nach dem zwei- 
ten Weltkrieg konnte er erst 1948 am Stadtrheater von Gottingen 
seine Karriere wieder aufnehmen. 194950 war er am Staatsthea- 
ter von Wiesbaden und seit 1950 an der Hamburger Staatsoper 
engagiert. Seit 1955 hatte er gleichzeitig ein Engagement an der 
Staatsoper von Miinchen. Der Kiinstler gastierte an den Staats- 
opern von Berlin, Wien und Stuttgart, an der Londoner Covent 
garden Oper und bei den Festspielen von Edinburgh. 1954 wirkte 
er in der Erstauffuhrung von Schonbergs Opernwerk Moses und 



Gunther 212 

Aaron* am Hamburger Rundfunk mit. GroSe Erfolge hatte er auch 
als Konzert- und Oratoriensanger. Wirkt als Professor am Konser- 
vatorium von Detmold. 

Schallplatten: DGG (vollstandige Opern Hansel und Gretel, 
Zar und Zimmerrnann*), HMV (Lohengrin). 

Gunther, Carl, Tenor, * 22. 11. 1885 Ottensen bei Buxtehude, 
t 9. 9. 1958 Hamburg. Sein Vater war Zigarren-Heimarbeiter, er 
selbst wurde zunachst Kupferschmied auf der Werft von Blohm & 
Voss in Hamburg. Man entdeckte seine Stimme bei einem Lieder- 
abend, den er als Dilettant 1911 in Altona gab. Debiitierte 1912 
an der Oper von Hamburg als Florestan im Fidelio> und blieb 
bis zum Ende seiner Biihnenkarriere Mitglied dieses Opernhauses. 
Gastspiele vor allem an der Stadtischen Oper Berlin, 1924 und 
1927, an der Staatsoper von Wien, 1926 im Haag als Max im 
Freisch.utz. Sang bis in die Jahre des zweiten Weltkrieges; dann 
Gesangslehrer in Hamburg. 

Von ihm sind lediglich akustisdie Flatten der Marken Vox und 
Polydor vorhanden. 

Gunther, Mizzi, Sopran, * 8. 2. 1879 Warnsdorf (Bohmen), t 18. 3. 
1961 Wien; wurde u. a. durch ihren spateren Mann A. Fischer auf 
die Buhnenlaufbahn vorbereitet. Debiitierte 1897 in Hermannstadt 
in Siebenbiirgen, wo sie zwei Jahre blieb, und sang dann in 
Teplitz und Karlsbad. 1901 wurde sie an das Carltheater in Wien 
engagiert, wo sie als Mimosa in der Geisha von Jones debu- 
tierte. Sie wurde dann die grofie Operettendiva der osterreichisdien 
Metropole und feierte als vergotterter Star am Carltheater, am 
Theater an der Wien und an der Wiener Volksoper ihre Triumphe. 
1903 bereiste sie mit dem Ensemble des Carltheaters Rutland. Den 
grofiten Erfolg ihres Lebens erzielte sie, als sie am 30 12. 1905 in 
der Urauffuhrung von Lehdrs Operette Die lustige Witwe am 
Theater an der Wien die Partie der Hanna Glawari sang. In dieser 
Rolle ist sie mehr als tausendmal, darunter in London und Paris, 
aufgetreten. Spater hatte sie auch als Schauspielerin bedeutende 
Erfolge; sie war zuletzt mit dem Kammerschauspieler Fred Hen- 
nings verheiratet. Sie war Ehrenprasidentin der Wiener Lehdr-Ge- 
sellsdiaft. 

Bewegliche, dabei aber ausdrucksvolle Sopranstimme, deren eigent- 
liche Aufgaben im Fach der Soubrette zu finden waren. 
Von ihr sind zwei sehr seltene Schallplattenaufhahmen aus der 
^Lustigen Witwe vorhanden (G & T, Wien 1906). 

Guerrini, Adriana, Sopran, * 1917 Florenz; Studium am Konserva- 
torium von Florenz, gewann 1943 einen Gesangwettbewerb des 
italienischen Rundfunks. Darauf sang sie am italienischen Radio 
die Stefana in Giordanos Siberia unter der Leitung des Kom- 
ponisten. Sie wurde gleidi fur eine Sendereihe von Rundfunk- 
Opern verpflichtet. Sang in den Jahren des zweiten Weltkrieges 
an verschiedenen italienischen Theatern, 194547 mit glanzendem 



213 Guilleaume 

Erfolg am Teatro San Carlo von Neapel. Wirkte bei den Festspie- 

len von Verona und Florenz mit; sang an der Mailander Scala, an 

der Pariser Grand Ope"ra, am Teatro Liceo von Barcelona, am Teatro 

San Carlos von Lissabon, an der Wiener Staatsoper und am Opern- 

haus von Zurich. 

Lyrisdi-dramatische Stimme von groEer Ausdrucksfulle. 

Flatten auf Columbia (u. a. vollstandige La Traviata) und Urania 

(vollstandige Forza del Destino*), Cetra (Tosca). 

Guglielmetti, Anna-Maria, Sopran, * 1895 (?); die Kiinstlerin hatte 
in den zwanziger Jahren eine kurze, aber erfolgreiche Karri ere an 
italienisdien Buhnen, u. a. in Neapel, Turin, Verona, Bari und Ra 
venna. Sie gastierte wahrend dieser Zeit in Barcelona, Kairo, 
Budapest, Ostende und in der Schweiz. 1926 unternahm sie zu- 
sammen mit anderen Kiinstlern eine Tournee durch England. 1927 
ersdiien sie erfolglos an der Londoner Coventgarden Oper als 
Konigin Marguerite in den Hugenotten von Meyerbeer. Mittel- 
europa bereiste sie zusammen mit der Operntruppe von Max Sau- 
ter. Nach dem plotzlichen Verlust ihrer Stimme studierte sie noch- 
mals bei Giuseppina Finzi-Magrini in Turin. Sie heiratete dann 
einen Schweizer und liefi sich in Genf nieder, wo sie nach 1930 
noch am dortigen Opernhaus in lyrischen Partien gastierte, Seit- 
dem Padagogin in Genf. 

Die von Kennern gesuchten Schallplatten der Kiinstlerin, die 1925 
bis 30 auf Columbia erschienen, zeigen einen virtuos gefuhrten 
Koloratursopran von besonderer Brillanz in der Ausfuhrung schwie- 
rigster Koloraturpassagen. 

Guidiandut, Carlos, Maria, Bari ton-Tenor, * 4. n. 1919 Buenos 
Aires; studierte zuerst Philosophic, dann Gesang bei A. Benta in 
Buenos Aires. 1945 Debut als Bariton in Buenos Aires in Verdis 
Rigoletto. Sang als Bariton u. a. am Teatro Colon von Buenos 
Aires und an der Mailander Scala. 1952 unterbrach er seine 
Karriere und studierte bei der Sangerin Fidelia Campigna, die er 
heiratete. 1953 debutierte er, jetzt als Heldentenor am Stadttheater 
von Bari in der Walkure> von Wagner. 1953 hatte er beimMaggio 
musicale von Florenz grofie Erfolge als Partner von Maria Callas 
in Cherubinis Medea, 1954 bei den Festspielen von Glynde- 
bourne als Bacchus in Ariadne auf Naxos von Richard Strauss. 
1955 feierte man ihn bei den Festspielen von Verona als Othello 
und als Jos in Carmen. Gastspiele zumal am Teatro Col6n 
von Buenos Aires, an der Wiener Staatsoper, an der Coventgarden 
Oper London, an der Grand Opra Paris, am Teatro Liceo von 
Barcelona, in Palermo, Neapel und Mexico City. Als seine eigent- 
liche Glanzrolle gait der Titelheld in Verdis Othello. 
Schallplatten als Bariton auf Cetra, als Tenor ebenfalls auf Cetra 
(Titelrolle in vollstandiger Oper Othello>), 

Guilleaume, Margot, Sopran, * 12. i. 1910 Hamburg; erhielt ihre 
Gesangausbildung in ihrer Heimatstadt und debutierte 1933 an 



Gulbranson 214 

der Hamburger Staatsoper. Nach Engagements an verschiedenen 
deutschen Biihnen sang sie bis 1944 am Opernhaus Hannover. 
Nadi dem zweiten Weltkrieg wurde sie vom Nordwestdeutsdien 
Rundfunk nadi Hamburg verpflichtet und verlegte sich jetzt in 
erster Linie auf den Konzertgesang. Auf der Biihne gastierte sie nur 
nodi gelegentlich, namentlich in Mozart- und Verdi-Partien. Im 
Konzertsaal bewunderte man sie vor allem wegen ihrer Interpre 
tation barocker Musik und alterer Oratorienwerke. Seit 1950 
zugleich Dozentin an der Staatlichen Hodisdiule fur Musik in 
Hamburg. 

Schallplatten: Telefunken, vor allem aber DGG (Orfeo von Mon 
teverdi, verdienstvolle Leistungen in Auf nahmen der Ardiiv-Serie) . 

Gulbranson, Ellen, Sopran, * 8. 3. 1863 Stockholm, t 3. 12. 1946 
Oslo; eigentlich Ellen Norgren. Gesangausbildung am Koniglichen 
Konservatorium von Stockholm bei Gunther, dann in Paris Schu- 
lerin von Mathilde Marchesi und Ellena Kenneth. Debiit als Kon- 
zertsangerin 1886 in Stockholm. Biihnendebut 1889 an der Konig 
lichen Oper Stockholm als Aida. Wurde als Wagner-Sangerin inter 
national bekannt. Bereits 1892 war sie fur die Bayreuther Fest- 
spiele ausgewahlt, doch kam es erst 1896 zu ihrem ersten Auftre- 
ten in Bayreuth. Seitdem stand sie im Mittelpunkt der Wagner- 
Festspiele; vor allem bewunderte man sie als Briinnhilde im Ring- 
Zyklus, aber auch als Kundry im Parsifal. Bis 1914 ist sie regel- 
mafiig in Bayreuth zu horen gewesen. Seit 1890 war sie mit dem 
norwegischen Major Gulbranson verheiratet und lebte auf dem 
Landgut Haug bei Oslo. Von dort aus unternahm sie Gastspiele, 
die ihr an der Coventgarden Oper von London, an den Hofopern 
von Berlin und Wien, in Budapest, St. Petersburg, Briissel und 
Kopenhagen grofie Erfolge eintrugen, doch blieben die Bayreuther 
Festspiele Mittelpunkt ihres kunstlerischen Wirkens. 
Dunkel timbrierte, hochdramatische Sopranstimme, die die ihr ge- 
mafien Aufgaben vor allem im Wagner-Repertoire fand. 
Eine Aufnahme auf G & T (Bayreuth, 1904) sowie Pathe*-Platten, 
alle sehr selten. 

Gura, Hermann, Bariton, * 5. 4. 1870 Breslau, f 13. 9. 1944 Bad 
Wiessee (Bayern). Sohn des Wagner-Sangers Eugen Gura (1843 
bis 1906); studierte bei diesem, aber auch an der Munchener Mu- 
sikakademie bei Hasselbeck und Zenger. Debiitierte 1890 am Hof- 
theater von Weimar als Fliegender Hollander. Engagements: 1890 
bis 1891 Stadttheater Riga, 1891-92 Kroll-Oper Berlin, 1892-93 
Stadttheater Aachen, 189394 Stadttheater Zurich, 189495 Stadt 
theater Basel, 1895-96 Hofoper Miinchen. 1896-1908 als Sanger 
und Regisseur am Hoftheater von Schwerin tatig; mit diesem En 
semble gastierte er 1898 an der Berliner Hofoper. 1908 griindete er 
eine eigene Opernbuhne, das Neue Konigliche Operntheater, in 
Berlin, das er bis 1910 leitete. 1911 voriibergehend Direktor der 
Berliner Komischen Oper. 1913 Gastspiel an der Coventgarden 



215 Gutheil-Schoder 

Oper London. Lebte bis 1921 als Padagoge in Berlin, 1921-26 Re- 

gisseur des Opernhauses von Helsinki. Dann wieder padagogische 

Tatigkeit in Berlin, wo er 1928 nochmals eine Operngesellschaft, 

die Deutsche Gastspieloper, begriindete. Er war in dritter Ehe mit 

der dramatischen Sopranistin Annie Gura-Hummel (* 1884) verhei- 

ratet. Seine Tochter Anita Gum (* 1911) war ebenfalls eine be- 

kannte Sopranistin. 

Schb'n gebildete, wandlungsfahige Stimme, sowohl im Opern- als 

im Liedgesang ausgezeichnet. 

Sang Sdiallplatten auf den Marken G & T (Sdiwerin, 1905) und HMV. 

Guszalewicz, Genia, Alt-Sopran, * 1902 Prag, Toditer des Tenors 
Eugen Guszalewicz und der Sopranistin Alice Guszalewicz (die 
beide interessante Sdiallplatten auf Zonophon hinterlassen haben). 
Sie war Schulerin ihrer Mutter, die bald nadi ihrer Geburt an 
die Oper von Koln engagiert wurde. 1923 debiitierte sie an der 
Berliner Staatsoper als Mignon, der sie bis 1929 angehorte. Hier 
sang sie zumeist kleinere Rollen fur Mezzosopran. 1929 gastierte 
sie an der Wiener Staatsoper. 1930 wurde sie an das Stadttheater 
von Chemnitz engagiert, wo sie dramatische Sopran-Partien sang. 
Spater wandte sie sich der Operette zu, wobei sie, zumal in Miin- 
chen, bedeutende Erfolge hatte. Nach dem zweiten Weltkrieg liefi 
sie sich als Padagogin in Koln nieder. 

Akustische Schallplatten auf Vox (Sopran- Arien) , elektrisdie auf 
HMV und Polydor, alles Ensembleszenen. 

Gutheil-Schoder, Marie, Sopran, * 16. 2. 1874 Weimar, + 1. 10. 1935 
Ilmenau (Thiiringen). Besuchte die Grofiherzogliche Musiksdiule 
Weimar und war Schulerin von Virginia Naumann-Gungl in Wei 
mar. Debiitierte 1891 am Hoftheater von Weimar als Erste Dame 
in der Zauberflote. Sang in den ersten Jahren nur kleine Rollen, 
hatte aber 1895 einen grofiartigen Erfolg als Carmen. 1899 ga 
stierte sie in Leipzig, Berlin und Wien. 1900 wurde sie an die 
Wiener Hofoper berufen und wurde nun eine der beliebtesten San- 
gerinnen dieses Opernhauses. Sang hier in mehreren wichtigen 
Premieren: 1909 die Titelrolle in Elektra von R. Strauss, 1911 
den Octavian im Rosenkavalier. Beim Salzburger Mozart-Fest 
von 1906 trat sie als Susanna in Figaros Hochzeit* hervor. Trat 
fur die zeitgenossisdie Musik ein und sang bereits 1914 Werke 
von Arnold Schonberg in dessen Verein fur musikalische Privat- 
auffuhrungen*. Bis zum Jahr 1926 ist die gefeierte Kiinstlerin in 
Wien bewundert worden, sie betatigte sich an der Wiener Oper 
wie auch bei den Festspielen von Salzburg als verdiente Opern- 
Regisseurin. In erster Ehe war sie mit dem Dirigenten Gustav 
Gutheil (18681914), in zweiter mit dem Fotografen Franz Setzer 
verheiratet. 

Musikalisch vollendet durdigebildete, ausdrucksstarke Sopran- 
stimme, die Partien aus alien Bereichen der Opernliteratur zu mei- 
stern wute; bedeutend auch als Konzertsopranistin. 



Outline 2l6 

Ihre Stimme 1st durch 5 sehr seltene Schallplattenaufnahmen zu- 
ganglich (G & T, Wien, 1902). 

Guthrie, Frederick, Bag, * 1924 irn Staat Idaho (USA); studierte 
zuerst In Los Angeles, wurde aber im zweiten Weltkrieg Soldat. 
1950 fand er sein erstes Engagement bei einer kleinen Opern- 
truppe in Nordamerika. 1953 kam er zum Abschlufi seiner Aus- 
bildung nach Europa und wurde Schiiler von Elisabeth Rado in 
Wien. Dort sang er bereits 1953 in einer konzertanten Auffuh- 
rung der Oper Oedipus Rex von Strawinsky unter von Karajan. 
1954-58 sang er an der Staatsoper von Wien, seit 1958 an der 
Oper von Frankfurt a. M. Gastspiele in Rom, Triest, Miinchen. Bei 
den Festspielen von Glyndebourne sang er 1956 den Sarastro in 
der Zauberflote, 1959 die gleiche Rolle in Aix-en-Provence. Be- 
deutender Oratoriensolist. 

Schallplatten: Amadeo -Vanguard (Die Schopfung), HMV, 
Vox. 

Gutstein, Ernst Bariton * 15. 5. 1924 Wien; ausgebildet an der 
Wiener Musikakademie bei Fuhsperg, Josef Witt und Hans Duhan. 
Debut 1948 am Landestheater Innsbruck als Fernando im Fide- 
lio. BHeb dort bis 1952, sang dann 195354 in Heidelberg, 1954 bis 
58 in Kassel, 195859 Deutsche Oper am Rhein Diisseldorf-Duis- 
burg, 195962 Frankfurt a. M., seit 1962 Koln und Frankfurt a. M. 
Wirkte 1959 bei den Salzburger Festspielen mit, Gastspiele in 
Ziirich, Wiesbaden, Hamburg und an vielen bedeutenden deutschen 
Biinnen. Er sang ferner in Florenz, Rom, Briissel und in Holland. 
1959 erschien er bei ,den Salzburger Festspielen in I1 mondo 
nella luna* von Haydn. Man schatzt ihn namentlich als Verdi- 
und Wagner-Interpreten. 

Schallplatten : Ariola (Jochanaan in $alome, Rigoletto, Herr 
Fluth in Lustige Weiber von Windsor*). 

Habich, Eduard, Bariton, * 3. 9. 1880 Kassel, f 15, 3. 1960 Berlin; 
besuchte das Raff'sche Konservatorium in Frankfurt a. M. als Schil 
ler von Max Fleisch. Debiitierte 1904 am Stadttheater von Ko 
blenz, sang dann an den Stadttheatern vonPosen und Halle (Saale), 
am Opernhaus von Diisseldorf und seit 1910 an der Berliner Hof- 
oper. Langer als 25 Jahre wurde er an diesem Opernhaus gefeiert. 
Als seine Glanzrolle gait der Alberidi im Ring-Zyklus, den er von 
1911 bis 1931 bei den Festspielen von Bayreuth sang; 1912 trat 
er dazu in Bayreuth als Klingsor im ParsifaI, 1927 als Kurwenal 
im Tristan auf. Seit 1923 gastierte er fast alljahrlich an der 
Londoner Coventgarden Oper, 1928 in Amsterdam. 193032 an 
der Oper von Chicago engagiert, 193537 Mitglied der Metropoli 
tan Oper New York; hier vor allern als Alberich und als Telra- 
mund im Lohengrin> bewundert. Nach Abschlufi seiner langen 
Karriere lebte er als Padagoge in Berlin. 

Schallplatten der Marken HMV und Odeon (akustisch), elektrische 
Aufnahmen auf HMV, 



21/ Hadwiger 

Hackett, Charles, Tenor, * 21. 11. 1889 Worcester (Mass.)/ ^ 1. i. 
1942 New York; wurde durch Lillian Nordica entdeckt, die ihn 
auf eine Konzert-Tournee mitnahm. Dann Studium bei Hubbard 
in Boston und bei Lombardi in Mailand. Debiitierte unter dem 
Namen Carlo Hackett 1915 am Opernhaus von Pavia als Faust in 
cMefistofele von Boito. Trat dann an italienischen Theatern, dar- 
unter auch an der Mailander Scala auf. 191718 grojSe Erfolge am 
Teatro Colon von Buenos Aires. 1919 an die New Yorker Metro 
politan Oper berufen (Antrittsrolle: Graf Almaviva im Barbier 
von Sevilla* von Rossini). Blieb bis 1922 an der Metropolitan 
Oper, dann wieder sehr erfolgreidie Karriere an der Mailander 
Scala, an der Oper von Monte Carlo und in Paris. 192331 an 
der Oper von Chicago engagiert, gastierte 1926 an der Covent- 
garden Oper London; fast alljahrlich an der Sommer-Oper von 
Ravinia bei Chicago gefeiert. 193440 wieder Mitglied der Metro 
politan Oper New York. Seitdem Padagoge an der Juilliard Musik- 
schule. 

Eine der schonsten lyrischen Tenorstimmen seiner Generation, zu- 
mal im Belcanto-Repertoire und im Mozart-Gesang ausgezeichnet. 
Von seiner Stimme wurden noch wahrend des Studiums Edison- 
Aufnahmen gemacht, spater Columbia-Flatten. 

Hadrabova, Eva; Sopran * 12. 10. 1902 Luzna bei Rakovnik (Mah- 
ren); studierte am Konservatorium von Prag sowie bei Steiner 
und Lunzer in Wien. Debiitierte 1922 am Stadttheater von Mah- 
risch-Ostrau als Micaela in Carmen. 192326 war sie am Stadt 
theater von Olmiitz, 192627 am Nationaltheater von Prefiburg 
engagiert. 1928 wurde sie an die Wiener Staatsoper berufen, de- 
ren Mitglied sie bis 1936 blieb. Wahrend dieser Zeit hatte sie auch 
grofie Erfolge bei den Festspielen von Salzburg (Dorabella in 
Cosi fan tutte, Octavian im Rosenkavalier). 193637 sang sie 
an der Oper von Prag, 1938-39 am Stadttheater von Graz, 1939 
bis 1942 am Stadttheater von Niirnberg. 1934 bereiste sie Nord- 
amerika; sie gastierte im iibrigen an der Coventgarden Oper Lon 
don, in Krakau, Antwerpen und 1938 nochmals an der Wiener 
Staatsoper. Lebt in Wien-Hietzing. 

Ausdrucksstarke, dunkel timbrierte Sopranstimme, die im drama- 
tischen Repertoire ihre besten Leistungen erzielte. 
Ihre Stimme ist nur auf 2 Ultraphon-Platten (Duette mit Wilhelm 
Rode) zu horen. 

Hadwiger, Aloys, Tenor, * n. 8. 1879 Olmiitz, f 23. 3. 1948 Graz; 
seine Stimme wurde von Cosima Wagner entdeckt und in der 
Bayreuther Schule durch Julius Kniese ausgebildet. Debut 1904 bei 
den Festspielen von Bayreuth als Froh im Rheingold. 1906 und 
1908 feierte man ihn in Bayreuth als Parsifal. Die erwartete 
grofie Buhnenkarriere kam jedoch nicht zustande. Er sang zunachst 
am Hof theater von Koburg, dann 191018 am Stadttheater von 
Bremen, 1918-20 am Stadttheater von Graz, 1921-26 am Stadt- 



Haefliger _ 2x8 

theater von Freiburg i. Br., seit 1927 am Stadttheater von Kaisers- 
lautern. 1910 sang er voriibergehend, aber erfolglos an der Dres- 
dener Hofoper. Nach Beendigung seiner Buhnenkarriere leitete er 
1933-44 das Mecklenburgische Landestheater in^Schwerin. 
Heldische, zumal im Wagner-Fach bedeutende Stimme. 
SdiaUplatten: HMV. 

Haefliger, Ernst, Tenor, * 6. 7. 1919 Davos (Schweiz); besuchte das 
Lehrerseminar in Wettingen und erwarb das Diplom fur Schulge- 
sang, lieS aber zugleich seine Stimme ausbilden. Nachdem er diese 
Ausbildung bei Julius Patzak in Wien abgeschlossen hatte, debii- 
tierte er 1942 als Konzerts anger. 1943 wurde er an das Stadtthea 
ter von Zurich engagiert, dem er bis 1952 angehorte. 1943 erregte 
er erstes Aufsehen, als er in einigen Stadten in der Schweiz die 
Partie des Evangelisten in der Matthauspassion sang. Wahrend 
seines Wirkens in Zurich kam es dann zu zahlreichen Konzertver- 
pflichtungen in der Schweiz, in Deutschland, Osterreich, Italien, 
Frankreich, Belgien und Holland. 1952 wurde er als Erster lyrischer 
Tenor an die Stadtische Oper Berlin berufen; gleichzeitig setzte er 
seine Internationale Karriere als Konzert- wie auch als Operntenor 
fort. Grofie Erfolge bei Nordamerika-Tourneen. 
Mit grojBer Gestaltungskraft und feinem Stilgefuhl hat er sich in 
einem urnfassenden Repertoire ausgezeichnet, wobei er seine bedeu- 
tendsten Leistungen wohl als Oratorien- und Lieders anger erreicht. 
Schallplatten: Philips, Decca (Oedipus Rex von Strawinsky), 
vor allem DGG (vollstandige Opern Entfiihrung aus dem Serail, 
Don Giovanni*-, -KFidelio^, Zauberflote). 



Hafgren, Lilly, Sopran, * 7. 10. 1884 Stockholm, t 27. 2. 1965 
Berlin; ihr Vater Johan Erik Hafgren war Theaterintendant, ihre 
Mutter, Maria Malmgren, Konzertsangerin. Begann ihr Studium 
1898 am Raff'sdien Konservatorium in Frankfurt a. M., dann 
Sdmlerin von Max Fleisch in Stuttgart. Nadi abschliefienden Stu- 
dien in Mailand debutierte sie bei den Bayreuther Festspielen von 
1908 als Freia im Rheingold. 190812 sang sie am Hoftheater 
von Mannheim, 191220 an der Berliner Hofoper. Dann gastierte 
sie an vielen bedeutenden Biihnen, u. a. an der Mailander Scala, 
an der Grand Ope"ra von Paris, am Teatro Costanzi in Rom, an 
der Koniglidien Oper von Stockholm, in Madrid, Bukarest, War- 
schau und Prag. Sehr erfolgreich war sie bei den Festspielen von 
Bayreuth; hier sang sie 1909 die Elsa im Lohengrin, 191112 
und 1924 die Eva in den Meistersingern. 193334 nochmals an 
der Staatsoper von Dresden engagiert; lebte in Berlin. War in 
erster Ehe mit dem Generalintendanten Waag, in zweiter mit dem 
Kaufmann Dinkela verheiratet. 

Kraftvoll gefuhrte, unbedingt melodische Sopranstimme, nament- 
lich in Opern von Wagner und Richard Strauss geschatzt; gait als 
grofie Schauspielerin. 
SdiaUplatten: Odeon, Polydor. 



219 Hammond 

Haller, Valentin, Tenor, * i. 5. 1901 Miinchen, i 24. 3. 1944 Miin- 
dien. Begann seine Laufbahn 1924 in Gera und war 192426 in 
Plauen, 192628 in Augsburg, 192829 in Mannheim, 192932 in 
Braunschweig, 193234 in Leipzig und schlieSlich seit 1933 an der 
Stadtischen Oper Berlin engagiert. 193435 war er zugleich in 
Kassel verpflichtet. In Berlin erregte er vor allem Aufsehen, als 
er heldische Partien wie den Manrico im Troubadour* sang, wo- 
bei man die strahlende Pracht seiner Stimme in den hohen Lagen 
bewunderte. Er starb an den Folgen einer Wirbelsaulenverletzung. 
Einige Parlophon-Platten, darunter die Brautgemachszene aus 
Lohengrin mit Elisabeth Friedrich. 

Halmos, Janos, Tenor, * 27. 12. 1887, t 7. 10. 1961 Budapest; zu- 
erst Chorsanger in Arad, spater Ausbildung der Stimme in Bu 
dapest, im wesentlichen jedoch Autodidakt. 1928 an die Budapester 
Nationaloper engagiert, an der er bis 1950 als Erster Tenor wirkte. 
Audi nach 1950 gastierte er nodi an dieser Biihne. Bedeutende 
Erfolge bei Gastspielen an der Mailander Scala, am Opernhaus 
von Breslau und in Florenz. 

Eine der schonsten Tenorstimmen seiner Epoche, namentlidi im 
heldisdien Stimmfadi ausgezeidinet. 
Schallplatten: HMV. 

Hammes, Karl, Bariton, * 25. 3. 1896 Zell an der Mosel, f 10. 9. 
1939 bei Warsdiau; nadidem er im ersten Weltkrieg bei der Luft 
waffe gedient hatte, entschlofi er sidi zum Gesangstudium. Debii- 
tierte 1925 am Opernhaus von Koln; kam von dort 1927 fur zwei 
Jahre an die Berliner Kroll-Oper. 1927 sang er bei den Festspielen 
von Bayreuth den Amfortas im Parsifal und den Gunther in 
der G6tterdammerung. 192935 Mitglied der Wiener Staats- 
oper, wo er grofie Erfolge hatte. Fast alljahrlich wirkte er bei den 
Festspielen von Salzburg mit, vor allem als Titelheld im Don 
Giovanni* und in Figaros Hochzeit*. Gastierte in Briissel, Am 
sterdam, London, Miinchen und Hamburg. 1935 wurde er an die 
Berliner Staatsoper verpflichtet. Zu Beginn des zweiten Weltkrie- 
ges meldete er sidi freiwillig zur Luftwaffe und wurde wenig spa 
ter in einem Luftkampf bei Warschau todlich verwundet. 
Sang ausschliefilich auf HMV. 

Hammond, Joan, Sopran, * 24. 5. 1912 Christchurch (Neuseeland) ; 
Ausbildung am Konservatorium von Sidney im Klavier- und Vio- 
linspiel. Einige Jahre war sie als Geigerin in australischen Orche- 
stern tatig. 1931 gab sie ein erstes Konzert in Sidney. Unternahm 
in den folgenden Jahren Tourneen mit englischen Operntruppen 
durch Australien, arbeitete aber gleichzeitig als Sport journalistin. 
1936 kam sie zu einem dreijahrigen Studium nach Europa, das sie 
bei Dino Borgioli in London, in Italien und Osterreich absolvierte. 
1938 gab sie in der Aeolian Hall in London ihr erstes Konzert in 
Europa. 1946-48 sang sie an der Staatsoper von Wien; gastierte 
dann oft an der Coventgarden Oper London; an der Grand Ope*ra 



Hann 220 

von Paris, an der Oper von Briissel und an vielen anderen be- 
deutenden Theatern bei Gastspielen erfolgreidi. Audi in Nord- 
amerika hatte sie bei Gastspielen und Konzerten grofie Erfolge. 
1965 gab sie ihre Karriere auf. 

Ihre Sdiallplattenaufnahmen sind auf den Marken HMV (Dido 
and Aeneas* von Purcell) und Columbia erschienen. 
Hann, Georg, Bafi, * 30. i. 1897 Wien, f 9. 12. 1950 Miindien; mel- 
dete sidi wahrend des ersten Weltkrieges freiwillig zur osterreidii- 
sdien Armee und wurde 1918 als Leutnant entlassen. Versuchte 
sich in versdiiedenen Berufen und studierte dann an der Wiener 
Musikakademie bei Theodor Lierhammer. 1927 wurde er an die 
Bayerische Staatsoper in Miindien engagiert und blieb bis zu sei- 
nem Tode Mitglied dieser Biihne. In Miinchen hatte er groEte Er 
folge zu verzeichnen; diese stellten sidi auch bei Gastspielen in 
Wien, Berlin, Paris, London und Briissel und an der Mailander 
Scala ein. Ersdiien audi bei den Festspielen von Salzburg, wo er 
1931 den Pizarro in Beethovens Fidelio, spater den Sarastro in 
der Zauberfl6te, 1946 den Faninal im Rosenkavalier, 1947 den 
Leporello im Don Giovanni* und den Waldner in Arabella von 
R. Strauss sang. GroSe Erfolge hatte er audi als Konzertsanger. 
Sein prachtvoll durdigebildeter, voluminoser Ba gehorte zu den 
sdionsten Srimmen seiner Generation. 

Erst relativ spat, wahrend des zweiten Weltkrieges, kamen seine 
ersten Platten heraus; sang vor allem auf DGG (Cavalleria rusti- 
cana, Bajazzo, Rigoletto), auf Vox (vollstandiger Fliegender 
Hollander* und Rosenkavalier), auf Urania (Der Corregidor 
von H. Wolf) und MMS (*Sdiopfung). 

Hansen, Paul, Tenor-Bariton, * 3.4.1886 Kopenhagen; war ur- 
spriinglidi Kupferziseleur, studierte dann Gesang bei Albert Hoe- 
berg und Hermann Spiro in Kopenhagen. Debut 1908 an der Oper 
von Kopenhagen als Sverkel in Liden Kirsten von Hartmann. 
Blieb bis 1913 in Kopenhagen und sang dann 191324 am Deut- 
schen Opernhaus Berlin-Charlottenburg. In Berlin weitere Ausbil- 
dung durdi Lilli Lehmann, Luise Reuss-Belce und Ridiard Loewe. 
1919 wediselte er ins Baritonfadi, sang aber seit 1921 wieder Te- 
norpartien, jetzt jedodi meistens aus dem Buffo-Fadi. In Berlin war 
der Kiinstler sehr beliebt; in den Jahren 191822 wirkte er in einer 
Anzahl von Stummfiunen mit (Der miide Tod mit Lil Dagover, 
Herrin der Welt mit Mia May und Midiael Bohnen). 192530 
leitete er das Landestheater von Gera (Thuringen), wo er audi 
nodi als Sanger auftrat. Lebte dann als Padagoge in Kopenhagen, 
spater in Helsinki. 

Durdi den zweimaligen Wedisel des Stimmfadis beherrschte der 
Kiinstler ein Buhnenrepertoire von uber 150 Rollen. 
Sdiallplatten: als Tenor auf HMV und Poly dor, als Bariton auf 
Parlophon. 

Harrell, Made, Bariton, * 8. 10. 1909 Coleste (Texas), f 28. i. 1960 



221 Harshaw 

New York; studierte zuerst Violinspiel,dann Gesang an der Juilliard 
Schule in New York. Debiitierte 1934 mit einem Liederabend in 
New York und wirkte anfanglich als Konzertsanger. 1937 groSe 
Erfolge bei Konzertreisen in Europa, namentlich in Holland und 
Belgien. 1939 wurde er an die Metropolitan Oper New York be- 
rufen (Antrittsrolle: Biterolf im Tartnhauser), der er bis 1954 
angehorte. Gastierte an den groSen amerikanischen Opernbiihnen, 
ist in Europa aber nur im Konzertsaal zu horen gewesen. So unter- 
nahm er 1949 eine Tournee durch Deutsdiland, Holland und Eng 
land, 1952 wirkte er bei den Festspielen von Edinburgh mit. 
194556 Lehrer an der Juilliard Musikschule. 
Victor- und Columbia-Schallplatten (auf letzterer Marke sang er 
u. a. den Titelhelden im Wozzeck von Alb an Berg). 

Harrold, Orville, Tenor, * 1878 Muncie (Indiana), t 23. to, 1933 
Darien (Connecticut); sang bereits als Knabe in einem Vokal- 
quartett. Er wurde durch Ernestine Schuhmann-Heink ermuntert, 
die Sangerlaufbahn einzuschlagen, trat aber anfanglich nur an 
Kabaretts und Kleinkunstbuhnen auf. Oscar Hammerstein vermit- 
telte ihm eine Ausbildung bei dem Padagogen Oscar Saenger in 
New York, 1910 debtitierte er an Hammersteins Manhattan Opera 
House in New York als Canio im Bajazzo. 191112 trat er wie- 
der an Operettenbiihnen auf, studierte dann weiter in Paris und 
gastierte am London Opera House. 191213, 191619 und 1922 
hatte er an der Oper von Chicago grofie Erfolge, wandte sich in 
den Zwischenzeiten aber immer wieder der Operette und dem 
Musical zu. 191924 Mitglied der Metropolitan Oper (Antritts- 
partie: Leopold in La Juive* von Halevy als Partner von Enrico 
Caruso und Rosa Ponselle). 1920 Amerika-Tournee mit der Scotti 
Opera. Sang seit 1924 wieder vorzugsweise Operette. 
Schon gebildete, lyrische Tenorstimme. 
Platten der Marken Edison, Columbia und Victor. 

Harshaw, Margaret, Alt-Sopran, * 12. 5. 1912 Philadelphia. Aus 
bildung am Curtis Institute of Music. Sie sang zuerst als Altistin 
bei verschiedenen Operngesellschaften in Philadelphia, 1934 in 
New York mit der Steel Peer Grand Opera. 1942 wurde sie an die 
Metropolitan Oper New York berufen (Antrittsrolle: zweite Nome 
in der G6tterdammemng). Seither hatte sie an diesem Opern- 
haus sehr grofie Erfolge, vor allem als Wagner-Interpretin. In der 
Spielzeit 195051 sang sie an der Metropolitan Oper uberraschend 
die Senta im Fliegenden Hollander*, als die eigentliche Darstel- 
lerin dieser Partie erkrankte. Seitdem fiigte sie die groifen Partien 
fiir dramatischen Sopran ihrem Repertoire ein und gait bald als 
die Nachfolgerin der Wagner-Sopranistin Helen TraubeL 1953 
gastierte sie an der Coventgarden Oper London als Briinnhilde in 
einer Gesamtauffuhrung des Ring-Zyklus, 1954 sang sie bei 
den Festspielen von Glyndebourne die Donna Anna im Don Gio 
vanni*. 



Harhnann 222 

Schallplatten: als Altistin auf Victor (Duett aus Norma mit 
Zinka Milanov, Duette mit Eleanor Steber), als Sopran auf amerik. 
Columbia (Philips), u. a. vollstandige Cavalleria rusticana* mit 
Richard Tucker als Partner. 

Hartmann, Carl, Tenor, * 2. 5. 1895 Solingen; er arbeitete zunachst 
in einer Rasiermesser-Fabrik in Solingen. 1921 begann er sein 
Gesangstudium bei Senff in Diisseldorf. 1928 debiitierte er am 
Stadttheater von Elberfeld als Tannhauser. Schon 1930 erregte er 
in Nordamerika Aufsehen als Mitglied der German Opera Com 
pany, die von Johanna Gadski geleitet wurde. 1931 wurde er an 
die Stadtische Oper Berlin berufen und gait als einer der bedeu- 
tendsten Wagner-Tenb're seiner Epodie. Er gastierte an der Staats- 
oper von Wien, in Italien, Frankreich und in der Sdiweiz. 1937 
kam er an die Metropolitan Oper von New York (Antrittspartie: 
Siegfried), an der er bis 1940 blieb und wo man ihn gleichfalls 
in den Wagner-Partien seines Stimmfachs feierte. 1938 sang er bei 
den Bayreuther Festspielen den Tristan. Nach dem zweiten Welt- 
krieg scheint er nicht mehr aufgetreten zu sein. Lebt in Miinchen- 
Pasing. 

Er hat nur wenige Flatten aufnehmen lassen, zuerst einige Unter- 
haltungslieder auf Homochord, dann auch zwei Opernplatten auf 
dieser Marke, schliefilich noch Parlophon-Platten (u. a. die Braut- 
gemadiszene aus Lohengrin-). 

Haydter, Alexander, BajS-Bariton, * 1872 Wien, 1 13. 2. 1919 Wien; 
zuerst Ledergalanteriearbeiter, dann Gesangstudium bei Joseph 
Gansbacher und Geiringer in Wien. Debut 1896 am Stadttheater 
von Zurich als St. Bris in den Hugenotten von Meyerbeer. Wei- 
tere Ausbildung durch Adolf Uttner in Zurich. 18981905 wirkte 
er am Deutschen Theater von Prag. 1905 wurde er an die Wiener 
Hofoper berufen, deren Mitglied er bis zu seinem Tod blieb. Bei 
den von Lilli Lehmann organisierten Salzburger Mozartfesten 
sang er 1908 den Bartolo in Figaros Hochzeit, 1910 den Spre- 
cher in der Zauberflote. Er war verheiratet mit der Altistin 
Hermine Kittel 

Die dunkel timbrierte, in einem weitlaufigen Repertoire bewmv 
derte Stimme des Kiinstlers ist durch Schallplatten der Marken 
G & T (Prag, 1904), Favorit (Wien, 1905-06) und Odeon (Wien, 
190607) erhalten. 

Hayes, Roland, Tenor, * 3. 6. 1887 Ourryville (Georgia); seine El- 
tern waren noch Negersklaven gewesen und arbeiteten nach ihrer 
Befreiung auf einer Farm. Nach dem Tode seines Vaters kam er 
1900 nach Chattanooga. Hier erfolgte sein erster Gesangunterricht 
durch Calhoun. 1905 versuchte er ein Studium an der Fisk Univer 
sity, das er aber wieder aufgeben mufite. Er nahm in Boston Ar 
beit an und liefi seine Stimme weiter durch Arthur Hubbard aus- 
bilden. Als Neger hatte er es in seiner Karriere sehr schwer. 1915 
gab er seine ersten Konzerte ohne besonderen Erfolg. 1917 trat er 



223 Heilbronner 

in der Symphony Hall in Boston mit einem Programm vor die 
Often tlichkeit, das Schubert-Lieder sowie Arien von Mozart und 
Tschaikowsky umfaSte. Auf ausgedehnten Konzertreisen durch 
Nordamerika stellten sidi dann die ersten Erfolge ein. 1920 kam 
er nach London, wo er einen sensationellen Erfolg hatte und noch- 
mals den Liedgesang bei George Henschel studierte. Jetzt wurde er 
schnell beriilimt. Er sang in Paris und Wien, in Budapest und Prag, 
in Leipzig und Miinchen, im Haag und Amsterdam, in Madrid und 
^Copenhagen. 1924 unternahm er eine triumphale Nordamerika- 
Tournee, bei der er iiber 80 Konzerte gab, 1927 bereiste er Italien, 
1928 Rutland. In Wien studierte er nochmals bei Theodor Lier- 
hammer. Seit 1926 lebte der Kunstler auf seinem Landsitz in 
Brookline (Massachusetts). Die glanzvolle Karriere des Sangers 
dauerte sehr lange; 1954 unternahm er nochmals eine Europa- 
Tournee, bei der man irin in England, Holland und Danemark 
feierte. 

An seiner Stimme bewunderte man die Feinheit der Textausdeu- 
tung ebenso wie die stilsichere Nuancierung des Vortrages; er wur 
de unerreichter Interpret des Negro-Spirituals, zugleidi einer der 
grofiten Liedersanger des 20. Jahrhunderts, dazu der erste Neger- 
sanger, der eine wirklich weltweite Karriere machen konnte. 
Seine Aufnahmen erschienen auf Vocalion, Columbia und Van 
guard; sang auch auf eigenen Marken. 

Heidersbach, Kathe, Sopran, * 30. 10. 1897 Breslau; zuerst Piano- 
Studium am Konservatorium von Breslau, seit 1918 Ausbildung 
der Stimme durch Juan Luria, Fred Husler und Lola Beeth in Ber 
lin. Debut 1922 am Stadttheater von Detmold. War 192427 am 
Opernhaus von Breslau und 192744 an der Staatsoper von Berlin 
engagiert. 1928 heiratete sie den schwedischen Opernsanger Nils 
Kalle. Gastierte in Zurich, Wien, Hamburg und Miinchen. Sehr 
grofie Erfolge erzielte sie bei den Festspielen von Bayreuth. Erst- 
malig trat sie dort 1928 auf; 193334 sang sie in Bayreuth die Eva 
in den Meistersingern, 1937 die Elsa im Lohengrin, 193342 
die Freia im Rheingold, 193440 den Waldvogel im Siegfried. 
1938 gastierte sie in Amsterdam als Gutrune in der G6tterdam- 
merung*. Lebt seit 1945 als Konzertsopranistin und Lehrerin in 
Stockholm. 
Wenige Aufnahmen auf Odeon und HMV. 

Heilbronner, Rose, Sopran, * 1884 Paris; ihre Familie stammte 
aus dem Elsafi. Ausbildung bei Mme Martini und bei Rosa Bauer 
in Paris. Debut 1907 an der Ope"ra comique von Paris als Diana in 
Iphigenie in Aulis* von Gluck. Bis 1912 blieb sie Mitglied der 
Ope*ra comique, 1911 gastierte sie mit dem Ensemble dieser Biihne 
in Buenos Aires. Nach 1912 wirkte sie an den grofien franzosi- 
schen Theatern, vor allem in Nizza und Monte Carlo. Bei Aus- 
bruch des ersten Weltkrieges unterbrach sie ihre Karriere und 
wurde Krankensch wester. 1917 sang sie jedoch wieder in Bordeaux, 



Heim 224 

Marseille, Genf und Nantes, 1918 in Algier und Tunis. 1919-22 
wirkte sie an der Oper von Briissel. Bis etwa 1930 hatte sie eine 
erfolgreiche Karriere in Frankreich, vor allem auch als Konzert- 
und Liedersangerin. 

Ihre warm timbrierte, tedmisch vortrefflich gebildete Stimme be- 
gegnet auf Flatten der Marken Odeon und HMV sowie auf Edi- 
son-Zylindern. 

Heim, Melitta, Sopran, * 7. i. 1888 Wien, t Januar 1950 London; 
studierte bei Johannes Ress in Wien. Buhnendebiit 1909 am Stadt- 
theater von Graz. 1911 kam sie als Erste Koloratursopranistin an 
das Opernhaus Frankfurt a. M., dem sie bis 1916 angehorte. Ga- 
stierte mehrfach an der Wiener Hofoper sowie 1912 und 1914 als 
Konigin der Nacht in der cZauberfl6te am Drury Lane Theatre in 
London. 191722 hatte sie an der Staatsoper von Wien groe Er- 
folge. Wegen eines Nervenleidens mufite sie 1922 ihre Buhnenlauf- 
bahn aufgeben. Sie trat nur nodi gelegentlich im Konzertsaal auf. 
Als Jiidin mufite sie 1938 mit ihrer Mutter zusammen nach Eng 
land fliichten. In London geriet sie in eine derartige Not, dafi sie 
sich zeitweilig als Putzfrau ihren Lebensunterhalt verdienen muEte. 
Scheme Odeon-Platten sowie Edison-Zylinder. 

Heinrich, Julia, Sopran, * 1880 (?) im Staat Alabama als Toditer 
des deutschen Baritons Max Heinridi (18531916), t 18. 9. 1919 
im Staat Louisiana; studierte zuerst bei ihrem Vater, der als Mu- 
siklehrer an einem College wirkte. Sang bereits 1899 zusammen 
mit ihm in Montreal. Sie kam dann nach Europa und sang 1910 
bis 1913 am Stadttheater von Elberfeld; gastierte mit diesem En 
semble 1913 in Rotterdam als Sieglinde in der Walkiire. 1913 
bis 1915 war sie Mitglied der Hamburger Oper. Dann wurde sie 
an die Metropolitan Oper New York berufen (Antrittsrolle: Gu- 
trune in der -G6tterdammerung), wo ihr jedoch keine grofien 
Aufgaben gestellt wurden. Daher unternahm sie seit 1916 Kon- 
zert-Tourneen und trat in Amerika als Oratoriensangerin auf. Im 
Jahre 1919 hatte sie in einem kleinen Ort in Louisiana an soge- 
nannten Direct Comparison tests* teilgenommen, bei denen 
Kiinstler auftraten und zugleich ihre Edison-Sdiallplatten gespielt 
wurden. Sie wurde auf dem Bahnhof dieses Ortes von einer Loko- 
motive erfafit und getotet, wahrend die Pianistin Lucille Colette, 
die neben ihr stand, unverletzt blieb. 

Von ihr existieren nur einige seltene Flatten der Marke Edison, 
die zum Teil unter dem Namen Julia Henry erschienen sind. 

Heldy, Fanny Sopran, * 1888 Liittich; Ausbildung am Konservato- 
rium von Liittich, Debut 1913 an der Oper von Briissel. Blieb dort 
wahrend zwei Spielzeiten, sang dann in Vichy und Aix-les-Bains 
und wurde 1917 an die Ope"ra comique von Paris verpflichtet (An 
trittsrolle: Violetta in La Traviata*). War dann langer als 
20 Jahre dort wie auch an der Pariser Grand Opra als gefeierte 
Primadonna tatig. An der Grand Ope*ra sang sie in mehreren Ur- 



225 



Helm 



auffuhrungen (Antar von Gabriel Dupont, 1921, Le marchand 
de Venise* von Reynaldo Hahn, 1935). An der Oper von Monte 
Carlo wirkte sie 1937 in der Urauffuhrung der Oper L'Aiglon 
von Honegger und Ibert mit. 1923 an der Mailander Scala als 
Titelheldin in Louise* von Charpentier unter Toscanini gefeiert; 

1926 und 1928 gastierte sie an der Coventgarden Oper London, 

1927 am Teatro Colon von Buenos Aires. Regelmafiige Gastspiele 
amTeatro Liceo von Barcelona; trat auch an den Opern von Briissel, 
Nizza, Monte Carlo und Marseille auf. 1939 gab sie ihre Buhnen- 
karriere auf; lebt auf einem ihr gehorenden Sdilofi im Loiretal. 
Klangschonheit der Stimme, lyrische Ausdrucksfahigkeit und sou- 
verane Beherrschung der Technik kennzeichneten ihre Interpreta- 
tionen. 

Sie sang zuerst fiir Pathe (u. a. vollstandige Manon, 1923), 
dann elektrische Aufnahmen auf HMV. 

Helgers, Otto, Bafi, * 4. 12. 1882 Frankfurt a. M.; Schiller von 
Eugen Hildach in Frankfurt. Debut 1909 als Eleve am Opern- 
haus Hannover, wo er bis 1911 blieb. Sang dann 191113 am 
Stadttheater von Aachen, 191320 an der Stuttgarter Hofoper. 
Seit 1920 Mitglied der Staatsoper Berlin, an der er liber 20 Jahre 
wirkte. In den Jahren 192533 gastierte er regelmaJSig an der 
Londoner Coventgarden Oper, in erster Linie in Wagner-Partien. 
Man bewunderte inn auch bei den Festspielen von Zoppot. 
Voluminose Bafistimme, vor allem im Wagner-Repertoire ausge- 
zeichnet, aber auch im Konzertgesang geruhmt. 
Schallplatten: akustische auf Polydor, elektrische auf Polydor und 
HMV. 

Helletsgruber, Luise, Sopran, * 1898 (?) Wien; begann ihreBuhnen- 
laufbahn 1922 an der Wiener Staatsoper und ist wahrend ihrer 
gesamten Karriere dort geblieben. Man bewunderte sie vor allem 
als Mozart-Sangerin. Als solche trat sie in den Jahren 192837 bei 
den Salzburger Festspielen hervor (Cherubino, Donna Elvira). Seit 
1934 gehorte sie zum Ensemble der Festspiele von Glyndebourne, 
und auch hier waren es ihre Mozart-Partien, die das Publikum be- 
geisterten. Bis 1942 blieb sie an der Staatsoper von Wien tatig, 
1943 war sie wahrend einer Saison am Neuen Lustspielhaus Ber 
lin engagiert; lebt in Bad Laxenburg bei Wien. 
Schallplatten ihrer Stimme erschienen auf Parlophon und HMV 
(vollstandige Opern aus Glyndebourne: Figaros Hochzeit, Don 
Giovanni*, Cosi fan tutte). 

Helm, Anny, Sopran, * 1903 Wien; wurde ausgebildet durch Marie 
Gutheil-Schoder und Gertrude Forstel in Wien, dann bei Ernst 
Grenzebach in Berlin. Debut 1924 am Stadttheater von Magde 
burg, dem sie bis 1927 angehorte. 192733 Mitglied der Stadti- 
schen Oper Berlin. Gastspiele fuhrten die Kiinstlerm an die 
Staatsopern von Wien, Miinchen, Hamburg und Dresden, nadi 
Paris, Mailand, Rom und Briissel. 192731 wirkte sie bei den Bay- 



Hempel 226 

reuther Festspielen mit, wo man vor allem ihre Brangane im 
Tristan bewunderte. 1933 ging sie nach Italien, wo sie heiratete 
und unter dem Namen Anny Helm-Sbisa bedeutende Erfolge hatte. 
Gastierte u. a. an der Mailander Scala und 1934 bei den Festspielen 
in der Arena von Verona. 1941 zog sie sidi von der Biihne zuriick; 
lebt in Triest. 

Schallplatten: HMV, Columbia (vollstandiger Tristan, Bayreuth, 
1928). 

Hempel, Frieda, Sopran, * 26. 6. 1885 Leipzig, t 7. 10. 1955 Berlin; 
studierte am Stern'schen Konservatoritim in Berlin bei Selma Nidc- 
lass-Kempner. Debutierte 1905 am Opernhaus von Breslau und 
war 1905-07 am Hoftheater von Schwerin engagiert. Sang bereits 
1905 bei den Bayreuther Festspielen. 1907 wurde sie an die Hof- 
oper von Berlin berufen, wo sie triumphale Erfolge hatte. Seit 1907 
glanzvolle Gastspiele an der Coventgarden Oper London. 1912 
folgte sie einem Ruf an die New Yorker Metropolitan Oper, deren 
Mitglied sie bis 1920 blieb. Sang dort 1913 in der Erstauffuhrung 
des Rosenkavalier die Marschallin, 1916 feierte man sie in 
Elisir d'amore von Donizetti als Partnerin von Enrico Caruso. 
Gastspiele in Berlin, Hamburg, London und Paris fuhrten zu grofi- 
artigen Erfolgen. 1920-21 trat sie an der Oper von Chicago auf. 
Danach widmete sie sich ganz dem Konzertgesang und wurde na- 
mentlich durch ihre Jenny-Lind-Konzerte beruhmt, bei denen sie 
im Kostiim und mit dem Repertoire der unvergefilichen schwedi- 
schen Sangerin in den Zentren des amerikanischen Musiklebens 
auftrat. Bereiste England, Frankreich, Belgien und Holland. Sie gab 
ihre Erinnerungen unter dem Titel Mem Leben dem Gesang (Ber 
lin, 1955) heraus. 

Koloratursopran, dessen virtuose Stimmfuhrung und dessen Rein- 
heit der Tongebung ebenso bewundert worden sind wie die musi- 
kalische Reife des Vortrages. 

Zahireiche schone Aufnahmen auf Odeon, HMV, Victor, Polydor, 
Edison-Platten. 

Henderson, Roy, Bariton, * 4. 7. 1899 Edinburgh; Ausbildung an 
der Royal Academy o Music in London, wo er mehrere Preise ge- 
wann. Konzertdebiit 1925 in London in A Mass of Life von De- 
lius. 1928 hatte er seine ersten grofien Erfolge an der Londoner 
Coventgarden Oper, an der er seither oft erschien. Bei den ersten 
Festspielen von Glyndebourne 1934 sang er den Grafen Almaviva 
in Figaros Hochzeit, er ist dann bis 1940 alljahrlich in Glynde 
bourne zu horen gewesen. 1933 sang er beim Internationalen Fest 
fur zeitgenossische Musik in Amsterdam. Seit 1940 war er Pro 
fessor an der Academy of Music in London. Zu seinen Schulern 
zahlte die grofie Altistin Kathleen Ferrier. Nach dem zweiten Welt- 
krieg gehorte er zu den Begriindern der Festspiele von Edinburgh, 
bei denen er 194748 auch als Sanger in Erscheinung trat. Seit 
1951 ist er nur noch als Padagoge tatig. 



227 Hensdiel 

Auf der Biihne schatzte man den Kiinstler vornehmlich als Mozart- 
sanger, im Konzertsaal als Interpreten moderner englischer Musik. 
Schallplatten: HMV (Graf in ^Figaros Hochzeit* 1934, Masetto in 
Don Giovanni*, Glyndebourne 1935). 

Henke, Waldemar, Tenor, * 24. 3. 1876 Konigsberg (OstpreuSen), 
t 1945 (?); wurde zuerst Schauspieler und begann diese Karriere 
1896 am Stadttheater von Posen. Zwei Jahre spater schlug er die 
Laufbahn eines Opernsangers ein. Als soldier war er 18981901 
in Posen, 190111 am Hoftheater von Wiesbaden engagjert. 1911 
kam er an die Berliner Hofoper. Langer als 20 Jahre blieb er der 
gefeierte Tenor-Buffo der Berliner Hofoper. Hier sang er 1911 in 
der Premiere des Rosenkavaliers den Valzacchi, 1925 in der Ur- 
auffuhrung von Alban Bergs Wozzeck. In den zwanziger Jahren 
gastierte er, meist mit dem Ensemble der Berliner Oper, in Hol 
land, England, Spanien und in der Schweiz. Nach Beendigung sei 
ner aktiven Sangerlaufbahn war er als Regisseur tatig. 1944 verliefi 
er Berlin und reiste in seine Geburtsstadt Konigsberg; wahrschein- 
lich ist er bei der Flucht aus dem belagerten Konigsberg im Winter 
1945 umgekommen. 

Einer der bedeutendsten Buffo-Tenore seiner Epodie. 
Akustisdie Flatten der Marken HMV, Beka, Pathe, Odeon; elek- 
trische auf Polydor (zahlreiche Kurzopern) . 

Hensdiel, Sir Georg, Bariton, * 18. 2. 1850 Breslau, t 10. 9. 1934 
auf seinem Landsitz Aviemore (Sdiottland) ; studierte 186770 am 
Konservatorium von Leipzig und war in Berlin Schiller des Kom- 
ponisten Friedridi Kiel. Wurde schnell als Dirigent und als Kon- 
zertsanger bekannt. Johannes Brahms schatzte seine Stimme sehr 
und trat mehrfadi als sein Begleiter auf. 188184 dirigierte er das 
neu gegriindete Bostoner Sinfonie-Ordiester. Darauf liefi er sidi 
in London nieder; hier leitete er bis 1886 die Londoner Symphony 
Concerts und betatigte sidi als gefeierter Konzert- und Lieder- 
sanger. Bei seinen Liederabenden begleitete er sidi zumeist selbst 
am Fliigel. 1886 wurde er Lehrer am Royal College of Music in 
London, 1890 nahm er die englische Staatsangehorigkeit an. 1893 
bis 1895 dirigierte er das Scottish Symphony Orchestra in Glas 
gow. 1914 wurde er von Konig Georg V. in den Adelsstand erho- 
ben. Sir George Henschel war auch als Komponist erfolgreich; er 
schrieb drei Opern (Friedridi der Schone; A Sea Change; Nubia), 
eine Buhnenmusik zu Shakespeares Hamlet>, eine achtstimmige 
Messe, ein Stabat mater, ein Streichquartett, geistliche Chorge- 
sange und Lieder. Er veroff entlichte mehrere interessante Schriften, 
u. a. Personal Recollections of J. Brahms (Boston, 1907) und Mu 
sings and Memories of a Musician (London, 1918). Seine Tochter 
gab seine Lebensbeschreibung unter dem Titel When Soft Voices 
Die (London, 1944) heraus. Seine schone Stimme blieb dem 
Kiinstler ungewohnlich lange erhalten; noch 1928 hat er Schall- 
plattenaufnahmen herstellen lassen, die von grofiem Dokumentar- 



Hansel 228 

wert sind. Auf der Biihne 1st er nie aufgetreten, dodi sang er ein- 
mal in London in einer konzertanten Auffiihrung der Meistersin- 
ger> die Partie des Hans Sachs. 

Akustische Aufnahmen auf HMV, elektrische Lied-Platten auf Co 
lumbia (von 1928!). Dirigierte auf Columbia Beethovens I. Sin- 
fonie. 

Hensel, Heinrich, Tenor, * 29. 10. 1874 Neustadt an der Haardt, 
t 23. 2. 1935 Hamburg; wurde durch den Dirigenten Felix Mottl 
entdeckt und studierte bei Gustav Walter in Wien sowie bei Edu- 
ard Bellwidt in Frankfurt a. M. 1897 debiitierte er am Stadttheater 
von Freiburg i. Br. Von dort kam er 1900 an das Opernhaus von 
Frankfurt a. M., dem er bis 1906 angehorte. 190611 sang er am 
Hoftheater von Wiesbaden. 1911 bewunderte man bei den Fest- 
spielen von Bayreuth seinen Parsifal und seinen Loge im Ring- 
Zyklus. 191112 war er an der Metropolitan Oper New York 
engagiert, 1912 an der Oper von Chicago. 191229 war er der ge- 
feierte Erste Helden- und Wagner-Tenor an der Hamburger Oper. 
1914 sang er sowohl an der Coventgarden Oper London als auch 
an der Oper von Briissel den Parsifal in den dortigen Erstauffuh- 
rungen des Werks. Gastierte in Kopenhagen und Berlin, in Wien 
und Miinchen, in Paris und in Amsterdam. Zuletzt Gesanglehrer in 
Hamburg. Er war verheiratet mit der dramatischen Sopranistin 
Elsa Hens el-Schweitzer (* 1878 Frankfurt a. M.), die 18981901 am 
Hoftheater von Dessau und seit 1901 an der Oper von Frank 
furt a. M. sang; 1910 trennte sich das Sanger-Ehepaar. 
Von Heinrich Hensel existieren Aufnahmen auf G & T (Frankfurt, 
190306), auf HMV, Pathe", Parlophon sowie Edison-Platten; die 
Stimme von Elsa Hensel-Schweitzer ist durch einige sehr seltene 
Aufnahmen auf Berliner Records (Frankfurt, 1901) und auf G & T 
erhalten. 

Herlea, Nicolae, Bariton, * 1927 Bukarest; studierte am Konser- 
vatorium von Bukarest bei Aurelius Costescu-Duca. Debiitierte 
1950 an der Nationaloper von Bukarest als Silvio im Bajazzo 
und blieb seitdem deren Erster Bariton. 1951 gewann er Preise bei 
den internationalen Gesangswettbewerben von Genf, Prag und 
Briissel. Es schlossen sich grofie Erfolge bei Gastspielen an fuhren- 
den Buhnen an: er sang an der Mailander Scala und an der Natio 
naloper von Prag, mehrfach am Bolschoj Theater in Moskau und an 
der Berliner Staatsoper. 1961 feierte man ihn an der Coventgarden 
Oper London, im gleichen Jahr gastierte er mit der Bukarester 
Oper in Briissel. 1965 wirkte er bei den Salzburger Festspielen 
mit. Auf der Biihne, zumal im italienischen Repertoire, im Kon- 
zertsaal in vielen Partien erfolgreich. Auch als Musikkritiker 
tatig. 
Schallplatten : Supraphon. 

Herold, Vilhelm, Tenor, * 19. 3. 1865 Hasle (Danemark), t 15. 12. 
1937 Kopenhagen; begann seine Ausbildung in Kopenhagen und 



Herrmann 



sdiloS sie bei Devellier in Paris ab. Biihnendebut 1893 an der Ko- 
niglichen Oper von Kopenhagen als Faust von Gounod. Gab nodi 
im gleichen Jahre Konzerte bei der Weltausstellung von Chicago. 
1901-03 und 1907-09 war er an der Koniglichen Oper von Stock 
holm engagiert. Gastspiele in Oslo und Prag, in Berlin, Dresden, 
Hamburg und Stuttgart. Sang 1904 an der Coventgarden Oper 
von London den Lohengrin als Partner von Emmy Destinn, 1907 
den Walther in den Meistersingern. 1915 nahm er an der Oper 
von Kopenhagen, an der er iiber 20 Jahre gewirkt hatte, von der 
Buhne Abschied. 1922-24 leitete er als Direktor dieses Opernhaus, 
spater Padagoge in Kopenhagen. 

Strahlender Tenor, vor allem im Wagner-Gesang, aber auch im 
italienischen Repertoire geschatzt. 
SchaUplatten: HMV (G & T), Pathe. 

Herrmann, Josef, Bariton, * 20. 4. 1903 Darmstadt, 1 19. 11. 1955 
Hildesheim; erhielt seine Ausbildung am Konservatorium von 
Darmstadt, debutierte 1925 am Stadttheater von Kaiserslautern 
und sang dann nacheinander an den Stadttheatern von Stettin, 
Konigsberg und Nurnberg. 1939 wurde er als Heldenbariton an 
die Staatsoper von Dresden berufen, der er bis 1945 angehorte. 
1945-55 Mitglied der Stadtischen Oper Berlin, blieb aber durch 
einen Gastspielvertrag mit der Dresdener Oper verbunden. Gast 
spiele an der Mailander Scala, an der Grand Ope"ra von Paris und 
am Teatro Colon von Buenos Aires liefien in ihm einen der besten 
Wagner-Sanger seiner Zeit erkennen. Bei den Salzburger Festspie- 
len zumal als Titelheld in Wozzeck von Alban Berg bewundert. 
Wurde 1955 an die Berliner Staatsoper verpflichtet. 
Aufnahmen auf HMV, Urania (Der Corregidor* von Hugo Wolf) 
und DGG. 

Herrmann, Theo, Bafi, * 26. i. 1902 Wien; Debut 1922 an der Oper 
von Zagreb als Mephisto im Faust von Gounod. 1922-27 sang 
er am Deutschen Theater von Prag, 1927-34 am Stadttheater von 
Darmstadt. 1934 wurde er als Erster Bassist an die Staatsoper von 
Hamburg berufen, an der er wahrend der folgenden 30 Jahre eine 
glanzvolle Karriere hatte. 1936 gastierte er mit dem Ensemble 
der Dresdener Staatsoper an der Coventgarden Oper London, 1937 
und 1938 war er an der Wiener Staatsoper zu Cast. 1948 erschien 
er am Cambridge Theatre in London. 1952 sang er bei den Fest- 
spielen von Edinburgh den Rocco in Fidelio, den Ochs im Ro- 
senkavalier und den Riedinger in Mathis der Maler von Hin- 
demith. Er gastierte weiter an der Mailander Scala, am Teatro 
Liceo von Barcelona, bei den Festspielen von Salzburg und Florenz 
und an der Oper von Marseille. 

Seltsamerweise existiert von der schonen Stimme des Kiinstlers, 
der ein sehr vielseitiges Repertoire beherrschte, nur eine einzige 
Columbia-Platte mit Schubert-Liedern. - Nicht mit ihm zu ver- 
wechseln 1st der Tenor-Buffo Theo Herrmann, der in den dreifiiger 



Herwig ^3Q__ 

Jahren in Diisseldorf engagiert war und keine Schallplatten hinter- 
lassen hat. 

Herwig, Kathe, Sopran, * 9. 12. 1891 Berlin, t 28. 10. 1953 Berlin; 
Ausbildung durch Ernst Grenzebach in Berlin. Debut 1914 am 
Deutschen Opernhaus Berlin als Hirtenknabe im Tannhauser. 
Sang dann in den Jahren 1919-34 als Erste Koloratursopranistin 
am Opernhaus Koln, wo sie sehr beliebt war. Audi als Konzert- 
sangerin war sie erfolgreich. Lebte nach Absdhlufi ihrer Karriere 
als Padagogin in Berlin. 
Sehr viele akustische Polydor-Platten. 

Herzog, Emilie, Sopran, * 1859 Ermatingen (Schweiz) f 19. 6. 1923 
Aarburg (Schweiz) ; Ausbildung an der Ziiricher Musikschule bei 
Karl Gloggner, dann in Munchen bei Adolf Schimon. Dehutierte 
1880 an der Hofoper von Munchen als Page in den Hugenotten 
von Meyerbeer. Blieb neun Jahre in Miindien; 1887 heiratete sie 
den Schweizer Musiksdiriftsteller Heinrich Welti. Seit 1883 sang 
sie mehrfach bei den Festspielen von Bayreuth, 1889 an die Ber 
liner Hofoper berufen, dort erreichte ihre Karriere den Hohepunkt; 
man bewunderte sie zumal als Mozart-Interpretin. Gastspiele fiihr- 
ten sie an die Opernhauser von London und Paris, von Wien und 
Brassel. 1896 gastierte sie an der Kaiserlichen Hofoper in Moskau. 
18991900 Mitglied der Metropolitan Oper New York. Seit 1903 
war sie Lehrerin an der Hodisdhule fur Musik in Berlin, sang aber 
nodi bis 1910 an der dortigen Hofoper. 191022 Padagogin am 
Konservatorium von Zurich. 

Virtuose, aber zugleich ausdrucksstarke Koloraturstimme. 
Ihre Stimme ist auf seltenen G & T-Platten iiberliefert. 

Hesdi, Wilhelm, Bafi, * 3. 7. 1860 Elbeteinitz (Bohmen), t 4. i. 
1908 Wien; eigentlidi Vilem Hes. Sdilofi sidi ganz jung einer rei- 
senden bohmischen Theatertruppe an, wurde dann durdi den Di- 
rektor der Prager Nationaloper, Sdiubert, fur sein Opernhaus 
engagiert, wo er 1880 als Plumkett in Martha debiitierte. Er er- 
regte erst Aufsehen, als er 1892 mit dem Prager Ensemble auf der 
Weltausstellung in Wien den Kezal in der Verkauften Braut 
sang. 1893 folgte ein ebenso erfolgreidies Gastspiel an der Oper 
von Hamburg. 1895 gastierte er an der Wiener Hofoper als Le- 
porello im Don Giovanni und wurde sogleich an dieses Opern- 
institut verpflichtet. Bis zu seinem Tod blieb er einer der beliebte- 
sten Kiinstler der Wiener Oper. Beim Salzburger Mozart-Fest von 
1901 bewunderte man seinen Leporello. 

BesaS eine der schonsten Ba^stimmen seiner Zeit, einmal durch 
ihre Tiefe und Tonfulle, zum anderen durch ihre virtuose Beweg- 
lidikeit ausgezeichnet. Glanzender Interpret von Buffo-Partien, 
Zahlreiche Schallplattenaufnahmen, die meisten auf G & T (die 
altesten von 1902), eine auf Columbia, mehrere auf Odeon und 
auf HMV. 



231 Hillebredit 

Heynis, Aafje, Alt, * 2. 5. 1924 Krommenie (Hollandisch Friesland); 
Ausbildung seit 1946 durch Aaaltje Noordewier-Reddingius in 
Hilversum, spater durch Latirens Bogtman. Nadidem sie zuerst in 
Kirchenkonzerten erschienen war, sang sie 1958 zusammen mit 
dem Amsterdamer Concertgebouw Orchester die Alt-Rhapsodie von 
Brahms, seitdem sehr grofie Erfolge als Konzert- und Oratorien- 
Altistin in Holland, aber audi in Deutschland, Belgien, Frank- 
reich und in der Schweiz. Auf der Biihne 1st die Kiinstlerin nicht 
aufgetreten. 

Die iippige Altstimme der Sangerin wird durch eine stilvolle Be- 
seelung des Vortrages ausgezeichnet. 
Sdiallplatten: Philips. 

Hiedler, Ida, Sopran, * 24. 8. 1867 Wien, f 18. 8. 1932 Berlin; 
studierte in Wien bei Johannes Ress. Der Intendant der Berliner 
Hofoper, Graf Hodib erg, engagierte sie vomKonservatorium direkt 
an sein Opernhaus, an dem sie 1887 als Marguerite im Faust 
debtitierte. Bis 1908 blieb sie dann ein gefeiertes Mitglied der Ber 
liner Hofoper, wo sie sich zumal auf das dramatische Stimmfach 
und den Wagnergesang verlegte. 1896 gastierte sie anla'Slich der 
Kronungsfeierlichkeiten des russisdien Zaren sehr erfolgreich in 
Moskau. Nach ihrem Abschied von der Biihne war sie 191026 
Professorin an der Berliner Musikhochschule. Auch als Konzert- 
sopranistin war sie hoch angesehen. 

Von ihrer Stimme existieren zwei Columbia-Aufnahmen (Berlin, 
1904), die iiberaus selten sind. 

Hilgermann, Laura, Alt-Sopran, * 13. 10. 1867 Wien, f 1937 Wien; 
ihre Stimme wtirde durch eine Operettensangerin entdeckt und 
durch Karl Maria Wolf und S. Rosenberg in Wien ausgebildet. 
1885 debutierte sie am Deutschen Theater von Prag als Azucena 
im Troubadour. Bis 1889 blieb sie an dieser Biihne und sang 
dann 18901900 an der Nationaloper von Budapest. Sie wurde 
1900 durch Gustav Mahler an die Wiener Hofoper berufen, deren 
Mitglied sie bis zum Jahre 1920 blieb. In Wien erlangte die Kiinst 
lerin, deren Repertoire sowohl Alt- als auch Sopran-Partien um- 
fafite, grofie Beliebtheit. Im Jahre 1900 sang sie in einer denkwiir- 
digen Neuinszenierung von Cosi fan tutte in Wien die Dora- 
bella. Nach Abschlufi ihrer Karriere war sie eine gesuchte Gesang- 
lehrerin. 

Schallplatten: G & T (Wien, 1902), Odeon (Wien, 1905-06), Zo- 
nophone (Wien, 1907-08), HMV (Wien, 1908), alle ziemlich selten. 

HUlebredit, Hildegard, Sopran, * 26. n. 1927 Hannover, studierte 
zuerst Medizin, dann Gesangausbildung. Debut 1951 in Freiburg 
i. Br. als Leonore im Troubadour. Weitere "Engagements: 1952 
bis 1954 Stadttheater Zurich, 195459 Deutsche Oper am Rhein 
Diisseldorf-Duisburg, 195661 Opernhaus Koln. Seit 1961 hatte 
sie glanzende Erfolge an der Staatsoper von Miinchen; regelma- 
fiig gastierte sie an den Staatsopern von Wien und Hamburg und 



Hin&ley 232 

an der Stadtischen Oper Berlin. Man feierte sie ferner bei den 
Festspielen von Salzburg und Munchen, beim Holland Festival, 
in Rio de Janeiro, Tunis, Paris und Rom. 

Schon gebildete, voluminose Stimme, vor allem in Opern von Verdi, 
Puccini (Tosca), Mozart, Wagner und Richard Strauss bewundert. 
Bislang ersdiienen Schallplatten der Sangerin bei Electrola sowie 
ein Tannhauser-Querschnitt auf Opera. 

Hinckley, Allen, BaJg, * 11. 10. 1877 Gloucester (Massachusetts), t 
28. i. 1954 Yonkers bei New York; bereitete sich am Amherst Col 
lege und an der Pennsylvania University auf den Beruf ernes Geist- 
lidien vor, wurde aber durch den Dirigenten Walter Damrosch 
veranlafit, Sanger zu werden. Studium bei Oscar Saenger in New 
York, dann in Deutschland. Buhnendebiit 1903 am Opernhaus 
Hamburg, dern er bis 1908 angehorte. 1906-8 bewunderte man bei 
den Festspielen von Bayreuth seine Kunst des Wagnergesanges, 
als er den Hagen und den Hunding im Ring-Zyklus wie auch den 
Konig Heinrich im Lohengrin sang. 1908-14 Mitglied der Me 
tropolitan Oper New York. AnschlieSend Gastspiele und Konzerte 
in Nordamerika. 191723 leitete er die Vokalklassen am Konser- 
vatorium von Kansas City, lebte dann als Padagoge und Chordiri- 
gent in New York. 

Machtvolle, dunkel timbrierte BaSstimme, die ihre bedeutendsten 
Leistungen im Wagnergesang erreichte. 
Seltene Schallplatten auf HMV (die altesten Hamburg, 1908). 

Hines, Jerome, Bafi-Bariton, * 1918 Hollywood; zuerst Mathematik- 
und Chemiestudium an der Universitat von Los Angeles, seit 1938 
Ausbildung der Stimme durch Gennaro Cuni. Debiitierte 1941 an 
der Oper von San Francisco als Biterolf im Tannhauser. Sang 
anschliefiend am Opernhaus von New Orleans und mit versdiie- 
denen amerikanischen Orchestern zusammen. 1946 wurde er an 
die Metropolitan Oper New York berufen, deren Mitglied er seit- 
dem geblieben ist. Gastspiele an den Opern von Rio de Janeiro, 
Sao Paulo, Mexico City und am Teatro Col6n von Buenos Aires 
brachten grofie Erfolge. 1953 sang er bei den Festspielen von Edin 
burgh den Nick Shadow in The Rake's Progress von Strawinsky. 
1954 feierte man ihn in Munchen als Don Giovanni. Glanzvolle 
Gastspiele an der Grand Opra von Paris, an der Wiener Staats- 
oper, an der Oper von Rom, beim Maggio musicale von Florenz 
und 1959 an der Mailander Scala. Seit 1958 trat er bei den Fest 
spielen von Bayreuth auf; hier hatte er 196061 als Wotan seine 
bedeutendsten Erfolge. 

Prachtvoll gebildete Stimme von einer unerschopflichen Tonfulle 
und einer besonderen Intensitat des dramatischen Ausdrudcs, 
gleich vortrefHich im Wagner-Repertoire wie auf alien anderen 
Gebieten der Oper und des Oratoriums. 

Schallplatten: RCA (Macbeth von Verdi), Decca (u. a. vollstan- 
dige La Favorita*). 



233 Hoffgen 

Hirzel, Max, Tenor, * 18. 10. 1888 Zurich, t 12. 5. 1957 Zurich; 
wurde zuerst Ingenieur und arbeitete als soldier in Zwickau und 
Augsburg. Nach seinem Gesangstudium in Dresden sang er 
191722 in Ziiridi. 1923 kam er an die Staatsoper von Dresden. 
Er wurde dann der Erste lyrische Tenor dieses Opernhauses und 
war in Dresden sehr beliebt. Gastspiele fiihrten ihn an viele be- 
deutende Buhnen; so sang er an der Londoner Coventgarden Oper 
den Lohengrin und den Tamino in der Zauberflote, der als seine 
Glanzrolle gait. 1935 und 1936 war er an der Wiener Staatsoper 
zu Cast. 1937 muGte er Dresden verlassen, da er sich offentlich als 
Gegner des Nationalsozialismus bekannt hatte. Er kam in seine 
Sdiweizer Heimat zuriick und sang nodi mehrere Jahre am Stadt- 
theater von Ziiridi, in Basel und Bern. 

Sein schon gebildeter, ausdrucksvoller lyrischer Tenor findet sich 
auf Schallplatten der Marken Schweizer Grammophon Gesellsdiaft 
und Parlophon. 

Hislop, Joseph, Tenor, * 5. 4. 1884 Edinburgh; wurde zunachst 
Presse-Fotograf. Seine Stimme wurde bei einem Aufenthalt in 
Stockholm entdeckt und dort durch Gillis Bratt ausgebildet. Debut 
1915 an der Koniglichen Oper von Stockholm als Faust von Gou 
nod. Blieb bis 1919 an der Stockholmer Oper. 1919 kam er an die 
Coventgarden Oper London, wo er grofie Erfolge hatte. 1923 sang 
er bei der British National Opera Company. 1923 Gastspiel an der 
Mailander Scala als Edgardo in Lucia di Lammennoor. 1920-21 
trat er in Nordamerika bei der Scotti Opera Company, spater an 
der Oper von Chicago auf. 1925 gastierte er am Teatro Colon von 
Buenos Aires, 1926 an der Ope"ra comique von Paris. Sehr oft war 
er an den Opernhausern von Briissel, Liittich und Gent zu Cast. 
1927 an der Coventgarden Oper in Gounods Faust> als Partner 
von Fedor Schaljapin gefeiert. Regelmafiig gastierte er auch an der 
Oper von Stockholm, wohin er seinen Wohnsitz verlegt hatte. Liefi 
sich spater in Goteborg als Padagoge nieder und wurde dort Di- 
rektor des Stadttheaters wie des Konservatoriums. Seit 1948 Ge- 
sangmeister an der Coventgarden Oper und an der Sadler's Wells 
Oper in London, seit 1951 Lehrer an der Guildhall School of Mu 
sic in London. 
Zahlreiche Flatten auf HMV, einige auf Pathe\ 

Hoffgen, Marga, Alt, * 26. 4. 1921; studierte an der Berliner Musik- 
hochschule und bei Weifienborn. Debiitierte als Konzert-Altistin 
1952 (?) in Berlin. 1953 grower Erfolg als Solistin in der Matthaus- 
passion in Wien unter Herbert von Karajan. Seitdem glanzvolle 
Laufbahn als Oratorien- und Liedersangerin. Sie konzertierte in 
ganz Europa und hatte namentlich bei den groEen internationalen 
Festspielveranstaltungen viel Erfolg. Auf der Biihne ist sie in 
einer einzigen Partie, der Erda im Ring-Zyklus von Wagner, auf- 
getreten. Als Erda gastierte sie 1959 an der Coventgarden Oper 
London, dann auch an der Staatsoper Wien und am Teatro Col6n 



Hoekman 2 34 

von Buenos Aires und seit 1960 bei den Festspielen von Bayreuth. 
Sdiallplatten der Marken DGG, Columbia, HMV, zumeist Orato- 
rien oder geistliche Musikwerke. 

Hoekman, Guus, Bag, * 1908 (?) Hilversum; war vor dem zweiten 
Weltkrieg hollandisdier Marineoffizier. Wahrend der Kriegsjahre 
Gesangsstudium bei Aaltje Noordewier-Reddingius in Hilversum. 
Zu Beginn seiner Karriere sang er vor allem im Konzertsaal und 
im Rundfunk. 1952 Biihnendebut an der Oper von Antwerpen. 
Seine ersten bedeutenden Erfolge erzielte er an der Niederlandi- 
schen Oper in Amsterdam; 196162 war er an der Deutschen Oper 
am Rhein Diisseldorf-Duisburg verpflichtet. Gastspiele bei den 
Festspielen von Salzburg und Glyndebourne (1963-64 als Arkel 
in Pelle"as et Melisande) und an der Oper von Boston (Osmin in 
Mozarts Entfuhrung) ; lebt in Zandvoort. 

Schallplatten: MMS (Sarastro in der Zauberflote), Decca ^Pel- 
leas et Melisande) . 

Hongen, Elisabeth, Alt, * 7. 12. 1906 Gevelsberg (Westfalen). Trat 
schon mit 15 Janren oftentlich als Geigerin auf, studierte dann 
Germanistik und Musikwissenschaft an der Universitat und an der 
Musikhochschule Berlin; ihre Stimme wurde durch Weifienborn in 
Berlin ausgebildet. Debiitierte 1933 am Stadttheater von Wupper- 
tal. Kam von dort 1935 an das Opernhaus von Diisseldorf, wo sie 
bis 1940 blieb; 194043 Mitglied der Dresdener Staatsoper. 1943 
wurde sie an die Staatsoper von Wien berufen, zu deren promi- 
nentesten Kiinstlem sie wahrend der folgenden 20 Jahre gehorte. 
Man feierte die Sangerin an der Mailander Scala, an der Co vent- 
garden Oper von London, am Teatro Col6n von Buenos Aires, an 
der Grand Opera von Paris, in Amsterdam, Zurich, Berlin und 
Miinchen. 195152 war sie an der Metropolitan Oper New York 
tatig. Bedeutende Erfolge hatte sie audi bei den Opernfestspielen 
von Salzburg, Edinburgh und Bayreuth sowie beim Maggio musi- 
cale von Florenz. 1957 erhielt sie einen Ruf als Professorin an die 
Wiener Musikakademie, setzte aber ihre glanzvolle Karriere fort. 
Urnfangreiche, schon gebildete Stimme, deren dramatische Aus- 
druckskraft und deren Stilgefiihl Bewunderung erregen. 
Sdiallplatten: HMV, Philips, DGG (Elektra), Urania (Macbeth 
von Verdi), Decca (Frau ohne Schatten). 

Hoffmann, Baptist, Bariton, * 9. 7. 1864 Garitz (bei Kissingen), 
t 5. 7. 1937 Garitz. Wurde ausgebildet durch Julius Stockhausen 
in Frankfurt a. M. und durch Frau Weinlich-Tripka in Miinchen. 
Debut 1888 am Stadttheater von Graz als Jager im Nachtlager 
von Granada von Kreutzer. Sang 188894 am Opernhaus von 
Koln, 189497 an der Oper von Hamburg. 1897 wurde er an die 
Berliner Hofoper berufen, der er bis 1919 angehorte. Hier wirkte 
er 1904 in der Urauffuhrung von Leoncavallos Oper Der Roland 
von Berlin mit; 1906 sang er in der Berliner Premiere von Sa- 
lorne* den Jochanaan. Im Laufe seiner Karriere gastierte er in 



235 Hollweg 

Munchen, Dresden und Hamburg, in London und Briissel Er 
wirkte nach AbschluS seiner Buhnenlaufbahn in Berlin als Pada- 
so se. 

GroS dimensionierte Baritonstimrne, deren dramatische Ausdrucks- 
kraft ihre bedeutendsten Aufgaben im Wagner-Repertoire fand. 
Schallplatten: Berliner Records (Berlin, 1901), G & T (Berlin, 1901 
bis 1907), Odeon (Berlin, 1905), HMV, Pathe und Parlophon. 

Hoffmann, Grace, Alt, * 1924 Cleveland; studierte Literatur und 
Musikwissenschaft, dann Ausbildung ihrer Stimme durch Friedrich 
Schorr und Giuseppe Gentile; abschlieSende Studien bei Mario 
Basiola in Rom. 1951 gewann sie einen Gesangwettbewerb in Lau 
sanne. Biihnendebut 1952 am Stadttheater von Zurich als Azu- 
cena im cTroubadour. 1955 kam sie an die Staatsoper von Stutt 
gart, der sie seitdem angehort. Sehr erfolgreidie Gastspiele an 
der MailaTnder Scala, an der Coventgarden Oper London, an den 
Staatsopern von Wien und Miinchen, an der Oper von San Fran 
cisco und an der New Yorker City Centre Opera. Seit 1957 wirkte 
sie bei den Festspielen von Bayreuth mit, wo zumal ihre Brangane 
im Tristan bewundert wurde. Seit 1958 groEe Brfolge an der 
Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: Brangane im Tri- 
stan) und am Teatro Colon von Buenos Aires. 
Der weite Tonumfang ihrer Stimme wird durch die Aussagekraft 
ihres Vortrages gluddich erganzt; auf der Biihne wie im Konzert- 
saal in einer Vielzahl von Aufgaben in Erscheinung getreten. 
Schallplatten: DGG, Decca, Columbia, Opera, darunter auch inte- 
grale Opern (Salome, Barbier von Bagdad*). 

Hofmann, Ludwig, Bafi, * 14. 1. 1895 Frankfurt a. M., t 2. 1. 1964 
London; Ausbildung durch Ricutini in Frankfurt, dann in Mai- 
land. Debiitierte 1918 am Stadttheater von Bamberg; weitere 
Engagements 1919-20 Landestheater Dessau, 1920-25 Stadtthea 
ter Bremen, 1925-28 Staatstheater Wiesbaden, 1928-32 Stadtische 
Oper Berlin, 1932-35 Staatsoper Berlin, seit 1935 Staatsoper Wien. 
1928 trat er erstmalig bei den Bayreuther Festspielen auf, bis 
1942 hat er dort die verschiedenen Wagner-Heroen seines Stimm- 
fachs gesungen. Sehr erfolgreich bei den Festspielen von Salzburg, 
u. a. als Osmin in Mozarts Entfuhrung, als Titelheld in Figaros 
Hochzeit und 1935 unter Toscanini als Marke im Tristan. Gast 
spiele an den ersten Operntheatern in aller Welt; sang an der 
Mailander Scala, an der Coventgarden Oper von London, an der 
Metropolitan Oper New York (1932-3 8 ) und an den grofien deut- 
schen Opernbuhnen. Bis 1942 gehorte er der Wiener-Staatsoper an; 
lebte zuletzt als Padagoge in London. 

Umfangreiche, dunkle BaEstimme voll dramatischer Wucht, vor 
allem im Wagnergesang geschatzt. 
Aufnahmen der Marken Parlophon, Polydor und Pathe. 

Hollweg, Use, Sopran, * 23. 2. 1922 Solingen; an der Kolner Mu- 
sikhochschule Schulenn von Gertrude Forstel. Biihnendebut 1943 



Holm 



236 



am Stadttheater von Saarbriicken. Kam von dort 1946 als Erste 
Koloratursopranistin an das Opernhaus von Diisseldorf. Nachdem 
sie 1951-52 voriibergehend in Berlin und Hamburg gesungen 
hatte, kam sie 1952 an die Wiener Staatsoper; seit 1955 zugleich 
Mitdied der Deutsdien Oper am Rhein Dusseldorf-Duisburg. 1950 
bei den Festspielen von Glyndebourne als Konstanze in Mozarts 
Entfuhrung> bewundert; seitdem dort wie auch bei den Festspie 
len von Edinburgh immer wieder aufgetreten; 1955 m Glynde- 
bourne sensationeller Erfolg als Zerbinetta in ^Ariadne^ auf Na- 
xos von R. Strauss. Seit 1954 erschien sie bei den Festspielen von 
Bayreuth; 1955 bei den Salzburger Festspielen als Konstanze in 
der cEntfuhrung von Mozart sehr erfolgreidi. Gastspiele an den 
groSen deutsdien Theatern, an der Mailander Scala an der Co- 
ventgarden Oper London und an vielen anderen bedeutenden 
Opernbiihnen. Spezialistin fur allerneueste Musik. 
Sang auf den Schallplatten-Marken Decca, Columbia OEntfunrung 
aus dem Serail*), HMV und Philips. 

Holm, Renate, Sopran, * 10. 8. 1931 Wien; arbeitete zunachst als 
Helferin bei einem Zahnarzt, dann Gesangausbildung bei Fohr- 
Waldedc und Maria Ivogriin in Wien. Seit 1953 hatte sie eine 
erfolgreiche Karriere beim Tonfilm und als Sangerin von Unter- 
haltungsliedern. 1957 trat sie als Operettensangerin am Theater 
an der Wien in Wien auf, wenig spater betrat sie die Opern- 
biihne, und zwar als Gretchen irn Wildschutz von Lortzing an 
der Wiener Volksoper. In der Folgezeit wurde sie ein gesdiatztes 
Mitglied der Wiener Staatsoper. 1961 sang sie bei den Festspielen 
von Salzburg die Blondchen in der Entiihrung aus dem Serail*. 
Bei Gastspielen in den Zentren des internationalen Musiklebens 
bewunderte man neben ihren Leistungen auf dem Fadigebiet der 
Soubrette auch ihre aparte Buhnenerscheinung. 
Sdiallplatten: vor allem Ariola-Bertelsmann (Fledermaus). 

Holm, Ridiard, Tenor, * 3. 8. 1912 Stuttgart; Studium an der 
Stuttgarter Musikhod^sdiule und bei Rudolf Ritter. Bis 1937 lebte 
er in Stuttgart als Konzertsanger und trat am Stuttgarter Rund- 
funk auf. Debiitierte 1937 am Stadttheater von Niirnberg und kam 
iiber die Hamburger Staatsoper 1952 an die Bayerische Staats 
oper in Miindien. Hier wie auch bei Gastspielen an den fiihren- 
den Theatern in aller Welt erlangte er vor allem als Mozart- 
Interpret Beruhmtheit. Gastierte an der Mailander Scala und an 
der Coventgarden Oper von London, an der Staatsoper von Wien 
und in Nordamerika. Sehr erfolgreich gestaltete sich sein Auf- 
treten bei den Festspielen von Salzburg und Glyndebourne; auch 
als Konzertsanger bekannt geworden. 

Seine Aufnahmen erschienen auf DGG (u. a. vollstandig Die 
Schopfung*, Catulli Carmina, Die Meistersinger, Mozart- 
Requiem, ^Freischiitz*, Bastien und Bastienne). 

Homer, Louise, Alt, * 28. 4. 1871 Pittsburgh, t 6. 5. 1947 Winter 



237 Hop/ 

Park (Florida); eigentlich Louise Beatty. Ausgebildet in Philadel 
phia, Boston und Paris; debutierte 1898 in Vichy als Leonora in 
La Favorita* von Donizetti. Sang anschliefiend an der Covent- 
garden Oper London und am Theatre de la Monnaie in Briissel. 
1900 kehrte sie nach Amerika zuriick und debutierte dort an der 
Oper von San Francisco als Amneris in *Aida. Noch im gleidien 
Jahre kam sie an die New Yorker Metropolitan Oper, der sie 
190019 und 192730 angehorte (Antrittsrolle: Amneris). Hier 
sang sie 1910 in der Urauffuhrung von Humperdincks Marchen- 
oper K6nigskinder die Partie der Hexe. 192025 war sie Mit- 
glied der Oper von Chicago, 1926 trat sie an den Opern von San 
Francisco und Los Angeles auf. Gastspiele brachten der Kiinst- 
lerin, die als eine der bedeutendsten Altistinnen ihrer Epoche gait, 
grofie Erfolge in aller Welt. 1909 gastierte sie in Paris in der 
Titelrolle in Clucks Orpheus. 1930 zog sich die Sangerin, die 
mit dem Komponisten Sidney Homer (18641953) verheiratet 
war, aus dem Musikleben zuriick. Ihr Gatte gab seine Memoiren 
unter dem Titel My Wife and 1 (New York, 1939) heraus. 
Altstimme von grower Tonfulle und -schonheit Hatte die Kiinst- 
lerin sich anfanglich auf das italienische und franzosische Reper 
toire beschrankt, so wurde sie spater auch eine hervorragende 
Wagner-Interpretin; dazu groEe Erfolge im Konzertsaal. 
Alle ihre Aufnahmen brachte Victor heraus (u. a. mit Caruso). 

Hoose, Ellison, van, Tenor, * 18. 8. 1868 Murfreesboro. (Tennes 
see), f 24. 3. 1936 Houston (Texas); studierte zuerst bei seiner 
Mutter, dann bei Perry Averill und Isadora Luckstone in New 
York, weiter bei Jean de Reszke in Paris, bei Fidele Konig in Lon 
don und bei Antonio Cotogni in Rom. Nachdem er zuerst als 
Solist in New Yorker Kirchen aufgetreten war, debutierte er 1897 
bei der Damrosch-Ellis Company in Philadelphia als Tannhauser. 
Zwei Jahre lang blieb er bei dieser Operntruppe, mit der er auch 
in der Metropolitan Oper gastierte. Dann kam er nach England, 
wo er bei Sir Henry Wood weiterstudierte und sich als Konzert- 
und Oratorien-Tenor betatigte. 1903 kreierte er das Solo in Elgars 
Dream of Gerontius in New York fur Amerika. 190305 beglei- 
tete er Nellie Melba, 1906-07 Marcella Sembrich bei Nordameri- 
ka-Tourneen. 1908 kam er nach Deutschland, wo er als Konzert- 
sanger auftrat, u. a. bei den Leipziger Gewandhauskonzerten unter 
Artur Nikisch. 190910 war er am Stadttheater von Mainz enga- 
giert, 191112 sang er an der Oper von Chicago, hatte aber seine 
wichtigsten Erfolge im Konzertsaal. Spater Padagoge in New 
York. 

Schone Schallplattenaufnahmen auf Victor (1906 08), eine Colum- 
bia-Platte mit Liedern, alle selten. 

Hopf, Hans, Tenor, * 2. 8. 1916 Niirnberg; ausgebildet durch 
Paul Bender in Miinchen. Biihnendebiit 1936 am Bayerischen Lan- 
destheater, sang 193942 als lyrischer Tenor am Stadtheater von 



Hoppe 238 

Augsburg. 1942 wurde er an die Staatsoper von Dresden ver- 
pfHchtet und spezialisierte sich jetzt auf das heldische Stimmfach. 
194649 war er Mitglied der Berliner Staatsoper. Seit 1949 gehort 
er der Staatsoper von Munchen an, ist aber durch einen Gast- 
spielvertrag zugleich mit der Wiener Staatsoper verbunden. Seit 
1951 wirkte er fast alljahrlich bei den Festspielen von Bayreuth 
mit. Seit 1952 an der New Yorker Metropolitan Oper gefeiert (De 
but als Walther in den Meistersingern) ; Gastspiele an der Mai- 
lander Scala, an der Grand Opera von Paris, an der Londoner 
Coventgarden Oper und am Teatro Colon von Buenos Aires brach- 
ten ihm namentlich als Wagner-Sanger bedeutende Erfolge. Bei 
den Salzburger Festspielen von 1954 sang er den Max im Frei- 
schutz. 

Schallplatten : Decca (u. a. Freischxitz, Frau ohne Schatten), 
Columbia (Meistersinger), DGG (Don Giovanni*), HMV 
(Tannhauser) und Philips (Tieland). 

Hoppe, Heinz, Tenor, * 26. 1. 1924 Saerbeck (Westfalen; geriet im 
zweiten Weltkrieg in russische Kriegsgef angenschaft, aus der er erst 
1949 entlassen wurde. Dann Gesangstudium bei Husler am Kon- 
servatorium von Detmold. Debiitierte 1953 am Stadttheater von 
Miinster (Westf.) als Titelheld im Xerxes von Handel. 1955 bis 
1957 am Stadttheater von Bremen tatig, seit 1957 Erster lyrischer 
Tenor an der Hamburger Staatsoper. Gastierte standig am Opern- 
haus von Frankfurt a. M. ; erf olgreiches Auftreten bei den Fest 
spielen von Edinburgh und an vielen Biihnen von Rang. Verhei- 
ratet mit der Pianistin Carla Hoppe-Linzen. 

Schon gebildete lyrische Stimme, sowohl in der Oper als in der 
Operette und im Lied-Vortrag geschatzt 
Schallplatten: Telefunken, DGG, Electriola. 

Home, Marylin, Alt, * 1929 (?); debutierte an der Oper von Los 
Angeles in einer kleinen Partie in Smetanas Verkaufter Braut*. 
In der Folgezeit war sie vor allem als Konzert-Altistin tatig, 1954 
sang sie fur die Filmschauspielerin Dorothy Dandridge in dem 
Tonfilm Carmen Jones. 1956 kam sie nach Europa, wo sie 1956 
bis 59 am Stadttheater von Gelsenkirchen engagiert war. Wahrend 
dieser Zeit gastierte sie in Wien, Venedig und an deutschen Biihnen. 
1960 kehrte sie in die USA zuriick. Hier wirkte sie 1960 an der 
Oper von San Francisco in einer Auffuhrung von Alban Bergs 
Wozzeck mit und trat an der Oper von Chicago auf. 1964 hatte 
sie an der Coventgarden Oper London und bei den Edinburgher 
Festspielen bedeutende Erfolge. Im Konzertsaal erschien sie haufig 
zusammen mit der gefeierten Sopranistin Joan Sutherland. 
Die schon gebildete, technisch vortrefflich gefuhrte Stimme der San- 
gerin ist auf Decca und RCA (vollstandige Aufnahme Norma 
als Partnerin von Joan Sutherland) zu horen. 

Hotter, Hans, Ba-Bariton, * 19. i. 1909 Offenbach a. M.; studierte 
192830 an der Miinchener Musikhochschule; seine Stimme wurde 



239 Huberdeau 

hauptsadilich durch Matthaus Roemer ausgebildet. Debutierte 1930 
am Stadttheater von Troppau. 193234 sang er am Deutschen 
Theater von Prag, 193437 an der Staatsoper von Hamburg. 1937 
wurde er an die Miinchener Staatsoper verpflichtet. Hier wirkte 
er in den Urauffuhrungen von zwei Richard-Strauss-Opern mit: 
1938 als Kommandant im Friedenstag, 1942 als Oliver im 
Capriccio. Als standiger Cast trat er an den Staatsopern von 
Wien, Hamburg und Stuttgart in Erscheinung. Gastspiele fuhrten 
ihn an die ersten Opernbiihnen in aller Welt; so sang er an der 
Mailander Scala, an der Coventgarden Oper von London, am 
Teatro Colon von Buenos Aires, an der Grand Opera von Paris 
und an der Oper von Chicago. 195054 hatte er an der New Yor 
ker Metropolitan Oper groSe Erfolge. Seit 1951 feierte man ihn 
bei den Festspielen von Bayreuth als groSen Wagner-Interpreten, 
namentlich als Wotan und als Fliegenden Hollander. Er trat auch bei 
den Festspielen von Salzburg und Edinburgh in Erscheinung und 
hatte eine sehr erfolgreiche Karriere als Konzertsanger. 
Machtvolle, dunkel timbrierte Stimme, vor allem im Wagner- 
Gesang, aber auch im Lied-Vortrag ausgezeichnet. 
Sang Flatten der Marken DGG, HMV, Columbia (Capriccio von 
R. Strauss), Decca (Siegfried) und Vox (Fliegender Hollan 
der*). 

Howard Kathleen, Alt, * 17. 7. 1880 Niagara Falls (Ontario) ; f 
15. 8. 1956 Los Angeles; ihre Ausbildung erfolgte in Buffalo, New 
York, Paris und Berlin. Debutierte 1907 am Stadttheater von Metz 
als Azucena im Troubadour. 190912 war sie in Darmstadt 
engagiert und bildete sich weiter bei Jean de Reszke in Paris aus. 
1914-15 sang sie in Nordamerika bei der Century Opera Com 
pany. 1916 kam sie an die Metropolitan Oper New York, an der 
sie bis 1928 mit glanzenden Erfolgen auftrat. Hier sang sie am 14. 
12. 1918 in der Uraufruhrung von Puccinis Gianni Schicchi*-. Da- 
nach betatigte sie sich in der Hauptsache beim Film und als Jour- 
nalistin. Sie veroffentlichte ihre Lebenserinnerungen unter dem 
Titel Confessions of an Opera Singer (New York, 1918). 
Hervorragend schoner, dunkel timbrierter Alt; als besondere 
Glanzrollen der Kunstlerin galten der Titelheld im Orpheus von 
Gluck sowie die dramatischen Partien des italienischen und des 
franzosischen Repertoires. 

Leider sang sie nur Flatten fur Pathe und Edison, die schwierig 
abzuspielen sind. 

Huberdeau, Gustave, Bafi-Bariton, * 1874 Paris, t 1945 Paris; stu- 
dierte am Conservatoire von Paris. Debut 1898 an der Pariser 
Opera comique. An dieser Buhne sang er zunachst kleine Rollen 
(so in mehreren Urauffuhrungen von Opern: 1900 in Louise von 
Charpentier, 1900 in Le Juif Polonais von Erlanger, 1901 in 
Griselidis von Massenet, 1904 in La Me de Roland* von Ra- 
baud). Dann wurden ihm die grojSen Partien seines Stimmfachs 



Huberty 240 

xibertragen. 190811 hatte er bedeutende Erfolge am Manhattan 
Opera House in New York. 1910 sang er hier in der amerikani- 
schen Erstauffuhrung der Richard Strauss-Oper Elektra den 
Orest. 191112 war er bei der Chicago-Philadelphia Company, 
1913-20 an der Oper von Chicago tatig. 1914, 1919 und 1920 
gastierte er an der Coventgarden Oper London. In den zwanziger 
Jahren Gastspiele in Nizza, Monte Carlo, Vichy und Briissel, aber 
auch in Paris und Amsterdam. Er wirkte in mehreren Filmen mit. 
Schallplatten: Edison-Zylinder, Odeon-Platten, amerikanische Pa- 
the-Platten; eine elektrische Aufnahme auf HMV. 

Huberty, Albert, Ba, * 1881 Seraing-sur-Meuse, t Marz 1955 
Knokke-Le Zoute (Belgien) ; Studium am Konservatorium von Briis 
sel bei Demest 1903 kam er als Comprimario an die Flamische 
Oper von Antwerpen, 190306 sang er ahnliche Rollen am Theatre 
de la Haye im Haag. Nach weiteren Studien bei Belhomme in Pa 
ris wurde er 1908 Erster Bassist am Opernhaus von Rouen. Es 
folgten Gastspiele in Nantes und Algier. Dann sang er 190809 
an der Coventgarden Oper London, 190911 an der Oper von New 
Orleans, 191113 in Montreal (Kanada). 191314 war er an der 
Oper von Liittich tatig. 1915 kam er an die Opera comique von 
Paris, 1916 an die Pariser Grand Opera, an der er bis zum Ende 
seiner Karriere 1939 wirkte. Regelmaig gastierte er an der Oper 
von Briissel. Weitere Gastspiele in Vichy, Antwerpen und Ostende 
sowie 1921 am Teatro Colon von Buenos Aires. Spater war er 
Professor am Konservatorium von Briissel. 
Akustische wie elektrische Aufnahmen auf Pathe. 

Hudemann, Hans-Olaf, Bafi, * 25. 8. 1915 Leipzig; sein Vater, 
Ernst Hudemann, war ein bekannter Konzertbariton. Mit zehn Jah 
ren wurde er Mitglied des Leipziger Thomanerchors. Seit 1934 stu- 
dierte er Musikwissenschaft an den Universitaten von Freiburg 
i. Br. und Kiel, wo er promovierte. Gleichzeitig liefi er seine Stim- 
me ausbilden. Nach dem zweiten Weltkrieg holte ihn der Thomas- 
kantor Giinther Ramin nach Leipzig. Er unternahm grofie Kon- 
zertreisen mit dem Thomanerchor zusammen. Sehr erfolgreich war 
er bei den Leipziger Bach-Fes ten sowie bei Konzerten in Belgien, 
Holland, Frankreich und in der Schweiz. Man ruhmte in erster 
Linie seine Kunst des Bach-Gesanges, doch widmete er sich auch 
dem zeitgenossischen Musikschaffen. Seit 1961 Dozent an der 
Musikhochschule von Heidelberg. 

Schallplatten: DGG, vor allem Barodonusik in der Archiv-Reihe 
(Johannespassion), Cantate. 

Hiini-Mihaczek, Felicie, Sopran, * 3. 4. 1896 Funfkirchen (Un- 
garn); wurde ausgebildet an der Wiener Musikakademie durch 
Rosa Papier-Paumgartner. Debut 1919 an der Staatsoper von 
Wien. Blieb dort bis 1925 und wurde dann an die Staatsoper von 
Mxinchen berufen, deren eigentliche Primadonna sie fur die nach- 
sten 20 Jahre blieb. Sehr erfolgreich bei den Festspielen von Sak- 



24! Huguet 

burg, wo sie 1922 die Fiordiligi in Cosi fan tutte* und spater als 
Solistin in Konzerten sang. War sie urspriinglich Koloratursopra- 
nistin gewesen, so ubernahm sie in Miinchen auch lyrische, 3 a 
sogar dramatische Sopranpartien. Sie gastierte regeknafiig an der 
Wiener Staatsoper, zu deren Ensemble sie 94^-45 nochmals ge- 
horte. Sie war mit dem Schweizer GroJEindustriellen Alfred Hiini 
verheiratet. 1945 nahm sie von der Btihne Abschied und trat nur 
nodi bei gelegentlichen Konzerten und als Padagogin in Erschei- 
nung. 

Herrlidi gebildete Stimme, deren souverane Beherrschung der 
Technik durch die Fiille und den Glanz der Tongebung wie durch 
die Feinheit der Ausdruckskunst glucklich erganzt wurde. 
Ausschliefilich Polydor-Platten. 

Hiisch, Gerhard, Bariton, * 2. 2. 1901 Hannover; begann 1920 eine 
Karriere als Schauspieler am Schauspielhaus von Hannover, liefi 
dann aber seine Stimme bei Hans Emge in Hannover ausbilden. 
1923 debiitierte er am Stadttheater von Osnabriick. Es folgten 
Engagements am Stadttheater von Bremen und am Opernhaus 
von Koln. 1930 wurde er an die Berliner Staatsoper berufen, an 
der er bis 1944 wirkte. Er gastierte an vielen gro&en Opernthea- 
tern, darunter an der Mailander Scala, an der Londoner Covent- 
garden Oper, an den Staatsopern von Wien, Hamburg, Dresden 
und Miindien. Auch bei den Festspielen von Bayreuth trat er auf. 
Beruhmt wurde er jedoch vor allem als Lied-Interpret. 1932 gab 
er in Berlin seinen ersten Liederabend, und bald gait er als einer 
der bedeutendsten Liedersanger seiner Zeit. Konzert-Tourneen 
fiihrten inn bis nach Japan.938 erhielt er eine Professur an der 
Miindiener Akademie der Tonkunst; er hielt Meisterkurse fur 
Lied-Interpretation in der Sdiweiz, in England und in Finn- 
land ab. 

Die Warme und das personliche Timbre seines Baritons erreich- 
ten vor allem im Lied-Vortrag hodiste kunstlerisdie Eindringhdi- 
keit. 

Sdiallplatten auf Odeon und HMV (Liederzyklen, vollstandige 
Zauberflote). 

Huguet, Josefina, Sopran, * 22. 9. 1871 Barcelona, f 1951 Barce 
lona; wurde am Konservatorium von Barcelona ausgebildet und 
debiitierte 1889 in der gleichen Stadt. Nach ersten Erfolgen an 
spanischen Theatern kam sie 1895 nach Italien. Hier wurde sie 
an den grofien Biihnen gefeiert und sang u. a. an der Mailander 
Scala und am Teatro Costanzi von Rom. 1898 grofie Nordamerika- 
Tournee. Gastierte in London und Paris, in Madrid und Barce 
lona, in Monte Carlo und Lissabon. Lebte nach Beendigung ihrer 
aktiven Sangerlaufbahn als Padagogin in Barcelona. 
Tedmisch vortrefQich durchgebildeter Sopran, der sowohl in Par- 
tien aus dem Koloraturfach wie im lyrischen Repertoire glanzte. 
Ihre Stimme ist reichlich auf der Schallplatte vertreten. Die ersten 



Hulst 



242 



Aufnahmen auf G & T erschienen bereits 1903. Weitere Flatten 
auf HMV, u. a. eine vollstandige Bajazzo-Aufnahme unter der 
Leitung des Komponisten (1908). 

Hulst, Carel van, Bariton, * 20. 12. 1881 Amsterdam, t 30. 4 1937 
San Francisco; eigentlich Carel Butter. Unter diesem Namen trat 
er in Holland auf, wahrend er seine Internationale Karriere unter 
dem Familiennamen seiner Mutter van Hulst machte. Ausbildung 
in Amsterdam und Berlin u. a. bei Cornelie van Zanten. Debut 
1906 an der Hofoper Berlin als Silvio im Bajazzo. Nach einem 
erfolgreichen Gastspiel wurde er 1911 an die Wiener Hofoper ver- 
pfliditet, der er aber nur wenige Monate angehorte. 1914 gastierte 
er an der Coventgarden Oper London als Amfortas und als Tel- 
ramund und in Rutland. Wahrend des Krieges sang er in Holland, 
191718 gehorte er der Oper von Chicago an, 1919 gastierte er 
nochmals an der Coventgarden Oper als Rigoletto. Zuletzt Padagoge 
in San Francisco. 

Schallplatten: Odeon (Silvio in vollstandigem Bajazzo, 1910), 
Edison Amberola-Zy Under; unter dem Namen Carel Butter Auf 
nahmen auf Anker und Columbia, die in Holland erschienen. 

Hussa, Maria, Sopran, * 7. 12. 1896 Wien; Studium in Wien bei 
Elise Elizza und bei Greve, den sie heiratete. Debiitierte 1917 an 
der Wiener Volksoper. Weitere Engagements: 191819 Hofoper 
Wien, 191921 Stadttheater Graz, 192223 Deutsches Theater 
Prag, 192326 Staatsoper Berlin. 192632 war sie Mitglied der 
Staatsoper von Hamburg. Hier sang sie 1927 in den Urauffuh- 
rungen der Opern Das Wunder der Heliane* von Korngold und 
Die versunkene Glocke* von Respighi. 1933 kam sie fur eine 
Spielzeit an das Opernhaus von Diisseldorf. Sie wanderte dann 
nach Nordamerika aus, wo sie seit 1934 Mitglied der Oper von 
Chicago war. 1940 gastierte sie in einer Vorstellung an der Metro 
politan Oper New York als Marschallin im Rosenkavalier. Lei- 
tet in Chicago ein Gesangstudio. 
Schallplatten: Homochord, HMV. 

Hutt, Robert, Tenor, * 8. 8. 1878 Karlsruhe, t 5. 2. 1942 Ber 
lin; wurde zunachst Ingenieur. Der Dirigent Felix Mottl riet zum 
Gesangstudium, das bei Wilhelm Guggenbuhler in Karlsruhe und 
in der Bayreuther Schule bei Julius Kniese stattfand. Debut 1903 
am Hoftheater von Karlsruhe. Cber das Opernhaus von Dussel- 
dorf kam er 1910 an die Oper von Frankfurt a. M. von dort 1917 
an die Berliner Hofoper, deren Mitglied er bis 1927 blieb. 1913 
sang er am Drury Lane Theatre in London den Walther in den 
Meistersingern unter Sir Thomas Beecham; 1914 die gleiche 
Partie sowie den Parsifal an der Londoner Coventgarden Oper. 
1923 Gastspiel-Tournee mit der German Opera Company in Nord 
amerika. Vor allem schatzte man ihn als Wagner-Tenor. 
Schallplatten: Odeon, Polydor, HMV (vollstandige Meistersin- 
ger, 1928). 



243 Ilitsch 

Hybbinette, Samuel, Tenor, * 1876 Oster&kers bei Stockholm, f 12. 
2. 1939 Stockholm; widmete sich dem Medizinstudium an der 
Stockholder Universitat und wurde einer der bedeutendsten schwe- 
dischen Chirurgen seiner Zeit. Seit 1926 leitete er das Serafiner- 
Hospital in Stockholm, 1933 wurde er Mitglied des Karolinischen 
Medizinischen Instituts in Stockholm, 1936 Professor. Er war 
Leibarzt des schwedischen Konigs. Neben dieser erfolgreichen 
arztlichen Tatigkeit hatte er eine zweite Laufbahn als Konzert- 
sanger, Er war ein Schiiler von Gillis Bratt in Stockholm und ge- 
wann bereits 1900 einen Gesangswettbewerb in Uppsala. Spater 
gab er haufig Konzerte in Stockholm, 1916 unternahm er eine 
Skandinavien-Tournee, 1919 konzertierte er in Danemark Einmal, 
im Jahre 1921, betrat er bei einer Wohltatigkeitsveranstaltung in 
Stockholm auch die Buhne. 

Fraglos besafi Samuel Hybbinette die schonste Tenorstimme, die 
zu seiner Zeit in Skandinavien vorhanden war, sowohl durch die 
feine Nuancierung des Ausdrucks als durch seine tiefe Musikalitat 
des Vortrages ausgezeichnet. 

Aufnahmen auf G & T (Stockholm, 1906), vor allem aber auf 
HMV. 

Hyde/ Walter, Tenor, * 6. 2. 1875 Birmingham, f November 1951 
London; ausgebildet am Royal College of Music bei Gustave Gar 
cia, Sir Charles Stanford und Sir Walter Parratt. 1905 begann er 
seine Karriere. 1906 sang er in der Urauffuhrung von The Vicar 
of Wakefleld* von Liza Lehmann in London. 1908 kam er an die 
Londoner Coventgarden Oper ( Antrittsrolle : Pinkerton in Madame 
Butterfly* als Partner von Emmy Destinn), wo er bis zum ersten 
Weltkrieg sowohl das italienische als auch das deutsche Fach ver- 
trat. 1910 gastierte er in einer einzigen Vorstellung an der New 
Yorker Metropolitan Oper als Siegmund in der Walkure. Auch 
an der Oper von Budapest war er zu Cast. 1911 hatte er am Drury 
Lane Theatre von London grofie Erfolge unter Sir Thomas Beecham. 
In den zwanziger Jahren sang er vor allem bei der British National 
Opera Company. Nach Abschlufi seiner Karriere Professor am Royal 
College of Music in London. 

Schallplatten: Odeon, HMV, einige Aufnahmen auf Path und Edi- 
son-Zylinder. 

Ilitsch, Daniza, Sopran, * 1914 Belgrad,t 17. 1. 1965 Wien; Studium 
am Stankovic-Konservatorium in Belgrad, dann in Berlin. Debii- 
tierte 1936 an der Berliner Staatsoper als Nedda im Bajazzo. 
193847 hatte sie dann an der Wiener Staatsoper sehr grofie Er 
folge; gastierte in dieser Zeit in Deutschland, Osterreich und Ita- 
lien. 1947 kam sie fur mehrere Spielzeiten an die New Yorker 
Metropolitan Oper. 1951 sang sie beim Maggio musicale von Ho- 
renz die Chrysothemis in Elektra von R. Strauss; Gastspiele in 
Prag und Mailand; sang spater vor allem an den grofien Opern- 
theatern in Sudamerika. Seit 1959 lebte sie zuriickgezogen in Wien. 



Ilosvay 244 

Ausdrucksvolle Sopranstimme, zumal in den dramatisdien Par- 
tien der italienischen Opernliteratur bewundert. 
Schallplatten der Marke Supraphon. Audi auf Telefunken und 
Cetra vertreten (Elektra). 

Ilosvay, Maria von, Alt, * 1913 Budapest; Studium am Konser- 
vatorium von Budapest und an der Wiener Musikhochschule. 1937 
erster Preis beim internationalen Gesangwettbewerb in Wien. Be- 
reiste 193739 unter dem Namen Esther von Ilosvay mit der 
Salzburger Oper Nordamerika, wo sie zumal als Dorabella in 
Cosi fan tutte* Aufsehen erregte. 1940 an die Staatsoper von 
Hamburg berufen, deren Mitglied sie seither geblieben ist. Gast- 
spiele fuhrten sie nach dem zweiten Weltkrieg an die Staatsopern 
von Wien, Miinchen und Stuttgart, an die Coventgarden Oper 
London und an die Mailander Scala. Seit 1951 trat sie bei den 
Festspielen von Bayreuth in Erscheinung, vor allem als Erda im 
Ring-Zyklus. Wirkte ferner bei den Festspielen von Salzburg und 
Edinburgh und beim Holland Festival mit. 195657 war sie an 
der Metropolitan Oper New York engagiert. 
Der dunkle Glanz und der Ausdrucksreichtum ihres Alts werden 
in einem umfassenden Repertoire auf der Biihne wie im Konzert- 
saal bewundert. 
Schallplatten: Columbia (Hansel und Gretel*)/ Philips, Opera. 

Imbart de la Tour, Georges, Tenor,* 20. 5. 1865 Paris, 1 1911 Paris; 
besuchte die Militarakademie von St.Cyr,mufite aber die Offiziers- 
laufbahn wegen Erkrankung aufgeben. Dann Gesangstudium am 
Conservatoire von Paris bei Bax. Debut 1890 in Genf als Raoul in 
den Hugenotten von Meyerbeer. 1893 kam er an die Opera 
comique von Paris, 1895 an die Oper von Marseille, 1897 an das 
Theatre de la Monnaie in Briissel, wo er jahrelang glanzende Er- 
folge hatte. 1898 gastierte er nochmals an der Opera comique. 
1900 sang er an der Londoner Coventgarden Oper den Radames in 
Aida, den Jose in Carmen, den Faust und den Tannhauser. In 
der Spielzeit 1900 ox wirkte er an der Metropolitan Oper New 
York (Antrittsrolle: Radames in Aida). 
Seltene Aufnahmen auf Pathe'-Zylindern und -Flatten. 

Incognita 1', Sopran, Unter diesem Namen erschienen urn 1912 in 
England Zonophone-Platten. Die Kunstlerin, die darauf sang, be- 
trat bei den Aufnahmen stets maskiert die Sdiallplattenstudios. Es 
bildeten sich nach Ersdieinen der Flatten die sonderbarsten Geriidite 
urn ihre Person. Man vermutete hinter dem Pseudonym Luisa Te- 
trazzini, die damals in England grofie Triumphe feierte, Alice Ver- 
let oder Yvonne de Treville. In Wirklichkeit handelte es sich jedoch 
um die australische Music Hall-Sangerin Violett Mount, die damals 
in der Alhambra Music Hall in London auftrat. Sie hatte bereits 
1910 fur Zonophone unter ihrem wirklichen Namen populare Lie- 
der auf der Schallplatte gesungen. Der Leiter des Orchesters der 
Zonophone Company, George Byng, kam dann auf den Gedanken, 



245 Iracema-Brugelmann 

sie unter einer Maske Arien aus Opern aufnehmen zu lassen, 
wobei der australische Flotist John Amadio als Solist mitwirkte. 
Diese Schallplattenaufnahmen, die unter dem Namen 1' Incognita 
erschienen und viel gekauft wurden, prasentieren einen hiibschen 
Koloratursopran von einer technischen Durdibildung und einer 
Virtuositat wie man sie bei einer Music Hall-Sangerin nicht ver- 
muten sollte. Violet Mount ist nie auf einer Opernbuhne erschienen 
und lebte spater wieder in Australien. 

Infantine, Luigi, Tenor, * 1921 Racalmuto (Sizilien); Debiit 1943 
am Teatro Regio von Parma als Rudolf in La Boheme*. 1945 war 
er sehr erfolgreich am Teatro San Carlo von Neapel, 1946 gastierte 
er mit dem Ensemble dieses Theaters in London. Es folgte eine 
groEe Karriere in Italien. 1948 sang er an der Mailander Scala den 
Nadir in den Perlenfischern von Bizet, im gleichen Jahre erschien 
er bei den Festspielen von Verona. 1949 Gastspiel an der New York 
City Centre Opera als Don Ramiro in Rossinis Cenerentola. 
Konzert-Tourneen in England und Australien. 1961 wirkte er an 
der Oper von Rom in der Urauffuhrung der Oper Hamlet von 
Mario Zefred mit. 

Seine rein lyrische Tenorstimme erscheint auf Columbia und Cetra 
(Barbier von Sevilla). 

Inghilleri, Giovanni, Bariton, * 9. 3. 1894 Porto Empedocle (Sizi 
lien), + 10. 12. 1959 Mailand; wurde zuerst Pianist und war als 
Repetitor an verschiedenen italienischen Opernhausern tatig. Erst 
1921 erfolgte sein Debiit als Sanger. Nach ersten Erfolgen am 
Teatro Costanzi in Rom trat er an den grofien italienischen Biih- 
nen, darunter auch an der Mailander Scala, auf. 192835 gastierte 
er alljahrlich an der Londoner Coventgarden Oper, wo er sehr 
beliebt war. 192930 war er an der Oper von Chicago engagiert. 
Bedeutende Erfolge an Opernbiihnen in Frankreich und Spanien. 
Sang 1936 an der Oper von Genua in der Urauffuhrung der Oper 
Giulio Cesare von Malipiero. In den Jahren nach dem zweiten 
Weltkrieg setzte er seine Karriere an der Scala und an den ande- 
ren grofien Theatern in Italien fort und wirkte bei den Festspie 
len von Florenz und Verona mit. 1956 wurde er Professor am 
Konservatorium von Pesaro. 

Eine der schonsten Baritonstimmen, die Italien in seiner Gene 
ration aufzuweisen hatte. 

Sang auf HMV in vollstandiger Aida-Aufnahme und auf Odeon; 
nach dem zweiten Weltkrieg zwei HMV-Platten sowie auf Decca 
in vollstandiger Madame Butterfly* und La Boheme. 

Iracema-Briigelmann, Hedy, Sopran, * 16. 8. 1881 Porto Alegre 
(Brasilien), t 9. 4. 1941 Karlsruhe; stammte von deutschen Eltern 
ab; studierte am Konservatorium von Koln. Auf Anraten von Max 
von Schillings schlug sie die Biihnenlaufbahn ein, nachdem sie sich 
zunachst als Konzertsangerin betatigt hatte. 1910 debtitierte sie 
an der Hofoper von Stuttgart als Elisabeth im Tannhauser. Bis 



Isalberti 246 

1917 hatte sie an der Stuttgarter Oper glanzende Erfolge; hier 
sang sie auch am 26. 9. 1915 in der Urauffiihrung von Max von 
Schillings' Mona Lisa* die Titelpartie. 1916 gastierte sie in dieser 
Rolle in Amsterdam. 191720 war sie Mitglied der Wiener Hof 
oper, mufite dann aber aus gesundheitlichen Griinden ihre Karriere 
axifgeben. Lebte spater als Padagogin in Karlsruhe. 
Prachtvolle, dramatische Sopranstimme, zumal im Wagner-Fadi 
geschatzt. 
Schallplatten von ihr existieren auf Odeon. 

Isalberti, Silvano, Tenor, * 1875, f 11. 7. 1940 Briissel; debiitierte 
etwa 1903 in Italien und wurde 1904 an die Italienische Oper in 
Holland verpflichtet, wo er sogleidi sensationelle Erfolge hatte. 
Bis 1908 sang er alljahrlich mit diesem Ensemble zusammen, und 
man feierte ihn namentlich als Interpreten der veristischen Partien 
seines Stimmfachs. 190708 unternahm er eine grofie Gastspiel- 
Tournee durch Deutschland, hatte dabei aber keine besonderen Er 
folge. 1910 sang er an der Mailander Scala den Jason in Cherubinis 
Medea als Partner von Ester Mazzoleni. Dann trat er in Holland 
und Belgien bei kleineren Operntruppen auf, schlieElich sogar in 
Music Halls und Kinos. Zuletzt Lehrer in Briissel. 
Schallplatten: G & T (Mailand, 1904), Lyrophone (Holland, 1908). 

Ivogiin, Maria, Sopran, * 18. 11. 1891 Budapest; ihren eigentlichen 
Namen Use von Giinther kiirzte sie zu Ivogiin ab. Ihr Vater war 
osterreichisch-ungarischer Offizier, ihre Mutter Operettensangerin. 
Ausbildung durch Irene Schlernmer-Ambros in Wien. Durch 
Bruno Walter wurde sie an die Miinchener Hofoper verpflichtet, 
wo sie 1913 als Mimi in La Boheme debiitierte. 191325 wirkte 
sie als gefeierte Primadonna an der Munchener Oper; sang hier 
1917 in der Urauffiihrung von Hans Pfitzners Palestrina. 1916 
gastierte sie an der Hofoper von Berlin; im gleichen Jahre sang sie 
bei der Premiere derNeufassung der Richard-Strauss-Oper Ariadne 
auf Naxos* an der Hofoper von Wien die Zerbinetta. 192132 war 
sie mit dem Tenor Karl Erb, seit 1933 mit dem Pianisten und 
Lied-Begleiter Michael Raucheisen verheiratet. Seit 1925 gehorte 
sie zum Ensemble der Stadtischen Oper Berlin. Gastspiele brach- 
ten ihr an der Coventgarden Oper London, an der Mailander 
Scala, an der Wiener Staatsoper und an der Oper von Cnicago 
triumphale Erfolge. 1922 unternahm sie ihre erste glanzvolle Kon- 
zert-Tournee durch Nordamerika. 1926 gastierte sie mit dem En 
semble der Oper von Chicago in der Metropolitan Oper New York 
als Rosine im Barbier von Sevilla. Man huldigte ihr auch bei 
den Festspielen von Salzburg. 1932 gab sie ihre Karriere auf. 1948 
erhielt sie eine Professur an der Wiener Musikakademie, 1950 an 
der Musikhochschule Berlin. 

Eine der schonsten Koloraturstimmen des 20. Jahrhunderts, eben- 
so vollendet in der Exaktheit und Brillanz ihrer Koloraturen wie 
in der Feinheit ihres Stilgefuhls. 



247 



Akustisdie Aufnahmen auf Odeon und Polydor, elektrisdie auf 
HMV und Brunswick. 

Jacoby, Josephine, Alt, * 1875 New York, t 13.11.1948 New 
York; studierte in New York und sang zuerst offentlich in der 
New Yorker Synagoge Emanu-El. Dann wirkte sie als Konzert- 
altistin und sang u. a. mit dem Bostoner Sinfonieorchester unter 
Gericke und mit den New Yorker Philharmonikern unter Seidl so- 
wie 1899 beim Festival von Cincinnati. 1903 folgte sie einem Ruf 
an die Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: Maddalena 
im Rigoletto), wo sie bis 1908 bedeutende Erfolge hatte. 1908 
gab sie ihre Opernkarriere auf und erschien nur noch gelegentlich 
auf dem Konzertpodium und bei Operetten-Auffiihrungen in New 
York. Hier lebte sie spater als Gesanglehrerin. 
Seltene Aufnahmen auf Victor (Duett aus Madame Butterfly* mit 
Geraldine Farrar, Quartett aus Rigoletto mit Luisa Tetrazzi- 
ni, Enrico Caruso und Pasquale Amato) . 

Jadlowker, Hermann, Tenor, * 5. 7. 1877 Riga, f 13. 5. 1953 Tel Aviv; 
war am Konservatorium der Stadt Wien Schuler von Joseph Gans- 
bacher. Debiit 1899 am Opernhaus von Koln; 1900 kam er an das 
Stadttheater von Stettin, dann an das Stadttheater von Riga und 
1906 an das Hoftheater von Karlsruhe. 1909 wurde er an die Ber 
liner Hofoper verpflichtet. 191012 sang er an der Metropolitan 
Oper New York (Antrittsrolle: Faust von Gounod). Hier sang er 
1910 in der Urauffiihrung von Humperdincks Marchenoper Ko- 
nigskinder als Partner von Geraldine Farrar die Partie des K6- 
nigssohnes. Am 25. 10. 1912 sang er an der Stuttgarter Hofoper 
in der Urauffiihrung der Richard Strauss-Oper Ariadne auf Naxos 
den Bacchus. Gastspiele trugen dem Sanger an den fuhrenden 
Opernhausern in aller Welt glanzende Erfolge ein; so gastierte 
er an der Coventgarden Oper von London, an den beiden groSen 
Opernbiihnen von Paris und vor allem an den Hofopern von 
Wien, Berlin und Miinchen. 1929 nahm er das Amt eines Ober- 
kantors an der Synagoge von Riga an und unterrichtete gleich- 
zeitig am dortigen Konservatorium. Spater lebte er in Wien; 1938 
liefi er sich in Tel Aviv als Gesangpadagoge nieder. 
An seiner Tenorstimme bewunderte man die Feinheit des Aus- 
drucks ebensosehr wie die souverane Beherrschung der Gesang- 
technik und die vorbildliche Kunst der Phrasierung. 
Schallplatten: Odeon und HMV, elektrische Aufnahmen auf Poly- 
dor. 

Jagel, Frederick, Tenor, * 10. 6. 1897 Brooklyn (New York) ; be- 
gann seine Ausbildung bei William Brady in New York und schloC 
sie in Mailand ab. Debiitierte 1924 am Opernhaus von Livorno 
unter dem Namen Federico Jeghelli als Rudolf in La Boheme>. 
Er gastierte an verschiedenen italienischen Biihnen und sang wa'h- 
rend einer Saison an der Italienischen Oper in Holland. 1927 
wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen, an der er 



Janowitz 248 

longer als 25 Jahre (unter seinem eigenen Namen Frederick Jagel) 
aufgetreten ist. Man schatzte ihn hier zumal als Interpreten des 
italienisdien Repertoires. Seit 1931 gastierte er regelmaSig an der 
Oper von San Francisco, 1928 und 193941 am Teatro Colon von 
Buenos Aires. 1948 sang er in der amerikanischen Premiere der 
Oper Peter Grimes von Benjamin Britten die Titelrolle; lebt 
als Padagoge in New York. 

Schallplatten: Victor, Allegro Royale, Columbia, Philips (Woz- 
zeck); viele amerikanisdie Club-Platten. 

Janowitz, Gundula, Sopran, "1939 Graz; Ausbildung der Stimme 
am Steiermarkischen Konservatorium Graz bei Hubert Thony. 
Durch Herbert von Karajan wurde sie 1959 sogleich an die Wiener 
Staatsoper engagiert (Antrittsrolle : Barberina in Figaros Hoch- 
zeit). An dieser Biihne erlebte sie einen schnellen Aufstieg, zu- 
gleich groEe Erfolge im Konzertsaal. Seit 1960 erschien sie bei den 
Festspielen von Bayreuth. Gastspiele in Hamburg, Graz und Mxin- 
chen sowie 1964 bei den Festspielen von Glyndebourne. 
Von ihrer ausdrucksreichen lyrischen Sopranstimme existieren Auf- 
nahmen auf DGG (IX. Sinfonie), Columbia (Zauberflote). 

Jansen, Jacques, Bariton, * 1910 Paris; ausgebildet durch Louis 
Jouvet und durch Charles Panze*ra in Paris. Begann seine Karriere 
wahrend des zweiten Weltkrieges bei Radio Rennes. 1941 erfolgte 
sein Buhnendebiit an der Opera comique von Paris als Pelleas 
in Pelleas et Melisande von Debussy. Diese Partie blieb seither 
seine eigentliche Glanzrolle. Er sang regelmafiig an der Grand 
Opra und der Opera comique von Paris und gastierte an der Co- 
ventgarden Oper von London, an der Staatsoper von Wien, am 
Teatro Col<5n von Buenos Aires, an der Oper von Briissel und an 
der Oper von Rom. 1948 feierte man ihn beim Holland Festival 
als Pelleas. Die gleiche Partie sang er sehr erfolgreich an der Me 
tropolitan Oper New York. 1956 bewunderte man ihn bei den 
Festspielen von Aix-en-Provence als Citheron in der Oper Pla- 
tee von Rameau. Er gait als der bedeutendste franzosische Lieder- 
sanger seiner Epoche und als der eigentliche Nachfolger des un- 
vergessenen Charles Panz<ra. 

Schallplatten: HMV (zweimal vollstandige Pell^as et Melisande), 
Decca. 

Janssen, Herbert, Bariton, * 22.9.1895 Koln, t 3.6.1965 New 
York; zuerst Jurastudium an der Universitat von Berlin, dann 
Gesangausbildung durch Oscar Daniel in Berlin. Durch Max von 
Schillings wurde er sogleich an die Berliner Staatsoper engagiert, 
wo er 1922 in Schrekers Schatzgraber debiitierte. Nach grofien 
Erfolgen in Berlin gastierte er 1926 an der Londoner Coventgar- 
den Oper und war bis 1939 alljahrlich an diesem Operninstitut zu 
Cast. 1929 Gastspiel im Haag; trat auch an der Grand Ope"ra von 
Paris, am Teatro Liceo von Barcelona, an den Staatsopern von 
Miinchen und Dresden sehr erfolgreich auf. 1928 sang er 



249 



am Berliner Metropol Theater zusammen mit Gota Ljungberg in 
dem Musical Drei Musketiere*. 1930 trat er bei den Fest- 
spielen von Bayreuth unter Toscanini als Wolfram im Tann- 
hauser auf. Bis 1937 bewunderte man ihn dann Jahr fur Jahr 
in Bayreuth als Wagner-Interpreten. 1937 verlieS er aus poli- 
tischen Griinden Deutschland und wanderte nach Nordamerika 
aus. 1939 sang er dort an der Oper von Philadelphia; 1939-52 
war er gefeiertes Mitglied der New Yorker Metropolitan Oper. 
Seit 1940 sang er wahrend der Sommersaison standig am Teatro 
Col6n von Buenos Aires. 1946 erwarb er die amerikanische Staats- 
biirgersdiaft; zuletzt Padagoge in New York. 
Der Bariton des Kiinstlers wurde durch eine besondere Warme und 
Tonfiille ausgezeichnet; er gait neben seinem erfolgreichen Wir- 
ken auf der Biihne und zumal im Wagner-Fach als einer der grofi- 
ten Lied-Interpreten seiner Generation. 

Aufnahmen auf Odeon, Ultraphon, HMV, Columbia (Tannhauser, 
Bayreuth, 1930) und RCA (vollstandiger Fidelio unter Tosca 
nini). 

Jepson, Helen, Sopran, * 28.11.1906 Titusville (Pennsylvania); 
sang bereits mit 13 Jahren bei einer Amateur-Operettengesell- 
schaft. Um ihr Gesangstudium fmanzieren zu konnen, arbeitete 
sie in der Schallplattenabteilung eines Warenhauses. Studierte am 
Curtis Institute of Music in Philadelphia bei Queena Mario und 
ubernahm bereits wahrend dieser Ausbildung kleine Partien an 
der Oper von Philadelphia (192830). Sang dann am Opernhaus 
von Montreal, war aber auch zeitweilig als Rundfunksangerin, so- 
gar als Vokalistin mit Paul Whiteman's Orchestra tatig. 1935 
wurde sie an die Metropolitan Oper New York berufen, deren 
Mitglied sie bis 1943 blieb. Hier feierte man sie in zahlreichen 
Partien aus der italienischen und der franzosischen Opernliteratur. 
1936 studierte sie nochmals in Paris bei Mary Garden. 1936-40 
war Helen Jepson auch an der Oper von Chicago tatig. Die San- 
germ, die mit dem Flotisten George Possel verheiratet war, wirkt 
seit 1943 als Padagogin am Bergen Junior College in New York. 
Ausschliefilich Victor-Platten. 

Jerger, Alfred, Bafi-Bariton, * 9. 6. 1889 Briinn; studierte Musik- 
wissenschaft und Orchesterleitung an der Wiener Musikakademie 
bei Fuchs, Graedener und Gutheil und war seit 1913 als Operet- 
ten-Kapellmeister zuerst in Passau, dann in Winterthur und seit 
1915 am Stadttheater von Zurich tatig. Hier entdeckte man seine 
schone Stimme, und 1917 debiitierte er in Zurich als Lothario in 
Mignon von Thomas. 1919 wurde er durch Richard Strauss an 
die Staatsoper von Munchen verpflichtet, an der er bis 1921 blieb. 
1921 kam er an die Wiener Staatsoper, an der er langer als 
30 Jahre wirkte. Grofie Erfolge hatte er bei den Festspielen von 
Salzburg, in erster Linie als Mozart-Interpret. Gastierte an fuh- 
renden Operntheatern in Italien, Frankreich, England, Belgien und 



Jeritza 250 

Holland und trat aucii in Nord- und Siidamerika auf. Am i. 7. 
1933 sang er als Cast an der Dresdener Staatsoper in der Ur- 
auffiihrung der Ridiard-Strauss-Oper ^Arabella* den Mandryka. 
Der Kiinstler wirkte audi als Opernregisseur und verfalite text- 
lidie Neu-Bearbeitungen der Opern Don Pasquale* (Donizetti), 
Zwei Witwen (Smetana) sowie der Operette Die Fledermaus. 
Nach dem zweiten Weltkrieg ubernahm er voriibergehend die Lei- 
tung der Wiener Staatsoper, die er am i. 5. 1945 mit einer Vorstel- 
lung von Figaros Hodizeit eroffnete. Seine Karriere dauerte un- 
gewohnlidi lange; noch, 1959 sang er bei den Salzburger Festspielen 
eine kleine Partie in der Zauberilote. Seit 1947 Professor an 
der Wiener Musikakademie. 

Ba-Bariton von reicher Tonfulle und grofier Ausdrucksintensitat. 
Schallplatten: Poly dor, Parlophon, HMV. 

Jeritza, Maria, Sopran, * 6. 10. 1887 Briinn; eigentlich Marie Jed- 
litzka. Studierte am Konservatorium von Briinn und war dann 
Chorsangerin am Stadttheater von Briinn. 1910 trat sie als Ope- 
rettensopranistin am Mundiener Kiinstlertheater auf. Dort horte 
sie der Direktor der Wiener Volksoper, Rainer Simons, der sie fur 
sein Haus engagierte. Hier sang sie 1911 in der Urauffuhrung der 
Oper Der Kuhreigen von Kienzl die Blanchefleur. 19x2 wurde sie 
auf Veranlassung von Kaiser Franz Joseph, der sie in Bad Gastein 
gehort hatte, an die Wiener Hofoper berufen. Bald war sie die 
eigentliche Primadonna dieses Operninstitutes, wo sie grandiose 
Triumphe feierte. 1912 sang sie als Cast an der Hofoper von Stutt 
gart in der Urauffuhrung der Oper Ariadne auf Naxos von R. 
Strauss die Titelrolle. Am 10. 10. 1919 kreierte sie an der Wiener 
Staatsoper in der Urauffuhrung der Frau ohne Schatten von 
R. Strauss die Partie der Kaiserin. 19x8 kreierte sie fur Wien, 
1924 an der Metropolitan Oper New York die Titelrolle inJenufa. 
Gastspiele braditen ihr an den grofien Operntheatern in Frankreich 
und England, in Schweden und Danemark, in Rutland und in Un- 
gam Erfolge iiber Erfolge. In den Jahren 1921 32 war sie gefeiertes 
Mitglied der New Yorker Metropolitan Oper (Antrittsrolle: Marietta 
in der New Yorker Premiere der Toten Stadt von Korngold). Hier 
sang sie 1926 die Titelrolle in der Premiere von Puccinis Turan- 
dot. Bis 1935 blieb sie Mitglied der Wiener Staatsoper. In den 
dreifiiger Jahren hatte sie auch eine erfolgreiche Karriere beim 
Tonfilm. 1919 hatte sie den Freiherrn von Popper geheiratet, von 
dem sie sidi aber wieder trennte. Nach dem zweiten Weltkrieg 
trat sie fur den Wiederaufbau der kriegszerstorten Wiener Staats 
oper ein und betrat in Wohltatigkeitsveranstaltungen in New 
York und in Wien nochmals die Buhne, wobei sie begeistert ge- 
feiert wurde. Ihre Erinnerungen erschienen unter dem Titel Sun 
light and Song (New York, 1924). 

Maria Jeritza war eine der groCten Sangerpersonlichkeiten ihrer 
Zeit. Neben der Leuchtkraft ihrer Stimme bewunderte man die lei- 



251 Joken 

denschafdiche Dramatik ihres Vortrages und ihr unvergleichliches 

Buhnenspiel. 

Aufnahmen ihrer Stimme erschienen auf Pathe", Odeon und Victor. 

Jessner, Irene, Sopran, * 1909 Wien; ihr Vater war ein bekannter 
Wiener Arzt, ihre Mutter eine Sch wester des Sdirifts tellers Jakob 
Wassermann. Studium an der Wiener Musikakademie. Debiit 1930 
am Stadttheater von Teplitz als Elsa im Lohengrin. 1931 kam 
sie an das Deutsche Theater in Prag. Nachdem sie erfolgreich in 
Briinn und Miinchen gastiert hatte, wurde sie 1936 an die New 
Yorker Metropolitan Oper verpflichtet (Antrittsrolle: Hansel in 
Hansel und Gretel). Bis 1952 hatte sie an diesem Operninstitut 
groEe Erfolge; sehr popular wurde sie, als sie einmal innerhalb 
von 24 Stunden fur die erkrankte Lotte Lehmann einsprang. Sie 
gab Gastspiele in Chicago und San Francisco und am Teatro Colon 
von Buenos Aires. Lebt als Gesanglehrerin in New York. 
Die Stimme der Kiinstlerin bewaltigte ein vielseitiges Repertoire, 
das in Rollen aus dem jugendlich-dramatischen Fach gipfelte, grofie 
Richard Strauss-Interpretin. 

Schallplatten: Victor, Columbia (hier Sieglinde in einer vollstan- 
digen Aufnahme des II. Aktes der Walkure). 

Jobin, Raoul, Tenor, * 8.4.1906 Quebec (Kanada); studierte am 
Conservatoire von Paris und sang anfanglich an franzosischen 
Provinzbiihnen. 1937 wurde er Mitglied der Opera comique von 
Paris; hatte dort wie an der Grand Ope"ra groSe Erfolge. 194050 
war er an der Metropolitan Oper New York tatig (Antrittsrolle: 
des Grieux in Manon von Massenet als Partner von Grace 
Moore). Sang 1942 an der Metropolitan Oper in der Urauffuh- 
rung von Menortis ^Island God den Luca. Gastierte auch an den 
Opern von Chicago, San Francisco, Rio de Janeiro und am Teatro 
Colon von Buenos Aires. 1950 kam er nach Europa zuriick und 
war seit 1952 wieder an der Grand Opera und an der Opera 
comique von Paris erfolgreich, wo er jetzt auch die heldischen 
Rollen seines Fachs sang; man schatzte ihn zumal als Interpreter! 
des franzosischen Repertoires. 

Platten der Marken Decca (Romeo et Juliette, Alceste von 
Gluck) und Columbia (Jose" in Carmen). 

Joken, Karl, Tenor, *3. 11. 1893 Krefeld; studierte anfanglich Che- 
mie und nahm 191418 als Soldat am ersten Weltkrieg teil. Ohne 
eigentliches Gesangstudium debutierte er 1918 am Stadttheater von 
Krefeld als Manrico im Troubadour. Weitere Engagements: 1920 
bis 1923 Stadttheater Freiburg i. Br., seit 1923 Staatsoper Berlin. 
Hier hatte er sehr grofie Erfolge, 1924 wirkte er in der Berliner 
Premiere von Jandceks Jenufa mit. Bis 1934 blieb er Mitglied 
der Berliner Staatsoper. Dann wandte er sich ganz der Operette zu, 
nachdem er bereits 1930 am Metropol Theater in Berlin glanzende 
Erfolge in Millockers Bettelstudent und in der Premiere von 
Das Veilchen vom Montmartre* von Kalmdn gehabt hatte. 1930 



Jorn 252 

sang er in Amsterdam in der Flederrnaus unter Bruno Walter, 
die gleiche Auffiihrung wurde an der Coventgarden Oper London 
wiederholt. In der Spielzeit 193132 war er am Teatro Colon von 
Buenos Aires, vor allem im Buffo-Fadi, tatig. Die Karriere des San- 
gers dauerte sehr Iange,nodii956hat er am Hamburger Operetten- 
theater gesungen. 

Der im lyrischen wie im Buffo-Fach, vor allem aber als Operetten- 
Tenor bedeutende Kiinstler ist auf Flatten der Marken Polydor, 
HMV, Tri-Ergon, Brillant- Special und Ordiestrola (Duette mit 
Irene Eisinger) zu horen. 

J6rn r Karl, Tenor, * 5. i. 1873 Riga, t 19. 12. 1947 Denver (Colo 
rado); ausgebildet durch die Padagogen Schutte-Harmsen, Jacobs 
und Frau Ress in Berlin. Debut 1896 Freiburg i. Br. als Lyonel 
in Flotows Martha. Weitere Engagements : 189899 Stadttheater 
Zurich, 18991902 Opernhaus Hamburg. 190208 gefeiertes Mit- 
glied der Berliner Hofoper. Gastierte 1905-08 regelma&g an der 
Londoner Coventgarden Oper. Im Jahre 1908 folgte er einem 
Ruf an die Metropolitan Oper New York, der er bis 1914 ange- 
horte. 1914 sang er am Deutschen Opernhaus Berlin in der dor- 
tigen Premiere des Parsifal die Titelrolle. Obwohl man ihn in 
Berlin behalten wollte und sich sogar Kaiser Wilhelm II. in diese 
Bemuhungen einschaltete, ging er nach den USA zuriick. 1916 
nahm er die amerikanische Staatsbiirgerschajft an; er gab seine 
Sangerlaufbahn auf und verier durch Spekulationen sein gesam- 
tes Vermogen. Er lebte ganz vergessen als Gesanglehrer in Denver. 
Als Johanna Gadski 1928 mit der German Opera Company eine 
Nordamerika-Tournee unternahm, lud sie den Kiinstler ein, dar- 
an teilzunehmen. Darauf hatte er nochmals glanzende Erfolge, 
vor allem als Tristan. 1932 eroffnete er in New York ein Ge- 
sangsrudio, lie sich aber spater wieder in Denver nieder. Karl Jorn 
war verheiratet mit der Sopranistin Else Jorn (* 1884, Berlin). 
Ausdrucksstarke, glanzend gefuhrte Tenorstimme, zu Beginn der 
Karriere vorwiegend im lyrischen, spater im heldischen und vor- 
nehmlich im Wagner-Repertoire gefeiert. 

Zahlreiche Schallplatten auf G & T (Berlin, 190307), auf HMV, 
und auf Columbia. Auf HMV in vollstandigen Opern Faust und 
Carmen (Berlin, 1908). Ferner Edison-Zylinder und -Flatten. 

Joesten, Aga, Sopran, * 1912 (?) Remagen am Rhein; Ausbildung 
durch Otto Watrin in Koln. Begann ihre Karriere 1934 als Volon- 
tarin am Opernhaus Kohi. 1935 wurde sie als dramatische Soprani 
stin an das Stadttheater von Remscheid engagiert. 193638 sang 
sie am Stadttheater von Wuppertal, 193840 am Stadttheater von 
Essen, 1940-43 an der Staatsoper von Hamburg, 1943-55 am 
Opernhaus von Frankfurt a. M., wo sie grofie Erfolge hatte. Sie 
gab Gastspiele und Konzerte in den deutschen Musikzentren und 
sang oft am Frankfurter Rundfunk. Nach Aufgabe ihrer Karriere 
eroffnete sie ein Blumengeschaft in Frankfurt a. M, 



253 Journet 

Grofi dimensionierte, ausdrucksstarke dramatische Sopranstimme. 
Schallplatten: DGG (Venus im Tannhauser). 

Johnson, Edward, Tenor, * 22. 8. 1878 Guelph bei Toronto (Ka- 
nada), t 20. 4. 1959 Guelph; Ausbildung durch Frau von Fei- 
litsdi in New York, dann durch Vincenzo Lombardi in Florenz. 
Debiztierte 1912 unter dem Namen Eduardo Di Giovanni am 
Teatro Verdi von Padua als Titelheld in Andrea Chenier* von 
Giordano. Hatte dann groEe Erfolge in Italien, wo er audi seit 
1913 an der Mailander Scala auftrat. 1916 gastierte er am Teatro 
Colon von Buenos Aires, 1917 am Teatro Real von Madrid. 1918 
sang er am Teatro Costanzi von Rom in der dortigen Erstauf- 
fuhrung von <cGianni Schicchi* von Puccini. 191922 grofie Er 
folge an der Oper von Chicago. 192235 wirkte er dann mit den 
gleichen Erfolgen an der Metropolitan Oper New York. Er wirkte 
in den Urauffuhrungen mehrerer Opern mit: 1918 an der Scala in 
La Nave* von Montemezzi, an der Metropolitan Oper 1927 in 
The King's Henchman*, 1931 in Peter Ibbetson* beide von 
Deems Taylor , 1934 in Merry Mount* von Howard Hanson. 
1935 wurde er zum Direktor der Metropolitan Oper ernannt und 
leitete bis 1950 dieses traditionsreiche Operninstitut. Lebte seit 
1950 zuriickgezogen in seiner Geburtsstadt. 
Columbia- sowie Victor-Schallplatten. 

Jokl, Fritzi, Sopran, * 23.3.1895 Wien; wurde ausgebildet dutch 
Frau Rosenthal-Ranner in Wien. Debut 1917 am Opernhaus von 
Frankfurt a. M., wo sie bis 1922 blieb. 192223 am Landestheater 
von Darmstadt, 192325 an der Berliner Volksoper, 192526 am 
Opernhaus von Koln engagiert. 1926 kam die Kiinstlerin als Erste 
Koloratursopranistin an die Staatsoper von Munchen, wo man sie 
vor allem als Mozart-Interpretin feierte. 1928 sang sie bei den 
Festspielen von Salzburg die Despina in Cosi fan tutte, 1930 
gastierte sie an der Staatsoper von Wien, 1932 in Amsterdam als 
Konstanze in der Entfuhrung aus dem Serail*. 1933 mufite sie 
als Jiidin Deutschland verlassen. Sie hielt sich dann in Osterreich 
auf und wanderte 1938 nach Nordamerika aus, wo sie nur noch 
selten aufgetreten ist, 
Nur auf Parlophon-Platten vertreten. 

Journet/ Marcel, Bafi, * 25. 7. 1867 Grasse bei Nizza, t 9. 9. 1933 
Vittel; wurde am Conservatoire national von Paris durch Obin 
und Seghettini ausgebildet. 1893 debiitierte er am Stadttheater 
von Montpellier. 1894 hatte er seine ersten grofien Erfolge an 
der Oper von Briissel. Dann sang er an der Grand Ope"ra von 
Paris. Nach Gastspielen an der Londoner Coventgarden Oper 
wurde er im Jahre 1900 an die New Yorker Metropolitan Oper 
berufen, an der er bis 1908 seine Triumphe feierte. Dann kehrte 
er nach Frankreich zuriick und eilte in den folgenden 25 Jahren 
an den beiden grofien Opernhausern von Paris, in Bnissel und 
Monte Carlo, vor allem aber an der Mailander Scala, von Erfolg 



Judi 254 

zu Erfolg. Am i. 5. 1924 sang er an der Scala in der Urauffuh- 
rung von Boitos nachgelassener Oper Nerone unter Toscanini 
die Partie des Simon Mago. Seine Karriere dauerte sehr lange, 
so dafi er praktisch bis kurz vor seinem Tode aufgetreten ist. 
Einer der bedeutendsten Bassisten seiner Zeit; meisterte ein Re 
pertoire von iiber 60 Partien aus der franzdsischen Opernlite- 
ratur, dazu das gesamte Wagner-Repertoire und 27 italienische 
Partien (Glanzrolle: Mephisto im Faust); grandioser Dar- 
steller. 

Sang Victor-Flatten, teilweise mit Caruso, ferner Aufnahmen auf 
Columbia, Path (u. a. vollstandige Romeo et Juliette*), HMV 
(noch 1932 vollstandiger Faust). 

Judi, Emma, Sopran, * 4. 7. 1863 Wien, t 6. 3. 939 New York; ihr 
Vater war Osterreicher, hatte aber die amerikanische Staatsbiirger- 
schaft angenommen. Ausbildung durchMme Murio-Celli in Detroit. 
Debut 1881 als Mitglied der Mapleson Truppe im Her Majesty's 
Theatre in London als Philine in Mignon von Thomas. Im glei- 
chen Jahre sang sie an der New Yorker Academy of Music. 1881 
bis 1886 war sie bei der von Mapleson geleiteten American Opera 
Company engagiert. Der Versuch, sie an die New Yorker Metro 
politan Oper zu verpflichten, scheiterte an den Kontrakten, die sie 
mit der American Company abgeschlossen hatte. 1888-91 bereiste 
sie mit einer eigenen Opemtruppe die USA und Mexiko. Spater 
war sie noch als Konzertsopranistin tatig, letztmalig beim New 
Yorker Sangerfest von 1894. 1905 heiratete sie den Rechtsanwalt 
Francis L. Wellman, von dem sie sich jedoch 1911 wieder trennte. 
1904 liejS sie, nachdem sie ihre Karriere bereits seit zehn Jahren 
aufgegeben hatte, drei interessante Platten bei Victor aufnehmen, 
die zu den grofiten Raritaten gehoren. 

Jungkurth, Hedwig, Sopran, * 22. 6. 1900 Darmstadt. Debiitierte 
1921 an der Staatsoper Stuttgart, an der sie bis 1925 Partien aus 
dem Fach der Soubrette sang. 1925-30 sang sie an der Staatsoper 
Berlin. 1931 unternahm sie mit der German Opera Company eine 
Nordamerika-Tournee, wobei sie grofie Erfolge als Nuri in d' Al 
berts Tiefland mit Johanna Gadski als Partnerin hatte. In den 
dreifiiger Jahren wirkte sie als Konzertsopranistin und trat oft im 
deutschen Rundfunk auf. Wahrend des zweiten Weltkrieges gab sie 
Konzerte vor deutschen Soldaten und wirkte auch im KonzertsaaL 
194142 Gastspiel-Tournee in Holland. 

Akustische Solo-Platten auf Polydor, elektrische Aufnahmen auf 
Polydor (Kurzopern) und HMV. 

Jurinac, Sena, Sopran, * 24. 10. 1921 Travnik (Jugoslawien) ; eigent- 
lich Srebrenka Jurinac, Tochter eines jugoslawischen Arztes und 
einer Wienerin. Studierte an der Musikakademie von Zagreb und 
bei Milka Kostrencic. Debiitierte 1942 am Opernhaus von Zagreb 
als Mimi in La Boheme. 1944 an die Staatsoper von Wien ver- 
pflichtet, konnte dort aber erst 1945 in der ersten Opernvorstel- 



255 



lung nadi Kriegsende als Cherubino in ^Figaros Hochzeit* debii- 
tieren. Bald hatte sie in Wien und bei Gastspielen in den Zentren 
des internationalen Musiklebens gro'Ste Erfolge zu verzeichnen. 
Sie sang bei den Festspielen von Salzburg, Edinburgh, Glynde- 
bourne und Florenz und beim Holland Festival; an der Mailan- 
der Scala, an der Coventgarden Oper von London, am Teatro 
Colon von Buenos Aires und nidit zuletzt an der Metropolitan 
Oper New York wurde sie begeistert empfangen. 1953 heiratete 
sie den Bariton Sesto Eruscantini. Man bewunderte sie in erster 
Linie als Mozart-Interpretin und als Octavian im Rosenkava- 
lier, den sie auch 1960 bei der Eroffnung des neuen Festspiel- 
hauses in Salzburg sang, aber auch in vielen anderen Opernpartien; 
dazu ist sie eine hochgeschatzte Konzertsopranistin. 
Prachtvoll gebildete, in der Kunst ihrer Phrasierung und der edlen 
Naturlichkeit des Vortrages immer wieder bewunderte Sopran- 
stimme. 

Schallplatten: HMV, Vox, Westminster, Philips, RCA, Decca, dar- 
unter mehrere vollstandige Opern (Fidelio, ^Figaros Hochzeit, 
Don Giovanni*, ^Zauberflote*, Idomeneo, Rosenkavalier, 
Ariadne auf Naxos). 

Jurjewskaja, Zinaida, Sopran, ^1896 (?) in Rutland, 1 3. 8. 1925 
Andermatt (Sdiweiz); verliefi mlt ihrer Familie nadi der Oktober- 
revolution von 1917 Rufiland, studierte in Berlin und debiitierte 
1922 an der Berliner Staatsoper in Der goldene Hahn von 
Rimsky-Korssakow. Hatte an der Staatsoper Berlin bedeutende Er 
folge; 1924 sang sie hier die Titelrolle in der Premiere der Oper 
Jenufa von Jandcek. 1925 gastierte sie mit dem Ensemble dieses 
Opernhauses in Amsterdam als Sophie im Rosenkavalier. Wah- 
rend eines Urlaubes in der Sdiweiz nahm sie in einem Anfall von 
Schwermut Gift und stiirzte sich in einen Gletscherbach. 
Die Stimme der Sangerin wurde durdi die souverane Beherrschung 
der Gesangtechnik ebenso ausgezeichnet wie durch ihre feinsinnige 
Ausdruckskunst. 

Trotz der Kiirze ihrer Karriere sang sie Flatten auf Parlophon 
(Jenufa), Polydor und Homodiord. 

Juyol, Suzanne, Sopran, * 1. 1. 1920 Paris, ausgebildet am Conser 
vatoire national von Paris. Debiitierte 1942 an der Opera comi- 
que von Paris, wo sie dann als Carmen glanzende Erfolge er- 
zielte. Seit 1945 war sie dazu Mitglied der Pariser Grand Ope*ra. 
Sie wandte sich seither auch dem Wagner-Fach zu und sang 1948 
an der Grand Opera die Isolde im Tnstan. Gastierte 1950 an 
der Oper von Monte Carlo als Kundry im Parsifal, 1951 an der 
Sta'dtischen Oper Berlin als Briinnhilde im Ring-Zyklus und als 
Isolde. Weitere Gastspiele und Konzerte in Spanien, Belgien und 
in der Sdiweiz. 

Eine der bedeutendsten franzosischen dramatischen Sopranstimmen 
ihrer Zeit. 



Kaart 256 

Aufnahmen auf HMV, Decca (vollstandige Carmen) und Urania 
(vollstandiger Werther]. 

Kaart, Hans, Tenor, * 10. 5. 1920 Haag, 1 18. 6. 1963 Lugano (nach 
einer Ohrenoperation) ; eigentlich Johannes Jansen. Er entstammte 
einer alten Schauspielerfamilie und wurde zuerst selbst Sdiauspie- 
ler. Nach dem zweiten Weltkrieg entdeckte er seine Stimme und 
studierte bei Johanna Seghers-de Beijl im Haag, bei Fred Husler 
in Detmold und in Italien. 1956 Debut am Staatstheater von Karls 
ruhe. 1957 sang er an der Niederlandischen Oper in Amsterdam 
den Canio im Bajazzo. Seit 1958 grofie Erfolge an der Covent- 
garden Oper London, vor allem als Kalaf in Turandot, als Canio, 
als Radames in Aida und als Jose in Carmen. Seit 1960 war 
er an der Deutschen Oper am Rhein in Dusseldorf-Duisburg enga- 
giert, wo er ebenfalls sehr erfolgreich war. 1962 sang er an der 
Oper von Chicago den Samson in Samson und Dalila von Saint- 
Saens. Er war verheiratet mit der schottischen Mezzosopranistin 
Caroline Raitt. 
Sdiallplatten: HMV, darunter einige Duette mit seiner Gattin. 

Kalenberg, Josef, Tenor, * 7. 1. 1886 Koln-Ehrenfeld, t 8. 11. 1962 
Wien; wurde zunachst Elektromechaniker, begann mit 20 Jahren 
das Gesangstudium am Konservatorium von Kb'ln. Debiitierte 1911 
am Opernhaus von Koln als Turiddu in Cavalleria rusticana. 
191216 wirkte er am Stadttheater von Krefeld. 191921 gehorte 
er dem Stadttheater von Barmen an, 192125 dem Opernhaus von 
Diisseldorf und 192527 dem Kolner Opernhaus. Ein Gastspiel an 
der Wiener Staatsoper 1927 als Parsifal fuhrte zu seiner Verpflich- 
tung an dieses Opeminstitut, dessen Mitglied er bis 1942 blieb. 
GroEe Erfolge bei den Festspielen von Salzburg, bei denen er in 
den Jahren 192836 standig auftrat, u. a. 1935 als Tristan unter 
Toscanini. Gastspiele brachten ihm an den fuhrenden Biihnen in 
Deutschland, Frankreich, Italien und England bedeutende Erfolge. 
Gastierte noch sehr lange, sogar noch 1949, als er an der Wiener 
Volksoper den Tristan sang. Lebte zuletzt in Wien. 
Kraftvoll gefuhrter, ausdrucksstarker Tenor; bewahrte sich in 
einem Repertoire von 120 Partien. 
Sdiallplatten: Polydor, Vox, HMV, Kristall. 

Kalter, Sabine, Alt, * 28.3.1889 Jaroslau (Galizien), t 1.9.1957 
London; eigentlidi Sabine Aufrichtig. Nadi ihrem Studium an der 
Wiener Musikakademie debiitierte sie 1913 an der Volksoper in 
Wien. 1915 wurde sie an die Oper von Hamburg verpflichtet, an 
der sie bis 1933 als Erste Altistin blieb. Gastierte an den grojSen 
deutschen Opernbiihnen und in Holland. 1933 mufite sie als Judin 
Deutschland verlassen und ging nach England. Dort hatte sie 
groiSe Erfolge an der Coventgarden Oper von London, namentlich 
1936 als Brangane im Tristan zusammen mit der beriihmten 
Sopranistin Kirsten Flagstad. 1939 gab sie ihre Biihnenlaufbahn 
auf, arbeitete aber weiter als Konzert- Altistin und als Padagogin 



257 Kaschmann 

in London. 1950 sang sie nochmals in Hamburg in einem Rund- 

funk-Konzert. 

Schallplatten der Marken Odeon. 

Kandl, Eduard, Ba,* 2. i. 1876; begann seine Biihnenlaufbahn 1904 
am Stadttheater von Niirnberg; war dann welter engagiert: 1905 
bis 1906 am Stadttheater von St. Gallen, 190612 am Stadtthea 
ter von Kiel, endlich 191244 am Deutschen Opernhaus Berlin. Er 
erlangte als BaS-Buffo internationalen Ruf. Man schatzte ihn 
namentlich als Interpreten von Buffo-RoUen in den Opern von 
Lortzing. Gastierte 1931 und 1939 an der Staatsoper von Wien, 
1929 im Haag und nodi 1941 in Amsterdam (als Beckmesser in 
den Meistersmgern). Lebt in Herrsching am Ammersee. 
Schallplatten auf Vox und Polydor (hier Opern in Kurzfassung). 

Kappel, Gertrude, Sopran, * 1.9. 1884 Halle/Saale; studierte am 
Konservatorium in Leipzig, wechselte wahrend des Studiums vom 
Alt- ins Sopranfadi. Debiitierte 1903 als Leonore im Fidelio am 
Opernhaus von Hannover, an dem sie bis 1924 blieb. Ihre Stimme 
wandelte sich bald zum hochdramatischen Sopran, sie erlangte vor 
allem auf dem Gebiet des Wagner-Gesanges groBen Ruf. 192429 

fehorte sie der Staatsoper Wien an, wo sie sehr beliebt war, 1929 
is 1932 an der Staatsoper von Miinchen engagiert. Gastspiele 
brachten ihr namentlidi als Wagner-Sopranistin groiSe Erfolge. Sie 
gastierte an der Londoner Coventgarden Oper, in Berlin, Hamburg 
und Amsterdam. 192736 war sie Mitglied der Metropolitan Oper 
New York. 

Prachtvolle, pastose Stimme, deren Ausdrucksdramatik namentlidi 
in Partien wie der Brunnhilde oder der Isolde bewundert wurde. 
Sdiallplatten- Aufnahmen auf Favorit (Hannover, 1908) und auf 
Polydor. 

Kaschmann, Giuseppe, Bariton,* 14. 7. 1850 Lussimpiccolo (Istrien), 
1 7. 2. 1925 Rom; studierte zuerst Rechtswissenschaften an der Uni- 
versitat von Padua, dann Gesang bei Alberto Giovanni in Mai- 
land. Debutierte 1876 am Teatro Regio von Turin als Alfonso 
in La Favorita von Donizetti. 187982 harte er grofie Erfolge 
in Spanien und Portugal, zumal am Teatro Real von Madrid und 
am Teatro San Carlos von Lissabon. In Italien feierte man ihn 
an der Mailander Scala, am Teatro Costanzi in Rom und an vielen 
anderen grofien Biihnen. 1883 kam er an die New Yorker Metro 
politan Oper, wo man ihn vor allem als Enrico in Lucia di 
Lammermoor bewunderte. Gastierte ferner an der Coventgarden 
Oper London, an den Opern von St. Petersburg und Warschau, 
in Monte Carlo und Kairo, am Teatro Colon von Buenos Aires 
und an der Oper von Rio de Janeiro. Bei den Festspielen von 
Bayreuth 189496 sang er den Wolfram im Tannhauser und 
den Amfortas im Parsifal. Im Jahre 1922 verabschiedete er sich 
im Teatro Quirino von Rom von der Biihne. Lebte damals bereits 
seit langem als Padagoge in Rom. 



Kasdiowska 



258 



Baritonstimme von groEer Tonfiille; auf der Biihne im klassisdien 
wie im Wagner-Repertoire geschatzt, im Konzertsaal als SoHst in 
den Oratorien von Perosi. 

Einige sehr seltene Flatten auf G & T (Mailand, 1903) und unver- 
6'ffentlichte Titel auf Edison Diamond. 

Kasdiowska/ Felicie, Sopran, * 12. 5. 1872 Warschau, t 1951 Kra- 
kau; mit 15 Jahren wurde ihre Stimme durch den beriihmten Tenor 
Tamberlick entdeckt. Sie studierte darauf bei Troschel in Warsdiau, 
am Wiener Konservatorium bei Joseph Gansbacher und in Paris 
bei Jean de Reszke. Mit 16 Jahren gab sie ihr erstes Konzert in 
Warschau und debiitierte wenig spater an der Oper von Warsdiau 
als Alice in Robert le Diable von Meyerbeer. Nodi 1888 wurde 
sie an die Metropolitan Oper New York verpflichtet, an der sie 
zwei Jahre blieb und hauptsachlich als Wagner-Sangerin erfolg- 
reidi war. Sie gastierte audi in St. Louis, Boston und Buffalo und 
sang mit den grolSen amerikanischen Orchestern zusammen. 1893 
wurde sie an die Nationaloper von Budapest engagiert, sang dann 
an den Opernhausern von Breslau, Diisseldorf und Leipzig und seit 
1897 am Hoftheater von Darmstadt. Spater war sie am Hoftheater 
von Karlsruhe tatig, sang aber in der Saison 1908-09 nochmals 
an der Metropolitan Oper. Nach Beendigung ihrer Karriere lebte 
sie lange als gesudite Padagogin in Wien, zuletzt in Polen. 
Voluminose, dramatische Sopranstimme, vor allem im Wagner- 
gesang geschatzt. 

Ihre Flatten sind selten; es existiert nur eine Solo-Platte auf An 
ker (1912), einige Aufnahmen sind auf Pathe* zu finden; 1921 
sang sie zusammen mit Frieda Hempel zwei Duette auf Polydor. 

Kase, Alfred, Bariton, *28. 10. 1877 Stettin, 1 11. 1. 1945 Leipzig; 
Studium an der Miinchener Akademie der Tonkunst bei Emanuel 
Kroupa. Debiit 1902 am Hoftheater von Kassel, wo er bis 1907 
blieb. 1907-20 grofie Erfolge an der Oper von Leipzig, an der 
er spater nodi oft gastierte. 190813 wirkte er bei den Kolner 
Festspielen mit, 1910 sang er an der Berliner Hofoper im Liebes- 
trank* als Partner von Enrico Caruso und Frieda Hempel, 1911 
Gastspiel an der Wiener Hofoper. Zuletzt Padagoge in Leipzig. 
Sein ausdrucksvoller Bariton ist auf Odeon und Path sowie auf 
einigen kleineren Marken zu ho'ren. 

Katulskaya, Elena, Sopran, * 1888; Ausbildung am Konservatorium 
von St. Petersburg bei I. P. Prianishnikow, seit 1907 bei Natalia 
Iretzkaya. Debiitierte 1909 am Mariensky Theater, der Hofoper von 
St. Petersburg, wo sie bis 1913 sang. 191345 war sie eine gefeierte 
Sangerin am Bolschoj Theater von Moskau. Seit 1945 wirkte sie an 
dieser Buhne als Stimmenberaterin, seit 1948 Professorin am Kon 
servatorium von Moskau. 1950 erhielt sie den Stalinpreis. 
Koloratursopran von grolSem Tonumfang, audi im lyrischen Reper 
toire erfolgreich. 
Schallplatten der staatlichen sowjetrussisdien Produktion. 



259 Kesteren 

Kemp, Barbara, Sopran, * 12. 12. 1881 Kochem an der Mosel, f 17. 
4. 1959 Berlin; studierte 190205 am Konservatorium von Strafi- 
burg, war aber bereits seit 1903 als Volontarin am Stadttheater 
von Strafiburg engagiert. Sang 1906-08 am Stadttheater von Ro 
stock, 1909-13 am Opernhaus von Breslau. In Breslau heiratete sie 
den Arzt Dr. Mickley, von dem sie sidi spater wieder trennte. 
1913 wurde sie an die Berliner Hofoper verpflichtet, an der sie 
eine triumphale Karriere hatte. Bei den Festspielen von Bayreuth 
sang sie 1914 die Senta im Fliegenden Hollander*, 192427 die 
Kundry im Parsifal>. Nach dem ersten Weltkrieg hatte sie bei 
Gastspielen glanzende Erfolge: 192227 gastierte sie regelmaig 
an der Staatsoper von Wien, 192224 war sie an der Metropolitan 
Oper New York tatig (Antrittsrolle: Mona Lisa in der gleichnami- 
gen Oper Max von Schillings); sie sang weiter im Haag und in 
Amsterdam, in Budapest und Prag, in Munschen, Dresden und 
Hamburg. 1923 heiratete sie in zweiter Ehe den Dirigenten Max 
von Schillings, der 191925 als Generalintendant die Berliner 
Staatsoper leitete. 1932 gab die Kunstlerin ihre Karriere auf und 
lebte seither als Gesangslehrerin in Berlin. 

Hochmusikalische, dramatische Sopranstimme, im Wagner-Fach, 
aber auch in vielen anderen Partien ausgezeichnet. 
Schallplatten der Firmen Poly dor und Odeon; elektrische Aufnah- 
men auf Parlophon und HMV. 

Kern, Adele, Sopran, * 25. 11. 1901 Munchen; Ausbildung in Miin- 
chen, Debut bereits 1924 an der Staatsoper von Miinchen als 
Olympia in Hofrmanns Erzahlungen*. Bis 1926 an der Munche- 
ner Oper engagiert, 1926-27 an der Oper von Frankfurt a. M. 
Nach einer Sudamerika-Tournee 1927 wurde sie 1928 wieder an 
die Staatsoper von Miinchen verpflichtet. Bekannt wurde die 
Kunstlerin vor allem durch ihr Auftreten bei den Festspielen von 
Salzburg in Partien wie der Susanna in Figaros Hochzeit*, der 
Zerline im Don Giovanni*, der Despina in Cosi fan tutte und 
der Sophie im Rosenkavalier>. Gastspiele fuhrten sie an die Lon 
doner Coventgarden Oper, an die Mailander Scala, an die Oper 
von Rom, an die Staatsopern von Berlin und Wien. Sehr erfolg- 
reich verlief eine Agypten-Tournee. 1935-37 war Adele Kern Mit- 
glied der Berliner Staatsoper, kam aber 1938 wieder nach Miinchen 
zuriick, wo sie iiberaus beliebt war; 1947 gab sie ihre Karriere 
auf. 

Koloratursopran von silberheller Klangtonung und ungewohnlicher 
Brillanz des Vortrages. 

Ihre Stimme ist auf Parlophon-, Polydor- und Vox-Flatten (hier 
vollstandiger Rosenkavalier, 1940) erhalten. 

Kesteren, John van, Tenor, * 1921 Den Haag; Studium am Konser 
vatorium im Haag u. a. bei Lothar Wallerstein. Debiit 1947 in 
Scheveningen als italienischer Sanger im cRosenkavalier. Er sang 
dann in Holland bei Operettengesellschaften, im Rundfunk und an 



Kiepura 260 

der Oper von Utrecht. Nach weiterem Studium bei Vera Schwarz 
in Salzburg kam er 1951 an die Komische Oper Berlin. 1953 wurde 
er an die Stadtische Oper Berlin verpflichtet, seit 1958 Erster lyri- 
scher Tenor am Theater am Gartnerplatz in Miinchen. Erfolgreidier 
Konzert-Tenor. 1965 wirkte er bei den Salzburger Festspielen mit. 
Rein lyrische Tenorstimme. 

Schallplatten : MMS (Belmonte in Entfuhrung aus dem Serail*), 
Heliodor, Ariola (Postillon von Lonjumeau). 

Kiepura, Jan, Tenor, * 16.5.1902 Sosnowiece (Polen); studierte 
zuerst Volkswirtschaft, dann Gesang in Warschau. Debut 1924 an 
der Oper von Lemberg als Faust von Gounod. Nachdem er an den 
Opernhausern von Warschau und Posen gesungen hatte, gastierte 
er 1926 mit glanzendem Erfolg an der Wiener Staatsoper, wo er 
bis 1928 auftrat. Es folgten Gastspiele an der Mailander Scala, an 
der Opera comique von Paris, an der Staatsoper von Berlin, am 
Teatro Colon von Buenos Aires und an der Oper von Chicago. In 
den dreifiiger Jahren wandte der Kiinstler sich dann mehr und 
mehr dem Tonfilm zu, zuerst in Deutschland, spater im amerika- 
nischen Filmzentrum Hollywood. Dabei trat er oft zusammen mit 
seiner Gattin, der Sopranistin Martha Eggerth (* 1912), auf, die 
er 1936 geheiratet hatte. 193842 war er an der New Yorker Me 
tropolitan Oper tatig (Antrittsrolle: Rudolf in La Bohme). 
Dann gastierte er an amerikanischen Opern- und Operettenthea- 
tern, sang in Filmen und trat drei Jahre lang in einer Inszenie- 
rung von Lehdrs Lustiger Witwe am New Yorker Broadway auf. 
Schallplatten: Odeon, Parlophon, Columbia. 

Kindermann, Lydia, Alt, * 1891 in Westpreufien, t Januar 1954 
Warschau; sie begann ihre Karriere in den zwanziger Jahren an der 
Staatsoper von Stuttgart und hatte dann 192833 an der Berliner 
Staatsoper bedeutende Erfolge. Beruhmter noch wurde sie als Kon- 
zert-Altistin. Oft sang sie in Holland zusammen mit dem Concert- 
gebouw Orchester unter Willem Mengelberg. Als Jiidin verliejS sie 
1933 Deutschland und war 193438 am Deutschen Theater Prag 
engagiert. 1938 emigrierte sie nach Siidamerika. Hier hatte sie eine 
erfolgreiche Karriere am Teatro Col6n von Buenos Aires, dem sie 
bis 1948 angehorte. Seitdem lebte sie als Padagogin in ihrer pol- 
nischen Heimat. 

Von der Stimme der Kiinstlerin existieren nur drei Aufnahmen auf 
HMV, alles Ensembleszenen. 

IGpnis, Alexander, Bafi, * i. 2. 1891 Shitomir in der Ukraine; sollte 
zunachst die kaufmannische Laufbahn einschlagen, studierte dann 
jedoch Gesang an den Konservatorien von Warschau und Berlin. 
In Berlin wurde er vom ersten Weltkrieg uberrascht und als Russe 
interniert. Wieder freigelassen, debiitierte er 1916 an der Oper von 
Hamburg. 1916-18 sang er am Hoftheater von Wiesbaden, 1919 
bis 1930 am Deutschen Opernhaus Berlin-Charlottenburg. Durch 
Gastspiele und Konzertreisen wurde er international beriihmt. 



261 Kirdiner 

1923 bereiste er mit der German Opera Company Nordamerika, 
192432 sang er regelmajSig an der Oper von Chicago; gastierte 
weiter an der Mailander Scala, an der Grand Ope*ra von Paris, am 
Teatro Colon von Buenos Aires, an den Staatsopern von Wien 
und Miinchen. 193235 war er der Erste Bassist der Berliner 
Staatsoper. 192433 hatte er groSe Erfolge bei den Festspielen von 
Bayreuth; bei den Salzburger Festspielen bewunderte man vor 
allem seinen Sarastro in der Zauberfl6te. Konzert-Tourneen tru- 
gen dem Kiinstler in Deutschland und England, in Nord- und Sxid- 
amerika, in Australien und Neuseeland triumphale Erfolge ein. 
1940 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen (An- 
trittspartie : Gurnemanz im Parsifal), bis 1952 blieb er gefeier- 
tes Mitglied dieses Operninstitutes; lebt auf seinem Landsitz in 
Westport (Connecticut) und unterrichtet am New York College 
of Music. 

Prachtvoll gebildete, voluminose Bafistimme, besonders im russi- 
schen Repertoire (Boris Godunow), aber audi in vielen anderen 
Partien, merit zuletzt auch wegen seiner grandiosen Schauspiel- 
kunst bewundert. 

Sang auf Homochord, Polydor, Columbia, HMV (Wolf Society) 
sowie auf RCA (Boris Godunow*); es existieren auch Privatauf- 
nahmen von Auffuhrungen in der Metropolitan Oper. 

Kirdihoff, Walter, Tenor, * 17. 3. 1879 Berlin, t 26. 3. 1951 Wies 
baden. Wurde zunachst Kavallerie-Offizier, studierte dann auf 
Veranlassung des Intendanten der Berliner Hofoper, Grafen von 
Hiilsen, in Berlin bei Eugen Robert Weiss und bei Lilli Lehmann 
und zuletzt in Mailand. Debutierte 1906 an der Hofoper Berlin als 
Faust von Gounod. Blieb bis 1920 Mitglied der Berliner Hofoper 
und wurde namentlich als Wagner-Interpret bekannt. Bei den Bay- 
reuther Festspielen der Jahre 191114 feierte man ihn als Walther 
in den Meistersmgern und als Parsifal. Meldete sich bei Aus- 
brucb des ersten Weltkrieges freiwillig zur Truppe und wurde per- 
sonlicher Adjutant des deutsdien Kronprinzen. Gastspiele trugen 
ihm nach Beendigung des Krieges grofite Erfolge ein; so war er 
an der Coventgarden Oper von London, an der Pariser Grand 
Opera, am Teatro Col6n von Buenos Aires, in Rio de Janeiro, Am 
sterdam und Briissel zu Cast. 192728 bewunderte man ihn an der 
Staatsoper von Wien, 1929 gastierte er mit einem deutschen En 
semble unter von Hoesslin in Paris. 192631 gehorte er der Metro 
politan Oper New York an; lebte nach Abschlufi seiner Karriere 
als Padagoge in Berlin. 

Kraftvolle Tenorstimme, vor allem im Wagner-Gesang ausgezeich- 
net. 

Sang Flatten der Firmen Pathe", HMV, Odeon (II. Akt Tannhau- 
ser, 1908); elektrische Flatten auf Pathe (Paris, 1930) und Par- 
lophon. 

Kirdiner, Alexander, Tenor, * 1880 Wien; Gesangstudium bei Adolf 



Kirkby-Lunn __ 26z 

Robinson in Briinn und bei Amalie Materna in Wien. Debutierte 
1909 an der Wiener Hofoper als des Grieux in Massenets Ma- 
non. Von Wien aus ging er fur die Saison 1911-12 an die Konig- 
liche Oper Stockholm, 1913-14 sang er am Deutschen Opemhaus 
Berlin, 1915-35 an der Berliner Hofoper, der nadimaligen Staats- 
oper Berlin. 1914 gastierte er bei den Bayreuther Festspielen als 
Erik im Fliegenden Hollander*, weitere Gastspiele in London, in 
Holland, in der Schweiz, in Paris und Wien. 

Die lyrisch-dramatische Stimme des Kiinstlers 1st auf akustischen 
Aufnahmen der Marken Pathe, Homodiord und Polyphon sowie 
durch elektrische Homodiord-Aufnahmen uberliefert. 

Kirkby-Lunn, Louise, Alt, * 8. 11. 1873 Manchester, t 17. 2. 1930 
St. John's Wood; Ausbildung dtirdi Greenwood und Alberto An 
tonio Visetti in London. 1893 Konzertdebiit in London; sang dann 
an Harris Operntheatern und bei der Carl Rosa Company. Nadi 
ihrer Heirat im Jahre 1899 gab sie zunadist ihre Karriere auf, be- 
trat aber 1901 in London wieder die Biihne. 1902 wurde sie an die 
New Yorker Metropolitan Oper berufen (Antrittsrolle: Ortrud im 
Lohengrin). Blieb wahrend zwei Spielzeiten an dieser Oper und 
unternahm 1904 eine Amerika-Totirnee mit der Savage Opera 
Company, bei der sie die Kundry im Parsifal sang. 190608 er- 
neut Mitglied der Metropolitan Oper. RegelmaJBig gastierte die 
Kiinsderin an der Coventgarden Oper von London; hier kreierte 
sie 1909 in der englischen Erstauffiihrung von Samson et Da- 
lila von Saint-Saens die Rolle der Dalila. Grofie Erfolge hatte sie 
bei einem Gastspiel in Budapest sowie als Konzert-Altistin in Eng 
land und Nordamerika. 1919 sang sie nodimals an der Covent 
garden Oper die Amneris in Aida und gab danach nur nodh 
einige Konzerte; spater Padagogin in London. 
Sdiallplatten: G & T (London, 1901), Columbia, HMV, Path^. 

Kirsten, Dorothy, Sopran, * 1917 Montclair bei New York, zuerst 
Telefonistin, dann Gesangsrudium bei Louis Domay und Betsy 
Dornay-Culp in New York. 1938 wurde die Sopranistin Grace 
Moore auf sie aufmerksam und forderte sie seitdem in ihrer Kar 
riere. Weiter Ausbildung in Italien durch Astolfo Pescia. 1940 
sang sie in einem Konzert bei der World Fair Opera in New York. 
1940 Buhnendebut an der Oper von Chicago als Poussette in Ma- 
non> von Massenet Gastierte 1941 an der Oper von Havanna als 
Marguerite im Faust. 1942 sang sie bei der San Carlo Opera 
Company, im gleidien Jahre grofie Erfolge in New York in Lehars 
Lustiger Witwe. Nachdem sie an der New Yorker City Centre 
Opera, in San Francisco und Montreal aufgetreten war, kam sie 
1945 an die Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: Mimi 
in La Boheme). Seither Mitglied dieses Operninstitutes; gastierte 
in Sudamerika, zumal am Teatro Col6n von Buenos Aires, und 
1952 in England. 1962 Rufiland-Tournee. 
Schallplatten: RCA, Columbia. 



263 Klarwein 

Kittel, Hermine, Alt, * 1876 (?) Wien, f 4.3.1948 Wien; wurde 
zuerst Schauspielerin und debutierte 1897 in Laibadi. Kam 1898 
an das Landestheater von Graz und wurde, nachdem man ihre 
Stimme entdeckt hatte, durch Amalie Materna in Wien ausgebil- 
det. 1900 folgte sie einem Ruf an die Wiener Hofoper und ist 
dann 30 Jahre hindurdi an dieser Biihne geblieben. Zu Beginn 
ihrer Karriere wurde sie wesentlich durch Gustav Mahler gefor- 
dert. 1902 und 1908 sang sie bei den Festspielen von Bayreuth, 
wo man sie zumal als Erda im Ring-Zyklus bewunderte. Bei den 
Salzburger Festspielen trat sie 1922 und 1925 als Marzelline in 
Figaros Hochzeit* auf. Im Konzertsaal schatzte man sie vor allem 
als Interpretin des Alt-Solos in Gustav Mahlers Lied von der Er- 
de>; sie sang diese Partie u. a. 1913 in Amsterdam. 1931 gab sie 
ihre Buhnenkarriere auf und arbeitete dann in Wien als Gesang- 
lehrerin; sie war verheiratet mit dem Bariton Alexander Haydter 
(18721919), der gleichfalls an der Wiener Hofoper engagiert 
war. 

Hervorragend schone Altstimme, die ein sehr umfassendes Opern- 
wie Konzert-Repertoire beherrschte. 

Sehr viele, wertvolle Schallplatten der Marken G & T (die altesten 
Wien, 1903), Odeon und HMV. 

Kiurina, Berta, Sopran, * 1882 Linz (Donau), t 3.5.1933 Wien; 
studierte anfanglidi Klavierspiel am Konservatorium der Stadt 
Wien bei Fischhof, dann Gesang bei Geiringer. Ihr Debut erfolgte 
im Jahre 1904, bereits 1905 wurde sie an die Hofoper von Wien 
berufen, deren Mitglied sie bis 1927 geblieben ist. 1906 sang sie 
beim Salzburger Mozart-Fest den Cherubino in Figaros Hoch- 
zeit, 1927 nochmals die gleidie Partie bei den Festspielen von 
Salzburg. Gastierte an den Opernhausern von Briinn, Agram, Bel- 
grad, Budapest, Triest, Breslau und an der Stadtischen Oper Ber 
lin. 1928 wurde sie bei einem langeren Gastspiel am Teatro Colon 
von Buenos Aires gefeiert. Audi als Konzertsopranistin hatte sie 
grofie Erfolge, u. a. als Interpretin der Gurrelieder von Arnold 
Schonberg. In erster Ehe war sie mit dem Tenor Hubert Leuer 
(* 1880 Koln) verheiratet, der gleidifalls an der Wiener Hofoper 
engagiert war. 

Koloratursopran von besonderer Schonheit; man bewunderte vor 
allem die miihelose Beweglidvkeit ihrer Stimme in den hohen und 
hochsten Stimmlagen. 

Aufnahmen auf Odeon, Zonophone, Polydor, Path, Parlophon 
und Ultraphon. 

Klarwein, Franz, Tenor, * 8, 3. 1914 Garmisch (Oberbayern) ; Aus- 
bildung an den Musikhochsdiulen von Frankfurt a. M. und Berlin. 
Debiitierte 1937 als lyrischer Tenor an der Berliner Volksoper, der 
er bis 1942 angehorte. Seitdem Mitglied der Bayerisdien Staats- 
oper in Miindien. Hier sang er am 28. 10. 1942 in der Urauffuh- 
rung der Oper Capriccio von Richard Strauss. 1949 wirkte er in 



Klein 264 

Miinchen In der deutschen Erstauffuhrung von Sutermeisters Ras- 
kolnikoff* in der Titelrolle mit. 1942-43 trat er bei den Salz- 
burger Festspielen auf. 1953 gastierte er an der Coventgarden Oper 
London. Im Laufe seiner Karriere wandelte seine Stimme sich zum 
Heldentenor. So sang er 1957 beim Maggio musicale von Florenz 
den Agisth in Elektra von Richard Strauss. Er ist verheiratet 
mit der Sopranistin Sari Barabas. 

Schallplatten: wahrend des zweiten Weltkrieges Aufnahmen auf 
Imperial, spater auf Nixa, Cetra (Agisth in vollstandiger Elektra) 
und Columbia (Waffenschmied-). 

Klein, Peter, Tenor, * 25. 1. 1907 Ziindorf bei Koln; Ausbildung an 
der Musikhochschule von Koln. Debutierte 1930 am Opernhaus 
Koln und kam dann an die Operntheater Diisseldorf und Kaisers- 
lautern. 1933 wurde er an das Stadttheater Zurich engagiert und 
erregte hier in Buffo-Partien Aufsehen, namentlich als David in 
den Meistersingern. 193637 sang er nodimals am Opernhaus 
Dusseldorf, 1937-42 an der Staatsoper Hamburg. 1942 folgte er 
einem Ruf an die Wiener Staatsoper, deren Mitglied er seither 
blieb. Seit 1946 trat er wiederholt bei den Festspielen von Salzburg 
auf; bei Gastspielen hatte er an grofien europaischen Biihnen wich- 
tige Erfolge. So gastierte er 194749 und 1955 an der Londoner 
Coventgarden Open 
VortrefHicher Tenor-Buffo. 

Schallplatten : Decca (Entfuhrung aus dem Serail, Zauberfl6te, 
Rosenkavalier), Columbia (Eine Nacht in Venedig*). 

Kline, Olive, Sopran, * 1885 (?) im Staat New York; die Karriere 
der Sangerin beschrankte sich auf ein Auftreten in Kirchenkon- 
zerten und Oratorien in Nordamerika. Auf der Opernbiihne ist sie 
nie ersdiienen. 1912 wurde sie von der Victor Company als Sdiall- 
plattensangerin engagiert, und seitdem erschienen bis in die drei- 
fiiger Jahre zahlreiche Aufnahmen der Ktinstlerin, die von der 
Opernarie bis zum popularen Lied reichten. Unterhaltungslieder 
sang sie zumeist unter dem Pseudonym Alice Green. 
Unter den Flatten, die von ihr vorhanden sind und die noch in die 
elektrische Ara hineinreidien, finden sich schone Aufnahmen, die 
eine technisch vortrefflich gebildete, ausdrucks voile Sopranstimme 
prasentieren. 

Klose, Margarete, Alt, * 6. 8. 1902 Berlin; ergriff zuerst einen prak- 
tischen Beruf, liefi dann aber ihre Stimme am Klindworth-Schar- 
wenka-Konservatorium in Berlin ausbilden, u. a. bei Franz Mar- 
schalk. Debutierte 1927 am Stadttheater von Ulm, sang dann 1928 
bis 1931 am Mannheimer Nationaltheater. 1931 wurde sie an die 
Berliner Staatsoper berufen, an der sie bis 1949 glanzende Erfolge 
hatte. Sie war an vielen fuhrenden Opernhausern in aller Welt 
zu Cast: an der Mailander Scala und an der Coventgarden Oper 
London, an der Staatsoper von Wien und an den Opern von Ham 
burg, Dxesden und Miinchen,. am Teatro Col6n von Buenos Aires 



265 Kniipfer 

und an den Opern von San Francisco und Los Angeles. Bei den 

Festspielen von Bayreuth erwies sie sich als groiie Wagner-Alti- 

stin. 194958 war sie an der Stadtischen Oper Berlin verpflichtet, 

195861 wiederum an der Berliner Staatsoper. 

Umfangreiche, pastose Altstimme von seltener Spannweite des 

Ausdrucksvermogens und tiefer Musikalitat. 

Sang auf HMV, Urania, DGG; sang in vollstandiger Aufnahme 

der Walkiire die Fricka, in zwei Lohengrin-Aufnahmen die 

Ortrud sowie den Titelhelden im Orpheus* und die Maddalena 

im Rigoletto. 

Kmentt, Waldemar, Tenor, * 2. 2. 1929 Wien; wollte zuerst Pianist 
werden, studierte aber seit 1949 Gesang an der Wiener Musik- 
hochschule. Sang bereits 1950 das Tenor-Solo in einer Auffuhrung 
von Beethovens IX. Sinfonie in Wien unter Karl Bohm. 1951 
wurde er als lyrischer Tenor an die Wiener Staatsoper verpflichtet, 
deren Mitglied er seitdem geblieben ist. Seit 1958 sang er neben 
seinem Wiener Engagement auch regelma&g an der Deutschen 
Oper am Rhein Diisseldorf-Duisburg. Der Kiinstler wirkte bei den 
Festspielen von Salzburg mit und gastierte erfolgreich an der 
Mailander Scala, an der Oper von Rom, an der Wiener Volksoper, 
in Paris, Amsterdam, Briissel, Miinchen und Stuttgart. Als Konzert- 
Tenor erfolgreiche Laufbahn. 

Sehr viele Schallplatten, zumeist auf Philips und Decca (vollstan- 
dige Aufnahmen Cosi fan tutte, zweimal Salome, <cRheingold 
u. a.)- 

Knote, Heinrich, Tenor, * 26. 11. 1870 Miinchen, f 12. 1. 1953 Gar- 
misch; seine Stimme wurde durch den Kantor Emanuel Kirschner 
in Miinchen ausgebildet. Der Generalintendant der Miinchener 
Hofoper, Baron von Perfall, verpflichtete ihn fiir sein Haus, wo er 
1892 als Georg im Waffenschmied von Lortzing debiitierte. Zu 
Beginn seiner Karriere sang er Partien fur Tenor-Buffo, doch ent- 
wickelte sich seine Stimme bald zum Heldentenor, wobei er sich 
vor allem auf den Wagner-Gesang spezialisierte. 190408 war er 
ein gefeiertes Mitglied der Metropolitan Oper New York. 1908 
kam er an die Hamburger Oper, spater an das Hoftheater von 
Wiesbaden, kehrte dann aber wieder nach Miinchen zuriick, wo er 
eine besondere Popularitat besafi. 192324 Nordamerika-Tournee 
mit der German Opera Company. 1931 verabschiedete er sich an 
der Miinchener Oper als Siegfried in der gleichnamigen Wagner- 
Oper von der Biihne; lebte dann als Padagoge in Miinchen. 
Heldentenor von grower Durchschlagskraft und einer ungewb'hnli- 
chen Intensitat des Ausdrucks, in erster Linie als Wagner-Stimme 
bedeutend. 

Zahlreiche akustische Aufnahmen auf Edison-Zylindern, G & T 
(HMV), Anker; elektrische Odeon-Platten. 

Kniipfer, Paul, Bafi, * 21. 6. 1865 Halle (Saale), t 4. 11. 1920 Ber 
lin; wollte urspriinglich Medizin studieren, liefi dann aber seine 



Koenen 



266 



Stimme am Konservatorium von Sondershausen in Thiiringen bei 
dem Padagogen Gunsburg ausbilden. 1887 debutierte er am Hof- 
theater von Sondershausen und sang dann 1888-98 am Opernhaus 
von Leipzig. 1898 folgte er einem Ruf an die Hofoper von Ber 
lin, wo seine Karriere ihren Hohepunkt erreiohte. Hier wirkte er 
1904 in der ungliicklichen Urauffuhrung von Leoncavallos Ro- 
land von Berlin* mit; 1911 sang er in der Berliner Premiere des 
RosenkavaIiers die Partie des Ochs, wie er denn uberhaupt ein 
gefeierter BaS-Buffo war. In den Jahren 1901-12 trat er alljahr- 
lidx bei den Festspielen von Bayreuth auf, wo er fast alle Wagner- 
Heroen seines Stimmfadis sang. Seit 1904 gastierte der Kunstler 
sehr oft an der Londoner Coventgarden Oper. Paid Kniipfer war 
mit der dramatisdien Sopranistin Marie Knupfer-Egli (1872-1924) 
verheiratet. , 

Eine der sdionsten Bafistimmen seiner Zeit, gleioh vollendet m der 
Interpretation von seriosen wie von Buffo-Partien, ztunal im Wag- 
ner-Fach bewundert. 
Wertvolle Platten der Marten G & T (HMV). 

Koenen, Tilly, Alt, * 25. 12. 1873 Salatiga auf Java, 1 4. 1. 1941 Den 
Haag; als sie sedis Jahre alt war, kamen ihre Eltern wieder in ihre 
hoilandische Heimat zuriid. 1892 begann sie das Gesangstudium 
am Konservatorium von Amsterdam bei Cornelie van Zanten, Als 
ihre Lehrerin nadi Berlin verzog/ begleitete sie sie dorthin. 1898 
debutierte sie in einem Konzert in Berlin. Sie hatte bald grofie Er- 
folge in Deutschland wie in Holland und sang vor dem deutschen 
Kaiser und vor der Konigin Wilhelmina von Holland. Nadidem sie 
sehr erfolgreidie Konzertreisen in Mitteleuropa absolviert hatte, 
lieS sie sidi in London nieden 190910 bereiste sie Nordamerika 
und Kanada, wo sie auch als Oratoriensangerin auftrat Sie er- 
schien nidit auf der Buhne (lediglich in einer Auffuhrung von 
Gluoks -KOrpheus* in Amsterdam, die von Cornelie van Zanten 
veranstaltet wurde, sang sie die Titelrolle). 1939 kehrte sie nadi 
Holland zurudk una lebte jetzt zusammen mit ihrer alten Lehrerin 
Cornelie van Zanten. 

Tiefe Altstimme, die ihre besten Leistungen im Liedgesang ent- 
widcelte. 

Vier Titel auf G & T (London, 1907), vier auf Pathe*, einige auf 
Zonophone mit hollandischen Liecfern. 

Koth, Erika, Sopran, * 15. 9. 1927 Darmstadt; Ausbildung an der 
Musikhochschule von Darmstadt. Gewann 1947 einen vom Hessi- 
schen Rundfunk veranstalteten Gesangwettbewerb, Debutierte 
1948 am Pfalztheater Kaiserslautern als Philine in Mignon> von 
Thomas. Sang dann 195053 am Badischen Staatstheater in 
Karlsruhe. 1953 wurde sie an die Miinchener Staatsoper berufen. 
Jetzt schnelle, glanzvolle Internationale Karriere. Gastierte regel- 
mafiig an den Staatsopern von Wien und Hamburg. Seit 1955 sen- 
sationelle Erfolge bei den Festspielen von Salzburg, vor allem als 



267 Konetzni 

Konstanze in Mozarts Entftihrung. Absolvierte Gastspiele an 
der Mailander Scala, an der Coventgarden Oper London, an der 
Oper von Rom, an den Opernhausern von Hollywood, San Fran 
cisco und Budapest. 1961 triumphale RuSland-Tournee. 1965 sang 
sie bei den Festspielen von Bayreuth den Waldvogel im Sieg- 
fried*. 

Koloratursopran von hochster technisdier Virtuositat und exquisi- 
ter Klangschonheit. 
Von ihr erschienen Columbia-Flatten, Electrola, Ariola. 

Kohn, Karl-Christian, Ba, ^21.5. 1928; hatte seine ersten groSen 
Erfolge an der Deutschen Oper am Rhein Dusseldorf-Duisburg, der 
er bis 1957 angehorte. Seit 1957 Mitglied der Bayerischen Staats- 
oper Miindien. Erregte in Miinchen Aufsehen, als er in der Erofr*- 
nungsvorstellung des wiederaufgebauten Cuvillies-Theaters die 
Titelrolle in ^Figaros Hochzeit* sang. GroSe Erfolge bei Gastspie- 
len in Wien, Berlin, Hamburg und in anderen Musikzentren in 
Deutschland wie im Ausland. Vor allem als Mozart-Interpret, 
aber auch als Konzert-Bassist geschatzt. 

Seine Schallplatten erschienen bei HMV (Electrola; u. a. vollstan- 
dige Opern Freischutz, Don Giovanni*) sowie auf DGG (Don 
Giovanni*, Arabella*). 

Kolassi, Irma, Mezzosopran, * 28. 5. 1918 Athen; studierte zuerst 
Klavierspiel am Koniglichen Konservatorium von Athen und er- 
warb schon mit 16 Jahren das Diplom als Klavierlehrerin. Dann 
Ausbildung der Stimme durch Maggie Karadja in Athen, schlieiS- 
lich Schulerin der Accademia di Santa Cecilia in Rom. 194049 
wirkte sie als Padagogin am Hellenischen Konservatorium in 
Athen und begann nach dem zweiten Weltkrieg eine glanzvolle 
Karriere als Konzertsangerin, die ihr in den europaischen Musik- 
metropolen grofie Erfolge brachte. Seit 1949 lebte sie in Paris und 
ging von dort aus ihrer weltweiten Konzerttatigkeit nach. Sie sang 
in Frankreich, England, Deutschland, Holland, Belgien, Italien und 
Nordamerika. Auf der Buhne trat sie nicht in Erscheinung, hat 
aber Opern-Partien auf der Schallplatte und am Rundfunk gesun- 
gen; in erster Linie jedoch Oratorien- und Liedersangerin, wobei 
sie sich gerne der zeitgenossischen Musik widmet. 
Schallplatten: Decca. 

Konetzni, Anny, Sopran, * 12. 2. 1902 Ungarisch-WeiCkirchen; 
ausgebildet am Konservatorium der Stadt Wien und bei Jacques 
Stxickgold in Berlin. Debiitierte als Altistin 1927 am Stadttheater 
von Chemnitz, doch wandelte sich ihre Stimme dann zum hoch- 
dramatischen Sopran. Wirkte als Sopranistin 193134 an der 
Staatsoper von Berlin und folgte 1934 einem Ruf an die Wiener 
Staatsoper. Grofie Triumphe an der Mailander Scala, an der Oper 
von Rom, an der Pariser Grand Opera, an der Londoner Covent 
garden Oper, in Bnissel, Amsterdam und Buenos Aires. 193435 
war sie an der Metropolitan Oper New York engagiert. 1935 sang 



Konetzni 268 

sie bei den Sakburger Festspielen die Isolde im Tristan unter 
Toscanini, spater, alternierend mit ihrer Schwester, der Sopra- 
nistin Hilde Konetzni, die Marschallin im Rosenkavalier. 1951 
feierte man sie beim Maggio musicale von Florenz als Titelheldin 
in Elektra> von R. Strauss. Die Kiinstlerin, die mit dem Arzt 
Prof. Wiedmann verheiratet war, wurde 1954 Dozentin an der 
Wiener Musikakademie; seit 1957 lebt sie gelahmt in Wien. 
Kraftvolle, dunkel timbrierte hochdramatische Stimme. 
Wenige Telerunken-Platten; sang auf Cetra Titelrolle in Elektra. 

Konetzni, Hilde, Sopran, * 21. 3. 1905 Wien; ihre Stimme wurde 
dutch ihre altere Schwester Anny Konetzni entdeckt und am Kon- 
servatorium der Stadt Wien durdi He und Rudolf Nillius ausge- 
bildet. 1929 stand sie erstmalig am Stadttheater von Chemnitz 
als Sieglinde in der Walkure zusammen mit ihrer Schwester 
Anny auf der Biihne. Nach weiteren Studien sang sie 1931-32 am 
Stadttheater von Gablonz. 193235 am Deutschen Theater von 
Frag, sie wurde 1936 an die Wiener Staatsoper verpflichtet. Hier 
hatte sie langer als 25 Jahre eine glanzvolle Karriere. Seit 1936 
trat sie standig bei den Salzburger Festspielen auf (Donna Elvira 
im Don Giovanni*, Leonore in Fidelio, Elisabeth im Tann- 
hauser>, Marschallin im Rosenkavalier, letztere Partie alternie 
rend mit ihrer Schwester Anny Konetzni). Gastspiele fuhrten sie 
an die Mailander Scala, an die Coventgarden Oper London, an 
das Teatro Col6n von Buenos Aires und an die grofien deutschen 
Buhnen. 1937 und 1939 Tourneen durch Nordamerika. Seit 1954 
wirkte sie als Padagogin an der Musikakademie von Wien, setzte 
aber ihre Sangerlaufbahn fort. 

Prachtvolle Sopranstimme von einer besonderen Leuchtkraft des 
Timbres und einer ungewohnlichen Warme des Vortrages. 
Schallplatten der Marken Telefunken, Nixa (Elvira in vollstandi- 
gem Don Giovanni), Vox (Titelrolle in Fidelio). Sang noch 
1964 eine kleine Partie im Zigeunerbaron auf Eurodisc. 

K6nya, Sandor, Tenor, * 23.9.1923 Sarkad (Ungarn); begann das 
Gesangstudium am Konservatorium von Budapest, es wurde je- 
doch durch die Kriegswirren unterbrochen. Geriet in ein Kriegsge- 
fangenenlager in Deutschland; setzte dann seine Ausbildung am 
Konservatorium von Detmold und in Mailand fort. Debiit 1951 
am Stadttheater von Bielefeld als Turiddu in Cavalleria rustica- 
na. Sang bis 1954 in Bielefeld, 195455 am Stadttheater von 
Darmstadt und seit 1955 an der Stadtischen Oper Berlin. 1956 trat 
er bei den Edinburgher Festspielen auf, 1958 bei den Festspielen 
vonBayreuth alsTitelheld im Lohengrin. Seitdem in dieser Partie 
in Bayreuth wie an vielen grofien Buhnen in aller Welt gefeiert, 
so 1959 bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom. 
Gastierte an der Mailander Scala und an der Grand Opera von 
Paris, an den Opern von Rom und Budapest und an den grofien 
deutschen Buhnen. 1960 an der Oper von San Francisco bewun- 



^9 Korsoff 

dert; Konzert-Tourneen fiihrten ihn durch Spanien, Portugal und 
Nordamerika. 1961 wurde er an die Metropolitan Oper New York 
verpfliditet. 

Kraftvoll gefuhrte Tenorstimme von strahlendem Glanz. 
Sang auf DGG (La Boheme. Madame Butterfly*, Tosca) und 
RCA (Fledermaus). 

Korjtis, Miliza, Sopran, * 18. 8. 1912 Warschau (?); verbrachte an- 
geblich ^ihre Jugend in Kiew und trat mit 17 Jahren in Lettland 
erstmalig als Konzertsangerin auf. (Es ist jedoch als sidier anzu- 
sehen, daS sie in einer schwedischen Ansiedlung im amerikani- 
sdien Staat Wisconsin geboren ist und spater zur Gesangausbil- 
dung nach Europa kam.) 1932 unternahm sie eine Tournee durch 
die skandinavischen Lander. Sie wurde dann durdi Max von Sdiil- 
lings an die Berliner Staatsoper eingeladen, wo sie seit 1933 er- 
folgreich gastierte. War weiter an den grofien europaischen Opern- 
theatern, u. a. an der Wiener Staatsoper, in Paris, Briissel und 
Stockholm zu Cast, wurde aber mehr als Konzertsangerin bekannt. 
1936 ging sie nach Nordamerika; hier wirkte sie vor allem beim 
Tonfilm, wo sie groSte Erfolge hatte (The Great Waltz*) sie 
gab nur nodi einzelne Gastspiele und Konzerte. 
Tedmisch brillant gefiihrter Koloratursopran, der eine ungewohn- 
liche Tonhohe aufzuweisen hatte; neben ihrem Opernrepertoire 
zumal in der Interpretation von Koloratur-Kanzonen ausgezeidinet 
Sang auf HMV und RCA. 

Korolewicz-\Vayda r Janina, Sopran, * 1875 Warschau, f 1957 Kra- 
kau; Ausbildung am Konservatorium von Lemberg bei Walerij 
Wysocki und A. Myszuga. Debiitierte 1893 an der Oper von War 
schau und hatte bald grofie Erfolge. Anfanglich sang sie Partien 
fur Koloratursopran, wandte sich aber spater dem lyrisdien und 
dem dramatischen Fach zu. Sie gastierte 1904 und 1906 an der 
Londoner Coventgarden Oper, ferner an der Mailander Scala, in 
Venedig, Lissabon, Madrid, Budapest, Moskau, Chicago und Bo 
ston. 1911 Australien-Tournee mit einer Operntruppe, die Nellie 
Melba zusammengestellt hatte. Wahrend des ersten Weltkrieges 
sang sie in Polen und leitete dort 191725 als Direktorin die Oper 
von Warschau. Dann lebte sie einige Jahre in Nordamerika, wurde 
aber 1934-37 abermals Direktorin der Warschauer Oper. Bei ihren 
Auslandsgastspielen sang sie meist unter dem Namen Giannina 
Wayda. 

Ihre iippige, ausdrucksvolle Stimme ist auf sehr seltenen Flatten 
der Marken G & T, Syrena, Nicole (London, 1904) und HMV 
(Warschau, 1908) zu horen. 

Korsoff, Lucette, Sopran, * i. 2. 1876 Genua, t 14. 2. 1955 Briis 
sel; in Italien als Tochter russischer Eltern geboren. Ihr Vater 
bereiste als Impresario mit einer Operntruppe Rutland; in einer 
Vorstellung dieser Truppe stand die Kiinstlerin 1892 in St. Peters 
burg in La serva padrona* von Pergolesi erstmals auf der Biihne. 



Koshetz 270 

Dann Gesangstudium bei Fre'de'ric Boyer in Paris. Offizielles 
Debut 1901 am Opernhaus von Toulouse. Nadi einer Agypten- 
Tournee kam sie 1903 an die Oper von Briissel, wo sie sehr er- 
folgreich war; sang Her 1905 die Marie in der Erstaufftihrung 
von Smetanas Verkaufter Braut*. 1905-08 an der Opera comique 
von Paris, vor allem als Konigin der Nadit in der Zauberflote 
gefeiert. 190810 wieder an der Oper von Briissel tatig. Reiste 
dann nadi Nordamerika, wo sie an der Oper von New Orleans 
auftrat; 1912 gab sie mehrere Konzerte in New York, 191213 
sang sie an der Oper von Boston. 1913 nodimaliges Studium bei 
Teresa Arkel in Mailand. 1914 gastierte sie in London, sang an- 
schlieBend an einigen italienisdien Theatern, 1918 an der Oper 
von Monte Carlo. 1921 beendete sie ihre Karriere und lebte seit- 
dem als Padagogin in Paris, seit 1936 in Briissel, wo sie ganz ver- 
armt gestorben ist. 

Koloratursopran von ausgefeilter Gesangtedinik und exquisiter 
Klangnuancierung. 

Die Stimme der Kiinstlerin ist durch schone Sdiallplattenaurnah- 
men auf G & T (Paris, 1906), Zonophone (Paris, 1905-06), Voca- 
lion, Edison und Pathe* erhalten. 

Koshetz, Nina, Sopran, * 30. 12. 1894 Kiew, t Juni 1965 Santa 
Ana (Kalif ornien) ; Ausbildung durch Igumnoff in Moskau und bei 
Sergej Tanjew. Debiitierte 1913 an der Hofoper von St. Petersburg 
als Donna Anna im Don Giovanni*. Blieb bis 1920 in Rutland 
und kam dann mit dem Ukrainian Chorus, den ihr Bruder dirigier- 
te, nadi Nordamerika. In Amerika wurde sie durch den Dirigen- 
ten Ossip Gabrilowitsch gefordert. 1921 kam sie an die Oper 
von Chicago; hier sang sie 1921 in der Urauffuhrung von Pro- 
kofiefjfs L' amour des trois oranges*. Ihre bedeutendsten Erfolge 
erzielte sie jedoch in Amerika als Konzertsangerin. Absolvierte 
nochmals Srudien bei Felia Litvinne in Paris und sang anschlie- 
liend in Paris, Briissel und Amsterdam. 1924 hatte sie grofie Er 
folge am Teatro Col6n von Buenos Aires, wie sie denn iiberhaupt 
in Siidamerika sehr geschatzt wurde. 1926 gab sie in New York 
einen Zyklus von Liederabenden, bei denen sie Lieder moderner 
russischer Komponisten vortrug und wobei sie Meister wie Rach 
maninoff, Glazounow, Medtner und Gretchaninoff am Fliigel be- 
gleiteten. Gegen Ende ihrer Karriere sang sie vor allem an der 
Oper von Hollywood. Sie wirkte auch in dem amerikanischen Ton- 
film Algiers als Partnerin von Charles Boyer mit; lebte spater in 
Hollywood. Ihre Tochter Marina Koshetz war als Sopranistin 
gleichfalls erfolgreich. 

Schon gebildete, ausdrucksvolle Sopranstimme, vor allem im Kon- 
zert- und Lied-Repertoire bedeutend. 
Ihre Stimme ist auf Brunswick- und Victor-Flatten erhalten. 

Koslowski, Iwan, Tenor, * 1900 im Dorf Marjanowka (im Gebiet 
Poltawa, Ukraine); Ausbildung am Konservatorium von Kiew 



271 Kozub 

bei N. V. Lysenko und Frau Murjawowa. Debutierte 1920 am 

Stadttheater von Poltawa. Kam 1924 an das Opernhaus von Char- 

kow, 1925 an das Stadttheater von Swerdlowsk. 1926 wurde er 

an das Bolsdioj Theater Moskau berufen und gehorte dann langer 

als 30 Jahre zu den prominentesten Sangern dieses bedeutendsten 

russisdien Opernhauses. Bei Gastspielen und Konzerten hatte er 

in den Zentren des russisdien Musiklebens grofite Erfolge. Er er- 

hielt 1941 und 1949 den Stalinpreis, ferner den Leninorden und 

den Titel <cVolkskiinstIer der UdSSR. 

Sdion gebildete, lyrische Tenorstimme, deren Ausdruckskunst 

ebenso zu bewundern 1st wie die feine Nuancierung des Vor- 

trages. 

Sdiallplatten der staatlichen sowjetnissisdien Schallplatten-Pro- 

duktion. 

Kousnetzoff, Maria, Sopran, * 1884 Odessa; wurde zuerst Ballet- 
tanzerin und wirkte als solche an der Hofoper von St. Petersburg. 
Nach ihrem Gesangstudium bei Joakim Tartakoff in St. Petersburg 
erfolgte ihr Debut als Qpernsangerin 1905 am Mariensky Theater 
von St. Petersburg. Gastierte bereits 1906 an der Grand Opera 
und an der Opera comique von Paris. Es folgten glanzvolle Gast- 
spiele an der Coventgarden Oper von London, an der Oper von 
Nizza und zumal an der Oper von Monte Carlo. 1909 sang sie 
am Manhattan Opera House in New York, 191617 an der Oper 
von Chicago. Betatigte sich auch nodi als Tanzerin und kreierte 
u. a. 1914 am Theatre des Champs-Elyse'es in Paris das BaUett 
Josephslegende von Richard Strauss. Wahrend des ersten Welt- 
kriegs hielt sie sich in Rufiland auf und fliichtete nach der Re 
volution von 1917 unter abenteuerlichen Umstanden nach Schwe- 
den. 191719 gab sie hier zusammen mit dem Tenor Georges 
Pozemkofsky Konzertabende, bei denen sie auch als Tanzerin 
auftrat. 1920 kam sie nach Paris, sie wirkte zuerst als Film- 
schauspielerin und griindete 1927 in Paris die OpeYa Russe. Die 
ses Opernunternehmen, das bis 1939 bestand, war sehr erfolg- 
reich und hat das russische Opernrepertoire fiir Frankreidi wie 
fur die ganze westliche Welt neu erschlossen. Maria Kousnetzoff 
war die eigentliche Primadonna dieses Ensembles, mit dem sie 
nicht nur in Paris, sondern auch in Barcelona, Madrid, London, 
an der Mailander Scala und in Sudamerika gastierte. Noch 1936 
unternahm sie eine Japan-Tournee; lebt in Paris. 
Akustische Aufnahmen auf Path^, elektrische auf Odeon. 

Kozub, Ernst, Tenor, * 1925 Duisburg-Hamborn, zuerst Kaufmann, 
dann Gesangsrudium an der Musikhochschule von Weimar. Debiit 
1950 an der Komischen Oper Berlin in Zar und Zimmermann* 
von Lortzing. Bis 1954 blieb er an dieser Buhne, 1954-62 sang er 
an der Oper Frankfurt a. M., seit 1962 an der Staatsoper Hamburg. 
Gastspiele an der Wiener Staatsoper, an der Coventgarden Oper 
London, in Rom, Neapel, Genua, Kairo und Montevideo. Er wirkte 



Kraayvanger 272 

beim Maggie musicale von Florenz mit, 1963 gastierte er an der 
Maiiander Scala als Siegmund und Siegfried im Ring-Zyklus. 
Neben diesen Wagner-Heroen zahlten auch die heldischen Partien 
des italienischen Repertoires zu seinen Glanzrollen. 
Schallplatten: Electrola, Philips, eine Platte auf DGG. 

Kraayvanger, Heinz, Tenor, * 14. 3.1904 Essen; Studium an der 
Musikhodisdiule Koln und in Berlin. Debut 1933 am Stadttheater 
von Liibeck als Lohengrin. Engagements: 1934-35 Essen, 1935-36 
Kiel, 1936-37 Konigsberg (Ostpreufien), 1938-39 Nurnberg, 1940 
bis 1941 Staatsoper Wien, 194243 Danzig, 194344 Breslau. Nadi 
dem Krieg nahm er 1947 seine Karriere am Nationaltheater von 
Weimar wieder auf; ansdilieSend sang er 1947-50 an der Stadti- 
schen Oper Berlin, 195152 am Stadttheater von Bielefeld und 
1953-54 am Stadttheater von Krefeld. Gastspiele in Miindien und 
Stuttgart und bei den Festspielen von Zoppot. 
Sdiallplatten der Marken Kristall und Siemens Spezial (Aufnah- 
men aus Zoppot). 

Krasovi, Marta, Alt, * 16. 3. 1901 Protivin (Tschechoslowakei) ; be- 
gann das Studium einer Volksschullehrerin an der Lehrerbildungs- 
anstalt in Budweis, studierte dann aber Gesang bei Frau Valouska 
und Frau Ludmilla Prodiazkova-Neumannova in Prag sowie bei 
Ullanowsky in Wien. Debiitierte 1924 am Nationaltheater von 
PreEburg. Von dort wurde sie 1927 an das Nationaltheater von 
Prag berufen, dessen prorninenteste Kxinstlerin sie fiir die folgen- 
den 30 Jahre blieb. Gastspiele brachten ihr in Wien und Berlin, 
in Hamburg und Dresden, in Madrid und Paris, in Moskau und 
Warschau triumphale Erfolge ein. 193839 unternahm sie zwei 
grofie Tourneen durch Nordamerika, wobei sie hauptsachlich ihr 
Wagner-Repertoire zum Vortrag brachte. Seit 1935 ist sie mit dem 
Komponisten Karel Boleslav Jirdk verheiratet. 
Ihre Altstimme wird durch ihre Tonfiille wie durdi die Reife ihrer 
Ausdrudcskraft sowohl im Opern- als im Konzert-Repertoire aus- 
gezeidinet. 
Ihre Flatten ersdiienen bei Supraphon. 

Kraus, Alfredo, Tenor, * 1927 Las Palmas auf den Kanarischen 
Inseln als Sohn einer spanisch-osterreichischen Familie. Debiitierte 
1956 sehr erfolgreidi an der Oper von Kairo als Herzog im Rigo- 
letto. 1961 an der Oper von Rom als Alfred in La Traviata* 
gefeiert, bald darauf erreidite er die Mailander Scala. Seither 
glanzvolle Karriere in aller Welt, Tourneen in Europa, in Nord- 
und Sudamerika, Er war zu Cast an der Coventgarden Oper Lon 
don und bei den Festspielen von Edinburgh, 1962 sang er an der 
Oper von Chicago den Nemorino in Elisir d' amore-. 
Von seiner in ihrer Ausdnickskmst ungewohlich subtil gehaltenen 
lyrischen Tenorstimme existieren Flatten der Firmen RCA (Rigo- 
letto>), Ricordi (Rigoletto) und zahlreiche spanisdie Flatten. 

Kraus, Ernst, Tenor, * 8.6.1863 Erlangen, t 6.9.1941 Walch- 



273 Kraus 

stadt (Obb); Vater des Dirigenten Richard Kraus. Arbeitete zu- 
nachst in der vaterlichen Bierbrauerei. Auf Anraten des Wagner- 
Tenors Heinridi VogI liefi er dann seine Stimme durch Frau Schi- 
mon-Regan in Miinchen und in Mailand ausbilden. Debut 1893 
am Stadttheater von Mannheim, wo er drei Jahre hindurch blieb. 
1898 an die Hofoper von Berlin verpflichtet, der er bis zum Jahre 
1924 angehorte. Man feierte ihn vor allem als groSen Wagner- 
Tenor. Von 1899 bis 1909 trat er standig bei den Festspielen von 
Bayreuth auf, und zwar als Walther in den cMeistersingern, als 
Siegmund in der Walkure, als Erik im Fliegenden Hollander*, 
vor allem aber als Siegfried im Ring-Zyklus. Erfolgreidie Cast- 
spiele fuhrten ihn an die Londoner Coventgarden Oper, an die 
Mailander Scala, an die Grand Opera von Paris, an die Hofopern 
von Wien, Miinchen und Dresden und an die Oper von Brussel. 
190304 wirkte er an der New Yorker Metropolitan Oper. War nadi 
seinem Abschied von der Buhne als Padagoge in Miindien tatig. 
Tenor von einer unerschopflichen stimmlichen Kraft und einer be- 
sonderen Intensitat des Ausdrucks; vielleicht die voluminoseste 
Tenorstimme iiberhaupt, die durch die Schallplatte iiberliefert ist. 
In erster Linie als Wagner-Sanger bedeutend. 
Schallplatten: G &T (HMV, Berlin 1901-08), Edison-Zylinder, Vox. 

Kraus, Felix von, Ba, * 3. 10. 1870 Wien, 1 30. 10. 1937 Munchen; 
Sohn des osterreichischen Generalstabsarztes Carl von Kraus. Zu- 
erst Studium der Philologie und der Musikgeschichte in Wien; er 
studierte u. a. Harmonielehre bei Anton Brudcner, Musiktheorie 
bei Eusebius Mandyczewski, promovierte 1894 mit einer Arbeit 
iiber Caldara. Erhielt nur ganz kurz Gesangunterridit bei Julius 
Stockhausen und war im iibrigen Autodidakt. Seit 1896 trat er als 
Konzertsanger zunadist in Wien/ dann auch in Leipzig und Berlin 
in Erscheinung und hatte sowohl auf dem Gebiet des Oratoriums 
wie als Liedersanger glanzende Erfolge. Seine Interpretation der 
Vier ernsten Gesange von Johannes Brahms gait als unvergleich- 
lidi. Auf Anraten von Cosima Wagner entschlofi der beriihmte 
Konzert-Bassist sich, 1899 bei den Festspielen von Bayreuth erst- 
malig die Biihne zu betreten. Als Hagen in der G6tterd&nimerung- 
wie als Gurnemanz im Parsifal wurde er allgemein bewundert 
und sang bis zum Sommer 1909 diese Rollen wie auch den Land- 
grafen im Tannhauser und den Marke im Tristan in Bayreuth. 
Abgesehen von einigen Gastspielen beschrankte er sidi auf das 
Wirken im Konzertsaal. Seinen Wohnsitz hatte er anfanglich in 
Leipzig, 190825 war er Professor an der Miinchener Musikakade- 
mie. Felix von Kraus war mit der Altistin Adrienne von Kraus- 
Osborne verheiratet. 

Die herrlich gebildete Balistimme des Ktinstlers ist durch einige 
aufierst seltene Odeon-Platten (Wien, 1906) erhalten. 

Kraus, Otakar, Bariton, * 1910 Prag; studierte in Prag und bei 
Fernando Carpi in Mailand. Debut 1935 am Stadttheater Briinn 



Krause 274 

als Amonasro in Aida. Sang 193839 am Nationaltheater von 
Prefiburg, 1939-41 an der Prager Nationaloper. Seit 1941 lebte er 
in England, wo er nach dem zweiten Weltkrieg eine grofie Kar- 
riere an der Coven tgarden Oper London hatte. 1946 sang er bei 
den Festspielen von Glyndebourne in der Urauf funning von Ben 
jamin Brittens The Rape of Lucretia*. Es folgten Gastspiele in 
Belgien und Holland, an der Staatsoper von Wien, an der Mai- 
lander Scala, in den skandinavischen Landem, an den Opern von 
Rom und Rio de Janeiro. 1951 sang er am Teatro Fenice von 
Venedig in der Urauffuhrung der Oper The Rake's Progress* 
von Strawinsky den Nick Shadow. Sehr erfolgreidi war der 
Kunstler bei den Festspielen von Glyndebourne und Edinburgh 
und beim Holland Festival. Seit 1960 bei den Festspielen von Bay- 
reuth als Alberich im Ring-Zyklus bewundert. 
Wenige Schallplatten auf Columbia. 

Krause, Tom, Bariton, * 1934 Helsinki; wahrend seines Medizin- 
studiums in Helsinki spielte er Piano und Gitarre in einer Jazz- 
band. 1956 begann er das Gesangsrudium an der Wiener Musik- 
akademie. 1957 Debut unter dem Namen Thomas Krause als 
Liedersanger in Helsinki, 1958 Biihnendebiit an der Stadtischen 
Oper Berlin. Seither gastierte er sehr erfolgreich in der Schweiz, 
in Deutschland und in den skandinavisdien Landern. Seit 1961 an 
der Staatsoper Hamburg engagiert. 1962 sang er bei den Bayreu- 
ther Festspielen den Heerrafer im Lohengrin, 1963 das Solo im 
War-Requiem von Benjamin Britten in London. 
Seine schon gebildete, reiche Baritonstimme erklingt auf Schall- 
platten der Marken Ariola-Bertelsmann, Decca (u. a. Kurwenal im 
Tristan). 

Kraus-Osborne, Adrienne von, Alt, * 2. 12. 1873 Buffalo, 1 15. 6. 
1951 Zell an der Ziller; eigentlich Adrienne Eisbein; Toditer eines 
Arztes, kam zum Gesangstudium nach Deutschland und war Schu- 
lerin von Auguste Gotze in Leipzig. Dann wurde sie durch den Bas- 
sisten Felix von Kraus unterrichtet, den sie 1899 heiratete. Debu- 
tierte 1893 am Opernhaus von Leipzig, wo sie bis 1908 auftrat, 
sie gehorte seitdem der Miinchener Hofoper an. Ihren eigentlichen 
Ruhm erlangte sie einmal auf dem Gebiet des Wagner-Gesanges, 
zum anderen als Konzert-Altistin (Alt-Rhapsodie von Brahms). 
190209 bewunderte man bei den Festspielen von Bayreuth ihre 
Erda und ihre Waltraute im Ring-Zyklus. Gastspiele und Kon- 
zerte fuhrten die Kiinstlerin nach England, Holland, Nordamerika 
und in die Zentren des deutschen Musiklebens. Auf der Buhne 
gait als ihre Glanzrolle die Titelfigur in Carmen. 
Von ihr existieren funf uberaus seltene Aufnahmen auf Odeon 
(Wien, 1906), drei davon sind Duette mit ihrem Gatten. 

Krauss r Fritz, Tenor, * 16.6.1883 Lehenhammer (Oberpfalz); de- 
biitierte nach Studien in Miinchen, Mailand und Berlin 1911 am 
Stadttheater von Bremen, kam 1912 an das Stadttheater von Dan- 



275 



Kremer 



zig und von dort 191415 an das Stadttheater von Kassel. 1915 
bis 1921 sang er am Opernhaus von Koln, 1921 wurde er an die 
Mundiener Staatsoper berufen, an der er langer als 20 Jahre 
wirkte. Bei Gastspielen bedeutende Internationale Erfolge, vor 
allem als Wagner-Interpret. Gastierte 192132 und nodimals 1939 
an der Staatsoper von Wien, auBerdem an der Berliner Staats 
oper und an der Oper von Frankfurt a. M. Mehrfach an der Co- 
ventgarden Oper London zu Cast, u. a. 1926 als Don Ottavio im 
Don Giovanni* unter Bruno Walter. 1943 gab er seine Biihnen- 
karriere au und wirkte als Gesangpadagoge in Miindien. Lebt in 
Oberlingen am Bodensee. 
Glanzvolle, metallisch strahlende Tenorstimme. 
Sdtallplatten: Vox, Homochord, HMV. 

Krebs, Helmut, Tenor, * 8. 10. 1913 Dortmund; studierte an der 
Berliner Musikhochschule Musikwissensdiaft und Gesang. Zuerst 
als Konzertsanger tatig, debiitierte auf der Buhne 1938 an der 
Stadtischen Oper Berlin. 194547 am Opernhaus von Diisseldorf 
engagiert, seit 1947 aber wieder an der Stadtischen Oper Berlin. 
Durch Gastspiele wurde der Kiinstler international bekannt. Er 
sang bei den Festspielen von Salzburg, Glyndebourne (Belmonte 
in Mozarts Entfuhrung, Idamantes in Idomeneo von Mozart) 
und Edinburgh. Gastspiele an der Mailander Scala, an der Co- 
ventgarden Oper London, an den Staatsopern von Wien, Mun- 
chen und Hamburg, in Holland, Belgien und in der Schweiz. Noch 
bedeutender als Konzertsanger, vor allem als Oratorien-Tenor 
und hier wiederum als Bach-Interpret (Evangelist in den Passio- 
nen von J. S. Badi). 1954 sang er in der Erstauffuhrung von 
Schonbergs Moses und Aaron* im Hamburger Rundfunk die 
Partie des Aaron. Selbst kompositorisdi tatig (Lieder, Klavier- 
werke, Kammermusik). 

Sdion gebildete, lyrische Stimme von besonderer Ausdrucksfulle. 
Von seiner Stimme sind Flatten auf den Marken Decca, DGG 
(Orfeo von Monteverdi), Vox sowie auf Columbia (Fleder- 
maus, Ariadne auf Naxos) vorhanden. 

Kremer/ Martin, Tenor, * 23. 3. 1898 Geisenheim am Rhein; aus- 
gebildet durch W. Fuhr in Wiesbaden und durch Giuseppe Bor- 
gatti in Mailand. Debiit 1924 am Staatstheater von Kassel, dem er 
bis 1927 angehorte. Nachdem er 192729 am Staatstheater von 
Wiesbaden gesungen hatte, kam er 1930 an die Staatsoper von 
Dresden, deren Mitglied er bis 1941 bHeb. In Dresden sang er in 
den Urauffuhrungen mehrerer Opern von Richard Strauss: am 
i. 7. 1933 in Arabella, am 29. 6. 1935 in Die schweigsame 
Frau, am 15. 10. 1938 in Daphne. Gastspiele in London, Bar 
celona, Berlin, Wien, Miinchen und bei den Festspielen von Zoppot. 
Bei den Bayreuther Festspielen bewunderte man seinen David in 
den Meistersingern. 194144 sang er als Erster Tenor am Deut- 
schen Theater in Oslo. Nadi Kriegsende war er am Staatstheater 



Krenn 276 

von Wiesbaden als Heldentenor engagiert. Lebt in Reit im WinkeL 

Bedeutend als Buffo-Tenor. 

Schallplatten: Orchestrola, HMV (Electrola). 

Krenn, Fritz, Ba-Bariton, * 1887 Wien, f 17. 7. 1964 Wien; wurde 
zunachst Zeichenlehrer, dann Studium an der Wiener Musikakade- 
mie. Nach seiner Militardienstzeit im ersten Weltkrieg debiitierte er 
1918 an der Wiener Volksoper in Cavalleria rusticana von Mas- 
cagni. 191920 am Stadttheater Reichenberg in Bohmen engagiert. 
192025 Mitglied der Wiener Staatsoper. Nachdem er kurze Zeit 
am Staatstheater von Wiesbaden gesungen hatte, kam er 1927 an 
die Staatsoper von Berlin, wo er sehr erfolgreidi war. Man be- 
wunderte ihn namentlidi als Ochs im Rosenkavalier; diese Par- 
tie sang er audi seit 1936 als Nachfolger des grofien Richard Mayr 
bei den Salzburger Festspielen. 1938 folgte er einem Ruf an die 
Wiener Staatsoper, an der er 20 Jaftre hindurch wirkte. Gastspiele 
an der Coventgarden Oper London, an der Mailander Scala, in 
Holland, Belgien, Spanien, Frankreich, Ungarn und Sudamerika. 
195152 sang er an der Metropolitan Oper New York. Der Kiinst- 
ler, der mit der Sangerin Luise Kornfeld verheiratet war, lebte zu- 
letzt als Padagoge in Wien. 
Wenige Aufnahmen auf Remington und MMS. 

Kreppel, Walter, Bafi, * 1923 Nurnberg; hatte zunadist die Ab- 
sicht, Schauspieler zu werden, srudierte dann aber Gesang am 
Konservatorium von Niirnberg. Debiitierte 1945 am Stadttheater 
von Nurnberg als Tommaso in Tiefland von d' Albert. Sang bis 
1948 an dieser Biihne, 194850 am Stadttheater von Wiirzburg, 
anschliefiend an den Stadttheatern von Heidelberg und Gelsen- 
kirchen, 195356 am Opernhaus von Hannover, 195659 an der 
Oper von Frankfurt a. M. 1959 wurde er an die Bayerisdie Staats 
oper in Miinchen verpflichtet. Bereits seit 1955 war er als Gast 
an der Wiener Staatsoper aufgetreten; seit 1960 gehort er diesem 
Opernhaus als Mitglied an. Gastspiele in Zurich, Amsterdam und 
London; 196364 bei den Salzburger Festspielen. 
Voluminose, dunkle BaCstimme, die ein umfangreiches Repertoire 
meisterte. 

Schallplatten: DGG (vollstandige Oper Don Giovanni), Decca 
(Rheingold), Ariola. 

Krukowski, Ernst, Bariton, * 1918 Gevelsberg (Westfalen); Studium 
an der Musikhochschule von Koln. Debiitierte 1939 am Stadtthea 
ter von Bremen, doch wurde seine Karriere durch den zweiten 
Weltkrieg unterbrochen. Nach Kriegsende zuerst Konzertsanger, 
1948-53 sang er am Stadttheater von Gottingen, seit 1953 am 
Stadttheater von Basel. Seit 1953 Mitglied der Stadtischen Oper 
Berlin. Hier hatte er grojSe Erfolge, vor allem als Titelheld in 
Verdis Nabucco. Er ist verheiratet mit der Solotanzerin der 
Stadtischen Oper Berlin, Lilo Herbeth. 



Kruszelnicka 



Schallplatten: HMV (kleinere Partien in vollstandigen Opern), 
Opera, Ariola (Postillon von Lonjumeau*). 

Krull, Annie, Sopran, * 12. i. 1876 in der Nahe von Rostock, i 14. 6. 
1947 Schwerin; ausgebildet dutch Hertha Bramer in Berlin. Debut 
1898 am Stadttheater von Plauen. 1900 horte sie der Intendant 
der Dresdener Hofoper, Graf von Seebach, in Berlin und engagierte 
sie fiir sein Haus. Hier eilte die junge Sangerin in den Jahren 
1901-10 von Erfolg zu Erfolg. 1901 sang sie dort in der Urauf - 
fuhntng der Richard-Strauss-Oper Feuersnot die Diemuth, 1901 
in einer weiteren Urauffuhrang, der Oper Manru von Pade- 
rewski, die Titelrolle. Richard Strauss wollte ihr auch die Titel 
rolle bei der Urauf fuhrung seiner Oper SaIome iibertragen, doch 
konnte Marie Wittich als erste Primadonna der Dresdener Oper 
nach der Haustradition ihren Anspmch auf die Partie durchset- 
zen; die Salome blieb dann aber eine der Glanzrollen von Annie 
Krull. Am 25. i. 1909 kreierte sie die Titelrolle in der Urauf fuh 
rung der Elektra von R. Strauss. 191012 war sie am Stadt 
theater von Mannheim tatig, 191214 am Hoftheater von Wei 
mar, schliefilich am Hoftheater von Schwerin. 
Dramatisdie Sopranstimme von besonderer Tonfulle und bezwin- 
gender Ausdrucksintensitat. 

Die Stimme von Annie Krull 1st durch eine vollstandige Aufnahme 
des II. Aktes des Tannhauser auf Odeon (Berlin, 1909) erhalten. 
Aufierdem sang sie auf Edison-Zylindern und auf Pathi-Platten. 

Kruszelnidca, Salomea, Sopran, * 1872 Tarnopol in der Ukraine, 
1 14. 11. 1952 Lemberg; studierte bei W. Wysocki in Lemberg und 
in Mailand. Debut 1892 an der Oper von Lemberg, sang dann in 
Krakau und Odessa. Gastierte 1896 an der Oper von Triest als 
Leonore in der Macht des Schicksals*. 1897 sang sie in Chile, 1898 
an den Opern von Cremona und Parma. In Italien sang sie stets 
unter dem Namen Kruszeniski, in Polen und Rutland unter ihrem 
eigentlichen Namen Kruszelni&a. 1898-1903 war sie die gefeierte 
Primadonna der Oper von Warschau und gastierte am Mariensky 
Theater von St. Petersburg, 1902 in Paris. 1903 verstrickte sie sich 
als Ukrainerin in politische Intrigen und machte sich zuerst in 
Rutland, dann auch in Polen verhafit. 1904 kam sie wieder nach 
Italien; im Mai 1904 sang sie in der Neubearbeitung von Puccinis 
Madame Butterfly an der Oper von Brescia die Titelrolle und 
fuhrte das Werk nach der unglucklichen Urauffuhrang zum Erfolg. 
1907 kreierte sie an der Mailander Scala die Salome in der Premiere 
der gleichnamigen Richard-Strauss-Oper, 1909 die Elektra. An 
der Scala wurde sie weiter als Isolde im Tristan und in der Ur- 
auffuhrung der Oper Gloria von Cilea (1907) gefeiert. 1911 
sang sie am Teatro Massimo von Palermo die Briinnhilde in der 
G6tterdammerung, 1913 gastierte sie am Teatro Colon von 
Buenos Aires. 1913 heiratete sie den italienischen Rechtsanwalt und 
Poh'tiker Cesare Rizzione und lebte seitdem in Viareggio. 1915 



Kuen 278 

sang sie an der Scala in der Urauffiihrung von Pizzettis Fedra. 
Nachdem sie lange nicht mehr aufgetreten war, unternahm sie 
1927 eine Nordamerika-Tournee, bei der sie vor allem vor 
ukrainisdien Emigranten sang. Lie2 sich als Padagogin in Mailand 
nieder. 1939 besuchte sie ihre Familie in Lemberg und konnte in- 
folge des Kriegsausbnichs mcht nach Italien zuriickkehren. Darauf 
unternchtete sie am Konservatorium von Lemberg, wo sie 1945 
nodi ein Wohltatigkeitskonzert gab. 

Eine der schonsten Sopranstimmen ihrer Zeit; die Tonfiille und 
der dunkle Glanz des Timbres, die Vollkommenheit ihrer Phrasie- 
rung und das Stilgefuhl ihres Vortrages machen ihre Schallplat- 
ten zu erlesenen Kostbarkeiten. 

Sdiallplatten ersdiienen auf Fonotipia und G & T und sind von 
Kennern sehr gesucht 1927 wurden in Amerika elektrisdie Auf- 
nahmen von ukrainisdien Volksliedern auf Columbia gemacht, die 
ihre Stimme in ursprunglicher Schonheit wiedergeben. 

Kuen, Paul, Tenor, * 8. 4. 1910 Sulzberg bei Kempten (Allgau) ; 
wollte urspriinglidi Orgelbauerwerden, studierte dann aberGesang 
bei Heinridi Knote und Adalbert Ebner in Miinchen. Debut 1933 am 
Stadttheater von Konstanz. Sang nacheinander an den Theatern 
von Bamberg, Freiburg i. Br. und Nurnberg. 194447 war er an 
der Staatsoper von Dresden engagiert, 1947 kam er an die Miin- 
diener Staatsoper, an der er sehr grofie Erfolge hatte. 195157 
feierte man ihn bei den Festspielen von Bayreuth als unvergleich- 
lichen Mime im Ring-Zyklus. Diese Glanzpartie seines Repertoires 
und viele andere Tenor-Bufforollen sang er bei Gastspielen in 
Holland, Belgien, Frankreidi, Italien, Spanien und in Siidamerika. 
196162 an der Metropolitan Oper New York als Mime bewundert. 
Sdiallplatten: DGG (-sFreischutz*-, ^Figaros Hodizeit>), Columbia 
(Die Kluge von Orfi), Decca (Rheingold). 

Ktdlmann, Charles, Tenor, * 13. 1. 1903 New Haven (Connecticut); 
Gesangstudium an der Juilh'ard-Musikschule New York, dann am 
amerikanischen Konservatorium in Fontainebleau. Debiitierte 
1929 bei der American Opera Company, mit der er eine zweijah- 
rige Tournee durch Nordamerika unternahm. 1931 kam er an die 
Berliner Kroll-Oper, 1932 wurde er an die Berliner Staatsoper 
verpflichtet, der er bis 1936 angehorte; 1934-36 war er gleich- 
zeitig Mitglied der Staatsoper von Wien. 193436 wirkte er bei 
den Salzburger Festspielen mit (Belmonte in der ^Entfuhrung*-, 
Walther in den <cMeistersingern, Hiion im Oberon). 193436 
sang er sehr erfolgreich an der Londoner Coventgarden Oper. 
*935-5 6 war er dann an der Metropolitan Oper New York tatig 
(Antrittsrolle: Faust von Gounod) und gastierte an den Opern von 
Chicago, San Francisco und Los Angeles. Sowohl wahrend seiner 
Karriere in Deutschland als auch spater in Amerika hatte er grofie 
Erfolge als Film-Sanger. Seit 1956 ist er Gesangpadagoge an der 
Indiana University School of Music. 



279 Kupper 

Strahlender, metallisdier Glanz des Timbres und Wandlungsfahig- 
keit des Vortrages kennzeidmen seine Interpretationen. 
Sang auf Columbia; auSerdem sind Privat-Aufnahmen aus der 
Metropolitan Oper von ihm vorhanden. 

Kunz, Erich, Bariton, * 20. 5. 1909 Wien; ausgebildet durch Theo- 
dor Lierhammer und Hans Duhan in Wien. Debiitierte 1933 am 
Stadttheater von Troppau als Osmin in Mozarts <cEntfuhrang. 
War 193637 am Stadttheater von Plauen, 193741 am Opern- 
haus von Breslau engagiert. 1941 wurde er an die Staatsoper von 
Wien benifen; hier erwarb er eine ungewohnliche Popularitat. 
Seit 1942 ist er fast alljahrlich bei den Salzburger Festspielen in 
Erscheinung getreten, wo man ihn vor allem als groSen Mozart- 
Sanger feierte (Titelheld in Figaros Hochzeit*, Leporello im 
Don Giovanni*/ Guglielmo in Cosi fan tutte, vor allem aber 
Papageno in der Zauberfl6te). 1943 sang er bei den Festspie 
len von Bayreuth den Bedonesser in den Meistersingern. Glan- 
zende internationale Karriere nach dem zweiten Weltkrieg; sang 
bei den Festspielen von Edinburgh und Glyndeboume, an der 
Mailander Scala und an der Londoner Coventgarden Oper, am 
Teatro Colon von Buenos Aires und in der Spielzeit 195253 an 
der New Yorker Metropolitan Oper. 

Seine bedeutendsten Leistungen erreichte der Kunstler wohl in 
den Buffo-Partien seines Stimmfachs. 

Viele Schallplatten der Marken Columbia, Vanguard, Decca, RCA, 
darunter eine Reihe vollstandiger Opern (Figaros Hochzeit>, Cosi 
fan tutte, Zauberfl6te, Meistersinger, Die Fledermaus, Die 
lustige Witwe usw.). 

Kupper, Annelies, Sopran, * 21.8.1906 Glatz (Sdilesien) ; stu- 
dierte an der Universitat von Breslau Musikwissenschaft und Pad- 
agogik und legte ihr Examen als Musiklehrerin ab. Wirkte als 
soldie 192935 am Lyzeum der Ursulinen in Breslau. Nachdem 
sie sich bereits als Konzertsopranistin betatigt hatte, debxitierte 
sie 1935 am Opernhaus von Breslau. Ober das Staatstheater von 
Sdiwerin und das Nationaltheater von Weimar kam sie 1940 an 
die Staatsoper von Hamburg. Dort blieb sie bis 1945 ^^ ist se ^' 
dem gefeiertes Mitglied der Staatsoper von Miinchen. RegelmaSig 
gastierte sie an der Staatsoper von Wien und an der Stadtisdien 
Oper Berlin. Gastspiele brachten ihr in London und Paris, in 
Stockholm, Briissel und Amsterdam glanzende Erfolge. Bei den 
Festspielen von Bayreuth sang sie 1944 die Eva in den Meister- 
singern, 1960 die Elsa im Lohengrin. Bei den Salzburger Fest 
spielen kreierte sie 1952 in der Urauffuhrung der Richard-Strauss- 
Oper Die Liebe der Danae die Titelrolle. Seit 1937 war sie mit 
dem Musikkritiker und Pianisten Joadiim Herrmann verheiratet, 
der sie oft bei ihren Liederabenden am Fliigel begleitete. Seit 1956 
ist sie Dozentin an der Miinchener Musikakademie, setzt aber 
ihre Karriere weiter fort. 



Kurt _ __________ _ 28 

An ihrer Stimme 1st sowohl die musikalische Schonheit als die 
feine Beseelung des Vortrages bewundert worden. 
Schallplatten vorwiegend auf DGG (Elsa in vollstandigem Lohen- 
grin*, Senta im Fliegenden Hollander*) und Philips. 



Kurt, Melanie, Sopran, * 8. 1. 1880 Wien, t n. 3. *94* New 
zuerst studierte sie Klavierspiel bei Theodor Lesdietitzky in Wien, 
dann Gesang bei Fanny Mullet und Marie Lehmann in Berlin. 
Debiitierte 1902 am Stadttheater von Liibeck als Elisabeth im 
Tannhauser. Blieb bis 1905 in Lubeck und sang 1905-08 am 
Hoftheater von Braunschweig. 1908-12 Mitglied der Berliner Hof- 
oper, 191215 am Deutschen Opernhaus Berlin-Charlottenburg 
tatig. Die Kiinstlerin wurde durch Gastspiele, vor allem als Wag- 
ner-Sopranistin, international bekannt. Sie gastierte an der Co- 
ventgarden Oper London, an der Mailander Scala, an der Oper 
von Budapest an den Hofopern von Dresden und Miinchen. 1914 
bis 1917 an der Metropolitan Oper New York, zumal in ihren 
Wagner-Rollen gefeiert. Seit 1919 war sie als Padagogin in Berlin, 
spater in Wien tatig. 1938 wanderte sie nadi Amerika aus. 
Uppige, dramatische Sopranstimme voll Ausdrudcskraft und be- 
zwingender Dramatik. 

Schone Aufnahmen der Marken HMV, Columbia, Beka und Parlo- 
phon. 

Kurz, Selma, Sopran, * 15. 11. 1874 Biala (Galizien), t 10. 5. 1933 
Wien. Ihre Stimme wurde durch den Kantor Goldmann entdeckt, 
als sie in der Synagoge von Biala sang. Ein Mazen finanzierte 
sciliefilidi ihr Gesangstudium bei Johannes Ress in Wien. Sie 
vollendete ihre Ausbildung bei Mathilde Marchesi in Paris. 1895 
debiitierte sie an der Oper von Hamburg als Mignon von Tho 
mas. 1896 kam sie an das Opernhaus von Frankfurt a. M., wo 
sie bis 1899 blieb. Hatte sie zu Beginn ihrer Laufbahn Partien fur 
lyrischen Sopran gesungen, so wurde sie bald erne gefeierte Kolo- 
ra trice. 1899 wurde sie durch Gustav Mahler an die Wiener Hof- 
oper berufen, wo sie dann sensationelle Erfolge hatte und bis zum 
Ende ihrer Karriere 1929 wirkte. Bei Gastspielen hatte sie an vie- 
len grofien Theatern Triumphe zu verzeicimen: 190407 sang sie 
an der Londoner Coventgarden Oper, wo sie 1924 nochmals zu Cast 
war. Man umjubelte sie an der Grand Opera von Paris, an den 
Opern von Monte Carlo und Budapest, in Prag, Ostende, Amster 
dam, Warschau und Kairo. 1921 reiste sie nach Nordamerika, gab 
aber nur ein einziges Konzert in New York und kehrte sogleich 
wieder nach Europa zuriick. 1922 sang sie bei den Festspielen von 
Salzburg die Konstanze in der Entfuhrung von Mozart. Sie war 
verheiratet mit dem Wiener Gynakologen Prof. Joseph Halban; 
ihre Tochter, Desy Kurz-Halban, ist gleichfalls als Sopranistin auf- 
getreten. 

Selma Kurz gehort zu den grofiten Koloratursopranistinnen aller 
Zeiten. In der rmihelosen Bewaltigung sdiwierigster Passagen, der 



281 Labb 

Feinheit ihres Stilgefuhls, vor allem aber in ihren minutenlangen, 
ganz unvergleichlidien Trillern 1st sie nodi auf der Sdiallplatte 
nicht genug 211 bewundern. 

Von ihrer Stimme existieren Edison-Zylinder, G & T- (Wien, 
1902-07), Polydor- und HMV-Platten. 

Kusdie, Benno, Bariton, * 30.1.1916 Freiburg i. Br.; Ausbildung 
an der Akademie des Badischen Staatstheaters in Karlsruhe. Debu- 
tierte 1939 bei den Heidelberger Opernfestspielen. Sang 193839 
am Stadttheater von Koblenz, 193944 am S tad tth eater von Augs 
burg. 1946 wurde er an die Bayerische Staatsoper in Mundien 
verpfliditet; seit 1958 ist er Mitglied der Deutschen Oper am 
Rhein Dtisseldorf-Duisburg. Gastierte erfolgreich an den Staats- 
opern von Wien und Stuttgart, an der Mailander Scala, in London 
und Briissel. Man sdiatzte ihn sowohl als Mozart- wie als Wag- 
nersanger, mdit zuletzt audi im Konzertsaal gefeiert. Verheiratet 
mit der Sopranistin Christine Garner. 

Auf den Schallplatten-Marken DGG, Columbia (Meistersinger, 
Die Kluge* von Orff), Vanguard und Decca vertreten. 

Labia, Maria, Sopran, * 14. 2. 1880 Verona, t 10. 2. 1953 Como; 
entstammte einem alten Patriziergeschlecht; auch ihre Sdiwester 
Fausta Labia (18721935) wurde eine bekannte Opernsangerin. 
Nadidem Maria Labia sich anfanglich als Konzertsangerin be- 
tatigt hatte, debiitierte sie 1905 an der Koniglichen Oper Stock 
holm als Mimi in La Bohme. 1906 wurde sie durdi Hans Gre- 
gor an die Komische Oper Berlin verpfliditet. Bereits in ihrer An- 
trittsrolle, der Tosca, hatte sie hier einen sensationellen Erfolg. 
Zwei Jahre lang wurde sie in Berlin gefeiert. 190810 wirkte sie 
mit den gleidien Erfolgen am Manhattan Opera House New York. 
1909 gastierte sie an der Grand Opera Paris, 1911 an der Hofoper 
von Wien. 1913 sang sie an der Mailander Scala die Titelfigur 
in der Auffiihrung der Oper Salome von R. Strauss. Seitdem 
hatte sie audi an den groEen italienisdien Theatern eine glan- 
zende Karriere. 1919 sang sie am Teatro Costanzi von Rom in der 
italienisdien Premiere von Puccinis I1 Tabarro*, 1922 an der 
Scala in der Erstauffuhrung von I quattro rusteghi von Wolf- 
Ferrari. Nach ihrem Abschied von der Biihne zunachst Padagogin 
am Konservatorium von Warschau, spater an der Accademia Chi- 
giana in Siena und in Rom tatig. 

Man riihmte den Wohllaut ihrer Stimme ebenso wie die drama- 
tische Leidenschaftlichkeit ihres Vortrages; dazu gait sie als grofie 
Darstellerin. 

Edison-Zylinder und -Flatten, Victor-Flatten; unveroffentlichte 
elektrische Telefunken-Aufnahmen. 

Labo r Flaviano, Tenor, * 1926 Borgonovo bei Piacenza; begann das 
Gesangstudium mit 17 Jahren, wurde dann aber Soldat. Walt- 
rend seiner Militarzeit wurde seine Stimme durdi den Dirigenten 
Antonio Votto entdeckt, der ihn in der Gesangsdiule der Mailan- 



Laffitte 28z 

der Scala ausbilden lie; studierte auch bei Campogalliani in Mai- 
land, Debut 1953 am Stadttheater von Piacenza als Cavaradossi 
in Tosca. Sang in den folgenden Jahren an den grogen italic- 
nischen Opernhausern, darunter audi seit 1960 an der Mailander 
Scala und an der Oper von Rom. Gastierte an der Staatsoper von 
Wien, in Paris, Lissabon und Zurich. 1957 wurde er an die New 
Yorker Metropolitan Oper berufen ( Antrittsrolle : Alvaro in Die 
Ma At des Sducksals*). Seitdem grofie Karriere in aller Welt. 
Sdiallplatten: DGG (vollstandige Oper Don Carlos*), RCA, Phi 
lips. 

Laffitte, Le"on, Tenor, ^28. 1.1875 Saint-Genies (Haute-Garonne), 
f September 1938 Paris; ausgebildet am Conservatoire von Paris. 
Debiitierte 1898 an der Grand Opera Paris als David in den 
Meistersingern. 1899 ging er an die Oper von Briissel, an der 
er 15 Spielzeiten hindurch mit glanzendem Erfolg wirkte. Hier 
sang er u. a. den Jean in der Premiere von Le Jongleur de Notre 
Dame von Massenet. Die gleiche Partie kreierte er 1906 an der 
Londoner Coventgarden Oper. Vor dem ersten Weltkrieg gastierte 
er in Deutschland, Rutland, Finnland und an der Oper von Den 
Haag. 1908 kreierte er den Mime in der Pariser Erstauffiihrung 
des <cSiegfried als Partner von Ernest van Dyck 1916 ging er 
nach Stidamerika, wo er am Teatro Colon von Buenos Aires und 
an der Oper von Rio de Janeiro vor allem dramatische Partien 
sang. 1923 erschien er nochmals an der Grand Opera von Paris in 
Samson et Dalila von Saint-Saens und in La damnation de 
Faust* von Berlioz, 

Wenige seltene Aurnahmen auf G & T (Paris, 1902), Columbia 
(Paris, 1902) und Zonophone (Paris, 1903). 

iaholm, Eyvind, Tenor, * 1894 Eau Claire (Wisconsin), f Juli 1958 
New York; entstammte einer schwedischen Familie, eigentlich Jon 
Edwin Johnson. Nadidem er im ersten Weltkrieg bei der amerika- 
nisdien Marine gedient hatte, liefi er seine Stimme bei William 
S. Brady in New York ausbilden. Zuerst sang er in Amerika an 
Operettentheatern, begann dann aber seine Opernkarriere in 
Europa. Debut 1927 am Stadttheater von Essen als Canio im 
Bajazzo. 192830 war er am Staatstheater von Wiesbaden. 
193031 an der Staatsoper von Stuttgart, 193238 am Opernhaus 
von Frankfurt a. M. engagiert. Er wurde vor allem als Wagner- 
Tenor bekannt. 1934 gastierte er in Amsterdam als Rienzi, 1938 
in der Arena von Verona als TannMuser. 1939 gab er ein sehr 
erfolgreiches Konzert in New York und wurde an die Metro 
politan Oper berufen, deren Mitglied er bis 1941 blieb. 
Von ihm existiert eine einzige Aufnahme auf Parlophon-Odeon, 
dodi sind Privataufnahmen aus der Metropolitan Opervorhanden 
(u. a. Tannhauser mit Rose Pauly). 

Lament, Forrest, Tenor, *26. 1.1881 Athelon (Kanada), f 17, 12. 
1937 Chicago; als Kind kam er nach Chicopee (Massachusetts), wo 



283 Landauzy 

er in einem Kirchenchor sang. Er studierte in Italien und debiitierte 
1914 am Teatro Adriano in Rom in Donizettis Poliuto. Nodi im 
gleichen Jahr gastierte er in Moskau. Ansdhliefiend Gastspiele in 
Budapest, Wien und an italienischen Biihnen. 1917 kam er an die 
Oper von Chicago (Antrittsrolle: Xalca in der Urauffuhrung der 
Oper Azora von Hadley). Bis 1930 feierte man ihn an der Oper 
von Chicago. Seinen wohl groSten Erfolg hatte er dort 192021 
in I Gioielti della Madonna* von Wolf-Ferrari als Partner von 
Rosa Raisa. Seit 1922 sang er auch Wagner-Partien. Nach 1930 
erschien er nodi bei der Sommer-Oper von Cincinnati, dann Lehrer 
in Chicago. 

Der Kiinstler, der ein ungewohnlidi vielseitiges Repertoire be- 
herrsdite, hat nur akustische Aufnahmen der Marke Okeh aus den 
friihen zwanziger Jahren hinterlassen. 

Lance/ Albert, Tenor, * 1925 Adelaide (Australien) ; eigentlich Albert 
Lance Ingram. Studium in Australien, wo er zuerst an Operetten- 
theatern auftrat. 1952 sang er in Sidney den Cavaradossi in 
Tosca, 1954 den Titelhelden in ^Hoffmanns Erzahlungen* in 
einer Gala-Vorstellung fur Konigin Elisabeth von England. 1954 
kam er zu weiterer Ausbildung nach Europa. 1956 wxirde er an 
die Opera comique von Paris engagiert (Antrittspartie: Cavara 
dossi in Tosca). Seitdem groEe Erfolge an diesem Haus wie auch 
an der Grand Opera von Paris, zurnal 1960 als Jose* in Carmen> 
zusammen mit Jane Rhodes. 1961 Gastspiel an der Coventgarden 
Oper London und Nordarnerika-Tournee. 
Schallplatten: Columbia. 

Landi, Bruno, Tenor, * 1905 (?) Turin; begann seine Karriere 1929 
und fand bald grofie Resonanz an den fiihrenden italienischen Biih 
nen. Er spezialisierte sich auf das lyrische Repertoire. 193435 
sang er an der Italienischen Oper in Holland, 193637 hatte er 
wichtige Erfolge an der Mailander Scala. 1937 bewunderte man 
ihn am Teatro Colon von Buenos Aires. In der Spielzeit 193839 
war er an der New Yorker Metropolitan Oper engagiert (Antritts 
rolle: Herzog im Rigoletto). 193840 bereiste er Nordamerika 
193747 war er dann wieder Mitglied der Metropolitan Oper, an 
der er 1951 nochmals als Cast in einer Vorstellung erschien. Er ist 
verheiratet mit der Sopranistin Hilde Reggiani. 
Rein lyrische Stimme von hoher Subtilitat des Ausdrucksvermo- 
gens. . , 

Schallplatten: HMV, Victor, Allegro Royale. 

Landouzy, Lise, Sopran, * 1861 Le Cateau bei Cambrai, t 1943 
Aix-les-Bains; eigentlich Elise Besville. Trat zuerst im Casino von 
Blankenberghe offentlidi auf. 1889 debutierte sie an der Ope"ra 
comique von Paris als Rosine im Barbier von Sevilla>. Seitdem 
hatte sie an diesem Opernhaus glanzende Erfolge; sang hier 1894 
in der franzosischen Premiere von Verdis Falstaff in Anwesen- 
heit des Komponisten die Nanetta, 1901 in der Urauffiihrung der 



Langendorff 2S 4 

Oper La fille de Tabarin*- von Pierne die Rolle der Clorinde, Seit 
1895 gastierte sie regelmaSig am Theatre de la Monnaie in Briis- 
sel; trat auch an den Opern von Monte Carlo, Nizza und Aix- 
les-Bains auf . Nadi Beendigung ihrer Biihnenkarriere lebte sie als 
Padagogin in Paris. 

Hervorragend durchgebildete Sopranstimme, deren Ausdrucks- 
lotnst von der Koloraturpartie bis in das lyrische Fadi reidite. 
Sehr viel Sdiallplatten auf den Marken Odeon de Luxe (Paris, 
190507), Columbia. 

Langendorff, Frieda, Sopran-Alt, * 24. 3. 1868 Breslau, f 11. 6. 1947 
New York, Srudiurn bei Jenny Meyer, Mathilde Mallinger und 
August Iffert; debiitierte 1901 am Stadttheater von StraEburg, wo 
sie vier Jahre lang wirkte; weitere Engagements: 1905-07 am 
Deutsohen Theater Prag, 1907-08 und 1910-11 an der New Yor 
ker Metropolitan Oper, 1909-11 an der Berliner Kroll-Oper. 1914 
bis 1916 sang sie an der Hofoper von Dresden. Spater war sie bei 
Gastspielen in Amsterdam, Berlin, Brussel und Helsinki erfolgreich. 
Audi bei den Bayreuther Festspielen von 1904 1st sie aufgetreten. 
Man schatzte sie vor allem in den dramatisdien Partien ihres 
Stimmfacns, aber audi als Konzertsangerin; lebte nadi Beendigung 
ihrer Karriere in Nordamerika. 
Drei sehr seltene Schallplattenaufnahmen auf G & T (Prag, 1906). 

Lankow, Edward, Ba, * 1883 Tarrytown (USA), f 29. 1. 1940 New 
York; elgentlich Edward Rosenberg. Schxiler von Anna Lankow 
in New York, deren Namen er annahm. Debiitierte 1904 als Kon- 
zertsanger; 1905 rnadite er als assistant artist zusammen mit 
Adelina Patti eine Amerika-Tournee. Er kam dann nadi Europa 
und wurde 190608 Mitglied der Hofoper von Dresden; 190810 
sang er am Opernhaus von Frankfurt a. M., 191011 an der Wie 
ner Hofoper. 1912 wurde er an die Oper von Boston engagiert, 
folgte aber noch im gleichen Jahre einem Ruf an die New Yorker 
Metropolitan Oper (Antrittsrolle: Sarastro in der Zauberflote 
zusammen mit Emmy Destinn, Leo Slezak und Otto Goritz) . Diese 
Partie sang er in der Spielzeit 191213 nodi dreimal, betatigte 
sidi aber seit 1913 vorwiegend als Konzert-B assist. In der Saison 
192122 trat er an der Oper von Chicago als Marke im Tristan 
auf und gastierte anschlieEend an der Opera comique von Paris. 
Er gab relativ friih seine Karriere auf und wurde Padagoge in 
New York. 

Voluminb'se Bafistimme, von besonderer Schonheit in ihren tie- 
fen Lagen. 

Seltene Schallplatten auf HMV (Frankfurt a. M., 1908), eine elek- 
trisdie Platte auf HMV. 

Lanza, Mario, Tenor, * 31. 1. 1921 Italienerviertel von New York, 
f 7. 10. 1959 Rom; eigentlioh Alfredo Cocozza. In Philadelphia, 
wohin seine Eltern verzogen, arbeitete er zuerst als Transport- 
arbeiter, nahm aber bereits in seiner Freizeit Gesangunterricht. 



285 Lapeyrette 

Der Dirigent Sergej Kussewitzky vermittelte ihm ein Stadium 
am New England Conservatory in Boston, das aber durch den 
zweiten Weltkrieg unterbrochen wurde, den er als Soldat mit- 
madite. Nach Kriegsende schlug er sich als Gelegenheitsarbeiter 
durch. SchlieElich unternahm er Konzert-Tourneen mit einem 
Belcanto-Trio, das aus ihm, George London und Frances Yeend 
bestand. Ober Nacht wurde Mario Lanza bekannt, als er als Film- 
sanger in amerikanischen Tonfilmen auftrat (Der Fischer von 
Louisiana*, Alt-Heidelberg, Serenade>). 1951 hatte er in dem 
Film The great Caruso* einen Welterfolg, obwohl seine Stimme 
in gar keiner Weise mit der des unvergefilichen Enrico Caruso zu 
vergleichen war. Es gelang ihm jedoch nicht, die Opernbuhne zu 
betreten. Die ins MaSlose gesteigerte Publikumsbegeisterung und 
die Haltlosigkeit seiner Lebensruhrung brachten ihm ein jahes 
Ende. Seit 1956 lebte er in Rom, trat aber nur noch selten in Kon- 
zerten in Erscheinung. Mit 38 Jahren erlag er einem Herzschlag. 
Flatten der Marke RCA. 

Lapelletrie, Rene, Tenor, * 1883 Libourne (Departement Gironde), 
Studium bei Leopold Ketten und am Konservatorium von Genf. 
Debut 1908 am Theatre Trianon Lyrique in Paris. Sang 190911 
in Dijon, 191112 in Nizza, 191214 in Marseille. Seit 1911 
gastierte er fast alljahrlich in Vichy, wo er in den zwanziger 
Jahren sehr beliebt war. 1914 engagierte man ihn an das neu 
erofrnete Theatre des Champs-Elysees in Paris, wo er einen sen- 
sationellen Erfolg in Benvenuto Cellini* von Berlioz hatte. 1920 
bis 1924 feierte man ihn an der Opera comique von Paris. Dann 
folgten Gastspiele in Marseille, Nimes, Toulouse und Montpellier. 
1928 und 1929 sang er in Amsterdam, u. a. den Jose in Carmen, 
ist aber sonst kaum aufierhalb Frankreichs aufgetreten. Nach dem 
zweiten Weltkrieg war er wieder an der Opera comique tatig, wo 
er jetzt Buffo-Partien, zuletzt bis 1958 Comprimario-Rollen, sang. 
Lebt als Padagoge in Paris. 

Akustische Schallplatten der Marken Odeon und HMV; elektrische 
Aufnahmen: Titelrolle im Faust von Gounod in einer Kurzf as- 
sung der Oper auf Polydor (1931), Spalanzani in Homanns 
Erzalilungen auf Columbia (1946). 

Lapeyrette, Ketty, Alt, * 23. 7. 1884 Oloron, f 2. 10. 1960 Paris; 
Studium am Conservatoire von Paris bei Masson, Hettich und 
Bouvet. Debut 1908 an der Grand Opera Paris als Dalila in 
Samson et Dalila*. Sie blieb 30 Jahre hindurch die Erste Alti- 
stin dieses Operninstitutes, ist aber kaum aufierhalb der franzosi- 
schen Metropole aufgetreten. 1908 wirkte sie an der Grand Ope*ra 
in der Premiere der G6tterdammerung mit, 1914 in der fran- 
zosischen Erstauffiihrung des Rosenkavalier als Annina, 1914 
als Stimme aus der Hohe in der Premiere des Parsifal, 1921 in 
der Urauffuhrung der Oper Antar von Dupont. 1935 sang sie 
die Dalila zur Jahrhundertfeier von Saint-Saens. 1936 gastierte sie 



Lappas 286 

in Amsterdam, 1937 an der Londoner Coventgarden Oper. 1939 
verlieS sie die Buhne und unterrichtete seitdem am Conservatoire 
von Paris. 

Leider hat die Kiinstlerin ausschlieSIidi Pathe-Platten besungen, 
die au den heutigen Abspielgeraten nidit wiedergegeben werden 
konnen; hier sang sie u. a. vollstandige Opern (La Favorita*, 
Rigoletto). 

Lappas, Ulysses, Tenor, * 1881 Athen; ausgebildet am Konserva- 
torium von Athen. Nadi seinem Debiit 1913 in Athen setzte er 
das Gesangstudium in Italien fort und entfaltete dort eine erfolg- 
reiche Buhnenkarriere. 1917 sang er an der Mailander Scala in der 
Oper I1 Macigno* von de Sabata, 1918 am Teatro Regio von 
Parma in La fanciulla del West> von Puccini. 1919 erschien er an 
der Coventgarden Oper London, 1920 an der Oper von Kairo, 1925 
wiederum an der Coventgarden Oper als Partner von Maria Jeritza 
in Fedora von Giordano, 1933 abermals als Titelheld in Verdis 
Don Carlos*. Sehr beliebt war er in den zwanziger Jahren an der 
Oper von Monte Carlo. In den Spielzeiten 192122 und 192829 
Mitglied der Oper von Chicago. Gastspiele an den grofien italieni- 
schen Theatern, nodi 1934 san S er an der Scala in der Oper 
Ombra di Don Giovanni* von Lattuada. 193552 wirkte er an 
der Koniglichen Oper von Athen, seitdem Gesangpadagoge in der 
griechischen Hauptstadt. 

Die Schallplatten des Sangers, als dessen Glanzrolle der Ramirez in 
Puccinis Fanciulla del West> gait, erschienen exklusiv bei Co 
lumbia. 

Larsen-Todsen, Nanny, Sopran, * 2.8.1884 Hagby (Schweden); 
studierte am Koniglichen Konservatorium von Stockholm sowie 
in Berlin und Mailand. 1906 debutierte sie an der Koniglichen 
Oper von Stockholm als Agathe im Freischiitz. Nachdem sie an- 
fanglich lyrische Partien gesungen hatte, ging sie spater ins dra- 
matische Fach iiber. 1916 unternahm sie ihre ersten Auslandsgast- 
spiele, wurde aber erst weltbekannt, nachdem sie sich seit 1922 
auf den Wagnergesang spezialisiert hatte. 192324 bewunderte 
man sie an der Mailander Scala, 192527 an der Metropolitan 
Oper von New York; gastierte ferner an der Grand Opera von 
Paris, an den Staatsopern von Berlin, Wien, Mundien und Ham 
burg, in Kopenhagen, Amsterdam und Briissel. 192731 stand sie 
im Mittelpunkt der Bayreuther Festspiele, wo man sie vor allem 
als Isolde, aber auch als Bninnhilde im Ring-Zyklus feierte. Nach 
Beendigung ihrer Karriere wirkte sie als Padagogin in Stockholm. 
Die Pracht ihres Stimmaterials und die dramatische Intensitat ihrer 
Ausdruckskunst bewahrten sich in erster Linie im Wagnergesang. 
Schallplatten: Parlophon, Favorit, Columbia (hier vollstandiger 
Tristan aus Bayreuth, 1928). 

Lassalle, Jean, Bariton, * 14. 12. 1847 Lyon, f 7. 9. 1909 Paris; 
Schiller des Conservatoire national in Paris und von Novelli. 



287 Lattermann 

Debiitierte 1868 an der Oper von Liittidi. Nachdem er an den 
Opernhausern von Lille, Toulouse, Den Haag und Briissel aufge- 
treten war, kam er 1872 an die Grand Opera von Paris (An- 
trittsrolle: Titelheld in Rossinis Wilhelm Tell). Lange Jahre hin- 
durch gehorte er zu den prominentesten Mitgliedern dieser Biihne. 
187993 gastierte er alljahrlich in London, wo er sehr beliebt war. 
Er trat in mehreren wichtigen Urauffuhrungen von Opern auf, so 
in Paris in Le roi de Lahore> von Massenet (1877), in Polyeucte 
von Gounod (1878), in Henri VII1 von Saint-Saens (1883), in 
Briissel in cSigurd von Reyer (1884). 1892 wirkte er an der 
Grand Opera in der dortigen Erstauf funning von Samson et 
Dalila> von Saint-Saens mit. 189198 war er dann ein gefeiertes 
Mitglied der New Yorker Metropolitan Oper. Hier sang er neben 
Partien aus dem franzosischen und italienischen Repertoire audi 
den Hans Sachs in den Meistersingern und den Wolfram im 
Tannhauser. Nach Frankreich zuriidcgekehrt, sang er nodi 
einige Jahre in Paris, widmete sich aber seit 1901 der Lehrtatig- 
keit; 1903 wurde er Professor am Conservatoire national. 
An seiner Baritonstimme riihmte man neben der vollkommenen 
Beherrschung der Gesangtechnik die Wandlungsfahigkeit des Aus- 
dracks. 
Wenige Pathe-Zylinder, einige seltene Odeon-Platten. 

Laszlo, Magda, Sopran, * 1919 (?) Marosvasarhely (Siebenbiirgen); 
studierte am Franz-Liszt-Konservatorium in Budapest. Debiitierte 
1943 an der Nationaloper von Budapest. 1946 verliefi sie ihre un- 
garisdie Heimat und nahm ihren Wohnsitz in Rom. In Italien 
gab sie zuerst Konzerte zusammen mit dem Pianisten Luigi Cor- 
tese. Dann sang sie an den grofien italienischen Buhnen, darunter 
auch an der Mailander Scala und an der Oper von Rom. Gast- 
spiele und Konzerte trugen ihr in Deutsdiland, Osterreich, Frank 
reich, England, Holland und in der Schweiz grofie Erfolge ein. Bei 
den Festspielen von Glyndebourne feierte man sie als Alceste in 
der gleidmamigen Oper von Gluck, 1963 in L r incoronazione di 
Poppea* von Monteverdi. 1954 sang sie an der Coventgarden Oper 
London, wo sie oft gastierte, die Cressida in der Urauffuhrung 
der Oper VTroilus and Cressida* von William Walton. 1962 wirkte 
sie in Florenz in der Premiere der Oper I1 prigioniero> von 
Dallapiccola mit. Sehr geschatzt wird sie als Interpretin zeitge- 
nossischer Musik. 

Schallplatten: Nixa (Bach-Kantaten und vollstandige Matthauspas- 
sion), Capitol, HMV (Incoronazione di Poppea von Monte 
verdi) . 

Lattermann, Theodor, Bafi-Bariton, * 29. 7. 1886 Frankfurt a. M., 
t 4.^.1926 Seehof bei Berlin; studierte in Frankfurt a. M. und 
trat bereits mit 19 Jahren offentlich auf. Er war sehr vielseitig 
kiinstlerisch interessiert und betatigte sich auch als Maler und 
Bildhauer. 1907 erfolgte sein Buhnendebiit am Stadttheater von 



laubenthal ^ 88 

Barmen. 1908 kam er an die Oper von Hamburg, deren Mitglied 
er bis zu seinem Tode blieb. Gastspiele braditen ihm 1909-10 
bei der Gura-Oper in Berlin, in Koln, Amsterdam und Briissel und 
1920-21 an der Wiener Staatsoper groe Erfolge. 1922-24 unter- 
nahm er zusammen mit der German Opera Company eine Nord- 
amerika-Tournee, bei der auch seine Gattin, die gefeierte Altistin 
Ottilie Metzger-Lattermann, auftrat. 

Die Weite des Stimmumfanges erlaubte es dern Kiinstler, sowohl 
Ba- als auch Baritonpartien zu singen; er gait als vorziiglidier 
Mozart- und Wagner-Interpret. 
Edison-Zylinder, Parlophon- und Poly dor- Flatten. 

Laubenthal, Rudolf, Tenor, * 10. 3. 1886 Diisseldorf; studierte zu- 
erst Medizin an den Universitaten von Miinchen, Straburg und 
Berlin, nahm aber daneben Gesangunterricht. Als der Direktor 
des Deutsdien Opernhauses Berlin ihn horte, engagierte er ihn 
sogleich fur sein Opernhaus, wo Laubenthal 1913 debiitierte. Dort 
wirkte er bis 1918 und sang anschlieSend 1919-23 an der Miin- 
chener Staatsoper. 1922 gastierte er erfolgreidi an der Londoner 
Coventgarden Oper. Darauf wurde er 1923 an die Metropolitan 
Oper New York berufen (Antrirtspartie: Walther in den Meister- 
singern>). Bis 1933 bh'eb er Mitglied der Metropolitan Oper, wo 
er in einer Anzahl wichtiger Premieren sang (1924 Stewa in Je- 
nufa von Janacek, 1928 Menelas in Die agyptisdhe Helena* von 
R. Strauss, 1931 Babinski in Sdiwanda, der Dudelsackpfeifer* 
von Weinberger). Er gastierte an der Coventgarden Oper London, 
an den Staatsopem von Berlin und Wien, an den Opern von Chi 
cago und San Francisco. Nach dem zweiten Weltkrieg lebt er 
auf seinem Lands itz in Oberbayern. 
Heldische Tenorstimme, zumal im Wagner-Fach bedeutend. 
Schallplatten: Parlophon, HMV. 

Laurenti, Mario, Bariton, * 1890 Verona, t 7.3.1922 New York; 
eigentlich Luigi Cavadani. Er wurde zum Ingenieurstudium nach 
Deutschland geschickt. Dabei entdeckte man in Dresden seine 
Stirnme, und er begann hier sein Gesangsrudium. 1914 kam er 
nach Nordamerika und trat dem Chor der Metropolitan Oper bei. 
Man iibertrug ihm kleinere Partien; sein Debut als Solist erfolgte 
1916 als Wirt in Manon Lescaut von Puccini. Sechs Jahre 
blieb er an der Metropolitan Oper, wobei man ihm immer 
wichtigere Partien iibertrug. 192021 sang er als Erster Bariton 
bei der Scotti Opera Company. 1921 wirkte er an der Metro 
politan Oper in der Premiere von Korngolds Toter Stadt in 
der Rolle des Fritz als Partner von Maria Jeritza mit. Sein letz- 
tes Auftreten war am 20. 2. 1922 an der Metropolitan Oper als 
Fleville in Andrea Che"nier von Giordano. Zwei Wochen spater 
starb er an einer Gehimhautentzundung nach einer Pneumonie. 
Er hinterliefi viele Edison-Platten, auf denen sich eine schone lyri- 
sche Baritonstirnme prasentiert 



289 Laute-Brun 

Lauri-Volpi, Giacomo, Tenor, * 11. 12. 1892 Lanuvio bei Rom; stu- 
dierte zunachst Rechtswissenschaften, dann Gesang an der Acca- 
demia di Santa Cecilia bei Enrico Rosati, schlieSlich bei Antonio 
Cotogni in Rom. Debiitierte 1919 am Stadttheater von Viterbo als 
Arturo in 1 Puritani* von Bellini. In den folgenden Jahren hatte 
er seine ersten groSen Erfolge am Teatro Costanzi in Rom, in Flo- 
renz und Genua, am Teatro Colon von Buenos Aires und an der 
Oper von Rio de Janeiro. 1922 trat er erstrnalig an der Mailander 
Scala auf. 1923 wurde er an die New Yorker Metropolitan Oper 
berufen (Antrittsrolle: Herzog im Rigoletto*), deren Mitglied 
er bis 1933 blieb. Gastspiele trugen ihm an der Coventgarden Oper 
von London, an der Grand Opera von Paris, in Briissel und 
Monte Carlo, am Teatro Colon von Buenos Aires, nicht zuletzt 
aber an den groSen italienisdien Biihnen triumphale Erfolge ein 
Man feierte den Kiinstler bei den Festspielen in der Arena von 
Verona und beim Maggio musicale von Florenz, namentlidi aber 
an der Mailander Scala. Seit 1935 hatte er seinen Wohnsitz in 
Burjasot bei Valencia in Spanien. Wahrend des zweiten Weltkrie- 
ges trat er hauptsadilich in Italien und Spanien auf. Die Sdion- 
heit seiner Stimme blieb ihm ungewohnlidi lange erhalten; nodi 
jenseits des 60. Lebensjahres erschien er auf der Biihne. Er ver- 
offentlidite mehrere autobiographisdie Schriften (L'Equivoco, Mai- 
land, 1939; Cristalli viventi, Rom, 1948; A visa aperto, Mai- 
land, 1953) und eine vergleichende Darstellung von Stimmen der 
Gegenwart und der Vergangenheit (Voci parallele, Mailand, 1955). 
Verheiratet mit der spanischen Sangerin Maria Ros. 
Maditvolle, heldisdie Tenorstimme, vor allem im italienisdien Re 
pertoire zu Hause; der Kiinstler, den man auch als Darsteller 
schatzte, gait nach dem Tod von Caruso als einer der groSten 
Tend re seiner Zeit. 

Zahlreidie Platten der Marken Fonotipia, HMV, Brunswick, Victor, 
Cetra (u. a. vollstandiger Troubadour* und Luisa Miller*), Re 
mington (vollstandige La Boheme). 

Laute-Brun, Antoinette, Sopran, *i. 7. 1876 Nimes; Ausbildung 
am Conservatoire von Paris durch Duvernoy, Meldiissedec und 
Mangin. Debiit an der Grand Opera von Paris unter dem Namen 
Mile Laute als Helmwige in Die Walkiire im Oktober 1904. Bis 
1927 blieb sie Mitglied dieses Operninstituts. Zuerst sang sie 
kleinere Rollen, wobei sie eine ungewohnliche Vielseitigkeit bewies 
(so sang sie allein in der Inszenierung von Glucks Armida 1905 
nacheinander sedis versdiiedene Partien). 1907 heiratete sie den 
Komponisten Georges Brun und trat seither unter dem Namen 
Mme Laute-Brun auf. 1907 unternahm sie zusammen mit dem 
Bariton Jean Note eine Tournee durdi Belgien, ist aber sonst nidit 
im Ausland aufgetreten. Dagegen hatte sie eine sehr erfolgreidie 
Karriere an Biihnen in der franzosischen Provinz, wo sie oft grofie 
Partien aus dem dramatischen Fach sang. Man schatzte sie zugleich 
als Oratorien-Sopranistin. 



Lawrence 2 9 

Viele Schallplatten au G & T (Paris, 1904-05), Favorit (Paris, 
1906), Odeon sowie Edison-Zylinder. 

Lawrence, Marjorie, Sopran, * 17. 2. 1909 Dean's March bei Mel 
bourne; war Schulerin von Cecile Gilly in Paris. Debutierte 1932 
an der Oper von Monte Carlo als Elisabeth im Tannhauser. 
Kam 1932 an die Grand Opera von Paris, wo sie bis 1935 mit 
bedeutenden Erfolgen auftrat. 1935 wurde sie an die Metropolitan 
Oper New York bemfen, an der sie bis 1941 blieb. Gastspiele 
an der Londoner Coventgarden Oper und bei den Festspie- 
len von Zoppot bestatigten den groSen Ruf der Kunstlerin. 1941 
gastierte sie an der Oper von Mexico City und erkrankte don an 
Poliomyelitis. Diese Krankheit fiihrte zu einer Lahmung beider 
Beine. Mit ubermenschlicher Energie setzte sie ihre Karriere als 
Konzertsopranistin in Nordamerika fort. 1943 sang sie an der 
Metropolitan Oper die Partie der Venus im Tannhauser in einer 
Inszenierung, bei der sie sich nicht auf der Biihne zu bewegen 
braucnte. In ahnlicher Weise hat sie spater dann auch die Amneris 
in Aida dargestellt. 1948 sang sie in New York in einer kon- 
zertanten Auffuhrung der Elektra von R. Strauss die Titelpartie. 
Sie verdffentlichte ihre Memoiren unter dem Titel Interrupted 
Melody: the Story of my Life (New York, 1949), 1 954 wurde diese 
Selbstbiographie verfilmt (^Interrupted Melody ). 
Ihre Stimme ist auf HMV-, RCA- und Decca-Platten erhalten. 

Lazaro, Hip6lito, Tenor, * 13, 12. 1887 Barcelona. Seine Stimme 
wurde wahrend der Militardienstzeit entdeckt Ohne eigentliches 
Studium debiitierte er 1911 am Teatro Novidades in Barcelona, 
Nach Studien bei Ernesto Colli in Mailand sang er 1913 in London 
und Manchester unter dem Namen Antonio Manuele. Erregte erstes 
Aufsehen 1913 an der Mailander Scala in der Urauffiihrung der 
Oper Parisina von Mascagni. Die Kritik verglich die Stimme des 
jungen Sangers mit ihrer metallisch aufstrahlenden Hohe mit der 
des unvergefilichen Tenors Giovanni Battista Rubini (17951854). 
In Italien wurde seine Karriere wesentlich durch Pietro Mascagni 
gefordert. 1918 kam er an die New Yorker Metropolitan Oper 
(Antrittsrolle: Herzog im Rigoletto). Hier hatte er 1918 einen 
sensationellen Erfolg als Arturo in I Puritani von Bellini. Es 
folgten Gastspiele in aller Welt, wobei er besonders in Spanien 
und Siidamerika bewundert wurde. Man feierte ihn an der Wiener 
Staatsoper, an der Nationaloper von Budapest, am Teatro Colon 
von Buenos Aires, am Teatro Real von Madrid, am Teatro Liceo 
von Barcelona, an der Oper von Mexico City, an der Oper von 
Havanna und an den groSen italienischen Biihnen. 1921 und 1929 
trat er bei den Festspielen von Verona auf. Am 20. 12. 1924 sang 
er an der Mailander Scala in der Urauffiihrung der Oper La cena 
delle beFe von Giordano, 1920 am Teatro Costanzi in Rom in 
der Urauffiihrung von I1 piccolo Marat von Mascagni. Wahrend 
des spanischen Burgerkrieges war er kurze Zeit Direktor des Teatro 



291 Leffler-Burckhard 

Liceo von Barcelona. 1940 gab er in New York sein Abschieds- 
konzert; 1944 trat er nochmals am Teatro Liceo von Barcelona, 
1950 an der Oper von Havanna auf. Lebt jetzt in Barcelona. 
Schallplatten: HMV, Columbia. 

Lazzari, Virgilio, Bali, * 20. 4. 1887 Assisi, 1 4. 10. 1953 Castel Gan- 
dolfo; zuerst Operettensanger bei der Gesellschajft Vitale Com- 
pagnia, dann 191113 Gesangstudium bei Antonio Cotogni in 
Rom. Debiitierte 1914 in Rom; 1915 in Stidamerika, 1916 an der 
Oper von Havanna erfolgreich, kam dann an die Oper von Bo 
ston. In Nordamerika erreichte seine Karriere den Hohepunkt. 1918 
bis 1932 war er der gefeierte Erste Bassist der Oper von Chicago; 
sang fast alljahrlich an der Sommer-Oper von Ravinia bei Chi 
cago. Gastspiele fuhrten ihn 1920 an das Teatro Col6n von 
Buenos Aires, 1926 an die Oper von Havanna. 1932 kam er nadi 
Italien zuriick, wo er seit 1915 nicht mehr gesungen hatte. An 
der Mailander Scala bewunderte man ihn jetzt in L'Amore dei 
tre Re von Montemezzi. 1933 wurde er an die Metropolitan Oper 
New York berufen (Antrittsrolle: Don Pedro in L'Africame 
von Meyerbeer als Partner von Rosa Ponselle). Sang bis 1940 und 
nochmals 194350 an der Metropolitan Oper. Glanzende Brfolge 
hatte der Kiinstler bei den Salzburger Festspielen. Hier sang er 
1934 den Leporello im Don Giovanni*-, 1936 den Pistol im FaI- 
staff, 193739 diese beiden Rollen und den Bartolo in ^Figaros 
Hochzeit*. 1950 verabschiedete er sich an der Metropolitan Oper 
als Leporello von der Biihne, sang dann aber noch einige Vorstel- 
lungen in Philadelphia sowie im April 1953 an der Oper von Genua 
den Archibaldo in L'Amore dei tre Re, eine seiner Glanzrollen. 
Wenige Schallplatten der Marken Edison und Vocalion; es sind 
jedoch zahlreiche Privat-Aufnahmen aus der Metropolitan Oper 
zum Vorschein gekommen. 

Leffler-Burckhard, Martha, Sopran, * 16. 6. 1865 Berlin, 1 14. 5. 1954 
Wiesbaden; studierte bei Anna vonMeixner in Dresden und Pauline 
Viardot-Garcia in Paris. Debut 1888 am Stadttheater von StraJS- 
burg. Sie sang in den Jahren 188990 am Opernhaus von Breslau, 
189192 am Opernhaus von Koln, 189397 am Stadttheater von 
Bremen, In Bremen heiratete sie den Schauspieler Hermann Leff- 
ler. 189899 war sie am Hof theater von Weimar, 190012 am 
Hoftheater von Wiesbaden und 191318 an der Berliner Hofoper 
engagiert. In den Jahren 189293 hatte sie bei einer Nordamerika- 
Tournee bedeutende Erfolge. Man schatzte die Kiinstlerin vor al- 
lem als grofie Wagner-Interpretin; als solche erwies sie sich auch 
bei den Festspielen von Bayreuth, wo sie 190608 die Kundry im 
Parsifal, die Sieglinde in der Walkiire und die Ortrud im 
Lohengrin sang. Im Jahre 1908 kam sie fur eine Spielzeit an 
die New Yorker Metropolitan Oper. 191819 war sie am Deut- 
schen Opernhaus Berlin engagiert; sie war spater als Padagogin 
in Berlin tatig. 



Lehmann 2 9 2 

Von ihrer Stlmme existiert eine einzige, aufierst seltene Aufnahme 
auf Berliner Records (Wiesbaden, 1900-01). 

Lehmann, Lilli, Sopran, * 24. 11. 1848 Wiirzburg, f 17. 5. 1929 Ber 
lin; ihre Mutter, Maria Theresia Lehmann-Low (1809-1885) war 
Sangerin und Harfenistin, ihr Vater war der Tenor Karl August 
Lehmann. Wie sie wurde auch ihre jiingere Sdiwester, Marie Leh- 
mann (1851-1931), eine gefeierte Opernsangerin. Lilli Lehmann 
verbradite ihre Kindheit in Frag und wurde durdi ihre Mutter 
ausgebildet. 1867 debiitierte sie am Landestheater Prag als Erster 
Knabe in der Zauberflote. 1868 kam sie an das Stadttheater von 
Danzig, 1896 an das Opernhaus von Leipzig. 1870 gastierte sie an 
der Hofoper von Berlin als Konigin Marguerite in den Hugenot- 
ten von Meyerbeer und war dann ab 1870 Mitglied dieses Opem- 
hauses, wo sie triumphale Erfolge hatte. Bei den ersten Bayreuther 
Festspielen 1876 ubertrug Richard Wagner ihr die Partien der 
Woglinde, der Ortlinde und des Waldvogels im Ring-Zyklus; 
1896 sang sie nochmals in Bayreuth, diesmal jedoch dieBriinnhilde. 
Bei Gastspielen in London, Paris, Prag, Stockholm und Wien hul- 
digte man der Ktinstlerin wie einer Konigin. 1886 folgte sie einem 
Ruf an die Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle : Sulamith 
in Die Konigin von Saba von Goldmark), wobei sie ihren Ber 
liner Kontrakt brach. An der Metropolitan Oper blieb sie bis 1891 
und fiigte jetzt audi die hodidramatischen Partien in ihr ohnehin 
unersdiopflidies Repertoire ein; sie sang von der Koloraturrolle 
bis zur Wagner-Heroine insgesamt 170 Partien. 1888 heiratete sie 
den Tenor Paul Kalisch (1855-1946). 1891 kam sie nach Berlin 
zuriidc und konnte trotz ihres Kontraktbradis durch Vermittlung 
Kaiser Wilhelms II. wieder Mitglied der Hofoper Berlin werden. 
Der Einflufi, den die Kiinstlerin auf das Musikleben ihrer Zeit 
nahm, war aufierordentlidi. Auf ihre Anregung gingen die Salz- 
burger Mozart-Feste der Jahre 19011910 zuriick, bei denen sie 
als Sangerin auftrat und Regie fuhrte. Seit 1926 hielt sie am Salz- 
burger Mozarteum beruhmte Gesangkurse ab. Ihre Karriere gehort 
zu den langsten iiberhaupt; nodi mit 70 Jahren ist sie aufgetreten, 
zuletzt allerdings nur noch als Liedersangerin. Sie schrieb gesang- 
padagogisdie Werke und eine Selbstbiographie Mein Weg (Leipzig, 
1913). 

Eine der grofiten Gestalten in der Geschichte der Gesangskunst, 
unubertroffen in der Universalitat ihrer Begabung und in dem tie- 
fen kiinstlerischen Ernst, mit dem sie sich jeder Aufgabe widmete. 
Von ihr existieren zwei wertvolle Serien Aufnahmen auf Odeon. 
(Berlin, 190507), die unter einem besonderen blauen Etikett er- 
sdiienen. 

Lehmann, Lotte, Sopran, * 27. 2. 1888 Perleberg (Mark Branden 
burg); Studium in Berlin bei Erna Thiele, Helene Jordan und Mat- 
hilde Mallinger. Debiitierte 1910 an der Oper von Hamburg. Dort 
hatte sie ihren ersten groSen Erfolg als Elsa im Lohengrin. 1914 



293 Leider 

wurde sie an die Wiener Hofoper berufen, und in Wien fand sie 
ihre eigentlidie kunstlerische Heimat. Sie wurde, obwohl sie nidit 
aus Wien gebiirtig war, fiir eine ganze Generation zur wiene- 
rischsten aller Sangerinnen*. Am 10. 10. 1919 sang sie an der Wie 
ner Oper in der Urauffuhrang der Ridiard-Strauss-Oper Die Frau 
ohne Schatten* die Partie der Farbersfrau; am 4. 11. 1924 wirkte sie 
an der Staatsoper von Dresden in der UraufMhmng der autobio- 
graphischen Oper ^Intermezzo* von R. Strauss mit, 1922 unter- 
nahm sie eine Sudamerika-Tournee. Regelmafiig gastierte sie an 
der Coventgarden Oper London; in Paris und Stockholm, in Ber 
lin und Dresden huldigte man der grofien Kunstlerin. 2.930 sang 
sie erstmalig in Nordamerika, und zwar an der Oper von Chicago. 
1934 wurde sie an die Metropolitan Oper New York berufen (An- 
trittsrolle: Sieglinde in der Walkure mit Lauritz Melchior 
als Partner). Bis zu ihrem Abschied von der Biihne im Jahre 1945 
blieb sie jetzt ein gefeiertes Mitglied dieses bedeutendsten ameri- 
kanischen Opernhauses. 1938 loste sie ihren Vertrag mit der Wie 
ner Staatsoper und lebte seither in Nordamerika. 1945 gab sie ihre 
Btihnenlaufbahn auf, 1951 gab sie ihre letzten Konzerte; lebt in 
Santa Barbara in Kalifornien. Sie veroffentlidite mehrere selbstbio- 
graphische und padagogische Schriften (Anfang und Aufstieg, 
Wien Leipzig Zurich, 1937; My Many Lives, New York, 1948; 
More than Singing, New York, 1945) und einen Roman Orplid, 
mein Land. 

Lotte Lehmann besaS eine der sdionsten Srimmen des 20. Jahrhun- 
derts, gleichbedeutend durch die ausgewogene, geschmackvolle 
Musikalitat ihres Votrages wie durdi die frische Natxirlidikeit ihres 
Singens. Neben ihrer glanzvollen Laufbahn als Opernsangerin stand 
eine zweite, nidit minder glanzende Karriere als Lied-Interpretin. 
Prachtvolle Platten der Marken Polydor (Kurzfassung des Rosen- 
kavalier), Odeon, HMV (I. Akt Walkure) sowie RCA; dazu 
Privat-Aufnahmen aus der MetroDolitan Oper. 
Leider/ Frida, Sopran, * 18. 4. 1888 Berlin; zuerst arbeitete sie als 
Angestellte in einer Berliner Bank, studierte aber in ihrer Freizeit 
Gesang, Sie sdilofi ihre Ausbildung bei Otto Schwarz in Berlin 
ab. 1915 debiitierte sie am Stadttheater von Halle (Saale) als Ve 
nus im Tannhauser. 191619 war sie am Stadttheater von Ro 
stock engagiert, sang dann am Opernhaus von Konigsberg und an 
der Staatsoper von Hamburg. 1924 wurde sie an die Berliner 
Staatsoper berufen. Hier feierte sie bald groSe Triumphe. Sie ga 
stierte an der Mailander Scala, an der Grand Opera von Paris, an 
den Staatsopern von Wien, Miinchen und Stuttgart, in Stockholm, 
Amsterdam und Briissel und an der Oper von Chicago. 192438 
war sie jedes Jahr an der Londoner Coventgarden Oper zu Gast, 
wo sie sehr beliebt war. Seit 1928 feierte man sie bei den Bayreu- 
ther Festspielen. Sie gait allgemein als die bedeutendste Wagner- 
Sopranistin ihrer Generation, hatte aber auch in anderen Partien 
aus dem hochdramatischen Fach glanzende Erfolge. 193234 sang 



Leisner 2 94 

sie an der Metropolitan Oper New York. Gegen Ende ihrer Kar- 
riere hatte die groge Sangerin in Deutschland Schwierigkeiten, 
well ihr Gatte, der Geiger Rudolf Dernan, ]ude war und schlieS- 
lich in die Schweiz fluchten muSte, Trotz aller Drohungen lehnte 
die Kiinstlerin jedoch eine Trennung von ihm ab. Nach dem zwei- 
ten Weltkrieg gab sie nur nodi gelegentlich Konzerte, inszenierte 
jedoch Opern an der Berliner Staatsoper und betatigte sich auf 
padagogischem Gebiet, 1945-52 leitete sie das Gesangstudio der 
Berliner Staatsoper, 194858 war sie Professorin an der Musik- 
hochschule Berlin. Sie veroffentlichte ihre Erinneningen unter dem 
Titel Das war mein Teil (Berlin, 1959)- 

Dramatische Sopranstimme von grofier Schonheit; eine der gro- 
ten Wagner-Sangerinnen aller Zeiten. 
Ihre Schallplatten erschienen bei Polydor und HMV. 
Leisner, Emmi, Alt, * 8. 8. 1885 Flensburg, f 12. i. 1958 Flens- 
burg; studierte in Berlin bei Helene Breest 1911 gab sie in Berlin 
ihre ersten Konzert- und Liederabende, die sogleich eine unge- 
wohnlidie Beaditung fanden. 1913-21 war sie Mitglied der Ber 
liner Hofoper. Danacii gehorte sie der Berliner Volksoper an und 
war 1924 Z5 am Deutschen Opernhaus Berlin-Charlottenburg en- 
gagiert. 1912 sang sie den Orpheus in der gleichnamigen Oper 
von Gludc in den beriihmten Auffuhrungen von Jaques-Dalcroze 
in Hellerau. Im iibrigen wurde sie jedodi vor allem als Konzert- 
Altistin bekannt. Sie gait als eine der bedeutendsten Lied-Inter- 
pretinnen ihrer Generation, dazu war sie eine groSe Bach- und 
Handel-Sangerin. Ihre Konzert- und Liederabende wurden in aller 
Welt zu Honepunkten im jahrlichen Musikleben. Bei den Festspie- 
len von Bayreuth bewunderte man ihre Kunst des Wagner-Gesan- 
ges vor allem in der Partie der Erda. Seit 1939 lebte die Kiinst 
lerin in Kampen auf der Insel Sylt. 

Tiefe, hochmusikalische Altstirnme, deren dunkler Bronzeton eben- 
so gesdiatzt wurde wie die Stilsicherheit ihres Vortrages, 
Sdione Schallplatten der Firmen Odeon, Polydor, HMV und DGG, 
unveroffentlidrite Edison-Platten. 

Lemeshew, Sergej, Tenor, * 1902 im Dorf Stare Knjazewo (russi- 
sches Gouvernement Twer), Wollte zunadist Offizier werden und 
besud^te eine Militarakademie. Dort wurde man auf seine Stimme 
aufmerksam und schickte ihn auf das Konservatorium von Mos- 
kau. Er war 192125 Schiller von N. C. Raj skis, spater auch von 
Stardslawski in der Gesangklasse des Moskauer Bolschoj Theaters. 
1926 debiitierte er am Stadttheater von Swerdlowsk. Ober das 
Opernhaus von Tiflis kam er 1931 an das Bolschoj Theater von 
Moskau, dem er langer als 30 Jahre angehorte. Er gait bald als der 
bedeutendste russische Tenor seiner Zeit und gab Gastspiele und 
Konzerte in den Metropolen RuSlands. Wurde von der sowjetischen 
Regierung mit dem Leninorden und dem Stalinpreis ausgezeichnet 
und erhielt den Titel ^Volkskiinstler der UdSSR. Professor am 
Konservatorium in Moskau. 



295 Leonard 

Schon gebildete, ausdrudcsreidie lyrische Tenorstimme, vor allem 
in den Partien der russisdien Opemliteratur bewundert 
Sdiallplatten der staatlichen sowjetischen Sdiallplattenproduktion, 
darunter vollstandige Opern (u. a, Eugen Onegm). 

Lemnitz, Tiana, Sopran, * 26. 10. 1897 Metz; Gesangstudium an der 
Musikschule von Metz und am Hoch'schen Konservatorium in 
Frankfurt a. M. bei Anton Kohmann. Debiitierte 1920 am Stadt- 
theater von Heilbronn, 192128 sang sie am Stadttheater von 
Aachen, 192834 am Opernhaus Hannover. Seit 1931 standiger 
Cast an der Dresdener Staatsoper, 193455 gefeiertes Mitglied der 
Staatsoper Berlin. Hier sang sie 1935 in der Urauffiihrung von 
Graeners Prinz von Homburg*. Triumphale Erfolge bei Gastspie- 
len in Wien und Mxinchen, an der Coventgarden Oper London 
(1936, 1938), am Teatro Colon von Buenos Aires (1936, 1950), 
in Ajnsterdam, Briissel, Warschau und Prag. 1938 erhielt sie einen 
Ruf an die Metropolitan Oper New York, dem sie jedoch nidit 
Folge leisten konnte. Bei den Festspielen von Salzburg bewunderte 
man 1939 ihre Agathe im Freischutz von Weber. Audi als Kon- 
zertsangerin hoch angesehen; lebt in Berlin. 
Eine der schonsten Sopranstimmen ihrer Zeit; man rahmte neben 
der feinsinnigen, durchgeistigten Art ihres Vortrages die Subtili- 
tat ihrer Ausdruckskunst. 

Aufnahmen auf Polydor, HMV (Zauberflote), DGG, Urania 
(Meister$inger, Rosenkavalier) . 

Lenz, Friedrich, Tenor, * 1926 im Westerwald, geriet im zweiten 
Weltkrieg in russische Kriegsgefangenscnaft. Nadi seiner Riickkehr 
Gesangstudium bei Clemens Glettenberg in Koln. Debut als Tenor- 
Buffo und lyrischer Tenor 1953 am Opernhaus Diisseldorf, dem er 
bis 1955 angehorte. 195557 in Wuppertal, seit 1957 an der 
Staatsoper von Miindien engagiert; auch bedeutend als Konzert- 
sanger, 

Schallplatten: Electrola (Die lustigen Weiber von Windsor^), 
DGG (Fidelio), Ariola (David in den Meistersingern). 

Leonard, Lotte, Sopran,* 3. 12. 1884 Hamburg; Schulerin des Stern'- 
schen Konservatoriums in Berlin. Sie begann ihre Karri ere im Jahre 
1910 und hatte bald als Konzertsopranistin grofie Erfolge. Einmal 
sdiatzte man sie als Bach- und Handel-Interpretin, zum anderen 
ihren Vortrag zeitgenossischer Musik. Ihre eigentliche Bedeutung 
lag jedoch auf dem Gebiet des Liedgesanges. Sie lebte in Berlin. 
Ausgedehnte Konzertreisen fiihrten sie nach Holland, Belgien, 
Frankreich, Italien, in die Schweiz, nach Schweden und Polen. Audi 
in Nord- und Siidamerika hatte sie glanzende Erfolge. Auf der 
Biihne ist sie nicht aufgetreten. Im Jahre 1933 mulite die grofie 
Kiinstlerin, zusammen mit ihrem Gatten, dem Musikforscher und 
-schriftsteller Heinrich Lewy (t 1940), Deutschland verlassen und 
war dann von 193340 als Professorin am Conservatoire national 
in Paris tatig. 1940 fluchtete sie bei der Besetzung Frankreichs 



Leonhardt 2.96 

dutch die deutschen Tnippen nadi Nordamerika, wo sie als Leh- 
rerin an der Juilliard Musiksdiule und am Mannes College in New 
York wirkte. 

I lervorragend geschulte, ausdrucksvolle Sopranstimme. 
Schallplatten : Homochord, Ultraphon, Odeon. 
teonhardt, Robert, Bariton, "1877, f 2.2. 1923 New York; debii- 
tierte 1898 am Stadttheater von Linz a. d. Donau. 1905-09 sang 
er am Deutschen Theater von Prag, 1909-11 am Stadttheater von 
Briinn, 1911-13 an der Wiener Volksoper. 1909 Gastspiel an der 
Hofoper von Wien, 1910 an der Gura Sommer-Oper in Berlin als 
Beckmesser in den *Meistersingem und als Alberioh im Ring- 
Zyklus. 1913 folgte er einem Ruf an die Metropolitan Oper New 
York (Antrittsrolle: Vater in HanseI und Gretel). Hier sang er 
zumeist kleinere Partien, wurde aber auch als Alberich und als 
Papageno eingesetzt. 1915 wirkte er an der Metropolitan Oper in 
der Urauffiihrung von Giordanos Oper Madame Sans-Gene mit. 
Beim Kriegseintritt der USA veranderte er seinen Namen in Robert 
Leonard, mufite aber 1918 wegen seiner 6sterreichischen Staats- 
angehorigkeit sein Engagement an der Metropolitan Oper auf- 
geben. 1920 kam er wieder an dieses Operninstitut, wo er bis kurz 
vor seinem Tod Comprimario-Rollen sang. 

Robert Leonhardt ist weniger durch seine Karriere als durch die 
Tatsache von Bedeutung, da er zahllose Schallplatten hinterlassen 
hat; er soil von alien Kiinstlern der akustischen Flatten- Ara die 
meisten Aufnahmen gemacht haben. Dabei handelt es sich viel- 
fadi um Unterhaltungsmusik, aber audi urn Arien aus alien Be- 
reidien der Opernliteratur. Diese Aufnahmen kamen auf G & T 
(Berlin, 190105) und Columbia (Berlin, 190305) heraus, in 
Amerika erschienen Columbia- und Victor-Flatten sowie Edison- 
Zylinder. 

Leprestre, Julien, Tenor, * 27. 4. 1864 Paris, 1 1909 Paris; Gesang- 
studium am Conservatoire von Paris 188790 bei Bussine. Debut 
1890 in Rouen als Faust von Gounod. Dann wirkte er an der Oper 
von Briissel, 1894 kam er an die Opera comique von Paris. Hier 
sang er 1897 in der Urauffuhrung von Massenets Sapho die 
Rolle des Jean Gaussin. Seitdem gait er als einer der Lieblings- 
sanger von Massenet. 1899 verliefi er die Opera comique und sang 
in den folgenden Jahren am Theatre Lyrique in Paris und an 
franzosischen Opernhausern in der Provinz. 
Einige sehr seltene Schallplatten der Marke Odeon (Paris, 1905). 
Lewis, Mary, Sopran, * 7. 1. 1900 Hot Springs (Arkansas), 1 31. 12. 
1941 New York; mit 18 Jahren verliefi sie ihr Elternhaus, eine 
Methodisten-Familie, und schlofi sich einer Vaudeville-Gesellschaft 
an. Dann sang sie in San Francisco in Kabaretts und gehorte zu 
den Bathing Beauties der Christie Comedies in San Francisco. 
Anschliefiend trat sie in New York in Operetten und Revuen auf, 
studierte dann aber Gesang bei William Thorner in New York und 



297 Licette 

bei Jean de Reszke in Paris. Operndebiit 1923 an der Wiener Volks- 
oper als Marguerite im Faust* von Gounod, Es folgten Gastspiele 
in Berlin und Monte Carlo. 1924 wurde sie Mitglied der British 
National Opera Company; mit ihr sang sie 1924 in London in der 
Urauffuhrung der Oper Hugh the Drover> von Vaughan-Wil- 
liams. 1925 ersdiien sie an der Opera comique von Paris. 1926 bis 
1930 war sie Mitglied der Metropolitan Oper New York (Antritts- 
rolle: Mimi in La Boheme*). Kurze Zeit war sie mit dem beriihm- 
ten Ba-Bariton Michael Bohnen verheiratet. Als der Tonfilm auf- 
kam, glaubte man, dafi sie hier eine groSe Karriere haben wiirde, 
die jedodi nidit zustande kam. 
Interessante Aufnahmen au HMV und Victor. 

Lewis, Richard, Tenor, * 10. 5. 1914 Manchester; sang als Kind in 
einem Knabenchor, ausgebildet am Royal Conservatory von Man 
chester und in London. Deburierte 1939 bei der Carl Rosa Opera 
Company als Graf Almaviva im Barbier von Sevilla; im zwei- 
ten Weltkrieg Soldat. Erst 1945 konnte er seine Karriere fortset- 
zen, und zwar unternahm er zuerst eine Konzert-Tournee durch 
Belgien. 1948 sang er an der Sadler's Wells Oper in London und 
hatte im gleichen Jahre an der Londoner Coventgarden Oper als 
Titelheld in Peter Grimes* von Benjamin Britten grofien Erfolg. 
Bei den Festspielen von Edinburgh wirkte er 1948 als Don Ottavio 
im Don Giovanni* mit, in Glyndebourne sang er 1950 den Fer- 
rando in Cosi fan tutte, 1951 den Titelhelden in Mozarts Ido- 
meneo*. Es folgten Gastspiele in Holland, Belgien und Frankreich. 
1954 kreierte er in der Londoner Urauffuhrung von Troilus and 
Cressida von William Walton als Partner von Magda Laszlo den 
Troilus. 1955 sang er erstmalig an der Oper von San Francisco, 
an der er seither alljahrlich auftrat. 

Die hohe Musikalitat seiner Stimmfuhrung und die Subtilitat sei 
ner Ausdruckskunst bewahrten sich zumal im Mozart-Repertoire; 
sehr geschatzt als Oratorien- und Liedersanger. 
Viele Flatten der Marken HMV, RCA (u. a. Fliegender Hollan 
der* vollstandig), Columbia. 

Licette, Miriam, Sopran, * 9. 9. 1892 Chester; entstammte einer eng- 
lisch-franzosischen Familie. Ausbildung durch Mathilde Marches! 
und Jean de Reszke in Paris und durch Sabattini in Mailand. 
Debutierte 1913 in Rom als Butterfly und sang dann an der Oper 
von Genua. Wahrend des ersten Weltkrieges war sie die eigent- 
liche Primadonna der Beecham Opera; sie gastierte mit diesem 
Ensemble 1919 in der Londoner Coventgarden Oper. 1920 sang 
sie an der Coventgarden Oper die Eurydike in Glucks Orpheus 
als Partnerin von Clara Butt. Seit 1922 gehorte sie der British 
National Opera Company an, wo sie ihren grdfiten Erfolg als Des- 
demona in Othello hatte. 192829 wirkte sie abermals an der 
Coventgarden Oper. 1938 gab sie ihre Buhnenkarriere auf und 
griindete in London eine Opernschule. 



Ihre schon gebildete, nach der Mar&esi-Methode geschulte Stirnme 
1st in akustischen Aufnahmen auf HMV, in elektrisdien auf Co 
lumbia erhalten. 

Lichtegg, Max, Tenor, * 1910 Buczacz (Polen); debutierte 1936 am 
Stadttheater von Bern, dem er bis 1938 angehorte 1938-40 sang 
er am Stadttheater von Basel seit 1940 am Stadttheater von Zu 
rich, wo er sehr popular wurde. Gastspiele fuhrten ihn an die 
Staatsoper von Wien und 1948 an die Oper von San Francisco. 
1951 sang er in Zurich in der deutschen Erstauffuhrung von Stra- 
winskys The Rake's Progress*. Sehr groge Erfolge erzielte er als 
Operetten-, vor allem aber als Liedersanger. Man feierte ihn in 
den Konzertsalen in Holland, Belgien, England, in Nordamer&a 
und in der Schweiz. 

Seine schdne lyrische Tenorstimme ist in der Hauptsache auf Decca 
(Operetten- und Lieder-PIatten) zu horen. 

Liditenstein, Eduard, Tenor,* i. 4- ^889 Karlsbad, 1 9. 1. 1953 Ham 
burg; Sohn des Baritons Joseph Liditenstein; ausgebildet am 
Stern'schen Konservatorium in Berlin bei Nikolaus Rothmuhl De 
butierte 1908 an der Oper von Hamburg als Georg im Waffen- 
schmied* von Lortzing. Bis 1915 blieb er an der Hamburger Oper, 
wo man ihn zumal als Buffo-Tenor schatzte; als seine Glanzrolte 
gait der David in den Meistersingern. Diese Partie sang er auch 
1910 an der Londoner Coventgarden Oper. 1910 studierte er noch- 
mals bei Jean de Reszke in Paris. Er sang an der Gura-Sommer- 
Oper in Berlin und wurde 1915 an die Berliner Stadtische Oper 
verpflichtet. In den zwanziger Jahren wandte er sich der Operette 
zu und wurde in Berlin in vielen Operetten-Auffuhrungen ge- 
feiert. Er war der Lieblingssanger von Eduard Kunnecke. 1933 
mute der Kunstler als Jude Deutschland verlassen. Er emigrierte 
nach Holland und wurde Gesanglehrer am Konservatorium von 
Amsterdam. Unternahm dann erfolgreiche Tourneen durch Hol 
land, Belgien und die Schweiz. Audi nachdem Holland 1940 durch 
die deutschen Trappen besetzt worden war, konnte er weiter sei 
ner Lehrtatigkeit nachgehen. 1950 trat er nochmals in Operetten 
und auch im Konzertsaal auf; so gab er Konzerte in Hamburg und 
in der Schweiz. 

Schallplatten: HMV, Pathe, Edison-Zylinder, Odeon, Parlophon, 
Ultraphon. 

Lieban, Julius, Tenor, * 19. 2. 1857 Lundenburg (Mahren), t i. 2. 
1940 Berlin; mehrere seiner Briider wurden wie er Sanger. Zuerst 
spielte er als Geiger in einer Zigeunerkapelle, dann studierte er 
Gesang bei Joseph Gansbacher in Wien. 1878 erfolgte sein Debiit 
am Opernhaus von Leipzig, dem er bis 1881 angehorte. 188283 
unternahm er eine gro^e Tournee mit Angelo Neumanns wan- 
derndem Wagner-Theater. 1882 wurde er an die Berliner Hofoper 
verpflichtet, deren gefeierter Tenor-Buffo er bis 1912 blieb. Man 
bewunderte vor allem seine unvergleichliche Darstellung des Mime 



299 Lindermeier 

im Ring-Zyklus. Beim Salzburger Mozart-Fest von 1910 sang er 
den Monostatos in der Zauberfl6te. 191215 war er an der 
Stadtischen Oper Berlin engagiert, sang aber seit 19x5 wieder 
haufig als Cast an der Berliner Staatsoper. Noch 1933 hat er an 
diesem Opernhaus den Mime gesungen. Bei Gastspielen war der 
Kiinstler an vielen groen Opernbuhnen in ganz Europa erfolg- 
reich. Er war spater in Berlin als Gesanglehrer tatig. Obwohl er 
Jude war, liefi man ihn wahrend des Nationalsozialismus einiger- 
mafien unbehelligt. Er war verheiratet mit der Sopranistin Helene 
Lieban-Globig. 

Schallplatten: G & T (Berlin, 1903-07), Odeon (Berlin, 1905), 
HMV, Beka und Polydor. 

Liebenberg, Eva, Alt, * 15. 2. 1890 Stettin; Studium bei Hugo Rasch 
in Berlin. 192123 war sie am Stadttheater von Koburg engagiert. 
Dann nahm sie in Berlin ihren Wohnsitz und wurde eine bekannte 
Konzert- und Oratoriensangerin. Als solche hatte sie in Deutsch- 
land wie im Ausland wichtige Erfolge. Auf der Biihne erschien sie 
nur ausnahmsweise; so sang sie bei den Bayreuther Festspielen 
der Jahre 192728 die Erda und eine der drei Nornen im Ring- 
Zyklus. 1933 muSte sie als Jiidin ihre Karriere in Deutschland auf- 
geben. Seit 1947 lebt sie als Padagogin in Hilversum (Holland). 
Ihre iippige, ausdrucksreidie Altstimme wurde auf Ultraphon 
(Telefunken) aufgenommen. 

Ligabue, Ilva, Sopran, * 1928 Reggio Emilia, ausgebildet in der 
Opernschule der Mailander Scala. Nach ersten Erfolgen an italie- 
nischen Theatern gastierte sie in Deutschland und England. 1957 
bis 1960 bewunderte man bei den Festspielen von Glyndebourne 
ihre Fiordiligi in Cosi fan tutte. 1961 feierte man sie an der 
Scala in der Titelpartie der Oper ^Beatrice di Tenda von Bellini, 
1961 an der Oper von Chicago als Margherita in Mefisto- 
fele von Boito. Sie sang ferner an der Oper von Dallas, am 
Teatro Colon von Buenos Aires, in Briissel und bei den Festspie 
len von Wiesbaden und Aix-en-Provence. 1963 war sie bei der 
American Opera Society in New York engagiert, im November 
1963 Gastspiel an der Wiener Staatsoper. Auf der Biihne be 
wunderte man neben der Schonheit ihrer lyrischen Stimme ihre 
aparte Buhnenerscheinung; verheiratet mit dem Ba-Bufo Paolo 
Pedani. 

Schallplatten: Philips, Bertelsmann, Decca, RCA (FalstafiF) / Har- 
monia mundi (Ascanio in Alba von Mozart). 

Lindermeier, Elisabeth, Sopran, * 1925 Miinchen; arbeitete zuerst 
als Bankangestellte, dann Gesangstudium an der Miindiener Musik- 
hochschule. Debiit 1946 an der Bayerisdien Staatsoper in Miindien 
als Sandmannchen in Hansel und Gretel. Seitdem blieb sie Mit- 
glied dieses Operninstitutes, wo sie grofie Erfolge hatte. Die 
Kxinstlerin, die mit dem Dirigenten Rudolf Kempe verheiratet ist, 
gastierte an der Londoner Coventgarden Oper/. in Wien, Frank- 



Lindi _ 3QQ 

furt a. M. und Amsterdam und erscheint Jahr fiir Jahr bei den 
Munchener Festspielen. 

Ihre ausdrucksvolle Sopranstimme ist auf DGG und HMV (Elec- 
trola) zu horen. 

Lindi, Aroldo, Tenor, * 1889 in Schweden, f 8.3.1944 San Fran 
cisco; eigentlich Arnold Lindfors. Studierte in Italian und debu- 
tierte 1923 am Teatro dal Verme in Mailand. Trat dann an ver- 
schiedenen italienischen Biihnen, auch am Teatro Costanzi von 
Rom, auf. 1925 und 1929 gastierte er an der Coventgarden Oper 
London; 1926-27 war er Mitglied der Oper von Chicago und sang 
gleichzeitig auch in San Francisco. Gastierte in Venedig, Palermo, 
Barcelona, an den Opern von Monte Carlo, Kairo und Stockholm 
und an der Grand Opera von Paris. Deutschland-Tournee mit der 
Operntruppe von Max Sauter. In den drei&ger Jahren war er dann 
der Erste Tenor der San Carlo Opera Company, mit der er grofie 
Gastspielreisen durch Nordamerika unternahm; sang auch bei den 
Opern von Cincinnati und Philadelphia. Sein Ende gestaltete sich 
tragisch; wahrend einer Vorstellung des Bajazzo erlitt er in San 
Francisco auf der Biihne einen todlichen Schlaganfall, als er 
gerade Vesti la giubba* sang. 

Seine prachtvolle Tenorstimme ist ausschliefilich auf Columbia- 
Platten erhalten, darunter u. a. eine vollstandige Aida-Auf- 
nahme mit Giannina Arangi-Lombardi als Partnerin. 
Lindsay, Julia, Sopran, * 1878 Paris; ihre Eltem hatten nach dem 
Biirgerkrieg ihre amerikanische Heimatverlassen. Studium in Paris, 
wo sie 1903 an der Grand Ope"ra debiitierte. 1905 bewunderte man 
sie an diesem Opernhaus als Sidonie in Glucks Armida und als 
Konstanze in der Entfuhrung aus dem Serail* von Mozart. Bis 
1907 gehorte sie der Grand Opera an, hatte aber ihre grofiten Er- 
folge an der Oper von Monte Carlo. Mit dem Ensemble dieses 
Theaters gastierte sie 1907 in Berlin in La damnation de Faust 
von Berlioz und als Elisabeth in Verdis Don Carlos*. Die Kiinst- 
lerin, der man eine weltweite Karriere voraussagte, scheint sich 
um 1910 aus dem Musikleben zuriickgezogen zu haben. Seitdem 
ist nidus mehr iiber sie bekannt geworden. 
Schone Aufnahmen auf HMV (Paris, 1907-10). 
Lipkowska, Lydia, Sopran, * 10. 5. 1884 Babino (Bessarabien), 
23.1.1955 Beirut; Studium am Konservatorium von St. Peters 
burg. Debutierte 1907 am Mariensky Theater in St. Petersburg als 
Gilda im Rigoletto. 1909 Gastspiel an der Oper von Boston als 
Lucia di Lammermoor. 1910 groSe Erfolge an der Pariser Opera 
comique als Lakm und als Violetta in La Traviata. 1910 kam sie 
an die Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: Traviata), an 
der sie bis 1912 blieb. 191011 gastierte sie auch an der Oper von 
Chicago. 1911 kam sie an die Coventgarden Oper in London, wo 
man sie in Susannens Geheimnis*- von Wolf-Ferrari bewunderte. 
Es schlossen sich Gastspiele an der Wiener Volksoper, in Monte 



3Oi Liseetzian 

Carlo und Paris an. Dazu gastierte sie alljahrlich an den Hofopern 
von St. Petersburg und Moskau. In den Jahren vor dem ersten 
Weltkrieg war sie einige Zeit mit dem Bariton George Baklanoff 
verheiratet, Mit ihm und Giovanni Martinelli zusammen sang sie 
1914 an der Oper von Monte Carlo in der Uraufftihrung von 
Ponchiellis I Mori di Valencia*. Nadi der russischen Revolution 
fliichtete sie 1919 iiber China nach Paris. In den zwanziger Jahren 
gehorte sie dort zu den prominentesten Sangern der Opera Russe. 
Nodi 1941 sang sie an der Oper von Odessa die Traviata. Lebte 
nadi Beendigung ihrer Karriere zuriickgezogen in Paris, zuletzt in 
Beirut in Syrien. 

Technisch glanzend durchgebildeter, ausdrucksvoller Koloratur- 
sopran; ihre besondere Glanzrolle war die Titelfigur in Rimsky- 
Korssakows Marchenoper Snegourotchka. 
Sang in Rutland auf HMV, in Nordamerika auf Columbia. 

lipp, Wilma, Sopran, * 26. 4. 1925 Wien; Ausbildung durch die 
Padagogen Friedel Sindel und Paola Novikova in Wien; absdilie- 
endes Studium bei Toti dal Monte in Mailand. 1945 wurde sie 
an die Wiener Staatsoper berufen, deren Mitglied sie seitdem ge- 
blieben ist. Nachdem sie dort zunachst kleine Partien gesungen 
hatte, war sie 1948 als Konigin der Nadit in der <cZauberflote 
iiberaus erfolgreich. Gastspiele trugen der Kunstlerin glanzende 
Erfolge ein; sie sang an der Mailander Scala und an der Covent- 
garden Oper London, an den Opern von Paris und Brussel, an den 
Staatsopern von Hamburg, Mtinchen und an der Stadtischen Oper 
Berlin. 1951 wirkte sie bei den Bayreuther Festspielen mit. Bei den 
Festspielen von Salzburg feierte man sie vornehmlich in Mozart- 
Partien (Konigin der Nacht, Konstanze). 1950 sang sie an der 
Scala die Konstanze in der Entuhrung von Mozart mit groSem 
Erfolg; 1956 stand sie im Mittelpunkt der Kopenhagener Mozart- 
Woche. Konzert-Tourneen brachten ihr in Nord- und Sudamerika 
Triumphe. Seit etwa 1958 begann sie damit, in ihr Koloratur- 
Repertoire lyrische Sopranpartien einzugliedern. 
Viele Aufnahmen der Marken DGG, Decca, Philips, Vox und Ario- 
la, darunter vollstandige Opern (^Zauberflote)*-, "xEntftihrung aus 
dem Serail*-, Die Fledermaus> u. a.). 

Liseetzian, Pavel, Bariton, * 1911 St. Petersburg; stammte aus ar- 
menischer Familie. Sang bereits mit neun Jahren in einem Kirchen- 
chor und erhielt dann Unterricht im Cellospiel. Schliefilich wurde 
er aber Arbeiter in einem Industriewerk in Leningrad. 1932 trat 
er in das Musikalische Ins ti tut beim Konservatorium von Lenin 
grad ein, das er bis 1935 besuchte. 1935 Debut am Kleinen Opern- 
theater von Leningrad. Kam 1937 an das Opernhaus von Eriwan 
in Armenien; 1948 wurde er Mitglied des Bolschoj Theaters in 
Moskau, wo er seither groJSe Erfolge hatte. Er wurde mit dem 
Titel Wolkskxinstler der UdSSR ausgezeichnet. Nadi dem zweiten 
Weltkrieg gastierte er in Prag und Budapest und unternahm eine 



List 302 

Westeuropa-Touraee. 1960 bereiste der Kiinstler Nordamerika, wo 
er grofie Erfolge erzielen konnte und vor allem an der Oper von 
San Francisco auftrat. 1963 neue Westeuropa-Tournee. 
Warm timbrierte, ausdrucksschone Baritonstimme. 
Schallplatten der staatlichen sowjetrussischen Schallplattenproduk- 
tion. 

list, Emanuel, Ba, * 22. 3. 1891 Wien; sollte ursprunglich Schnei 
der werden, sang im Chor des Theaters an der Wien und liefi 
seine Stimme bei Emil Steger in Wien ausbilden. Bereiste endlidi 
als Bassist eines Vokalquartetts ganz Europa. 1914 trat er an 
einem Londoner Vaudeville-Theater auf, wanderte aber noch im 
gleichen Jahre nach Nordamerika aus. Hier studierte er bei Josiah 
Zuro in New York, sang aber sonst nur in Filrntheatern und an 
Kleinkunstbuhnen. 1921 kehrte er nach Osterreich zuriick und de- 
biitierte 1922 an der Wiener Volksoper als Mephisto in Gounods 
Faust. 1923 kam er an die Stadtische Oper Berlin und war dann 
1924-34 ein gefeiertes Mitglied der Berliner Staatsoper. 1926 sang 
er bei den Festspielen von Salzburg den Minister in Beethovens 
Fidelio und den Komtur im Don Giovanni*, 1929 den Osmin 
in Mozarts Entfiihrung. Bei den Bayreuther Festspielen des Jah- 
res 1933 bewunderte man ihn als Fafner, Hunding und Hagen im 
Ring-Zyklus. 1934 mufite er als Jude Deutschland verlassen und 
war 1934-49 Mitglied der Metropolitan Oper New York. Gastierte 
1936 an der Coventgarden Oper London als Ochs im Rosenkava- 
lier, weitere Gastspiele in San Francisco und Chicago. Bekannt 
wurde er in Amerika auch durch seine glanzvollen Liederabende. 
1950-52 sang er nochmals an der Staatsoper von Berlin; seit 1952 
lebt er in Wien. 

Er sang auf den Marken Vox, Christschall, Parlophon, HMV und 
Remington; dazu zahlreiche Privatplatten. 

Little, Vera, Alt, * 10.12.1928 Memphis (Tennessee); studierte 
zuerst in ihrer Heimat, dann in Paris, Rom, Kopenhagen und 
Wien. Debiit 1950 an der New York City Centre Opera als Pre- 
ziosilla in La forza del destino*. In den folgenden Jahren sang 
sie in Italien, in Deutschland und in Israel. 1957 fiel sie beim Mu- 
sikfest von Pau durch ihren Vortrag von Mozart- Arien auf. 1958 
feierte man sie an der Stadtischen Oper Berlin als Carmen. Im 
Marz 1959 sang sie im Vatikan bei einem Konzert in Anwesenheit 
von Papst Johannes XXIII. eine Bach-Kantate. Weitere Gastspiele 
der farbigen Kiinstlerin an der Wiener Staatsoper und 1964 bei 
den Festspielen von Salzburg. 

Die grofi dimensionierte, ausdrucksvolle Stimme der Kiinstlerin 
ist auf DGG (Gaia in vollstandiger Daphne von R. StrauJS) zu 
horen. 

Litvinne, Felia, Sopran, * 31. 8. 1860 St. Petersburg, t 12. 10. 1936 
Paris; eigentlich Francoise-Jeanne Schutz; ihr Vater war russischer, 
die Mutter kanadischer Abstammung. Kam mit 15 Jahren nach Pa- 



303 Llacer 

ris und studierte dort bei Mme Barthe-Banderali, bei Victor Mau- 
rel und Pauline Viardot-Garcia. 1880 trat sie in Paris erstmalig 
offentlich auf, 1882 sang sie unter dem Namen Litvinova am 
Theatre des Italiens in Paris. Nach Gastspielen in Genua und Bar 
celona unternahm sie 1885 ihre erste Nordamerika-Toumee. 1886 
bis 1888 sang sie an der Oper von Briissel. 1889 kam sie an die 
Grand Opera von Paris, wo sie als Antrittsrolle die Valentine in 
Meyerbeers Hugenotten sang. Es folgten triumphale Gastspiele 
in aller Welt: 1890 an der Mailander Scala, im gleidien Jahre an 
den Hofopern von St. Petersburg und Moskau. 189697 wirkte sie 
an der New Yorker Metropolitan Oper, nachdem sie eine Anzahl 
von Wagner-Partien in ihr Repertoire emgefugt hatte. Von 1899 
bis 1910 war sie jedes Jahr an der Coventgarden Oper von London 
zu Cast. 1906 sang sie in Monte Carlo in der Urauffuhrung von 
L'ancetre von Saint-Saens. Eine weltweite Gastspieltatigkeit 
kennzeichnete schlieSlich die Laufbahn der Sangerin, die 1917 in 
Paris von der Biihne Abschied nahm. 1927 erhielt sie eine Profes- 
sur am Amerikanischen Konservatorium in Fontainebleau. Sie ver- 
offentlichte ihre Memoiren unter dem Titel Ma vie et mon art 
(Paris, 1933). 

Hervorragende dramatische Sopranstimme, 

Schallplatten der Marken G & T (Paris, 1903), Fonotipia (Paris, 
1905), Odeon de Luxe (Paris, 1907) und Pathe, alle recht selten. 

Ljungberg, Gota, Sopran, * 4. 10. 1893 Sundsvall (Schweden), f 30. 6. 
1955 Lidingoe bei Stockholm; Studium an der Koniglichen Musik- 
akademie bei Gillis Bratt, dann bei Mme Charles Cahier. SchloE 
ihre Ausbildung bei Fergusson in London, bei Vittorio Vanza in 
Mailand, bei Louis Bachner und Oscar Daniel in Berlin ab. Debii- 
tierte 1918 an der Koniglichen Oper Stockholm als Elsa im Lo- 
hengrin* und blieb bis 1926 Mitglied dieser Biihne. 1924-28 ga- 
stierte sie regelmajSig an der Londoner Coventgarden Oper, 1922 
wirkte sie bei den Festspielen von Salzburg mit, 1928 sang sie bei 
den Festspielen in der Waldoper von Zoppot. Im Jahre 1926 wurde 
sie an die Berliner Staatsoper verpflichtet, wo sie bis 1932 grote 
Erfolge erzielen konnte. 193135 war sie Mitglied der Metro 
politan Oper New York. Audi in Nordamerika hatte die Kiinst- 
lerin, vornehmlich als Wagner-Interpretin, grandiose Erfolge. 1935 
gab sie an der Metropolitan Oper ihre Abschiedsvorstellung und 
wirkte dann am New York College of Music als Padagogin, kehrte 
aber spater in ihre schwedische Heimat zuriick. Sie war verheiratet 
mit dem Regisseur Harry Stangenberg. 

GrojS dimensionierte, hochdramatische Sopranstimme, im Wagner- 
Repertoire, aber auch als Salome und Elektra und in vielen an- 
deren Partien bewundert. 
Ihre Schallplatten erschienen ausschliefilich auf HMV. 

Llacer, Maria, Sopran, * 1889 Valencia, t 5. 7. 1962 Madrid; be- 
gann nach ihrer Ausbildung ihre Karriere an italienischen Buhnen. 



Lloyd 304 

Bereits 1910 sang sie am Teatro Massimo von Palermo in der Ur- 
auffiihrung der Oper Mese mariano* von Giordano die Partie 
der Suor Pazienza, 1914 feierte man sie am Teatro Costanzi in 
Rom, in den zwanziger Jahren grofie Erfolge an der Mailander 
Scala. 1924 wirkte sie bei den Festspielen von Verona mit, im glei- 
chen Jahre sang sie am Teatro dal Verme von Mailand die Amelia 
in Verdis Maskenball. Gastspiele an fiihrenden Theatern in Ita 
lian, Spanien und Sudamerika. Nach ihrer Verheiratung sang sie in 
Italien unter dem Namen Maria Casali Llacer. 1930 erschien sie 
letztmals an der Scala; spater Padagogin in Mailand, zuletzt in 
Madrid. 

Von ihrer ausdrucksstarken, dramatischen Stimme existiert eine 
einzige Aufnahme, das groe Duett aus den Hugenotten von 
Meyerbeer, mit John O' Sullivan als Partner. 

Lloyd, David, Tenor, * 29. 2. 1920 Minneapolis (Minnesota); Ge- 
sangstudium am Minneapolis College of Music, dann am Curtis 
Institute in Philadelphia und am Berkshire Music Centre. Begann 
seine Karriere 1947. 1949 sang er an der New York City Centre 
Opera, spater war er bei der New England Opera Company enga- 
giert. Seine groSten Erfolge hat er jedoch als Konzert- und Ora- 
toriensanger, wobei er in den USA, in England und Kanada eine 
bedeutende Karriere entfalten konnte. 

Seine Sdiallplatten erschienen bei RCA und Columbia; er ist nicht 
zu verwechseln mit dem englischen Oratorien-Tenor David Lloyd, 
der vor dem zweiten Weltkrieg auf Columbia sang. 

Lloyd, Edward, Tenor, * 1845 London, f 31. 5. 1927 Worthing (Sus 
sex); gehorte 185260 als Choirboy dem Chor der Londoner West 
minster Abbey an und absolvierte kein eigentlidies Gesangstu- 
dium. 1866 wurde er Chorist am Trinity and King's College in 
Cambridge, 1867 im Chor von St. Andrew's in London, 1869 
wurde er Gentleman of the Chaples Royal. 1871 sang er erstmals 
als Solist, und zwar beim Festival von Gloucester das Tenor-Solo 
in der Matthauspassion. Nach. einem sensationellen Erfolg beim 
Festival von Norwich 1872 gait er als der erste englische Konzert- 
sanger seiner Zeit. Seine groSten Erfolge erzielte er dann bei den 
zahlreidien englischen Musikfesten. Hier kreierte er audi mehrere 
Parti en in Oratorien, so 1880 in Leeds The Martyr of Antioch*, 
1882 in Birmingham The Redemption* von Gounod, 1884 in 
Norwich The Rose of Sharon von Mackenzie, 1885 in Birming 
ham Mors et Vita von Gounod, 1886 in Leeds The Golden 
Legend* von Sullivan, 1888 in Birmingham Judith* von Sir 
Charles Hastings Parry, 1894 in Birmingham King Saul von 
dem gleichen Komponisten, 1898 in Leeds Cataiactus von Ed 
ward Elgar. Auf der Opernbiihne ist er nie aufgetreten, doch sang 
er in seinen Konzerten zahlreiche Opern-Arien. Aufierhalb Eng- 
lands trat er nur beim Cincinnati Festival 1888 und bei zwei 
Nordamerika-Tourneen 1890 und 1892 auf. Den Hohepunkt seiner 



305 Lohfing 

Karriere erreidite er, als er 1900 in der Urauffuhrung des Orato- 
riums The Dream of Gerontius* von Elgar beim Festival von 
Birmingham das Tenorsolo sang. Nodi im gleichen Jahre gab er 
in London sein Abschiedskonzert, trat aber im ersten Weltkrieg 
nodimals in einem Wohltatigkeitskonzert auf. 
Seine Stimme ist durdi Aufnahmen auf G & T (London, 190407) 
und auf HMV erhalten, die alle selten sind. 

Loeffel, Felix, Bafi, * 25. 7. 1892 Niederwangen (Kanton Bern); 
wurde zunachst Volksschullehrer, dann Gesangstudium bei Hein- 
ridi Nahm in Bern, bei Otto Freund in Prag und bei Felix von Kraus 
in Miindien. Buhnendebiit 1921 am Stadttheater von Bern als 
Marke im Tristan*; langer als vierzig Jahre blieb er Mitglied 
dieser Biihne. 1928 gastierte er an der Berliner Staatsoper als 
Komtur im Don Giovanni*. Die eigentliche Bedeutung des Kiinst- 
lers liegt jedoch im Fach des Oratorien- und des Liedgesan- 
ges. Man schatzte ihn zumal als Bach-Interpreten (Chris tus in 
der Marthauspassion), aber auch als Interpreten der Lieder von 
Othmar Schoeck. Man bewunderte ihn 1935 bei den Festspielen 
von Salzburg im Mozart-Requiem, in Rom, Paris, Wien, Leipzig, 
Koln, Hamburg, Budapest, Amsterdam und 1935 auf der Welt- 
ausstellung von Briissel, vor allem aber in seiner Sdiweizer Hei- 
mat. 

Seine scheme Stimme findet sidi auf kleineren Marken (u. a. Die 
Kantorei). 

Lo Giudice, Franco, Tenor, * 1895 Paternd (Sizilien); alterer Bru- 
der des Tenors Silvio Costa Lo Giudice, verwandt mit der portu- 
giesischen Sopranistin Maria Giudice, Studmm bei Benjamino 
Carelli in Neapel und bei Adern6 in Catania. Weitere Ausbildung 
seit 1914 durch Luigi Lucenti und di Cagno in Mailand. Wahrend 
des ersten Weltkrieges Soldat in der italienischen Armee, Biih> 
nendebiit 1920 in Tortona in Fanciulla del West* von Puccini. 
1922 hatte er Erfolge am Teatro Costanzi in Rom. In den zwan- 
ziger Jahren trat er sehr oft an der Mailander Scala auf, wo er 
durch Toscanini in grofien Aufgaben herausgestellt wurde. An der 
Scala sang er am 7. 3. 1925 in der Urauffuhrung der Oper I Ca- 
valieri di Ekebu* von Zandonai die Partie des Gosta Berling. 1925 
gastierte er an der Londoner Coventgarden Oper als Pinkerton in 
Madame Butterfly>. Bis nach 1930 ist er an der Scala gefeiert 
worden und war in den folgenden zehn Jahren an den grofieren 
italienischen Provinzbiihnen zu horen. Spater lehrte er als Pro 
fessor am Konservatorium von Catania. 

Schallplatten: akustische auf HMV (Ausschnitte aus Nerone von 
Boito), elektrische auf HMV (Verdi-Requiem), Parlophon und 
Pathe. 

Lohfing, Max, BaE, * 20. 5. 1870 Blankenheim bei Weimar, t 9. 9. 
1953 Hamburg; wurde zunachst Volksschullehrer, studierte dann 
aber Gesang bei Bodo Borchers in Leipzig. Debut 1894 am Stadt- 



London 3 6 

theater von Metz als Eremit im Freischutz. Blieb bis 1896 in 
Metz und sang 1896-97 am Stadttheater von Stettin. Seit dem 
Jahre 1898 war er der gefeierte Erste Bassist des Hamburger 
Qpernhauses, wo er bis in die dreifiiger Jahre aufgetreten ist. 1899 
gastierte der Kunstler an der Berliner Hofoper, spater auch in 
Wien, Dresden, Amsterdam und im Haag. Bei den Bayreuther Fest- 
spielen von 1902 bewunderte man ihn als Hunding in der Wal- 
kiire und als Daland im Fliegenden Hollander*. Nodi 1930 sang 
er bei einem Gastspiel im Haag den Alfonso in Cosi fan tutte*. 
Voluminose, dabei sehr bewegliche Bafistimme, sowohl im Mozart- 
als im Wagner-Repertoire gefeiert 
Aufnahmen auf HMV, Parlophon und Pathe". 

London, George, Ba-Bariton, * 30. 5. 1919 Montreal (Kanada); 
eigentlich George Burnstein; die Familie, der er entstammte, war 
russischer Abkunft. Zunachst Sdtiiiler von R. Lert in Los Angeles. 
Debiitierte 1942 unter dem Namen George Burnnon an der Oper 
von Hollywood als Grenvil in La Traviata. Studierte weiter in 
New York und sang dann in Operetten und Musicals. 1947 bil- 
dete ein Manager aus ihrn, Mario Lanza und Frances Yeend ein 
Belcanto-Trio, das Tourneen durch die ganze Welt unternahm. 
Karl Bohm verpflichtete ihn 1949 fur die Wiener Staatsoper,_ an 
der er als Antrittsrolle den Amonasro in Aida ohne jegliche 
Probe sang. Seitdem hatte der Kunstler an der Wiener Staatsoper 
alljahrlich grogte Erfolge. 1950 sang er bei den Festspielen von 
Glyndebourne den Titelhelden in ^Figaros Hochzeit; seit 1951 
bewunderte man ihn bei den Festspielen von Bayreuth als genialen 
Wagner-Sanger (Amfortas im Parsifal, Fliegender Hollander^). 
1951 folgte er einem Ruf an die Metropolitan Oper New York 
(Antrittsrolle: Amonasro in Aida), deren Mitglied er seit dieser 
Zeit geblieben ist. Eine weltweite Biihnen- und Konzertkarriere 
kennzeiciinete die weitere Laufbahn des grofien Gangers. Er ga 
stierte u. a. an der Mailander Scala, an der Coventgarden Oper 
London, am Teatro Colon von Buenos Aires, am Bolschoj Theater 
von Moskau/ an den Opern von Chicago, San Francisco, Amster 
dam und Briissel und bei den Salzburger Festspielen. 
Die warm timbrierte, ausdrucksstarke Stimme des Kiinstlers be- 
waltigt ein umfassendes Repertoire, das im Wagner-Gesang eben- 
so gipfelt wie im Mozart-Repertoire und in vielen anderen Partien. 
Dazu gilt er als groSer Schauspieler. 

Viele, sdione Schallplatten zumeist vollstandige Opern auf den 
Marken Philips (Don Giovanni*) / RCA (Fliegender Hollander, 
und Fledermaus), Decca (Arabella, ^Rheingold*, Parsifal, 
Tosca), Columbia (<cFigaros Hochzeit). 

loose, Emmy, Sopran, * 1914 Karbiz bei Aussig (Bohmen) ; ausge- 
bildet am Konservatorium von Prag. Debiitierte 1939 als Blond- 
chen in Mozarts Entfuhrung am Opernhaus von Hannover. Ein 
Gastspiel als Annchen im Freischutz 1941 an der Wiener Staats- 



307 Lorenz 

oper fuhrte zu ihrer Verpflichtung an dieses Operninstitut, dessen 
Mitglied sie seither geblieben 1st. Spezialisierte sidi auf die leich- 
ten Sopranpartien in den Opern von Mozart und auf andere Auf- 
gaben aus dem Fachgebiet der Soubrette. Sie wirkte fast alljahrlidi 
bei den Festspielen von Salzburg mit und trat bei den Festspielen 
von Glyndebourne und Florenz vor allem als Mozart-Interpretin 
in Erscheinung. Bei den Festspielen von Aix-en-Provence feierte 
man sie als Blondchen, als Zerline im Don Giovanni* und als 
Elisetta in Il matrimonio segreto* von Cimarosa. Gastierte audi 
an der Scala in Mailand, an der Coventgarden Oper London und 
in Sudamerika. 

Schallplatten: Columbia (Fledermaus), Decca (u. a. vollstandige 
Opern Entrtihrung aus dem Serail*, Cosi fan tutte, ^Freischutz*, 
Frau ohne Schatten*), Vanguard, Telefunken. 

Lorengar, Filar, Sopran, * 1928 Saragossa (Spanien); Gesangausbil- 
dung am Konservatorium von Barcelona, wo sie audi 1949 als 
Mezzosopranistin debutierte. 1951 gewann sie einen Gesangwett- 
bewerb in Barcelona, wandte sich dann aber dem Sopran-Fach zu. 
Sie sang zuerst an spanischen Theatern, wurde aber durch Gast- 
spiele international bekannt. 1954 gastierte sie in Paris und Lon 
don. 1955 kam sie nadi Nordamerika, wo sie an den Opern von 
San Francisco und Chicago auftrat und Konzerte gab. 1957 wirkte 
sie erstmals bei den Festspielen von Glyndebourne mit, und zwar 
als Pamina in der Zauberflote ; 195859 sang sie dort die Gra- 
fin in Figaros Hochzeit*. Sie gastierte ferner an den Staatsopern 
von Wien und Mimchen, bei den Festspielen von Aix-en-Provence, 
in Barcelona und Madrid. Seit 1959 ist sie an der Stadtischen Oper 
Berlin verpflichtet. 1961 sang sie bei den Salzburger Festspielen 
in Mozarts Idomeneo, 1963 die Pamina in der Zauberflote. 
Bis jetzt sang sie auf den Marken HMV (Die verkaufte Braut), 
Pathe", DGG (<cLa Boheme) und London. 

Lorenz, Max, Tenor, * 17. 5. 1901 Diisseldorf; zuerst Angestellter 
in einem Dusseldorfer Industriebetrieb. Liefi dann seine Stimme 
durch Ernst Grenzebach in Berlin ausbilden. Nachdem er einen Ge- 
sangwettbewerb gewonnen hatte, debiitierte er 1926 an der Staats- 
oper von Dresden, der er bis 1931 angehorte. 1931 kam er an die 
Berliner Staatsoper. Als Wagner-Tenor erlangte er jetzt Welt- 
ruhm. 193134 war er Mitglied der New Yorker Metropolitan 
Oper, 193940 war er an der Oper von Chicago engagiert. Er ga 
stierte an der Mailander Scala, an der Grand Ope"ra von Paris, am 
Teatro Colon von Buenos Aires, an der Oper von Rom, an den 
Staatsopern von Mimchen und Hamburg. Seit dem Sommer 1930 
stand er im Mittelpunkt der Bayreuther Festspiele, wo man ihn 
vor allem als Siegfried und als Tristan feierte. Bei den Festspielen 
von Salzburg wirkte er gleichfalls mit. Seit 1941 war Max Lorenz 
Mitglied der Staatsoper von Wien. Seine Karriere dauerte sehr 
lange; nodi 194950 gastierte er an der Grand Opera in mehreren 



Luart _ __ _ _ _ 3QS 

Partien, 1957 wirkte er bei den Festspielen von Salzburg mit, und 
nodi 1962 1st er an der Wiener Staatsoper in Erscheimmg ge- 



. , . 1.J * "L 

Kraftvolle, heldische Tenorsrimme, deren eigentlidier Aufgaben- 

bereich das Wagner-Repertoire war. 

Seine Stimme ist auf Parlophon, HMV, DGG und Telefunken er- 

halten. 

Luart; Emma, Sopran, * 14.8.1892 Briissel; eigentlidi Emma^Lu- 
waert. Ausbildung am Konservatorium von Briissel. Debiitierte 
1914 am Th^tre de la Haye im Haag, dem sie bis 1917 angehorte. 
1919 begann sie eine glanzvolle Karriere an der Oper von Brussel, 
1922 kam sie an die Ope"ra comique von Paris und gehorte dann 
jahrelang zu den groen Primadonnen der franzosischen Metro- 
pole. 1927 sang sie an der Opera comique in der Urauffurirung 
von"Sophi Arnoult* von Pierne die Titelrolle, 1930 wirkte sie 
am gleidien Opernhaus in der Urauffuhrung von Le roi d'Yvetot* 
von Ibert mit. Neben ihrem Wirken in Paris gastierte sie erfolg- 
reich in Briissel Nizza und Monte Carlo; lebte nach inrem Ab- 
schied von der Biihne als Gesanglehrerin in Briissel. 
Brillanz der Gesangtedmik und Wandlungsfahigkeit des Ausdru&s 
zeichneten die Koloraturstimme der Kiinstlerin aus. 
Schallplatten erschienen bei den Firmen Pathe und Odeon. 

Lnbin, Germaine, Sopran, * i. 2. 1890 Paris; besudite das College 
SeVign in Paris und wollte urspriinglidi Medizin studieren. Kam 
dann auf das Conservatoire von Paris, wo sie Schulerin von 
Isnardon und Martini wurde. 1912 erfolgte ihr Debiit an der Pa- 
riser Ope"ra comique als Antonia in HofiEmanns Erzahlungen. 
1914 wurde sie an die Grand Opera von Paris berafen und blieb 
nun langer als 25 Janre die Erste hodidramatische Sopranistin 
dieses Opernhauses. Man sdiatzte sie vor allem als Wagner-In- 
terpretin. Gastspiele trugen ihr grofie Internationale Erfolge ein. 
So sang sie sehr oft an der Londoner Coventgarden Oper, u. a. 
1927 die Kundry im ParsifaK Bei den Festspielen von Bayreuth 
feierte man sie 1938 als Kundry, 1939 als Isolde im Tristan. Bei 
den Salzburger Opernfestspielen sang sie die Donna Anna im 
Don Giovanni*. Weitere Gastspiele in Wien, Berlin, Prag und 
Briissel. 

Durdi die Didite und Tonfulle ihrer Stimme und durch die Aus- 
drudcskraft ihres Vortrages gehorte sie zu den grofiten hochdra- 
matisdien Sopranstimmen ihrer Epoche; bedeutendste Wagner- 
Sopranistin, die Frankreich dem 20. Jahrhundert gesdienkt hat. 
Relativ wenige Flatten auf Odeon. 

Luccioni, Jose", Tenor, * 14. 10. 1903 auf Korsika; Sdiiiler von L^on 
David in Paris, debutierte 1932 am Opernhaus von Rouen. 1933 
wurde er an die Op^ra comique von Paris verpflichtet. Dort hatte 
er 1934 grofie Erfolge als Jose in Carmen; 1935 sang er die 
gleiche Rolle als Partner von Conchita Supervia an der Covent- 



309 Ludwig 

garden Oper von London. 1936 gastierte er, wiederum als Jose*, in 
Amsterdam. In den Jahren 193537 sang er hauptsachlich in Ita- 
lien, vor allem an der Oper von Rom, aber auch an anderen groSen 
Theatern. 1936 kreierte er in der Urauffuhrung der Oper Cyrano 
de Bergerao von Alfano an der Oper von Rom die Titelrolle. 1937 
bis 1938 war er an der Oper von Chicago engagiert. 1941 hatte er 
an der Grand Opera von Paris einen viel beachteten Erfolg in 
Esclarmonde von Massenet. Spezialisierte sich in der Folgezeit 
an der Grand Opera auf das heldische Stimmfach. 
Sdiallplatten: Polydor, HMV, Columbia (vollstandige <cSamson et 
Dalila*). 

Ludikar, Pavel, Ba, * 3. 3. 1882 Prag; eigentlidi Pavel Vyskocil. 
Studierte zunachst Jura und Philosophic an der Prager Universitat, 
wollte dann aber Pianist werden; als soldier trat er in Nordarne- 
rika auf. Entschlofi sich endlich zur Sangerlaufbahn und debutierte 
1904 am National theater von Prag als Sarastro in der Zauber- 
flote. Nach ersten grofien Erfolgen in Prag kam es zu Gastspielen 
an der Volksoper von Wien, an der Dresdener Hofoper und 
schlieSlich an der Mailander Scala. Hier sang er 1911 in der Erst- 
aufuhrung des Rosenkavalier den Ochs; man schatzte ihn an 
der Scala vor allem als grofien BajB-Buffo. In der Saison 191314 
sang er an der Oper von Boston. Sehr erfolgreich war er bei Gast 
spielen am Teatro Colon von Buenos Aires. 192632 war er Mit- 
glied der Metropolitan Oper New York. Sang an diesem Opern- 
naus 1928 in der amerikanischen Premiere La Rondine* von 
Puccini, 1929 in einer glanzvollen Auffiihrung von Verdis Luisa 
Miller*. Wahrend der Jahre des zweiten Weltkrieges gastierte er 
in Deutschland; verbrachte seinen Lebensabend in Wien. 
Privataufnahmen auf HMV, sonst nur tschechische Aufnahmen. 

Ltidwig, Christa, Alt-Sopran, * 16. 3. 1928 Berlin; ihr Vater, Anton 
Ludwig, war Tenor und spater Generalintendant des Stadttheaters 
von Aachen, ihre Mutter, Eugenie Ludwig-Besalla, hatte eine 
erfolgreiche Karriere als Altistin gehabt. Christa Ludwig wurde 
durch ihre Mutter, dann an der Musikhochschule von Frankfurt 
a. M, ausgebildet. Debut 1946 am Opernhaus von Frankfurt 
a. M. als Orlowsky in der Fledermaus. Blieb bis 1952 in Frank 
furt und sang dann 195254 am Stadttheater von Darmstadt, 1954 
bis 1955 am Opernhaus von Hannover. 1955 wurde sie an die 
Wiener Staatsoper berafen; jetzt schnelle Internationale Kar 
riere. Seit 1956 feierte man sie bei den Festspielen von Salz 
burg, vor allem als Dorabella in Cosl fan tutte, als Cherubino 
in Figaros Hochzeit und als Octavian im Rosenkavalier-. 
Gastspiele an der Mailander Scala, an der Stadrischen Oper Berlin, 
an den Staatsopern von Miinchen und Hamburg, an den Opern von 
Bnissel, Rom und Chicago kennzeichneten die weitere glanzvolle 
Laufbahn der Kiinstlerin, die zugleich eine bedeutende Konzert- 
Altistin ist. Seit etwa 1960 grofie Erfolge als dramatische Sopra- 



Ludwig 3*o 

nistin. 1959 debiitierte sie an der Metropolitan Oper New York; 
verheiratet mit dem Bag-Bariton Walter Berry. 
Musikaliscii herrlich gebildete Stimme von grotfem Tonmnfang 
und stilsicherem Vortrag. 

Schone Sdiallplatten auf Columbia (Fidelio, Carmen>, Rosen- 
kavalier*), Decca (Cosi fan tutte, Zauberfl6te), Philips (Fi- 
garos Hochzeit>) und HMV. 

Lndwig, Walther, Tenor, * 17.3.1902 Bad Oeynhausen; srudierte 
zunadist Rechtswissenschaften, dann Medizin, nahm aber wahrend 
seiner Universitatszeit in Kdnigsberg Gesangunterricht, Debii 
tierte 1928 am Stadttheater von Konigsberg, 192932 sang er am 
Staatstheater von Schwerin. Hier wirkte er 1931 in der Urauffuh- 
rung der Oper Friedemann Bach* von Paul Graener in der Titel- 
rolle mit. 1932 wurde er an die Stadtische Oper Berlin verpflich- 
tet, deren Erster lyrischer Tenor er bis 1945 geblieben ist. 1935 
erregte er bei den Festspielen von Glyndebourne Aufsehen, als er 
dort den Belmonte in der ^Entfuhrang* und den Tamino in der 
Zauberfldte von Mozart sang. Er gastierte an der Mailander 
Scala, an der Coventgarden Oper London, an der Oper von Rom, 
am Teatro Liceo von Barcelona sowie regelmafiig an der Staats- 
oper von Wien. Sehr grojSe Erfolge erzielte er bei den Festspielen 
von Salzburg, vor allem als Mozart-Sanger. Glanzvolle Konzert- 
Tourneen fiihrten den, zumal als Lied-Interpreten, gefeierten San- 
ger bis nadi Sudamerika. 1955 folgte er einem Ruf als Professor 
an die Musikhochschule von Berlin. 

Lyrische Tenorstimme von nuancenreidiem Ausdrudc und feinem 
Stilgefuhl. 

Seine Stimme ist auf den Marken HMV, Urania, DGG (Zar und 
Zimmermann, Jahreszeiten), Decca (Entfiihrung aus dem Se- 
rail) und Columbia iiberliefert 

Lugo, Giuseppe, Tenor, * 1900 Sona bei Verona; begann seine Ge- 
sangausbildung bei Tenaglia in Mailand, kam dann aber nach Bel- 
gien. Hier arbeitete er in einem Bergwerk in Charleroi, studierte 
jedoch weiter Gesang bei dem Padagogen Gaudier. Nachdem er 
einen Gesangwettbewerb in Roubaix gewonnen hatte, debiitierte 
er 1930 an der Ope"ra comique von Paris als Rudolf in La Bo- 
heme. Bis 1936 sang er an diesem Opernhaus sowie an der Oper 
von Briissel, wo er sehr beliebt war. 1936 war er an der Mailan 
der Scala als Nadir in den Perlenn'schern von Bizet erfolgreich 
und sang bei den Festspielen in der Arena von Verona. In Ita- 
lien hatte der S anger nicht die gleichen Erfolge wie in Frankreich 
und Belgien, so da er immer wieder an die Opern von Paris und 
Briissel zuriickkehrte. 
Schallplatten: Polydor, HMV. 

Luise, Melchiorre, BaE, * 21. 12. 1898 Neapel. Debiitierte 1925 als 
Bariton, wechselte aber nach mehreren Jahren ins BaEfach. 1935 
sang er am Teatro San Carlo von Neapel, wo er als Bartolo im 



3ii Luria 

Barbier von Sevilla einen glanzenden Erfolg hatte. Jetzt wurde 
er einer der besten italienischen Vertreter des Buffo-Fachs. 1938 
kam er an die Mailander Scala, wo er bis 1943 und wieder seit 
1951 regelmaSig auftrat. Gastspiele an der Oper von Rom, am 
Teatro Fenice von Venedig und in der Arena von Verona. 1944 
bis 1946 sang er hauptsachlich am Opernhaus von Florenz. 1947 
bis 1950 war er an der New Yorker Metropolitan Oper engagiert. 
Dort wie auch bei Gastspielen an der Coventgarden Oper London, 
in Frankreich, Deutschland, Osterreich und Spanien hatte er groSe 
Erfolge. 

Als Bali-Buffo durch ein meisterliches Charakterisierungsvermogen 
ausgezeidmet. 

Schallplatten: elektrisdie Aufnahmen von italienischen Liedern 
auf Fonotipia-Odeon; in der Langspielplatten-Ara sang er viele, 
meist kleinere Partien in vollstandigen Opernaufnahmen auf HMV, 
Columbia und RCA (Der Barbier von Sevilla*, Tosca, Elisir 
d' amore). 

Luppi, Oreste, Ba6, * 1870 Rom, f 1952 Mailand; studierte am 
Konservatorium der Stadt Rom und debutierte 1892 am Stadt- 
theater von Foligno. Er hatte dann an den groen italienischen 
Operntheatern eine bedeutende Karriere und sang u. a. an der 
Mailander Scala, am Teatro Costanzi von Rom, am Teatro Regio 
von Turin, in Genua, Florenz, Venedig und Neapel. 1907 gastierte 
er an der Londoner Coventgarden Oper. Sehr beliebt war er in 
Sudamerika, wo er namentlich am Teatro Colon von Buenos Aires 
auftrat. 1919 sang er bei den Festspielen in der Arena von Ve 
rona. Nach. Abschlufi seiner Karriere Padagoge in Mailand; lebte 
zuletzt in der von Verdi gestifteten Casa di riposo in Mailand. 
Von seiner voluminosen Bafistimme sind zahlreiche Flatten der 
Marken Fonotipia (Mailand, 190506) und zwei Odeon-Platten 
vorhanden. 

Luria, Juan, Bariton, * 20. 12. 1862 Warschau, t 1942 Auschwitz; 
eigentlidi Johannes Lorie; Schuler von Joseph Gansbacher in Wien. 
Debutierte 1885 an der Stuttgarter Hofoper. Von dort wurde er 

1890 an die Metropolitan Oper New York berufen, an der er bis 

1891 blieb. Nahm dann in Berlin seinen Wohnsitz und ging einer 
ausgedehnten Gastspieltatigkeit nach. Sang oft am Theater des 
Westens in Berlin; wirkte 1902 am Stadttheater von Elberfeld in 
der Urauffuhrung von Hans Pfitzners Rose vom Liebesgarten* 
mit. Gastierte u. a. an der Mailander Scala, wo er 1893 den Wotan 
in der Erstauffiihrung der Walkiire kreierte, an den Hof- 
opern von Wien und Miinchen, in Paris, Turin, Genua und Briis- 
sel. 1908 sang er nochmals am Berliner Theater des Westens und 
widmete sich dann ganz seiner pa'dagogisdien Tatigkeit. Das Ende 
des grojSen Sangers gestaltete sich tragisch. 1937 rmiSte er als 
Jude Deutschland verlassen und fliichtete nach Holland, wo er an 
den Konservatorien von Amsterdam und Den Haag unterrich- 



Macbeth 3** 

tete. Nach der Besetzung Hollands durch die deutschen Trappen 
wurde der fast achtzigjahrige Kiinstler 1942 in das Konzentra- 
tionslager Auschwitz verschleppt. 

Seine schone Stimme 1st durch Flatten der Marken Favorite (Ber 
lin, 1905-07), Odeon, G & T, Path<, Parlophon, HMV und Anker 
erhalten. 

Macbeth, Florence, Sopran, * 1891 Mankato (Minnesota). Trat 
nach ihrer Ausbildung in New York und Paris 1912 erstmalig in 
einem Konzert in Scheveningen auf. 1913 gab sie in London ein 
Konzert, 1913 erfolgte ihr Biihnendebiit am Hoftheater von Braun 
schweig als Rosine im Barbier von Sevilla. Nach Gastspielen in 
Darmstadt und Dresden wurde sie 1914 an die Oper von Chicago 
verpflichtet und blieb bis 1930 deren Erste Koloratursopranistm. 
Alljahrlich trat sie an der Sommer-Oper von Ravinia bei Chicago 
auf. 192627 horte man sie an der Oper von San Francisco, aufier- 
dem unternahm sie eine Nordamerika-Tournee mit der Common 
wealth Opera Company, bei der sie in Operetten von Gilbert und 
Sullivan sang. Nach ihrem Riicktritt von der Buhne war sie als 
Padagogin tatig,i95o heiratete sie den Schriftsteller James M. Cain. 
Columbia-Schallplatten. 

Maclennan, Francis, Tenor, * 7. i. 1879 Bay City (Michigan), t 17. 
7.1935 Port Westminster auf Long Island; Schiller von Sir 
George Henschel in London und von Emmrich in Berlin. Debiitierte 
1902 an der Coventgarden Oper London als Faust von Gounod. 
Sang dann bei mehreren amerikanischen Wanderbuhnen, schliefi- 
lich 1906 bei der Savage Opera Company, die eine Tournee mit 
Wagners Parsifal durch Nordamerika unternahm. Hier lernte er 
die Sopranistin Florence Easton kennen, die er spater heiratete. 
1907 wurden beide Kiinstler an die Berliner Hofoper verpflichtet, 
wo sie sehr erfolgreich waren und bis 1913 tatig blieben. 191315 
wirkten sie an der Oper von Hamburg. 1915 kehrten sie nach 
Amerika zuriick, wo sie sich aber wieder trennten. Francis Maclen- 
nan war dort 191517 Mitglied der Oper von Chicago; er lebte 
spater als Padagoge in New York. 

Vier sehr seltene Schallplattenaufnahmen auf HMV (Hamburg, 
1908). 

Mac Neil, Cornell, Bariton, * 1925 Minneapolis; wurde zunachst 
Masdiinist, dann Gesangstudium an der Hartt School in Hart 
ford, u. a. bei Friedrich Schorr. Er debiitierte am i. 3. 1950 in 
Philadelphia in der Urauffiihrung von Menottis Der Konsul 
als John Sorel. Anschliefiend sang er an kleineren amerikanischen 
Buhnen und in den Jahren 1952-55 an der New York City Centre 
Opera. 1955 hatte er an der Oper von San Francisco bedeutende 
Erfolge als Heerrufer im Lohengrin und als Sharplefi in Ma- 
dame Butterfly*. 1957 gastierte er in Caracas, Mexico City und an 
der Oper von Chicago. 1959 hatte er dann in Europa einen sen- 
sationellen Erfolg an der Mailander Scala in Verdis Ernani. Seit 



3^3 



Maikl 



1959 an der New Yorker Metropolitan Oper gefeiert (Antritts- 
partie: Rigoletto), vor allem als Titelheld in Verdis Nabucco. 
Seine Aufnahmen erschienen auf Decca, daninter mehrere voll- 
standige Opern (Maskenball, Rigoletto, Aida>, Cavalleria 
rusticana*, Bajazzo, Fanciulla del West). 

Madeira, Jean, Alt, * 14.11.1924 Centralia (Illinois); eigentlich 
Jean Browning. Studierte in St. Louis, New York und Wien Kla- 
vierspiel und Gesang in der Absicht, Pianistin zu werden. Mit 
15 Jahren gab sie ein Pianokonzert mit dem St. Louis Symphony 
Orchestra. Debut als Sangerin 1948 an der Metropolitan Oper 
New York als erste Nome in der G6tterdammerung>. Seitdem 
ist sie Mitglied der Metropolitan Oper geblieben. In Nordamerika 
sang sie auch bei der San Carlo Opera Company. GroSe Erfolge 
hatte die Kiinstlerin, die mit dem Dirigenten Francis Madeira ver- 
heiratet war, in Europa. Seit 1955 war sie Mitglied der Wiener 
Staatsoper; sie gastierte an der Mailander Scala, an der Londoner 
Coventgarden Oper, an der Staatsoper von Miinchen und bei den 
Salzburger Festspielen. 195658 sang sie bei den Festspielen von 
Bayreuth die Erda und die Waltraute im Ring-Zyklus. Audi als 
Konzert-Altistin wurde sie bekannt; als ihre Glanzrolle auf der 
Biihne gait die Carmen. 

Schallplatten auf Columbia, Philips (u. a. Suzuki in Madame 
Butterfly >), DGG (Klytamnestra in EIektra), Vox (Carmen). 

Magini-Coletti, Antonio, Bariton, * 1855 lesi bei Ancona, t 21. 7. 
1912 Rom. Debiitierte im Jahre 1880 und hatte an den groen 
italienischen Operntheatern dann eine erfolgreiche Karriere. Er 
sang auch an der Mailander Scala und am Teatro Costanzi in Rom. 
Nach Gastspielen an verschiedenen europaischen Buhnen wurde 
er 1891 an die Metropolitan Oper New York berufen (Antritts- 
rolle Nevers in den Hugenotten von Meyerbeer als Partner 
von Lillian Nordica, Jean und Edouard de Reszke). 1892 sehr 
grower Erfolg an der Metropolitan Oper als Amonasro in cAida 
mit Lilli Lehmann und Jean de Reszke. Gastierte spater oft an der 
Coventgarden Oper London und an der Oper von Monte Carlo. 
Interessante Aufnahmen auf Zonophone (Mailand, 1902), auf Fo- 
notipia (Mailand, 1905) und auf Columbia. 

Maikl, Georg, Tenor, * 4. 4. 1872 Zell an der Ziller, f 1951 Wien; 
sein Vater war ein bekannter Tiroler Jodler, und auch er trat zu- 
erst in einer Jodler-Gruppe auf. Seine Stimme wurde durch Bern- 
hard Pollini entdeckt und durch Anton Hromada in Wien ausge- 
bildet. Debxit 1899 am Hof theater von Mannheim als Tamino in 
der Zauberfl6te. Nach groEen Erfolgen in Mannheim 1904 an 
die Wiener Hofoper berufen, an der er 40 Jahre lang aufgetreten 
ist. Bei den Salzburger Mozart-Fes ten von 1906 und 1910 sang er 
den Don Ottavio im Don Giovanni*. Auch bei den spateren Salz 
burger Festspielen trat er erfolgreidi auf, so 1937 als Agisth in 
Elektra von R. Strauss. Seine Karriere gehort zu den langsten, 



Maison 3 1 4 

die ein Sanger iiberhaupt gehabt hat. Bis 1944 blieb er Mitglied 
der Wiener Oper, aber noch 1950 gastierte er dort in einer Partie 
in Pfitzners Palestrina>. 

Schone Tenorstimme, auf dem Hohepunkt der Karriere vor allem 
im lyrischen Stimmfach bedeutend. 

Zwei Aufnahmen auf Columbia, eine auf Odeon, sieben auf Fa- 
vorit, alle aus den Jahren 190506, eine auf HMV (Quartett mit 
Hans Breuer, Carl Rittmann und Lorenz Corvinus) von 1915, da- 
zu Pathe"- Aufnahmen; elektrische Aufnahmen auf Columbia 
(IX. Sinfonie unter Weingartner). 

Maison, Rene", Tenor, "24. 11.1895 Frameries (Belgien), f n. 7. 
1962 Mont d'or (Frankreich) ; Gesangstudium in Briissel und in 
Paris. Debiitierte 1920 am Stadttheater von Genf als Rudolf in 
La Boheme*. Hatte seine ersten grofien Erfolge an den Opern von 
Nizza und Monte Carlo. Seit 1925 trat er an den beiden grolSen 
Opernhausern von Paris, der Grand Opera und der Opera comique, 
auf und wurde zumal als Wagner-Tenor bekannt 192831 war er 
an der Oper von Chicago engagiert, 1934-37 sang er alljahrlich am 
Teatro Colon von Buenos Aires. Er gastierte an der Coventgarden 
Oper London, an der Oper von Briissel und in San Francisco. 1935 
bis 1943 war er Mitglied der Metropolitan Oper New York (An- 
trittsrolle: Walther in den Meistersingern). Nach seinem Ab- 
schied von der Burme Gesangpadagoge in New York, seit 1957 in 
Boston. 

Der Glanz und die Ausdruckskraft seines Tenors wurden im fran- 
zosischen und italienischen, vor allem aber im Wagner-Repertoire 
bewundert. 

Schallplatten: Odeon, Columbia; Privatplatten aus der Metro 
politan Oper. 

Majkut, Erich, Tenor, *3. 2. 1907 Wien; nach seiner Ausbildung an 
der Wiener Musikhochschule gehorte er dem Chor der Staatsoper 
von Wien an. 1928 wurde er als Solist in das Ensemble dieses 
Opernhauses ubernommen und spezialisierte sich vor allem auf das 
Fach des Spieltenors. Langer als 30 Jahre ist er in diesen Rollen in 
Wien zu horen gewesen. Er gastierte, meist mit dem Ensemble der 
Wiener Staatsoper, in Mailand, London, Berlin und Briissel. Fast 
alljahrlich trat er bei den Festspielen von Salzburg auf, 1951 auch 
bei den Bayreuther Festspielen. Dazu hatte er eine bedeutsame 
Laufbahn als Konzert- und Oratoriensanger. 
Schallplatten: Columbia (Figaros Hochzeir, Zauberflote, Ro- 
senkavalier) / Philips (Salome), Decca (Meistersinger), Vox 
(Matthauspassion, Missa solemnis von Beethoven). 

Malaniuk, Ira, Alt, * 1923 Stanislau (Polen); ihre Familie war 
ukrainischer Abstammung. Ausbildung bei Adam Didur in Lem- 
berg, dann in Wien bei Anna Bahr-Mildenburg. 1944 studierte 
sie an der Sommer-Akademie des Salzburger Mozaiteums. Debiit 
1945 am Stadttheater von Graz. 1947 kam sie an das Stadttheater 



3*5 Manowarda 

von Zurich, wo sie ihren Wohnsitz nahm. Neben ihrem Zuricher 
Engagement war sie seit 1952 Mitglied der Staatsoper von Miin- 
dien, seit 1956 der Wiener Staatsoper. Bei Gastspielen an den 
fuhrenden europaischen Opernbuhnen war sie sehr erfolgreich; so 
sang sie an der Coventgarden Oper London, an der Mailander 
Scala, an der Grand Opera Paris, an den Staatsopern von Stutt 
gart und Hamburg, in Briissel und Amsterdam. 1951-53 wirkte sie 
bei den Festspielen von Bayreuth mit (Brangane im Tristan, 
Magdalene in den Meistersingem, Fricka im Ring-Zyklus). Seit 
1956 war sie bei den Festspielen von Salzburg erfolgreich. Dazu 
hat sie eine bedeutende Karriere als Konzert-Altistin. 
Ihre Stimme ist auf Columbia und Philips anzutreffen, auch in 
vollstandigen Opern (Cosi fan tutte, ^Arabella*, Meistersin- 
ger). 

Mann, Joseph, Tenor, * 1879 Lemberg, t 9. 9. 1921 Berlin; stu- 
dierte zunachst Rechtswissenschaften und liefi sich als Anwalt in 
Lemberg nieder. Dann Ausbildung durch Kidd in Lemberg. Debii- 
tierte 1910 an der Oper von Lemberg. 1911-18 Mitglied der Wie 
ner Volksoper. 1918 folgte er einem Ruf an die Staatsoper Berlin, 
an der er sehr grofie Erfolge hatte. Gastspiele fuhrten ihn 1912, 
1915 und 1920 an die Wiener Staatsoper, 1921 an die Staatsoper 
von Miinchen, an die Opernhauser von Frankfurt a. M. und Buka- 
rest. Auf dem Hohepunkt seiner Karriere angelangt, brach er wah- 
rend einer Vorstellung von Verdis Aida auf der Buhne der Ber 
liner Staatsoper tot zusammen. 
Sdiallplatten auf Pathe und Odeon. 

Manowarda, Josef von, Bali, * 3. 7. 1890 Krakau, t 23. 12.1942 
Berlin; stammte aus einem alten osterreidiischen Adelsgeschlecht, 
besudite die Diplomatensdiule in Wien und studierte dann an der 
Universitat von Graz Philosophic. In Graz nahm er Gesangunter- 
richt, wobei seine Stimme zufallig entdeckt wurde. Er debiitierte 
1911 am Stadttheater von Graz. 191518 sang er an der Wiener 
Volksoper; studierte wahrend dieser Zeit weiter bei Otto Iro. 
191819 gehorte er dem Staatstheater Wiesbaden an und wurde 
dann an die Staatsoper von Wien verpflichtet. Hier sang er am 
10. 10. 1919 in der Urauffiihrang der Oper Die Frau ohne Schat- 
ten von R. Strauss den Geisterboten. Seit 1922 trat er fast all- 
jahrlich bei den Festspielen von Salzburg auf, wo man ihn zumal 
als Alfonso in Cosi fan tutte bewunderte. Seit 1931 war er bis 
zu seinem Tod eine der Hauptstiitzen des Bayreuther Festspiel- 
Ensembles. Erfolgreiche Gastspiele in Amsterdam und Briissel, an 
der Mailander Scala, in Rom und Budapest. Bis 1935 gehorte er 
der Staatsoper von Wien an und wurde dann an die Berliner 
Staatsoper verpflichtet. 1932 bis 1935 war er als Professor an der 
Staatsakademie fur Musik in Wien tatig. Verheiratet mit der Sa'n- 
gerin Nelly Prihoda. 
Die Kraft und Tonfulle seiner Stimme wie die dramatische Wudit 



Manski _______ 3 * 6 

seines Vortrages sind stets geriihmt worden; durch die Weite sei 
nes Stimmumfanges konnte er auch Partien fur Heldenbanton sin- 
gen; dazu als Konzertsanger gefeiert. 

Seine Stimme haben Flatten der Marken Polydor und Telefunken 
(Bayreuth, 1936) erhalten. 

Manski, Dorothea, Sopran,* n. 3. 1891 New York; studierte in Ber 
lin und debiitierte 1911 an der Komisdhen Oper Berlin. 1914 bis 
1920 sang sie am Stadttheater von Mannheim, 1920-24 an der 
Staatsoper Stuttgart, 1924-27 war sie an der Berliner Staatsoper 
engagiert. 1927 folgte sie einem Ruf an die New Yorker Metro 
politan Oper (Antrittspartie: Hexe in Hansel und GreteU). Bis 

1941 blieb sie Mitglied dieses Opernhauses. In der Hauptsache 
trat sie dort in kleineren Rollen auf, doch ersetzte sie beispiels- 
weise 1933 Frida Leider als Briinnhilde in der Walkiire. Bei den 
Festspielen von Salzburg sang sie 1933 die Isolde im Tristan 
unter Toscanini. 1934 gastierte sie an der Wiener Staatsoper. Seit 

1942 wirkte sie als Professorin an der Indiana University. Sie war 
mit dem schwedisdien Musikkritiker Walter Brandon verheiratet; 
auch ihre Toditer Inge Manski wurde Sangerin; lebt in Blooming- 
ton (Indiana). 

Viele Aufnahmen der Marken Vox, HMV, Tri-Ergon; Privatplat- 
ten aus der Metropolitan Oper. 

Mantelli, Eugenia, Alt-Sopran, * 1860, t 3. 3. 1926 Lissabon; de 
biitierte 1883 am Teatro San Carlos von Lissabon als Page Ur- 
bain in den Hugenotten von Meyerbeer. Dann grofie Gastspiel- 
Tourneen zusammen mit dem beriihmten spanisdhen Tenor Julian 
Gayarre", vor allem in Deutsdiland, Italien und Siidamerika. 1894 
sang sie als Partnerin von Francesco Tamagno an der Hofoper von 
Moskau. In den Jahren um die Jahrhundertwende gastierte sie 
regelmafiig an der Coventgarden Oper London. 18941900 war 
sie Mitglied der Metropolitan Oper New York, wo man sie na- 
mentlich als Titelheldin in Samson und Dalila bewunderte. 
190203 sang sie nochmals an der Metropolitan Oper. 1904 nahm 
sie ihren Wohnsitz in Lissabon, trat dort noch einige Zeit am 
Teatro San Carlos auf und wirkte dann als Padagogin. 
Das Repertoire der Kunstlerin reichte von der Koloraturalt-Partie 
bis zur Wagner-Heroine (Briinnhilde) . 
Interessante Schallplatten der Marke Zonophone (USA, 1904-07). 

Marak, Ottokar, Tenor, * 5.1.1872 Esztergom (Ungarn), t 2.7. 
1939 Prag; wollte ursprunglich Maler werden, dann Gesangstu- 
dium am Konservatorium von Prag. Debiitierte 1899 am Stadt 
theater von Brunn als Faust von Gounod. 1900 kam er an das 
Deutsche Theater von Prag. 1901 sang er an der Nationaloper von 
Prag in der Urauffuhrung von Dvoraks Rusalka die Partie des 
Prinzen. 1903 wurde er durch Gustav Mahler an die Wiener Hof 
oper verpflichtet, 1906 kam er an die Komische Oper Berlin. Hier 
hatte er grofite Erfolge; 1911 sang er an diesem Opernhaus in der 



317 Marchesi 

Urauffiihrung von Wolf-Ferraris Schmuck der Madonna* die 
Rolle des Gennaro. Gastspiele lieSen ihn in London und Paris 
in Briissel und Miinchen triumphale Erfolge feiern. 1913-14 trai 
er an der Oper von Chicago auf; hier heiratete er die amerika- 
nische Sangerin Mary Ccruan. 1914 wurde er als Erster Tenor ar 
die Prager Nationaloper berufen, und fur die folgenden 20 Jahn 
war er der gefeierte Star-Sanger dieses Operninstituts, an dem ej 
mehr als i5oomal aufgetreten ist. 1934 nahm er von der Biihne 
Abschied und lie sidi dann in Chicago als Padagoge nieder. Don 
verarmte er jedoch vollig, so dafi er zuletzt auf der StraSe Zeitun- 
gen verkaufte. Als dies in seiner tschechisdien Heimat bekanni 
wurde, veranstaltete man eine Geldsammlung fur ihn und ennog- 
lichte dem groSen Kiinstler die Ruckkehr nach Prag, wo er bale 
darauf starb. 

In seinem lyrischen Tenor paarten sich Tonfiille und -schonheii 
mit einer seltenen Ausdrucksvollendung. 

Auf Odeon sang er den Canio in vollstandiger Bajazzo-Auf- 
nahme; femer Flatten auf HMV, Ultraphone und Polydor. 

Marcel, Lucille, Sopran, * 1887 New York, f 22. 6. 1921 Wien, 
eigentlidi Lucille Wasself ; studierte zuerst in Amerika, dann be 
Jean de Reszke in Paris. Debiitierte ganz unerwartet 1908 an de: 
Wiener Hofoper als Elektra in der gleichnamigen Oper vor 
R. Strauss, als sie Anna Bahr-Mildenburg in dieser Rolle ersetzte 
1908 10 war sie Mitglied der Wiener Hofoper. Sie wurde durd 
den damaligen Direktor der Wiener Oper, den Dirigenten Feli3 
von Weingartner, sehr gefordert, den sie 1911 heiratete. igic 
ging sie mit ihm zusammen an das Opernhaus von Hamburg 
191114 trat sie an der Oper von Boston auf, wo man sie vo 
afiem als Tosca feierte. 1914 Gastspiel am Theatre des Champs- 
Elysees in Paris. Als Felix von Weingartner 1914 nach Darmstad 
ging, nahm sie dort ein Engagement an, trat aber nur noch sel 
ten auf. 
Seltene Platten der Marken HMV und Columbia. 

Mardiesi, Blanche, Sopran, * 4. 4. 1863 Paris, t 15. 12. 1940 Lon 
don; sie war die Tochter eines beriihmten Sanger-Ehepaares. Ihr< 
Mutter, Mathilde Mardiesi, geb. Graumann (* 1821 Frankfur 
a. M., f 1913 London), gait als uniibertroffene Gesangpadagogii 
ihrer Zeit; inr Vater, Salvatore Marchesi, Cavaliere de Castrone 
Mardiese della Rajata (1822-1908), hatte sich nach erfolgreiche 
Tatigkeit im Konzertsaal zusammen mit seiner Gattin als Pad 
agoge in Paris niedergelassen. Blanche Marchesi wurde nach de 
beriihmten Methode ihrer Mutter ausgebildet und debiitierte 189 
als Konzertsangerin in Paris. 1896 gab sie Konzerte in Berlin un 
London. Sie verlegte ihren Wohnsitz nach London, wo sie sic 
als gesuchte Gesanglehrerin betatigte. Dazu unternahm sie gro 
Konzertreisen, die ihr namentlich in Nordamerika glanzende Ei 
folge eintrugen. 1900 fand ihr Biihnendebut statt, und zwar a] 



Marconi 3*8 

Briinnhilde in der Walkiire am Deutschen Theater in Prag. Sie 
trat auch bei der Moody Manners Company auf, hatte aber ihre 
bedeutendsten Erfolge als Konzertsopranistin. Bei Hofkonzerten 
sang sie vor der engiisdien Konigin Victoria tind vor dem deut- 
schen Kaiser Wilhelm II. Sie war verheiratet mit dem Baron Andr 
Anzon Caccamisi. Die Sdionheit ihrer Stimme blieb ungewohnlich 
lange erhalten; zu ihrem 75. Geburtstag gab sie in London nodi- 
mals ein Konzert. Ihre Erinnemngen erschienen unter dem Titel 
Singer's Pilgrimage (London, 1923), auBerdem veroffentlichte sie 
ein Lehrbuch der Gesangskunst (The Singer's Catediism, London 

Ihre Stimme, die ganz nach der klassisdien Methode ihrer Mutter 
ausgebildet war, wurde durdi souverane Beherrschung der Tedi- 
nik, durch Reinheit der Tongebung und durch eine vollendete 
Phrasierungskunst gekennzeidinet. 

Ihre ersten Flatten erschienen auf G & T (Berlin, 1906); dann 
elektrisdie Aufnahmen auf HMV (London, 1936). 

Marconi, Francesco, Tenor, * 14.5.1853 Rom, t 5.2.1916 Rom; 
urspninglich Schreiner von Beruf, dann Gesangstudium bei Otta- 
vio Bartolini in Rom. Debiitierte 1878 am Teatro Real Madrid als 
Faust von Gounod. Er hatte dann eine sehr erfolgreiche Karriere 
an den groSen italienischen Buhnen, zumal an der Mailander 
Scala und am Teatro Costanzi in Rom. Nach glanzvollen Gast- 
spielen in Spanien, Portugal und Rutland sang er 1883 an der 
Londoner Coventgarden Oper in der engiisdien Premiere von La 
Gioconda von Ponchielli die Rolle des Enzo. 1888 sang er in der 
amerikanischen Erstauffuhrung von Verdis Othello an der New 
Yorker Academy of Music die Titelpartie, war aber in Nord- 
amerika nicht sonderlich erfolgreich. Von Rom aus, wo er seinen 
Wohnsitz hatte, setzte er seine Gastspieltatigkeit bis zu seinem 
Tod fort. 

In seinem Tenor verbanden sich musikalische Sdionheit und dra- 
matische Kraft in gliicklicher Weise. 

Sdiallplatten: G & T (Mailand, 1903-04), HMV (Mailand, 1908), 
alle ziemlich selten. 

Mardones, Jos^, BaJS, * 1869 Fontecha (Spanien), t 4. 5. 1932 
Madrid; ausgebildet am Koniglidien Konservatorium von Madrid. 
Debiitierte 1891 in Sudamerika, wo er dann am Teatro Colon von 
Buenos Aires und an der Oper von Rio de Janeiro seine ersten 
grojKen Erfolge hatte. Um die Jahrhundertwende gastierte er an 
verschiedenen bedeutenden Theatern in Europa, so an der Lon 
doner Coventgarden Oper, am Teatro San Carlos von Lissabon, 
an den Opern von Madrid und Barcelona und auch an der Mai- 
lander Scala. 1913 kam er fur drei Jahre an die Oper von Boston. 
191726 war er Mitglied der Metropolitan Oper New York, 
an der er gleichfalls grofie Erfolge erzielen konnte; lebte nach sei 
nem Abschied von der Biihne in seiner spanischen Heimat 



319 Marit de Vlsle 

BaEstimme von einer uberquellenden Fiille und Kraft des Stirnm- 
materials; Kenner bezeichnen sie als die voluminoseste Baii- 
srimme, die auf der SchalJplatte erhalten ist. 
Er sang auf Columbia und Victor. 

Maredial, Adolphe, Tenor, * 26. 9. 1867 Liittich, f 1935 Briissei; 
Studium am Konservatorium von Liittich; debiitierte 1891 am 
Stadttheater von Dijon. Sang dann an den Opernhausern von 
Reims, Bordeaux und Nizza. 1895 wurde er an die Opera comi- 
que von Paris berufen. Im Laufe der folgenden zehn Jahre hatte 
er hier sehr groSe Erfolge. Er sang an der Opera comique in einer 
Reihe widitiger Urauffuhrungen von Opern: am 2. 2. 1900 in 
Charpentiers Louise* den JuHen, 1901 in Griselidis von Mas 
senet, 1903 in La Reine Fiammette* von Xavier Leroux als Part 
ner von Mary Garden, 1907 in Le Chemineau* von X. Leroux. 
Am 18. 2. 1902 sang er an der Oper von Monte Carlo in der Ur- 
auffuhrung von Massenets Le jongleur de Notre-Dame* die Par- 
tie des Jean. Er gastierte regelmaBig an der Oper von Brussel und 
war an den Opern von Nizza und Monte Carlo sowie an der Hof- 
oper von Moskau zu Cast. 1907 gab er aus gesundheitlichen Griin- 
den seine Karriere auf und lebte seitdem in Brussel. 
Sdion gebildete lyrisdie Tenorstimme, beriihmt zumal als Inter 
pret der franzosisdien Parti en seines Fachs. 

Einige seltene Aufnahmen auf G & T (Paris, 1905) und auf Zono- 
phone (Paris, 1907), 

Marherr, Elfriede, Sopran, * 1895 Berlin, Schiilerin von Juan Luria. 
Debiitierte 1916 an der Berliner Hofoper und blieb wahrend ihrer 
gesamten Laufbahn langer als 30 Jahre an dieser Biihne tatig. 
Zu Beginn ihrer Karriere wurde sie vor allem als Octavian im 
Rosenkavalier und als Cherubino in Figaros Hodizeit* bekannt. 
1932 sang sie bei den Festspielen von Salzburg die Fatime im 
Oberon von Weber, 193641 wirkte sie bei den Bayreuther Fest 
spielen als Wellgunde und als dritte Nome im Ring-Zyklus mit. 
Nodi 1946 trat die Kunstlerin an der Berliner Staatsoper auf. Sie 
sang auch unter dem Namen Marherr-Wagner. Lebt als Gesang- 
lehrerin in Berlin. 

Von der Kunstlerin existieren ausschliefilich elektrisdie Schall- 
plattenaufnahmen, jedodti keine einzige Solo-Platte. Zuerst wirkte 
sie in verschiedenen Kurzopern auf Polydor mit, dann sang sie auf 
HMV die erste Dame in einer vollstandigen Aufnahme der Zau- 
berflote* und Duette mit Frida Leider, endlidi auf Polydor Szenen 
aus dem Rosenkavalier mit Elisabeth Ohms und Adele Kern. 

Marie de T Isle, Jeanne, Alt, * 1872 Paris, 1 1926 Paris; eigentlich 
Jeanne Beugnon. Sie wurde durdi ihre Tante, die beruhmte Alti- 
stin Celestine Galli-Marie (1840-1905), ausgebildet, die die Titel- 
partien in den Urauffuhrungen der Opern Carmen* und Mi- 
gnon gesungen hatte. Sie debiitierte 1896 an der Ope*ra comique 
von Paris. 1900 sang sie dort in der Urauffuhrung von Charpen- 



Mario 3 20 

tiers Louise die Partie der Camille, 1903 hatte sie einen uber- 
waltigenden Erfolg als Charlotte im <cWerther von Massenet. 
Sie wurde dann als Nachfolgerin ihrer Tante die grofie Carmen 
der Opera comique. Einige seltene Gastspiele fuhrten sie u. a. 
1910 an die Opern von Bukarest und Sofia. Lebte zuletzt als Pad- 
agogin in Paris. 

Ziemlich seltene Platten der Marken G & T (Paris, 1904), Odeon 
(Paris, 1904) und Zonophone (Paris, 1905), darunter auch Szenen 
aus cCarmen, die deshalb wichtig sind, weil sie wahrscheinlich 
der urspriinglichen Interpretation dieser Rolle am nachsten kom- 
men. 

Mario/ Queena, Sopran, * 1896 Akron (Ohio), t 28. 5. 1952 New 
York; eigentlich Queena Mario Tilotson. Sie wurde zuerst Journa- 
listin und schrieb unter dem Namen Queen Tilotson und Florence 
Bryan. Auf den Rat von Enrico Caruso studierte sie Gesang bei 
Oscar Saenger und Marcella Sembrich in New York. 1918 debii- 
tierte sie bei der San Carlo Opera Company in -"Hoffmanns Er- 
zahlungen*. Mit dieser Truppe sang sie bis 1921, dann (bis 1922) 
bei der Scotti Opera Company. 192239 Mitglied der Metropoli 
tan Oper New York, dazu Gastspiele in Chicago und San Francis 
co 1938 wurde sie Professorin am Curtis Institute in Philadel 
phia; zu ihren Schulerinnen gehoren u. a. Rose Bampton und Helen 
Jepson. Sie arbeitete jetzt auch wieder als Schriftstellerin und pub- 
lizierte den erfolgreichen Kriminalroman Murder in the Opera 
House. 

Von ihrem schonen Koloratursopran existierten an sich keine Auf- 
nahmen, doch gab sie auf Columbia einen Gesangkurs heraus. Da 
zu sind interessante Privataufnahmen von Auffuhrungen der Me 
tropolitan Oper erhalten und spater veroffentlicht worden. 

Marsh, Lucy Isabelle, Sop ran, * 10. 4. 1878 Ithaka (New York)/ 
f 20. 1. 1956 Providence (Rhode Island); ausgebildet durch Walter 
Hall in New York und Trabadello in Paris. Sie war zuerst in ihrer 
amerikanischen Heimat Kirchensangerin. Dann sang sie einige 
Schallplatten fur Columbia, wurde aber wenig spater von der Vic 
tor Company engagiert und blieb jahrelang deren Haus-Soprani- 
stin. Als Schallplattensangerin hatte sie sehr grofie Erfolge, wah- 
rend sie nicht auf der Buhne und auch nur selten im Konzertsaal 
erschien. Wirkte spater als Gesanglehrerin. 
Schon gebildete, ausdrucksgewandte Stimme. 
Von ihren zahlreichen Platten wurden zumal die Duerte mit John 
Me Cormack bekannt; sie sang fur Victor noch elektrische Auf- 
nahmen, darunter meisterhaft vorgetragene Arien aus dem Mes- 
sias und aus Oratorien von Mendelssohn und Rossini. 

Marshall, Lois, Sopran, * 1928 (?) Toronto (Kanada); begann mit 
zwolf Jahren das Gesangstudium am Royal Conservatory von To 
ronto, mit 15 gab sie bereits Konzerte. 1952 kam sie nach New 
York und hatte in der Town Hall einen glanzenden Erfolg. Darauf 



321 Martin 

ubertrug Toscanini ihr das Sopran-Solo in einer Auffuhrung der 
Missa solemnis von Beethoven in New York Es folgte eine tnum- 
phale Konzert-Tournee durch Nordamerika. 1956 kam die Kiinst- 
lerin nach England. Hier gab sie sehr erfolgreiche Konzerte und 
wirkte bei Schallplattenaufnahmen von Opern und Oratorien mit. 
Konzerte in Amsterdam, Briissel und Hamburg festigten ihren Ruf 
als eine der grofiten Konzertsangerinnen ihrer Zeit. 1957 feierte 
man sie bei den Festspielen von Edinburgh und bei einer Auffiih 
rung des Messias in Dublin; 1958 absolvierte sie eine glanz- 
volle Konzert-Tournee durdi Rutland. Auf der Biihne ist sie nur 
gelegentlich in Kanada aufgetreten (Mimi in La Boheme*, Donna 
Anna im Don Giovanni*). 

Aufnahmen auf den Marken RCA (Messias) und Columbia 
(Entfiihrung aus dem Serail*). 

Martapoura, Jean, Bariton, * 1860 (?) in Belgien, f Februar 1929 
Brussel; eigentlich Jean Baron van Heekeren. Er hatte seine ersten 
bedeutenden Erfolge in den achtziger Jahren an der Grand Opera 
von Paris. Dort sang er 1890 in der Urauffuhrung der Oper Asca- 
nio von Saint-Saens, 1891 in der Urauffuhrung von Le Mage 
von Massenet. 1891 wurde er an die Metropolitan Oper New York 
berufen (Antrittsrolle: Mercutio in Romeo et Juliette* von Gou 
nod als Partner von Victor Capoul, Jean und Edouard de Reszke). 
Bis 1894 blieb er an der Metropolitan Oper, wo er im April 1894 
in der Erstauffuhrung von Massenets Werther den Albert sang. 
Spater sang er vor allem an den Opernhausern von Brussel, Monte 
Carlo und Nizza, audi als Operettensanger. 

Schallplatten: sehr seltene Aufnahmen auf Zonophone (Paris, 
1900). 

Marten, Heinz, Tenor, * 17. 1. 1908 Sdileswig; erlernte zuerst wie 
sein Vater das Tisdilerhandwerk. Dann Ausbildung der Stimme 
durch Albert Fischer und Oscar Rees in Berlin. 1928 Debut als 
Konzert- und Oratoriensanger. 1934 sang er erstmals in Leipzig 
den Evangelisten in der Matthauspassion unter Karl Straube. Seit- 
dem trat er oft zusammen mit dem Leipziger Thomanerchor auf. 
1938 erhielt er den Musikpreis der Stadt Berlin, wo er seinen 
Wohnsitz genommen hatte. 194550 wohnte er in Schleswig, 1950 
bis 1956 in Bielefeld. Seit 1956 Professor an der Musikhochschule 
von Koln. Der zumal als Bach-Interpret geschatzte Kiinstler betrat 
nur ein einziges Mai, und zwar 1953 in Bielefeld, die Biihne. 
Relativ wenige Aufnahmen auf DGG (Magnificat von Bach). 

Martin/ Riccardo, Tenor, * 18. n. 18 74 Hopkins ville (Kentucky), 
t 11. 8. 1952 New York; eigentlich Hugh WhitfLeld; studierte 
in Nashville Violinspiel, dann an der Columbia Universitat Schii- 
ler von Mac Dowell. In dieser Zeit komponierte er Lieder, Chore 
und andere Musikwerke. Erst 1901 entschlofi er sich, Sanger zu 
werden. Zu seinen Lehrern zahlten Jean de Reszke, Leon Escala'is 
und Giovanni Sbriglia in Paris sowie Lombardi in Florenz. 1904 



Martinelli ^ 22 

debiitierte er am Opernhaus von Nantes ais Faust von Gounod. 
1906 sang er mit der Operntruppe von Henry Russel in New 
Orleans. 1907 kam er an die Metropolitan Oper New York (An- 
trittsrolle; Faust in MeBstofele von Boito als Partner von Sdial- 
japin). Bis 1915 blieb er an der Metropolitan Oper, wo er 1913 in 
der Urauffuhrung von Damroschs Cyrano de Bergerac* mit- 
wirkte. 1910 gastierte er an der Londoner Coventgarden Oper und 
an der Oper von Mexico City. 1916-17 gehorte er zum Ensemble 
der Oper von Boston, mit dem er eine Amerika-Tournee unter- 
nahm. 1917 kam er wieder an die Metropolitan Oper zuriick, sang 
dort aber nur in einer einzigen Auffiihrung von La Boheme 
den Rudolf. 1920-23 war er an der Oper von Chicago engagiert. 
Lebte nach Aufgabe seiner Karnere lange Zeit in Paris als Kor- 
respondent der Zeitschrift Opera News*; spater wohnte er auf 
den Bermuda-Inseln. 

Ausdrucksvolle lyrische Tenorstimme, auf Edison-Zylindern und 
Victor-Flatten iiberliefert. 

Martlnelli, Giovanni, Tenor,* 22. 10. 1885 Montagnana (Venetien); 
wahrend seiner Militardienstzeit war er Klarinettist in einer Mili- 
tarkapelle. Hier fiel dem Kapellmeister seine stimmliche Begabung 
auf, und er wurde dann durch Prof. Mandolini in Mailand ausge- 
bildet. Debiitierte 1911 am Teatro dal Verme in Mailand als Titel- 
held in Verdis Ernani. Seine Karriere entwickelte sich sehr 
sdinell. 1912 iibertrug Toscanini ihm bei der Premiere von Puc- 
cinis Maddien aus dem goldenen Westen an der Mailander 
Scala die Partie des Dick Johnson. Im gleichen Jahr sensationelle 
Erfolge an der Coventgarden Oper London. 1913 folgte er einem 
Ruf an die New Yorker Metropolitan Oper, und bis zum Jahre 
1946 blieb er der gefeierte Erste Tenor dieses beruhmten Opern- 
hauses. Hier sang er 1915 in der Urauffuhrung von Madame Sans- 
Gene von Giordano, am 28. 1. 1916 in der Urauffuhrung von 
Goyescas von Granados, 1914 wirkte er in Monte Carlo in der 
Urauffuhrung von Ponchiellis nachgelassener Oper I Mori di Va 
lencia* mit. Nach dem Tod von Enrico Caruso gait er als einer der 
grofiten Tenore seiner Epoche. Von New York aus unternahm er 
sehr erfolgreiche Gastspiele in den europaischen Musikzentren, vor 
allem an der Londoner Coventgarden Oper. Hier sang er 1937 
wahrend der Coronation Season erstmals den Othello in der 
gleichnamigen Verdi-Oper; lebt seit 1946 als Padagoge in New 
York. 

Herrlich gebildete, voluminose Tenorstimme; in der Leidenschaft- 
lichkeit ihres Vortrages und ihrer bezwingenden Ausdrucksinten- 
sitat vor allem fur das heldische Fach geeignet. 
Zahlreiche Schallplatten auf Victor, Edison, Allegro Roy ale; Pri- 
varplatten aus der Metropolitan Oper. 

Martinis, Carla, Sopran, * 1924 Danculovice (Jugoslawien) ; Ausbil- 
dung am Konservatorium von Zagreb u. a. bei Professor Martinis, 



323 Mason 

den sie sparer heiratete. Nachdem sie zuerst an den Opern von 
Zagreb und Prag gesungen hatte, gewann sie 1949 den Internatio- 
nalen Gesangwettbewerb in Genf. 195053 hatte sie bedeutende 
Erfolge an der New York City Centre Opera (AntrittsroOe: Tuian- 
dot). 1950 gastierte sie erstmalig an der Wiener Staatsoper, an 
der sie seither haufig erschien. 1951 sang sie in Wien die Titel- 
rolle in einer konzertanten Aida-Auffuhrung unter Herbert von 
Karajan, bei den Salzburger Festspielen von 1951 die Desdemona 
im <cOthello unter Furtwangler. Seit 1953 lebt die Kiinstlerin in 
Wien und geht einer ausgedehnten Gastspieltatigkeit nach. 
Sdiallplatten: Decca, HMV (Electrola). 

Mascherini, Enzo, Bariton, * 1916 Florenz; begann das Gesangstu- 
dium 1937 in Florenz, zu seinen Lehrern gehorten Titta Ruffo 
und Riccardo Stracciari. Debutierte bereits 1938 in Florenz als 
Germont-pere in La Traviata*. 1939 sang er am Teatro San Carlo 
von Neapel sowie in Parma und Genua. 1940 erreichte er die Mai- 
lander Scala, an der er seitdem immer wieder auftrat. Nach dem 
zweiten Weltkrieg gab er Gastspiele in Wien und Prag, an der 
New York City Centre Opera, in Chicago, Philadelphia und San 
Francisco. 1950 wurde er an die Metropolitan Oper New York 
berufen. 1951 beim Maggio musicale von Florenz feierte man ihn 
als Montfort in der Sizilianischen Vesper* von Verdi. 
Sdiallplatten: Decca (Scarpia in vollstandiger Oper Tosca mit 
Renata Tebaldi), Cetra, Columbia, 

Masini, Galliano, Tenor, * 1902 Livorno; wurde in Mailand durch 
Maestro Laura ausgebildet. Debutierte 1923 am Opernhaus von 
Livorno als Cavaradossi in Tosca. Hatte dann eine bedeutende 
Karriere an den grofien italienischen Biihnen und sang auch an 
der Mailander Scala. 1933 gastierte er erfolgreich an der Oper von 
Rio de Janeiro. Er sang bei den Festspielen von Verona und beim 
Maggio musicale von Florenz. In Nordamerika war er zuerst an 
der Oper von Chicago und 193839 an der Metropolitan Oper 
New York engagiert. Er gastierte weiter am Teatro Col6n von 
Buenos Aires und an der Grand Opera von Paris; auch als Film- 
sanger tatig. 

Sang auf Columbia und Odeon und vor allem auf Cetra (u. a. 
vollstandige Oper La forza del destino). 

Mason, Edith, Sopran, * 22. 3. 1893 St. Louis; studierte in Paris 
bei Enrico Bertram, dann in Boston. Unerwartetes Debut 1912 an 
der Oper von Boston als Nedda. Nadi weiteren Studien bei Ed- 
mond Clement in Paris sang sie an den Opern von Nizza, Mar 
seille und Monte Carlo. Abermaliges Studium bei Vanza und Cot- 
tone in Mailand und bei Victor Maurel in New York. 1915 wurde 
sie an die Metropolitan Oper New York berufen ( Antrittspartie : 
Sophie im Rosenkavalier-). Seit 1917 sang sie fast alljahrlich an 
der Sommer-Oper von Ravinia bei Chicago. Darauf Tournee mit 
der Bracala Opera Company durch Mittelamerika. 1919 gastierte 



Massary 3 2 4 

sie am Theatre Lyrique und an der Opera comique von Paris, 
1920 an der Oper von Monte Carlo. 1921-33 und 1934-42 war sie 
Mitglied der Oper von Chicago, an der ihre Karriere den Hohe- 
punkt erreichte. Sie heiratete den italienis<hen Dirigenten Giorgio 
Polacco, von dem sie sidi jedoch wieder trennte. In Italien trat sie 
1924 an den Opern von Turin und Rom auf, 1927 an der Mailan- 
der Scala als Marguerite im Faust unter Toscanini. 1930 gastierte 
sie an der Coventgarden Oper London, 1933 beim Maggio musi- 
cale von Florenz als Nanetta im Falstaff von Verdi; die gleiche 
Partie sang sie 1935 bei den Festspielen von Salzburg. Nach ihrer 
Heirat mit dem amerikanisdien Millionar Ragland gab sie ihre 
Karriere auf, lebt in Chicago. 

Tedinisch vortrefflidi durdigebildete, klangschdne Sopranstimme. 
Ihre Stimme ist durdi wenige Aufnahmen auf Brunswick er- 
halten. 

Massary, Fritzi, Sopran, * 31. 3. 1882 Wien; eigentlich Friederike 
Massaryk. Begann im Jahre 1902 ihre Laufbahn in einer oster- 
reidiischen Operettentruppe, die eine Rufiland-Totirnee unternahm. 
1904 kam sie an das Berliner Metropol-Theater und hatte hier in 
einer Revue einen sensationellen Erfolg. Rasch wurde sie zur ge- 
feierten Operetten-Diva und hatte in Berlin auf diesem Gebiet 
Triumphe wie keine andere Kiinstlerin ihrer Zeit. 1915 kreierte sie 
in Berlin die Titelrolle in Leo Falls Operette Die Kaiserin, es 
folgten Premieren mit Operetten von Lehdr, Oscar Straus, Ro 
bert Stolz. 1911 sang sie bei den Miinchener Opernfestspielen als 
Partnerin von Maria Jeritza in Offenbachs Schoner Helena^. An 
der Stadtischen Oper Berlin sang sie unter Bruno Walter, der ihre 
Kunst sehr schatzte, die Adele in der Fledermaus und die Hanna 
Glawari in der Lustigen Witwe*. Bruno Walter schlug ihr sogar 
vor, die Carmen zu singen, was die Kiinstlerin jedoch ablehnte. 
Bei den Salzburger Festspielen von 1926 feierte man sie als Adele 
in der FIedermaus. Sie gastierte u. a, in London, Paris und 
Wien. Seit 1917 war sie mit dem Schauspieler Max Pallenberg, 
dem groten Komiker auf der damaligen deutschen Biihne, ver- 
heiratet, 1933 wanderte sie nach Nordamerika aus; lebt in Bever- 
ley Hills in Kalifornien. 

Als Operettensangerin ist Fritzi Massary das Idol einer ganzen 
Epoche gewesen; sie hob den Operettengesang auf eine ganz neue 
kunstlerische Stufe, ohne dafi etwas von der temperamentvollen 
LeicKtigkeit des Vortrages verlorengegangen ware. 
Flatten der Marken G & T, Polydor und HMV. 

Ma this, Edith, Sopran, * 1933 Luzern; ausgebildet am Konservato- 
rium von Luzern. Buhnendebiit 1956 am Stadttheater Luzern. 1959 
kam sie an das Opernhaus K6b A wo sie sehr erfolgreich war, 1963 
an die Stadtische Oper Berlin. Gastierte u. a. 1960 bei den Fest 
spielen von Salzburg, 1962 in Glyndebourne in Figaros Hochzeit* 
sowie an der Wiener Staafsoper. Auf der Biihne hauptsachlich im 



325 Maugeri 

lyrischen Repertoire, im Konzertsaal in vielgestaltigen Aufgaben 

gefeiert. 

Sdiallplatten: Columbia, HMV-Electrola. 

Matzenatter, Margarethe, Alt-Sopran, * i. 6. 1881 Temesvdr, wo ihr 
Vater, Ludwig Matzenauer, als Kapellmeister wirkte, f 19. 5, 1963 
Van Nuys (Kalifornien), Ausbildung durch Georgine von Janu- 
schowsky in Graz, dann durch Antonie Mielke und Franz Emrnridi 
in Berlin. Debut 1901 am Stadttheater von Strafiburg, wo sie bis 
1904 wirkte. 190411 gefeiertes Mitglied der Hofoper Mundhen. 
Gastierte wahrend dieser Zeit an den Hofopern von Wien und 
Berlin, in Hamburg, London und Paris. 1911 sang sie bei den 
Bayreuther Festspielen (Waltraute, FloShilde, Erste Nome im Ring- 
Zyklus). 1911 wurde sie an die Metropolitan Oper New York 
berufen (Antrittsrolle : Amneris in Aida als Partnerin von Ca 
ruso und Emmy Destinn). Bis 1930 hatte sie an der Metropolitan 
Oper groSte Erfolge zu verzeidmen. Seit 1911 gastierte sie sehr 
erfolgreich am Teatro Colon von Buenos Aires. In erster Ehe war 
sie mit dem Miinchener Gesanglehrer Ernst Preuse, in zweiter mit 
dem Tenor Edoardo Ferrari-Fontana (indrittermit ihr em Chauffeur 
Glotzbach) verheiratet. Obernahm gegen Ende ihrer Kariere auch 
Partien aus dem hochdramatischen, vor allem dem Wagner-Fach. 
Seit 1930 lebte sie als Padagogin in New York, spater in Santa 
Monica in Kalifornien. 

Zahlreiche Aufnahmen der Finnen G & T, HMV, Columbia, Pathe 
sowie Edison-Platien, nach 1912 ausschlieSlich Victor. 

Maugeri, Carmelo, Bariton, *i6. 7. 1889 Catania (Sizilien); ausge- 
bildet am Konservatorium von Triest durch Tartini, dann bei 
Matteo Aderno in Catania. Debiit 1913 am Teatro Bellini von 
Catania als Atfio in Cavalleria rusticana*. Nach Gastspielen an 
siiditalienischen Biihnen und in Lissabon wurde er im ersten Welt- 
krieg Soldat in der italienischen Armee. In den Jahren 191721 
sang er am Teatro Carcano und am Teatro dal Verme in Mailand 
und gastierte 191819 in Madrid und Barcelona. 1921 hatte er 
bedeutende Erfolge am Teatro Massimo von Palermo. Er wurde 
zumal als Interpret der Bariton-Partien in den Opern von Riccardo 
Zandonai bekannt. 1922 sang er am Teatro Costanzi in Rom in 
der Urauffuhrung von Zandonais Giulietta e Romeo* unter der 
Leitung des Komponisten den Tebaldo. 1929 sang er diese Rolle 
an der Mailander Scala und hatte in den folgenden zehn Jahren 
grofie Erfolge an diesem Opernhaus. Spater verlegte er sich auf 
das Buffo-Fach und war fiir lange Jahre einer der fuhrenden italie 
nischen Vertreter dieses Stimmtyps. 

Schone elektrische Aufnahmen auf Columbia (urn 1930). Nachdem 
er langer als 20 Jahre keine Flatten mehr besungen hatte, sang 
er auf Langspielplatten fur Vox in vollstandigen Aufnahmen von 
Rossinis Signor Bmsduno* und I1 maestro di capella> von Ci- 
marosa. 



Maurane 3 2 ^ 

Maurane, Camille, Bariton, * 29. 11.1911 Rouen. Schtiler seines 
Vaters, der selbst Gesanglehrer war. Weitere Ausbildung an der 
Musikschule Saint-vode in Rouen und am Conservatoire von Paris 
bei Claire Croiza. Debiitierte 1940 an der Ope"ra comique von Paris, 
wo er zunachst unter dem Namen Camille Moreau auftrat. Hier 
hatte er grolie Erfolge in der Partie des Pelle"as in Pelleas et Meli- 
sande von Debussy. Diese Gestalt blieb seine Glanzrolle, die er 
an vielen Biihnen interprctierte. Im ubrigen jedoch in erster Linie 
Konzertsanger. . 

Die typisdi franzosische, hell rimbrierte Baritonstimme des Kunst- 
lers ist auf Schallplatten der Firmen Columbia, Philips undDecca zu 
horen, darunter zwei integrale Versionen von Pelleas et Melisande. 
Maurel, Victor, Bariton, * 17.6.1848 Marseille, t 22.10.1923 
New York; ausgebildet an den Konservatorien von Marseille und 
Paris. Debiitierte 1868 an der Grand Opera von Paris und hatte 
sogleidi glanzende Erfolge. 1870 sang er bereits an der Mailan- 
der Scala in der Urauffuhrung der Oper Il Guarany von Car 
los Gomes. Beriihmt wurde er zumal als Verdi-Interpret; Verdi 
selbst iibertnig ihm bei der italienischen Erstauffuhrang seiner 
Oper Don Carlos* 1871 am Teatro San Carlo von Neapel die 
Partie des Posa. 1873 gastierte er erstmalig in Nordamerika, und 
zwar sang er in der amerikanischen Premiere von Verdis Aida 
in New York den Amonasro. Im Alter von 25 Jahren war er prak- 
tisdi der bedeutendste Bariton fur das italienische Repertoire ge- 
worden, den seine Generation besaE. Im Lauf der folgenden drei 
Jahrzehnte eilte er an den grofien Opemhausern in aller Welt von 
Triumph zu Triumph. Sdiwerpunkte seiner kunstlerischen Tatig- 
keit bildeten die Mailander Scala, die Grand Op<ra von Paris 
und die New Yorker Metropolitan Oper, deren Mitglied er 1894 
bis 1899 war. Dazu gastierte er in London und Madrid, in Lissa- 
bon und Barcelona, in Kairo und Neapel, in St. Petersburg und 
Moskau. 188385 gehorte er dem Direktorium des Theatre des 
Italiens in Paris an. Am 5. 2. 1887 sang er in der glanzvollen Ur 
auffuhrung von Verdis Othello an der Scala die Partie des Jago; 
am 9. 2. 1893 kreierte er, wiederum an der Scala, den Titelhelden 
in der Urauffuhrung von Verdis Falstafl>. Am 22. 5. 1892 sang 
er am Teatro dal Verme in Mailand in der Urauffuhrung des Ba- 
jazzo den Tonio. 1904 beschlofi Victor Maurel seine triumphale 
Biihnenkarriere. Er versuchte sich zeitweilig als Schauspieler, lebte 
dann als Padagoge in Paris und seit 1909 in New York. Er schrieb 
mehrere gesangpadagogische Essays und ein selbstbiographisches 
Werk Dix ans de carrikre (Paris, 1897). 

An seiner Stimme ruhmte man die vortrerHiche technische Durch- 
bildung, die Fiille und den Glanz des Stirnmaterials und die lebens- 
echte, ausdrucksstarke Art seines Vortrages. 
Sehr seltene Schallplatten der Marken G & T (Paris, 1903) und 
Fonotipia (Mailand, 190507), darunter auch Fragments aus 
OtheIlo und Falsta&>. 



327 



Maynor, Dorothy, Sopran, * 3.9.1910 Norfolk (Virginia); Todi- 
ter eines farbigen Methodisten-Pfarrers, sang zuerst im Kirchen- 
dior ihrer Gemeinde. Mit 14 Jahren wurde sie Schulerin des 
Hampton Institute und madite mit dessen beriihmtem Chor eine 
Europa-Reise. Ein Geldgeschenk eines unbekannten Mazens errnog- 
lichte ihr eine weitere Ausbildung. Seit 1933 besudite sie nun die 
Westminster Choir School in Princeton (New Jersey). Nadidem sie 
einen Methodisten-Geistlichen geheiratet hatte, setzte sie ihre 
Ausbildung bei den Padagogen W. Klamroth tmd H. Houghton 
fort. Seit 1936 leitete sie einen Kirchenchor in Brooklyn. 1939 de- 
biitierte sie auf dem Berkshire Festival und hatte sogleich einen 
grandiosen Erfolg. Darauf lud der beriihmte Dirigent Serge Kusse- 
witzky sie ein, zusammen mit dem Bostoner Sinfonie-Orchester 
Arien von Handel und Mozart auf Schallplatten aufzunehmen. 
Konzert-Tourneen brachten der Kiinstlerin zuerst in Nordamerika, 
dann aber auch in Europa triumphale Erfolge ein. Auf der Biihne 
trat sie nicht auf, wohl aber sang sie in ihren Konzerten zahlreiche 
Opern-Arien. Sie begeisterte das Konzertpublikum in Holland, 
Belgien, England, Frankreich und Italien. Seit 1945 leitete sie als 
Direktorin das Bennett College in Greensboro (North Carolina). 
Dorothy Maynor besaS zweifellos die schonste Sopranstimme in- 
nerhalb ihrer kiinstlerischen Generation in Nordamerika; diese 
wurde einmal durch die Pracht ihres Stimmaterials, zum anderen 
durch den Farbenreichtum ihrer Ausdruckskunst gekennzeichnet. 
Sie sang exklusiv auf RCA. 

Mayr, Richard, BaB, * 18. 11. 1877 Henndorf bei Salzburg, 1 1. 12. 
1935 Wien; studierte zuerst Medizin an der Wiener Universitat, 
liefi aber zugleich seine Stimme am Konservatorium der Stadt 
Wien ausbilden. 1902 wurde er durch Gustav Mahler direkt an 
die Wiener Hofoper engagiert, deren Mitglied er bis zu seinem 
Tod geblieben ist. Er gehorte wahrend dieser langen Zeit zu den 
beliebtesten Kiinstlern der osterreichischen Metropole. 1902 wirkte 
er bei den Festspielen von Bayreuth mit, wo er seither namentlich 
als Hagen in der G6tterdammerung und als Gurnemanz im 
Parsifal auftrat. Bereits bei den Salzburger Mozart-Festen von 
1906 und 1910 hatte man ihn als genialen Mozart-Interpreten 
gefeiert. Seit dem Beginn der eigentlichen Salzburger Festspiele im 
Jahre 1922 stand er im Mittelpunkt dieser Veranstaltungen. Man 
bewunderte sowohl seine Mozart-Partien als vor allem seinen un- 
vergleichlichen Ochs im Rosenkavalier. Am 10. 10. 1919 sang 
er an der Wiener Staatsoper in der Urauffuhrung der Richard- 
Strauss-Oper Die Frau ohne Schatten die Partie des Barak. Gast- 
spiele brachten ihm an den groEen Operntheatern in aller Welt 
bedeutende Erfolge ein; in den Jahren 192730 war er an der Me 
tropolitan Oper New York tatig (Antrittsrolle: Pogner in den 
Meistersingern) . 
Prachtvolle, dunkle BajSstinune, sowohl im seriosen als im 



Mazzoleni 3 2 ^ 

Buffo-Fach von groJster Oberzeugungskraft. Dazu gait er als vor- 
trefHicher Darsteller. 

Schallplatten der Marken G & T (Wien, 1905), HMV, Polydor 
(u. a. Kurzfassung des RosenkavaIier, 1934; IX. Sinfonie unter 
Weingartner), Christsdiall. 

Mazzoleni, Ester, Sopran, * 1884 Sebenico (Dalmatien); wollte zu- 
nachst Malerin werden. Ihre Stirnme wurde wahrend eines Italien- 
aufenthalts entdeckt Debut 1904 am Teatro Costanzi in Rom als 
Leonore im ^Troubadour*. Sdhnelle Karriere an den gro6en ita- 
lienischen Biihnen. 1908 kam sie an die Mailander Scala, wo sie 
bis 1917 sehr groSe Erfolge hatte. 1908 feierte man sie an der 
Scala als Giulia in La Vestale* von Spontini, 1909 in der Titel- 
rolle von Cherubinis Medea, wobei diese Oper nach langer Ver- 
gessenheit praktisdi neu entdedct wurde. Bei den ersten Festspie- 
len in der Arena von Verona 1913 sang sie die Aida als Partnerin 
von Giovanni Zenatello. Sehr groSe Erfolge hatte sie in Spanien 
und Sudamerika, doch gastierte sie auch in Westeuropa. 
Dramatisdie Sopranstimme, in der sich souverane Beherrschung 
der Gesangtechnik und Intensitat des Ausdrucks erganzten. 
Zahlreidie Schallplatten auf Fonotipia. 

McCormadc, John, Tenor, * 14.6.1884 Athlone (Irland), t 16.9. 
1945 Dublin; begann seine Ausbildung bei Vincent O'Brien in 
Dublin und gewann 1902 einen Gesangwettbewerb in Dublin. Be- 
reits 1904 sang er auf der Weltausstellung von St. Louis. Nach 
weiterer Ausbildung durch Vincenzo Sabbatini in Mailand debu- 
tierte er 1906 unter dem Namen Giovanni Foli am Stadttheater 
von Savona als Titelheld im L'Amico Fritz* von Mascagni. 1906 
gab er erfolgreiche Konzerte in London; 1907 sang er erstmals an 
der Coventgarden Oper London (Turiddu in Cavalleria rusti- 
cana). Bis 1914 feierte er Jahr fur Jahr an der Coventgarden Oper 
seine Triumphe. 1909 gastierte er ohne besonderen Erfolg am 
Teatro San Carlo von Neapel, 1910 sang er am Teatro Regio von 
Parma als Partner in Luisa Tetrazzini in Donizettis Regiments- 
toditer. 1909 wurde er an das Manhattan Opera House in New 
York verpflichtet, und seitdem war er auch in Amerika ungewohn- 
lich erfolgreich. 1910 gehorte er der Chicago-Philadelphia Opera 
Company an und debiitierte im gleichen lahre an der New Yorker 
Metropolitan Oper, deren Mitglied er auch 191214 und 191718 
war. Im Jahre 1912 begann er eine grofie Konzert-Tournee und 
wurde seitdem hauptsachlich in den Konzertsalen der ganzen Welt 
umjubelt. Auf der Biihne trat er schlieSlich nur noch selten in Er- 
scheinung, so 1921 und 1923 an der Oper von Monte Carlo. 1919 
nahm er die amerikanische Staatsburgerschaft an, spater wurde er 
zum papstlichen Grafen ernannt. 1938 gab er in London sein Ab- 
schiedskonzert; er lebte dann wieder in seiner irischen Heimat. 
Neben Enrico Caruso gait John McCormack als der bedeutendste 
Tenor seiner Zeit; seine Stimme war von exquisiter Klangschon- 



329 Mef-Figner 

heit, gleidi vollendet in ihrer technischen Durchbildung wie in der 
Sub till tat ihrer Ausdrackskunst; auf der Btihne in den lyrisdien 
Tenor-Partien, im Konzertsaal vor allem als Interpret des irisdien 
Liedes gefeiert. 

Schone Flatten der Marken G & T (London, 1904), Odeon (Lon 
don, 190608), HMV, Victor, Edison-Zylinder. 

McCracken, James, Tenor, * 1927 Gary (Indiana); trat zuerst in 
Amerika in Musicals und Operetten auf. 195256 war er als Eleve 
an der Metropolitan Oper New York engagiert, wo er kleinere 
Partien sang. 1957 kam er nach Europa und studierte zwei Jahre 
lang bei Maestro Conati in Mailand. Nach kurzer Tatigkeit am 
Stadttheater von Bonn kam er 1959 an das Stadttheater von Zu 
rich, wo er bald glanzende Erfolge hatte. 1960 gastierte er in Wien 
als Bacchus in Ariadne auf Naxos* von R. Strauss. Seitdem als 
standiger Gast an der Wiener Staatsoper verpflichtet. Entwickelte 
sich zum grofien Heldentenor, zumal als Titelheld in Verdis 
OtheIlo gefeiert. 1963 sang er bei den Salzburger Festspielen 
den Manrico im Troubadour. Verheiratet mit der Altistin Sandra 
Warfield. 
Aufnahmen auf Allegro Royale und Decca (Fidelio). 

Meader, George, Tenor, * 6. 7. 1888 Minneapolis; sang als Kind 
in einem Knabenchor in Pittsburgh, studierte dann aber Jura an 
der Universitat von Minnesota. Wahrend eines Ferienaufenthalts 
in Deutschland wurde seine Stimme entdeckt. Darauf Studium bei 
Anna Schoen-Rene und Konzertdebiit 1908 in London. Nach wei- 
teren Studien bei Pauline Viardot-Garcia in Paris erfolgte 1910 
sein Biihnendebut am Opernhaus von Leipzig als Steuermann im 
Fliegenden Hollander . 1911 wurde er an die Stuttgarter Hofoper 
verpflichtet; hier sang er am 25. 10. 1912 in der Urauffuhrung der 
Richard-Strauss-Oper Ariadne auf Naxos* die Partie des Scara- 
muccio. Audi als Konzertsanger war George Meader sehr erfolg- 
reich; 1913 sang er in Amsterdam das Tenor-Solo im Lied von 
der Erde von Gustav Mahler unter Willem Mengelberg, im glei- 
chen Jahre die Tenor-Partie in einer glanzvollen Auffuhrung der 
Schopfung von Haydn in Berlin. Bis 1919 blieb er in Stuttgart 
und kam dann nach Nordamerika zuriick. 1921 wurde er an die 
Metropolitan Oper New York berufen, der er bis 1932 angehorte. 
Man schatzte ihn hier zumal als Tenor-Buffo, setzte ihn aber auch 
in lyrischen Partien ein. Nachdem er 1931 in der Operette Boc- 
caccio* von Suppe als Partner von Maria Jeritza glanzende Er 
folge erzielt hatte, wandte er sich ganz der Operette und dem Mu 
sical zu und wurde am New Yorker Broadway sehr bekannt Spa- 
ter lebte er in Hollywood und ubernahm kleinere Rollen in ame- 
rikanischen Tonfilmen. 
Schallplatten: HMV, Columbia. 

Mei-Figner, Medea, Sopran-Alt, * 1858 Florenz, t 16. 7. 1952 Pa 
ris; wurde ausgebildet durdi Bianchi, Heinrich Panofka und Car- 



Meisle 33 

lotta Zucchi in Florenz. Debut mit 26 Jahren 1874 am Theater von 
Sinalunga bei Florenz als Azucena im Troubadour. Hatte dann 
eine erfolgreiche Laufbahn an den italienischen Biihnen und trat 
auch an der Mailander Scala auf. Es folgten Gastspiele in Madrid, 
Barcelona, Bukarest und in Sudamerika. 1887 lernte sie in Mai- 
land den russischen Tenor Nikolai Figner kennen, den sie heira- 
tete. Beide nahmen dann ein Engagement an der Hofoper von 
St. Petersburg an. Als Antrittsrolle sang die Kiinstlerin dort 1887 
die Valentine in den Hugenotten von Meyerbeer. Seitdem hatte 
das Sanger-Ehepaar in St. Petersburg eine triumphale Karriere; 
die Gesellschaft des zaristischen RuSlands (iberhaufte die beiden 
Kiinstler mit Ehrungen. Der Komponist Tschaikowsky gehorte zu 
ihrem Freundeskreis und vollendete auf dem Landsitz der Kiinst 
ler bei Tula seine Oper Pique Dame. In der Urauffuhrung dieser 
Oper am 7. 12. 1890 in St. Petersburg sang Medea Mei-Figner die 
Partie der Lisa, Nikolai Figner den Hermann, Weitere Urauffuh- 
rungen, in denen die gefeierte Sangerin auftrat, waren Jolanthe 
von Tschaikowsky (1892), Doubrowsky von Naprawnik (1895) 
und Francesca da Rimini* von Naprawnik (1902), alle in St. Pe 
tersburg. 1912 verabschiedete sie sich in einer Gala-Vorstellung in 
St. Petersburg als Carmen von der Buhne. Nach der russischen Re 
volution von 1917 geriet sie in Vergessenheit; seit 1919 lebte sie 
in Paris. 

Dunkel timbrierte, ausdrucksvolle Stirnme, die sowohl Sopran- als 
auch Alt-Partien singen konnte. 

Sehr seltene Sdiallplatten auf G & T (St. Petersburg, 1900-01), 
darunter audi mehrere Duette mit Nikolai Figner. 

Meisle, Kathryn, Alt, * 12. 10. 1899 Philadelphia; begann bereits mit 
funf Jahren das Musikstudium, mit neun gab sie Konzerte. Als sie 
15 Jahre alt war, spielte sie als Pianistin in einem Stummfilm- 
Kino in Philadelphia. 1912 wurde sie Solistin in der Christ Episco 
pal Church in Philadelphia und sang dann auch in einem Vokal- 
Quartett. 1920 debiitierte sie als Konzert-Altistin zusammen mit 
dem Minneapolis Symphony Orchestra. 1923 erfolgte ihr Buhnen- 
debiit an der Oper von Chicago als Erda im Siegfried. Bis 1935 
hatte sie in Chicago groSe Erfolge, gastierte wahrend dieser Jahre 
auch in San Francisco und Los Angeles und unternahm 1930 eine 
Konzert-Tournee durch Europa. 1935 wurde sie an die Metropoli 
tan Oper New York berufen (Antrittsrolle: Amneris in tfAida*), 
der sie bis 1938 angehorte. Sie sang auch in Operetten und kre- 
ierte u. a. 1950 in New York das Musical Roberta. 
Sang auf den Marken Brunswick und Victor (Matthaus-Passion 
unter Koussevitzky) ; Privataufnahmen aus der Metropolitan Oper. 

Melander, Stina Britta, Sopran, * 12. 6. 1924 Stockholm; begann 
ihre Ausbildung bei Andrejewa von Skilondz und bei Karl Nygren- 
Kloster in Stockholm. Seit 1945 Besuch der Opernschule in Stock 
holm, wo sie Schulerin von I. Dobrowen war. Debiitierte 1947 in 



33* 



Melba 



Stockholm. Nadidem sie an der Stodcholmer Oper und am Lyri- 
schen Theater in Goteborg bedeutende Erfolge erzielt hatte, wurde 
sie vor allem als Mitglied der Staatsoper von Hamburg bekannt. 
RegelmaSig gastierte sie an der Berliner Stadtischen Oper, Sang 
sowohl Koloraturpartien als auch Rollen aus dem lyrisdien Reper 
toire. 

Sdiallplatten: Ariola (Der Liebestrank*), Electrola-HMV (Si 
j'etais voi von Adam). 

Melandri, Antonio, Tenor, * 11. 2. 1891 Bologna; studierte Oboe 
am Konservatorium von Bologna. Seine Stimme wurde relativ spat 
entdeckt. 1924 debiitierte er am Teatro Coccia von Novara. Er 
wurde rasch bekannt, vor allem, nadidem er von Mascagni aus- 
gewahlt wurde, um den Folco in seiner Oper Isabeau zu singen, 
als diese auf der Piazza San Marco in Venedig aufgefiihrt wurde. 
1926 kam er an die Mailander Scala ( Antrittsrolle : Kalaf in Tu- 
randot). Seitdem hatte er an der Scala triumphale Erfolge; 1928 
sang er hier in der Urauffuhrung von La Maddalena* von Mi- 
chetti. 1927 feierte man ihn am Teatro Colon von Buenos Aires, 
193738 an der Italienischen Oper in Holland, weitere Gastspiele 
in Deutschland, Belgien, in der Schweiz und in Chile. Dazu trat er 
standig an den grofien italienischen Opernhausern in Erscheinung. 
Kraftvoll gefiihrte Tenorstirnme, an die Stimme von Aureliano Fer 
tile erinnernd. 

Seine Schallplatten erschienen exklusiv bei Columbia, darunter die 
kompletten Opern Mefistofele und Cavalleria rusticana* mit 
Giannina Arangi Lombardi sowie Fedora und eine Kurzfassung 
von Verdis Ernam>. 

Melba, Nellie, Sopran, * 19. 5. 1861 Burnley bei Melbourne, f 23. 2. 
1931 Sidney; eigentlich Helen Mitchell. Melba nannte sie sidi zur 
Erinnerung an ihre Heimatstadt Melbourne. Die Familie, der 
sie entstammte, war sdiottischer Abkunft. Bereits mit sechs Jahren 
erschien sie im Konzertsaal, heiratete dann aber ganz jung den 
Captain Charles Porter Armstrong, von dem sie sich jedoch bereits 
1883 wieder trennte. Jetzt entsdilofi sie sich, Sangerin zu werden. 
1885 sang sie in Sidney das Sopran-Solo im Messias; 1886 kam 
sie zur weiteren Ausbildung nach Europa. Sie gab ein Konzert in 
London und wurde dann Schulerin der beruhmten Mathilde Mar- 
chesi in Paris. 1887 debiitierte sie an der Oper von Briissel als 
Gilda im Rigoletto, wobei sie einen sensationellen Erfolg hatte. 
1888 feierte man sie an der Londoner Coventgarden Oper als 
Lucia di Lammermoor. 1889 gastierte sie iiberaus erfolgreich an 
der Grand Opera von Paris, 1890 in St. Petersburg, 1893 an der 
Mailander Scala. 189396, 1898, 190203, 190506 und 191112 
huldigte man ihr an der Metropolitan Oper von New York wie 
einer Konigin, 191314 war sie an der Oper von Chicago enga- 
giert. 1904 kreierte sie an der Oper von Monte Carlo die Titelrolle 
der Oper Helene von Saint-Saens. Gastspiele und Konzert-Tour- 



Meldtert 33 2 

neen brachten ihr in aller Welt Triumphe iiber Triumphe ein. 
Lange Jahre hindurch war sie die Primadonna der Londoner Co- 
ventgarden Oper. An dieseni Opernhaus verabsdiiedete sie sich 
1926 in einer Gala-Vorstellung von der Biihne, und nodi zu dieser 
Zeit besafi ihre Stimme die frisdie Jugendlichkeit des Timbres wie 
zu Beginn ihrer Karriere. Als Dame of the British Empire wurde 
sie vom englischen Konig in den Adelsstand erhoben. Seit 1926 
war sie Prasidentin des Konservatoriums von Melbourne. Sie 
schrieb ihre Lebenserinnerangen unter dem Titel Melodies and 
Memories (London, 1925). 

Marchenhaft schone Sopranstimme von silbrigem Timbre; im Ko- 
loraturgesang bewunderte man ihre phanomenale Gesangtechnik, 
im lyrischen Stimrnfach die Pracht ihrer Tongebung. 
Ihre Stimme wurde durch Flatten der Marken G & T (London, 1904 
bis 1906), Victor (New York, 1907-09), HMV und auf Mapleson- 
Zylindem erhalten. 

Melchert, Helmut, Tenor, * 24. 9. 1910 Kiel; studierte zunachst 
Klavierspiel und Musikwissenschaft an der Hamburger Musikhoch- 
schule, wandte sidi aber seit 1934 dem Gesangstudium zu. Debiit 
1936 als Konzertsanger; 1939 begann er seine Buhnenkarriere am 
Opernhaus von Wuppertal. Kam von dort 1943 an die Staatsoper 
von Hamburg, an der er seither grofie Erfolge, vor allem als Wag 
ner-Tenor, hatte. Gastierte in den Jahren nadi dem zweiten Welt- 
krieg an der Stadtischen Oper Berlin, an der Coventgarden Oper 
London, in Wien, Diisseldorf, Amsterdam und Mtinchen. 1956 
sang er bei den Festspielen von Edinburgh die Titelpartie in Oedi- 
pus Rex von Strawinsky; 1958 wirkte er bei den Festspielen von 
Salzburg mit. 

Sang auf HMV und auf Philips (u. a. Moses und Aaron* von 
Schonberg). 

Melchior, Lauritz, Tenor, * 20. 3. 1890 Kopenhagen; eigentlich Leb- 
redit Hommel. Begann seine Ausbildung 1908 bei Paul Bang in 
Kopenhagen und debiitierte 1913 als Bariton in der Partie des 
Silvio im Bajazzo an der Koniglichen Oper Kopenhagen. Wah- 
rend seiner Tatigkeit an diesem Operninstitut studierte er 1917 
bis 1918 bei Vilhelm Herold und sang seit 1918 Tenor-Partien. 
Bis 1921 blieb er an der Kopenhagener Oper, an der er audi spa 
rer oft zu Gast war. Es folgten weitere Studien bei Victor Beigel 
in London, bei Ernst Grenzebach in Berlin und bei Anna Bahr- 
Mildenburg in Miinchen. 1924 trat er mit sensationellem Erfolg 
an der Coventgarden Oper von London auf, wo er seitdem all- 
jahrlich gastierte. 192439 stand er im Mittelpunkt der Bayreuther 
Festspiele; er gait unbestritten als der grofite Wagner-Tenor sei 
ner Epoche. Mit Cosima und Siegfried Wagner verband den Kiinst- 
ler eine herzliche Freundschaft. 192539 war Lauritz Melchior als 
standiger Gast an der Berliner Staatsoper sehr erfolgreich. Aufier- 
dem gastierte er in Wien und Miinchen, in Paris und Briissel, in 



333 



Melis 



Mailand und Stockholm, in Chicago und San Francisco. 1926 
folgte er einem Ruf an die Metropolitan Oper von New York (An- 
trittsrolle: Tannhauser), er elite an diesem Opernhaus bis zu seinem 
Abschied 1950 von Triumph zu Triumph. Seit 1949 betatigte er 
sich in Amerika auch beim Film. Nachdem er seine Karriere als 
Opernsanger aufgegeben hatte, trat er noch in Operetten, Musi 
cals und Revuen auf ; er lebt m Beverley Hills in Kalifomien. 
Die Stimme von Lauritz Melchior verkorperte das Ideal eines Hel- 
dentenors schlechthin; ihre baritonale Warme, ihr strahlender 
Glanz in den hohen Lagen und ihre grandiose Dramatik des Vor- 
trages gaben seinen Wagner-Heroen etwas Unvergleichliches, doch 
sang er auch Partien aus dem iibrigen Repertoire, 
Viele Flatten auf Polydor, Parlophon, Brunswick, HMV und Vic 
tor (RCA). 

Meldiissedec, Leon, Bariton, * 7. 5. 1843 Clermont-Ferrand, f 23. 3. 
1925 Paris; ausgebildet am Conservatoire national von Paris. De 
but 1866 an der Opera comique von Paris, der er bis 1877 an- 
gehorte. 1877 wechselte er an das Theatre Lyrique von Paris. Hier 
sang er 1877 in der Urauffuhrung von Le Timbre d' argent* von 
Saint-Saens. 1879 wurde er an die Pariser Grand Ope"ra verpflich- 
tet (Antrittsrolle: Nevers in Meyerbeers Hugenotten). An diesem 
Operninstitut, dem er bis 1891 und nochmals in den Jahren 1905 
bis 1912 angehorte, hatte er sehr grojSe Erfolge. 1881 wirkte er 
an der Grand Ope*ra in der Urauffuhrung der Oper Le Tribut de 
Zamora* von Gounod mit, 1888 sang er dort in der Premiere der 
neu bearbeiteten Oper Romeo et Juliette* von Gounod den Mer- 
cutio als Partner von Adelina Patti, Jean de Reszke und Edouard 
de Reszke. Seit 1894 war er Professor am Conservatoire von Paris; 
er gab mehrere gesangpadagogische Schriften heraus (Pour chan 
ter). 

Von seiner technisch hervorragend beherrschten, ausdrucksvollen 
Stimme existieren einige sehr seltene Flatten auf APGA und 
Odeon, eine Aufnahme auf Zonophone (Paris, 1902). 

Melis, Carmen, Sopran, * 14. 4. 1885 Cagliari auf Sardinien; stu- 
dierte zuerst in Mailand, dann bei Jean de Reszke in Paris. Debii- 
tierte 1905 am Stadttheater von Novara in der Titelpartie in 
Thai's von Massenet. 1906 erster groCer Erfolg als Iris in der 
gleidmamigen Oper von Mascagni am Teatro San Carlo von Nea- 
pel. 1907 Gastspiel-Tournee durch Rutland. 1909 kam sie an das 
Manhattan Opera House New York, wo sie als Antrittsrolle die 
Tosca sang. 191113 war sie an der Oper von Boston engagiert 
und gastierte in Philadelphia, Chicago und San Francisco, In 
Amerika hatte sie dazu grofie Erfolge als Konzertsopranistin. 
1917 glanzvolles Gastspiel am Teatro Colon von Buenos Aires. In 
Europa feierte man sie vor allem an der Pariser Grand Ope"ra; 
dort sang sie 1913 als Partnerin von Enrico Caruso und Titta 
Ruffo in der Erstauffuhrung von Puccinis Madchen aus dem gol- 



Melms 334 

denen Westen*. In den zwanziger Jahren war sie eine der groSen 
Primadonnen der Mailander Scala und des Teatro Costanzi in 
Rom. Am Teatro Costanzi sang sie 1923 in der Urauffuhrung der 
Oper Petronio von Giovanetri, 1924 an der Scala in der Urauf- 
fuhrung von La cena delle beffe von Giordano. 1929 gastierte 
sie nochmals an der Coven tgarden Oper London; lebt als Padago- 
gin in Mailand, u. a. Lehrerin von Renata Tebaldi. 
Sdiallplatten: Fonotipia, Columbia, HMV (vollstandige Tosca), 
Edison-Platten. 

Melms, Hans, Bariton, * 1869 Berlin, t 28. 8. 1941 Berlin. Debii- 
tierte 1892 am Hof theater von Altenburg in Thiiringen. Weitere 
Engagements: 1893-94 Stadttheater Wiirzburg, 1894-95 Stadt- 
theater Olmiitz, 189597 Stadttheater Chemnitz, 189798 Opern- 
haus Koln, 18981902 Hofoper Wien ( Antrittsrolle : Tonio im 
Bajazzo), 190305 Nationaltheater Berlin, 190507 Volksoper 
Wien. 1907 kam er wieder an die Wiener Hofoper, deren Mitglied 
er bis 1918 blieb. 191920 sang er am Stadttheater von Luzern. 
Spater lebte er in Berlin, zuletzt ubernahm er, vollig verarmt, 
kleine RoIIen in Filmen. 
Kraftvolle, ausdnidcsstarke Baritonstimme. 

Schallplatten der Marken Odeon (Wien, 190608) und Zonophon 
(Wien, 1908-09), Edison- Walzen. 

Melton, James, Tenor, * 2. 1. 1904 Moultrie (Georgia), f 21. 4. 1961 
New York; spielte als Student Saxophon in einer Tanzkapelle, 
dann Gesangstudium bei Gaetano de Luca in Nashville, spater bei 
Enrico Rosati in New York. 1927 kam er zu der Kleinkunst-Trappe 
Roxy's Gang. Dann unternahm er Tourneen durch Amerika und 
Europa mit dem Mannerquartett The Revellers. Nach erneutem 
Studium bei Michael Raucheisen in Berlin gab er 1932 sein erstes 
serib'ses Konzert in der New Yorker Town Hall. Er wurde in der 
Folgezeit als Rundfunksanger bekannt, wobei er auch Unterhal- 
tungsmusik vortrug. 1938 erfolgte sein Buhnendebut als Pinkerton 
in Madame Butterfly* in Cincinnati. 1939 war er bei der San 
Carlo Company engagiert. 1940-42 sang er sehr erfolgreich an der 
Oper von Chicago. 1942 wurde er an die Metropolitan Oper New 
York berufen (Antrittsrolle: Tamino in der Zauberflote), an der 
er bis 1950 wirkte. 
Schallplatten: RCA- Victor. 

Menotti, Tatiana, Sopran, * 24. 6. 1911 Boston; Tochter des italie- 
nischen Baritons Delfino Menotti, der damals an der Oper von Bo 
ston engagiert war. Sie lebte spater in Triest, wo sie durch ihren 
Vater ausgebildet wurde. Weitere Studien in Wien. Debut 1931 
an der Wiener Volksoper als Olympia in Hofrrnanns Erzahlun- 
gen. Die gleiche Partie sang sie dann in Berlin in einer beruhmten 
Inszenierung der Oper durch Max Reinhardt. In der Folgezeit trat 
sie jedoch in Wien wie in Italien hauptsachlich an Operetten- 
theatern auf. 1935 erschien sie wieder auf der Opernbuhne und 



335 Merrem-Nikisch 

spezialisierte sich jetzt auf das Fachgebiet der Soubrette. Seit 1935 
sang sie wahrend mehrerer Spielzeiten an der Mailander Scala 
(Antrittsrolle: Page Oscar im Maskenball). 1938 gastierte sie in 
Amsterdam als Cherubino in Figaros Hochzeit, 1939 bei den 
Festspielen von Glyndebourne als Despina in Cosi fan trutte*. 
Nach dem zweiten Weltkrieg gastierte sie in der Schweiz und bei 
den Festspielen von Edinburgh. Sie ist mit dem spanisdien Tenor 
Juan Oncina verheiratet. 

Eine Columbia-Schallplatte aus der Zeit ihres Debuts, spater Auf- 
nahmen auf HMV (Musette in vollstandiger La Boheme* mit 
Benjamino Gigli). 

Menzinsky, Modest, Tenor, * 29.4.1875 Nowosiolki (Galizien), 
t 11.12.1935 Stockholm; Sohn eines russisch-orthodoxen Pfar- 
rers, studierte zunachst Theologie an der Universitat von Lemberg. 
18991903 Gesangausbildung durch Julius Stockhausen in Frank 
furt a. M. 1902 Buhnendebiit am Stadttheater von Elberfeld. 1904 
bis 1910 Mitglied der Koniglichen Oper Stockholm. 191026 war 
er am Opernhaus von Koln engagiert. Gastspiele trugen ihm an 
der Hofoper von Wien, an der Londoner Coventgarden Oper und an 
anderen grofien Theatern bedeutende Erfolge ein. Sang 1924 an der 
Oper von Frankfurt a.M. in der Urauf fuhning von Schrekers Irre- 
lohe die Partie des Christobald. Seit 1926 lebte er in Stockholm, 
wo er noch Konzerte gab und sidti als Gesanglehrer betatigte. 
Vor allem als Wagner-Tenor angesehen. 
Aufnahmen auf Pathe und HMV. 

Merli, Francesco, Tenor, * 27. 1. 1887 Mailand; ausgebildet durch 
Borghi in Mailand. Debiitierte 1914 als Elisero in Rossinis Mose. 
Nachdem er zuerst in der italienischen Provinz gesungen hatte, 
gastierte er 1916 erfolgreich am Teatro Colon von Buenos Aires. 
1922 debiitierte er an der Scala als Walther in den Meistersin- 
gern. Seitdem ist er bis 1946 regelmafiig an der Scala zu horen 
gewesen, wo er in seiner Karriere wesentlich durch Toscanini ge- 
fordert wurde. In den zwanziger Jahren trat er auch standig am 
Teatro Colon von Buenos Aires auf sowie 192630 an der Co 
ventgarden Oper London. Sehr erfolgreich am Teatro Costanzi von 
Rom und an anderen groSen italienischen Biihnen. 1932 wurde er 
an die New Yorker Metropolitan Oper engagiert, erkrankte jedoch 
bereits nach einem Monat und kehrte nach Italien zuriick. Bis 1950 
noch in Italien aufgetreten, seither Padagoge in Mailand. 
Voluminose, kraftvoll gefuhrte Heldentenor-Stimme, im italieni 
schen Repertoire, aber auch in einigen Wagner-Partien gefeiert. 
Sang auf Columbia (vollstandiger Troubadour, Bajazzo) und 
Cetra (Norma, Turandot). 

Merrem-Nikisdi, Crete, Sopran, * 7. 7. 1887 Diiren; ausgebildet 
durch Schulz-Dornburg in Koln und am Konservatorium von Leip 
zig bei Marie Hedmondt Debiitierte 1910 am Opernhaus Leipzig, 
wo sie bis 1913 blieb. 1911 Gastspiel an der Berliner Hofoper als 



Merrill __ 33^ 

Gansemagd in Humperdincks K6nigskindern. 1913-30 sang sie 
an der Hofoper, der spateren Staatsoper Dresden, an der man sie 
in Partien aus dem Fach der Soubrette wie auch in lyrischen und 
jugendlich-drarnatischen Partien feierte (Eva in den Meistersin- 
gern, Sophie im Rosenkavalier). 1916 sang sie in der Urauf- 
fiihrung cfer Oper Die toten Augen von d'Albert in Dresden die 
Partie der Arsinoe, Seit 1914 ist sie mit dem Juristen Arthur Ni- 
kisdi jun., dem altesten Sohn des Dirigenten und Pianisten Arthur 
Nikisch, verheiratet. Letzterer begleitete sie mehrfach bei ihren 
Liederabenden, mit denen sie seit 1918 groge Erfolge hatte. Lett 
in Kiel wo ihr Gatte als Professor an der Universitat wirkt. 
Sdiallplatten: Odeon-Parlophon, Poly dor. 

Merrill, Robert, Bariton, * 1919 New York; erhielt seine Ausbil- 
dung in New York und sang dann zunachst an verschiedenen ame- 
rikanischen Rundfunkstationen. Darauf wurde er sogleich an die 
Metropolitan Oper New York engagiert, wo er 1945 als Ger- 
mont-pere in La Traviata> debiitierte, wobei Licia Albanese und 
Jan Peerce seine Partner waren. Seitdem hat er als Erster Bariton 
eine glanzvolle Laufbahn an der Metropolitan Oper gehabt, an 
der er standig geblieben ist. Gastspiele in Chicago und San Fran 
cisco, in Europa hier zumal in Italien und Sudamerika liefien 
in ihm einen der bedeutendsten amerikanisdien Sanger seiner Zeit 
erkennen. 1945 sang er vor beiden Hausern des amerikamschen 
Kongresses bei der Trauerfeier fur President Roosevelt. 1960 
glanzvolle Gastspiele in Mailand und Venedig. Er war voriiber- 
gehend mit der Sopranistin Roberta Peters verheiratet. 
An seinem Bariton riihmt man die Warme und Tonfiille des Tim 
bres wie die Steigerungsfahigkeit seines Vortrages; seine Glanz- 
rollen liegen im italienischen Repertoire. 

Sehr viele Aufnahmen auf RCA, HMV und Decca, darunter meh- 
rere integrale Opern (Cavalleria rusticana, <cBajazzo, Rigo- 
Ietto, La Boheme*, La Traviata, Carmen, Barbier von Se- 
villa, Manon Lescaut von Puccini). 

Merriman, Nan, Alt, * 1919 Pittsburgh; verbrachte ihre Jugend in 
Los Angeles, wo sie auch studierte und 1940 als Konzertsangerin 
debiitierte. Wurde durch ihre Konzerte in Nordamerika bekannt 
und hatte seit 1943 groSe Erfolge in Opernauffuhrungen im ame- 
rikanischen Rundfunk unter Toscanini. Nach dem zweiten Welt- 
krieg begann sie eine ausgedehnte Gastspiel- und Konzerttatigkeit, 
vor allem in Europa. Man feierte sie bei den Festspielen von Glyn- 
debourne und Edinburgh (The Rade's Progress^ von Strawinsky, 
1952), von Aix-en-Provence und beim Holland Festival. Sie war 
zu Gast an der Staatsoper von Wien, an der Grand Opera von 
Paris, an der Mailander Scala (1955), in Briissel und Amsterdam, 
in Chicago und San Francisco. Neben einem umfangreichen Biih- 
nen-Repertoire (Glanzrolle: Dorabella in Cosi fan tutte) schatzte 
man sie vor allem als Konzert-Altistin. 



337 Metzger-Lattermann 

Schallplatten: RCA (FaIstarl> unter Toscanini), Columbia (Cosi 
fan tutte*}, HMV (Falstafl>, RigoIetto, Othello), Philips, 

Metcalfe, Susan, Alt, * 1884 (?); obwohl diese amerikanisdie San- 
genn zu den bedeutendsten Lied-Interpretinnen ihrer Epodie ge- 
hort, sind kaum Details iiber ihren kiinstlerischen Werdegang be- 
kannt. Erstes Aufsehen erregte sie 1909 bei einer Holland-Tournee. 
Dabei trat sie auch zusammen mit dem Concertgebouw Orchester 
unter Willem Mengelberg auf. 1910 folgte eine groSe Konzertreise 
durch Deutschland, anschheSend besuchte sie Danemark. Im Herbst 
1910 hatte sie in London glanzende Erfolge. 1914 heiratete sie den 
beriihmten Cellisten Pablo Casals, von dem sie sich jedoch spater 
wieder trennte. Nachdem. man lange nichts mehr von ihr gehort 
hatte, erschien sie 1929 wieder als Liedersangerin in Frankreich 
und Holland. Sie nahm ihren Wohnsitz in Frankreich. 1936 trat 
sie in einer Serie von Sendungen im englischen Rundfunk auf. 
Die Stimme der Kiinstlerin ist in dein Farbenreichtum ihrer Aus- 
druckskunst wie in der Feinheit ihrer Phrasierung auf dem Gebiet 
des Liedgesanges eine der sdionsten, die die Schallplatte bewahrt 
hat. 

Einige wenige Privat-Aufnahmen auf HMV sind die einzigen Zeug- 
nisse der groSen Liedersangerin. 

Metternidi, Josef, Bariton, * 2. 6. 1915 Hermiihlheim b. Koln; ver- 
diente sich als Geiger in einem Tanzorchester Geld fur sein Gesang- 
studium. Uber die Opernchore von Bonn und Koln kam er in die 
Solistenlaufbahn hinein. 1945 debiitierte er an der Stadtischen 
Oper Berlin in der Rolle des Tonio im Bajazzo. In Berlin wurde 
er durch den damaligen Intendanten der Stadtischen Oper, Michael 
Bohnen, weitergebildet. Grofie Internationale Erfolge bei Gast- 
spielen an der Londoner Coventgarden Oper, an der Mailander 
Scala, an der Wiener Staatsoper und bei den Festspielen von Edin 
burgh. 195356 war er Mitglied der Metropolitan Oper New York, 
wo er neben Wagner-Partien auch Rollen aus der italienischen 
Opernliteratur sang. Seit 1954 ist er an der Staatsoper von Miin- 
dhen engagiert, wirkte aber zugleich auch an der Hamburger Staats 
oper. 1957 sang er an der Miinchener Oper in der Urauffuhrung 
von Hindemiths Harmonie der Welt die Partie des Johannes 
Kepler. Verheiratet mit der Sopranistin Liselotte Losdi, 
Aufnahmen auf HMV, Philips (Salome), zumeist aber auf DGG 
(integrale Opern Lohengrin, Der fliegende Hollander*, Fide- 
lio u. a.). 

Metzger-Lattennann, Ottilie, Alt, * 15. 7. 1878 Frankfurt a. M., 
t Februar 1943 (?) Auschwitz; studierte bei Frau Selma Nicklafi- 
Kempner und bei Emanuel Reicher in Berlin. Debiitierte 1898 am 
Stadttheater von Halle (Saale), war 190003 am Opernhaus von 
Koln und 190315 am Opernhaus von Hamburg tatig. In Ham 
burg begann die groe Karriere der Kiinstlerin. Sie gastierte an 
den Hofopern von Berlin und Wien, an der Kaiserlichen Hofoper 



Meyer 338 

von St. Petersburg, an der Londoner Coventgarden Oper, in Briis- 
sel, Ostende, Budapest und Miinchen. In den Jahren 190112 be- 
wunderte man bei den Festspielen von Bayreuth ihre Kunst des 
Wagner-Gesanges, vor allem in den Partien der Erda und der 
Waltraute im Ring-Zyklus. 1902 heiratete sie den Schriftsteller 
Clemens Froitzheim, 1910 in zweiter Ehe den Bariton Theodor 
Lattermann, 191721 sang sie an der Staatsoper von Dresden, 
1922 23 unternahm sie eine Nordamerika-Tournee mit der Ger 
man Opera Company. Dann lebte sie in Berlin und gab nodi Gast- 
spiele und Konzerte. 1934 mufite sie als Jiidin Deutschland ver- 
lassen; sie verlegte ihre Tatigkeit als Padagogin dann nach Briis- 
sel. Nach der Besetzung Belgiens wurde die Sangerin 1942 von 
den deutsdien Behorden verhaftet und in das Konzentrationslager 
Auschwitz verschleppt, wo sie umgekommen ist. 
Ihre Stimme ist auf G & T (HMV), Parlophon und Odeon iiber- 
liefert; dazu unveroffentlidite Homochord-Platten. 

Meyer, Kerstin, Alt, "3. 4. 1928 Stockholm; begann ihr Gesangstu- 
dium mit 14 Jahren, mit 16 kam sie in die Opernklasse des Konig- 
lichen Konservatoriums Stockholm; weitere Studien in Mailand und 
Wien. 1952 debiitierte die Kiinstlerin an der Koniglichen Oper 
Stockholm als Carmen. Seit 1954 gastierte sie mit grofiem Erfolg 
an der Staatsoper von Hamburg, wo man sie zumal als Wagner- 
Sangerin bewunderte. Es folgten Gastspiele an der Wiener Staats 
oper, an der Coventgarden Oper von London, in Miinchen und 
Kopenhagen. Seit 1956 wirkte sie bei den Festspielen von Salzburg 
mit. 1959 unternahm sie eine Nordamerika-Tournee. Als ihre 
Glanzrolle gilt die Titelrolle in Carmen von Bizet. Seit 1961 
singt sie an der Metropolitan Oper New York. 1965 erschien sie 
bei den Festspielen von Bayreuth. 
Schallplatten der Marken HMV. 

Meyer- Welfing, Hugo, Tenor, * 25. 3. 1905 Hannover; ausgebildet 
am Konservatorium von Hannover. Debut 1928 am Stadttheater 
von Osnabriick. Ober das Stadttheater von Aachen kam er 1934 
an das Stadttheater von Konigsberg (Ostpreufien), wo er bis 1938 
blieb. 1938 wurde er an der Wiener Volksoper verpflichtet, seit 1945 
Mitglied der Staatsoper Wien. Er erschien auch bei den Festspielen 
von Salzburg und war ein angesehener Konzert- und Oratorien- 
sanger. Seit 1956 Professor am Konservatorium der Stadt Wien. 
Solo-Flatten auf Odeon, spater auf LP kleine Rollen in vollstan- 
digen Opernaufnahmen bei Decca; Remington-, Counterpoint- und 
MMS-Platten. 

Michaelis, Ruth, Alt, * 27. 2. 1909 Posen; Ausbildung durch Hans 
Beltz und Jeanne Robert in Berlin sowie durch Anna Bahr-Milden- 
burg in Miinchen. Debut 1933 am Stadttheater von Halberstadt. 
Sie sang dann an den Stadttheatern von Kottbus und Augsburg 
und kam 1937 an die Mimchener Staatsoper. Hier hatte sie fur 
fast 20 Jahre eine sehr erfolgreiche Karriere. 1942 erschien sie 



339 Mthalski 

bei den Salzburger Festspielen. Nach AbschluJS ihrer aktiven San- 
gerlaufbahn wirkte sie als Padagogin in Miinchen, seit 1956 Pro- 
Fessorin an der Staatlichen Opernschule in Istanbul. 
Die auf der Biihne wie im Konzertsaal hier zumal als Bach- 
Interpretin geschatzte Sangerin hat auf DGG und Remington 
(Weihnachtsoratorium von Bach) gesungen. 

Michailowa, Maria, Sopran, * 1864 Charkow; eigentlich Maria van 
Puteren; ihre Familie war wohl hollandischer Abstammung. Be- 
gann ihre Ausbildung bei Mme Groewing- Wilde in Charkow und 
am Konservatorium von St. Petersburg, dann Schulerin von Bakst 
in Paris und von Rauzzoni in Mailand. Debut 1892 am Mariensky 
Theater von St. Petersburg als Konigin Marguerite in den Huge- 
notten* von Meyerbeer. Sang dort 1892 in der Uraufruhrung von 
Tsdiaikowskys Oper Jolanthe eine kleine Rolle. Wahrend ihrer 
gesamten Karriere blieb sie in St. Petersburg, wo sie von der Ge- 
sellsdiaft des zaristisdien RuEIands enthusiastisdi gefeiert wurde. 
Weltbekannt wurde sie durdi ihre Schallplatten, die seit 1900 er- 
schienen und allgemeine Bewunderung erregten. Dennoch gelang 
es nie, die Kiinstlerin zu bewegen, RuEland zu verlassen. Oscar 
Hammerstein bemiihte sich vergeblich, sie an das von ihm begriin- 
dete Manhattan Opera House in New York zu verpfliditen. Sie 
soil jedoch eine Konzert-Tournee durdi Japan unternommen ha- 
ben. 1912 verabschiedete sie sidi am Mariensky Theater - der Hof- 
oper von St. Petersburg als Antonida in Glinkas Leben fur den 
Zaren* von der Bxihne; sie lebte spater in Leningrad (f ?). 
Ihre Stirnme gehort zum Sdionsten, was aus der Friihzeit der 
Sdiallplatte erhalten 1st; souverane Beherrsdiung der Tedmik und 
stilsichere Vortragskunst halten sich in ihren Interpretationen die 
Waage. 

Zahlreidie schone Scnallplatten, die altesten noch Berliner Re 
cords (1900-01), dann G & T (ebenfalls seit 1900), Columbia, 
Lyrophon, HMV und Pathe; eine Aufnahme auf Amour Records. 

Midialski, Aenne, Sopran, * 19. 7. 1908 Prag; Ausbildung an der 
Musikakademie in Wien. Debut 1928 an der Wiener Staatsoper 
als Micaela in Carmen. Bis 1953 blieb sie Mitglied dieses Opern- 
instituts. Erfolgreiche Gastspiele in Barcelona, Paris, Dresden und 
Stuttgart. 1928, 1931-37/ ^939 und 1941 sang sie bei den Fest 
spielen von Salzburg Partien wie die Zerline im Don Giovanni* 
oder die Barbarina in Figaros Hodizeit. 194243 war sie am 
Neuen Lustspielhaus in Berlin als Operettensangerin engagiert, 
1951 trat sie beim Maggio musicale von Florenz in einer Ideinen 
Rolle in EIektra auf. Seit 1953 lebt sie als Padagogin in Wien; 
sie ist verheiratet mit dem Chefdramaturgen der Wiener Staats 
oper Wilhelm Jarosch. 

Schallplatten: Polydor (Duenna in abgekurztem Rosenkavalier, 
1934), Remington (Kate in Madame Butterfly , 1953), Cetra 
(kleine Partie in Elektra>, 1951). 



Midieau 34 

Midiean, Janine, Sopran, * 17. 4. 1914 Toulouse; ausgebildet am 
Konservatorium von Toulouse und am Conservatoire von Paris. 
Debutierte 1933 an der Pariser Opera comique als Cherubino in 
^Figaros Hochzeit*. Sie hatte dann glanzende Erfolge an den bei- 
den groSen Opemtheatern der franzosischen Hauptstadt. An der 
Grand Opra sang sie 1938 die Titelrolle in der Urauffuhrung der 
Oper Mde"e- von Milhaud, 1950 die Manuela in der Urauffuh 
rung von Milhauds BoIivar. 1941 kreierte sie an der Opera co 
mique in der Urauffuhrung der Oper Comme ils s'aiment* von 
Andre* Lavagne die Rolle der Caroline. Audi an Opernbuhnen 
in Frankreich, Italien, Belgien und Holland wurde sie gefeiert, 
desgleichen auf einer grofien Sudamerika-Tournee. 
Wichtigste franzosische Koloratursopranistin ihrer Generation. 
Viele Flatten der Marken Decca, HMV, Philips, darunter vollstan- 
dige Opern (Pelleas et Melisande*, zweimal Carmen, Romeo 
et Juliette*, Perleruisdier u. a.). 

Micheletti, Gaston, Tenor/ 5.1. 1892 Tavaco (Korsika),t2i-5.i959 
Ajaccio; studierte am Conservatoire national in Paris. Nachdem 
er zuerst in der franzosischen Provinz gesungen hatte, wurde er 
1925 an die Ope*ra comique von Paris verpflichtet, wo er als An- 
trittsrolle den des Grieux in Massenets Manon sang. Er blieb 
fur die folgenden 20 Jahre einer der prominentesten Sanger dieses 
Hauses. 1930 sang er hier den Jose in Carmen* als Partner von 
Conchita Supervia, 1934 den des Grieux in der Jubilaumsauffuh- 
rung von Massenets Manon. Er gastierte in Briissel, Nizza und 
Monte Carlo, doch blieb die Opera comique sein eigentliches Be- 
tatigungsfeld. 1946 gab er seine Karriere auf und lebte zuerst als 
Padagoge in Paris, dann in Ajaccio. 
Sehr viele Schallplattenaufnahmen auf Odeon. 

Milanov, Zinka, Sopran, * 17. 5. 1906 Zagreb; Studium an der Mu- 
sikakademie von Zagreb bei Milka Ternina, dann bei Carpi in 
Mailand und bei Jacques Stiickgold in Berlin. Schliefilich schlofi 
sie ihre Ausbildung bei B. Kunc in Zagreb ab, den sie heiratete. 
Debutierte 1927 am Opernhaus von Laibach; seit 1931 sang sie 
an der Oper von Zagreb. 193637 war sie am Opernhaus von 
Prag engagiert. Arturo Toscanini iibertrug ihr bei den Salz- 
burger Festspielen von 1937 das Sopran-Solo im Requiem von 
Verdi, worm sie einen iiberwaltigenden Erfolg hatte. Nach glanz- 
vollen Gastspielen an der Coventgarden Oper London und an 
der Wiener Staatsoper wurde sie 1938 an die Metropolitan Oper 
New York berufen (Antrittspartie: Leonore im Troubadour). 
Linger als 20 Jahre hatte sie an diesem Operninstitut grofite 
Erfolge zu verzeichnen; sie gastierte in Chicago und San Fran 
cisco und hatte eine bedeutende Karriere als Konzertsoprani- 
stin. 

Ihre umfangreiche, ausdrucksstarke Stimme erreichte die besten 
Leisturtgen im italienischen Repertoire; so sang sie Partien von 



34 i 



Verdi und Puccini, aber auch Rollen wie die Norma oder die Giu- 

lia in La Vestale* von Spontini. 

Sang exklusiv auf RCA, u. a. in vollstandigen Werken (Tosca> / 

Aida, Die Macht des Schicksals*, Rigoletto unter Toscanini, 

Ein MaskenbalU, La Gioconda, Troubadour*, CavaIleria ra- 

sticana*}. 

Mildmay, Audrey, Sopran, * 19. 12. 1900 Vancouver (Kanada), 
f 31. 5. 1953 Glyndebourne; studierte in London und sang als Ko- 
loratursopranistin bei der Carl Rosa Company. 1931 heiratete sie 
den englischen Kunsthandler und Grundbesitzer John Christie. Das 
Ehepaar lieS dann auf seinem Landsitz Glyndebourne ein kleines 
Theater mit 350 Platzen erbauen. Nachdem der beriihmte Dirigent 
Fritz Busch fur den Gedanken der Festspiele gewonnen worden 
war, wurden 1934 die Festspiele von Glyndebourne eroftnet. In 
der Eroffnungsvorstellung sang Audrey Mildmay die Susanna in 
Figaros Hochzeit*. 193439 ist sie bei den Festspielen selbst auf- 
getreten (Susanna, Zerline im Don Giovanni*, Norina in Don 
Pasquale*). Sie durfte es erleben, dafi die Festspiele von Glynde 
bourne zu einem internationalen mtisikalischen Ereignis ersten 
Ranges wurden. Nach dem zweiten Weltkrieg betatigte sie sich bei 
der Inszenierung von Opernwerken in Glyndebourne, starb dann 
aber nach langer Krankheit. 

Aufnahmen auf HMV aus Glyndebourne (vollstandige Opern 
^Figaros Hochzeit*, Don Giovanni*, Beggar's Opera>). 

Milinkovic, Georgine von, Alt, * 7. 7. 1913 Prag; entstammte einer 
kroatischen Familie. Nach ihrer Ausbildung in Zagreb und Wien 
debiitierte sie 1937 am Stadttheater von Zurich. Von dort kam 
sie 1940 an die Bayerische Staatsoper in Munchen. 1941 erregte sie 
Aufsehen, als sie in einer Opernsendung des hollandischen Sen 
ders Hilversum die Kundry im Parsifal sang. 194548 war sie 
am Opernhaus von Prag engagiert, gastierte aber gleichzeitig in 
Munchen und Wien. Seit 1948 Mitglied der Staatsopern von Wien 
und Munchen. Seit 1951 hatte sie bedeutende Erfolge als Wagner- 
Sangerin bei den Bayreuther Festspielen, aber auch bei den Fest 
spielen von Salzburg und Edinburgh und beim Holland Festival. 
In Salzburg wirkte sie am 14. 8. 1952 in der Urauffuhrung der 
Oper Die Liebe der Danae von R. Strauss mit. In Salzburg sang 
sie weiter den Octavian im Rosenkavalier und die Marcellina in 
Figaros Hochzeit. Grofie Erfolge bei Gastspielen an der Covent- 
garden Oper London sowie als Konzert-Altistin. 
Schallplatten: DGG, Vox (Rosenkavalier, 1940), Philips (cSa!o- 
me). 

Mill/ Arnold van, Bafi, * 26. 3. 1921 Schiedam (Holland); besuchte 
die Konservatorien von Rotterdam und Den Haag und schloS seine 
Ausbildung bei de Beyl ab. Debut 1946 an der Oper von Brussel. 
In den folgenden Jahren gastierte er in Holland und Belgien und 
wurde dann 2950 an die Oper von Antwerpen verpflichtet. 1951 



MilUgan 342. 

bis 1953 war er am Staatstheater von Wiesbaden engagiert, seit 
1953 Mitglied der Hamburger Staatsoper, an der er sehr groe 
Erfolge hatte. Seit 1951 wirkte er bei den Festspielen von Bay- 
reuth in verschiedenen Partien seines Stimmfachs mit. Er gastierte 
an der Wiener Staatsoper, an der Grand Ope'ra von Paris, am 
Teatro San Carlos von Lissabon und an der Oper von Rio de Ja 
neiro. Sehr erfolgreich war er beim Holland Festival und bei den 
Festspielen von Edinburgh. 

An seiner Bafistimme hat man die Fulle des Stimmaterials ebenso 
bewundert wie die Grofie und Kraft seines dramatis chen Ausdnicks. 
Sang auf Decca (Marke im <cTristan, Hunding in <cWalkiire, 
Titurel im ParsiaI, Ramphis in Aida) und auf RCA (Don 
Giovanni*). 

Milligan, James, Baj, * 5. 4. 1928 Halifax (Neuschottland, Kanada), 
f 28. 11. 1961 Basel. Nach anfanglicher Tatigkeit als Konzertsanger 
erfolgte 1955 sein Buhnendebiit in Toronto. 1957 gewann er den 
ersten Preis beim Gesangwettbewerb von Genf. Seit 1960 war er 
am Stadttheater von Basel verpflichtet. 1960 sang er bei den Fest 
spielen von Glyndebourne, 1960-61 an der Londoner Coventgar- 
den Oper. 1961 bei den Bayreuther Festspielen als Wanderer im 
4tSiegfried gefeiert. Die sidi anbahnende grofie Karriere wurde 
durch den plotzlidien Tod des Kiinstlers zu friih beendet. 
Schallplatten: Ba-Solo im Messias auf kanad. Victor. 

Minghetti, Angelo, Tenor, * 6. 12. 1889 Bologna, t April 1957 Mai- 
land; debiitierte bereits vor 1920 und hatte 1920 seine ersten Er 
folge am Teatro Massimo von Palermo. 1921 sang er an der Oper 
von Rio de Janeiro, 192224 an der Oper von Chicago. 1923 kam 
er an die Mailander Scala (Antrittsrolle: Rudolf in La Boheme), 
wo er 1925 und 1932 wieder sehr erfolgreich war. 1924 war er am 
Teatro Colon von Buenos Aires zu Gast, 1926, 1930 und 193334 
bewunderte man ihn an der Coventgarden Oper London. Dazu 
hatte er eine bedeutende Karriere an den gro6en italienischen Buh- 
nen, man schatzte ihn zumal als Rudolf in Puccinis Boheme. 
Ende der dreifiiger Jahre gab er seine Laufbahn auf. 
Von seiner schonen Stimme existieren lediglich drei elektrische 
HMV-Platten (London, 1926). 

Minghini-Cattaneo, Irene, Alt, * 12. 4. 1892 Lugo di Romagna bei 
Ravenna, t 24. 3. 1944 Rimini (bei einem Luftangriff in ihrer dor- 
tigen Villa). Studierte bei Ettore Cattaneo, dem Direktor des Mai- 
lander Musikverlages Ricordi, den sie dann heiratete. Debiit 1918 
am Teatro Garibaldi in Savona als Azucena im Troubadour*. 
Gastspiele am Teatro dal Verme in Mailand, am Teatro Regio in 
Turin, am Teatro Costanzi in Rom, in Zurich und Nizza schlossen 
sich an. 1925-27 wirkte sie bei den Festspielen in der Arena von 
Verona mit. 1928 trat sie erstmals an der Mailander Scala auf, 
wo sie seitdem glanzende Erfolge hatte. 192830 gastierte sie an 
der Coventgarden Oper London. Sehr beliebt war die Kiinstlerin 



343 Modi 

in Spanien und Sudamerika, Gastspiele fuhrten sie an groSe Biih- 

nen in Deutschland, Qsterreich und Agypten. Seit 1935 sang sie 

auch Partien fur dramatischen Sopran. 

Das nahezu unerschopfliche Volumen ihrer Stimme und die Aus- 

druckskraft ihres Vortrages machten sie zu einer der bedeutendsten 

Altistinnen ihrer Generation. 

Schone Flatten der Marken Columbia und HMV (vollstandige 

Opern Aida, Troubadour*). 

Miura, Tamaki, Sopran, * 1884 Tokio, f 26. 5. 1946 Tokio. Studium 
an der Musikakademie von Tokio und in Deutschland. Debiitierte 
1914 an der Oper von Tokio als Santuzza in Cavalleria rusti- 
cana. Kam 1915 nach England und hatte in London als Titelhel- 
din in Madame Butterfly* unter Sir Thomas Beediam einen sen- 
sationellen Erfolg. 1915 sang sie diese Partie an der Oper von 
Boston, 1918 feierte man sie an der Oper von Chicago, 1920 in 
Monte Carlo und Barcelona. Sehr erfolgreich war sie auch in 
Italien, wo sie 1921 am Teatro Costanzi von Rom und an vielen 
anderen Biihnen erschien. 1924 Nordamerika-Toumee mit der San 
Carlo Opera Company. 1926 sang sie an der Oper von San Fran 
cisco in der Urauffiihrung der eigens fur sie komponierten Oper 
Namiko San von Aldo Franchetri. 1930 Icehrte sie in ihre japa- 
nische Heimat zuriick, bereiste aber 1932 nochmals Italien. Bis zu 
ihrem Tod blieb sie in Japan, vor allem als Rundfunksangerin, 
tatig. 

Tamaki Miura war die erste und bedeutendste in einer langen 
Reihe japanischer und asiatisdier Sangerhmen, die als Madame 
Butterfly und als Titelheldin in Mascagnis <dris durch ihre Ori- 
ginal-Kostume und durch ihr authentisches Biihnenspiel Aufsehen 
erregten. Zu ihren Nachfolgerinnen zahlten Toshiko Hasewaga, 
Nobuko Hara, Theiko Kiwa, Hizi Koyke, Yovita Fuentes, Isang 
Tapales u. a. 

Schallplatten : akustische Aufnahmen auf Columbia, darunter japa- 
nische Volkslieder, elektrische auf Victor, die aber nur in Japan 
veroffentlicht wurden. 

Modi, Martha, Sopran, * 22.3.1913 Niirnberg; arbeitete zunachst 
in einem Niirnberger Versandhaus und wurde dann Buchhalterin. 
Konnte erst mit 28 Jahren das Gesangstudium am Konservatorium 
von Niirnberg beginnen. Debiitierte 1943 am Stadttheater von 
Remscheid als Hansel in Hansel und Gretel*. In den ersten Jah 
ren ihrer Karriere sang sie im Alt-Fach. 194549 war sie als Al- 
tistin am Opernhaus von Diisseldorf engagiert, doch wandelte sich 
jetzt ihre Stimme zum hochdramatischen Sopran. 1949 kam sie an 
die Hamburger Staatsoper, und hier entwickelte sie sich zur ge- 
feierten Wagner-Sopranistin. 1951 sang sie bei den ersten Bay- 
reuther Festspielen nach dem zweiten Weltkrieg die Kundry im 
Parsifal und die Brunnhilde im Ring-Zyklus; seitdem bewun- 
derte man sie alljahrlich in Bayreuth. 1952 folgte sie einem Ruf 



Mddlinger 344 

an die Wiener Staatsoper. Seit 1953 audi Mitglied der Staatsoper 
Stuttgart, Gastspiele braduen ihr an der Mailander Scala, an der 
Coven tgarden Oper von London, an der Grand Opera von Paris 
und an den groSen deutschen Biihnen triumphale Erfolge; sie 
wirkte audi bei den Festspielen von Salzburg mit. 1956 trat sie 
erstmalig an der Metropolitan Oper New York auf. Bei der Ein- 
weihung der nen erbauten Wiener Staatsoper sang sie am 5. 11. 
1955 die Leonore in Beethovens Fidelio-. 

Uppige stlmmlidie Mittel und eine faszinierende Dramatik des 
Vortrages machen ihre Interpretationen zumal dei groEen Wag- 
ner-Heroinen unvergeSlidi. 

Schallplatten: HMV (integrate Aufnahmen der WaIkure und 
Fidelio), Cetra (Elektra), Philips (Oedipus Rex von Stra- 
winsky), Decca (Parsifal), DGG (Frau ohne Schatten*), Tele- 
funken. 

Modlinger, Josef, Ba, * 3. 2. 1848 Leoben (Steiermark), f 14. 4. 1927 
Berlin; als Knabensopran sang er im Chor der Benediktinerabtei 
St. Lampredit, dann studierte er Philologie an der Universitat Graz, 
betatigte sidi aber zugleich als Cellist im Orchester des Landes- 
theaters von Graz. Nadi Ausbildung seiner Stimme durch Frau 
Weinlidi-Tipka in Graz debiitierte er 1869 am Stadttheater von 
Ziiridi als Kardinal in Halevys Jiidin. Bei der Eroberung von 
Bosnien durdi Osterreich unterbradt er seine Karriere und nahm 
als Offizier der osterreichisdien Armee an diesem Feldzug teil. 
1876-90 gehorte er dem Hoftheater von Mannheim an und sang 
dann 18901912 als Erster Bassist an der Berliner Hofoper. Nadi 
Beendigung seiner Karriere lebte er als Padagoge in Berlin. Audi 
sein Bruder Ludwig Modlinger war ein erfolgreidier Sanger und 
Opernregisseur. 

Sehr seltene Aufnahmen auf Odeon (Berlin, 1905; ein Duett mit 
Hermann Jadlowker wurde 1910 aufgenommen) . Es existiert ein 
Zylinder, etwa von 1901, auf dem er als Sanger angesagt wird, 
doch handelt es sidi dabei urn eine Falsdiung. 

Moest, Rudolf, Ba, * 22. 4. 1872 Karlsruhe, 1 28. 4. 1919 Wien. 
Studium bei Franz Kriidd in StraJSburg und Carl Hermann in 
Frankfurt a. M Debiit 1892 in Strafiburg als Ruggiero in HaleVys 
Judin)>. Bis 1896 sang er in Strafiburg und war dann 18961914 
ein geaditetes Mitglied des Hoftheaters von Hannover. 1914 wurde 
er an die Wiener Hofoper berufen, an der er bereits 1900 gastiert 
hatte. Bei den Bayreuther Festspielen von 1909 sang er den Konig 
Heinrich im Lohengrin. 

Seine ausdrucksstarke BaSstimme ist auf Sdiallplatten der Marken 
Parlophon, Odeon und Path6 zu horen, alle aus seiner Hannove- 
raner Zeit. 

Moffo, Anna, Sopran, * 1930 Philadelphia; ihre Familie war italie- 
nisdier Abkunft. Srudierte zunadist in Amerika Literaturgesdiidite 
und Musik und kam 1953 zum AbsdiluB dieser Ausbildung nadi 



345 Molinari 

Italien. Dort Studium an der Universitat von Perugia, zugleich 
Klavier- und Gesangausbildung. Debiitierte 1955 an der Oper von 
Rom. Nachdem sie dort wie audi am Teatro San Carlo von Nea- 
pel groSe Erfolge gehabt hatte, trat sie an der Mailander Scala auf. 
Es folgten Gastspiele an der Staatsoper von Wien, in Miinchen und 
Paris. 1957 sang sie bei den Festspielen von Salzburg die Nanetta 
im tfFalstaff* von Verdi und ist seither mehrfach dort aufgetreten. 
1959 wurde sie an die Metropolitan Oper New York berufen. Dort 
wie auch an den Opernhausern von Chicago und San Francisco und 
am Teatro Colon von Buenos Aires hatte sie triumphale Erfolge. 
1962 feierte man sie an der Metropolitan Oper als Melisande in 
Pelleas et Melisande* unter Ernest Ansermet. 
Schon gebildete, technisch souveran beherrschte Koloraturstimme; 
neben ihren Erfolgen auf der Biihne auch im Konzertsaal gefeiert. 
Ihre Stimme ist auf Columbia (La Boheme*, Falstaff) und 
RCA (Madame Butterfly*, La Boheme*, Rigoletto) zu horen. 

Mojica, Jose, Tenor, * 14. 4. 1896 Mexico City; debiitierte 1919 an 
der Oper von Chicago. Sang anfangs dort kleinere Partien, hatte 
dann aber in tragenden Rollen groSe Erfolge. Wirkte 1921 an der 
Oper von Chicago in der Urauffuhrung von Prokofieffs L'amour 
des trois oranges mit. Sehr erfolgreich als Partner von Mary Gar 
den in Pelleas et Melisande. Blieb bis 1930 an der Oper von 
Chicago tatig. In Europa sang er nur ein einziges Mai, und zwar 
1931 bei einem Konzert in der mexikanischen Botschaft in Berlin. 
Seit 1930 hatte er dann sehr grofie Erfolge in amerikanischen Fil- 
men (One mad Kiss) sowie in spanischen Filmen, die vor allem 
in Siidamerika aufgefuhrt wurden. 1940 sang er nochmals an der 
Oper von Chicago den Fenton im Falstaff. Als 1943 seine Mut 
ter starb, versprach er ihr auf dem Sterbebett, katholischer Pries ter 
zu werden. Er trat in einen Orden ein, erhielt die Priesterweihe und 
ging als Missionar in das Andengebiet von Peru. 1954 unternahm er 
fur seine Mission eine Konzert-Tournee durch Mexiko und Mittel- 
amerika; lebt, jetzt ertaubt, auf seiner Missionsstation in Peru. 
Lyrische Tenorstimme, deren Ausdruckskunst durch ihren Nuan- 
cenreichtum bewundernswert war. 
Edison- und Victor-Flatten. 

Molinari, Enrico, Bariton-BaS, * 1883 t 16. 4. 1956 Mailand; 
Ausbildung am Liceo Musicale Marcello in Venedig. Er debiitierte 
1907 als serioser Bafi und sang als soldier mehrere Jahre an italie- 
nischen Biihnen. Nach erneutem Studium debiitierte er 1916 als 
Bariton am Teatro Massimo von Palermo in der Rolle des Konigs 
Alfonso in La Favorita von Donizetti. Grofie Erfolge hatte er in 
den Jahren nach dem ersten Weltkrieg am Teatro Costanzi in Rom 
und 1920 bei einem Gastspiel am Teatro Liceo in Barcelona. 1924 
erreichte er die Mailander Scala, wo er gleichfalls sehr erfolgreich 
war. Er gastierte in Budapest, Bukarest, Lissabon, Monte Carlo 
und Madrid. In den dreifiigei Jahren wechselte er abermals das 



Mollet 346 

Stimmfach und trat jetzt als BaJS-Buffo an den fuhrenden Opern- 
hausern Italians in Erscheinung, vor allem als Lunardo in 
I quattro rusteghi* von Wolf-Ferrari. 1950 gab er seine Karriere 
auf und zog sich in die Casa di riposo Verdis in Mailand zuriick. 
Sdiallplatten: seine ersten Flatten, nodi als Bail, kamen auf HMV 
heraus, als Bariton sang er auf Columbia (u. a. vollstandige Opern 
Tosca und Troubadour*) 

Mollet, Pierre, Bariton, * 23. 3. 1920 Neuchatel (Schweiz); studierte 
zuerst in seiner Geburtsstadt, dann an den Konservatorien von 
Lausanne und Basel Begann seine Karriere 1948 als Konzertsanger. 
Nach Konzert-Erfolgen in Frankreidh und in der Sdiweiz wurde 
er 1952 an die Opera comique von Paris verpflichtet, wo man ihn 
vor allem als Pelleas in Pelle'as et Melisande bewunderte. 
Im iibrigen war er jedoch einer der geschatztesten Konzertsanger in 
Frankreich innerhalb seiner kunstlerischen Generation. Einerseits 
ein bedeutender Oratoriensanger - vor allem ein grofier Bach-In- 
terpret , zum anderen ein gefeierter Liedersanger. Nicht zuletzt 
widmet er sich der zeitgenossischen Musik; Arthur Honegger stu- 
dierte mehrere Partien in seinen Werken selbst mit ihm ein. 
Sdiallplatten: Decca (Pelleas et Melisande*), Pathe (Iphige- 
nie auf Tauris). 

Montesanto, Luigi, Bariton, * 23. 11. 1887 Palermo, f 14. 6. 1954 
Mailand; Ausbildung durch Santorno in Palermo; Debut 1909 in 
Palermo als Escamillo in Carmen. Schnelle Karriere in Italien; 
sang 1912 am Teatro Massimo in Palermo in der Urauffiihrung 
von Il Battista* von Giocondo Fino. 1913 in der Eroffnungssaison 
am Theatre des Champs-Elysees in Paris als Figaro im Bar- 
bier von Sevilla* gefeiert. 1913 wurde er Mitglied der Western 
Metropolitan Company, mit der er Nordamerika durdireiste. Ga- 
stierte 1913 am Teatro Colon von Buenos Aires, wo er den Jodia- 
naan in der Premiere der Richard-Strauss-Oper Salome sang. 
1918 kam er an die New Yorker Metropolitan Oper (Antrittsrolle: 
Marcel in La Boheme). Am 14. 12. 1918 sang er hier in der Ur 
auffiihrung von Puccinis Il Tabarro den Midiele. 1920 war er an 
der Oper von Monte Carlo zu Cast. 1926-29 Mitglied der Oper 
von Chicago. Dazu hatte er eine groSe Karriere an der Mailander 
Scala, am Teatro Costanzi von Rom und an anderen grofien italie- 
nischen Theatern. 1937 trat er an der Italienischen Oper in Holland 
auf. 1940 zog er sich von der Bxihne zuriick und lebte seither als 
Padagoge in Mailand; zu seinen Schiilern gehorte der bedeutende 
Tenor Giuseppe di Stefano. 
Sang auf Columbia, Fonotipia und HMV. 

Monti, Nicola, Tenor, * 21. 11. 1920 Mailand; da seine Familie 
arm war, muJSte er einen praktischen Beruf ergreifen und seine 
Stimme in Abendkursen ausbilden lassen. 1941 gab er seine ersten 
Konzerte auf Sardinien und debiitierte im gleichen Jahre am 
Opernhaus von Cagliari als Herzog im Rigoletto. Nach dem 



347 Moreno. 

zweiten Weltkrieg nahm er eine Beschaftigung in einer Apotheke 
an. 1950 wurde er als Schuler in die Opernklasse der Mailander 
Scala aufgenommen. 1951 sang er dann seine ersten groSeren Par- 
tien am Teatro San Carlo von Neapel. 1955 hatte er an der Mai- 
lander Scala glanzende Erfolge. Es schlossen sidi Gastspiele in Paris, 
Briissel und in Nordamerika an. Man feierte ihn bei den Festspielen 
von Verona und beim Maggio musicale von Florenz. Beim Holland 
Festival von 1957 sang er den Ernesto im Don Pasquale*. 
Sdione, rein lyrische Tenorstimme. 

Sang auf^HMV in vollstandigen Aufnahmen von Der Barbier 
von Sevilla* und Elisir d'amore, auf Columbia in La Sonnam- 
bula, auf DGG in Der Barbier von Sevilla*}. 

Moore, Grace, Sopran, * 5. 12. 1901 Jellicoe (Tennessee), t 26. i. 
1947 Kopenhagen (bei einem Flugzeugabsturz auf dem Flugplatz 
Kastrup); studierte zuerst in Nashville und Washington, seit 1919 
bei Marafiori in New York. Trat dann in Amerika in Operetten 
und Revuen auf. 1926 ging sie nach Europa, studierte dort noch- 
mals in Paris und Mailand und debutierte 1928 an der Metropoli 
tan Oper New York als Mimi in La Boh erne*. 1928-32 und von 
1934 bis zu ihrem Tod war sie ein gefeiertes Mitglied der Metro 
politan Oper. Bei Gastspielen und Konzerten hatte die Kiinstlerin 
in aller Welt bedeutende Erfolge. So gastierte sie in Paris und Lon 
don, in Amsterdam und Stockholm, in Berlin und Wien. Im Jahre 
1930 begann sie eine der glanzvollsten Karrieren, die eine Sangerin 
iiberhaupt beim Film gehabt hat. Ihr bedeutendster Film war One 
Night of Love (1935); sie stellte auch die Titelheldin in einer Ver- 
nlmung von Charpentiers Louise dar. 

Ihre grofiten Erfolge erzielte Grace Moore in den lyrisdien Partien 
der italienischen und franzosischen Opernliteratur. 
Aufnahmen der Firmen Brunswick und Victor; Privat- Aufnahmen 
aus der Metropolitan Oper (u. a. UAmore dei tre Re, Tosca r 
Manon). 

Morena, Berta, Sopran, * 27. 1. 1878 Mannheim, t 7. 10. 1952 
Rottach-Egern am Tegernsee; eigentlich Berta Meyer. Studium bei 
Frau Rohr-Brajnin in Mxindien und bei Aglaja von Orgeni, debu 
tierte 1898 an der Hofoper von Miinchen als Agathe im Frei- 
schutz. Sie blieb wahrend ihrer gesamten Karriere Mitglied der 
Munchener Oper. Gastspiele trugen ihren Ruf, vor allem als hoch- 
dramatische und Wagner-Sopranistin, in alle Welt. 1908-12 hatte 
sie grofie Erfolge an der New Yorker Metropolitan Oper, 1914 an 
der Coventgarden Oper London; sie gastierte an den Hofopern 
von Berlin und Wien, an der Oper von Hamburg, in London, Am 
sterdam und Barcelona und 1912 an der Budapester Nationaloper. 
1925 sang sie nochmals an der New Yorker Metropolitan Oper die 
Brunnhilde in der G6tterdammerung. 1927 nahm sie von der 
Buhne Absdiied und wirkte dann als Padagogin in Mundien. 
Schallplatten: G & T (Mundien, 1907), HMV. 



Moresdii 348 

Moreschi, Alessandro, Sopran (Kastrat), * 11.11.1858 Montecom- 
patrio (bei Rom), f 21. 4. 1921 Rom; Schiller von Capocci in Rom. 
Seit 1883 war er Sopran-Solist der Cappella Sistina in Rom und 
gait als der letzte Kastratensanger in Italian. Bis 1913 ist er mit dem 
Chor der Sixtinischen Kapelle aufgetreten; er betarigte sidi im 
iibrigen als Padagoge in Rom und fuhrte den Titel eines Professors. 
In den Jahren 1902 und 1904 wurden von seiner Stimme zusammen 
mit dem Chor der Sixtinischen Kapelle einige Aufnahmen au G & 
T hergestellt. Diese sehr seltenen Sdiallplatten sind dadurch von 
hohem Interesse, well auf ihnen der Gesang eines Kastraten doku- 
mentarisch festgehalten worden ist. 

Moscisca, Maria, Sopran, * 1885 (?) in Polen; eigentlich Maria 
Mokrzycka. Unter diesem Namen begann sie ihre Karriere in ihrer 
polnischen Heimat. Sie debutierte dort 1908 an der Oper von War- 
schau in der Oper Wanda* von Doppler. Mattia Battistini, der zu 
dieser Zeit in Warschau gastierte, bewog die junge Kunstlerin, nadi 
Italien zu gehen. Dort sang sie als Maria Moscisca zusammen mit 
ihm an verschiedenen Opernbiihnen. 1912 wurden funf Duette der 
beiden Kiinstler auf HMV aufgenommen, die - sowcit bekannt - 
die einzigen Sdiallplatten der Sangerin blieben, 1913 unternahm sie 
eine Nordamerika-Tournee mit der Western Metropolitan Opera 
Company. Ober ihre weitere Karriere ist nichts mehr bekannt ge- 
worden. 

Die oben erwahnten Schallplatten zeigten eine feinsinnig geruhrte 
lyrische Sopranstimme. 

Moscona, Nicola, Bafi, * 23. 9. 1907 Athen; Ausbildung am Konser- 
vatorium von Athen bei Elena Theodorini. Debut 1929 in Athen. 
In den folgenden Jahren sang er hauptsachlich in Griedienland und 
Agypten unter dem Namen Nicolai Mosconas. 1937 erhielt er ein 
Stipendium fur eine weitere Ausbildung in Italien. Dort wurde er 
jedoch durch Edward Johnson sogleich an die New Yorker Metro 
politan Oper engagiert (Antrittsrolle: Ramphis in Aida). Seit 
1937 war er fur iiber 25 Jahre als Erster Bassist an der Metro 
politan Oper tatig. In Amerika sang er auch an der Oper von 
San Francisco, 1938 gastierte er in Florenz, 1938-39 an der 
Mailander ScaJa als Minister im Fidelio und in Catalanis 
Loreley. 

Schallplatten der Marken Columbia (La Boheme) und RCA 
(hier wahlte ihn Toscanini zu vollstandigen Aufnahmen von La 
Boheme, ^Mefistofele*, RigoIetto, fur die Soli im Verdi-Re 
quiem und in der IX. Sinfonie). 

Moser, Anton, Bariton, * 13. 8. 1872 Reinsdorf bei Wien, t 29. 11. 
1909 Wien. Ausgebildet durch Wilhelm von Willen in Wien. 
Debutierte 1895 am Stadttheater von Heidelberg als Titelheld 
in Hans Heiling von Marschner. 189697 sang er am Stadt 
theater von Aachen, 18971900 am Stadttheater von Zurich, 



349 Munsel 

190002 am Stadttheater von Bremen. Im Jahre 1902 wurde er 
an die Wiener Hofoper berufen, wo er sehr beliebt wurde. Er war 
bereits fur das Salzburger Mozart-Fest von 1910 fur die Partie 
des Papageno in der Zauberflote' verpflichtet, als er pldtzlidi 
starb. 

Von seiner sdionen, dunkel timbrierten Ban tons timme sind Schall- 
platten der Marken Columbia (Wien, 1905) und Odeon (Wien, 
190607) vorhanden. 

Miiller, Maria, Sopran, * 29. 1. 1898 Theresienstadt bei Leitmeritz 
in Bohmen, t 15.3.1958 Bayreuth; Ausbildung am Konservato- 
rium von Prag und bei Erik Sdimedes in Wien. Debiitierte 1919 am 
Stadttheater von Linz (Donau) als Elsa im Lohengrin. 192021 
am Stadttheater von Briinn, 192123 am Deutsdien Theater von 
Prag, 192425 an der Staatsoper von Miinchen engagiert. 1925 
folgte sie einem Ruf an die Metropolitan Oper New York, an der 
sie bis 1935 vor allem als Wagner-Sangerin aufgetreten ist. (An- 
trittsrolle: Sieglinde in der Walkiire). 1926 kam sie an sie 
Stadtische Oper Berlin, 1927 an die Berliner Staatsoper, an 
der sie sehr groe Erfolge hatte. Sie gastierte regelmaSig an 
der Staatsoper von Wien; audi an der Mailander Scala, an der 
Grand Ope"ra von Paris, an der Coventgarden Oper London, in 
Hamburg, Dresden, Briissel und Amsterdam wurde sie gefeiert. 
1930 wirkte sie erstmalig bei den Festspielen von Bayreuth mit, bei 
denen man sie dann bis 1944 bewunderte (Elsa, Eva in den Mei- 
stersingern*, Sieglinde in der Walkure). Audi bei den Salzburger 
Festspielen trat sie in Ersdieinung. Bis 1945 wirkte sie an der 
Staatsoper Berlin. Nadi dem zweiten Weltkrieg ist sie nur nodi 
gelegentlich an der Stadtisdien Oper Berlin aufgetreten; lebte spa- 
ter in Bayreuth. 

Sopranstimme von leuditender Klangtonung und feinsinniger Aus- 
druckskunst, auf der Buhne wie im Konzertsaal in einem umfas- 
senden Repertoire aufgetreten. 

Sdiallplatten: HMV, Columbia (Tannhauser, Bayreuth, 1930), 
Telefunken (Bayreuth, 1936), DGG (I. Akt Walkure). 

Mtmsel, Patrice, Sopran, * 12.5.1925 Spokane (Washington); Ge- 
sangstudium bei W. Herman und G. Spadoni in New York. Biih- 
nendebiit im Herbst 1943 als jungste Sangerin, die je dort aufgetre 
ten war an der New Yorker Metropolitan Oper als Philine in 
Mignon von Thomas. 1948 unternahm sie ihre erste Europa- 
Tournee. 1950 hatte sie an der Metropolitan Oper einen uberwal- 
tigenden Erfolg als Adele in der Fledermaus von Joh. Straufi. 
Bekannt wurde sie dann vor allem durdi ihr Auftreten in musika- 
lisdien Filmen. In einem derartigen amerikanisdien Film stellte sie 
die Sopranistin Nellie Melba dar. 

Koloratursopran von sdawebender Leiditigkeit der Tongebung und 
silberheller Klangtonung. 
Sdiallplatten aussdiliefilidi auf RCA. 



Munteanu 350 

Munteanu, Petre, Tenor, * 26. 11. 1919 Campina (Rurnanien); stu- 
dierte am Konservatorium von Bukarest Gesang und Violinspiel. 
1940 debiitierte er an der Koniglichen Oper Bukarest, ging dann 
aber zur weiteren Ausbildung nadi Deutschland, wo er in Berlin 
Schiiler von WeiSenborn wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg er- 
regte er in Italien als Konzertsanger Aufsehen. 1947 kam er an die 
Mailander Scala, wo er in den Premieren von Strawinskys Perse- 
phone, Cimarosas Credulo und Alban Bergs Wozzeck mit- 
wirkte. Es schlossen sidi Gastspiele an der Coventgarden Oper von 
London, an den Staatsopern von Wien und Miinchen, an den Opern 
von Rom, Triest, Florenz und Neapel, an. 1961 sang er am Teatro 
Fenice von Venedig in der Urauffuhrung der Oper intolleranza 
6o von Luigi Nono. 

Neben der vollkommenen Beherrschung des italienischen Belcantos 
in Opern von Bellini, Rossini und Donizetti zeichnet der Kiinstler 
sidi sowohl als Mozart-Interpret wie auch im Konzertsaal als Ora- 
torien- (Bach, Handel) und als Liedsanger aus. 
Aufnahmen auf DGG, Philips (Don Pasquale), Nixa (Matthaus- 
Passion). 

Muratore, Lucien, Tenor, * 29. 8. 1878 Marseille, t 16. 7. 1954 
Paris; wurde zuerst Schauspieler und trat u. a. am Odeon in Paris 
auf. Wurde als Sanger durch die beriihmte Emma Calve entdeckt. 
Sie studierte mit ihrn eine Partie in der Oper La Carmelite* von 
Reynaldo Hahn em, die er als ihr Partner in der Urauffuhrung der 
Oper am 16. 7. 1902 an der Opera comique sang. Nach diesem un- 
gewohnlichen Debut hatte er in den folgenden zehn Jahren an den 
beiden groSen Opernhausern von Paris glanzende Erfolge. 1909 
sang er an der Pariser Grand Opra in der Urauffiihrung von 
Monna Vanna von Fevrier die Partie des Prinzivalle. Gastspiele 
brachten ihm in Briissel und Monte Carlo, in Bordeaux und Mar 
seille, in Nizza und an der Londoner Coventgarden Oper Erfolge 
iiber Erfolge ein. 1913 heiratete er die Sopranistin Una Cavalieri, 
von der er sich aber spater wieder trennte. 191329 war er dann 
der gefeierte Erste Tenor der Oper von Chicago. 1917 absolvierte er 
ein glanzvolles Gastspiel am Teatro Colon von Buenos Aires. Nach 
seinem Absdued von der Biihne lebte er als Padagoge in Paris; dort 
iibernahm er 1944 fur einige Wochen die Leitung der Ope*ra comi 
que. 

Wohl der bedeutendste franzosische Tenor seiner Generation, wo- 
bei seine Stimme durch ihren Glanz und durch ihre Ausdrucksin- 
tensitat Bewunderung erregte. 

Seine Stimme ist auf Edison-Zylindern, auf Flatten der Marken 
G & T, Zonophon und Pathe erhalten. 

Muszely, Melitta, Sopran, * 1928 Wien; ihre Familie stammte aus 
Ungarn. Besuchte das Konservatorium der Stadt Wien, wo sie zu 
erst Piano, dann Gesang studierte. Debiitierte 195 2 am Stadttheater 
von Regensburg. 1953-54 sang sie am Stadttheater von Kiel und 



35* ^^ Mysz-Gmeiner 

sen 1954 war sie ein viel bewundertes Mitglied der Staatsoper von 
Hamburg. Gastspiele fuhrten die Kunstlerin an die Stadtische Oper 
Berlin und an die Oper von Koln, an die Wiener Staatsoper, an das 
Stadttheater von Zurich, an die Grand Ope*ra von Paris, an das 
Teatro San Carlos von Lissabon und an viele andere groSe'Buhnen. 
Sie sang bei den Festspielen von Edinburgh und beim Holland-Fe 
stival; 1960 unternahrn sie eine glanzvolle Konzert-Tournee durch 
Rutland. 

Wundervoll durchgebildete, ausdrucksvolle lyrische Stimme. 
Sdiallplatten auf HMV-Electrola (Bajazzo, Carmen). 

Muzio, Claudia, Sopran, * 7. 2. 1889 Pavia, f 24. 5. 1936 Rom; 
ihr Vater wirkte als Opernregisseur an der Coventgarden Oper 
London und an der New Yorker Metropolitan Oper, ihre Mutter 
sang im Chor der Metropolitan Oper. Claudia Muzio' studierte bei 
Frau Casaloni in Turin. 1911 Debut am Teatro Petrarca in Arezzo 
als Titelheldin in Manon Lescaut* von Puccini. 1912 hatte sie in 
der gleichen Rolle einen sensationellen Erfolg am Teatro dal Verme 
in Mailand. In der Saison 1913-14 an der Mailander Scala als Des- 
demona im Othello und als Fiora in L'Amore dei tre Re von 
Montemezzi gefeiert. 1914 glanzvolles Gastspiel an der Londoner 
Coventgarden Oper. 1916 wurde sie an die Metropolitan Oper New 
York veipfliditet (Antrittsrolle: Tosca), deren eigentlidie Prima- 
donna sie bis 1921 blieb. Am 14. 12. 1918 sang sie hier in der Ur- 
auffiihrung von Puccinis I1 Tabarro die Partie der Giorgietta. 
192232 trat sie mit glanzenden Erfolgen an der Oper von Chicago 
auf. Wahrend dieser Zeit absolvierte sie Gastspiele am Teatro Co 
lon von Buenos Aires sowie an den Opern von Havanna und Rio 
de Janeiro. 1926 kam sie wieder nach Italian, wo sie an den fiihren- 
den Theatern von Triumph zu Triumph eilte. 1934 wurde sie noch- 
mals an die Metropolitan Oper New York verpflichtet, sang dort 
aber nur die Violetta in La Traviata und die Santuzza in Ca- 
valleria rusticana*. Im Febraar 1934 kreierte sie an der Oper von 
Rom die Titelpartie in der geistlichen Oper Cecilia von Licinio 
Refice. 193536 unternahm sie eine Sudamerika-Tournee, erkrankte 
dann aber im Friihjahr 1936. 

Die Interpretationen der Klinstlerin wurden durch ihre ungewohn- 
liche Ausdruckskraft, durch die psychologische Vertiefung der Rolle 
und durch die prachtvolle Musikalitat des Vortrages zu unvergefi- 
lichen Erlebnissen. Wegen ihrer eminenten Darstellungskunst 
nannte man sie die Duse der Oper. 

Von ihr gibt es zwei HMV-Platten, dann Edison- und Pathe-Auf- 
nahmen; elektrische Aufnahmen auf Columbia. 

Mysz-Gmeiner, Lula, Alt, * 16. 8. 1876 Kronstadt in Siebenburgen, 
t 7. 8. 1948 Schwerin; stammte aus emer sehr musikalischen Fa- 
milie; ihre Schwester Ella Gmeiner und ihr Bruder Rudolf Gmeiner 
hatten eine erfolgreiche Karriere als Konzertsanger, ihre Schwester 
Luise Gmeiner lebte als Pianistin in Berlin. Nach anfanglicher Aus- 



Nadolovitdi _ 35^ 

bildung durch Ludwig Lassel in Kronstadt studierte die Kunstlerin 
seit 1895 bei Gustav Walter in Wien und seit 1896 in Berlin bei 
Emilie Herzog, Etelka Gerster und Lilli Lehmann. 1911-12 war sie 
in London nochmals Schulerin von Raimund von zur Muhlen. 1899 
gab sie in Berlin ihre ersten Konzerte und erregte sogleich Aufsehen. 
Sie wurde eine der bedeutendsten Liedersangerinnen ihrer Epodie 
und hatte bei ausgedehnten Tourneen in Europa wie in Nordame- 
rika glanzende Erfolge. Seit 1900 war sie mit dem dsterreichischen 
Marineoffizier Ernst Mysz verheiratet. 1920-45 war sie Prof essorin 
an der Berliner Musikhodischule. Zu ihren Schulem gehorte u. a. 
der Tenor Peter Anders, der ihre Tochter heiratete. 
Scheme Schallplatten-Aufnahmen auf Polydor. 

Nadoiovitdr, Jean, Tenor, * 6. 9. 1873 in der rumanischen Waladiei 
als Sohn eines Bauern. Zunachst Medizinstudium an den Universi- 
taten Bologna, Paris und Wien. Arbeitete nach seinem arztlichen 
Staatsexamen an deutschen Kliniken, wurde Assistent von Prof, 
Schroder in Wien. Bereits wahrend dieses Studiums hatte er seine 
Stimme am Konservatorium von Jassy bei Mezetti und Ernesto 
Rossi sowie in Paris bei Jean Faure und Gabrielle Ferrari ausbilden 
lassen. Dann weitere Studien 190204 bei Joseph Gansbacher in 
Wien; debiitierte 1904 am Stadttheater von Graz als Faust von 
Gounod. Nach Gastspielen an der Wiener Volksoper, in Klagen- 
furt und Belgrad wurde er 1905 von Hans Gregor an seine neu ge- 
griindete Berliner Komische Oper verpflichtet; in der Eroffnungs- 
vorstellung dieses Hauses sang er den Titelhelden in <cHofmanns 
Erza'hlungen* von Offenbadi. Bis 1911 blieb er der gefeierte Erste 
lyrische Tenor der Komisdien Oper Berlin. Spater betatigte er sich 
zumeist wieder in seinem arztlidien Beruf und eroffnete 1912 in 
Berlin ein Institut fur Stimmphysiologie; lebt hochbetagt in Berlin. 
Sdiiallplatten der Marke Parlophon. 

Nash, Heddle, Tenor, * 14.6.1894 London, t 14.8.1961 Lon 
don; seine Stimme war durch die beriihmte Sopranistin Marie 
Brema entdeckt worden. Sem Debut wurde durch den Ausbruch des 
ersten Weltkrieges verhindert. 1923 Welttournee mit der Marionet- 
tenbiihne Teatro del Piccoli von Podrecca. Dann vollendete er 
sein Studium bei Giuseppe Borgatti in Mailand. 1924 Buhnendebiit 
am Teatro Carcano in Mailand als Graf Almaviva im Barbier von 
Sevilla*. Sang dann in Turin, Genua und Bologna, kam aber 1925 
nach England zuriidc. Hier wirkte er zuerst am Old Vic Theatre in 
London und bei der British National Opera Company. 1929 debii 
tierte er an der Coventgarden Oper London als Don Ottavio im 
Don Giovanni*. Seither hatte er an diesem Opernhaus, wo er nodi 
1947 aufgetreten ist,eine lange und erfolgreidhe Karriere. Seit 1934 
hatte er bei den Festspielen von Glyndebourne grofie Erfolge; be- 
riihmter Oratoriensanger. Sein Sohn, John Heddle Nash, hatte eine 
bedeutende Karriere als Bariton. 
Vor dem zweiten Weltkrieg Aufnahrnen auf Columbia und HMV 



353 Navarini 

(Figaros Hochzeit* und Cosi fan tutte* aus Glyndebourne), 
nach dem Krieg auf HMV. 

Nast, Minnie, Sopran, * 10. 10. 1874 Karlsruhe, t 20. 6. 1956 Fiis- 
sen im Allgau; Ausbildung am Konservatorium von Karlsruhe. De- 
butierte 1897 am Stadttheater von Aachen. Von dort kam sie 1898 
an die Dresdener Hofoper, der sie als gefeiertes Mitglied bis zum 
Ende ihrer Buhnenlaufbahn im Jahre 1919 angehorte. Man bewun- 
derte namentlidi ihreKunst des Mozart-Gesanges. In der unvergdB- 
lichen Urauffuhrung der Richard-Strauss-Oper Der Rosenkava- 
lier am 26. 1. 1911 an der Dresdener Hofoper sang sie die Partie 
der Sophie. Sie war mit dem Generalkonsul Karl von Frenckeli ver- 
heiratet, Lebte seit 1919 als Padagogin in Dresden, das sie nach der 
Zerstorung ihres Hauses beim Bombenangrilf von 1945 verlassen 
muSte. 

Fein gebildeter, ausdrucksgewandter Koloratursopran. 
Von der Kunstlerin existieren schone Schallplattenaufnahmen auf G 
& T (Dresden, 1902-08), Odeon (Dresden, 1907-08), HMV, Beka 
und Pathe. Auf HMV Micaela in vollstandiger Carmen (1908). 

Naval, Franz, Tenor, * 20. 10. 1865 Laibach, t 9. 8. 1939 Wien; 
eigentlich Franz Pogacnik. Begann seine Ausbildung bei A. Nedred 
in Laibadi und vollendete sie bei Joseph Gansbacher in Wien. De- 
biitierte 1888 am Stadtheater von Frankfurt a. O. als Lyonel in 
Flotows Martha. Blieb sieben Jahre an diesem Theater tatig und 
sang dann 189598 an der Berliner Hofoper. 1898 wurde er an die 
Hofoper von Wien berufen, wo er sehr groe Erfolge hatte. 1900 
gastierte er an der Grand Opera von Paris; 1903-04 war er an 
der Metropolitan Oper New York engagiert, wo er in der Haupt- 
sache Partien aus dem franzosischen Repertoire sang. 1903-1908 
wirkte er wieder an der Hofoper von Berlin; hier wurde er jetzt 
vor allem als Partner von Geraldine Farrar gefeiert. 1908 kam er 
an die Berliner Komisdie Oper. Nach Beendigung seiner aktiven 
Sangerkarriere lebte er als Padagoge in Wien. 
Fein gebildete lyrische Tenorstimme. 

Viele sdione Flatten der Marken G & T (Wien, 1901-09), Odeon 
(Wien, 1906), auf letzterer Marke u. a. vollstandige Cavalleria 
rusticana* und Schone Mullerin von Schubert. 

Navarini, Francesco, BaE, * 1855 Cittadella bei Rom, t 23. 2. 
1923 Mailand; studierte bei Carlo Boroni in Mailand und debii- 
tierte 1878 am Stadttheater von Treviso in Lucrezia Borgia von 
Donizetti. Gastierte an den Opern von Malta, Venedig, Triest, Flo- 
renz und Turin und sang 188183 am Teatro San Carlos von Lissa- 
bon. 1883 kam er an die Mailander Scala; seitdem dort wie am 
Teatro Costanzi von Rom sehr erfolgreich. Am 5. 2. 1887 sang er 
an der Scala in der Urauffuhrung von Verdis Othello den Lodo- 
vico. Gastierte 1887 in London; weitere Gastspiele in St. Peters 
burg, Madrid, Barcelona, Buenos Aires, Moskau, Odessa und Se- 
villa, Besonders in Rutland konnte er glanzende Erfolge erzielen. 



Neate 354 

Beendete seine Karriere 1912 am Narodny Theater in St. Peters 
burg. 

Seine auikrst seltenen Schallplattenaufnahmen (auf Fonotipia, Mai- 
land, 190607) zeigen erne der schonsten BaSstimmen seiner Zeit, 
die m der tippigen Fiille ihrer stimmhchen Mittel wie in der Ausge- 
gereiftheit ihrer Ausdruckskunst zu bewundern ist. 

Neate, Ken, Tenor, * 28.7.1914 Cessnock (Neusiidwales, Austra- 
Hen). Er studierte an der Universitat von Melbourne. Mit Sruden- 
ten dieser Universitat zusammen sang er in einer Dilettantentruppe, 
die eine Australien-Tournee mit Madame Butterfly* und Car- 
men unternahm. Auf den Rat von John Brownlee studierte er 
dann Gesang bei Emilio de Gogorza in New York. 1940 wurde 
der junge Sanger zur Canadian Royal Airforce eingezogen. Nach 
dem Krieg trat er 1946-51 an der Coventgarden Oper London auf 
und gab Gastspiele in Paris, Bordeaux, Lyon, Bologna, Turin, Pa 
lermo und Triest. 1954 gastierte er in Madrid. 1956 sang er an der 
Oper von Bordeaux in der Urauffuhrung der Oper Sampiero 
Corsi von Henri Tomasi. 1954 studierte er nochmals bei Lucien 
Muratore in Paris. Groe Erfolge bei Konzertreisen in den USA, 
in Kanada, Australien und England. 1963 sang er bei den Festspie- 
len von Bayreuth den Loge im Ring-Zyklus. 
Schallplatten des Kiinstlers ersdaienen unter dem Etikett von Le 
Chant du monde. 

Nebe, Carl, Bafi * 1858 Braunschweig, t 7. 2. 1908 Berlin; Sohn 
des Sdiauspielers Eduard Nebe. Er war Schiller von Staudigl, Sedl- 
mayer und Felix Mottl und debutierte 1878 am Hof theater von 
Wiesbaden, dem er bis 1881 angehorte. 1881-90 war er am Hof- 
theater von Dessau engagiert, 1890-1900 am Hoftheater von Karls 
ruhe. 1900 folgte er einem Ruf an die Berliner Hofoper; man 
schatzte ihn hier zumal als kostlichen Bafi-Buffo, aber audi als Al- 
berich im Ring-Zyklus. Bei den Bayreuther Festspielen von 1892 
sang er den Beckmesser in denMeistersingern; er gastierte an der 
Coventgarden Oper von London, in Briissel und Amsterdam und 
bei den Festpielen von Wiesbaden. Im Konzertsaal erschien er auch 
als Leiter eines von ihm gegriindeten Manner-Quartetts (Nebe- 
Quartett*). 

Von ihm sind sehr viele Schallplatten erhalten geblieben, die auf 
den Marken G & T (Berlin, 190306), Columbia (Berlin, 1904) und 
Favorit (Berlin, 1906; eine Aufnahme) herauskamen. 

Neidlinger, Gustav, Ba-Bariton, * 21.3.1912 Mainz; Studium 
am Konservatorium von Frankfurt a. M. Debutierte 1931 am Stadt- 
theater von Mainz, wo er bis 1934 blieb. Weitere Engagements: 
193435 Stadttheater Plauen, 193550 Staatsoper von Hamburg, 
seit 1950 gefeiertes Mitglied der Staatsoper von Stuttgart. Gast 
spiele brachten dem Kiinstler groSe Internationale Erfolge; er ga 
stierte an der Grand Opera von Paris, am Teatro San Carlo von 
Neapel, am Teatro San Carlos von Lissabon und seit 1953 mehr- 



355 



fach an der Mailander Scala. Seit 1956 gehorte er neben seinem 

Stuttgarter Engagement auch der Wiener Staatsoper als Mitglied 

an. Seit dem Jahre 1952 wirkte er bei den Festspielen von Bayreuth 

mit, wo man ihn vor allem als Alberich im Ring-Zyklus, seiner 

eigentlichen Glanzpartie, bewunderte. 

Seine Stimme wird durch eine imposante Tonfulle ausgezeichnet; 

dazu kommt, vor allem im Wagner-Repertoire, eine kraftvolle 

Dramatik des Vortrages. 

Seine Sdiallplatten erschienen auf DGG (Zar und Zimmermann*, 

Fidelio), HMV (Meistersinger), Decca (Rheingold, Sieg- 

fried), Columbia, (Die Kluge* von Orff). 

Nelepp, Georgij, Tenor, * 1904 Bobrujka im Gouvemement Tscher- 
nigow, f 1957 Moskau; besuchte zunachst die militarische topo- 
graphische Schule in Leningrad, die er 1926 abschlo2. 1927 begann 
er dann das Gesangstudium am Konservatorium von Leningrad bei 
I. S. Tomar. 1930 debiitierte er am Opernhaus von Leningrad, dem 
er bis zum Jahre 1944 angehorte. 1944 wurde er an das Bolschoj 
Theater von Moskau benifen, an dem er sehr groSe Erfolge hatte. 
1941, 1949 und 1950 erhielt er den Stalinpreis, ferner den Leninor- 
den und 1951 den Titel Volkskunstler der UdSSR*. Gastierte in 
den russischen Musikzentren und audi im Ausland. 
Kraftvolle Tenorstimme, namentlidi im russischen Opernrepertoire 
bewundert. 

Schallplatten der staatlichen sowjetrussisdien Sdiallplattenproduk- 
tion. 

Nemeth, Maria, Sopran, * 13. 3. 1897 Korment [Ungarn); zunadist 
besudite sie eine Handelsschule in Prefiburg, seit 1921 Gesangstu 
dium bei Georg Anthes in Budapest. Weitere Ausbildung durch 
Ldszl6 in Budapest und durch Fernando de Lucia in Neapel und 
seit 1925 durch Felicie Kaschowska in Wien. 1923 debiitierte die 
Kunstlerin an der Nationaloper von Budapest. Bereits 1924 wurde 
sie an die Staatsoper von Wien berufen, an der sie dann glanzende 
Erfolge zu verzeichnen hatte. Von Wien aus gastierte sie an der 
Coventgarden Oper London, an der Mailander Scala, in Paris und 
Rom, in Budapest und Berlin, in Miinchen und Prag, Bei den Fest 
spielen von Salzburg bewunderte man sie als Donna Anna im Don 
Giovanni . Die Karriere der Kunstlerin, die mit Josef Griinauer 
verheiratet war, dauerte bis zum Ende des zweiten Weltkrieges. 
1945 verier sie in Ungarn ihren Grundbesitz, ihr Schlofi und ihre 
wertvolle Ko stums ammlung. Lebt seither als Padagogin in Wien. 
Dramatischer Sopran von seltener Tonfiille und -schonheit, im Vor- 
trag durch eine besondere Musikalitat ausgezeichnet. 
Von Kennern sehr gesuchte Flatten auf Polydor und HMV. 

Neri, Giulio, Bafi, * 1909 Turrita di Siena, t 21. 4. 1958 Rom; stu- 
dierte ein Jahr bei dem Padagogen Ferraresi in Florenz, dann drei 
Jahre am Konservatorium der Stadt Rom. Buhnendebiit 1935 in 
Rom. Nachdem er zuerst kleinere Partien an italienischen Biihnen 



Neshdanova 35^ 

gesungen hatte, wurde er allmahlich einer der bekanntesten italie- 
nisdien Bassisten seiner Generation. Sang an der Mailander Scala, 
in Rom, Venedig, Florenz und Catania. Nadi dem zweiten Weltkrieg 
gastierte er an der Coventgarden Oper London, am Teatro Liceo 
von Barcelona, an der Staatsoper von Miinchen, am Teatro Col6n 
von Buenos Aires und an der Oper von Rio de Janeiro. Im Begriff, 
zu einem Gastspiel nadi London abzureisen, erlag er einem Herz- 
sdilag. 

Sang hauptsadilich auf Cetra; hier in vielen vollstandigen Opern 
(Mefistofele, La Gioconda*); auch auf HMV (Don Carlos*), 
Urania (Mefistofele) und Columbia vertreten. 

Neshdanova, Antonina, Sopran, * ij. 7. 1873 Kryvoje Balka bei 
Odessa, t 26. 5. 1950 Moskau; wurde zunadist Lehrerin; erst mit 
30 Jahren wurde ihre Stimme entdeckt; dann Ausbildung am Kon- 
servatorium von Moskau bei dem Padagogen Mazetta, den sie hei- 
ratete. Debiitierte 1903 alsAntonida in <dwanSusanin von Glinka 
an der Hofoper von Moskau und wurde in kurzer Zeit die gefeierte 
Primadonna dieses Opernhauses. Gastspiele in St. Petersburg, Kiew 
und Odessa brachten ihr glanzende Erfolge ein. Aufierhalb^RuJSland 
ist sie dagegen nur selten aufgetreten, so 1913 am Theatre des 
Champs-Elysees von Paris als Gilda im Rigoletto mit Enrico 
Caruso und Titta Ruifo zusammen, Sie blieb auch nach der Okto- 
berrevolution in Rufiland und ist bis etwa 1930 als gefeierte Kolo- 
ratrice am Bolschoj Theater in Moskau zu horen gewesen. Zuletzt 
lebte sie als Padagogin in Moskau. 

Eine der schonsten Koloraturstimmen ihrer Epoche, sang aber auch 
schwerere Partien (Tosca, Elsa, Desdemona) in Vollendung. 
Aufnahmen der Marken G & T (Moskau, 1906-08), HMV und 
Pathe. 

Nespoulos, Marthe, Sopran, * i. 5. 1894 Paris, t 6. 8. 1962 Paris; 
ausgebildet durch Mme Billa-Azema in Paris. Debiitierte 1920 an 
der Oper von Nizza. 1922 sang sie in einem Kirchenkonzert in 
Paris das Sopran-Solo im Requiem von Gabriel Faure. Darauf 
wurde sie 1923 an die Grand Opera von Paris verpflichtet, wo sie 
als Antrittsrolle eine kleine Partie in Herodiade von Massenet 
sang. Bald iibertrug man ihr die grofien Partien ihres Stimmfachs, 
und sie hatte an der Grand Ope"ra wie an der Opera comique 
von Paris grofite Erfolge. Sehr haufig gastierte sie am Opernhaus 
von Briissel und an den Opern von Monte Carlo, Nizza und Bor 
deaux. Gastspiele am Teatro San Carlo von Neapel, am Teatro 
Liceo von Barcelona, am Teatro Colon von Buenos Aires und in Am 
sterdam bestatigten ihren Ruf als eine der besten lyrischen Sopra- 
nistinnen in Frankreich innerhalb ihrer Generation. Als ihre Glanz- 
rolle gait die Melisande in Pelleas et Melisande. Sie wirkte 
auch in mehreren Tonfihnen mit. Nachdem sie 1934 ihre Karriere 
aufgegeben hatte, war sie seit 1949 Professorin am Konservato- 
rium von Bordeaux. 



357 Neway 

Sie sang nur auf der Marke Columbia (u. a. vollstandige Pelle*as 
et Melisande*, 1928). 

Nessi, Giuseppe, Tenor, * 25. 9. 1887 Bergamo, t 16. 12. 1961 Mai- 
land; debiitierte als Alfred in Verdis La Traviata* und sang dann 
mehrere Jahre an italienischen Provinzbiihnen lyrische Tenorpar- 
tien. Der Dirigent Tullio Sera&n riet ihm, sidi auf kleinere Charak- 
terrollen zu spezialisieren. So kam es 1911 zu einem zweiten Debut 
des Kiinstlers, jetzt im Charakter-Fach, am Teatro Lirico von Mai- 
land als Nick in La fanciulla del West> von Puccini. In diesen 
Rollen hatte er dann jahrzehntelang gro&e Erfolge. Man bewun- 
derte ihn namentlich an der Mailander Scala, wo man sidi kaum 
eine Opernvorstellung ohne ihn mehr vorstellen konnte. Fast 
40 Jahre hindurch, seit 1921, ist er bis zu seinem Tod an der Scala 
aufgetreten; hier sang er auch am 25. 4. 1926 in der Urauffuhrung 
von Puccinis Turandot den Pang, ferner 1924 in der Urauffuh 
rung von Boitos Nerone. Bei den Festspielen von Salzburg trat er 
*935 39 a k Bardolph in Verdis Falstaff, 1937-39 alsDonCurzio 
in Figaros Hochzeit* auf. Er gastierte an der Staatsoper von Wien, 
am Teatro Colon von Buenos Aires (1917), doch blieb die Scala 
seine eigentliche kunstlerische Heimstatte. 

Hauptsachlich Columbia, wo er in fast alien Aufnahmen von voll- 
standigen Opern in Comprimario-Rollen mitwirkte; ahnliche Par- 
tien sang er auf HMV (Bajazzo mit Benjamino Gigli") und auf 
Cetra (Falstaf). 

Nevada, Mignon, Sopran, * 14. 8. 1886 Paris; Tochter der beriihm- 
ten amerikamschen Sopranistin Emma Nevada (18591940); ihre 
Taufpaten waren der Komponist Ambroise Thomas und die Leh- 
rerin ihrer Mutter, Mathilde Marchesi. Ausgebildet durch ihre 
Mutter, debiitierte Mignon Nevada 1907 am Teatro Costanzi in 
Rom. Nach erfolgreichem Auftreten an italienischen Buhnen und 
in Lissabon hatte sie 1910 an der Conventgarden Oper London ein 
glanzvolles Debiit als Ophelia im Hamlet von Thomas. Seitdem 
immer wieder dort gefeiert. Gastspiele an der Oper von Brussel 
und 1923 an der Mailander Scala; lebt in Liverpool. 
Von dem technisch vorziiglich durchgebildeten Koloratursopran 
der Kiinstlerin existiert eine einzige Privataufnahme auf IRCC 
(1938), ein Lied von Thomas, das durch eine Ansprache ihrer Mut 
ter Emma Nevada eingeleitet wird. 

Neway, Patricia, Sopran, * 1920 New York City; studierte in New 
York bei Morris Gesell, den sie spater heiratete. Nachdem sie in 
Konzerten und am Rundfunk gesungen hatte, erregte sie 1946 bei 
den Festspielen von Chautauqua als Fiordiligi in Cosi fan tutte 
Aufsehen. 1948 sang sie an der New York City Centre Opera in 
Benjamin Brittens Oper The Rape of Lucretia*. Im Marz 1950 
kreierte sie in der Urauffuhrung der Oper Der Konsul* von Me- 
notti an der Oper von Philadelphia die Rolle der Magda Sorel, seit- 
her eine ihrer Glanzpartien. Sie sang diese Partie in London, Paris 



Nicholls 358 

und in anderen europaischen Musikzentren. 1951 wirkte sie an der 
New York City Centre Opera in der Urauffiihrung von The 
Dybbudo von Tamkin mit; im Sommer 1952 sang sie bei den Fest- 
spielen von Aix-en- Provence die Titelheldin in Clucks Iphigenie 
auf Tauris*. 1952-54 war sie an der Opera comique von Paris 
engagiert. 1958 trat sie bei der Briisseler Weltausstellung in der 
Urauffiihrung von Menottis Maria Golovine* in der Titelpartie 
auf. Audi als Konzertsopranistin erfolgreich tatig. 
Schallplatten der Firmen Columbia (Menotti) und Pathe (Iphi- 
genie auf Tauris aus Aix-en-Provence). 

Nidioils, Agnes, Sopran, * 14.7.1876 Cheltenham (England), t 
1959 London; Studium am Royal College of Music in London bei 
Alberto Antonio Visetti Debutierte 1895 auf der Buhne, 1897 im 
Konzertsaal. 1904 heiratete sie den englischen Dirigenten Sir Ha 
milton Harty und unternahm im gleichen Jahre eine glanzvolle 
Konzertreise durch Nordamerika. 1904 kam sie an die Coventgar- 
den Oper London, wo man sie namentlich als Wagner-Sangerin be- 
wunderte. 1908 sang sie hier die Sieglinde in der Walkiire unter 
Hans Richter, 1910 die Elsa im Lohengrin als Partnerin von Ernst 
Kraus. Bis in die zwanziger Jahre ist sie an der Coventgarden 
Oper in Erscheinung getreten, war aber auch bei der Carl Rosa 
Opera Company tatig; aufierdem als Konzert- und Oratoriensan- 
gerin erfolgreich. 
Wenige HMV-Platten. 

Nicolai, Elena, Mezzosopran, * 26. 9. 1912 Sofia; studierte am Mai- 
lander Konservatorium bei Maestro Pintorno, debiitierte 1938 am 
Teatro San Carlo von Neapel. Wahre